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Morgenmagazin vom 8. Februar 2016

08.02.2016 | 06:55 Uhr | Peter Müller

Scareware tarnt sich als Flash-Installer +++ Instagramm mit mehreren Accounts +++ Kein Peak iPhone in Sicht +++ Ärger mit Apple: Todessignal "Fehler 53" beim iPhone 6 +++ USA erleben ein Revival der Podcasts +++ Mozilla begräbt Firefox OS für Smartphones +++ Urteil: Datenflatrates dürfen nicht gedrosselt werden

8. Februar: Närrische und stürmische Zeiten im Jahr des Feueraffen

Das Macwelt-Morgenmagazin wünscht einen Guten Morgen! Wie heißt es in der Volksdichtung: „Wie war zu Cölln es doch vordem, Mit Heinzelmännchen so bequem!“ Köln war anscheinend schon immer eine besondere Stadt. Während man etwa an der Donau - wo ein höherer Kirchturm als am Rhein steht - immer noch der Ansicht ist, bei einer Stadt gehe es darum „in Ulm, um Ulm und um Ulm herum“ zu sein, hat Köln seit Beginn dieses Jahres eine zeitliche Ausdehnung zur räumlichen hinzu bekommen. Vor Köln und nach Köln. Über das Thema ist an sich schon alles gesagt, auch schon von so ziemlich jedem, deshalb halten wir uns da erst einmal raus. Wir stellen nur aus unserem Büro in einem vorfrühlingshaft warmen Süden fest: Wenn heute der Rosenmontagszug ins Wasser fällt, ist keine gefühlte oder reale Sicherheitslage dafür verantwortlich, sondern allein die Wetterlage, genauer Sturmtief Ruzica. Mainz hat bereits aufgegeben, wir wünschen aber den Narren und Närrinnen in Köln, Düsseldorf und allen anderen zumindest gefühlt rheinischen Städten einen fröhlichen, friedlichen und nicht allzu nassen Rosenmontagszug. Den die Karnevalisten im 19. Jahrhundert ja auch nur erfanden, weil es zu jener Epoche zur närrischen Zeit zu allerlei Unbill mit Betrunkenen und Grapschen auf den Straßen gekommen war. Aber das vor Köln, weit vor Köln.

Eine andere hoffentlich ausgelassene Feier steigt heute tausende Kilometer entfernt: China feiert den Beginn des Jahrs des Affen. Genauer gesagt des Feueraffen, das am 28. Januar 2017 enden wird. Nein, in China (und Vietnam, wo heute ebenfalls Neujahr ist) leben sie zwar keineswegs hinter dem Mond, aber nach dem Mond, wenn sie den traditionellen Kalender bemühen. An Horoskope glauben wir grundsätzlich nicht, vor allem nicht an das chinesische, in dem sich die Tiere alle zwölf Jahre wiederholen und in einem größeren Zyklus alle 60 Jahre. Aber gut, wenn es heißt, der Feueraffe stünde für Lebensfreude und Horizonterweiterung wollen wir mal auf ein Jahr mit besseren Nachrichten hoffen, als es die letzten zwölf Monate brachten. Das war der Ziege (genauer der Holzziege) gewidmet, die als besonders friedfertig gilt. Aber - siehe oben. Vor dem Feueraffen oder nach der Holzziege, alles blanker Unsinn. Freuen wir uns lieber auf den vor uns liegenden Montag. Der ist zwar drei Tage nach Freitag, aber auch vier Tage davor. Peter Müller

Lesetipps für den Montag

Ordnung schaffen : Rosenmontag und chinesisches Neujahr sind bewegliche Feiertage, ebenso der Räume-Deinen-Computer-auf-Tag, der jeweils am zweiten Montag im Februar begangen wird. Wer den erfunden hat, erschließt sich uns leider nicht, aber die Vermutung, es sei eine schwäbische Hausfrau am Beginn einer langen Kehrwoche gewesen, könnte ins Schwarze treffen. Wer aber nur einmal im Jahr seinen Computer aufräumt, wird heute viel zu tun haben. Besser ist es, kontinuierlich Ordnung auf dem Desktop und in allen möglichen Ordnern und Programmen zu halten. Unsere Ratgeber helfen weiter.

Superbowl: Gewiss, American Football ist vor allem dann ein faszinierender Sport, wenn man erstens regelsicher und zweitens ausblendet, dass viele Profis nach ihrer Karriere an den Folgen der schweren Kopftreffer leiden, die sie während ihrer Karriere erlitten haben. ( Derzeit im Kino: Concussion mit Will Smith ) Dann ist der Superbowl (eben ging dessen 50ste Auflage mit einem Sieg der Denver Broncos gegen die Carolina Panthers zu Ende) ein faszinierendes Spektakel. Vor allem während der Nebengeräusche in den Pausen. Mal jault Beyoncé, dann reißt wieder Justin Timberlake einen BH entzwei und vor allem überbietet sich Corporate America dabei, den besten, witzigsten, nachhaltigsten Spot für die Fernsehwerbung beizusteuern. Wir erinnern uns: Apple war mit „1984“ auch einmal dabei, am 22. Januar 1984. Welche 27 weiteren Spots im Gedächtnis geblieben sind, haben unsere Kollegen der Macworld zusammen getragen.

Scareware unterwegs: Ist der Ruf erst einmal ruiniert... Kriminelle versuchen derzeit über Fake-Updates des Flash-Players Scareware auf die Macs der Nutzer zu bringen. Vor allem über Facebook verbreiten sie die (falsche) Meldung, der Flash-Player des Nutzers wäre veraltet und benötige ein Update. Dieses bekommt man dann aber nicht von Adobe, sondern von einer unbekannten Seite, was erfahrene Anwender zu Recht stutzig macht. Wer aber dennoch nicht die Finger davon lässt, tappt in die Falle, wart der Hersteller von Sicherheitssoftware Intego. Das Perfide daran: Der Installer der Scareware hat ein Entwickler-Zertifikat und kann somit den Gatekeeper umgehen, um Software einzuschmuggeln. Zudem installieren OSX/INstallMiez und OSX/InstallCore, wie sie von Intego geannnt werden, tatsächlich eine aktuelle Flash-Version. Am Ende der Prozedur fordern sie aber zur Legitimation des Players auf, dabei gelangt unterschiedliche Scareware auf den Rechener. Das können gefälschte Sicherheitswarnungen sein, die auf die Websites der Betrüger führen oder manipulierte Brwoser-Plug-ins. Im wesentlichen nutzt die Scareware also keine Lücke in OS X, sonder das größte Sicherheitsrisisko aus, nämlich jenes, das vor dem Bildschirm sitzt.

Ich bin viele: Instagram will in seine iOS-App die Möglichkiet einbauen, einfach zwischen verschiedenen Identitäten wechseln zu können. Laut TechCrunch wird die Funktion seit Donnerstag letzter Woche nach und nach umgesetzt.

Sichere Adressen: Das Adressbuch auf dem iPhone ist nicht nur bequem, sondern eine essentielle Datensammlung. Schade, wenn dabei etwas verloren geht. Doch gibt es etliche Möglichkeiten, Kopien der Kontakte anzulegen, nicht nur über Apples Service iCloud. Ein Überblick.

Peak iPhone: Der Zeitpunkt ist erreicht, an dem Apple weniger iPhones verkauft als im Vorjahr und nie wieder Wachstum in dem Segment zeigen wird, erzählen seit letztem Herbst Skeptiker. Warum das so nicht stimmt und von 30prozentigen Rückgängen keine Rede sein kann, haben die Kollegen von Apple Insider ausführlich dargelegt.

Ärger mit Apple: Todessignal "Fehler 53" beim iPhone 6

Was stolze Besitzer eines iPhone 6 und 6S mitunter erleben müssen, klingt wie das Stück aus einem Tollhaus. Hat man schon den Ärger, dass das teure iPhone 6 nach einem Sturz oder Ähnlichem defekt ist, etwa das Display gesprungen ist, aber vielleicht sogar noch nutzbar ist, bedeutet das nicht unbedingt das Ende der Probleme. Denn nach einem Software-Update auf iOS 9, wie es viele iPhone-Benutzer routinemäßig schon ausgeführt haben, kann es passieren, dass sich das iPhone mit der Meldung "Fehler 53" oder entsprechend "Error 53" verabschiedet und nicht mehr nutzbar ist. Ein Zugriff auf Bilder, Kontakte oder andere Inhalte ist schlicht nicht mehr möglich. Selbst dann, wenn man es von einem Reparaturshop, der nicht von Apple selbst autorisiert ist, wieder in Ordnung gebracht hat und das tatsächlich einwandfrei funktioniert, besteht diese Gefahr. Über dieses Phänomen berichten viele betroffene Anwender, zum Teil auch in den Apple Support Communities selbst.

Ausführlich berichtet darüber die britische Zeitung The Guardian . Offensichtlich hängt dieser totale Crash des iPhones mit dem eingebauten Fingerabdrucksensor unter dem Home Button zusammen. Hier prüft das iPhone nach dem Update auf iOS 9 anscheinend, ob es sich noch um den originalen Home Button von Apple handelt oder ob ein fremder eines (günstigeren) Drittanbieters eingebaut wurde respektive ob der originale beschädigt ist. Konkret scheint der Touch-ID-Sensor im Home Button Probleme zu machen, dieser Fall tritt aber nicht mit dem iPhone 5S auf. The Guardian schildert den Fall eines Fotojournliasten, der im Auftrag der Zeitung auf dem Balkan unterwegs war. Sein iPhone fiel zu Boden, in seiner Verzweiflung ließ der Fotograf in Mazedonien das Display und den Home Button in einem nicht von Apple autorisierten Laden reparieren. Danach funktionierte es einwandfrei. Er hatte die Sache schon fast vergessen, als er routinemäßig die Aufforderung zum Installieren der neuesten Betriebssystemsoftware von Apple erhielt. Nachdem er der Aufforderung gefolgt war, zeigte sein iPhone innerhalb von Sekunden die "error 53"-Fehlermeldung. In einem Apple Store in London musste er 270 britische Pfund für den Austausch entrichten. Die Mitarbeiter dort meinten, sie könnten sonst nichts tun. Durch die Reparatur bei einem nicht von Apple autorisierten Betrieb (oder einer Reparatur in Eigenregie) erlöschen zudem Garantie und Gewährleistung.

Doch selbst, wenn das iPhone gar nicht repariert wurde, besteht diese Gefahr des totalen Ausfalls, berichten betroffene Anwender. So lässt sich im Forum der Apple Support Community lesen, dass einem Nutzer sein iPhone 6 in Dubai hingefallen wäre und einen kleineren Schaden verursachte. Er benutzte es aber einfach weiter, bis er Monate später iOS 9 installierte – auch bei ihm erschien innerhalb von Sekunden der Fehler 53. Alle Daten waren unzugänglich. Diese bekommt man zwar über ein Backup auf iTunes oder in iCloud wieder auf ein Austauschgerät zurück, aber dies ist alles andere als erfreulich, zumal man die Kosten selbst zu tragen hat. In diesem Fall sei eine beschädigte Verbindung von Touch ID mit der Hauptplatine der Auslöser des Problems, meinen Diskutanten im Support-Forum.

Die Reparatursite iFixit weiß von bald 200.000 Klicks auf die eigene "error 53"-Site  zu berichten. Kyle Wiensvon iFixit teilte Guardian Money mit, dass das Problem auftritt, wenn bei der Reparatur der Home Button oder das entsprechende Kabel ausgewechselt wird und eben nicht dem Original von Apple entspricht. Dann schließt das iPhone seine Nutzer einfach aus, ohne jede Vorwarnung. Und es gebe keinen Weg, es wieder zum Laufen zu bringen.

Apple hat auf den Bericht des Guardian mittlerweile reagiert und eine Support-Seite eingerichtet, auf der das Unternehmen den Fehler 53 erklärt . Aktualisiert man iOS, überprüft das System routinemäßig, ob der Touch-ID-Sensor des Gerätes der originale ist, respektive korrekt mit dem Gerät verknüpft ist. Dies soll der Sicherheit dienen, wie Apple erläutert: "Wir nehmen die Sicherheit unserer Kunden sehr ernst und der Fehler 53 ist das Ergebnis von Sicherheitsprüfungen, die entwickelt wurden, um unsere Kunden zu schützen." Trete der derartiger Fehler nach einer Reparatur bei Apple oder einem autorisierten Betrieb auf, könne man sich an ein Apple Service Center oder den nächsten Apple Store wenden. Habe man aber den Bildschirm bei einem nicht autorisierten Händler austauschen lassen, müsse man das Gerät "außerhalb der Garantie" - also kostenpflichtig - reparieren lassen. Die Garantie geht also verloren, wenn man fremd reparieren lässt oder lassen muss.

Die Intention scheint klar:  Apple will unter dem Vorwand von Sicherheitsbedenken seine Kunden nötigen, Reparaturen nur noch im Apple Store oder in von Apple autorisierten Läden durchzuführen. Und dies auf eine Art und Weise, die selbst erfoglreich reparierten Geräten beim nächsten Systemupdate den Garaus macht. Wir haben  zu den damit auftretenden Fragen von Garantie und Gewährleistung die Verbraucherzentrale in Bayern kontaktiert, eine Antwort steht noch aus.

USA erleben ein Revival der Podcasts

Die Podcastserie "Serial" machte 2014 den Anfang: Mit bis zu 3,5 Millionen Downloads pro Episode läutete die spannende Audio-Story um einen ungeklärten Teenagermord in Baltimore ein Revival des Podcasts ein. Millionen Hörer, auch weltweit, fesselte die investigative Recherche der Reporterin Sarah Koenig. In Internetforen und Freundeskreisen wurde das Schicksal der ermordeten Highschool-Schülerin Hae Min Lee und ihres womöglich unschuldig verurteilten Ex-Freundes Adnan Syed diskutiert.

Seitdem hat sich in den USA viel weiteres getan. "Die Podcasting-Szene wird explodieren", sagt der Digitalexperte Rex Sorgatz für 2016 voraus. Ein neues Universum faszinierender Geschichten und Erzählideen tut sich auf, erste Zeitungen versuchen sich im Newstelling via Podcast. Und auch "Serial" ist mit einer zweiten Staffel wieder ganz vorn dabei. Diesmal geht es um das Schicksal des mutmaßlich desertierten US-Soldaten Bowe Bergdahl, der 2009 seinen Posten in Afghanistan verließ, fünf Jahre in Taliban-Gefangenschaft geriet und nun in den USA vor Gericht steht.

Vor wenigen Wochen bannte eine neue, achtteilige Reihe sonntags ihre Hörerschaft und ließ Erinnerungen an die Erstausstrahlung von Orson Welles "Krieg der Welten" in 1938 wach werden: "The Message" ist eine Art fiktionales "Serial" und berichtet im Stil einer dokumentarischen Radiorecherche von einer tödlichen Bedrohung aus dem All. Dabei führt der Versuch von NSA und einem Kryptologenteam, mit modernen Methoden eine 70 Jahre alte Funkbotschaft aus dem All zu dechiffrieren, in Richtung Katastrophe: Ein tödliches Virus wird in dem Code entdeckt und damit gleichzeitig freigesetzt - via Schallwellen.

"The Message" katapultierte sich mit seinen kurzen, oft nur 15 minütigen Recherchehappen im November an Platz eins der iTunes-Charts. Dort tummelte sich 2015 zeitweise auch "Invisibilia" - ein Podcast des öffentlichen Radionetzwerkes NPR, der sich erzählerisch und wissenschaftlich all den unsichtbaren Dingen widmet, die Menschen bewegen. Die sechs Episoden, etwa über Angst oder das Verhältnis Computer/Mensch, wurden insgesamt 10 Millionen mal heruntergeladen.

Das Problem, vor dem Podcasts jedoch nach wie vor stehen: Wie ist mit den bislang kostenlos im Web bereitgestellten Audio- und Video-Dateien Geld zu erwirtschaften? Neben den gängigen Sponsoren-Werbe-Jingles werden nun neue Wege erprobt.

Längst ist es nicht mehr nur die Podcast-App von iTunes, über die Podcasts ihre Hörer erreichen sollen. Neue Plattformen, wie Gimlet, Panoply, Howl oder Acast arbeiten daran, die inhaltliche Vielfalt zu erhöhen und den Zugang für Hörer, aber auch für Podcast-Produzenten zu vereinfachen. Eine Art Netflix für die Ohren schwebt den Anbietern vor - zu buchen für eine monatliche Grundmiete.

Auch Musik-Plattformen wie Spotify oder Soundcloud setzen künftig auf Podcasts, werben dafür potente Radioleute ab - ein Zeichen dafür, dass sie im immer wieder mal totgesagten Podcast neues Leben sehen. Außerdem erweitern Buzzfeed und der Hörbuchanbieter Audible ihr Portefeuille, sogar Google wirft seinen Hut zurück in den Ring.

Einer der wenigen Podcast-Dauerbrenner und Klassiker, die preisgekrönte NPR-Reihe "This American Life" mit ihrem Erfinder Ira Glass, hat sich von ihrem Vertriebspartner getrennt und selbstständig gemacht, um mit seinen Podcasts unabhängig von den Einschränkungen des großen Netzwerks Geld zu verdienen.

Auch ein weiterer langjähriger US-Podcast-Star, Marc Maron, vertreibt das Archiv seiner beliebten Reihe "WTF" (Was zur Hölle.) - zu der unter anderem ein legendäres Interview mit Barack Obama in Marons umgebauter Garage gehört - inzwischen nur noch über Howl - und zwar kostenpflichtig.

Einen anderen Weg gingen die Macher von "The Message": Sie suchten sich den Elektrokonzern General Electric (GE) als Sponsor und platzierten das nostalgisch anmutende Logo "GE Podcast Theater" auf der "Message"-Website. Hintergrund: GE entwickelt unter anderem hochsensible Schalldiagnoseverfahren - und wurde somit sozusagen in die Grundidee der Entschlüsselungs-Story eingewoben.

Nicolas Quah, selbst bei Panoply, sieht ein "Ökosystem verschiedener Plattformen" entstehen, das auch ungewöhnlicheren Ideen Testläufe vor Publikum ermöglichen könne. "Die fundamentale Herausforderung an die Industrie bleibt dabei simpel und unverändert: Der Gesamtkuchen muss größer werden", schreibt Quah im Podcast-Blog des renommierten Nieman Labs. Immer noch gebe es Leute, die von Podcasts noch nie etwas gehört hätten.

Mozilla begräbt Firefox OS für Smartphones

Mozilla wird keine weiteren Ressourcen mehr in die Weiterentwicklung von Firefox OS für Smartphones stecken. Das kündigt Mozillas Ari Jaaski, Vice President für Connected Devices, in einem Blog-Eintrag an. Im Mai soll mit Firefox OS 2.6 eine letzte Version für Smartphones fertig gestellt werden. Anschließend werden alle Entwickler abgezogen.

Stattdessen sollen die frei werdenden Ressourcen in die Weiterentwicklung von Firefox OS für das Internet der Dinge (IoT, Internet of Things) und Connected Devices (vernetzte Geräte) gesteckt werden. Dazu gehören auch die von Panasonic bereits angebotenen smarten Fernseher mit Firefox OS. 

Urteil: Datenflatrates dürfen nicht gedrosselt werden

Mobilfunkanbieter, die ihren Internet-Tarif mit "unbegrenztem" Datenvolumen anbieten, dürfen laut der jüngsten Entscheidung des Landgerichts Potsdam nicht die Datenübertragung beim Überschreiten eines Limits drastisch einschränken. Die Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) hatte gegen E-Plus geklagt, weil der Provider zwar bei seinem Mobilfunktarif "Allnet Flat Base all-in“" eine Internetnutzung mit unbegrenztem Datenvolumen versprach, die Leistung aber in den Allgemeinen Geschäftsbindungen einschränkte. Die volle Geschwindigkeit von 21,6 Megabit pro Sekunde gab es nur bis zu einem Datenvolumen von bis zu 500 Megabyte im Monat. Anschließend wurde die Geschwindigkeit um das 500fache auf 56 Kilobit pro Sekunde gedrosselt.

"Das Internet kann bei diesem Schneckentempo praktisch nicht mehr genutzt werden", so Heiko Dünkel, Rechtsreferent beim vzbv. Der Ansicht schloss sich auch das Landgericht Potsdam in dem noch nicht rechtskräftigen Urteil (Az. 2 O 148/14) an. Leistungseinschränkungen seien demnach unwirksam, wenn sie den Kunden unangemessen benachteiligen. Das teilt der vzbv am Freitag mit.

Mit einer Formulierung wie "Datenvolumen unbegrenzt" in den Geschäftsbedingungen werden bei den Kunden der Eindruck erweckt, dass der Tarif anders als andere Angebote eben keine Begrenzung der Internetnutzung enthalte. Eine extreme Drosselung der Geschwindigkeit komme daher einer "Reduzierung der Leistung auf null gleich.“ Immerhin sei es heutzutage normal, die mobilen Internetzugänge auch für die Übertragung großer Datenmengen zu nutzen.

Die Richter erklärten auch eine weitere Klausel von E-Plus für unwirksam. E-Plus hatte sich darin vorbehalten, den Auftrag des Kunden zur Einrichtung des Mobilfunkanschlusses in Hinblick auf Auslandstelefonate und kostenpflichtige Servicerufnummern abzulehnen. In diesem Fall sollte der Kundenauftrag trotzdem gültig bleiben. Von diesen Leistungen ausgesperrte Kunden wären somit für die Laufzeit von zwei Jahren an einen Vertrag gebunden, den sie eigentlich in dieser Form nie gewollt haben. Hier stellten die Richter fest: Ein Verbraucher darf nicht einseitig an einem Vertrag festgehalten werden, der seinem Antrag gar nicht entspricht. Gesetzlich sei geregelt, dass ein Unternehmen seine Kunden über eine beabsichtigte Einschränkung informieren und ihm die Möglichkeit geben muss, das neue Angebot anzunehmen oder abzulehnen.

So bleibt Ihre Flatrate schnell

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