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Morgenmagazin vom 9. Mai 2016

09.05.2016 | 07:01 Uhr |

Connect wird in Apple Music degradiert +++ Podcaster beklagen sich bei Apple +++ Tim Cook reist nach China +++ Google bleibt Wunsch-Arbeitgeber der IT-Absolventen +++ Smartphone-App bringt Paar in Bergnot +++ Quantum of the Seas: Das total vernetzte Kreuzfahrtschiff

9. Mai: Gute und bessere Ideen

Das Macwelt-Morgenmagazin w├╝nscht einen Guten Morgen!┬á Heute vor zwei Jahren berichteten wir erstmals ├╝ber ein Ger├╝cht, das wir eine ganze Weile anzweifeln mussten: Apple wolle den Kopfh├Ârerhersteller Beats f├╝r 3,2 Milliarden US-Dollar kaufen, munkelte die Financial Times. Im Ernst, Leute: Kopfh├Ârer von fragw├╝rdiger Qualit├Ąt? Zu dem Preis? Bei unseren Recherchen entdeckten wir, dass schon am 1. April 2014 erste Ger├╝chte ├╝ber den Kauf des von Dr. Dre und Jimmy Irvine gegr├╝ndeten Unternehmens kursierten. 1. April? Alles klar! Doch nur wenige Tage sp├Ąter sollten Apple und Beats die Akquise best├Ątigen, die am 1. August 2014 wirksam wurde.

Nat├╝rlich sind Kopfh├Ârer nur ein Teil des Angebots, Apple h├Ątte wom├Âglich bessere Lauscher haben k├Ânnen. Im November letzten Jahres deuteten Andreas und Daniel Sennheiser in einem Interview mit der S├╝ddeutschen Zeitung ┬á an, Apple sei auch bei ihnen vorstellig geworden. Nur hatte die Unternehmer aus Wennebostel bei Hannover etwas nicht im Portfolio, woran Apple deutlich mehr Interesse hatte als an basslastigen Lauschern: Den Streamingdienst Beats Music, der mittlerweile in Apple Music aufgegangen ist.

Apple hatte mit dem iTunes (Music) Store ein Vertriebsmodell etabliert, das der Musikindustrie noch eine Weile ├╝ber den schleichenden Abstieg der CD hinweg half, doch schon seinerzeit ging der Trend zur Musikpauschale, die Streamingdienste effektiv sind: Einmal im Monat zahlen, alles h├Âren. Fast alles. Apple, Spotify und Konsorten haben damit ein solides Gesch├Ąftsmodell gefunden, Apple z├Ąhlt mittlerweile 13 Millionen zahlenden Streamingabonnenten, Tendenz steigend. Musikern mag das weniger helfen, aber seien wir ehrlich: Auch schon zu Zeiten des Vinyls und sp├Ąter der CD konnten nur wenige von den Aufnahmen leben. Meist mussten sie auch noch umst├Ąndlich touren, um den CD-Verkauf anzukurbeln, heute ist es umgekehrt: Nur eine gro├če Reichweite per Stream, per Download und gerne auch per CD und Vinyl-Schallplatte garantiert ein halbwegs ausverkauftes und damit lukratives Konzert. Apple hat den Trend nicht erfunden, zur├╝ckdrehen kann man die Uhr ohnehin nicht.

Genau das versuchen aber in Europa derzeit allerlei Politiker, auch solche in Regierungsverantwortung: Die Uhr auf dem Kontinent vor den 9. Mai 1950 zur├╝ck zu drehen. An diesem Tag vor 66 Jahren wurde die Idee der europ├Ąischen Einigung geboren, der franz├Âsische Au├čenminister Robert Schumann stellte sie in seiner Pariser Rede erstmals vor: Wie w├Ąre es, wenn man grenz├╝berschreitend die f├╝r die Stahlproduktion so wichtige Kohle f├Ârdert und handelt, wie w├Ąre es, eine gemeinsame Wirtschaftspolitik bei den in der Nachkriegszeit f├╝r den Wiederaufbau so dringen gebrauchten Rohstoffe und G├╝ter zu verfolgen? Die Idee war die beste seit langem auf dem Kontinent, der erst f├╝nf Jahre zuvor das Ende seiner gr├Â├čten Katastrophe erlebt hatte. Die Zusammenarbeit beschr├Ąnkte sich schon bald nicht auf Stahl und Kohle und auch nicht mehr auf den Austausch von G├╝tern - sondern auch Ideen und die diese hervorbringenden Menschen reisten bald ungehindert durch die immer gr├Â├čer werdende Gemeinschaft. Eine ungew├Âhnlich lange Zeit des Friedens und des Wohlstandes hatte diese am heutigen Europatag der Europ├Ąischen Union gefeierte Idee zur Folge. Die Uhren auf eine Zeit vor den 9. Mai 1950 zur├╝ck drehen zu wollen ist nichts weiter als absurd. Peter M├╝ller

Lesetipps f├╝r den Montag

Degradierung: Apple wird seinen Streamingservice Apple Music einem Jahr nach dem Start ├╝berarbeiten und zur WWDC in gut einem Monat die neue Fassung f├╝r iOS 10 und MacOS 12 vorstellen, soviel ist bekannt. Ein interessantes Detail will 9to5Mac erfahren haben. Demnach plane Apple, das in Apple Music integrierte soziale Netz Connect, mit dem Musiker mit ihren Fans in Verbindung treten k├Ânnen, wieder in den Hintergrund zu r├╝cken. Bisher hat Connect einen eigenen Reiter, das Angebot soll aber in den Reiter "F├╝r Dich" integriert werden. Anscheinend wird Connect nicht so genutzt, wie es sich die Erfinder versprochen haben. Schon mit dem ersten Versuche, ein soziales Netz in iTunes einzubauen war Apple gescheitert, das 2010 an den Start gebrachte Ping hatte sich keine zwei Jahre gehalten.

Verbesserungsvorschlag : Apple wird nicht nur iTunes und die damit verkn├╝pften Services ├╝berarbeiten m├╝ssen, auch an anderen Stellen von iOS und OS X hapert es ein wenig. Kirk McElhearn sieht beispielsweise gro├čen Renovierungsbedarf bei der Apple eigenen App "Erinnerungen". Diese sei nicht nur ein wenig buggy, es fehle ihr auch an einer wesentlichen Funktion: Erinnerungslisten kann man nicht mit anderen teilen, vor allem nicht ├╝ber Plattformgrenzen hinweg.

Hinterher ist man immer kl├╝ger: F├╝r manche waren Apples Quartalszahlen ein Schock, vor allem der starke R├╝ckgang bei iPhone-Verk├Ąufen. Tim Cook versucht die Sache herunter zu spielen und argumentiert vor allem mit dem gro├čen Erfolg, den vor einem Jahr das iPhone 6 (Plus) hatte und den der Nachfolger nicht mehr toppen konnte. Apple h├Ątte es also vorher wissen und Anleger warnen k├Ânnen. Business Insider zeigt drei verpasste Gelegenheiten auf.


Umsatzbremse : Podcasts sind zwar bereits seit 2005 Bestandteil des iTunes-Universums, aber erst seit kurzem auch kommerziell erfolgreich. Doch Apple hindere den boomenden Bereich am Wachsen beschweren sich diverse Podcaster bei einem Gespr├Ąch mit Apple. Nach wie vor seien Podcasts per Definition in iTunes kostenlos, Anbieter k├Ânnen ├╝ber Apples Systeme keine einzelnen Folgen gegen Geld anbieten oder ganze Abos. Davon k├Ânnte die Konkurrenz wie Spotify oder Google profitieren, die eigene Vertriebssystem f├╝r Podcaster aufsetzen.

Gesch├Ąftsreise: Noch in diesem Monat wird Apple-CEO Tim Cook laut eines Reuters-Berichts erneut nach China reisen, um sich dort mit hochrangigen Regierungsvertretern auszutauschen. In China ist Apple derzeit mit einigen Problemen konfrontiert, nicht nur hat sich das starke Wachstum umgekehrt, auch mit den Beh├Ârden steht Apple in Konflikt. Erst k├╝rzlich musste Apples chinesischer iBooksstore schlie├čen und auch das Filmangebot in iTunes.

Weitere Nachrichten

Google bleibt Wunsch-Arbeitgeber der IT-Absolventen

Wieland Holfelder leitet seit 2008 das M├╝nchner Google-Entwicklungszentrum. Nun ist das Unternehmen in die N├Ąhe der Hackerbr├╝cke umgezogen. Gut gelaunt f├╝hrt der promovierte Informatiker durch die Kantine und das Caf├ę, zeigt den G├Ąsten Terrasse, Fitness- und Massager├Ąume. Der aus Sicht eines IT-Profis zweideutige Name "Hackerbridge" gef├Ąllt ihm besonders. "In unserem alten B├╝ro im Alten Hof war es so eng wie in einem Wiesn-Zelt", erinnert er sich.

Google bekommt zwei Millionen Bewerbungen im Jahr

W├Ąhrend andere Firmen die Vorstellung schrecken d├╝rfte, in den kommenden Jahren 400 Softwareentwickler einzustellen, bleibt der Google-Mann gelassen: "Wir z├Ąhlen seit Jahren zu den beliebtesten Arbeitgebern und bekommen die Leute, die wir suchen." In der Zentrale in Kalifornien gehen mehr als zwei Millionen Bewerbungen pro Jahr ein. Zwar nennen die Kandidaten einen Wunscharbeitsort, doch wenn Google mit einem attraktiven Vertrag winkt, lehnen die wenigsten einen Umzug in eine andere Stadt ab. Im M├╝nchner B├╝ro arbeiten Softwareentwickler aus 30 Nationen zusammen.

Auch in diesem Jahr f├╝hrt Google das Ranking der beliebtesten IT-Arbeitgeber mit 23,7 Prozent der Nennungen mit gro├čem Abstand zu den Verfolgern BMW (9,1 Prozent) und Apple (8,6 Prozent) an. Auf dem vierten Platz liegt Microsoft , knapp dahinter belegt Blizzard Entertainment den f├╝nften Rang. Verloren hat dagegen SAP . Die Walldorfer rutschten vom zweiten auf den f├╝nften Platz ab. Auch Audi verschlechterte sich und fiel vom vierten auf den siebten Rang zur├╝ck. Daf├╝r schob sich ein anderer Autobauer nach vorne: Der Daimler Konzern sprang von Rang zw├Âlf auf neun und ist damit in den Top Ten.

Trendence befragte im Auftrag der COMPUTERWOCHE mehr als 5700 IT-Studenten, die kurz vor dem Abschluss stehen. Dass Google 4,1 Prozent einb├╝├čte, f├╝hrt Annekatrin Buhl von Trendence darauf zur├╝ck, dass mancher IT-Student entt├Ąuscht ist, sich bei Google vergeblich beworben zu haben. Doch das k├Ânnte sich ├Ąndern. Nicht nur die Deutschland-Zentrale in Hamburg mit ihren 450 auf den Vertrieb konzentrierten Mitarbeitern will ihren Headcount mittelfristig verdoppeln, sondern auch das M├╝nchner Entwicklungszentrum soll die Zahl der Softwareentwickler von 400 auf 800 ausbauen.

Software AG steigt in der Gunst der Bewerber

Auff├Ąllig: Die Software AG aus Darmstadt r├╝ckte von Platz 58 auf 32 vor und sicherte sich damit die bislang beste Position im Ranking. Offenbar ist es dem drittgr├Â├čten Softwarehaus in Deutschland gelungen, den IT-Nachwuchs auf sich aufmerksam zu machen. "Erfolg ist das beste Employer Branding", sagt Christine Schwab, Personalchefin der Software AG. Seit 2010 besch├Ąftigt sich ihr Team intensiv mit Arbeitgeberattraktivit├Ąt und analysiert, wie Kandidaten auf das Unternehmen aufmerksam werden und warum sie sich bewerben: "Die Begeisterung f├╝r Technik und unsere Produkte sind eine wichtige Motivation."

Enge Kontakte zu den Hochschulen in Darmstadt und der Region, Praktikumspl├Ątze und die M├Âglichkeit, f├╝r die Abschlussarbeit mit dem Unternehmen zu kooperieren, nennt Schwab als weitere Gr├╝nde f├╝r die Beliebtheit. Auf Messen, die sich speziell an Absolventen ┬şrichten, geht das Recruiter-Team dagegen selten: "Wir besuchen nur sehr selektiv Messen und w├Ąhlen nur die aus, bei denen wir nicht in der Masse der Aussteller untergehen." Zum Stil des Unternehmens geh├Ârt auch, mit den Bewerbern unmissverst├Ąndlich ├╝ber die anstehenden Aufgaben zu sprechen. "Authentizit├Ąt ist uns wichtig. Wir m├╝ssen im Alltag leben, was wir kommunizieren", sagt Schwab, die nichts von leeren Versprechungen h├Ąlt. "Viele Firmen werben mit ihrem Freizeitangebot, in ihren Brosch├╝ren sieht man keine arbeitenden Menschen. Wir sagen den Bewerbern, dass sie bei uns auch arbeiten."

Au├čerdem fiebern viele der weltweit rund 4500 Mitarbeiter am Wochenende mit ihrem Verein Darmstadt 98 mit, der seit dieser Saison wieder in der Bundesliga Fu├čball spielt. Die Software AG ist einer der Hauptsponsoren, auch das sei eine gute Werbung. Das Unternehmen sucht aktiv in Karrierenetzwerken wie Xing oder LinkedIn nach Mitarbeitern. "Social Media, etwa unser Facebook-Auftritt, ist wichtig f├╝r uns, auch wenn er f├╝r das Recruiting in Deutschland keine so gro├če Rolle spielt", sagt Schwab. Dagegen sei Twitter nicht so relevant f├╝r die Personalarbeit.

Absolventen fordern hohe Geh├Ąlter

Die angehenden Informatiker, so zeigt die Studie auch, verlangen Jahr um Jahr mehr Geld. In der aktuellen Erhebung halten M├Ąnner ein Jahresgehalt von 47.700 Euro f├╝r angemessen, Frauen geben sich mit 3000 Euro weniger zufrieden. Doch Wunsch und Wirklichkeit liegen einige Tausend Euro auseinander. Im aktuellen Trendence-Baro┬şmeter beziffern die befragten Informatiker ihr Einstiegsgehalt mit durchschnittlich 41.500 Euro. Doch den Absolventen geht es nicht nur um Geld. Immerhin geben knapp 65 Prozent der Befragten an, Abstriche beim Gehalt zu ┬şakzeptieren, wenn der Arbeitgeber zu ihnen passe.

Attraktive Aufgaben, eine wertsch├Ątzende Kultur und Chancen bei der pers├Ânlichen Entwicklung nennen die IT-Studenten als wichtigste Erwartungen. Auch guter F├╝hrungsstil und Kollegialit├Ąt sind ihnen wichtig. Hinzu kommen die Work-Life-Balance, Weiterbildungsm├Âglichkeiten und gute Karriere┬şperspektiven. "Sicherheit der Anstellung" nenn┬şen gar 86,5 Prozent als Kriterium. Das spiegelt sich auch im Ranking wider. Der ├Âffentliche Dienst wirkt auf IT-Absolventen attraktiver als in den vergangenen Jahren, besonders Bundesnachrichtendienst und Bundeswehr haben aufgeholt. Auch Anwenderunternehmen werden interessanter. ┬şDagegen zeigt eine Trendence-Befragung unter Wirtschaftswissenschaftlern einen gegenl├Ąufigen Trend: Viele dieser Absolventen w├╝nschen sich einen Job in der IT-Branche.

Eine eigene Firma zu gr├╝nden, wird unter Informatikern zumindest als Gedankenspiel wieder beliebter. Jeder vierte Umfrageteilnehmer denkt dar├╝ber nach, sich noch w├Ąhrend oder kurz nach dem Stu┬şdium mit einem Startup selbst├Ąndig zu machen. Tendenziell sind die potenziellen Gr├╝nder m├Ąnnlich, mobil und sprechen sehr gut Englisch, wie das Trendence-Team herausgefunden hat. Vor allem in der Startup-Hochburg Berlin gelten Firmengr├╝ndungen als verlockend.

Die Fakten zur Trendence-Studie IT

An 69 Hochschulen in ganz Deutschland befragte das Trendence-Institut zwischen September 2015 und Februar 2016 im Auftrag der COMPUTERWOCHE mehr als 5700 IT-Studierende, die kurz vor dem Abschluss stehen. Gefragt wurde unter anderem nach Wunscharbeitgebern, Karrierepl├Ąnen und Gehaltsw├╝nschen. 76 Prozent der Befragten streben einen Bachelor-Abschluss an, etwa 22 Prozent einen Master, und verschwindend wenige bereiten sich auf ein Diplom oder eine Promotion vor. Das Durchschnittsalter der Befragten lag bei knapp 24 Jahren.

Smartphone-App bringt Paar in Bergnot

Es geh├Ârt zu den Klassikern der Fails mit moderner Technik: Autofahrer, die ohne R├╝cksicht auf Verluste und ohne Sinn und Verstand stur den Richtungsangaben und Abbiegeanweisungen des Navigationsger├Ątes folgen. Und dann pl├Âtzlich mit ihrem Auto mitten im Wald, auf der Wiese oder im Fluss stehen. Oder auch mal einen mehrere Tausend Kilometer langen Umweg mitten durch Europa fahren. Solche Meldungen sorgen regelm├Ą├čig f├╝r Schenkelklopfer bei Nicht-Betroffenen.

├ähnlich ist der Fall gelagert, ├╝ber den jetzt ├Âsterreichische Medien berichten. Demnach brach ein ukrainisches Studentenpaar vom Dachstein Richtung Hallstatt auf. Der Dachstein ist ein fast 3000 Meter hoher Berg in den ├Âsterreichischen Alpen. Hallstatt am Hallst├Ątter See gelegen ist ein nicht ganz 800 Menschen z├Ąhlender Ort im Salzkammergut, der namensgebend f├╝r die ├Ąltere Eisenzeit, die so genannte Hallstattzeit, wurde.

F├╝r die Navigation verlie├č sich das Paar offensichtlich ganz auf eine Smartphone-App, die ihnen den k├╝rzesten Weg durch das Gebirgsmassiv anzeigte. Dabei folgte das Paar bereits vorhandenen Skispuren und marschierte im Bereich des Gjaidstein Richtung Obertraun.

Die beiden ignorierten dabei, dass sie ├╝ber eine geschlossene Schneedecke gehen mussten, obwohl sie daf├╝r keine geeignete Ausr├╝stung und vor allem keine passenden Schuhe hatten. Als die Dunkelheit hereinbrach, war das Paar ersch├Âpft und bekam es mit der Angst zu tun. Die beiden riefen gegen 22.00 Uhr einen Bekannten in ├ľsterreich an ÔÇô offensichtlich hatten sie eine Mobilfunkverbindung. Dieser rief dann die Bergrettung, der es gelang, die beiden verirrten 22-J├Ąhrigen unter anderem mit Hilfe eines Hubschraubers zu finden und schlie├člich sicher ins Tal zu bringen.


Quantum of the Seas: Das total vernetzte Kreuzfahrtschiff

Hinweis: Der n├Ąchste Pfingst- oder Sommerurlaub steht vor der T├╝r. Grund genug diesen Artikel von Fr├╝hjahr 2015 noch einmal hochzuziehen:

Als ich f├╝r das Boarding die Gangway zur technisch hochger├╝steten Quantum of the Seas von Royal Caribbean hochlief, musste ich staunen. Jenseits des Hafens lag Manhattan - mit seinen 348 Metern ist das neue Schiff fast so gro├č wie das Empire State Building. Aber das war es nicht, was meinen inneren Hightech-Geek zum Sabbern brachte.

W├Ąhrend die meisten Passagiere die Men├╝-Optionen in Augenschein nahmen habe ich die Geschwindigkeit des Wi-Fi gecheckt und jede Menge andere technische Spielereien ausgetestet, mit denen das Unternehmen seinen Passagiere die Reise angenehmer machen m├Âchte - inklusive Roboterkellnern und virtuelle Unterwasserwelten.

Die Quantum of the Seas wurde als smartes Schiff konzipiert, es unternimmt zun├Ąchst vom New Yorker Hafen aus (genau genommen von Cape Liberty in Bayonne, New Jersey) Reisen in die Karibik. Sp├Ąter wird es sich zu seinem neuen Heimathafen in Shanghai aufmachen . Als eingeladener Tech-Reporter war ich wild entschlossen, die paar Tage an Bord eine tendenziell skeptische Haltung einzunehmen. Doch die F├╝lle an futuristischen Dienstleistungen brachte mich dazu, ein cooles Gadget nach dem anderen zu bewundern.

Sehen Sie sich die Quantum of the Seas und ihre Roboter selbst an:

Satelliten-Wi-Fi

Das Wi-Fi auf der Quantum kommt von Satelliten, wobei der letzte erst im Juli in den Orbit geschossen worden war. Die "Allure of the Sea" von Royal Caribbean war das erste Schiff, das diese Art von WLAN nutzte, und zwar noch vier Wochen vor der Quantum.

Am ersten Morgen auf See, als wir gerade mal etwa 100 Meilen von der Ostk├╝ste entfernt waren, standen mir 4,65 Megabit pro Sekunde f├╝r den Download und 4,03 Megabit pro Sekunde f├╝r den Upload zur Verf├╝gung. Alle Angaben per speedtest.net . Sp├Ąter am Tag war es 3,85 Megabit pro Sekunde down und 0,85 Megabit pro Sekunde up. W├Ąhrend des zweiten Tests konnte ich immer noch High-Definition-Video von Netflix und YouTube streamen.

Passagiere k├Ânnen unter drei Wi-Fi-Optionen w├Ąhlen, die Stunde f├╝r 20 Dollar, einen ganzen Tag f├╝r 40 Dollar oder aber die komplette Reise f├╝r 160 Dollar (sieben N├Ąchte). Sie erhalten daf├╝r das Premium-Paket mit einer durchschnittlichen Leistung. Das reicht f├╝r das Versenden von Fotos, zum Surfen und f├╝r handels├╝bliche Video-Streams.

Premium-Ausstattung

W├Ąhrend unserer Tests bekamen wir Zugang zu den Top-Tier- beziehungsweise Premium plus-Services. ├ťberhaupt erhielten auf dieser Reise alle Passagiere die M├Âglichkeit, kostenlos aufs Netz zuzugreifen. Solange wir im Hafen lagen, schien es Probleme mit dem Wi-Fi zu geben - es war schwierig, eine Verbindung herstellen, und wenn eine bestand, dann war sie sehr langsam und brach immer wieder ab. Diese Probleme verschwanden aber, sobald wir in See gestochen waren.

"Wir k├Ânnen leider nur etwa zwei Drittel unserer gesamten Kapazit├Ąt nutzen, die bei 600 Megabit liegt", erkl├Ąrte uns Bill Martin, CIO der Royal Caribbean Cruises Ltd.

Weiter berichtete er, dass aufgrund der hohen Kapazit├Ąt auf eine k├╝nstliche Verknappung der Zug├Ąnge durch hohe Preise verzichtet werden kann. Gleichzeitig erwartet er aber nicht, dass der Service gro├če Profite abwerfen wird. Laut Carloa Mengolini, verantwortlich f├╝r die Ums├Ątze an Bord, tr├Ągt das Wi-Fi gerade einmal vier Prozent zum Gesamtumsatz bei. Auf Essen und Getr├Ąnke entfallen dagegen rund 30 Prozent.

Martin erkl├Ąrte, dass andere Schiffe bis zu 75 Cent pro Minute f├╝r die Internet-Verbindung verlangen, die wesentlich langsamer als die der Quantum ist.

RFID und Gep├Ąck-Tracking

"Wir verlieren keine Taschen, aber unsere Passagiere glauben das", scherzte Richard Fain, Chairman und CEO von Royal Caribbean Cruises.

Sobald die Passagiere das Schiff betreten, geben sie beim Check-in ihre Gep├Ąckst├╝ck ab und erhalten daraufhin einen RFID-Transponder. Dank der Royal IQ Smartphone-App von Royal Caribbean k├Ânnen sie ihre Tasche auf ihrem Weg in die Kabine verfolgen. Diese werden laut Fain ├╝brigens nicht unmittelbar zugestellt, dank der App k├Ânnen sich die Passagiere aber die Wartezeit an Bord vertreiben, bis sie eine entsprechende Nachricht ├╝ber das Ankommen des Gep├Ącks in ihrer Kabine erhalten. F├╝r diese Test-Reise wurden wir gebeten, nicht mehr Zeug an Bord zu schleppen als wir tragen k├Ânnen. Da es diesmal keinen Zustell-Service gab, konnten wir auch die App mit ihrer Tracking-Technologie nicht testen. Das war echt schade, weil meine Video-Ausr├╝stung die Sache nicht gerade erleichterte.

Auf dem Schiff wird bargeldlos mit RFID-Armb├Ąndern bezahlt und auch Kabinent├╝ren werden so ge├Âffnet, und beim obligatorischen Feueralarm, den jeder vor der Reise mitmachen musste, wird damit die Anwesenheit an speziell f├╝r den Katastrophenfalls vorgesehenen Pl├Ątzen ├╝berpr├╝ft. Diese Informationen werden in Echtzeit an die Br├╝cke gesendet, so dass der Kapit├Ąn den Status einer Evakuierung ├╝berwachen kann.

Virtuelle Balkone

Von den 2.090 Kabinen an Bord sind rund 400 Innenr├Ąume, die keine Aussicht auf den Ozean haben. Die Passagiere k├Ânnen die gerade durchkreuzte See aber auf einem virtuellen Balkon verfolgen. Auf der Br├╝cke des Schiffes sind zwei Red Epic-Kameras f├╝r 20.000 Dollar installiert, die die Umgebung mit einer Aufl├Âsung von 5K erfassen. Die Bilder werden innerhalb weniger Millisekunden zu einem 80-Zoll-high-Definition-Display an der Wand der G├Ąstekabine ├╝bertragen.

"Wir nutzen High-Speed-Verbindungen, weil sonst das Bild nicht zu den gef├╝hlten Bewegungen des Schiffes beziehungsweise des Wassers passen und Sie sonst eventuell seekrank werden", so Martin.

Martin erkl├Ąrt weiter, dass die virtuellen Balkone nicht f├╝r andere Inhalte verwendet werden. G├Ąste k├Ânnen sie an- und ausschalten und die Lautst├Ąrke regeln, aber kein Fu├čballspiel sehen, auch werden sie nicht f├╝r Informationen von der Br├╝cke oder so verwendet. "Sobald sie etwas anderes damit tun, verfl├╝chtigt sich die Illusion eines Balkons", so Martin.

Roboter als Barkeeper

Zwei Roboter auf dem Schiff r├╝hren, sch├╝tteln und mixen in der Bionic-Bar ├╝ber Tausend Drinks am Tag. Inmitten einer der am meisten strapazierten Bereiche des Schiffes erstellen die zwei Kuka-Roboter Cocktails auf Basis der Kreationen, die sich die Passagiere selbst mittels einer App zusammengestellt haben. Nat├╝rlich k├Ânnen sie auch aus dem Men├╝ Cocktails ausw├Ąhlen, bezahlt wird in jedem Fall mit dem RFID-Armband. Nach der Bestellung wirbeln die Roboter herum und zapfen aus 30 verschiedenen Hochprozentigem und 21 Mixgetr├Ąnken das Gew├╝nschte. Etwa 60 Sekunden sp├Ąter wird das Getr├Ąnk auf einem kleinen Flie├čband geliefert.

Der Ursprung des Projektes hat nichts zu tun mit Royal Caribbean: "Es war eine Anfrage der Jungs von Google, die auf der┬á e/a-Konferenz im Mai zeigen wollten, wie neuen Technologie unsere Art zu leben ver├Ąndert", so Michael Lewis, Entwickler bei Makr Shakr , das die Roboter mitkonzipiert hat.

"Die Bionic-Bar sorgt nicht f├╝r eine Reduzierung des Personals", berichtet Richard Fain. "Es ist eigentlich sogar mehr Arbeit." So braucht es zwei Extra-Barkeeper, um den Passagieren die Funktionsweise der App zu erkl├Ąren und bei Fragen parat zu stehen.

Die Roboter sind so kalibriert, das sie millimetergenau die Getr├Ąnke und Mixer anzusteuern k├Ânnen. Neben Drinks liefern die Roboter auch Statistiken dar├╝ber, welche Cocktails gerade am beliebtesten sind. W├Ąhrend der Reise war es derLong Island Iced Tea mit Schuss.

Das Schwesterschiff Anthem of the Seas ist eine virtuelle Kopie der Quantum und wird ab dem kommenden Jahr vom englischen Southampton aus ins Mittelmeer kreuzen. (sh)

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