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Morgenmagazin vom Dienstag, 1. April 2014

01.04.2014 | 07:24 Uhr |

Neuer Prozess Apple vs. Samsung beginnt mit Benennung der Jury +++ Samsung bietet 4K-Display für 700 US-Dollar an +++ Apple Stores: Animierte Landkarte von 2001 bis heute +++ Office für iPad auf Platz eins der App-Store-Charts +++ iWatch: Apple will Rolex übernehmen +++ Oculus wirbt VR-Experten von Valve ab +++ Sony enthüllt 13-Zoll-Tablet Digital Paper +++ FTL kommt schon bald als iPad-App +++ Türkei blockiert Googles DNS-Server +++ Experten fordern Kill Switch für Smartphones

Neuer Prozess Apple vs. Samsung beginnt mit Benennung der Jury

Der zweite große Patentprozess von Apple gegen Samsung hat gestern in San Jose begonnen. Das Gericht legte eine zehnköpfige Jury fest, in der keine Technikprofis sitzen. Über Apples Forderung nach rund zwei Milliarden US-Dollar Schadenersatz wegen Patentverletzungen durch Samsung sollen unter anderem ein Polizeibeamter, ein pensionierter Lehrer, ein Klempner, eine Sekretärin und ein Verkäufer entscheiden, berichtet die Lokalzeitung des Silicon Valley San Jose Mercury News. Mit den Zeugenbefragungen will das Gericht am heutigen Dienstag am Abend nach mitteleuropäischer Zeit beginnen. Als einen der ersten Zeugen will Apple seinen Senior Vice President of Marketing Phil Schiller in den Zeugenstand rufen, der bereits in früheren Prozessen interessante Einblicke in die Entwicklung des iPhone gegeben hat. So hatte Schiller etwa ausgesagt, das iPhone wäre ein Produkt gewesen, mit dem Apple seine Existenz riskiert hatte: Nicht wenige Entwickler aus dem prosperierenden iPod-Business und der Mac-Abteilung habe man für die Fertigstellung des Produktes abgezogen.

Apple hat sich in den letzten Wochen geschickt als Innovator in der Öffentlichkeit produziert, so hatte etwa Chefdesigner Jony Ive in einem Interview mit dem Time Magazine sich über Plagiate beklagt. Unter welcher Geheimhaltung bei Apple das iPhone entstand, hatte kürzlich ein beteiligter Entwickler verraten.

In den Privathaushalten der Jury-Mitglieder sind hauptsächlich Apple-Produkte im Einsatz und nur wenige von Samsung, einer der Samsung-Anwälte beklagt dies als möglichen Nachteil. Die zehn Juroren wollen den ersten Prozess, der im August 2012 endete, nur am Rande verfolgt haben.

Samsung bietet 4K-Display für 700 US-Dollar an

Die Preise im Markt der Ultra-HD-Displays geraten ins Rutschen. Nachdem Blaupunkt in Deutschland bereits einen 4K-Fernseher für unter 500 Euro in den Handel gebracht hatte ( Macwelt-Test ), legt nun auch Samsung eine Reihe von 4K-Displays zum günstigen Preis auf. Der Consumer-Monitor UD590 ist Samsung erstes 4K-Display für den Schreibtisch und bringt auf einer Bildschirmdiagonale von 28 Zoll 3840 mal 2160 Pixel. Laut Samsung beträgt der Preis in den USA 700 US-Dollar, es sollen noch weitere Modelle zu Preisen um die 1000 US-Dollar folgen. An Anschlüssen bietet der UD590 Displayport oder HDMI, laut Hersteller kann er eine Milliarde Farben darstellen, bietet eine Response-Zeit von einer Millisekunde und eine Helligkeit von bis zu 370 Candela pro Quadratmeter. DAs TN-Panel mit LED-Hingrundbeleuchtung bietet Einblickwinkel von 160 und 170 Grad. Samsungs Technologie Picture in Picture (PiP) 2.0 erlaubt den Anschluss von zwei Computern, deren Desktops der Bildschirm gleichzeitig anzeigen kann. Über die Refresh-Rate bei 4K-Auflösung hat Samsung noch nichts verlautet.

Apple Stores: Animierte Landkarte von 2001 bis heute

Apple betreibt weltweit mehr als 400 Apple Retail Stores , also Verkaufsläden vor Ort, welche den Internetauftritt der Firma ergänzen und für manchen auch ersetzen. Rund zwei Drittel davon befinden sich in den USA, in Deutschland gibt es bislang insgesamt 13 Stores. Im Geschäftsjahr 2013 soll Apple daraus einen Gewinn von 4 Milliarden US-Dollar erwirtschaftet haben

Apple-Veteranen werden sich noch daran erinnern, wie Steve Jobs höchstpersönlich und voller Begeisterung das Konzept des Apple Stores vorstellte, das Video gibt es beispielsweise auf Youtube

Das amerikanische Technologiemagazin Business Insider hat sich nun die Mühe gemacht, die wohl erfolgreichste Geschichte von Retail Stores, abgesehen von den Niederlassungen von Walmart, auf einer animierten Landkarte von den USA bis nach Australien und anderen Kontinenten nachzuzeichnen.

Diese zeigt dabei die Entstehung und Entfaltung der Apple Retail Stores mit vertrauten Google Maps-Markierungen von 2001-2014. Leider lassen sich die entsprechenden Markierungen nicht anklicken, so dass man weitere Informationen über die Lage oder Bilder erhielte. Dennoch ist das dabei entstehende Bild beeindruckend. So habe Apple eine zentrale Präsenz in den größten Städten auf fast allen Kontinenten errichtet. Im vergangenen Jahr hätten fast 100 Millionen Kunden in einem Apple Store eingekauft, und zwar innerhalb eines einzigen Quartals. Das bedeute umgerechnet mehr als 18.000 Besucher pro Laden und Woche.

Der erste Apple Retail Store wurde übrigens am 19. Mai 2001 in der Tyson Corner Mall in Virginia eröffnet – durch Steve Jobs persönlich.


Office für iPad auf Platz eins der App-Store-Charts

Office für iPad auf Platz eins der App-Store-Charts (c) Apple
Vergrößern Office für iPad auf Platz eins der App-Store-Charts (c) Apple
© Apple

Nach dem Launch-Wochenende kommt Microsofts Office für iPad bei den Apple-Nutzern gut an. Die Anwendung landet auf dem ersten Platz der beliebtesten kostenlosen App-Store-Applikationen. Für kurze Zeit konnte Microsoft mit Word, Excel, PowerPoint und OneNote sogar die ersten vier Ränge der Charts beanspruchen.

Während das Office-Paket bislang den Surface-Tablets vorbehalten blieb, kündigte der Redmonder Konzern in der vergangenen Woche schließlich iOS-Version an. Die Büro-Software steht zum kostenlosen Download bereit. Allerdings können Dokumente damit lediglich geöffnet und betrachtet werden. Für die Erstellung eigener Word- oder Excel-Dateien ist ein Office-365-Abo erforderlich.

Microsoft Office gratis für iPad erhältlich

Wie viele Downloads Office im App Store bereits zählt, ist noch unklar. Microsoft hat bislang noch keine offiziellen Zahlen veröffentlicht. Der Bewertungsdurchschnitt für die Apps ist mit drei Sternen jedoch nur mittelmäßig. Viele Nutzer stören sich weniger am nötigen Abo, als an fehlenden Funktionen wie etwa File-Sharing-Möglichkeiten oder einem Drucken-Button. Letzteren will Microsoft eigenen Aussagen zufolge jedoch in einem der nächsten Updates nachreichen.

iWatch: Apple will Rolex übernehmen

Die iWatch wird wohl das "nächste große Ding" aus Cupertino, die neue Produktkategorie, die Apple-CEO Tim Cook schon seit letzten Herbst in Aussicht stellt. Nachdem vor gut zwei Wochen erste Screenshots einer App namens Healthbook durchgesickert waren, die in iOS 8 auf dem iPhone oder iPad Ergebnisse von Sensoren am Handgelenk auswerten soll, kristalliert sich nun heraus, mit welcher Expertise Apple in das Uhrengeschäft einsteigen will. Nicht weniger als der Hersteller von hochwertigen Uhren Rolex steht bei Apple auf der Einkaufsliste. Dies hat Macwelt aus meist zuverlässiger Quelle im Silicon Valley erfahren. Die Übernahme soll Apple 1,4 Milliarden US-Dollar wert sein. Apple geht dabei ähnliche Wege wie Google, das beim Design seiner Datenbrille auf die starke Marke Ray-Ban setzt.

Rolex werde von Apple nicht geschluckt, sondern soll als 100prozentige Unternehmenstochter weiterhin eigenständig in der Schweiz Uhren unter dem bisherigen Markennamen produzieren. Im Rahmen der Akquise gehen jedoch alle Patente des Herstellers in den Besitz Apples über, ein Team von rund 140 Uhrmachern und Designern soll nach Cupertino übersiedeln und in den Technikkonzern die "DNA des tradierten Uhrmacherhandwerks" einbringen, wie unsere anonyme Quelle verrät.
Apple werde nicht nur die beinahe fertig entwickelte iWatch auch in luxuriösen Ausgaben anbieten, mit Hilfe der Rolex-Patente sehe man sich gegen Patentklagen und Urheberrechtsverletzungen aller Art gewappnet. "Apple tritt zwar ein wenig spät auf den Plan, aber dann mit aller Gewalt", erklärt unser Informant, den wir an einem windigen Märztag am Surfstrand von Mavericks am Telefon erwischten. Die Patente über Sensoren, Betriebssysteme, Displaytechnologien, Quarzlaufwerke, mechanische Uhrwerke und Armbänder seien ein starker Schutzschild gegen jedwede Konkurrenz.

Einen entscheidenden Mosaikstein werde auch der japanische Elektronikhersteller Sony beitragen, der bei dem Uhren-Joint-Venture als Dritter im Bunde fungieren werde. "Sony hatte mit seinen Smartwatches bisher wenig Verkaufserfolg, konnte dadurch aber lernen, wie man es nicht macht," erklärt der Insider. In Apples Produktentwicklung sage man hundertmal "Nein", bevor ein "Ja" zu hören ist, behauptete eine Apple-Werbung aus dem vergangenen Jahr. Sony steuert demnach mindestens ein paar Dutzend "Neins" bei, aber auch eine handvoll Patente und einen immer noch starken Markennamen.

Noch in diesem Monat werde Apple die Übernahme von Rolex und die Kooperation mit Sony bekannt geben, womöglich der Öffentlichkeit auch schon einen ersten Prototypen der iWatch zeigen. Neben dem Produkt mit Apple-Logo und der Luxus-Ausgabe als Rolex iWatch werde es aber auch von Anfang an ein preiswertes Modell geben, das unter dem Namen des Joint Ventures von Apple, Rolex und Sony vermarktet werde: iRoNY.


Oculus wirbt VR-Experten von Valve ab

Oculus wirbt VR-Experten von Valve ab (c) oculusvr.com
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© oculusvr.com

Das kürzlich von Facebook gekaufte Unternehmen Oculus VR hat einen wichtigen Mitarbeiter von Valve abgeworben. Michael Abrash, der bislang beim Steam-Betreiber im Bereich Virtual Reality und Augmented Reality tätig war, unterstützt künftig den Oculus CTO John Carmack , mit dem er seit Jahren befreundet ist.

Welche konkrete Rolle er bei Oculus VR ausfüllen soll, ist nicht bekannt. Spätestens seit seiner Präsentation auf dem von Valve veranstalteten Stream Dev Days im Januar gilt Abrash als Experte im Bereich Virtual Reality. Auch Abrash begrüßt die Oculus-Übernahme durch Facebook. Die Ressourcen des sozialen Netzwerks würden seiner Ansicht nach dazu führen, dass Oculus sein Produkt in naher Zukunft an die schon sehnsüchtig wartenden Spieler ausliefern könnte.

Sony enthüllt Virtual-Reality-Headset für PlayStation 4

Carmack und Abrash sind die Zusammenarbeit gewohnt. Vor Jahren hatten sie mit Quake an einem wegweisenden Ego-Shooter gearbeitet, der die Zukunft des Genres maßgeblich beeinflussen konnte. Ob auch die VR-Brille Rift einen derart großen Einfluss auf die Welt der PC- und Konsolenspiele haben wird, bleibt spannend.

Sony enthüllt 13-Zoll-Tablet Digital Paper

Sony enthüllt 13-Zoll-Tablet Digital Paper (c) sony.com
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© sony.com

Mit Digital Paper stellt Sony ein Anzeigegerät für PDF-Dateien im 13-Zoll-Format vor, das nur sieben Millimenter dick ist. Somit lassen sich A4-Dokumente in voller Größe auf dem E-Ink-Display mit 1.200 x 1.600 Bildpunkten darstellen.

Über den mitgelieferten Stift können die Dokumente verändert und um Zusatzinformationen ergänzt werden. Das Digital Paper ist für den Einsatz in Büros gedacht, eine Akkuladung soll nach Herstellerangaben bis zu drei Wochen lang reichen.

Das per WiFi mit dem Internet verbundene Gerät soll ab Mai für 1.100 US-Dollar angeboten werden. Als Grundlage dient eine neue E-Ink-Technologie, an deren Entwicklung Sony maßgeblich beteiligt war. Die Mobius getauften Bildschirme nutzen anstelle von Glas-Substraten eine Kunststoff-Kombination, die das Gewicht bisheriger Geräte halbiert.

Die besten Tools: Modernes Dokumenten-Management in der Cloud

Die Handhabung soll sich an klassischen Papierunterlagen orientieren. Während des Schreibens kann der Handballen auf dem Bildschirm liegen, ohne die Eingaben zu behindern. Der vier GB große Speicher lässt sich über Micro-SD-Karten erweitern.

FTL kommt schon bald als iPad-App

FTL kommt schon bald als iPad-App (c) IDG/IDG
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Im November letzten Jahres wurde der Indie-Hit FTL (Faster Than Light) als iPad-Version angekündigt. In FTL kommandieren Sie Ihr eigenes Raumschiff aus der Vogelperspektive und müssen das Rebellenflaggschiff vernichten. Doch der Weg dahin ist gespickt mit Piraten, Asteroidenfelden und vielen anderen Gefahren. Außerdem reichen Ihre Treibstoffvorräte nicht ewig. Erschwerend kommt hinzu, dass FTL auf Perma Death setzt - wer also stirbt, darf keinen alten Spielstand laden, sondern muss neu von vorne beginnen. Weil FTL aber zufallsbasierte Raumkarten und Gegner vor die Nase des Spielers setzt und mit neuen Raumschiffen zum Freispielen lockt, kommt das Spiel trotzdem sehr Frust-arm daher.

FTL und die besten anderen Indie-Games vorgestellt

Die Entwickler kündigen die iPad-Version nun für den 3. April an. An diesem Tag soll auch die Erweiterung "FTL: Advanced Edition" für den PC erscheinen. Diese Erweiterung ist kostenlos. Sie enthält unter anderem eine Klon-Station, auf welcher man (sofern das Raumschiff damit ausgerüstet ist) verstorbene Crew-Mitglieder als Klon wieder zum Leben erwecken kann. Außerdem wird es eine Hacker-Drohne geben. Sie blockiert die Türen im gegnerischen Raumschiff und verrät Details des attackierten Systems. Außerdem sabotiert sie das Schiff des Gegners. Per Gedankenkontroll-System kann man ins Raumschiff eingedrungene Gegner für kurze Zeit "bekehren".

Daneben soll es kleinere Verbesserungen geben. Im neuen Hard Mode sollen sich Masochisten austoben dürfen, versprechen die Entwickler.

Die iPad-Fassung soll 10 Dollar kosten - genau wie die PC-Fassung. Sie setzt ein iPad 2 oder höher voraus. In-App-Käufe werde es nicht geben, versichern die Entwickler. Der Inhalt der Advanced Edition soll aber in der App bereits integriert sein.

Türkei blockiert Googles DNS-Server

Türkei blockiert Googles DNS-Server (c) http://www.renesys.com/2014/03/turkish-internet-censorship/
Vergrößern Türkei blockiert Googles DNS-Server (c) http://www.renesys.com/2014/03/turkish-internet-censorship/
© http://www.renesys.com/2014/03/turkish-internet-censorship/

Die Türkei geht immer aggressiver gegen Google und den freien Zugang zum Internet vor. Nachdem bereits der Zugriff auf Twitter und Youtube gesperrt wurde, leiten türkische Telekommunikations-Unternehmen wie die TurkTelekom nun offensichtlich auch Anfragen, die an Googles Public DNS-Server gerichtet sind, heimlich um.

Google hat nämlich bestätigt, dass Anfragen von Internetnutzern aus der Türkei, die an das Domain Name System von Google gerichtet sind, von den meisten türkischen Internet-Service-Providern abgefangen werden. Die türkischen Internet-Service-Provider hätten dazu Server aufgesetzt, die sich als DNS-Server von Google „ausgeben“ würden, wie ein Google-Mitarbeiter schreibt. Die an Google Public DNS-Server gerichtete Anfragen würden dann von diesen falschen Google-Server, die tatsächlich den türkischen ISPs gehören, abgefangen.

Ein DNS-Server wandelt einen Domainnamen wie pcwelt.de in die entsprechende IP-Adresse um. Er funktioniert also wie ein Telefonbuch, in dem man den Namen einer Person nachschlägt, um deren Telefonnummer zu erfahren. Google betreibt zu diesem Zweck mehrere DNS-Server, die unter den IP-Adressen 8.8.8.8 und 8.8.4.4 erreichbar sind. Über diese Public Google-Server konnte man nach der Sperrung des Zugangs zu Twitter und Youtube durch die türkischen Internet-Service-Provider diese Internetdienste auch weiterhin aufrufen. Indem man die DNS-Server der türkischen Unternehmen durch die von Google ersetzte. Genau das machten vielen türkische Internetnutzer, um die Zensurmaßnahmen der Regierung von Erdogan zu umgehen. Zusätzlich zu diesen Umleitmaßnahmen sollen auch Level-3-DNS-Server gehackt worden sein. Das berichtet die Internet-Monitoring-Firma Renesys.

Hinter der türkischen Internetzensur steht der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan. Er steht seit längerer Zeit massiv in der Kritik, unter anderem wird ihm massive Korruption nachgesagt. Trotzdem konnte Erdogangs Partei AKP bei den gestrigen Kommunalwahlen einen Sieg einfahren.

Experten fordern Kill Switch für Smartphones

Experten fordern Kill Switch für Smartphones (c) Polylooks
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Allein in den USA könnten Smartphone-Besitzer laut einer aktuellen Studie jedes Jahr 2,6 Milliarden Dollar sparen, wenn in allen ihren Smartphones standardmäßig eine Fernzugriffs-Funktion zum Löschen eingebaut wäre. Diese Zahl setzt sich zusammen aus den Kosten für den Kauf eines Ersatzgerätes und aus den Gebühren für eine Smartphone-Versicherung, die das gestohlene Smartphone ersetzt. Der Studie zufolge wünschen sich nahezu alle Smartphone-Besitzer eine solche Fern-Lösch-Funktion.

Wenn eine solche Fern-Lösch- und Fern-Sperr-Funktion standardmäßig in alle Smartphones integriert wäre, würde das automatisch auch zu weniger Smartphone-Diebstählen führen. Weil die Eigentümer ihre gestohlenen Smartphones viel leichter in für die Diebe wertlose „Ziegel“ verwandeln könnten.

Bereits seit längerer Zeit fordern Strafverfolgungsbehörden und die Polizei, dass in Smartphones ab Werk Funktionen eingebaut werden, die es den Smartphone-Eigentümern ermöglichen, ihr Gerät aus der Ferne zu sperren und komplett unbrauchbar zu machen. Denn die Zahl der Smartphone-Diebstähle steigt seit einiger Zeit deutlich. Mit einem so genannten "kill switch" könnte man diesen Trend umkehren, hofft die Polizei. Wichtig sei hierbei, dass das Sperren eines gestohlenen Smartphones per Fernzugriff schnell, einfach und zuverlässig funktionieren würde. Die Funktion müsse ähnlich zuverlässig funktionieren wie das Sperren einen verlorenen Kreditkarte. Dafür muss man nur eine bestimmte Telefonnummer anrufen.

Bisher sperren sich in den USA die Hersteller und Mobilfunk-Provider gegen einen standardmäßigen Kill Switch. Vor allem aber blockieren Versicherungsunternehmen den Kill Switch. Weil sie um ihr einträgliches Geschäft mit Smartphone-Verlust-Versicherungen fürchten. Deshalb liegen nun Gesetzesanträge im Senat und im Repräsentantenhaus zur Abstimmung, die den Kill Switch gesetzlich vorschreiben wollen.

Die Studie führte ResearchNow in den USA unter 1200 Smartphone-Nutzern im Februar 2014 durch.

Teilweise ist in den neuen Smartphone-Betriebssystemen eine solche Fernzugriffs-Möglichkeit eingebaut. In den meisten Fällen muss man aber eine zusätzliche App wie beispielsweise Lookout installieren. Zudem ist nicht immer sicher, ob die Fernsperre bei einer App-basierten Software-Lösungen auch wirklich zuverlässig funktioniert, beispielsweise wenn der Dieb die App entfernt und/oder das Smartphone zurückgesetzt hat. Ein Kill Switch dagegen sollte immer funktionieren, unabhängig von Apps.

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