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Morgenmagazin vom Dienstag, 1. Juni 2021

01.06.2021 | 07:02 Uhr | Peter Müller

Mac Mini 2021: So soll der neue Desktop werden +++ Airpods Pro 2 nicht vor 2022 +++ iPad Mini und iPad ab 2022 mit OLED? +++ Apple plant weitere Stores +++ Google: Standort-Daten sind absichtlich schwer zu finden +++ Fitbit-Geräte sollen bald das Schnarchen überwachen +++ Grüne: Recht auf Home-Office geplant

1. Juni: Zug um Zug

Macwelt wünscht einen guten Morgen! Stoßseufzt man  "Kinder, wie die Zeit vergeht!" meint man da in der Regel keine Minderjährigen, sondern Personen gleichen Alters, die das gleiche Problem haben: Je älter man wird, umso schneller scheint die Zeit zu vergehen. Das liegt einerseits an einer inneren Uhr, die langsamer läuft (Was? Schon eine Minute vorbei? Habe doch erst 53 Sekunden gezählt!) und natürlich an steten Wiederholungen desselben: Ja, ist denn scho wieder WWDC?

Das hat natürlich Vorteile. Je schneller subjektiv die Zeit verstreicht, umso weniger schrecklich ist die Vorstellung, dass so eine Pandemie alles in allem drei bis fünf Jahre dauern könnte - für jüngere Menschen eine schier nicht überblickbar lange Zeit. Für ältere hingegen nur etwa der Zeitraum zwischen einer Euro und der nächsten, während die übernächste schon längst im Blick ist.

So staunten wir ein wenig beim Blick in den Kalender: Der Gotthard-Basistunnel ist jetzt seit fünf Jahren in Betrieb. Hatten die nicht erst gestern den ersten Zug durch den Tunnel geschickt, interessanterweise auf den Tag genau 234 Jahre nach der Eröffnung des alten Gotthardtunnels, etliche 100 Höhenmeter  näher an den Gipfeln? Der Basistunnel verkürzt die Fahrzeit von Zürich nach Mailand auf fünf Stunden, hieß es vor fünf Jahren in den Nachrichten immer wieder - und immer noch gab es keine Gelegenheit, von Mailand nach Zürich mit dem Zug zu reisen. Wobei für eine touristische Fahrt der Umweg über die hohen Pässe bestimmt spannender wäre, da  vergeht die Zeit dann auch wie im Zug.

Der nächste und größere Tunnel steht mit dem Brennerbasistunnel schon fast bereit, in elf Jahren soll es so weit sein, dass vorrangig Güterzüge den Alpenhauptkamm unterqueren, von Innsbruck bis Franzensfeste. Mit Glück könnte in Deutschland der Bau der Zulaufstrecken im Jahr 2032 tatsächlich beginnen, aber so wie die Zeit vergeht, ist das schon beinahe morgen. iOS 26 und macOS 23 klingen nun wirklich nicht nach ferner Zukunft.

Lesetipps für den Dienstag

Nächstes Jahr: Wo bleiben denn die Airpods 3 und die Airpods Pro 2? Nun hat Apple zu keiner Zeit derartige Gerätschaften angekündigt, weswegen man nicht von Verspätung sprechen kann. Fakt ist aber, dass die Airpods nach etwa zweieinhalb Jahren ein Update bekamen und daher allmählich für das nächste fällig werden und die Airpods Pro nach einem ähnlichen Zeitraum. Das wäre dann Anfang 2022 - und genau das behauptet auch ein Bericht von Mark Gurman auf Bloomberg. Vor dem kommenden Jahr werde es demnach keine zweite Generation der Airpods Pro geben, obwohl Apple diese für 2021 geplant hatte. Das Design werde sich leicht ändern, aber vor allem sollen neue Bewegungssensoren hinzukommen, die sich vor allem auf Fitness-Tracking konzentrierten. Denkbar wären etwa Pulsmesser, wie sie einige Konkurrenzprodukte in Earbuds anbieten. Unter Umständen werde Apple auch auf die Stiele verzichten und sich in der Gestaltung mehr anderen Inears annähern - während die Konkurrenz zunehmend auf das "Zahnbürstenkopfdesign" setzt …

Noch kleiner: Apples kleinster Mac, der Mac Mini, hat seit letzten Herbst deutlich Luft nach unten. Mit dem Umstieg auf Apple Silicon schrumpfte die Hauptplatine beträchtlich, auch die Lüfter konnten kleiner werden, weswegen im Gehäuse des Intel-Vorgängers jede Menge leerer Raum zu finden war - die Farbe hatte sich auch wieder von Spacegray zu Silber geändert. Jetzt steht nach den Berichten diverser Leaker das nächste Update an, Apple wolle den Mac Mini an die neue Chip-Architektur anpassen und ihn damit weiter schrumpfen - möglicherweise ist die Vorstellung nur noch eine Frage von Wochen. Alles, was man über den Mac Mini 2021 weiß, hat Michael Simon auf Macworld zusammengefasst.

Noch größer: Die Pandemie scheint abzuflauen, der Einzelhandel bekommt allmählich wieder eine Perspektive. Apple hat letzten Freitag in Rom auf dem Via del Corso einen weiteren Apple Store eröffnet und das soll nicht die letzte Erweiterung der Ladenkette sein, wie Apples Retail-Chefin Deirdre O'Brien der Funke Mediengruppe erklärte. Trotz des Booms des Online-Geschäfts der letzten Jahre - schon vor den zahlreichen Lockdowns - sei der Apple Store vor Ort weiterhin wichtig. Online könnten sich die Leute über Apple-Produkte informieren, in den Stores sie aber berühren und ausprobieren. Wann und wo Apple konkret die nächsten neuen Stores plant, lässt O'Brien offen.

Noch dunkler: Das iPad Pro 12,9'' ist das erste Apple-Produkt mit einem Mini-LED-Bildschirm. Dieser bietet ähnlich starke Kontraste wie OLED, ein Einbrenneffekt wie bei den selbstleuchtenden organischen Dioden ist aber nicht zu befürchten. Deshalb werde Apple die Technik auch weiterhin für Produktivprodukte wie eben das iPad Pro verwenden, Consumer-Produkte wie das iPad Mini sollen ab dem kommenden Jahr hingegen OLED-Bildschirme bekommen, berichtet das koreanische Branchenblatt ETNews. Kleinere und mittlere OLED-Displays hätten eine "zweite Wachstumsphase" erreicht, Samsung und LG stehen als Zulieferer bereit.

Von wegen unendlich: Mit dem heutigen 1. Juni ist die Unendlichkeit endlich geworden. Zumindest jene, die Google im Jahr 2015 versprochen hatte, was das Datenvolumen des Fotospeichers im Web betrifft. Ab sofort sind nur noch 15 GB Speicher frei, dabei ist aber zu beachten, dass die seit 2015 bis gestern bei Google hochgeladenen Fotos und Videos von der Beschränkung nicht betroffen sind - und der kostenlose Speicher immer noch dreimal so groß ist wie Apples lächerliche 5 GB Freiraum. Dennoch mag sich nun so mancher denken, ob Apples Serviceangebote nicht doch die bessere Option sind, vor allem im Bundle Apple One. Die Fotomediathek von Google zu Apple zu übertragen ist nicht besonders kompliziert, auch wenn mehr als ein Knopfdruck dafür notwendig ist. 9to5Mac hat eine detaillierte Anleitung.

Weitere Nachrichten:

Google: Standort-Daten sind absichtlich schwer zu finden

Im Rahmen eines Rechtsstreits zwischen Google und dem US-Bundesstaat Arizona, haben ungeschwärzte Dokumente in dieser Woche interessante Einblicke in die Praktiken des Internet-Konzerns gewährt. Die Dokumente zeigen, dass die Führungskräfte und Ingenieure im Unternehmen genau wussten, wie schwer es für Android-Nutzer ist, über ihre privaten Standort-Daten zu verfügen. Google sammelte Standortdaten den Angaben zufolge sogar weiter, wenn Nutzer die Location-Sharing-Dienste an mehreren Stellen deaktiviert hatten. Google habe zudem dafür gesorgt, dass diese Einstellungen schwer zu finden sind und übte Druck auf LG und andere Smartphone-Hersteller aus, diese Optionen in ihren Benutzeroberflächen ebenfalls zu verstecken.

Jack Menzel, ein ehemaliger Vizepräsident von Google Maps räumte während der Verhandlung ein, dass die einzige Möglichkeit, dass Google die Arbeits- und Heimadressen seiner Nutzer nicht habe herausfinden können, die Irreführung und Eingabe falscher Daten gewesen sei. Laut den Dokumenten, habe nicht einmal Jen Chai, ein Senior Product Manager für Location-Dienste, gewusst, wie die unterschiedlichen Privatsphäre-Einstellungen miteinander interagiert hätten. Weder Google noch LG wollten sich bislang zu den Dokumenten äußern.

Die ungeschwärzten Akten sind Teil eines Gerichtsprozesses in den USA. Google wurde im vergangenen Jahr von der Generalstaatsanwaltschaft des Bundesstaates Arizona wegen der illegalen Sammlung von Standortdaten bei Smartphone-Nutzern angeklagt, selbst wenn diese der Sammlung per Opt-Out nicht zugestimmt hatten.

Fitbit-Geräte sollen bald das Schnarchen überwachen

Mit den Fitness-Trackern und smarten Uhren von Fitbit lassen sich schon jetzt viele Gesundheitsaspekte des Trägers überwachen. Künftig soll eine Erkennung von Lärm und Schnarchgeräuschen hinzukommen. Schnarchen gehört nicht nur zu den Störfaktoren für den Partner, sondern kann auch Hinweise auf gesundheitliche Probleme geben. Hinweise auf die neue Funktion fanden sich in der Fitbit-App, die von 9to5 Google dekompiliert wurde. Konkret erfordert die Funktion ein im Gerät verbautes Mikrofon. Darüber kann der Tracker die Umgebungsgeräusche überwachen und potenzielles Schnarchen erkennen. Die Vorstellung, dass die gesamte Nacht per Mikrofon überwacht wird, könnte einige Nutzer jedoch verängstigen. 

Fitbit nennt die Funktion „Schnarch- und Geräuscherkennung“. Sie soll das eigene Schnarchen sowie das Schnarchen des Partners im Bett erkennen. Dazu würden Geräusche analysiert und nach Tönen untersucht, die speziell beim Schnarchen auftreten. Liegt ein Geräusch über dem Schwellenwert, so soll die automatische Schnarcherkennung starten. Ob das Schnarchen vom Besitzer des Geräts oder seinem Bettnachbarn kommt, kann die Funktion jedoch nicht genau erkennen. Auch der Akkuverbrauch dürfte durch das Zuschalten der Funktion deutlich steigen. Der Hersteller empfiehlt eine Aufladung von mindestens 40 Prozent vor dem Beginn der Nacht. Was genau Nutzer mit den gewonnenen Informationen anfangen sollen, bleibt offen. Möglicherweise sollte bei einer hohen Anzahl von Schnarchgeräuschen der Arzt kontaktiert werden, um größere Probleme auszuschließen. Noch steht die „Schnarch- und Geräuscherkennung“ von Fitbit nicht für alle Nutzer zur Verfügung. Auch eine offizielle Ankündigung des Herstellers steht noch aus.

 

Grüne: Recht auf Home-Office geplant

In ihrem Drei-Punkte-Plan zur Modernisierung der Arbeitswelt fordert Katrin Göring-Eckardt, Fraktionschefin der Grünen, nach der Corona-Pandemie ein Recht auf selbstbestimmtes, mobiles Arbeiten. Aktuell besteht bis Ende Juni noch eine Home-Office-Pflicht für Unternehmen. Die soll Göring-Eckardt zufolge nach dem Ende der Pandemie in ein Recht auf Home-Office umgewandelt werden.

Die Grünen-Fraktionschefin will Unternehmen unter anderem mit Investitionszuschüssen helfen, die Digitalisierung weiter voranzutreiben. So könnte etwa die Infrastruktur im ländlichen Raum gestärkt werden und Möglichkeiten für offene Gemeinschaftsbüros, sogenannte Coworking-Spaces, geschaffen werden. „Eine moderne Arbeitswelt sollte für geeignete Tätigkeiten ein Recht auf selbstbestimmtes, mobiles Arbeiten beinhalten, wobei die Inanspruchnahme jederzeit freiwillig und den Beschäftigten überlassen bleibt,“ heißt es laut der Funke Mediengruppe in dem Bericht. „Die Bundesregierung hat keine Rezepte für eine moderne Arbeitswelt. Nach der Krise einfach alles auf den Status quo zurückdrehen zu wollen, anstatt auf den Erfahrungen von Beschäftigten und Unternehmen aufzubauen, das ist ideenlos, kraftlos und rückständig. Um den Übergang in eine Zeit nach Corona zu gestalten, braucht es eine Zukunftsoffensive für die Arbeitswelt,“ erklärt Göring-Eckardt gegenüber der Funke Mediengruppe.

Die Wirtschaft hatte in den vergangenen Wochen gefordert, die durch Corona eingeführte Homeoffice-Pflicht frühzeitig aufzuheben. Bundesfinanzminister erteilte dieser Forderung jedoch eine entschiedene Absage. Für Beschäftigte im Büro soll die Arbeit im Home-Office wie geplant bis zum 30. Juni 2021 die Regel bleiben.

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