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Morgenmagazin vom Dienstag, 10. Januar 2017

10.01.2017 | 06:40 Uhr |

Schiller: "iPhone noch in 50 Jahren" +++ Kuo sieht drei neue iPads im Frühjahr +++ Yahoo wird zu Altaba, Meyer geht +++ Nokia meldet sich zurück: Mit dem Nokia 6 für 233 Euro +++ WhatsApp-Rekord: 63 Milliarden Nachrichten pro Tag +++ Gerücht: YouTube Red kommt nach Europa +++ Libratone-Lautsprecher Zipp bald auch in Nordic Black +++

10. Januar: Intel inside

Das Macwelt-Morgenmagazin wünscht einen Guten Morgen! Ob das Jahr 2017 besser wird als das Jahr 2016 sei dahingestellt. Vermutlich wird die Hoffnung auf eine friedlichere Welt wieder schwer enttäuscht, mit dem Attentat auf Besucher des Nachtclubs Reina in Istanbul hat das neue Jahr schon wieder so blutig angefangen wie das letzte endete. Dann ist es auch kein Trost, dass "Freund Hein" in den ersten Tagen nicht sein Werk fortgesetzt hat, das ihm 2016 anscheinend diebisches Vergnügen bereitete, nämlich den in den Sechzigern und Siebzigern Geborenen die Idole ihrer Jugend mit zu nehmen. Heute vor einem Jahr etwa starb David Bowie, nur zwei Tage nach seinem 69sten Geburtstag und der Veröffentlichung seines Abschiedswerks "Black Star" - das einige Kritiker auf ein noch besseres Album zum 70sten des Musikers hoffen ließ. An einigen Tracks soll Bowie bereits gearbeitet haben, mal sehen, ob jemand das Recht und den Mut hat, die Fragmente zu einem Werk zusammen zu setzen. Verzichtbar sind solche Alben in der Regel, das erst vier Jahre nach Freddie Mercury Tod veröffentlichte Queen-Album "Made in Heaven" ist ein solches Trauerspiel, Richard Wrights posthumes Auftreten auf Pink Floyds "The Endless River" mag man noch etwas wohlwollender hören.

Die Zeit schreitet aber voran, wir können nur die Erinnerung wach halten. Gestern war das etwa die an die Winterausgabe 2007 der auch nicht mehr vitalen Macworld Expo, heute blicken wir auf die Show vom 10. Januar 2006 in San Francisco zurück - wie in diesem Jahr ein Dienstag. Etwas mehr als ein halbes Jahr zuvor hatte Apple-CEO Steve Jobs auf der Entwicklerkonferenz WWDC verkündet, Apple wolle den Mac künftig mit Intel-Prozessoren ausstatten und binnen eines Jahres würden die ersten der neuen Rechner auf den Markt kommen - es ging dann weit schneller. Unter Mithilfe des Intel-CEOs Paul Otelini, der im sogenannten Bunny-Suit symbolisch den ersten Wafer mit Intel-Chips für den Mac auf die Bühne brachte, leitete Steve Jobs heute vor elf Jahren die Intel-Ära bei Apple ein.

Der erste neue Mac war eigentlich ein alter Bekannter, der iMac, den Apple erst ein paar Monate zuvor in einer aktualisierten Fassung mit G5-Chip herausgebracht hatte, bekam nun eine Core-CPU von Intel eingebaut und sonst kaum merkliche Änderungen. Die Software-Ingenieure in Cupertino hatten sich schon länger mit dem Thema beschäftigt und für den Paradigmenwechsel unauffällige, aber effektive Lösungen parat. Zwar war das Betriebssystem Mac-OS X 10.4.11 Tiger auf die neue Prozessorarchitektur angepasst, man konnte aber ohne Weiteres für den PPC optimierte Software weiterhin betreiben, wenn auch nicht mit höchster Leistung. Die Einbußen waren aber weit weniger gering und die Umstände weit weniger kompliziert als einige Jahre zuvor beim Umstieg vom klassischen Mac-Betriebssystem auf Mac-OS X. Auch damals war es möglich, "alte" Programme noch weiter zu nutzen, die "Classic-Umgebung" bremste die aber deutlich stärker aus, als der "Übersetzer" auf dem Intel-Mac, der "Rosetta" genannte Layer. Noch Jahre später - Rosetta lief bis einschließlich Mac-OS X 10.6.8 auf dem Mac und erst ab OS X 10.7 Lion nicht mehr - stellte man kaum einen Unterschied zwischen nativer Intel-Mac-Software und solcher für den PPC fest. Diese dritte Transition nach dem Wechsel vom 68k-Mac zum PPC und dem Umstieg auf Mac-OS X war die bei weitem unkomplizierteste. Man munkelt ja, Apple plane heimlich einen vierten großen Umzug, Macbooks könnten in Zukunft wie iPads und iPhones mit ARM-Chips ausgestattet werden - das ist aber eher unwahrscheinlich und steht im Jahr 2017 eher nicht auf dem Plan.

Und da war dann noch eine Sache, am 10. Januar vor elf Jahren: Einfach nur den Chip im iMac zu tauschen war Apple nicht genug, zur Beginn der Intel-Ära sollte es auch noch einen komplett neuen Rechner geben. Das war mit dem Macbook Pro der Fall, das das Powerbook nun in Rente schickte. Jenes Powerbook, für das IBM es auch nach vier Jahren nicht geschafft hatte, einen stromsparenden G5-Prozessor auf PPC-Basis zu entwickeln, was vermutlich einer der wichtigsten Gründe für den Wechsel zu Intel war. Das Macbook Pro war zwar auch nur auf dem zweiten Blick als "Intel-Inside" zu erkennen, doch wie heute beispielsweise Experten bei einem goldenen oder silbernen iPhone darauf schauen, ob es noch eine Klinkenbuchse hat oder schon ein 7er ist, war ein mittlerweile schon wieder auf das Apple-Abstellgleis geschobener Anschluss das offensichtlichste Distinktionsmerkmal: Mag Safe nannte Apple die Lösung, bei der das Ladekabel nur von Magneten an der Buchse gehalten wird und auf diese Art und Weise nicht mehr zur Stolperfalle werden konnte. Ein Jahr nach der Ankündigung des Intel-Switches war der Umstieg auch tatsächlich abgeschlossen und Apple hatte keinen PPC-Mac mehr im Angebot. Peter Müller

Lesetipps für den Dienstag:

Drei neue iPads: Der Analyst Ming-Chi Kuo von KGI Securities präzisiert seine Voraussagen hinsichtlich iPad im Jahr 2017. Demnach werde Apple schon im Frühjahr drei neue Modelle bringen: Ein Upgrade des iPad Pro mit 12,9 Zoll Bildschirmdiagonale, ein neues Modell mit 10 oder 10,5 Zoll und schmalen Rändern sowie eine preisgünstige 9,7-Zoll-Option. Die beiden größeren und hochwertigeren Geräte bekommen den Chip A10X, während das Basismodell mit einem A9 werde auskommen müssen. Während der A10X von TSMC gefertigt werde, beziehe Apple den A9 weiterhin von Samsung. Der iPad Mini bekomme in diesem Jahr keine Auffrischung. Wann genau Apple die Tablets zeigen und in den Handel bringen werde, darüber macht Kuo keine konkreten Aussagen.

Datenschatz : Der alternative Mitfahr-Dienst Uber will in den USA anonymisierte Daten über insgesamt zwei Milliarden Fahrten an die Verkehrsbehörden von 450 Städten aushändigen. Diese sollen aus den Daten Schlüsse ziehen können, welche Stadtteile Verbesserungen der Infrastruktur am nötigsten haben.

Das Beste kommt noch, I: Zum zehnten Geburtstag des iPhone hat sich gestern auch nochmals Apple-CEO Tim Cook geäußert. "Das iPhone nimmt einen bedeutenden Stellenwert im Leben unserer Kunden ein, und heute definiert es mehr denn je die Art und Weise, wie wir kommunizieren, uns unterhalten lassen, arbeiten und leben," erklärt Cook laut Macworld. Das iPhone habe den Standard für mobiles Computing schon in seiner ersten Dekade gesetzt – Apple habe aber gerade erst angefangen, das Beste komme noch. Wir wollen das mal gelassen abwarten...

Das Beste kommt noch, II: Etwas ausführlicher über die Geschichte des iPhone und seine Zukunft äußerte sich im Gespräch mit Backchannel Apples Marketing-SVP Phil Schiller. Noch in fünfzig Jahren werden die Leute demnach zurückblicken und erkennen, welche Innovationen Apple über die Jahre und Jahrzehnte implementiert haben wird. Wir werden gegebenenfalls im Januar 2067 darauf zurück kommen... Einen interessanten Einblick in die Historie der iPhone-Software gibt Schiller aber in dem Interview. Denn bei Apple habe es sehr wohl Diskussionen darüber gegeben, ob denn das iPhone nicht von Anfang an einen offenen Ansatz wie der Mac verfolgen und Software von Dritten zulassen sollte. Schlussendlich habe man sich aber für ein geschlossenes System à la iPod entschieden, da man fürchtete, anderweitig nicht rechtzeitig mit der Entwicklung fertig zu werden. Es sei aber klar gewesen, dass man das iPhone früher oder später öffnen werde.

Veränderungen: Im Juli 2016 hatte der Telekomprovider Verizon einen Vertrag zur Übernahme von Yahoo.com geschlossen, dessen Details nun allmählich publik werden. Wie Yahoo der Börsenaufsicht mitteilt, soll sich der Name in "Altaba" ändern und der Internetpionier zu einer Investmentfirma reduziert werden. Beteiligungen hält Altaba vor allem an Chinas Konzern Alibaba und dem japanischen Yahoo-Ableger. CEO Marissa Mayer und der Unternehmensmitbegründer David Filo werden Yahoo/Altaba verlassen, der Aufsichtsrat von elf auf fünf Personen verkleinert.

Nächste Beta: Auch in Cupertino ist alles nach der Weihnachtspause wieder an der Arbeit, Apple veröffentlichte gestern zunächst für registrierte Entwickler die dritte Beat-version von macOS 10.2.3. Über neue Funktionen ist weiterhin nichts bekannt, das Systemupdate wird vor allem Fehlerbereinigungen enthalten. Noch für heute dürfte auch mit einer Freigabe der dritten Beta für den öffentlichen Test zu rechnen sein.

Weitere Nachrichten:

Nokia meldet sich zurück: Mit dem Nokia 6 für 233 Euro

Das neu gegründete finnische Unternehmen HMD Global Oy (“HMD”) hat Anfang Dezember 2016 angekündigt, dass es im Jahr 2017 Smartphones unter dem Markennamen Nokia auf den Markt bringen will. Jetzt hat HMD Details zum ersten neuen Nokia-Smartphone veröffentlicht.

Das erste Nokia-Smartphone nach dem Neustart der Produktion heißt „Nokia 6“. Die Finnen verkaufen das Nokia 6 ausschließlich in China und zwar über JD.com. Das Nokia 6 kostet im chinesischen Online-Shop 1699 Yuan. Das sind umgerechnet knapp 233 Euro. Ein Verkauf in Deutschland ist derzeit nicht geplant. Als Begründung dafür, dass HMD sein Smartphone-Geschäft in China startet, nennen die Finnen die enorme Größe des chinesischen Smartphone-Marktes. Für 2017 rechnet HMD Global mit mehr als 593 Millionen Smartphone-Nutzern im Reich der Mitte.

Das Unibody-Gehäuse des Nokia 6 besteht aus Aluminium. Der IPS-Touchscreen ist 5,5 Zoll groß und löst mit Full-HD auf (1980x1080 Pixel). Dank 2.5D-Gorilla Glass sollte der Bildschirm robust sein. Ein Snapdragon-430-8-Kern-Prozessor von Qualcomm treibt das LTE-fähige Smartphone an. Dem Prozessor stehen 4 GB Arbeitsspeicher zur Verfügung. Der interne Speicher ist 64 GB groß. Der Smartphone-Besitzer kann ihn per microSD-Karte um bis zu 128 GB erweitern.

Die Hauptkamera (mit f/2.0-Blende) erstellt Aufnahmen mit 16 MP, die Fronkamera schafft 8 MP. Das Nokia 6 kann zwei SIM-Karten aufnehmen, es ist also ein Dual-SIM-Smartphone. Als SIM-Kartenformat kommt Nano-SIM zum Einsatz. Der Akku lässt sich nicht herausnehmen. Seine Kapazität gibt HMD mit 3000 mAh an. Der Aufladevorgang erfolgt über die micro-USB-Schnittstelle.

Zur weiteren Ausstattung gehören unter anderem Fingerabdrucksensor und Kopfhörerbuchse. Als Betriebssystem kommt Android 7.0 Nougat zum Einsatz. In der ersten Jahreshälfte 2017 sollen weitere Smartphones unter dem Markennamen Nokia folgen.

WhatsApp-Rekord: 63 Milliarden Nachrichten pro Tag

Der zu Facebook gehörende Messenger WhatsApp hat einen neuen Rekord zu vermelden: An nur einem Tag wurden laut Betreiber 63 Milliarden Nachrichten verschickt. Schaut man sich jedoch an, um welchen Tag es sich handelt, relativiert sich diese Riesenzahl etwas.

Betrachtet wurde nämlich ein 24-stündiges Zeitfenster rund um Silvester und Neujahr. In diesen feuchtfröhlichen Stunden wurde WhatsApp von Millionen Menschen genutzt, um Glückwünsche zum neu begonnenen Jahr zu übermitteln.

In den Rekord einberechnet wurden lediglich die verschickten Nachrichten. In diesen fanden sich laut Betreiber acht Milliarden Fotos und 2,4 Milliarden Videos. Insgesamt hat der Messenger weltweit über eine Milliarde Nutzer. Im April 2016 vermeldete Facebook, dass über das soziale Netzwerk sowie WhatsApp pro Tag 60 Milliarden Nachrichten verschickt werden.

Gerücht: YouTube Red kommt nach Europa

In den USA ist YouTubes kostenpflichtiger Abo-Dienst YouTube Red bereits seit Ende 2015 verfügbar. 2017 könnte das Angebot den Sprung über den großen Teich schaffen.

So will die britische Zeitung The Telegraph aus brancheninternen Quellen erfahren haben, dass Google mit mehreren Plattenfirmen derzeit über einen Launch von YouTube Red in Großbritannien verhandelt. Die Musikindustrie sei jedoch wenig erfreut, dass Künstler nach Aufrufen bezahlt werden sollen. Ob die Verhandlungen letztendlich erfolgreich sein werden, bleibt also abzuwarten. Eine offizielle Stellungnahme seitens Google steht derzeit noch aus.

YouTube Red ist ein kostenpflichtiger Abo-Dienst. Für eine monatliche Gebühr in Höhe von rund 10 US-Dollar bekommen Nutzer ein komplett werbefreies YouTube-Angebot sowie unbegrenzten Zugriff auf Google Play Music. Inhalte können außerdem im Offline-Modus auch ohne Internet-Verbindung angeschaut werden.

Libratone-Lautsprecher Zipp bald auch in Nordic Black

Airplay-Lautsprecher sind noch rar, zu den empfehlenswerten Vertretern gehört die Zipp-Baureihe von Libratone . Die neueste Version der WiFi-Lautsprecher-Serie Zipp Nordic Black bietet erstmals ein Gehäuse in Mattschwarz und einen Mesh-Bezug aus Graphite Grey. Ab März 2017 ist der WLAN-Lautsprecher zum Listenpreis von 299 Euro zu haben, die Versionen in Grün, Grau, Graphit und Rot bleiben weiter im Angebot. Eine Mini-Version sowie die Luxus-Edition "Copenhagen" sind ebenfalls verfügbar. Schon ab Januar 2017 ist außerdem eine neue Firmware für die Zipp-Geräte verfügbar, die unter anderem den direkten Zugriff auf Spotify-Playlists ermöglich, unterstützen die Lautsprecher doch Spotify Connect. Die Multi-Room-Lautsprecher der Zipp-Serie sind mit 1,5 kg Gewicht und 26 cm Höhe eher für den Inhouse-Gebracuht gedacht, unterstützt werden neben WLAN, DNLA (Windows/Android), Bluetooth und USB. Im letzten Macwelt-Test erhielt das Gerät hervorragende Testnoten .


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