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Morgenmagazin vom Dienstag, 10. März 2015

10.03.2015 | 07:01 Uhr |

Was heute wichtig wird: 10. März 2015 +++ Welche Fragen zur Apple Watch beantowrtet sind ind welche offen bleiben +++ iOS 8.2 schließt Sicherheitslücke FREAK, OS X noch nicht gefixed +++ Apple Watch: Überrollt Apple das Android-Lager? +++ Volkswagen CeBIT Navigator App lotst Messe-Besucher +++ Macbook mit USB C und teure Apple Watch +++ Eterni.me will Verstorbenen in 3D-Avataren virtuelles Leben verleihen

Was heute wichtig wird: 10. März 2015

Das Macwelt-Morgenmagazin wünscht einen Guten Morgen! Der Vorhand fällt und alle Fragen offen: Ganz so ratlos und betroffen lässt uns die gestrige Apple-Veranstaltung nicht zurück. Immerhin wissen wir jetzt, was das Vergnügen kostet. Ganz neue Erkenntnisse tun sich da auf: Ein Gliederarmband aus Stahl kann 500 Euro kosten, das haben wir vorher auch noch nicht gewusst. Was für Möglichkeiten Apps auf der Apple Watch bieten, konnten wir uns zwar schon zuvor ausmalen, Neues hat Apple nicht erzählt. Vielleicht nur, dass Apple Pay mittelfristig das Bezahlsystem der Wahl sein könnte. Bis aber in Deutschland Getränkeautomaten die Zuckerbrause auf ein Wedeln mit dem Handgelenk hergeben oder der Automat der Deutschen Bahn AG die Fahrkarte, werden wir uns noch viele Geldbörsen aus Kunstleder anschaffen und sie über die Jahre herunterrocken. Die entscheidende Frage hat Apple indes nicht geklärt: Warum soll man die Apple Watch kaufen? Oder, anders gefragt: Wer kauft die Apple Watch? Als Sportuhr mag sie interessante neue Funktionen bringen, die aber ohne gleichzeitig mitgeführtes iPhone ihre Qualitäten nicht ausspielen. Als alltagstaugliche Edelstahluhr kommt sie einem je nach Armband zwischen teuer und verdammt teuer zu stehen. Und wer wirklich das Geld für eine der goldenen Varianten hat - keine Sorge, davon gibt es genügend - wird nach ein, zwei oder drei Jahren ein veraltetes Stück Technik am Handgelenk tragen und kein Erbstück für mehrere Generationen. Auf einmal erscheint eine Rolex oder eine Patek Philippe sinnvoll - zumindest als Wertanlage.

Mit den Preisen für die Apple Watch - und denen für das Macbook und die überarbeiteten Macbook Air und Macbook Pro - hat Apple jedoch ein anderes Zeichen gesetzt: Die Produkte des Mac-Herstellers werden im Euroraum wieder teurer. Nach der schon länger anhaltenden Schwächephase des Euro ist das gewiss keine Überraschung und das gestern angekündigte Programm der EZB wird den Kurs eher weiter schwächen. Klar ist auch: Wer darauf spekuliert, dass er im Herbst einen besser ausgestatteten iMac oder Mac Mini zum gleichen Preis wie heute bekommt, der irrt. Apple wird auch für eine neue Desktop-Modellreihe die Preise in Euro erhöhen, immerhin geschieht das nicht im laufenden Betrieb, sondern erst bei Modellwechsel. Dennoch scheint es möglich, dass zumindest ein iMac-Modell noch günstiger in der Anschaffung bleibt als die zugegebenermaßen schicke Edelstahluhr mit Gliederarmband. Peter Müller

Lesetipps für heute Morgen:

Laufen mit der Apple Watch: Gestern auf der Keynote angekündigt, hat Apple den Blog des Top-Models der Neunziger Christy Turlington Burns nun veröffentlicht. Die Apple Watch soll sie auf ihrem Marathontraining begleiten und Fortschritte dokumentieren. Beim Halbmarathon am Kilimandscharo war die Uhr schon mal mit dabei.

Keine Gewissheit: Das erste wirklich neue Produkt seit 2010 könnte Apple einen weiteren gewaltigen Umsatzschub bringen und das Unternehmen bald eine Billion Dollar wert sein lassen. Oder die Apple Watch scheitert krachend und damit auch der Hersteller. Selten waren Marktbeobachter so ratlos bei ihren Vorhersagen.

Erster Blick auf das neue Macbook: Unsere Kollegen der Macworld hatten in San Francisco die Gelegenheit bereits Hand an das neue Macbook zu legen. Vor allem die Tastatur und das Trackpad begeistern.

iOS 8.2 schließt Sicherheitslücke FREAK: Nicht nur bringt iOS 8.2 Unterstützung für die Apple Watch - die außerhalb eines exklusiven Kreise jedoch noch keiner nutzen kann. Für die Allgemeinheit weit wichtiger sein dürfte das Schließen der erst in der letzten Woche aufgedeckten, aber schon seit zehn Jahren bestehenden Sicherheitslücke FREAK sein. iOS 8.2 erledigt diesen Job, uter OS X besteht sei aber weiterhin. Schon in dieser Woche sollte aber auch für das Mac-Betriebssystem Abhilfe erscheinen.

Apple Watch: Überrollt Apple das Android-Lager?

Heute sprechen alle Technik-Begeisterten nur von der Apple Watch. Über die noch offenen Fragen und die Konkurrenten aus dem Android-Lager. Denn heute wird Apple hoffentlich alle noch ausstehenden Details zu seiner ersten Smartwatch beantworten – in einem Event ab 18.00 Uhr MEZ , von dem wir via Live-Chat und umfassenden News berichten .

Rekordzahlen für die Apple Watch erwartet

Doch Markt-Analysten sind schon einen Schritt weiter. Sie spekulieren bereits über die vermutlichen Absatzzahlen der Apple Watch. Wie das taiwanische IT-Nachrichtenportal Digitimes berichtet, gehen Marktbeobachter davon aus, dass Apple von der Apple Watch (gemeint sind alle Größen und Ausführungen zusammen) im ersten Verkaufsquartal - vermutlich ab April 2015 - 4,8 Millionen Exemplare verkaufen könnte. Für das zweite Verkaufsquartal der Apple Watch rechnen die Analysten dann sogar mit rund neun Millionen verkauften Exemplaren.

Demütigung für Android

Zum Vergleich die Zahlen für die bisher verkauften Android-Smartwatches: Im gesamten Jahr 2014 wurden insgesamt nur rund 4,6 Millionen Wearables verkauft, unter denen die eigentlichten Smartwatches wiederum nur einen kleinen Teil einnehmen – gerade einmal 720.000 Android-Wear-Smartwatches sollen es laut Canalsys sein. Der größere Rest sind vor allem Fitness-Tracker wie der Fitbit One.

Produziert wird die Apple Watch von Quanta Computer, einem taiwanischen Unternehmen. Quanta fertigt seit langer Zeit unter anderem Notebooks und Tablets für verschiedene Weltmarken wie Acer, Apple, HP, Lenovo oder Sony. Laut Digitimes soll Quanta Computer der einzige Produzent der Apple Watch sein.

Volkswagen CeBIT Navigator App lotst Messe-Besucher

Sucht ein Nutzer eine Fahrt zum Messegelände, wertet die App laut Volkswagen die aktuelle Verkehrslage in Hannover aus und zeigt alle in der Nähe verfügbaren Verkehrsmittel an wie etwa das Carsharing-Angebot „Quicar" von Volkswagen oder Straßenbahnen und Busse. Anschließend soll der Nutzer die unterschiedlichen Routen sowie Fahrtdauer und Kosten der jeweiligen Verkehrsmittel direkt miteinander vergleichen können.

Weitere Funktionen der Mobilitäts-App sind Volkswagen zufolge Push-Nachrichten mit aktuellen Verkehrsinformationen und eine Speicherfunktion, die sich die genutzten Wege und Transportmittel merkt.

Die VW CeBIT Navigator App ist eine Entwicklung der Door2Door GmbH, basierend auf ihrer App "allryder". Die App wird anlässlich der Messe CeBIT 2015 für einen begrenzten Zeitraum von der Door2Door GmbH veröffentlicht. In Abstimmung mit der Volkswagen AG erhält die App ein Co-Branding der Marke Volkswagen.

Die „CeBIT Navigator App" von Volkswagen in Kooperation mit dem Start-up allryder steht ab sofort zum Download für die Betriebssysteme iOS und Android bereit.

Macbook mit USB C und teure Apple Watch

Wichtige Fragen zur Apple Watch sind nun geklärt. Ab dem 10. April wird man sie im Apple Store bewundern und bei Apple bestellen können, am 24. April kommt sie zur Auslieferung. Der Einstiegspreis bleibt bei 349 US-Dollar (399 Euro) für das kleinere der Sportmodelle - mit Plastikarmband und Aluminiumgehäuse, das 42-mm-Modell kostet 399 US-Dollar (449 Euro). Happiger die Preise für das Edelstahlmodell, das je nach Armband und Größe von 649 Euro bis 1249 Euro kosten wird. Die goldene Apple Watch Edition kostet ab 10.000 US-Dollar aufwärts und wird nur in ausgewählten Apple Stores zu haben sein. Erstmals macht Apple auch Angaben zur Akku-Laufzeit, bis zu 18 Stunden soll sie bei "normaler Nutzung" betragen. Entwickler hatten noch wenig zu zeigen, ihnen mangelte es zuletzt vor allem am Zugang zur Uhr. Immerhin zeigte Apple auch ein neues Macbook, das mit extrem flacher Bauweise und hoher Energieeffizienz neue Maßstäbe setzen soll. Am Rande noch interessant: HBO Now kommt exklusiv auf Apple Geräte und Apple will mit seinen Kunden Daten für die medizinische Forschung sammeln. Aber der Reihe nach.

Wachstumsmarkt China

China steht verstärkt in Apples Fokus, scheint der Image-Film zu Beginn der Veranstaltung sagen zu wollen, glückliche Kunden und Apple-Angestellte im roten T-Shirt bei der Eröffnung des jüngsten Apple Stores in Westlake/Hanzhou in China. "Absolut atemberaubend", freut sich Cook über die Architektur des neuen Flagship-Stores. 21 Stores hat Apple nun in Greater China (Volksrepublik China, Taiwan und Hongkong), allein sechs neue haben in den letzten sechs Wochen eröffnet. Weit mehr sollen folgen, 453 sind es nun weltweit, mit 120 Millionen Besuchern.

Alle Höhepunkte und Bilder der Keynote unter ticker.macwelt.de

Bevor Apples CEO Tim Cook jedoch auf Macbook und Apple Watch eigeht, geht es erst um das Apple TV, konkret um ein neues Angebot des Fernsehsenders HBO, das dessen CEO Richard Plepler näher erläutert. Ab April ist der Service HBO Now für 15 US-Dollar im Monat auf Apple TV, iPad und iPhone verfügbar. HBO hat mehrere populäre Serien im Angebot, besonders populär ist  Game of Thrones, das mit einer neuen Staffel aufwartet. Das Spektakuläre an HOB Now: Erstmals kann man HBO-Inhalte beziehen, ohne einen Vertrag bei einem Kabelprovider abzuschließen. Man benötigt nur noch ein Apple-Gerät, neben dem Apple TV isnd das konkret iPad und iPhone. Apple erleichtert den Zugang mit einer Preissenkung für das Apple TV, das nur noch 69 US-Dollar statt 99 US-Dollar kosten wird.

iPhone ist Nummer Eins

Wie schon in der letzten Woche berichtet, ist das iPhone das meistverkaufte Smartphone des Marktes, iPhone 6 und iPhone 6 Plus haben nochmals einen deutlichen Zuwachs gebracht. Insgesamt hat Apple nun 700 Millionen iPhones verkauft. Mit der jüngsten Iteration kam Apple Pay als neuer Service hinzu, der in den USA (nur dort verfügbar) immer populärer wird. Nicht nur springen immer mehr Banken auf, der Konzern Coca-Cola hat 40.000 Getränkeautomaten mit einem Terminal für Apple Pay ausgestattet. Car Play soll nun jeder große Kraftfahrzeughersteller anbieten, als wichtigste Neuerung der letzten Monate sieht Cook jedoch in Healthkit, für das nun schon 900 Apps zur Verfügung stehen. Healthkit könnte immer wichtiger in der medizinischen Forschung werden, mit Datensammlungen der Healthkit benutzenden Patienten.

Researchkit ergänzt Healthkit

Das Researchkit soll nicht nur Patienten bei ihrer Therapie helfen, sondern allgemein Daten über den Gesundheitszustand erheben und große Datensammlungen ermöglichen. Die Vermessung der Generation iPhone als Mittel zum Zweck des medizinischen Fortschritts: Mit diversen Universitäten und Forschungseinrichtungen will Apple bei der Entwicklung des Reseachkits zusammengearbeitet haben, erklärt COO Jeff Williams. Ist der Anwender damit einverstanden, kann er sein iPhone als Diagnosegerät benutzen und damit etwa sein Reaktionsvermögen oder seinen Gleichgewichtssinn vermessen. Das ist etwa für Parkinson-Patienten wichtig, die vom iPhone und angeschlossenen Sensoren erhobenen Daten helfen bei der Diagnose und Medizinern dabei bei der Therapie. Auch bei Asthma und Brustkrebs soll das Researchkit helfen. Williams verspricht, der Anwender entscheide ganz alleine, welche der Apps er benutzt, Apple werde die gesammelten Daten niemals zu Gesicht bekommen. Medizinischer Fortschritt mit Big Data, mit Unterstützung von bis zu 700 Millionen iPhone-Nutzern. Anders als etwa Car Play oder das Homekit ist das Researchkit jedoch quelloffen und ab nächsten Monaten für alle verfügbar, die ersten sechs Apps dafür gibt es schon heute.

Neues Macbook mit USB C

Während der Markt für Notebooks geschrumpft ist, legte Apple in den letzten Jahren um über 20 Prozent zu, Macbooks sehe man nun überall, freut sich Tim Cook und kündigt nicht weniger als die Neuerfindung des Notebooks an. Das neue Macbook heißt einfach nur "Macbook", ist 24 Prozent dünner (13,1 Millimeter an der dicksten Stelle) als das bisherige Macbook Air und ist in drei Farben zu haben: Spacegray, silber und gold. Die Tastatur in voller Größe bietet einen neuen Mechanismus für die Tasten: Schmetterling statt Schere, Tasten, die man nur am Rand erwischt, erzeugen weniger Fehler und bleiben über die Jahre über stabiler. Das Display ist Retina, 12 Zoll. Das Trackpad reagiert wie auch die Apple Watch auf die Stärke der Eingabe: Force Touch. Die Geste Force-Click führt etwa von einem markierten Wort zu einem Wikipedia-Eintrag oder eine Adresse zu einer Karte. Auch eine Vorschau einer Datei lässt sich damit erhalten. Und je stärker man auf das Trackpad drückt, umso schneller läuft etwa der schnelle Vorlauf in einem Film. Zudem kommt das neue Macbook ohne Lüfter aus, das Logicboard mit einem Intel Core M ist 67 Prozent kleiner und verspricht nur noch eine Leistungsaufnahme von 5 Watt. Den eingesparten Platz füllt Apple mit Akkus auf, die speziell an die Geometrie des Gehäuses angepasst sind – so wird jeder Platz ausgefüllt. "All day battery-life" sei das Resultat, etwa für zehn Stunden iTunes-Wiedergabe soll eine Akkuladung reichen. Neben den drahtlosen Schnittstellen WLAN 802.11ac und Bluetooth LE kommt das Macbook mit nur einem einzigen Port aus: USB C überträgt Daten, steuert Monitore an und lässt auch das Aufladen der Akkus zu. Umweltfreundlich ist das Macbook noch dazu, betont Apples Marketingchef Phil Schiller. Es handle sich vor allem um das energieeffizienteste Notebook auf dem Markt. Das Gewicht gibt Apple mit weniger als einem Kilogramm an. 1.449 Euro kostet die Basisversion mit 8 GB RAM und 256 GB SSD, 1.799  kostet das Macbook mit 512 GB SSD, erhältlich ab dem 10. April. Interessant: Apple rechnet US-Dollar bei neuen Geräten zu Euro nicht mehr 1:1 um. Upgrades bekommen auch Macbook Air und Macbook Pro, letzteres etwa das Force-Touch-Trackpad.

Neues zur Apple Watch

"Man kann Telefonate auf der Uhr beantworten. Auf das habe ich gewartet, seit ich fünf Jahre alt bin," freut sich Tim Cook über die Apple Watch, das "persönlichste Gerät, das wir je gemacht haben." Sie bringe ganz neue Dimensionen der Zeitanzeige, bei der man sogar den eigenen Puls auf den Bildschirm bringen kann. Apple-Watch-Nutzer können sich untereinander direkt verständigen, als Fitnessgerät erreiche die Apple Watch ein neues Niveau. So erinnere die Apple Watch ihre Träger auch daran, wenn diese zulange sitzen würden. Das ist soweit nichts Neues, ein halbes Jahr nach der ersten Präsentation, bevor die Präsentatio zu einer bloßen Wiederholung altbekantner Tatsachen wird, holt Tim Cook das ehemlaige Top-Model Christie Turlington Burns auf die Bühne. Die heutige Gesundheitsbotschafterin und Menschenrechtsaktivistinktivistin hatte im letzten halben Jahr eine Apple Watch benutzt un dihr Training und ihren Alltag integriert. Ihr von der Apple Watch gesteuertes Marathon-Training legt Turlington in einem Blog ab sofort auf der Apple Website offen.

Die Apple Watch soll aber nicht nur ein Gerät zur Kommunikation und Zeitanzeige sein und Gesundheitsdaten sammeln und darstellen, sondern mit Hilfe von Apps, an denen Entwickler seit November werkeln, zahlreiche Informationen auf das Handgelenk bringen. Spielstände der Champions League, aktuelle Börsenkurse, die wichtigsten Nachrichten und social streams. Diese Kurzinformationen nennt Apple "glances". Dank Siri stellt die Apple Watch schnell und akkurat die wichtigsten Informationen dar: "Hey Siri, wie wird das Wetter für den Rest der Woche". Viel war gleichwohl von Entwicklern nicht zu sehen, die sich in den vergangenen Wochen und Monaten über mangelnden Zugang zur Apple Watch und Problemen mit der Entwicklungsumgebung beklagten. Stattdessen führte ein Apple-Mitarbeiter in einer sehr an der Theorie angelegten Präsentation vor, wie die Apple Watch auf Reisen hilft. Etwa als Navigations- und Kommunikationsgerät, als Zahlungsmittel, als Boardingpass, als Hotelschlüssel, ja sogar als Fernsteuerung für das Heim. Welche Entwickler aber nun genau welche Apps zu welchem Zeitpunkt in den Store bringen, bleibt weiter rätselhaft.

Die mit iOS 8.2 (ab heute zum Download)  ausgelieferte Companion-App für die Apple Watch führt Benutzer direkt zu den im Apple Store erhältlichen Apps. Der Akku soll laut Apple einen ganzen Tag lang die Uhr mit Energie versorgen, bei "normaler Benutzung" seien das 18 Stunden, das Ladegerät lädt über Induktion den Akku auf. Cook versäumte es zu definieren, was denn "normale Nutzung" sei, dauerhaft als Sportgerät im Einsatz oder permanentes Kommunikations- und Informationsschnittstelle, dürfte der Akku eher leer sein.

Wie bekannt, teilt Apple die Apple Watch in drei Modellreihen auf. Die Sport-Uhr in eloxiertem Aluminium kostet 349 US-Dollar in der 38-mm-Version und 399 US-Dollar in der 42-mm-Fassung. Die mittlere Reihe bringt ein Edelstahlgehäuse: Wie das Aluminium ist auch der Edelstahl nicht einfach Metall, wie Apple in zwei ausführlichen Imagevideos zeigt, die das Publikum im Yerba Buena center mehr langweilten als begeisterten. Die Preise: Von 549 bis 1049 US-Dollar, je nach Armband für das 38-mm-Modell, die größere Apple Watch kostet 50 US-Dollar mehr. Die Apple Watch Edition kostet dann ab 10.000 US-Dollar und ist nur in ausgewählten Stores zu haben. Stille im Saal. Da fehlen die Worte. Vorbestellen und im Apple Store bewundern kann man die Dinger ab dem 10. April, dem Freitag nach Ostern. Auch in Deutschland ist die Apple Watch dann zwei Wochen später verfügbar, ab dem 24. April. Mit langen Schlangen vor den Apple Stores ist bei diesen Preisen eher nicht zu rechnen. Weitere Details zur Apple Watch lesen Sie hier

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Apple Watch: Alle technischen Details

Eterni.me will Verstorbenen in 3D-Avataren virtuelles Leben verleihen

Eterni.me will alle zugänglichen Informationen über einen Kunden sammeln und zur Auswertung nach eigener Auskunft komplexe Algorithmen nutzen. Damit möchte man per Software ein persönliches Abbild, einen Avatar generieren, der nach dem Tod die Persönlichkeit des Verstorbenen simuliert und mit Angehörigen oder Freunden interagieren kann. In diesem gewissermaßen persönlichen Gespräch soll das digitale Abbild sogar Informationen und Ratschläge an die Familie oder andere Gesprächspartner offerieren können. Noch ist die Seite im Aufbau, später möchte man die Dienste im Abonnement anbieten.

Sehr aufschlussreich sind dabei die Informationen und Aussagen der Entwickler. Demnach haben sich schon über 28000 Personen für einen Account beworben, noch im April will man eine erste öffentliche Beta für die ersten 100 Nutzer freischalten, bis Ende 2015 sollen alle bisher angemeldeten Interessenten daran teilnehmen können. Die monatliche Gebühr soll bis zum Tod eines Kunden erhoben werden, Eterni.me will außerdem möglichst vollen Zugang zu privaten Erinnerungen, Äußerungen aus sozialen Netzwerken und in E-Mails erhalten. Darauf basierend erstellt der Dienst einen 3D-Avatar, der dem Verstorbenen in Aussehen, Stimme und sogar Persönlichkeit entsprechen soll, so dass man sich mit diesem auch nach dem Tod per Chat oder über eine Sprachfunktion unterhalten kann.

Der Nutzer selbst soll entscheiden, welche Informationen er Eterni.me tatsächlich zugänglich macht. Je freizügiger er damit umgeht, desto realistischer soll der Avatar am Ende werden.

Die Entwickler machen sich durchaus auch Gedanken über Datenschutz und Ethik oder über die Frage, wie stark die Identität des Avatars dem realen Vorbild entsprechen könnte. Im Prinzip lasse sich der Service eher mit einem interaktiven Archiv als einer digitalen Gleichsetzung mit der verstorbenen Person vergleichen.

Wenn man so will, gibt es bereits das Computerspiel zum Thema. Kürzlich wurde das Horror-Adventure ”Master Reboot” ( das es auch für den Mac gibt ) veröffentlicht. Dort gibt es eine so genannte ”Soul Cloud”, in der Verstorbene ihre digitalen Persönlichkeiten mit Erinnerungen gespeichert haben. Leider gibt es einen vorsätzlichen Crash und ein Datenleck, so dass die Avatare dort nochmals ”sterben” oder doch in ihrer virtuellen Existenz gefährdet sind. Auch wenn das noch rein fiktiv ist, klar dürfte sein, dass je komplexer und realistischer eine solche ”Seelen-Cloud” wird, die üblichen digitalen Gefahren durch Serverprobleme, Datenklau und gezielte Attacken auf Struktur und Inhalte solcher Dienste nicht ausbleiben dürften. Abgesehen davon bleibt es auch persönlich spannend, diese Entwicklung in der Realität so wie jetzt bei Eterni.me weiter zu verfolgen. Denn was heute noch wie ein Märchen klingt, kann bekanntlich morgen schon Wirklichkeit sein…

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