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Morgenmagazin vom Dienstag, 10. September 2019

10.09.2019 | 06:58 Uhr |

Verstöße bei Foxconn: Apple weist Vorwürfe zurück +++ Neuer iPhone-Coprozessor "Rose" +++ Wie Apple für das nächste Top-iPhone 2400 Dollar verlangen könnte +++ Neuer E-Scooter mit Wechselakku von Trekstor +++ Tesla: E-Pickup wird frühestens im November enthüllt +++ Digitales Radio: Nutzung von DAB+ nimmt rasant weiter zu +++ iPhone-Keynote: Was wir schon heute wissen – und was nicht

10. September: Auf geht's!

Wir wünschen allseits Guten Morgen! Gehen wir es heute Morgen an dieser Stelle mal etwas entspannt an, der Tag heute wird aufregend genug: Keynote im Steve-Jobs-Theater zu Cupertino. Was wir heute erfahren werden, und was eher nicht, lesen Sie weiter unten.

Klar, es ist schon viel in den letzten Wochen bekannt geworden, auch an dieser Stelle haben wir darüber berichtet. Details bleiben offen, da sind wir auch auf die ein oder andere Überraschung gefasst. Aber so etwas wie ein "One more thing", mit dem keiner rechnet, das können wir im Prinzip ausschließen. Apple hat zuletzt mit solchen Geschichten weniger gute Erfahrungen gemacht. Sicher, die Apple Watch hatte am 9. September 2014, gestern vor fünf Jahren, erstmals das Licht der Öffentlichkeit erblickt - als "One more thing". Doch war das seinerzeit keine große Überraschung, es waren nur die Details noch nicht ganz klar. Wie würde die Uhr funktionieren, was würde sie leisten, wie positioniert sie sich im Markt? Apple hatte seinerzeit auch noch nicht den rechten Plan und war der irrigen Annahme, dass man auch ein goldenes Modell zum Preis von 18.000 Euro (inklusive Leder/Gold-Armband) in ausgesuchten Apple Stores an besondere Kunden würde verkaufen können.

Das hatte uns vor fünf Jahren rund um die Keynote gewisses Kopfzerbrechen bereitet: Wie vermeidet man, dass die goldene Uhr nach 12 oder 18 Monaten ein Stück sehr teurer Elektroschrott sein würde? Könne man die Innereien irgendwie austauschen und sei es der Akku? Die Antwort lautete im September 2014 und ein halbes Jahr danach, als die Uhr endlich in den Handel kam: Nein, warum auch? So dürften die paar wenigen goldenen Uhren, die Apple verkauft hat, nutzlos in irgendwelchen Vitrinen vor sich hinstauben. Wenigstens kann man das Armband auch noch an den heute verkauften Modellen verwenden.

Die Apple Watch hat sich indes als Gesundheitsgerät gemausert, die ein oder andere neue und sinnvolle Funktion wird heute hinzu kommen, siehe unten. Aber ein "One more thing" ist das nicht.

Vor zwei Jahren bei der Vorstellung der iPhone 8, 8 Plus und X hatte Apple zum Ende der Keynote noch ein schickes Gerät präsentiert, das aus damaliger Sicht nur sechs, aber höchstens zwölf Monate von der Markteinführung entfernt war: Die Ladematte AirPower. Zu früh, zu ambitioniert. Wie wir wissen, konnte Apple die technischen Probleme nicht lösen und hat im Frühsommer 2019 das Projekt auch offiziell aufgegeben. So bald wird das nicht nochmal passieren, dass Tim Cook ein halbfertiges Produkt zeigt, schon gleich gar nicht als Highlight. Mit der Apple Watch hatte das ja wunderbar geklappt, auch das iPhone brauchte von Vorstellung bis Erstverkaufstag noch ein gutes halbes Jahr, das als iTV erstmals präsentierte Apple TV war noch ähnlich weit von seiner Markteinführung entfernt.

Gut möglich, dass Apple irgendwo ein vielversprechendes Produkt fast fertig hat, das man doch gerne stolz vorzeigen würde. Nur wird das heute eben nicht geschehen. Die Zeiten von "one more thing" sind Geschichte. Peter Müller

Lesetipps für den Dienstag:

Dementi: Apple weist Berichte des chinesischen Watchdogs China Labor Watch, nachdem es in den Foxconn-Fabriken, in denen Arbeiter iPhones fertigen, zu massiven Verletzungen des Arbeitsrechts komme. "Wir haben bestätigt, dass alle Arbeiter angemessen entlohnt werden, einschließlich aller Überstundenlöhne und Zuschläge, dass alle Überstunden freiwillig waren und es keine Anzeichen von Zwangsarbeit gab," heißt es in einem Statement. Apple räumt jedoch ein, dass der Anteil der Zeitarbeiter die "Standards übertrffe" - nach chinesischem Recht dürfen nicht mehr als zehn Prozent der Mitarbeiter befristet beschäftigt sein,  China Labor Watch spricht von einer Rate von 50 Prozent - in seinem Statement nennt Apple keine konkreten Zahlen.

Das jüngste Gerücht: Nur noch wenige Stunden - dann wissen wir mehr über das iPhone 11. Kurz vor Toreschluss packt Macrumors nun die neueste Spekulation aus: In einem internen Build von iOS 13 habe man Hinweise auf einen neuen Co-Prozessor gefunden, der dort als "Rose" oder "R1" bezeichnet werde - womöglich passt Apple den finalen Namen noch an die Nomenklatur des Hauptprozessors an und nennt den unterstützenden Chip R13. Rose werde im Wesentlichen die Aufgaben des Co-Prozessors der M-Serie übernehmen und dem iPhone dabei helfen, seine Orientierung im Raum zu vermessen, mit den Daten von Prozessoren wie Accelerometern, Gyroskopen, Kompass, Barometer und Mikrofon. Mit diese Berechnungen werde die CPU nicht belastet. An Sensordaten kommen bei dem R1 (oder R13) noch solche einer inertialen Messeinheit (IMU) hinzu sowie Daten von Bluetooth 5.1, Ultrawideband und der Kamera. Damit soll der Prozessor auch Aufgaben für AR übernehmen und die Suche nach Apple-Tags, jene Tile-artigen Anhänger, die heute Abend vermutlich auch vorgestellt werden.

Angepasst: Apple muss sich in diversen Kartellprozessen des Vorwurfs erwehren, im App Store seine eigenen Anwendungen gegenüber der der Konkurrenz vorzuziehen, auch wenn diese weniger populär sind. Laut New York Times passt Apple seine Suchalgorithmen an, um diesen Vorwürfen zu begegnen, dennoch landen Apple-Apps bei manchen allgemeinen Suchen noch weit vor der Konkurrenz. Dass diese vorhanden ist, das ist die eine Sache, diese Apps auch zu finden, eine andere. Gegenüber der New York Times erklärt Apple unter anderem, Treffer von Anbietern zu gruppieren, so dass auch selten gebräuchliche Apple-Angebote in einem Cluster ganz oben in den Suchergebnissen landeten. Im Juli habe man Anpassungen vorgenommen, die jedoch das Problem noch nicht ganz behoben haben, wie Apples Phil Schiller und Eddy Cue einräumen.

Musik liegt in der Luft: Apple Music benötigt im Gegensatz zu Spotify eine Client-Software, diese gibt es aber auch schon längst für Android. Wobei: Die Zeiten sind bald vorbei, testet Apple doch unter beta.music.apple.com eine Web-Version seines Dienstes, die Apple Music auf noch viel mehr Geräte bringen wird. MacMost hat sich die Beta-Site genauer angesehen und präsentiert diese in einem Video ausführlich.

Schöne Erinnerungen : Apple verbessert alljährlich nicht nur die Betriebssysteme seiner Produkte, sondern auch die Apps, die in der Regel auf mehreren, wenn nicht gar allen Produktkategorien laufen. In diesem Jahr ist mit iOS 13, iPadOS 13, macOS 1.15 Catalina und watchOS 6 die Renovierung der App "Erinnerungen" angesagt - das war auch allerhöchste Zeit. Bisher war die Anwendung nichts Halbes und nichts Ganzes, meist kam sie ins Spiel, wenn man Siri dazu aufforderte, an etwas zu erinnern. Aber die Aufgabenverwaltungen, Task-Manager und Reminder anderer Hersteller waren funktionaler. Nur brauchte man auch gerne mehrere, für unterschiedliche Geräte und Zwecke. Im Herbst wird damit Schluss sein, meint Leif Johnson, nachdem er sich die neue App "Erinnerungen" angesehen hat. Gruppen von Listen sind nun möglich, allmorgendliche Erinnerungen mit dem Tagesprogramm oder auch Checklisten. Und das alles Geräte übergreifend: Auf Macworld stellt Leif Johnson ausführlich die neuen Möglichkeiten vor.

Weitere Nachrichten:

Wie Apple für das nächste Top-iPhone 2400 Dollar verlangen könnte

Als das iPhone X für 1000 Dollar auf dem Markt kam, waren viele über diesen hohen Preis empört, nach Meinung von Marktforschern könnte Apple aber noch weit höhere Preise verlangen. Simon-Kucher & Partners haben dazu 10250 repräsentative iPhone-Käufer befragt, welche Preise sie für die kommenden Modelle von 2019 zahlen würden. Für die kommenden Modelle werden zwar keine steigenden Preise erwartet, die Marktforscher wollten aber die Bereitschaft der iPhone-Kunden überprüfen.

Das Ergebnis: Bis zu zehn Prozent der Befragten wären bereit, mehr als 2000 US-Dollar für ein neues Top-Modell zu bezahlen, 15 Prozent zumindest 1800 US-Dollar. Das ist deutlich mehr als Apple aktuell für das Topmodell XS Max verlangt – in den USA 1549 Dollar. Diese hohe Zahlungsbereitschaft überrascht, es gibt aber eine bedeutsame Einschränkung zu beobachten: Die Umfrage unterschied zwischen dem sofortigen Kauf und einer monatlichen Zahlung. Nur Befragte, die ihr iPhone über eine monatliche Zahlung erwerben wollen, waren bereit, für ein Top-iPhone über zwei Jahre mehr als 99 Dollar pro Monat zu bezahlen: insgesamt 2400 Dollar. Von den Befragten, die ihr iPhone sofort bezahlen wollten, war dagegen nur ein Prozent bereit, mehr als 1999 Dollar zu zahlen – ein bekanntes Phänomen.

Die Autoren der Studie kommen deshalb zum Ergebnis, dass die meisten Käufer weit auf ihre monatliche Kosten als an die Gesamtkosten denken. Apple könne deshalb relativ leicht höhere Preise durchsetzen, wenn das Unternehmen auf bestimmte psychologische Widerstände achtet: Diese liegen bei 69,99 Dollar, dann bei 99,99 Dollar. Aktuell verlangt Apple maximal 60,99 Dollar pro Monat.

Offensichtlich gibt es ein kleines Kundensegment, das fast jeden Preis für ein Top-iPhone zahlen würde. Sind höhere Preise aber auch sinnvoll? Mit steigenden Preisen sinkt schließlich auch die Kaufbereitschaft und ein Käufer wählt ein günstigeres Modell, beispielsweise das iPhone 8 statt dem XS. Grundsätzlich ist aber laut der Studie Apples aktuelle Preisgestaltung bereits optimal, um den maximalen Umsatz mit den iPhones zu erzielen. Laut Rechnung der Marktforscher würden höhere Preise aber den Gewinn Apples erhöhen: Hebt Apple die Preise um 50 Prozent an, sinke der iPhone-Umsatz um drei Prozent, bei einer Anhebung um 100 Dollar um fünf Prozent und bei 200 Dollar Preisanstieg um neun Prozent – die verkauften Stückzahlen würden nämlich laut Studie um neun, 15 und 25 Prozent sinken. Durch die höheren Gewinnmargen der teuren Modelle könnte Apple aber trotzdem Gewinn machen – vorausgesetzt allerdings, die vor den teuren Top-Modellen zurückschreckenden Kunden würden ein günstigeres iPhone-Modell wählen und nicht zur Konkurrenz wechseln.

Unsere Meinung: Die Studie wirkt fundiert, allerdings hat sie eine Schwäche: Sie basiert komplett auf dem iPhone treu ergebenen US-Kunden und den US-Preisen und Preispunkten. Apple ist stark auf ausländische Kunden angewiesen, nicht zuletzt China und die EU, wo Android-Smartphones sehr beliebt sind. Der Trend zu monatlichen Kosten ist aber wohl unvermeidbar. Im Unterschied zu US-Kunden sind deutsche Kunden noch wenig an monatliche Gebühren oder Mietmodelle gewöhnt. Allerdings greifen auch in Deutschland Branchen wie Autohersteller immer öfter bereits zum gleichen Preis-Trick und nennen statt Verkaufspreisen monatliche Finanzierungskosten oder Leasingraten.

Was die Studie übersieht: Der Maximalpreis für ein iPhone XS Max liegt eigentlich bereits über 60,99 Dollar. Erwirbt man ein iPhone im Rahmen des iPhone Upgrade Program, zahlt man in den USA 68,66 Dollar im Jahr – bereits knapp an dem von der Studie genannten Preispunkt von 69,99 Dollar. Offensichtlich scheint Apple diese Preispunkte bereits zu kennen und auch zu berücksichtigen.

Neuer E-Scooter mit Wechselakku von Trekstor

Das deutsche Hardware-Unternehmen Trekstor aus Bensheim dürfte vielen Nutzern durch externe Festplatten oder USB-Sticks schon ein Begriff sein. Nun stellt Trekstor mit dem EG40610 einen kleinen E-Scooter vor, dessen Akku sich zum Laden herausnehmen lässt. Eine Straßenzulassung für Deutschland hat der E-Scooter dank zweier Bremsen ebenfalls. Der für den Antrieb des 350 Watt starken Motors zuständige Akku kann getauscht werden. So lässt sich der Energiespeicher bequem in der Wohnung oder auf Arbeit aufladen, der eigentliche Roller kann dabei im Hausflur oder anderswo verbleiben.

Trekstor gibt für den EG40610 eine Reichweite von 20 Kilometern an. Gemessen wurde dieser Wert auf einer trockenen Fahrbahn auf Asphalt ohne Steigung. Das Aufladen soll in 4,5 Stunden abgeschlossen sein. Fahrer dürfen bis zu 120 Kilogramm wiegen. Inklusive Akku wiegt der E-Scooter selbst 14,2 Kilogramm. Im Handel wird der EG40610 von Trekstor ab Ende Oktober erhältlich sein. Der Preis liegt hierzulande bei 600 Euro.

Wer etwas günstiger in die Welt der E-Scooter einsteigen möchte, sollte sich den Trekstor EG3078 für 500 Euro anschauen. Hier fehlt zwar der herausnehmbare Akku, die Reichweite fällt mit 25 Kilometern aber etwas höher aus. Beim Gewicht gibt es hingegen keinen Unterschied. Nur die Gummireifen fallen mit 8,5 Zoll kleiner aus als beim  EG40610, der auf 10 Zoll großen Luftreifen steht.

Tesla: E-Pickup wird frühestens im November enthüllt

Wie Tesla-CEO Elon Musk am Wochenende über Twitter bestätigte , wird die offizielle Enthüllung des ersten E-Pickup-Trucks von Tesla voraussichtlich frühestens im November stattfinden. Ursprünglich war die Vorstellung des laut Musk „coolsten Autos, das er je gesehen hat“ bereits im Zeitraum von Sommer bis Oktober erwartet worden. Auf die Frage eines Followers reagierte Musk nun beim Micro-Blogging-Dienst mit einer Verschiebung auf die Winter-Monate.

Bis auf ein erstes Konzept-Bild, das im Rahmen der Tesla-Semi-Enthüllung 2017 gezeigt wurde, sowie einem weiteren Teaser-Bild, das Musk im Mai über Twitter veröffentlichte, ist zum E-Pickup von Tesla bislang wenig bekannt. Im Interview mit Kara Swisher von Recode erklärte Musk im vergangenen Jahr, dass das Design des neuen Fahrzeugs an einen futuristischen Cyberpunk-Pickup-Truck erinnern soll, der direkt dem dystopischen Science-Fiction-Klassiker Blade Runner entsprungen sein könnte. Tesla-Fans sollten sich auf etwas „Unglaubliches“ vorbereiten.

Ob sich das Tesla-Herzensprojekt gut verkauft, ist Musk eigenen Aussagen zufolge egal. Wenn der Cyberpunk-Truck bei den Kunden nicht gut ankommt, will er einfach in Zukunft ein konventionelleres Modell nachreichen.

Digitales Radio: Nutzung von DAB+ nimmt rasant weiter zu

Ein auffällig starkes Wachstum gibt es bei der Verbreitung des digital-terrestrischen Radiostandards DAB+. Dem am Montag auf der IFA 2019 in Berlin veröffentlichten „Digitalisierungsbericht der Medienanstalten 2019“ zufolge stieg die Anzahl der Haushalte mit DAB+ von 17 Prozent im Jahr 2018 auf 22,7 Prozent im Jahr 2019, was einer relativen Zunahme von immerhin 34 Prozent entspricht. Ermittelt wurden alle Werte zu DAB+-Radios für Zuhause und im Auto.

„Die Ergebnisse des Digitalisierungsberichtes der Medienanstalten bestätigen uns auf unserem Weg zu einer vollständigen Digitalisierung des Rundfunks (…) Sie sind aber auch Ansporn, die Dynamik des Audiomarktes zu nutzen, um neue Inhalte anzubieten und neue Zielgruppen zu erschließen“, erklärt Stefan Raue, Intendant von Deutschlandradio und Vorsitzender des Vereins Digitalradio Deutschland e.V.

Insgesamt sind in Deutschland nun 260 Radioprogramme regional unterschiedlich empfangbar. Davon werden 65 exklusiv für DAB+ erstellt.

Dem Bericht zufolge steht mittlerweile in weit über 9 Millionen Haushalten in Deutschland mindestens ein DAB+-Gerät. Im Vergleich zum Vorjahr sind damit über 2 Millionen Haushalte dazugekommen. Der Anteil der Personen in Haushalten, die Zugang zu mindestens einem DAB+ Gerät haben, stieg von 18,1 Prozent im Jahr 2018 auf 23,9 Prozent in diesem Jahr. 

Unterm Strich hat sich damit auch die Anzahl der Deutschen erhöht, die einen Zugang zu DAB+ haben - von 12,7 Millionen im Jahr 2018 auf 17 Millionen im Jahr 2019, was einer Steigerung von mehr als 4,1 Millionen entspricht bzw. 32 Prozent der relativen Steigerung. Kein anderer Empfangsweg kann einen solch starken Zuwachs vorweisen.

Die Auswahl an verfügbaren DAB+-Geräten wird immer üppiger. Insgesamt sind 14,6 Millionen DAB+-Geräte im Einsatz und damit 2,8 Millionen oder 24 Prozent Geräte mehr als noch im Vorjahr. In der EU gilt ab dem Jahr 2021 die Pflicht, Neuwagen mit Digitalradio-Geräten auszuliefern. Bereits jetzt werden über die Hälfte aller Neuwagen mit einem DAB+-Radio ausgeliefert. Die Zahl der DAB+-Audioradios insgesamt stieg von 4,41 Millionen im Jahr 2018 auf 6,6 Millionen in diesem Jahr.

Vor allem in Bayern erfreut sich Digitalradio einer großen Beliebtheit. In 29,7 Prozent aller Haushalte ist ein DAB+-Gerät im Einsatz und damit die sogenannte Haushaltsdurchdringung am höchsten. Zurückgeführt wird dies auf die günstigen politischen Rahmenbedingunen für DAB+, eine sehr gute Netzabdeckung der breiten Programmvielfalt.

Sachsen landet mit 25,7 Prozent auf dem zweiten und Baden-Württemberg mit 23,9 Prozent auf dem dritten Platz. In anderen Bundesländern sind aber derzeit hohe Steigerungsraten zu beobachten. In Niedersachsen und Bremen stieg die Haushaltsdurchdringung relativ um 53 Prozent von 14,3 Prozent in 2018 auf 21,9 Prozent in 2019. In Nordrhein-Westfalen ist ein Wachstum von 50 Prozent zu beobachten, weil die Anzahl der Haushalte mit DAB+-Geräten von 14,7 Prozent im Vorjahr in diesem Jahr auf 22 Prozent steigt.

iPhone-Keynote: Was wir schon heute wissen – und was nicht

Die alte Weisheit des Bundestrainers der Weltmeistermannschaft von 1954, Sepp Herberger, gilt auch in anderen Bereichen als dem Sport: "Nach dem Spiel ist vor dem Spiel". Vor fast genau einem Jahr hatte Apple mit iPhone XR, iPhone XS und iPhone XS Max auf seiner September-Keynote drei neue Telefone gezeigt, dazu auch ein deutlich überarbeitetes Modell der Apple Watch – es sollte aber noch eine Weile dauern, bis die Series 4 tatsächlich auch EKGs erstellen konnte. Nur wenige Wochen danach, also fast vor einem Jahr, kursierten bereits die ersten Gerüchte um kommende iPhone-Generationen und die Apple Watch Series 5 .

Diese haben sich nun, am Vorabend der September-Keynote von 2019 , so weit kristallisiert, dass man schon zu wissen glaubt, was Tim Cook und Kollegen morgen zeigen werden und in welcher Reihenfolge. Galt die Apple-Keynote als solche lange als ein von Geheimnis umwittertes Hochamt voller Überraschungen, meinen wir nun, den Ticker für morgen bereits vorab schreiben – und uns eine Auszeit im Biergarten gönnen zu können.

Drei neue iPhones mit Namen 11, 11 Pro und 11 Pro Max? Ja, das klingt realistisch. Drei Kameras auf der Rückseite der Pro-Modelle? Hierzu hat es aus unterschiedlichen Quellen mehrere Leaks gegeben, das wird wohl gesetzt sein. Ein neuer A13-Chip mit noch mehr Leistungsfähigkeit in seiner Neural Engine? Der Trend der Chip-Entwicklung geht deutlich in die Richtung. Neue iPad Pro, eventuell ein Macbook Pro 16 Zoll? Ja, das steht auch an, vermutlich aber erst im Oktober.

Einige Details sind aber offen – und wir werden morgen ganz genau hinschauen und hinhören, nicht, dass uns wichtige Informationen verloren gehen, die Apple in Nebensätze verpackt. Die Auszeit im Biergarten gibt es dann gegen Ende der Woche, wenn die Nacharbeiten und Einordnungen alle erledigt sind. Hier sind aber die offenen Fragen – und mögliche Antworten darauf.

Mehr Speicher – gleiche Preise

Zwölf Jahre nach dem originalen iPhone fragt man sich, wie die Leute damals mit 4 GB ausgekommen sind. An die Antwort erinnern wir uns noch: Sehr schlecht, weswegen Apple schon bald eine 8-GB-Version zum gleichen Preis anbot. Aber das iPhone SE, das viele Leute vermissen, kam gerade einmal vor dreieinhalb Jahren heraus. Das günstigere Modell hatte 16 GB Speicher. Wie kamen die Leute damit bloß klar?

Die heutige Basisausstattung mit 64 GB sieht dagegen riesig aus. Aber wer sein iPhone intensiv nutzt, kommt auch damit schnell an die Grenzen. Ein wenig seltsam muten auch die Speicheroptionen an: Das iPhone XR gibt es auch noch mit 128 GB und 256 GB Speicher, soweit, so klar:  Auf jeder Stufe eine Verdoppelung. Das XS und das XS Max kommen aber mit einer seltsamen Lücke: Neben dem 64-GB-Modell gibt es noch welche mit 256 GB und 512 GB Kapazität. Es wäre an der Zeit, diese Lücke zu schließen und den Speicher der Pro-Modelle auf 128 GB, 256 GB und 512 GB aufzurüsten. Im gleichen Zuge sollte auch der Nachfolger des iPhone XR mit mindestens 128 GB Speicher kommen. Ob Apple das aber wirklich wagen wird, sei dahin gestellt. Der Speicher mag nicht die teuerste Komponente des iPhones sein, um aber weiter eine Bruttomarge von um die 40 Prozent zu erreichen, wird Apple alles versuchen. Und sei es mit dem Angebot, man müsse doch nur einen Hunderter mehr ausgeben für die vierfache Speichermenge. Der Sinn und Zweck eines dreistufigen Preismodells ist es in der Regel ja, die Käufer zum mittleren Modell zu überreden. Da ist ein Argument wie das skizzierte sicher hilfreich. Es bliebe aber auch die Flucht nach vorne, respektive zu noch mehr Speicher: 128 GB, 512 GB, 1 TB. Letzteres klingt dann wirklich nach einem Angebot für Pros.

Bei den Preisen dürfte zunächst alles gleich bleiben, rechnen die Analysten von JP Morgan vor . Zwar werde sich das iPhone nur marginal ändern und daher würden die Produktionskosten gegenüber Vorjahr sinken, die von der US-Regierung angedrohten Strafzölle auf Produkte aus China würden aber verhindern, dass Apple die Kostenvorteile an die Kunden weitergibt. Preissteigerungen seien wieder für 2020 zu erwarten, wenn die iPhones 5G-Chips bekommen sollen.

Neue Uhr nur mit Software

Auf der WWDC im Juni hatte Apple dem Betriebssystem der Apple Watch deutlich mehr Zeit gewidmet als in den Jahren zuvor. Die Behauptung, mit watchOS 6 bekäme man eine völlig neue Uhr an das Handgelenk, ist allenfalls geringfügig übertrieben. Beim Zifferblattdesign darf man sich auf neue Optionen freuen, wesentlich wichtiger sind aber zwei neue Gesundheitsfunktionen: Ein Menstruationstracker und eine Warnfunktion vor zu lauten Umgebungen. Eine weitere Funktion dreht ihre Runden durch die Gerüchteküche, noch hat sich Apple dazu nicht geäußert: Ein Schlaftracker soll als neue Anwendung hinzukommen.

Das ist einerseits eine Frage der Software, watchOS 6 gibt es nicht als Public Beta, aber auch aus Entwicklerkreisen ist dazu bisher nichts durchgesickert. Andererseits ist es auch eine Frage der Hardware: Zwar kann man von einer halbwegs neuen Apple Watch erwarten, dass ihr Akku am Abend immer noch gut halbvoll ist, dass man aber am nächsten Tag dann auch noch bis zur Mittagspause kommt, wenn die Uhr in der Nacht am Handgelenk den Schlaf vermessen hatte anstatt wieder aufzuladen, kann man derzeit nicht erwarten.

Also müsste die Uhr effizienter werden, respektive ihr Prozessor. Ansonsten bestehen recht wenige Wünsche an die Hardware, mit der Series 4 hat Apple im vergangenen Jahr bereits einen deutlichen Sprung hingelegt. Die nächste bahnbrechende Weiterentwicklung wäre Messung von Blutdruck und noch besser Blutzucker per Spektroskopie. Technisch möglich ist das, die Frage besteht aber, wann diese Technik serienreif für das Handgelenk ist – schließlich kommt man dann mit einer Frequenz nicht mehr aus und brächte noch mehr Laserdioden.

Es könnte also ein evolutionärer Schritt in diesem Jahr anstehen – quasi Apple Watch Series 4S statt Series 5. Dazu passt auch, dass Apple im August nur vier neue Modelle bei der Eurasischen Union zur Freigabe beantragen ließ: Vermutlich zwei Größen und zwei Gehäusarten.

Werde diese dann eine Apple Watch Series 4S oder Apple Watch Series 4 Edition umhüllen? In der Beta-Version von watchOS sind laut Entwicklern Spuren zweier neuer Gehäuse aufgetaucht, die aus Titan und Keramik bestehen sollen, also dem Lineup neue Noten hinzufügen  würden. Nicht auszuschließen, dass diese Sondermodelle dann auch exklusiv einen neuen Chip bekommen, der den Akku ein paar entscheidende Stunden länger durchhalten lässt, um einen Schlaftracker zu bieten. Andererseits hatte Apple in der Vergangenheit bereits einmal ein bestehendes Modell einfach mit einem besseren Chip ausgestattet, aus der Apple Watch wurde so die Apple Watch Series 1, weitere Änderungen gab es nicht. Wahrscheinlicher klingt dann, Apple packt auch in beiden heute erhältlichen Gehäuse der Series 4 einen besseren Prozessor und nennt die komplette Reihe dann Series 4S. Wobei das "S" dann für "sleep" stehen könnte. Die Details des Schlaftrackers könnten aber die spannendste Geschichte des Abends liefern. Denn um wirklich eine Aussage über die Schlafqualität machen zu können, genügt ein Bewegungsmelder alleine nicht. Störungen wie Schlafapnoe fallen diesem nicht auf. In Kombination mit dem Pulssensor und der Rechenpower der Uhr sollten aber bessere Aussagen möglich werden als "um 22.24 eingeschlafen, drei REM-Phasen, um 5.30 Uhr vom Wecker geweckt". Wenn Apple das Thema mit dem gebotenen Ernst behandelt, wird die Erklärung der Technik geraume Zeit beanspruchen. Und wir freuen uns schon heute darauf, den Schlaftracker zu testen …

Kleine De-Tiles

iOS 13, iPad OS 13  und macOS 10.15 Catalina bekommen eine gemeinsame Neuerung: Die Apps "iPhone-Suche" und "Freunde finden" sind zur neuen Anwendung "Find My" zusammengelegt. Dafür wird es nach einem guten Jahr der Spekulation vermutlich auch schon bald neue Hardware geben, ein den Produkten von Tile ähnlicher Bluetooth-Tracker, den man an alle möglichen Alltagsgegenstände wie etwa Schlüsselbunde heften kann, ist laut MacRumors in einem internen Build von iOS 13 aufgetaucht. Einen finalen Namen hat das Apple-Tile wohl noch nicht, intern wird es als B389 bezeichnet. Auch das Icon könnte noch ein Platzhalter sein, der endgültigen Form aber durchaus ähnlich sehen: Eine kreisrunde Platte mit einem Apple-Logo in der Mitte.  Die Produkte von Tile hatte Apple vor einem Jahr bereits bei der Vorstellung der Siri Shortcuts erwähnt, was Spekulationen aufbrachte, Apple würde die Firma gleich kaufen wollen. Es sieht aber nun eher so aus, als würde Apple selbst Lösungen entwickelt haben, mit denen man wirklich alles finden kann, an das sich ein Anhänger knüpfen lässt: Alles finden mit Hilfe von Bluetooth LE wäre das Motto.

Zukunft AR

Die dritte Kamera auf den Rückseite des iPhone 11 Pro (Max) wird diesen dabei helfen, den vor ihnen liegenden Raum besser zu vermessen. Wichtig vor allem für AR-Anwendungen – Apple betont seit Jahren, intensiv daran zu arbeiten. Entwickler beschäftigen sich seit der WWDC mit dem ARKit 3, das fantastische neue Möglichkeiten auch für jetzt älter werdende iPhones bietet. Mit optimierten Wissen über Räumlichkeiten wird das AR-Erlebnis aber noch besser – aber auch die Trennung von Vorder- und Hintergrund bei Portraitaufnahmen schärfer.

Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit forscht Apple auch an AR-Brillen, ob schon bald ein Produkt daraus wird, darf aber als fraglich gelten. Eine solche Brille ist als "One more thing" im Jahr 2019 aber auszuschließen.

Eine Sache noch

Überhaupt: Packt Apple noch ein "One more thing" aus? Eher unwahrscheinlich. Denn drei iPhones und eine verbesserte Apple Watch sind ja nicht die einzigen Themen. Zu iOS 13 und iPad OS 13 sowie macOS 10.15 Catalina, tvOS 13 und watchOS 6 fehlt ja noch ein finaler Termin, dieser sollte unmittelbar vor dem Verkaufsstart der neuen iPhones liegen, vermutlich gegen Mitte nächster Woche geht es mit den Updates los. Neue iPad Pro wären zwar gewiss nicht verkehrt, sollten aber noch in diesem Jahr geringfügig verbesserte Modelle kommen, könnte das als Silent Upgrade irgendwann im Oktober passieren oder zusammen mit einem neuen Macbook Pro mit 16-Zoll-Bildschirm auf einer eigenen Veranstaltung im Oktober.  Anzeichen für völlig neue AirPods, einen professionellen OverEar-Kopfhörer und einen HomePod Mini gibt es derzeit keine, das wären einerseits echte Überraschungene, aber auch keine Produkte, die man als Höhepunkt an den Schluss der Keynote setzt.  Für ein neues Apple TV gilt das Gleiche. Aber gerade eine solche neue Hardware könnte ein Anlass sein, nochmals näher auf die kommenden Services wie Apple TV+ und Apple Arcade einzugehen. Deren Start hatte Apple vor einem guten halben Jahr für den Herbst versprochen. Und der ist jetzt da.

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