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Morgenmagazin vom Dienstag, 11. Februar 2014

11.02.2014 | 07:23 Uhr |

Icahn gibt Forderung nach mehr Aktienrückkäufen auf +++ Beatles auf dem Apple TV +++ Sicherheits-Bug bei "Mein iPhone finden" +++ Classi-Cal-Musikkalender verspricht täglich neue Musik +++ DoS-Lücke in Snapchat gemeldet +++ Drahtlose »Muskel-Maus« aus Japan +++ HTC soll nächstes Nexus 10 produzieren +++ Tag der Internet-Sicherheit: Eltern fürchten Cyber-Mobbing gegen ihre Kinder +++ Macwelt heute auf Bayern 2

Icahn gibt Forderung nach mehr Aktienrückkäufen auf

Der Investor Carl Icahn gibt seine Forderung auf, Apple solle weitere 50 Milliarden US-Dollar in sein Aktienrückkaufprogramm investieren, um den Kurs der Aktie zu steigern. Ausschlaggebend war die Ablehnung seiner Empfehlung durch das Unternehmen Institutional Shareholder Services (ISS), das institutionelle Anleger berät. Am Wochenende hatte ISS ein Gutachten vorgelegt, in dem es das bisherige Aktienrückkaufprogramm Apples für ausreichend halte und weiteres Eingreifen in die Maßnahmen des Aufsichtsrates nicht für erforderlich. Icahn warf daraufhin am Montag das Handtuch. Er sei enttäuscht über die Empfehlung von ISS, angesichts der von Apple kürzlich unternommenen "aggressiven Maßnahmen zum Aktienrückkauf" könne er aber dem nicht komplett widersprechen. Es bestehe nun seinerseits kein Grund, auf seinem Vorschlag zu beharren, da Apple bereits im Sinne der Wertsteigerung für Anleger handle. Apple-CEO Tim Cook hatte zuletzt in einem Interview mit dem Wall Street Journal erklärt, Apple habe in den letzten Wochen zusätzlich Aktien im Wert von 14 Milliarden US-Dollar zurück gekauft.  Der überraschende Kurssturz nach Veröffentlichung der letzten Bilanz habe Apple dazu gewogen, die Aktien zu stützen. Apple hat jedoch seinen Anlegern empfohlen, auf der kommenden Jahreshauptversammlung gegen den Plan Icahns zu stimmen.

Den Aktienrückkauf insgesamt sieht der Analyst Ezra Gottheil von Technology Business Research dem IDG News Service kritisch. Tim Cook sei einem solchen Programm gegenüber deutlich aufgeschlossener als sein Vorgänger Steve Jobs, der Dividenden zeit seines Lebens ablehnte. Gottheil ist der Ansicht, Apple könne seine Barreserven weit nötiger für große Firmenübernahmen haben. So würde Apple etwa für Inhalte und Infrastrukturen für das TV-Geschäft viel Geld benötigen. Icahn traut er hingegen nicht über dem Weg. Seine Motive seien egoistisch, mit der Wertsteigerung des Aktienkurses wolle er nicht Anlegern allgemein etwas Gutes tun, sondern vor allem selbst viel Geld verdienen.

Beatles auf dem Apple TV

Für limitierte Zeit ist auf dem Apple TV ein neuer Kanal aufgetaucht - The Beatles. Die App - zwischen ABC und NBA gelegen - feierte das 50-jährige Jubiläum des Auftritts der Band in der legendären Ed-Sullivan-Show, womit die vier Liverpooler ihren Erfolg auf die USA ausdehnten. ("Mr. Lennon, wie fanden Sie Amerika?" - "Links an Grönland vorbei.") Über den Kanal ist ein vierzehnminütiger Stream aus jener Sendung zu sehen, in der die Beatles "All My Loving2, "She Loves Yout" und "I want to Hold Your Hand" aufführten. Direkt aus der App heraus lassen sich Alben wie "Rubber Soul", "A Hard Day's Night" und "Beatles 65" aus dem iTunes Store beziehen. Apple nutzt die Apple TV als einen weiteren Marketing-Kanal für die erst kürzlich erschienene Box  "The U.S. Albums" mit 13 Alben der Beatles. Der Apple-TV-Kanal könnte jedoch Vorbild für weitere Marketingaktionen dieser Art sein.

Sicherheits-Bug bei "Mein iPhone finden"

iOS 7 hat ein Problem mit der Sicherheitsfunktion "Mein iPhone suchen" . Diese kann relativ leicht ausgeschaltet werden, auch ohne das iCloud-Passwort des Nutzers zu kennen. Ein Video auf Youtube zeigt, wie jeder, der Zugriff auf ein nicht gesperrtes iPhone bekommt, die Sicherheitsfunktion aushebeln kann. Kurz zusammengefasst: es reicht, wenn man das Passwort in den iCloudeinstellungen beliebig falsch eingibt und ein paar simple Schritte befolgt. Schon ist "Mein iPhone finden" und der damit verbundene Schutz ausgeschaltet. Das iPhone lässt sich nun löschen und neu einrichten.

Eigentlich sollte iOS und iTunes nach dem Passwort fragen, bevor wir das iPhone zurücksetzen oder "Mein iPhone finden" ausschalten dürfen. Eigentlich.
Vergrößern Eigentlich sollte iOS und iTunes nach dem Passwort fragen, bevor wir das iPhone zurücksetzen oder "Mein iPhone finden" ausschalten dürfen. Eigentlich.

Eigentlich soll die iCloud-Funktion "Mein iPhone suchen" dafür sorgen, dass niemand ohne unser iCloud-Passwort das iPhone löschen oder neu einrichten kann. Diese sorgt dafür, dass wir unser Handy jederzeit über icloud.com orten, sperren oder Alarm geben lassen können. Vor allem aber ist dies eine "Aktivierungssperre". So lange die Funktion aktiv ist, kann niemand das iPhone löschen oder neu aktivieren, sofern er unser iCloud-Passwort nicht kennt - in der Theorie. In der Praxis lässt sich iOS 7 mit dem Trick leicht aushebeln und der Schutz ist dahin.

Wie schützen?

Den einzigen Schutz gegen diesen Fehler bietet aktuell die Code-Sperre (und beim iPhone 5S Touch-ID). Diese sollte man in jedem Fall aktivieren. Im Idealfall nutzt man einen komplexen statt dem einfachen Zahlencode und lässt das iPhone jederzeit danach fragen, nicht erst nach längerer Zeit Inaktivität. Dann kann niemand heimlich an unserem iPhone herummanipuliueren.

Classi-Cal-Musikkalender verspricht täglich neue Musik

Jeden Tag in der Woche offeriert die App Classi-Cal-Musikkalender von Andante Media ein ausgewähltes Werk der klassischen Musik, das man behalten darf und mit dem integrierten Musikplayer direkt abspielen kann. Außerdem bietet die Anwendung ebenfalls täglich Informationen über Komponisten, Werksbezeichnung und Interpret und verbindet bei mehr Interesse mit dem entsprechenden Wikipedia-Eintrag. Die Musikwerke sind im Audio-Format mit 256 KB AAC gespeichert. Während die ersten sieben Tage gratis sind und man laut Entwickler die in dieser Zeit erworbenen klassischen Werke auf jeden Fall behalten darf, läuft das Angebot für weitere Titel täglich nur weiter, wenn man per In-App-Kauf ein Abonnement zum Preis von 15 Euro für drei Monate abschließt. Auch längerfristige Abonnement-Modelle sind möglich, hierzu und auch zu den Kündigungsbedingungen sollte man die entsprechenden Passagen des Anbieters im App Store zur Kenntnis nehmen.
Classic-Cal-Musikkalender 1.0.1 lässt sich kostenlos im App Store ab iOS 6.0 herunterladen (2,6 MB).

DoS-Lücke in Snapchat gemeldet

DoS-Lücke in Snapchat gemeldet (c) Snapchat
Vergrößern DoS-Lücke in Snapchat gemeldet (c) Snapchat
© Snapchat

Wie die Los Angeles Times berichtet , will der Sicherheitsforscher Jaime Sanchez eine Sicherheitslücke in Snapchat entdeckt haben. Sie soll Angreifern Denial-of-Service-Attacken erlauben und somit das iPhone des Snapchat-Users temporär einfrieren. Sanchez arbeitet für Telefonica (O2) in Spanien als Websicherheitsbeauftragter.

Was ist Snapchat?

Jedes Mal, wenn Snapchat eine Nachricht verschickt, hängt die App einen Token an, der aus Buchstaben und Zahlen besteht. Dieser soll die Identität des Absenders bestätigen und verhindern, dass der Empfänger Nachrichten von einer dritten Person im Namen eines Kontaktes untergeschoben bekommt. Doch Snapchat, so Sanchez, erlaube die Wiederverwendung alter Tokens. Mit ihnen können Hacker Snapchat vorgaukeln, dass ihre Nachricht von einem Kontakt des Empfängers kommt. Und das nicht nur einmal, sondern theoretisch unbegrenzt oft. Indem die Angreifer hunderte oder tausende von Nachrichten verschicken, zwingen sie die App in die Knie und mit ihr auch das iPhone, so der Sicherheitsforscher.

Wie der Redakteur der Los Angeles Times schreibt, habe Sanchez seine These mit einer DoS-Attacke auf seinen Account bewiesen und ihm 1.000 Nachrichten in fünf Sekunden geschickt. Das Empfangsgerät habe sich daraufhin verabschiedet und musste neu gestartet werden. Auf Android-Geräten soll die Attacke übrigens nicht zum Absturz führen, aber die Geschwindigkeit des Smartphones oder Tablets deutlich verringern.

Sanchez eigenen Worten nach, habe er das Problem nicht an Snapchat gemeldet, weil das Unternehmen keinen Respekt für die Sicherheitsforscher-Community habe. In der Vergangenheit habe Snapchat mehrfach Warnungen von Forschern ignoriert. Mittlerweile soll Snapchat, berichtet die Times, den Account von Sanchez gesperrt haben. Der Times gegenüber gab es noch keinen Kommentar dazu.

Drahtlose »Muskel-Maus« aus Japan

Thanko bietet eine drahtlose Maus mit elektrischer Muskel-Stimulation an.
Vergrößern Thanko bietet eine drahtlose Maus mit elektrischer Muskel-Stimulation an.

Japan dürfte wohl das Land sein, in dem die meiste, ungewöhnliche Hardware zu kaufen gibt. Das neueste Beispiel ist die »drahtlose Muskel-Maus«, die angeblich dafür sorgt, dass beispielsweise Bizeps oder auch die Bauchmuskeln werden des Arbeitens oder Spielens trainiert und aufgebaut werden. Funktionieren soll das ganze mit »Elektrischer Muskel-Stimulation« (EMS).

Die Maus, die selbst drahtlos an den PC angeschlossen ist ist, besitzt zwei 148 Zentimeter lange Kabel, an deren Enden sich jeweils ein Pad befindet. Diese Pads, die in zwei Größen mitgeliefert werden, klebt der Nutzer auf die Muskeln, die stimuliert werden sollen. Für die Stimulation gibt es sechs verschiedene Einstellungen, die per LED angezeigt werden, und zehn verschiedene.Stärken. Da der Strom dafür mangels Mauskabel von den zwei AAA-Batterien kommt, ist nicht ganz klar, wie sich das auf die Betriebsdauer der Maus an sich auswirkt. Die Stimulation wird allerdings nach 15 Minuten Betrieb automatisch wieder deaktiviert.

Die Klebefläche der Pads nutzt sich ab, so dass der Hersteller Thanko demnächst auch Ersatzpads anbieten will. Die Maus selbst ist mit allen aktuellen Windows- und OSX-Versionen kompatibel und bietet eine Auflösung von 1.000 DPI. Wie üblich dürfte dieses Produkt zumindest offiziell kaum den Weg nach Europa finden. In Japan ist die »Muskel-Maus« für knapp 43 Euro zu haben.

HTC soll nächstes Nexus 10 produzieren

HTC soll das nächste Nexus 10 für Google produzieren. Das will das taiwanische IT-Nachrichtenportal Digitimes aus Industrie-nahen Quellen erfahren haben. Die aktuelle Nexus-10-Generation fertigt das südkoreanische Unternehmen Samsung für Google. Derzeit ist allerdings nur die 32-GB-Variante auf Google Play erhältlich.

Genauso wie bei den Google-Smartphones, dessen aktuelles Modell das von LG gefertigte Nexus 5 ist, beauftragt Google für die Herstellung etablierte Hardware-Hersteller. Und wechselt diese immer wieder mal aus, ganz offensichtlich um keinen Hersteller zu verprellen und alle wichtigen Hersteller von Smartphones und Tablet-PCs gleichermaßen am Erfolg der Nexus-Reihe teilhaben zu lassen. Und nun soll eben wieder HTC an der Reihe sein. HTC hatte für Google schon eine Generation des Nexus-Smartphones produziert.

Taiwanische Branchenkenner zeigten sich überrascht, weil HTCs Smartphone-Geschäft schon seit längeren stagniert. Bei den Tablets spielt HTC derzeit überhaupt keine Rolle. In der Vergangenheit hatte HTC zwar versucht mit einem 7-Zoll-Tablet und einem 10-Zoll-Modell auf diesem Markt mitzumischen. Doch deren Erfolg war bescheiden. HTC zog sich nach diesem Fehlschlag bis auf weiteres vom Tablet-Markt zurück. Das taiwanische Unternehmen, das in der frühen Phase von Android führend bei Android-Smartphones war und mit dem Desire eines der ersten Top-Android-Smartphones überhaupt vorgestellt hat, liegt schon seit längerer Zeit deutlich abgeschlagen hinter Samsung und muss mit schlechten wirtschaftlichen Zahlen kämpfen.

Eltern fürchten Cyber-Mobbing gegen ihre Kinder

Eine von Kaspersky Lab bei B2B International beauftragte Umfrage unterstreicht die Unsicherheit deutscher Eltern in Bezug auf das Internetnutzungsverhalten ihrer Kinder. So gaben 28 Prozent der Befragten in Deutschland mit Kindern oder Jugendlichen unter 16 Jahren an, dass sie die Kontrolle über das Internetverhalten ihres Nachwuchses verloren haben. Darüber hinaus fürchtet mehr als die Hälfte (52 Prozent) der befragten deutschen Eltern, dass ihre Kinder Opfer von Cyber-Mobbing werden könnten. Jeder zweite Befragte ist generell der Meinung, dass die Online-Gefahren für ihren Nachwuchs steigen. 64 Prozent gehen zudem davon aus, dass die Nutzung von mobilen Geräten durch ihre Kinder Online-Gefahren fördert.

Pornografie, Online-Shops und Soziale Netzwerke beliebt

In einer Untersuchung aus dem Jahr 2013 hat Kaspersky Lab die anonymisierten Nutzungsdaten seiner Kindersicherungsfunktion ausgewertet. Für Deutschland kam dabei folgendes Ergebnis zustande: 25,7 Prozent der unautorisierten Zugriffsversuche gehen auf Seiten mit pornografischen Inhalten, 20,7 Prozent auf Online-Shops sowie 18,3 auf Sozialen Netzwerke. Es ist anzunehmen, dass Kinder bei der Suche von Spielsachen auf Online-Shops klicken, dass die Neugier für erotische Inhalte sie auf Erwachsenenseiten lockt und dass sie sich trotz ‚Facebook-Verbot‘ in Sozialen Netzwerken, Foren und Chats tummeln. Eltern sollten aber nicht ausschließlich auf technische Werkzeuge wie eine Kindersicherung setzen, sondern ihre Kinder bei bestimmten Entscheidungen immer mit einbeziehen.

Die Umfrage wurde von Kaspersky Lab beauftragt und von B2B International im Juni 2013 durchgeführt. Dabei wurden weltweit insgesamt 8.605 Nutzer aus 19 unterschiedlichen Ländern befragt, darunter 397 aus Deutschland.

Am 11.02.: Macwelt auf Bayern 2

Es gibt sie mittlerweile massenweise, manchmal gibt es sie sogar als Geschenk dazu, wenn man sich eine neue iPad-Hülle kauft: Die Rede ist von Stiften für das iPad, auch Stylus oder Smartpen genannt. Die Preisspanne reicht von 2 bis 100 Euro. Doch wozu braucht man eigentlich einen Stift für das Tablet? Und welcher Stift eignet sich für wen?

Morgen Vormittag stehen wir zwischen 9 und 10 Uhr bei Bayern 2 Rede und Antwort. Neben den Stiften geht es auch um Notizbuch-Apps, die je nach Funktionsumfang den handschriftlich geschriebenen Text in gedruckten Text umwandeln und ihn an andere Apps wie Mail oder Evernote exportieren. 

Hören Sie doch mal rein. Wenn Sie den Radiosender nicht empfangen können, haben Sie die Möglichkeit, den Beitrag auch online über die Bayern 2-Webseite abzurufen.

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