2189691

Morgenmagazin vom Dienstag, 12. April 2016

12.04.2016 | 07:01 Uhr |

Kuo: Kaum veränderte Apple Watch 2 erst im Herbst +++ IDC: PC-Markt schrumpft stark, Apple legt an Anteilen zu +++ Entwickler unzufrieden über Apple Watch +++ Vodafone schafft Roaming-Gebühren ab und öffnet LTE-Netz +++ Dell steigt aus dem Druckergeschäft aus +++ DerElefant: Neue Kinder-App vom WDR für iOS und Android +++ Betaversion von iOS 9.3.2 hilft Gamern

12. April: Der Traum vom Weltraum

Das Macwelt-Morgenmagazin wünscht einen Guten Morgen! Gestern in den Nachrichten: NASA droht die Sonde Kepler zu verlieren, da sie sich in den Notfallmodus geschaltet hat. Nun ist zwar Keplers Missionszeit an sich schon abgelaufen und das Observatorium hat sein Schuldigkeit mit der Entdeckung vieler Exoplaneten getan, schade wäre es trotzdem um das Raumschiff. Warum schicken wir einfach nicht unseren besten Mann oder unsere beste Frau hin, um das Ding zu reparieren? Solche Typen eben, wie sie Matt Damon und Sandra Bullock im Kino verkörpern? Tja.

Kepler ist mittlerweile mehr als sechs Lichtminuten von der Erde weg, zur Sonne wäre es kaum weiter. Menschen waren nie weiter als etwas mehr als eine Lichtsekunde von ihrem Heimatplaneten entfernt, und so häufig spazierten sie aber auch wieder nicht auf dem Mond herum. Es ist kaum Küstenschifffahrt, was die Menschheit im All betreibt, aber von den ersten primitiven Flößen bis zur Eroberung des Südpazifiks gingen ja auch einige zehntausend Jahre ins Land. Es ist schließlich gerade erst 55 Jahre her, dass der erste Mensch in das All geschossen wurde und lebend wieder daraus zurück kam: Juri Gagarin. Gut, er drehte nur eine Runde um den blauen Planeten und war auch nur kurz in einer Höhe von 100 Kilometern unterwegs, die gemäß einer internationalen Übereinkunft als Grenze zum Weltraum gilt. Das soll die Leistung aber in keiner Weise schmälern. An Juri Gagarin und seine Nachfolger erinnert der Internationale Tag der bemannten Raumfahrt am 12. April, in der Sowjetunion und später in Russland "Tag der Kosmonauten" genannt. Seit fünf Jahren gilt das Gedenken aber allen Raumfahrern.

Gewiss nicht zufällig gewählt war der 12. April 1981 - exakt 20 Jahre nach Gagarins Rundflug - als Starttermin für die Raumfähre Columbia, das erste Space Shuttle. Eigentlich war die Technik des wiederverwendbaren Orbiters damals schon veraltet und die Sicherheitstechnik abenteuerlich. Zwei Besatzungen kostete das schließlich das Leben, die anderen rund 150 Flüge landeten indes sicher in US-Amerikanischen Wüsten. Sieht zwar eleganter aus als die Landungen von Gagarin und seinen Nachfolgern an Fallschirmen, birgt aber eben deutlich mehr Risiken. Ein Raumschiff ist eben doch etwas anderes als ein Flugzeug.

Bis unsere fernen Nachkommen aber tatsächlich einst einmal sich mit Raumschiffen in Richtung der Planeten aufmachen, in denen Kepler womöglich habitable Planeten gefunden hat, werden selbst so große Namen wie Gagarin, Armstrong oder Columbia längst vergessen sein. Auch Kolumbus wusste nicht mehr, wer denn jener mutige Vorfahr war, der sich erstmals auf ein schlecht gezimmertes Floß so weit vom Strand aufmachte, dass es sich für ihn wie eine Reise durch das weite, offene Meer anfühlte. Peter Müller

Lesetipps für den Dienstag

Lehren aus der WhatsApp-Verschlüsselung: In der letzten Woche hat die Facebook-Tochter WhatsApp mit der Ende-zu-Ende-Verschlüsselung für den populären Messenger überrascht. iMessages verschlüsselt Chats ja schon länger, auch ein Grund, warum Apple bei FBI, DEA und Konsorten nicht besonders wohl gelitten ist. Doch geht WhatsApp einige Schritte weiter als Apple, legt unser Macworld-Kollege Glenn Fleishman dar. Zum einen ist der Messenger nicht auf eine Plattform beschränkt, zum anderen ist mit dem gegenseitigen Austausch von Schlüsseln jedwede Man-in-the-middle-Attacke unterbunden. Bei iMessages besteht zudem die Gefahr, dass ihre Inhalte aus weniger stark verschlüsselten iCloud-Backups sich wieder herstellen ließen. Apple könne aber aus den Sicherheitsvorkehrungen bei WhatsApp lernen und ähnliche in künftige Systeme einbauen. Auch auch Google müsse seine Verschlüsselungssysteme entsprechend verbessern.

Ein Jahr später: Vor einem Jahr brachte Apple die Apple Watch endlich in den Handel, am 10. April 2015 konnte man sie bestellen und im Apple Store bewundern, zwei Wochen später tatsächlich auch käuflich erwerben, falls vorhanden. Apple schweigt nach wie vor darüber, wie viele Watches an die Kunden gingen, IDC rechnet damit, im Kalenderjahr 2015 seien es 11,5 Millionen gewesen. Business Insider hat sich anlässlich des anstehenden Jubiläums bei Entwicklern umgesehen, was die im ersten Jahr Apple Watch lernten. Immerhin ist seit April 2015 die Zahl der verfügbaren Apps von 3.500 auf 17.400 gestiegen. Richtig begeistert waren die Interviewpartner aber nicht, was vor allem an Apple liege. Denn anders als vom iPhone bekomme man von der Apple Watch kaum Informationen, wie denn die Apps genutzt würden - und was man ändern müsse, um die Nutzererfahrung zu steigern. Apple Entscheidung, zu den "Glances" in Apple Watch noch die "Komplikationen" einzuführen, habe die Entwickler mittendrin wiederum vor neue Herausforderungen und Rätsel gestellt. Bei der Entwicklung einer App sei zudem zu beachten, dass man nicht einfach eine iPhone-App auf den kleinen, quadratischen Bildschirm portieren könne. Zumal Apple in seinen Entwicklerrichtlinien davon schreibe, dass ein Nutzungsvorgang nicht länger als fünf Sekunden dauern solle - es sind also ganz andere Konzepte gefragt. Für künftige Versionen wünschen sich Entwickler vor allem einen eigenen Internetzugang auf der Apple Watch, damit diese nicht erst jedesmal mit dem iPhone kommunizieren müsse, was die Nutzung nun einmal ausbremse. Die Apple Watch hat also noch jede Menge Platz, um zu wachsen, dann werden Entwickler womöglich von sich aus auch an die Plattform denken. Einer der Befragten hat Business Insider unter dem Siegel der Verschwiegenheit verraten, die App - ein Messenger - habe man nur programmiert, weil man vorab von Apple eine Watch erhalten habe...

Pessimist: Der Analyst Mnig-Chi Kuo glaubt nicht, dass Apple in diesem Jahr, der Apple Watch ein neues Design verpassen und etwa das Gehäuse dünner machen werde. Die Apple Watch von 2016 werde also eher ein "S"-Update, wie Apple es alle zwei Jahre dem iPhone angedeihen lässt, von außen unverändert, aber mit neuen Chips im Inneren. Darunter könnte laut Kuo auch ein Funkchip sein, mit dem sich die Apple Watch selbstständig mit dem Internet verbinden könnte. Anders als sein Kollege Brian White glaubt Kuo jedoch nicht an das Update der Apple Watch im Juni, es werde September bis Oktober werden, bis Apple das Update herausbringe. Pessimistisch gibt sich Kuo bezüglich der Verkaufszahlen, diese werden im Jahr 2016 auf 7,5 Millionen sinken. Kuo geht davon aus, dass Apple im Jahr 2015 10,6 Millionen Apple Watches verkauft habe.

Der Mac hält sich: Die Marktforscher von IDC haben ihre neuesten Zahlen zum PC-Markt vorgelegt und weisen darin ein Minus von 11.5 Prozent gegenüber dem ersten Quartal 2015 aus. Auch Apple habe weltweit verloren und 2,6 Prozent weniger Rechner als im Vorjahr verkauft, trotz eines Plus von 5,6 Prozent in den USA. Doch da Apple im globalen PC-Markt weniger stark schrumpft als die Konkurrenz, konnte der Mac-Hersteller seinen Marktanteil auf 7,4 Prozent ausbauen.

Lebensretter: Geschichten über eine Apple Watch, die Pulsunregelmäßigkeiten entdeckt und damit ihren Trägern das Leben rettet, gibt es zuhauf, nun hat es auch ein Fitbit-Sportarmband in die medizinische Fachliteratur geschafft. Wie The Annals Of Emergency Medicine berichten, suchte ein 42-jähriger Mann ein Krnakenhaus in New Jersey mit Herzrhythmusstörungen auf. Die behandelnden Ärzte konnte diese anhand der vom Fitbit Charge HR gesammelten Daten mit einem epileptischen Anfall wenige Stunden zuvor verknüpfen und so die richtige Methode wählen. Indes hat Fitbit mit dem Blaze ein Sportarmband herausgebracht, das mit seinem eckigen Display aus der Ferne ein wenig wie die Apple Watch aussieht. Unsere Kollegen der Macworld haben das Blaze getestet und für gut befunden.

Vodafone schafft Roaming-Gebühren ab und öffnet LTE-Netz

Der Mobilfunkanbieter Vodafone schafft ab dem 14. April die EU-Roaming-Gebühren für Privatkunden ab. Das gilt für ankommende und abgehende Anrufe im Reiseland und nach Deutschland sowie für SMS und fürs Surfen.

Bei den Business-Kunden hatte Vodafone bereits Anfang April in den Red Business+ Tarifen das EU-Roaming gestrichen. Ab dem 14. April ist für Neukunden und Vertragsverlängerer im Smart L und allen Red-Tarifen EU-Roaming inklusive. Ab dem 30. April entfallen die  EU-Roaming-Aufschläge bei Nutzung der Inklusiveinheiten dann auch bei Prepaid-Kunden in allen CallYa Smartphone-Tarifen.

Ab dem 14. April dürfen außerdem alle Vodafone-Kunden das LTE-Netz von Vodafone mit maximaler Geschwindigkeit nutzen. Das gilt für alle Privatkunden, egal ob Bestands- oder Neukunden und Vertrags- oder Prepaid-Kunden. Die LTE-Freischaltung erfolgt laut Angaben von Vodadone bei allen Kunden automatisch. 

Außerdem erhalten alle Neukunden ab Donnerstag mehr Datenvolumen. Dabei wird aus Red 2 der Red 3 GB, aus dem Red 4 der Red 6 GB und aus dem Red 8 der Red 10 GB.

Spar-Tipp: Im PC-WELT Tarifrechner können Sie alle aktuellen Tarife der Mobilfunkanbieter vergleichen.

Dell steigt aus dem Druckergeschäft aus

Glaubt man den Aussagen aus Fachhandel und Distribution, soll es in Europa bald keine Drucker unter Dell -Label mehr geben. Die Dell-Druckerhändler werden wohl heute über den bevorstehenden Ausstieg informiert.

Auf dem gesättigten europäischen Druckermarkt tat sich Dell schwer. Maßgabe war, Dell unter den Topmarken zu etablieren. Dazu hatte der ehemalige Direktvermarkter zusätzliches Personal eingestellt und den Vertrieb über die Distribution ausgebaut. Erst letztes Jahr hatte Ingram Micro die Printer ins Lieferprogramm aufgenommen. Zudem zählten Systeam, Siewert & Kau, Despec und UFP zu den Dell-Drucker- und Supplies-Distributoren.

Supplies-Versorgung läuft weiter

Nun soll aber das europäische Druckergeschäft einer wirtschaftlichen Überprüfung nicht mehr standgehalten haben, heißt es aus dem Channel. Erst kürzlich hat Dell sein Drucker-Portfolio um fünf neue Multifunktionsgeräte in der Zielgruppe der kleineren und mittleren Unternehmen (KMU) ergänzt.

Die Versorgung mit Verbrauchsmaterial soll aber weiterhin gewährleistet sein, so lange noch eine nennenswerte installierte Basis an Geräten vorhanden ist. Branchenkenner erwarten aber nun, dass andere Druckerhersteller die Lücke, die Dell hinterlässt, ausnutzen wollen. Mit dem Argument der Zukunftssicherheit werden sie wohl versuchen, die Kunden möglichst schnell zur Ablösung der Geräte zu bewegen.

Mittlerweile hat Dell den Ausstieg gegenüber ChannelPartner bestätigt.

DerElefant: Neue Kinder-App vom WDR für iOS und Android

Der WDR hat mit "DerElefant" eine neue App für Android und iOS veröffentlicht, die komplett werbefrei ist und speziell für Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren entwickelt wurde. "Mit der ElefantenApp können kleine und natürlich auch große Elefanten-Fans die bunte Welt des blauen Elefanten entdecken", so der WDR. Die App ergänzt die im Dezember 2014 erschienene DieMaus-App.

Die Elefanten-App bietet eine speziell für Kinder angepasste Oberfläche, die selbst dann genutzt werden kann, wenn die Kinder noch nicht lesen können. Über diese haben die Kinder beispielsweise den Zugriff auf drei ganze "Sendungen mit dem Elefanten", die jeweils 25 Minuten dauern. Das Angebot wird wöchentlich aktualisiert. Hinzu kommen im Filmbereich die schönsten Lach- und Sachgeschichten und diverse Spiele, wie das "Blumenspiel", das "Sterne sammeln"-Spiel und das "Wo bist Du Elefant?"-Spiel.

Tipp: Die drei ??? auf Spotify, Apple Music, Google Play, Napster und Deezer

Für Eltern bietet die App einen Bereich, über den Sie mit Hilfe des "Elefantenweckers" festlegen können, wann und wie lange die Kinder die App verwenden dürfen. Außerdem kann hier festgelegt werden, ob die Videos nur bei einer WLAN-Verbindung abgespielt werden dürfen. Weitere Infos zur DerElefant-App finden Eltern auf dieser Seite beim WDR.

Die "Sendung mit dem Elefanten“ ist montags bis freitags um 7.25 Uhr auf KiKA und samstags um 07.50 Uhr im WDR-Fernsehen zu sehen.

DerElefant für Android

DerElefant für iOS

Betaversion von iOS 9.3.2 hilft Gamern

Für Entwickler ist seit dem 6. April eine neue Betaversion von iOS 9 verfügbar. iOS 9.3.2 beta 1 ist aktuell nur für angemeldete Entwickler über das Apple Developer Center herunterladbar. Das Update steht in einigen Tagen voraussichtlich auch für Anwender zur Verfügung die sich als „Public Beta“-Tester angemeldet haben. Zu den Neuerungen gehören offenbar vor allem Fehlerkorrekturen und Verbesserungen der Performance. So soll die Funktion Quick Actions im Landschaftsmodus besser funktionieren, bisher konnte es bei der Nutzung in diesem Darstellungsmodus zu Verzögerungen kommen. Zeitgleich sind auch eine neue Beta-Version der App Apple Configurator, WatchOS und El Capitan 10.11.5 beta erschienen.

Update: Nach Berichten von Toucharcade korrigiert das Update unter anderem Probleme mit Game Center. Apples Community-Dienst für  Spieler hatte bisher unter iOS 9 starke Stabilitätsprobleme. Bei vielen Nutzern zeigte der Dienst bei Start der App und bei Start eines Multiplayer-Games aus einer Spiele-App nur einen weißen Bildschirm an. Einige Spiele, die Game Center unterstützen, waren deshalb nicht nutzbar.

2189691