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Morgenmagazin vom Dienstag, 12. August 2014

12.08.2014 | 07:24 Uhr |

Was heute wichtig wird: 12. August 2014 +++ Bloomberg: Produktion neuer iPads hat angeblich begonnen +++ Cadintosh erscheint in Version 8 +++ Hacker knackt abhörsicheres Blackphone +++ Intel kündigt Core M Prozessor an +++ Telekom bringt App für sichere Mobil-Kommunikation +++ Vandalen trennen Kabel Deutschland vom Netz +++ John McAfee warf alle Smartphones weg - wegen Spionage +++ Massiver Shitstorm trifft Facebook Messenger mit voller Wucht

Was heute wichtig wird: 12. August 2014

Das Macwelt-Morgenmagazin wünscht einen Guten Morgen! Erst kürzlich hatten wir Anlass, an diesen Tag in der Computergeschichte zu erinnern, als IBM einer neuen Technik den Namen gab: Am 12. August 1981 stellte IBM den ersten Personal Computer vor, der auch so genannt wurde. Apple hatte schon fünf Jahre zuvor mit dem Apple I und noch mehr mit dem ein Jahr darauf folgenden Apple II die Computertechnik personalisiert, doch erst IBM benannte sie auf diese Weise. Weswegen wir auch heute noch streng zwischen Mac und PC unterscheiden. Dem PC-Markt gehören aber beide Plattformen an, manche Analysten rechnen sogar noch die Tablets mit dazu.

Der IBM PC 5150 - so der vollständige Name - war ein größerer kommerzieller Erfolg als der Apple II und der drei Jahre danach auf den Plan getretene Macintosh. Geholfen hat dabei, dass die den IBM PC treibende Software sich auch auf Rechnern anderer Hersteller einsetzen ließ – dank MS-DOS war das Wort "IBM kompatibel" geboren. Geblieben ist davon nur wenig, PCs laufen nicht mehr alle mit Windows (wenn auch die meisten), und nicht wenige ernsthafte Analysten sehen das Tablet-Segment auch nur als eine Unterart des PC-Marktes. So betrachtet, ist Apple mittlerweile der größte PC-Hersteller der Welt, der noch dazu als einziger im klassischen PC-Markt nachhaltiges Wachstum verzeichnet: Der Mac ist jetzt der erfolgreichere PC. Peter Müller

Lesetipps für heute Morgen:

Wie Apple von Picasso lernt: Besuch in Apples Universität ( New York Times )

Einmal zum Mitnehmen: Mac Pro Go Case dient dem Transport des Mac Pro ( Macworld )

Vom ersten Kopfhörer bis zur Milliardenübernahme: Die Geschichte von Beats Electronics ( Cnet )

Intels Broadwell-Prozessoren könnten Macbook Air auf 9 Millimeter Dicke verschlanken ( Cult of Mac )

Weitere Nachrichten:

Bloomberg: Produktion neuer iPads hat angeblich begonnen

Apples Zulieferer haben damit begonnen, neue Generationen von iPad Air und Pad Mini zu produzieren, berichtet der Wirtschaftsnachrichtendienst Bloomberg unter Bezug auf informierte Kreise. Die Präsentation und Markteinführung der neuen Geräte könnte noch Ende des laufenden Quartals oder zu Beginn des nächsten erfolgen. Das würde in das bisherige Zeitschema passen, auch in den letzten beiden Jahren hatte Apple jeweils im Oktober neue iPads vorgestellt und rechtzeitig vor dem Weihnachtsgeschäft in den Handel gebracht. Details zu den neuen Geräten nannte Bloomberg nicht, vermutlich wird Apple nur wenig an den etablierten Modellen ändern. Größere Neuerungen sind beim iPhone vermutlich Anfang September zu erwarten, ebenso könnte noch in diesem Herbst ein völlig neues Apple-Produkt das Licht der Welt erblicken. Apple verweigerte zu dem Bloomberg-Bericht in üblicher Manier jedweden Kommentar.

Cadintosh erscheint in Version 8

Cadintosh ist ein 2D-CAD-Programm fürtechnische Zeichner und Konstrukteure . Es bietet diverse Linien und Werkzeuge, eine einfache Layerverwaltung und Import und Export von DXF, HPGL, IGES und PDF,  Unicode-Unterstützung sowie Unterstützung von Symbolbibliotheken zum Im- und Export von Symbolen.

Die neue Version 8.0 wurde komplett neu in Cocoa geschrieben und bringt laut Entwickler Workflow-Verbesserung und Usability-Vorteile, insbesondere die Einfenstertechnik zum schnellen Arbeiten ohne störende Paletten, dazu Unterstützung von Retina-Bildschirmen. Die Anzahl der Elemente hängt nun nur noch vom Arbeitsspeicher ab, außerdem werden Voreinstellungen für jede Zeichnung gesichert.

Cadintosh 8.0 gibt es im Mac App Store zum Preis von 30 Euro (Download: 28,2 MB) ab Mac-OS X 10.6 und 64-Bit-Prozessor. Optimiert ist die Software jetzt für Versionen ab OS X 10.7. Auch bei Lemke Software selbst kostet das Programm 30 Euro, dort ist auch ein Upgrade für 18 Euro verfügbar. Der Preis für Mengenlizenzen (ab zehn Stück) lässt sich beim Entwickler erfragen. Eine Testversion ist ebenfalls erhältlich. Ebenso gibt es noch Programmversionen für ältere (auch Power PC) Macs .

Hacker knackt abhörsicheres Blackphone

Das Blackphone sollte durch sein Betriebssystems und spezielle Apps die Privatsphäre der Nutzer verbessern. Wirklich sicher ist das Smartphone leider nicht. Auf der Def Con in Las Vegas fand der Hacker Justin Case drei Sicherheitslücken. Mit einer Schwachstelle könne die Android Debug Bridge aktiviert werden, diese wurde vom Hersteller aus Sicherheits- und Stabilitätsgründen deaktiviert.

Eine weitere Lücke, mit der sich Angreifer mit Systemrechten ausstatten konnten, sei laut Hersteller bereits am 1. August geschlossen worden. Mit Lücke Nummer 3 sei es nach Angaben des Hackers möglich, sich mit Root-Rechten auf dem Blackphone auszustatten. Dafür sei es jedoch erforderlich, dass der Angreifer direkten Zugriff auf das Smartphone hätte.


Der Hacker hat Hersteller SGP Technologies bereits über seinen Fund informiert. Das Unternehmen werde nach eigenen Angaben so schnell wie möglich für ein Update sorgen, welches die Schwachstellen ausmerzt.

Intel kündigt Core M Prozessor an

Die aktuellen Mobilprozessoren für Notebooks und Tablets sind die Core-Modelle der 4. Generation . Sie basieren auf der sogenannten Haswell-Technologie und werden im 22-nm-Verfahren gefertigt. In Tablets wie dem Microsoft Surface Pro 3 mit Core i3-4020Y, Core i5-4300U oder Core i7-4650U sind noch Lüfter notwendig.

Erste noch im vierten Quartal 2014 erwartete Tablets mit dem neuen Intel Core M sollen dagegen ohne Lüfter auskommen. Dabei sind Gehäusedicken von unter 7,2 bis 9 mm möglich, wie Intel angibt. Intel schwenkt beim Core M erstmals auf die neue 14-nm-Fertigungstechnologie um. Damit sollen die mit Codenamen Broadwell-Y versehenen Tablet-Prozessoren ihre maximale Energieaufnahme (TDP) mehr als halbiert haben - bei gleichzeitig besserer Performance im Vergleich zum Vorgänger (Haswell-Y). Der Energiebedarf im Leerlauf ist Intel Angaben zufolge 60 Prozent geringer; wieder im Vergleich zu den Core-Prozessoren der 4. Generation.

Um die flachen Tablet-Designs zu ermöglichen, sind die Core-M-Module (CPU plus Chipsatz) auch 30 Prozent dünner und 50 Prozent kleiner. Neben dem geringerem Energie- und Platzbedarf will Intel auch mit mehr Performance punkten. Hierfür erhält die Broadwell-Architektur, die auf dem Vorgänger Haswell basiert, Feinschliff an vielen Ecken. Außerdem gibt es die nächste Generation der integrierten Grafik-Engine. Damit unterstützt der Core M unter anderem 4K- und UHD-Displays.

Die offizielle Vorstellung des Core M für Tablets wird auf der IFA in Berlin vom 5. bis 10. September erwartet. Leistungsstärkere Versionen für Notebooks sollten dann zum Jahreswechsel kommen; wahrscheinlich während der CES in Las Vegas. Neuigkeiten rund um Intels künftige 14-nm-Prozessoren werden auch auf dem Intel Developer Forum vom 9. bis 11. September zu hören sein. (cvi)

Telekom bringt App für sichere Mobil-Kommunikation

Die Mobile Encryption-App für Android- und iOS-Geräte funktioniert laut Telekom in jedem Telefonnetz und auch ohne SIM-Karte über WLAN oder eine Satellitenverbindung. Auch in Ländern, in denen das Telefonieren über das Internet blockiert wird, lässt sich demnach mit Hilfe der Lösung verschlüsselt kommunizieren. Wenn zwei Nutzer über die neue Lösung kommunizieren wollen, müssen beide die Mobile Encryption-App auf ihrem Smartphone installiert haben. Eine kundenspezifische technische Infrastruktur im Hintergrund ist nicht nötig. Die Kommunikationspartner müssen auch nicht Kunden desselben Mobilfunkanbieters sein, die Verschlüsselungslösung funktioniert dem Entwickler zufolge bei jedem Anbieter.

Die Technik des Verfahrens beschreibt die Telekom so : Die Schlüssel, die bei der Lösung die sichere Kommunikation ermöglichen, werden ausschließlich auf den eingesetzten Smartphones selbst generiert und nach Gesprächsende sofort gelöscht. Sie seien somit immer und ausschließlich in der Hand des Nutzers und vollkommen unabhängig vom Netzbetreiber. Dieses Prinzip schließe aus, dass sich Dritte in eine Kommunikation einklinken (sogenannte ”Man in the middle-Attacke“). Zudem werden die Kontaktdaten, Nachrichten sowie Texte in der App wie in einem sicheren Container verschlüsselt und so auf dem Smartphone separat gespeichert, verspricht der Anbieter weiter. Für das Lesen der vertraulichen Informationen ist ein Passwort notwendig.

Die App benötige ferner lediglich eine Bandbreite von 4,8 Kbit netto und funktioniert daher auch in Gegenden mit schlechter Netzversorgung, unterstützt aber auch Standards wie LTE, GPRS, 4G, 3G, 2G, Wifi und andere, so die Telekom in ihrer Pressemitteilung weiter.

Entwickelt wurde diese Lösung von der Berliner Firma GSMK, die im Bereich der mobilen Sprach- und Nachrichtenverschlüsselung tätig ist. Zunächst ist dieses Verfahren lediglich für Großkunden verfügbar und kostet je nach Abnahmemenge zwischen 15 und 20 Euro pro Gerät und Monat. Die Anwendungsbereiche mit verschlüsselter Kommunikation über diese Lösung sollen von geheimen Vertragsverhandlungen oder Diskussionen zu Unternehmenszusammenschlüssen, über Forschung und Entwicklung bis hin zu Zeugenschutzprogrammen reichen. Später soll diese Lösung auch für mittelständische Unternehmen und private Nutzer zur Verfügung stehen. Vorläufig ist die App für Android- und Apple-Geräte (iOS) erhältlich, Windows Phone soll folgen.

Vandalen trennen Kabel Deutschland vom Netz

Vandalen trennen Kabel Deutschland vom Netz (c) iSockphoto.com/lisegagne
Vergrößern Vandalen trennen Kabel Deutschland vom Netz (c) iSockphoto.com/lisegagne
© iSockphoto.com/lisegagne

Kabel Deutschland wurde Opfer eines Anschlags. 160.000 Haushalte in Berlin (genauer gesagt in Teilen des ehemaligen West-Berlin) standen am Sonntag ohne Fernsehen, Internet und Telefon da, sofern sie diese Dienste von Kabel Deutschland bezogen. Denn unbekannte Täter kappten die Leitung.

Wie die Berliner Polizei meldet, kappten unbekannte Täter am Sonntag, den 10. August, vor 6 Uhr in einem Leitungsschacht die Glasfaserkabel von Kabel Deutschland. Daraufhin waren die Berliner Stadtteile Charlottenburg, Spandau und Wilmersdorf ohne Verbindung zur Außenwelt, sofern sie Kabel Deutschland nutzten. Mittlerweile nahm der Berliner Staatsschutz die Ermittlungen auf, weil der Verdacht von politischen Motiven bestehe und der Sachverhalt nicht nach reinem unmotivierten Vandalismus aussehe. Ein Bekennerschreiben gebe es bis dato aber nicht.

Die Saboteure drangen nach einem Bericht des Berliner Tagesspiegel in einen Kabelschacht in der Heerstraße in Charlottenburg ein. Dort durchschnitten die Eindringlinge rund 400 Glasfaserkabel, die in mehreren Bündeln zusammengefasst waren. Der dadurch verursachte Ausfall der Kommunikationsdienste von Kabel Deutschland dauerte bis Sonntagabend an. Erst dann hatten Techniker als Ersatz 400 neue Glasfaserkabel durchgezogen.

Laut Kabel Deutschland ist das der erste derartige Fall von Vandalismus überhaupt. Kabel Deutschland wird den betroffenen Kunden jedoch kein Geld erstatten, wie der Rundfunk Berlin-Brandenburg RBB berichtet.

John McAfee warf alle Smartphones weg - wegen Spionage

John McAfee warf alle Smartphones weg - wegen Spionage (c) John McAfee
Vergrößern John McAfee warf alle Smartphones weg - wegen Spionage (c) John McAfee
© John McAfee

John McAfee nutzte die diesjährige Hacker-Konferenz Def Con für einen seiner spektakulären Auftritte, wie verschiedene US-Medien berichten . Er warnte nämlich eindringlich davor Smartphones zu benutzen. Er begründete seine Aussage damit, dass Smartphones amerikanische Verbraucher ausspionieren würden. Das Gerät, das am meisten Privatsphäre versprechen würde, wäre ein dummes Telefon. Er habe deshalb alle seine Smartphones weggeworfen.

Der Paradiesvogel McAfee mag unter Sicherheits-Gesichtspunkten ja durchaus Recht haben, angesichts seiner bisherigen Vita dürfte er aber nur wenige Smartphone-Besitzer davon überzeugen können, ihr Mobil-Gerät wegzuwerfen. Im Zeitalter von iPhone, Android und Windows Phone ist das ohnehin eine mehr als provozierende Forderung.

John McAfee sagte zudem auf der Def Con, dass er mit brownlist.com eine etwas merkwürdig erscheinende Seite gestartet habe, auf der man sich über große Unternehmen und Institutionen beschweren könne. Damit sollen diese zur Lösung des jeweiligen Problems gezwungen werden.

John McAfee gründete 1987 das gleichnamige Sicherheitsunternehmen, das der Chip-Gigant Intel im Jahr 2011 für sieben Milliarden US-Dollar aufgekauft hat. Intel hat Anfang des Jahres 2014 angekündigt, dass es die bisherigen McAfee-Produkte künftig unter dem Markennamen Intel Security vermarkten wolle. John McAfee wiederum verkündete lautstark, dass er keine McAfee-Software mehr verwenden wolle. Er begründete diese Entscheidung mit deftigen Worten: „Ich bin Intel ewig dankbar, dass sie mich von dieser schrecklichen Verbindung mit der schlechtesten Software des Planeten befreien. Das sind nicht meine Worte, sondern die Worte von Millionen zorniger Nutzer“.

Zuvor war John McAfee 2012 aus dem mittelamerikanische Land Belize geflüchtet, weil sein dortiger Nachbar tot aufgefunden worden war. In diesem Zusammenhang verbuddelte er sich unter anderem im Sand, um nicht gefunden zu werden, und tarnte sich als betrunkener deutscher Tourist. Er tauchte unter und meldete sich nur von Zeit zu Zeit via Internet. In Guatemala, wohin er sich geflüchtet hatte, täuschte er einen Herzinfarkt vor. Damit erreichte er, dass er in die USA deportiert wurde.

John McAfee hatte jahrelang als Yoga-Lehrer gearbeitet und darüber auch Bücher geschrieben. Er betätigte sich zudem als Leichtflugzeugpilot und beschäftigte sich mit der Entwicklung von Antibiotika. In seinen jungen Jahren will John McAfee Probleme mit Alkohol und Kokain gehabt haben. Inwieweit das alles zutrifft oder ob es sich dabei nur um eine bewusste Stilisierung als Rebell gegen das Establishment handelt, ist schwer zu beurteilen.

Massiver Shitstorm trifft Facebook Messenger mit voller Wucht

Massiver Shitstorm trifft Facebook Messenger mit voller Wucht (c) Facebook
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© Facebook

Wer unterwegs mit seinen Facebook-Freunden chatten möchte, konnte bisher die normale App dafür verwenden. Seit Ende Juli setzt Facebook für Chats aber den Zwang zur Nutzung der App Facebook Messenger durch. Dazu erscheint in der Facebook-App ein entsprechender Hinweis auf die Messenger-App.

Die Reaktion der Nutzer aufgrund des Messenger-Zwangs fällt extrem aus. So hagelt es beispielsweise auf iTunes über das Wochenende und die Tage davor massenweise Ein-Stern-Bewertungen. "Unverschämtheit", "Frechheit", "Totaler Schwachsinn". Das ist nur ein Auszug mit eher harmlosen Kommentaren. Insbesondere der Zwang zur Nutzung des Messengers wird scharf kritisiert. Ähnlich fallen auch die Kommentare der Android-Nutzer auf Google Play aus.

Nichtsdestotrotz steigen die Facebook-Nutzer fleißig auf den Facebook-Messenger um. Auf Google Play belegt der Facebook Messenger den ersten Platz in den Top-Charts. Und auch in der Kategorie "Top-Apps (Gratis)" für das iPhone im iTunes Store belegt der Facebook Messenger derzeit den ersten Platz.

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