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Morgenmagazin vom Dienstag, 13. August 2019

13.08.2019 | 07:09 Uhr |

iPhone verliert in Europa Marktanteile, Samsung legt zu +++ Neuer Trailer für Apple TV+ macht Appetit auf Morning Show +++ Keine Bahnübergänge in Apple und Google Maps +++ DefCon: Smarte Lautsprecher können gesundheitsschädliche Geräusche ausgeben +++ 16 ProMarkt-Standorte gehen an Expert +++ Russland: Staatliche Medienaufsicht droht Youtube

Wir wünschen allseits einen Guten Morgen! Die Redensart "etwas mit links" zu erledigen, stammt vermutlich aus jenen Zeiten, als im europäischen Kulturkreis nur die rechte Hand als die "richtige" angesehen war. Dass sich etwas anscheinend einfaches "mit links" erledigen lässt, enttarnt aber auch gleich einen Denkfehler aus jener Zeit. Denn wer als Linkshänder geprägt war, tat sich eben verdammt schwer damit, sich "auf rechts" umerziehen zu lassen.

Linkshändigkeit ist heute glücklicherweise nur noch für die ein Problem, die mit triefenden Tintenschreibern von links nach rechts schreiben müssen, Ex-Präsident Barack Obama musste das jedes Mal beim Unterzeichnen eines Gesetzes erleben - wie es auch seinen Vorgängern Bill Clinton und George Bush Senior erging. Aber nur weil heute ein Präsident wieder mit rechts unterkrakelt, wird das nicht automatisch richtig.

Anders als Füller ist jedes Werkzeug mit Chiralität auch für Linkshänder verfügbar, Dosenöffner, Scheren und dergleichen. Auch asymmetrische Musikinstrumente gibt es in speziellen Ausführungen, nur sind die meist etwas teurer. Paul McCartney arbeitete noch mit einem symmetrischen Höfner-Bass, ein solcher steht auch in unserem Studio. Aber Kurt Cobain wollte in Seattle Stratocaster spielen und soll seine Gitarren wegen der hohen Preise für Linkshänderversionen zunächst selbst umgebaut haben soll, nicht unbedingt fachgerecht. Damit war dann nur ein Sound möglich, der in den frühen Neunzigern als Grunge Schockwellen durch die Musikszene schickte. Geschickter stellte sich da schon Jimi Hendrix an, der auf seinen Strats einfach die Saiten anders herum aufspannte. Die ebenso von Seattle ausgehenden Schockwellen waren vor 50 Jahren noch viel höher, weil Hendrix sein Instrument auch noch wie kaum ein anderer beherrschte.

Auch ein anderer prominenter Linkshänder wirkte vor allem in Seattle, Bill Gates. Mit links schließlich hat auch Anfang des 20sten Jahrhunderts Albert Einstein seine Formeln entwickelt und niedergeschrieben. Die Mär, Linkshänder seien besonders intelligent, ist trotz prominenter Einzelbeispiele aber nicht haltbar. Im Fußball und Handball sind die Linken aber für Spezialaufgaben auf den Außenpostionen besonders begehrt, im Tennis gar gefürchtet. John McEnroe ist ein solches Beispiel, er hat in Wimbledon nicht nur wegen seiner Schimpftiraden Björn Borg genervt, sondern auch mit links geschlagenen Bällen. Rafael Nadal, einer der besten Tennisspieler der Gegenwart, hat als Rechtshänder gar von Anfang an auf links umgeschult. Mit der beidhändig geschlagenen Rückhand kommt er damit effektiv auf zwei Vorhände. Und auch Angelique Kerber - eigentlich auch eine Rechtshänderin –  hat das Racket von Anfang an mit links gegriffen. Die Apple Watch tragen die meisten Nutzer am linken Arm, wie auch andere Uhren, um sie mit der "richtigen" Hand zu bedienen. Ein Klick in der Apple-Watch-App auf der Uhr, und man kann die Seiten tauschen.

Sprich: Am heutigen Weltlinkshändertag kann man sich davon verabschieden, dass "links" ein Synonym für "falsch" ist. Nur machen politische Systeme, die sich selbst als links bezeichnen, dadurch nicht alles recht. Die Mauer, die am 13. August vor 58 Jahren in Berlin errichtet wurde, ist ein Beweis dafür. Glücklicherweise ist der Wall seit 2017 länger Geschichte, als er je stand. Als "The Berlin Wall" war zuletzt nur noch der für Leiceser City in der Premier League in England spielende Innenverteidiger Robert Huth bekannt. Der kommt übrigens aus Ost-Berlin und "durfte" die Mauer noch fünf Jahre lang "bewundern". Linkshänder ist er aber nicht, seine aktive Karriere hat er mittlerweile beendet, wenn auch nicht so spektakulär die echte Berliner Mauer die ihre vor fast 30 Jahren.  Peter Müller

Lesetipps für den Dienstag

Multiuser : Was man auf dem iPad trotz des neuen, eigenständigen iPadOS 13 immer noch vergeblich sucht, bringt das Apple TV mit tvOS 13 nun mit – mehrere Benutzerkonten. Das ist insofern sinnvoll, als dass mehrere Personen im Haushalt die Streamingbox nutzen können und dabei ihre eigene Musik abgespielt, die eigenen Fotos angezeigt und auch zum eigenen Geschmack passende TV-Empfehlungen angezeigt bekommen. Das darf man sich aber nicht so vorstellen wie das Mehrbenutzersystem macOS, wo ein jeder Nutzer seine eigenen Anwendungen, Dokumente und Einstellungen angezeigt bekommt. Den Unterschied machen lediglich die Mediatheken aus. Übergreifende Services wie iCloud, Game Center oder Home bleiben an die AppleID des Hauptaccounts gebunden. Den Zugriff auf die einzelnen Konten kann man auch nicht per Passcode beschränken, jeder mit Zugriff auf das Apple TV bekommt Einblick auf die Inhalte aller Accounts. Insofern ist das System nur dazu dienlich, persönliche Empfehlungen für mehrere Nutzer zu erstellen, aber ein echtes Multiuser-System muss anders aussehen - auch auf dem iPad. Macworld erklärt im Detail, wie man mehrere Nutzer auf dem Apple TV einrichtet und verwaltet.

Ausgetrickst : Malware auf gefakten Flash-Installern, manipulierte USB-Sticks, die man "zufällig" findet, eine schlecht formulierte Aufforderung zur Überprüfung der Kontodaten sein AppleID-Passwort einzugeben, Erpressungsversuche mit angeblichen anzüglichen Vieoaufnahmen, wer fällt denn heute noch darauf rein? Leider immer noch eine ganze Menge Leute – und Sicherheitssoftware, die man natürlich auf seinem Rechner installiert haben sollte, schützt nicht vor jedem Angriff. Der Schwachpunkt sitzt immer noch vor dem Rechner oder hat das iPhone in der Hand, selbst übervorsichtige IT-Profis sind schon mal reingefallen. Denn die Königsdisziplin des Betrugs ist das über ein persönliches Gespräch - auf der Defcon hat es dazu sogar einen Wettbewerb gegeben, wie Spiegel Online berichtet. Die Aufgabe: Eine Firma soweit vor ab über öffentliche Informationen ausspähen, dass man genau weiß, welchen Mitarbeiter man als gefakter IT-Support des eigenen Unternehmens vor sich hat und wie man ihn oder sie dazu bringen kann, tiefer gehende Geheimnisse wie etwa interne Passwörter preis zu geben oder in seinen Browser eine Adresse einzutippen, die zu einer manipulierten Website führt. Die Gewinnerin des Wettbewerbs war beim Tabak-Konzern R.J.-Reynolds erfolgreich, der entscheidende Hebel war hier die Gier: Das vermeintliche IT-Department hatte einen neuen Laptop versprochen, wenn der Mitarbeiter sich kooperativ bei der Auswertung von aktueller Hardware und Software zeige. Die gute Nachricht aber: Nicht jedes Unternehmen lässt sich so austricksen, der mit dem Waffenhersteller Glock verbundene Social-Hacker kam nicht weit und wurde praktisch sofort enttarnt.

Doppelt und Dreifach : Eine Keynote im September auf der Apple (drei) neue iPhones vorstellen wird und dazu eine neue Apple Watch, gilt als gesetzt. Und es gibt durchaus plausible Zeichen, dass im Oktober Apple erneut zu einer Produktvorstellung laden wird. Wie im letzten Jahr sollen dann neue iPads Thema sein. Der japanische Blog Mac Otakara hat nun recht abenteuerliche Ideen, wie die iPad (Pro) des Jahrgangs 2019 aussehen könnten. Das Einsteiger-iPad bekäme dann einen 10,2-Zoll- statt 9,7-Zoll- Bildschirm und ein Dualkamerasystem auf der Rückseite, wie es heute bei den iPhone XS und XS Max zum Einsatz kommt. Das neue iPad Pro hingegen bekäme die Triple-Kamera, die für die iPhones von 2019 schon länger spekuliert wird. Mit den Prognosen von Mac Otakara muss man sehr skeptisch sein, in der Vergangenheit lag der Blog recht oft falsch.

Appetithappen : Auch wenn das Wetter in manchen Gegenden schon herbstlich anmutet, es ist immer noch Sommer. Auf den Apple-Herbst gilt es weiter zu warten und damit auf den Start von Apple TV+, mit von Apple finanziertem Originalprogramm. Der Herbst steht aber an, wenige Wochen sind es nur noch, bis per Stream die ersten Serien ausgestrahlt werden, vermutlich werden wir Anfang September einen genauen Termin erfahren. Apple hat nun einen neuen Trailer für die Sitcom "The Morning Show" mit Reese Witherspoon, Jennifer Aniston und Steve Carell veröffentlicht, man sieht eine recht düstere Kamerafahrt durch die Kulissen und Garderoben eines Fernsehstudios und dazu aus dem Off mehrere sich überschneidende und widersprechende Stimmen der Nachrichtensprecher, um die es in der Serie gehen wird.

Falle : Für sich sind Smartspeaker wie Amazon Echo oder Google Home sehr energieeffizient, ebenso smarte TVs oder Boxen wie Apple TV oder Fire TV Stick. Im Standby liegt deren Leistungsaufnahme bei typischerweise anderthalb Watt oder sogar noch darunter. Dies legt ein Report der Umweltschutzorganisation Natural Resources Defense Council da. Im gleichen Bericht steht aber auch die Warnung, dass die Kombination von Smart Speaker und Smart TV jedoch zu einer weit höheren Leistungsaufnahme führe, die Strommehrkosten von 20 US-Dollar pro Jahr zur Folge habe. Wenn man bestimmte Modelle der Baujahre 2017 und 2018 so konfiguriere, dass sie sich von Alexa oder Google Home aufwecken ließen, steige die Leistungsaufnahme in diesem Standbymodus auf eine Größenordnung von 20 Watt an. Betroffen sind beispielsweise die SmartTVs Vizio P55-F1,  Westinghouse WA50UFA1001 oder per populäre Sony X900F 4K TV. Den Herstellern sei das Problem aber nun bekannt, Softwareupdates sollen die Leistungsaufnahme des Network-Stand-by wieder reduzieren.

Rückfall : Der Marktanteil des iPhone in Europa ist laut der Marktforscher von Canalys im zweiten Kalenderquartal gegenüber dem Vorjahr von 17 Prozent auf 14,1 Prozent gefallen. Apple bleibt damit aber noch auf dem dritten Platz, hinter Samsung und Huawei und vor Xiaomi und HMD Global. Apple nennt keine Stückzahlen, Canalys kommt bei seiner Analyse aber auf 6,4 Millionen Verkäufe im Juniquartal, im Jahr davor seien es noch 7,7 Millionen Stück gewesen, der Rückgang betrug 17 Prozent. Als Gewinner geht Samsung hervor, dessen Verkäufe von 15,3 auf 18,3 Millionen Euro stiegen. Der Zuwachs kommt aber vor allem von der A-Serie der Mittelklasse und nicht von den Flaggschiffen, die mit Apples Angebot konkurrieren. Samsung habe sich in diesem Jahr darauf konzentriert, Marktanteile hinzu zu gewinnen und weniger Wert auf Rendite gelegt.

Sicherheit: Apple, Google, Microsoft und andere Anbieter von Straßenkarten würden eine Empfehlung des National Transportation Safety Board einfach ignorieren, Bahnübergänge in ihren Kartenapps zu kennzeichnen, berichtet Politico. Diese Empfehlung hat die Behörde im Jahr 2016 erteilt, Auslöser war ein Unfall eines Lastwagens mit einem Amtrak-Zug im kalifornischen Oxnard im Jahr zuvor, bei dem 32 Personen verletzt wurden und eine zu Tode kam. Hunderte Personen würden in den USA jährlich an Bahnübergängen sterben, zeitgleich verließen sich immer mehr Verkehrsteilnehmer auf digitale Hilfsmittel - eine Teillösung für das Problem wäre so leicht zu erreichen. Das sehen die Entwickler aber anders, in einer 2017 gegebenen Antwort an die Verkehrsbehörde hat Google argumentiert, seine Anwender nicht mit zu vielen Informationen überfordern zu wollen.

DefCon: Smarte Lautsprecher können gesundheitsschädliche Geräusche ausgeben

Seit den Enthüllungen der letzten Wochen haben smarte Lautsprecher den Ruf als Wanze in den eigenen vier Wänden. Doch von den über WLAN oder Bluetooth angebundenen Geräten kann auch eine ganz andere Gefahr ausgehen: Matt Wixey, Sicherheitsforscher bei PricewaterhouseCoopers, zeigte auf der Def Con Sicherheitskonferenz in Las Vegas, dass die smarten Lautsprecher von Angreifern auch als Cyber-Waffe genutzt werden können. Nach der Übernahme der Geräte durch Hacker lassen sich darüber gesundheitsschädliche Geräusche ausgeben. Diese seien teilweise gar nicht wahrnehmbar und entsprechend schwer als Bedrohung auszumachen.

Denkbar seien auch Geräusche, die den Zuhörer irritieren. Doch die Töne könnten auch die Orientierung einschränken oder sogar das Hörvermögen des Nutzers schädigen. In einem weiteren Experiment war es zudem möglich, das Gehäuse des Lautsprechers durch besonders energiereiche Töne zum Schmelzen zu bringen. Ein Hersteller habe auf Rückfrage bereits mit einem Update auf die Angriffsmöglichkeit reagiert. Laut Wixey könnten derartige Angriffe auch in großem Stil durchgeführt werden, beispielsweise in Stadien oder in Bürogebäuden. Der Sicherheitsforscher fordert die Hersteller daher dazu auf, ihre smarten Lautsprecher besser gegen derartige Angriffe zu schützen.

16 ProMarkt-Standorte gehen an Expert

Nachdem der Handelskonzern Rewe seine Elektronik-Kette ProMarkt im Mai offiziell zum Verkauf ausgeschrieben hatte, ist nun ein erster Abschluss zustande gekommen: Wie die Lebensmittelzeitung meldet, wird die Verbundgruppe Expert insgesamt 16 ProMarkt-Filialen übernehmen. Dabei handelt es sich um die Standorte in Bonn, Euskirchen, Wittlich, Bad Salzuflen, Dormagen, Göttingen, Altenkirchen, Mayen, Montabaur, Kronach, Weißenburg, Augsburg, Gersthofen, Memmingen, Mindelheim sowie Bad Säckingen.

Zuvor hatte bereits Expert-Chef Volker Müller bei der Bilanzpressekonferenz der Verbundgruppe bestätigt, mit Rewe in Verhandlungen über die Übernahme einer Reihe von ProMarkt-Standorten zu stehen. Expert verfolgt einen ehrgeizigen Wachstumskurs und hat bereits vor dem Einstieg bei ProMarkt für das laufende Jahr die Eröffnung weiterer 19 Flächenmärkte angekündigt. Beim Umsatz musste Expert allerdings zuletzt eine stagnierende Entwicklung hinnehmen .

Bereits beim Auftauchen der ersten Verkaufsgerüchte zu ProMarkt wurde Expert als möglicher Übernahmekandidat gehandelt – zunächst sogar für das gesamte Filialnetz. Mit dem Interesse an den Elektromärkte der Rewe Group ist Expert allerdings nicht alleine: Wie die Lebensmittelzeitung berichtet, sollen sich auch die CE-Verbundgruppen EP und Euronics noch in Verhandlungen über die Übernahme einzelner ProMarkt-Standorte befinden. Aus dem Interessentenkreis ausgeschieden sei dagegen Media-Saturn.

Inzwischen bestätigte Expert, dass bis Ende Oktober 2013 sukzessive sechzehn ProMarkt-Standorte in das Eigentum von neun zur Expert Gruppe gehörenden selbständigen Unternehmern übertragen und somit in das Konzept der Expert Verbundgruppe integriert werden. „Wir freuen uns, dass wir in kurzer Zeit einen leistungsstarken Käufer für die ersten 16 ProMarkt Filialen gefunden haben", erklärt Rewe Group-Vorstandsmitglied Frank Wiemer. „Mit der Eingliederung in die Expert Gruppe sichern wir den erfolgreichen Fortbestand dieser Standorte und können gleichzeitig unser Standortnetz sinnvoll ergänzen“, freut sich Volker Müller, Vorstandsvorsitzender der Expert AG. „Unser Ziel ist es, innerhalb der nächsten Monate die ProMarkt-Standorte reibungslos in die Struktur der jeweiligen Expert Gesellschafter einzugliedern. Die Sicherung der insgesamt 421 Arbeitsplätze und die Gewährleistung der Kontinuität im Umgang mit Geschäftspartnern und Kunden ist für uns von zentraler Bedeutung.“

Wie viel Freude die Neu-Eigner an den ehemaligen ProMarkt-Standorten haben werden, ist allerdings fraglich. Die Argumentation der Rewe-Group, ProMarkt sei wegen verpasster Chancen im Online-Geschäft gescheitert, stimmt jedenfalls nicht: Die Retail-Kette hatte seit der Übernahme des Online-Händler Myby.de Ende 2009 eine ehrgeizige Multichannel-Strategie verfolgt. Stattdessen dürfte für die schlechte Entwicklung von ProMarkt eher das Überangebot an Elektronikmärkten und die zu geringe Attraktivität des von der Retail-Kette gelieferten Leistungsangebots für die Kunden verantwortlich gewesen sein. Ob hier ein neuer Eigentümer schlagartig für gewandelte Verhältnisse sorgt, ist fraglich.

Russland: Staatliche Medienaufsicht droht Youtube

In Moskau demonstrierten am Wochenende abermals tausende Menschen für freie Wahlen. In einer der größten Protestkundgebungen verlangten die Protestanten, dass zu den im September stattfindenden Kommunalwahlen auch Kandidaten der Opposition zugelassen werden. Auf der Videoplattform Youtube wurden zahlreiche Aufnahmen der Proteste hochgeladen, die das harte Vorgehen der Polizei zeigen. Die russische Medienaufsicht droht nun der Plattform und verlangt nach Maßnahmen.

Laut Spiegel Online wird die Videoplattform demnach aufgefordert, entsprechende Maßnahmen zu ergreifen, dass für nicht zugelassene Proteste geworben wird. So beklagten der russische Föderationsrat sowie die Medienaufsichtsbehörde Roskomnadsor, dass Youtube-Kanäle „Strukturen“ nutzen, um per Push-Nachrichten die Protest-Aktionen zu verbreiten. Dadurch würden Menschen manipuliert: „Sie erhielten ohne Grund Informationen aus Quellen, die sie nie abonniert hatten.“

Einige Youtube-Kanäle hatten die Demonstrationen dabei live im Internet übertragen. Viele Videos zeigten auch das teils harte Durchgreifen der Polizei bei Festnahmen von Demonstranten. An den vergangenen drei Wochenenden wurde rund 2000 Menschen in Moskau festgenommen.

Roskomnadsor drohte Google direkt – sollte eine angemessene Reaktion ausbleiben, wird Russland das als feindselige Einmischung in innere Angelegenheiten sowie in demokratische Wahlen betrachten und man werde dann „angemessen“ darauf reagieren.

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