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Morgenmagazin vom Dienstag, 13. Oktober 2015

13.10.2015 | 06:57 Uhr |

13. Oktober 2015 +++ Apple wird Kartellwächter los +++ Analysten sehen schlechte iPhone-Verkäufe +++ Facebook-App mit 3 D Touch +++ Amazon Deutschland will Flüchtlinge einstellen - für das Weihnachtsgeschäft +++ Gestohlene Daten für Online-Shops missbraucht +++ Zwei Männer sollen 50.000 Raubkopien verbreitet haben +++ Schwachstelle in Netgear-Routern

Was heute wichtig wird: 13. Oktober 2015

Das Macwelt-Morgenmagazin wünscht einen Guten Morgen! Glaubt man den zuletzt über Apple kursierenden Gerüchten, blickt auf den Kalender und zählt alles zusammen, dann dürfen wir uns heute auf neue Macs freuen. Es ist wieder Dienstag, ein Special Event weit und breit nicht in Sicht und halbwegs zuverlässige Quellen haben vom 13. Oktober als Premierentag für den iMac 4K in 21,5 Zoll schon letzte Woche gesprochen. Einzig und allein die fehlenden Wartezeiten bei der Lieferung aus dem Apple Store machen ein wenig stutzig. Kaum vorstellbar, dass Apple die bisher erhältlichen Macs nicht auch auf den Skylake-Prozessor aktualisiert und sie neben dem neuen 21,5-Zöller einfach so weiter verkauft. Am frühen Nachmittag wissen wir womöglich mehr.

Mit neuen Macs (auch der Mac Mini und der Mac Pro könnten Upgrades vertragen) würde Apple sich wieder um sein Stammgeschäft kümmern. Das iPhone trägt zwar den Hauptanteil zu Umsatz und Gewinn bei und iPads verkauft Apple auch in schlechten Quartal noch mehr als doppelt so viele wie Macs, der Macintosh ist und bleibt aber der Felsen, auf den das Unternehmen gebaut ist. In anderen Geschäftsbereichen wie Hardware, Software, Medieninhalte und Services will Apple auch gar nicht agieren betont das Unternehmen stets. Cupertino sammle die Daten seiner Kunden nur anonym und zum Zwecke der Verbesserung seiner Angebote, nicht aber, um sie an Werbekunden zu vermarkten. Andere Unternehmen existieren anscheinend aber nur zu diesem Zweck.

Das ist Facebook, Google und Konsorten aber nicht vorzuwerfen, dort wo Menschen und ihre Interessen zusammenkommen, entstehen Gespräche, aus Gesprächen werden Märkte. Das Urteil des EuGH von letzter Woche könnte aber so manches Geschäftsmodell mit der kommerziellen Verwertung von Daten ins Wanken bringen, zumindest in Europa. Auch Apple wird seine Datenschutzbestimmungen vermutlich anpassen und Rechenzentren in Europa errichten müssen, vermuten Experten. Warum in Europa ein vergleichsweiser rigider Datenschutz gilt, hat seine Ursachen in einem Gesetz, das in Hessen am 13. Oktober 1970 in Kraft getreten ist, heute vor 45 Jahren. Das seinerzeit von der SPD regierte Bundesland reagierte auf die beginnende Digitalisierung der Verwaltung, der Wirtschaft und der Gesellschaft mit einem Gesetz, dass Staaten daran hindern sollte, zu einem allwissenden Monster wie das Ozeanien in George Orwells Dystopie "1984" zu werden. Das erste Datenschutzgesetz der Welt installierte unabhängige Kontrollmechanismen und einen Datenschutzbeauftragten und wurde so zum Vorbild aller Gesetze dieser Art und zur Grundlage der informationellen Selbstbestimmung. Vermutlich haben die Väter des Datenschutzes aber nicht daran gedacht, dass man den Bürger nicht nur vor allmächtigen Staatsorganen schützen muss, sondern sogar vor Firmen, denen wir unsere Daten freiwillig überlassen. Peter Müller

Lesetipps für den Dienstag

Mehr Musik, viel mehr Musik: Die gute Nachricht an Apple Music: 30 Millionen Titel stehen zur Auswahl. Die schlechte: Die eigene iCloud-Musikbibliothek nimmt nur 25.000 Titel auf, auch nicht mehr als es beim Synchronisationsdienst iTunes Match der Fall ist. Ist zwar jede Menge Holz, für Musik-Freaks ist das Limit aber schnell erreicht. Im Juni hatte Apples iTunes-Chef Eddy Cue versprochen, das Limit im Hersbt zur Veröffentlichung von iOS 9 auf 100.000 Titel auszuweiten. Kirk McElhearn, der iTunes-Guy der Macworld, erinnert Cue nun an sein Versprechen und fragt zudem, wo die ebenfalls für den Herbst angekündigte Android-App für Apple Music bleibe.

Facebook unterstützt 3D Touch: Facebook hat seine iOS-App am Montag aktualisiert und darin Unterstützung für 3D Touch eingebaut. Drücken Besitzer von iPhone 6S oder iPhone 6S Plus fest auf das Icon auf dem Home-Screen, können sie sofort einen Post verfassen, ein Bild aufnehmen oder eines hochladen. Die App bringt zudem weitere Neuerungen, etwa einen Shopping-Feed.

Apple ändert Nutzugsbedingungen : Letzte Woche hat Apple eine Reihe von Apps aus dem App Store ausgeschlossen, die Root-Zertifikate verwenden. Betroffen sind davon hauptsächlich Ad-Blocker, die verschlüsselten Internettraffic auslesen. Root-Zertifikate sind aber auch wichtig für die Anbieter von VPN-Apps und waren bisher erlaubt. Welche Probleme Entwickler bekommen, wenn Apple plötzlich die Regeln ändert.

Watchdog : Das US-Justiministerimum will den Aufpasser Michael Bromwich von Apple abziehen. Dieser hatte nach dem Kartell-Urteil im E-Book-Prozess Apple daraufhin überwacht, ob der Konzern die Anordnungen des Gerichts auch umsetze. Das Justizministerium ist der Ansicht, Apple habe nun sinnvolle Strukturen und Prozesse errichtet, um nicht mehr gegen Kartellbestimmungen zu verstoßen, das zuständige Gericht in Manhattan müsse daher den Auftrag für Bromwich nicht weiter verlängern.

Schlechter Verkauf: Trotz eines guten Starts am ersten Wochenende mit 13 Millionen Geräten würde der Verkauf des iPhone 6S und und 6S Plus "enttäuschend" ausfallen, wollen die Analysten von Pacific Crest errechnet haben. Im Quartal werde Apple lediglich 67 Millionen statt der erwarteten 76 Millionen Geräte verkaufen und mit einem neuen iPhone erstmals weniger Geräte verkaufen als vom Vorgängermodell. Der neue Verkaufsrekord am ersten Wochenende war mit den Vorjahren nur bedingt vergleichbar, da erstmals auch in China schon an den ersten Tagen das neue iPhone in den Handel gegangen war.

Genial, aber kein Luxus: Der CEO von TAG Heuer Jean-Claude Biver hält die kolportierte Zahl von bisher 5 Millionen verkauften Apple Watches für enorm. Die Schweizer Uhrenindustrie müsse mit einem "Tsunami" aus Cupertino fertig werden, allerdings nur im Preissegment zwischen 200 und 2000 US-Dollar. Die goldene Apple Watch Edition sei hingegen keine Gefahr für das Luxussegment.

Weitere Nachrichten

Amazon Deutschland will Flüchtlinge einstellen - für das Weihnachtsgeschäft

Amazon Deutschland plant zum kommenden Weihnachtsgeschäft auch Flüchtlinge als Saisonarbeiter zu beschäftigen. Das erklärte Ralf Kleber, Chef von Amazon Deutschland, in einem Interview mit der Wirtschaftswoche. Derzeit führe man dazu Gespräche mit den Arbeitsagenturen, "um zusätzlichen Bedarf im diesjährigen Weihnachtsgeschäft über Flüchtlinge abzudecken“, so Kleber.

Laut Kleber sei sowohl bei den Arbeitsagenturen als auch bei den Flüchtlingen das Interesse "enorm". Geprüft werden müsse aber, ob es sich umsetzen lasse. Die Flüchtlinge sollen als Saisonkräfte den gleichen Lohn wie andere Amazon-Beschäftigte erhalten. Laut Kleber liegt der Einstiegslohn bei im Schnitt 10,40 Euro pro Stunde. "Da gibt es keine Abstriche. Wir müssten uns eher damit befassen, welche Zusatzleistungen wir anbieten, etwa Sprachkurse", sagte Kleber.

Während der Weihnachtszeit steigt der Bedarf an Arbeitskräfte bei Amazon Deutschland enorm. Aktuell sind laut Kleber rund 12.500 feste Mitarbeiter bei Amazon Deutschland beschäftigt. Im Weihnachtsgeschäft werden rund 10.000 zusätzliche Saisonkräfte benötigt.

Deutschlandweit beschäftigt Amazon nach eigenen Angaben 12.500 feste Mitarbeiter, rund 350 mehr als im Vorjahr. „Für das Weihnachtsgeschäft brauchen wir zusätzlich 10.000 Saisonkräfte allein in Deutschland“, so Kleber.

Gestohlene Daten für Online-Shops missbraucht

Wie Cyber-Kriminelle im Internet mit gestohlenen Identitäten Kasse machen, zeigt NDR Info im Rahmen aktueller Recherchen. Das Radioprogramm hat die Machenschaften zweifelhafter Online-Shops untersucht und fand dabei heraus, dass entwendete Daten zu Tausenden zur Registrierung von Domains verwendet werden.

Die Nutzer hatten meist zuvor in ähnlichen Shops bestellt und dabei ihren Namen, ihre Adresse und ihre Kreditkartennummer hinterlegt. Die Shop-Betreiber nutzen diese persönlichen Daten, um Domains für neue Internet-Shops zu registrieren. Auf diesen werden dann Plagiate von Marken-Taschen oder Turnschuhen angeboten. Die Shop-Betreiber sitzen den Angaben zufolge in China und bleiben durch die Anmeldung mit falscher Identität meist unerkannt.

Entsprechende Abmahnungen wegen des Verkaufs von Plagiaten flattern dann bei den ahnungslosen Besitzern der entwendeten Daten ins Haus. Wer nachweislich nichts von der Eröffnung eines Online-Shops auf seinen Namen wusste, muss für den entstandenen Schaden jedoch nicht haften, erklärt der Kölner IT-Anwalt Christian Solmecke . Er rät Betroffenen Strafanzeige wegen Datendiebstahls zu erstatten, sobald sie von dem Betrug erfahren.

Zwei Männer sollen 50.000 Raubkopien verbreitet haben

Am Montag hat vor dem Amtsgericht in Leipzig der Prozess gegen zwei 29 und 32 Jahre alte Männer begonnen. Den Angeklagten wird vorgeworfen, an der illegalen Streaming-Plattform Kino.to beteiligt gewesen zu sein und über die Seite gewerbsmäßige Urheberrechtsverletzungen begangen zu haben.

Über die Plattform, so der Vorwurf weiter, sollen über 50.000 Raubkopien von Filmen und Serien verbreitet worden sein, die die Beschuldigten vorher auf Filehostern hochgeladen hatten.

Die Ermittler hatten im Jahr 2011 zum Schlag gegen Kino.to ausgeholt und das Streaming-Portal dabei offline genommen. Es ist nicht das erste Verfahren gegen die Betreiber von Kino.to. Der aus Leipzig stammende Gründer der Plattform wurde bereits zu einer Haftstrafe von viereinhalb Jahren verurteilt.

Schwachstelle in Netgear-Routern

Zwei Sicherheitsfirmen haben eine Schwachstelle in Routern des Herstellers Netgear aufgedeckt. Damit können Hacker aus der Ferne Zugriff auf die Geräte erlangen. Compass Security hatte den Fehler bereits im Juli an den Hersteller gemeldet, nun fiel die Lücke auch der Sicherheitsfirma Shellshock Labs auf.

Negear will für die betroffenen Firmware-Versionen N300_1.1.0.31_1.0.1.img und N300-1.1.0.28_1.0.1.img auf dem Router WNR1000v4 einem Patch bereitstellen. Andere Modelle des Herstellers könnten aber ebenfalls von Hackern gekapert werden.

Gefährdet sind Anwender, die in ihrem Router den Administrationszugriff aus der Ferne aktiviert haben. Über einen Browser können Hacker dem Gerät vorgaukeln, das Admin-Passwort zu kennen. Laut Compass Security wurden weltweit bereits über 10.000 Router von Netgear auf diese Weise gekapert. Netgear geht von weniger als 5000 Routern aus.

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