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Morgenmagazin vom Dienstag, 14. April 2015

14.04.2015 | 06:46 Uhr |

Was heute wichtig wird: 14. April 2015 +++ Update für Final Cut Pro X, Motion und Compressor +++ Google entwickelt eigenen Akku +++ Game-Bundle für den Mac ab einem Dollar +++ Microsoft und Miele entwickeln smarte Kochgeräte +++ 5,5-Zoll-Display mit 4K-Auflösung von Sharp +++ Unbound HD für Dropbox: Slideshows, Collagen und Apple TV-Streaming +++ Tipp: Zeilen und Spalten mit Options- und Cursor-Taste hinzufügen +++ Test: Fix Me Stick

Was heute wichtig wird: 14. April 2015

Das Macwelt-Morgenmagazin wünscht einen Guten Morgen! Die These lautet: Mädchen sind schlecht in Mathematik, deswegen gibt es auch keine Frauen in der mathematischen Wissenschaft, keine prägenden Architektinnen und auch keine Dirigentinnen von Weltrang. Der Beweis: Ist ein Gegenbeweis, denn wenn die These derart steil aufgestellt ist, genügt schon ein Gegenbeispiel, um sie zu Fall zu bringen. Heute vor 80 Jahren verstarb im US-Exil die deutsche Mathematikerin Emmy Noether, die nicht nur wegen des nach ihr benannten Theorems, das physikalische Erhaltungsgrößen wie Energie oder Drehimpuls mathematisch erklärt, tiefe Spuren in der Naturwissenschaft hinterlassen hat. Noether studierte zunächst mit Sondergenehmigung und war überhaupt erst die zweite Frau, die im Deutschen Reich in Mathematik promovierte, die Behörden lehnten aber noch drei Jahre vor dem Ende des Kaiserreichs ihren Antrag auf Habilitation ab. Erst zwischen den Kriegen konnte sie diese nachholen, die Nazis  entzogen ihr aber schon 1933 die Lehrerlaubnis - nicht, weil sie in Erlangen als Frau zur Welt kam, sondern in einer jüdischen Familie. Bereits zu ihrem 133sten Geburtstag am 23. März widmete Google Emmy Noether ein Doodle , der heutige 80ste Todestag gäbe erneut Anlass, das heutige Doodle erinnert aber an die Einrichtung des Pony Express vor 155 Jahren. War Emmy Noether ein Einzelfall oder woran liegt es, dass auch heute nur wenige Frauen mathematische Studien auf höchstem Niveau betreiben und es zugegebenermaßen verdammt wenige Architektinnen und Dirigentinnen gibt? Ganz gewiss nicht, weil sie es nicht könnten. Hirnforscher erkennen keinerlei Unterschiede zwischen weiblichen und männlichen Gehirnen. Aber vielleicht, weil es Mädchen schon an der Grundschule eingeredet wird, schlecht in Mathe zu sein, meist ja von weiblichem Lehrpersonal. Mädels, lasst Euch nichts einreden, meine Damen, glauben sie nicht alles, was man Ihnen erzählt. Gewiss ist nicht jede für die Mathematik geeignet, sie zu erlernen und leidlich zu beherrschen gleicht im Ansatz dem Erlernen eines Musikinstruments und der Perfektionierung der Spieltechnik. Bei beiden hilft nur das stetige Üben weiter. Das ist bei den Jungs, die sich mit Noethers abstrakter Algebra herumschlagen, auch nicht anders. Peter Müller

Lesetipps für Dienstag

Special Agent for Unknown Problems : Welches Problem löst die Apple Watch, etwa eines, das wir noch gar nicht haben? Das größte Versprechen der Uhr sei ihr Potential, meinen unsere Kollegen der Macworld, und ähnele darin dem iPod. Als der herauskam, wäre auch niemand auf die Idee gekommen, dutzende von CDs unterwegs dabei zu haben. Die Apple Watch müsse jedoch noch unabhängiger vom iPhone werden, zudem würden schlaue Apps über das Wohl und Wehe der Uhr entscheiden.

3D-Effekte in Titelzeilen: Apple hat in der Nacht seine professionelle Videoschnittsoftware Final Cut auf Version 10.2 aktualisiert, zugleich bekommen auch die begleitenden Anwendungen Motion und Compressor Updates. Neu ist unter anderem die Möglichkeit, 3D-Effekte in Titeln zu kreieren. Apple verspricht zudem eine höhere Leistungsfähigkeit der Software, die nun auch bequemer Filme für den Verkauf im iTunes Store aufbereiten kann.

Nicht schön, aber selten: Erstes Zubehör für die Apple Watch erscheint und wenig verwunderlich handelt es sich um ein Armband mit einem zusätzlichen 250-mAh-Akku. Das Wipowerband für 90 respektive 100 US-Dollar lässt jedoch Eleganz vermissen.

Künstliche Intelligenz wertet Gesundheitsdaten aus: Mit dem Research Kit sammelt Apple bereits seit Herbst eine große Menge an Gesundheitsdaten, IBM will nun zusammen mit Medtronic und Johnson & Johnson die Daten mit Hilfe künstlicher Intelligenz auswerten, hat das Unternehmen gestern in Armonk (US-Bundesstaat New York) angekündigt. Die von Fitnesstrackern und Smartphones gesammelten Daten könnten dazu beitragen, dass Forschung und Patienten gleichermaßen von einer Big-Data-Auswertung profitieren könnten.

Weitere Nachrichten

Google entwickelt eigenen Akku

Laut Wall Street Journal arbeitet der Suchmaschinenriese Google an einem eigenen Akku, der die Konkurrenz in Sachen Laufzeit deutlich übertreffen soll. Die Festkörper-Batterie werde demnach von einem kleinen Team des Google X Labs in Mountain View betreut. Als Leiter des Projekts sei Dr. Ramesh Bhardwaj eingeteilt, der vorher als Batterieexperte bei Apple beschäftigt war.

Die neue Batterie von Google soll primär in Smartphones, Tablets, Laptops und anderen Mobilgeräten zum Einsatz kommen. Da ein Großteil der Google-Projekte – vom autonomen Fahrzeug bis zur Google-Datenbrille – auf den Einsatz leistungsstarker Akkus ausgelegt ist, mache nach Ansicht der Analystin Lior Susan von Foundation 8 auch eine Entwicklung eigener Batterien für das Unternehmen Sinn.

Offiziell bestätigt wurde das Projekt durch Google bislang jedoch noch nicht. Auch Details zur Funktionsweise, die sich in Sachen Effizienz deutlich von anderen Lösungen unterscheiden soll, liegen noch nicht vor.

Game-Bundle für den Mac ab einem Dollar

Im Rahmen des "Pay what you want Anniversary Bundle" vom Mac Game Store sind ab sofort verschiedene Mac-OS-Spiele erhältlich. Bei dem Bundle kann der Käufer ähnlich wie beim "Humble Bundle" den Preis, den er bezahlt, selbst festlegen. Es gibt nur eine Untergrenze von einem Dollar. Die meisten Spiele des Bundles können ohne DRM direkt heruntergeladen werden. Alternativ können die Titel allerdings auch über die beliebte Steam Plattform aktiviert werden.

Kunden, die zwischen einem Dollar und 5,01 Dollar für das Bundle bezahlen, erhalten die vier Spiele Deponia, The Night of the Rabbit, Edna & Harvey: Harvey’s New Eyes und 1954 Alcatraz. All diejenigen die (momentan) über 5,02 Dollar bezahlen erhalten zudem noch die Titel Cognition Game of the Year Edition, Torchlight II, realMyst: ME und Among the Sleep.

Zusätzlich zu dem Bundle hat der Mac Game Store auch andere Spiele wie die "Game of Thrones"-Serie von 29,99 auf 17,99 Dollar reduziert und auf Titel wie XCOM: Enemy Unknown und Tropico 5 gibt es 75% Rabatt. Während das Bundle noch vier Tage lang verfügbar ist, wechseln die anderen Spielangebote täglich. Zehn Prozent der Einnahmen aus dem Gaming-Bundle gehen zudem an die Stiftung "Stand Up To Cancer", die sich für eine schnellere und bessere Krebsforschung einsetzt, wodurch mit dem Kauf des Bundles auch noch ein guter Zweck unterstützt wird.

Info: Mac Game Store

Microsoft und Miele entwickeln smarte Kochgeräte

Auf der Hannover Messe von 13. bis 17. April zeigt der Haushaltsgeräte-Experte Miele eine Projektstudie, die auf Microsoft Azure Internet of Things (IoT)-Diensten basiert. Damit wollen Miele und Microsoft die nächste Generation von smarten Kochgeräten einleiten: Anwender können ihren Herd mit einem Assistenzsystem und Online-Rezepten so programmieren, dass Mahlzeiten perfekt gelingen (sollen).

Das Ganze soll folgendermaßen funktionieren: Nutzer haben die Möglichkeit unter den Rezepten auf der Website von Miele nachzuschlagen. Wenn der Anwender ein Gericht auswählt, sendet der Server die notwendigen Zubereitungsstufen auf das Smartphone oder Tablet des Nutzers und lädt zudem das passende Automatikprogramm über Microsoft Azure auf den Backofen. Dieser ist dann so programmiert, dass er die Mahlzeit unter Berücksichtigung von Betriebsart, Temperatur, Kochzeit, Feuchtigkeit und anderen Faktoren zubereitet. Fehlerquellen sollen so weitgehend ausgeschlossen werden, weil Rezepte wie Automatikprogramme in den Miele-Versuchsküchen auf die Geräte des Herstellers abgestimmt wurden. Zumindest verkündet das Microsoft so optimistisch.

„Dieses Assistenzsystem bezieht Temperaturverläufe, Zeiten und Besonderheiten unserer Geräte wie die Zugabe von Dampf auf bestmögliche Weise in die Zubereitungsprozesse beim Braten, Backen und Garen ein“, erklärt Dr. Eduard Sailer, Geschäftsführer Technik bei Miele. „So können Kunden das Optimum aus ihren Kochgeräten herausholen.“

5,5-Zoll-Display mit 4K-Auflösung von Sharp

Nachdem Samsung in den vergangenen Wochen bereits den Einsatz eines 4K-AMOLED-Bildschirms im neuen Galaxy Note 5 angedeutet hatte, kündigt Sharp heute offiziell ein erstes Modell an. Der japanische IGZO-Lieferant arbeitet am ersten Smartphone-Display mit Ultra-HD-Auflösung.

Der Bildschirm misst 6,8 x 12,1 cm und bietet damit eine Diagonale von 5,5 Zoll. Die Auflösung beträgt 3.840 x 2.160 Pixel. Daraus ergibt sich eine Pixeldichte von 806 ppi. Zum Vergleich: Zwei der aktuell besten Smartphone-Displays – der 5,1-Zoll-Screen im Galaxy S6 und der 5-Zoll-Bildschirm im HTC One M9 – bieten „nur“ 577 bzw. 441 ppi.

Laut Sharp soll das 4K-Smartphone-Display 2016 in die Massenproduktion gehen. Erste Geräte könnten demnach bereits Ende 2016 oder Anfang 2017 auf den Markt kommen. Eines der zukünftigen Einsatzgebiete für kleine 4K-Displays könnte Virtual Reality sein. Da der Bildschirm in entsprechenden Brillen sehr nah vor den Augen getragen wird, sind hier bei Full-HD- und QHD-Auflösungen noch einzelne Pixel zu erkennen. Mit einer höheren Pixeldichte könnte dieses Problem gemindert werden.

Unbound HD für Dropbox: Slideshows, Collagen und Apple TV-Streaming

Wer seine auf der Dropbox gespeicherten Bilder auch auf dem iPad komfortabel betrachten oder vorführen will, findet dazu in der App Unbound HD für Dropbox von Entwickler Pixite passende Optionen. Zunächst legt das Tool, nachdem man den Zugriff auf Dropbox erlaubt hat, die Bilder-Ordner aus dem Photos-Album mit einer eigenen schicken Oberfläche an. Hierin lassen sich die Fotos auch offline im Vollbildmodus betrachten, bewegen oder löschen – dies wirkt sich dann übrigens auf die Dropbox-Alben aus. Außerdem kann man eine Slideshow starten und zu dieser Bilder-Präsentation Übergänge auswählen, die Vorführzeit für ein Bild einstellen und Musik aus dem eigenen iTunes-Bestand hinzufügen, auch mehrere Audiotitel pro Präsentation. Die Vorführung klappt dann sogar via Airplay über ein zwischengeschaltetes Apple TV, so dass die Fotos auf dem großen Fernsehbildschirm erscheinen können.

Sehr komfortabel ist es, den Link zu einem Dropbox-Ordner mit Fotos per E-Mail zu versenden oder das Album in Safari zu öffnen. Als zusätzliche Option bietet die App die einfache Erstellung von Collagen aus vorhandenen Bildern an, die sich kreativ mit Rahmen versehen und teilen lassen.

In unserem eigenen Schnelldurchlauf funktioniert das meiste einwandfrei und bequem. Vorausgesetzt wird auf einem iPad mindestens iOS 7.1. Im App Store kostet Unbound HD für Dropbox drei Euro (Downloadgröße: 17,6 MB). Die Sprache des Tools ist Englisch oder Japanisch. Unbound gibt es mit vergleichbaren Funktionen auch für den Mac und Picasa respektive Google plus.

Zeilen und Spalten in Numbers mit Options- und Cursor-Taste hinzufügen

Möchten Sie zusätzliche Zeilen und Spalten in Apples hauseigener Tabellenkalkulation unkompliziert hinzufügen? So geht's: Wählt man in Numbers eine Zelle aus und hält dann die Wahltaste gedrückt, lassen sich mit den Pfeiltasten Zeilen und Spalten nach links, rechts sowie oben und unten hinzufügen.

Test: Fix Me Stick

In der Windows-Welt ist das Prinzip bekannt und bewährt: Man bootet von einer CD oder einem USB-Stick und prüft mit einem Virenscanner den kompletten Rechner auf Schadsoftware. Erstmals unterstützt der USB-Stick Fix Me Stick jetzt auch den Scan eines Mac-Rechners und verwendet dazu die Virenscannern von Kaspersky, Sophos und Vipre. Das Booten vom USB-Stick funktioniert bei vier unserer Test-Macs problemlos, die Bedienoberfläche ist schlicht aber leicht verständlich. Eine drahtlose Apple-Maus wird beispielsweise per Assistent eingebunden. Allerdings funktioniert der Netzzugriff bei einem Mac Mini von 2009 nicht. Eine Internetverbindung per Ethernet oder WLAN ist aber notwendig, um aktuelle Virendefinitionen herunterzuladen. Das Scannen auf Schädlinge ist bei diesem Gerät deshalb nur mit den vorinstallierten und veralteten Virendefinitionen möglich. Eine Aktualisierung des Stick ist nur unter Windows möglich. Vor dem Booten muss man über das Festplattendienstprogramm das so genannte Journaling der Festplatte deaktivieren. Das auf Linux basierende Prüf-System kann Viren sonst nämlich nur erkennen, und nicht löschen. Die englischsprachige Oberfläche des Systems führt Schritt für Schritt durch den Scanvorgang, vor dem Scan kann man einzelne Partitionen oder Ordner auswählen. Weitere Einstellungsmöglichkeiten gibt es nicht. Die Prüfdauer ist von Festplattengröße und -performance abhängig, bei einem Mac Mini mit einer 128 GB großen SSD dauert der Scan knapp 80 Minuten. Gut: Das System überwacht die Mac-Temperatur und verlangsamt den Scan, falls eine Überhitzung droht. Erkannte Viren listet das Tool auf und bietet das Löschen an. Leider ist das Speichern der Scanergebnisse nicht möglich. Funktional gibt es an dem Stick wenig auszusetzen, die Mac-Kompatibilität ist gut und die Bedienung komfortabel. Der Sinn des aufwendigen Konzepts überzeugt uns allerdings nicht: Das Booten von einem externen Medium ist bei Windows-Rechner sehr sinnvoll, etwa um Rootkits oder gut getarnte Malware aufzuspüren. Bei einem Mac gibt es dagegen unseres Wissens keine Schädlinge, die dies notwendig machen und sind bisher auch den Virenscannern auf dem USB-Stick nicht bekannt. Die gleichzeitige Prüfung durch drei Scanner liefert zwar höhere Sicherheit, für Mac-Anwender ist die Nutzung eines lokalen Scanners wie Bitdefender oder Sophos aber mehr als ausreichend.  So ist ein Mac während des Scans längere Zeit nicht benutzbar. Die Lizenz gilt für bis zu drei Macs, Aktualisierungen gibt es für ein Jahr.

Einen Boot-Stick mit Mac-Kompatibilität zu erstellen, ist nicht gerade einfach, den Machern des Fix Me Sticks ist dies aber gut gelungen. Das Ergebnis steht nach unserer Meinung aber in keinem Verhältnis zum Aufwand, obwohl wir dem Stick angesichts der guten Umsetzung keine schlechte Note geben wollen. Viren sind auf dem Mac kein Problem und die Nutzung eines herkömmlichen Scanners ist bedeutend komfortabler.

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