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Morgenmagazin vom Dienstag, 15. Dezember 2015

15.12.2015 | 06:59 Uhr |

15. Dezember 2015 +++ Samsung ruft Supreme Court an +++ Brüssel verschärft Steueruntersuchung gegen Irland und Apple +++ Analystin rechnet mit weniger iPhones +++ Onedrive-Nutzer behalten 15 GB Gratis-Speicherplatz +++ Dieser Smartphone-Akku hält angeblich 2 Wochen durch +++ So trinken ISS-Astronauten ihren Kaffee in der Schwerelosigkeit

Was heute wichtig wird: 15. Dezember 2015

Das Macwelt-Morgenmagazin wünscht einen Guten Morgen! Na, sind Sie auch schon gespannt, wann es denn heuer passiert und können es eigentlich kaum noch erwarten? Wie mir scheint, wird es jedes Jahr später, dass sich Radiosender trauen, "Last Christmas" zu spielen - mal abgesehen von ironischen Airplays im Hochsommer. Irgendwann hat man jeden Song oft genug gehört, vor allem dann, wenn er so oft lief wie der moderne Klassiker von Wham! - heute vor 31 Jahren auf den Markt gekommen. Das ist ja vielleicht das Schönste am Fest - endlich ist es vorbei mit "Last Christmas", "Drivin' Home for Christmas", "Santa Claus i Coming to Town" und all dem anderen Kitsch. Immerhin hat die eigene Musikbibliothek und die von Apple Music auch Anti-Kitsch-Weihnachten im Angebot, man denke da nur an Bach oder Orff.

Seien wir aber nicht zu streng mit Wham! und ihrer Plattenfirma Epic Records, die im Jahr 1984 eigens noch einen Weihnachtsschlager bei George Michael und Andre Ridgeley bestellt hat - es gibt weit Schlimmeres. Musik ist nun mal die Sprache die jeder spricht, aber jeder in einem anderen Dialekt, mit einer anderen Betonung und Aussprache. Nur Gemeinsamkeiten lassen fremde Menschen zusammenkommen und aus Fremden womöglich Freunde werden. Was am meisten beim Austausch stört, sind nicht irgendwelche Begrifflichkeiten von Leitkulturen, sondern unterschiedliche Sprachen. Der Idee folgend, beschloss der heute vor 156 Jahren in Białystok geborene Ludwik Lejzer Zamenhof eine leicht zu erlernende Kunstsprache zu erfinden, die die auseinander strebende Menschheit wieder zusammenführen soll. Die Hoffnung (Esperanto), der aus Fragmenten slawischer, germanischer und romanischer Sprachen zusammengesetzten Kunstsprache, auf ein gedeihliches Miteinander hat sich nicht erfüllt. Setzen wir im 21sten Jahrhundert vielleicht die Hoffnung auf eine neue Lingua franca: Simple English. Mehr als ein Brocken davon muss man nicht verstehen, um "Last Christmas" zu durchschauen.

Lesetipps für den Dienstag


Live Photos auf älteren iPhones: Gewiss, die Live-Photos sind ein cooles Feature, aber steigt man vor der Zeit auf das iPhone 6S (Plus) um, nur, damit man 1,5 Sekunden vor und nach Drücken des Auslösers im Video fest hält? Wer sein iPhone 6 (Plus) oder iPhone 5S noch für ausreichend cool hält, hat aber mit einer handvoll Apps die Möglichkeit, ebenso kurze Videos oder GIFs aufzunehmen. Unsere Kollegen der Macworld geben einen Überblick.

Berufung vor dem obersten Gericht: Samsung greift in seinem langjährigen Patentprozess gegen Apple zum letzten Strohhalm und ruft den obersten Gerichtshof der USA an. Samsung stellt dabei seit 120 Jahren geltende Regeln zur Patentierbarkeit von Design in Frage. Gestern wäre an sich die Zahlung der letztinstanzlich verhängten Strafe in Höhe von 548 Millionen US-Dollar fällig gewesen.

Fragen aus Brüssel: Die EU-Kommission weitet die Untersuchung über Apples Steuergebaren in Irland aus. Eine Entscheidung werde nicht vor dem nächsten Jahr fallen. Die EU wirft Apple und Irland vor, eine Steuerabkommen geschlossen zu haben, dass gegen EU-Regeln verstößt und bei dem Apple massiv Steuern spart. Auch andere Großkonzerne wie McDonalds oder Fiat, die in Luxemburg Steuern zahlen, hat die Kommission auf dem Schirm. Das Steuerabkommen mit Irland könnte Wahlkampfthema bei der anstehenden Parlamentswahl im Februar sein, die Opposition hat bereits angekündigt, Steuervergünstigungen streichen zu wollen.

Ende des Wachstums: Katy Huberty, Analystin von Morgan Stanley, prophezeiht, dass Apple im kommenden Jahr erstmals weniger iPhones verkaufen wird als im Jahr zuvor. Konkret sie Huberty bereits jetzt einen Rückgnag, im Geschäftsjahr 2016, das bereits Ende September 2015 bekommen hatte, werde Apple nur noch mehr 218 Millionen iPhones los - ein Rückgang von 5,7 Prozent. Im Kalenderjahr 2016 werde das Minus mit 2,8 Prozent ein wenig moderater ausfallen, 224 Millionen Geräte werden es insgesamt sein. Nun sind aber Prognosen vor allem dann schwieirig, wenn sie mit der Zukunft zu tun haben.

Weitere Nachrichten:

Onedrive-Nutzer behalten 15 GB Gratis-Speicherplatz

Microsoft hatte in einem Blog-Eintrag Anfang November die geplanten Änderungen bei Onedrive verkündet. Im Zuge dessen hatte Microsoft nicht nur den Office-365-Abonnenten den unlimitierten Online-Speicherplatz gestrichen, sondern auch angekündigt, den kostenfreien Onedrive-Speicher von 15 GB auf 5 GB reduzieren zu wollen.

Die Ankündigung hatte bei Onedrive-Nutzer für eine Protestwelle gesorgt. "Give us back our storage" lautet eine von Onedrive-Nutzern gestartete Petition im Uservoice-Forum von Microsoft, bei der sich bisher fast 73.000 Nutzer beteiligt haben. Douglas Pearce, bei Microsoft für Onedrive verantwortlich, hat nun auf den Unmut der Nutzer mit einer Stellungnahme unter der Petition reagiert. Und zwar mit einer wichtigen Ankündigung.

Die gute Nachricht: Alle Onedrive-Nutzer die heute 15 GB Gratis-Onlinespeicherplatz bei Onedrive besitzen, dürfen diesen Speicherplatz behalten und sind damit nicht von den ab Januar geltenden Onedrive-Änderungen betroffen. Auch der 15 GB Camera-Roll-Bonus, der eigentlich eingestellt wird, darf behalten werden.

Wichtig: Um den Speicherplatz behalten zu dürfen, müssen die betroffenen Anwender auf folgender Microsoft-Website bis Ende Januar 2016 den "Keep your free storage"-Button klicken und sich dann mit ihrem Microsoft-Konto anmelden.

https://preview.onedrive.com/bonus/

Wer der Aufforderung nicht folgt, der hat ab dem 1. Februar 2016 ein Jahr Zeit, um den bei Onedrive belegten Speicher auf 5 GB zu reduzieren, um einem Datenverlust zuvorzukommen.

Nutzer, die beim Gratis-Angebot von Onedrive über 5 GB an Daten abgelegt haben und damit direkt von den Änderungen betroffen sind, erhalten von Microsoft zusätzlich per Mail einen Gutschein für die Nutzung von Office 365 Personal für ein Jahr. Die betreffende Mail mit weiteren Details zu dem Angebot wird bei ihnen Anfang 2016 eintreffen.

Für alle neuen Onedrive-Nutzer gilt ab Anfang 2016: Sie erhalten nur noch 5 GB kostenlosen Online-Speicherplatz.

Ansonsten gilt: Die Nutzer von Office 365 Home, Personal und University erhalten mit ihrem Abo "nur" noch 1 Terabyte Speicherplatz.

Microsoft begründete im November die Maßnahmen damit, dass einige Onedrive-Nutzer den Dienst missbraucht hätten. Einzelne Nutzer hätten demnach bis zu 75 Terabyte Speicherplatz bei Onedrive belegt; also etwa 14.000 Mal mehr als der Durchschnitt der Nutzer benötigt. Besonders ärgerlich war die Ankündigung allerdings für die Nutzer des Gratis-Angebots, dessen Speicherplatz Microsoft von 15 GB auf 5 GB reduzieren wollte. Beginnend ab Januar 2016 hätten diese Nutzer ein Jahr Zeit gehabt, den zu viel belegten  Speicherplatz wieder freizugeben.

Dieser Smartphone-Akku hält angeblich 2 Wochen durch

Smartphones mit schnellen CPUs und sehr hochauflösenden Displays gibt es mittlerweile in Massen. Ein Problem ist allerdings die Akkulaufzeit. Oft ist der Besitzer froh, wenn der Akku einen Tag durchhält. Der chinesische Hersteller Oukitel bringt nun mit dem Oukitel K10000 ein Smartphone auf den Markt, in dem ein 10.000-mAh-Akku steckt. Zum Vergleich: In aktuellen Top-Smartphones stecken beispielsweise Akkus mit einer Kapazität von 2.500 mAh (etwa Galaxy S6), 2.750 mAh (iPhone 6s Plus) oder 3.000 mAh (LG G4).

Laut Angaben des Herstellers besitzt das Oukitel K10000 den größten bei einem Smartphone verbauten Akku. Bei normaler Nutzung des Geräts, so der Hersteller weiter, halte das Smartphone mit einer Ladung zwischen 10 und 15 Tagen durch. Erreicht wird dies unter anderem auch durch die Super-Smart-Standby-Funktion, bei der das Smartphone besonders wenig Energie im Standby-Modus verbrauche.

Der 10.000-mAh-Akku kann laut Oukitel innerhalb von dreieinhalb Stunden voll geladen werden. Außerdem können mit dem Oukitel K10000 auch andere Geräte aufgeladen werden, denen die Puste bereits ausgegangen ist. "Helfen Sie Ihren Freunden, wenn sie Hilfe brauchen. Es sind noch 10 Prozent Akku übrig, wenn Sie drei iPhone 6S Plus damit aufgeladen haben", so der Hersteller.

Das Android-Smartphone Oukitel K10000 besitzt ein 5,5 Zoll großes Display mit HD-Auflösung. Hinzu kommen die mit 1 GHz getaktete Quad-Core-CPU MTK6735, eine Mali-T720-GPU, 2 GB RAM, 16 GB interner Speicher, eine 8-MP-Kamera auf der Rückseite, eine 2-Megapixel-Kamera auf der Vorderseite und LTE-Unterstützung. Das Smartphone kann im Dual-SIM-Modus betrieben werden. Alternativ kann in einen Micro-SIM-Slot auch eine Micro-SD-Speicherkarte zur Erweiterung des internen Speichers gesteckt werden. Dieser Händler bietet das Oukitel K10000 für 240 US-Dollar (etwa 220 Euro) an.

So trinken ISS-Astronauten ihren Kaffee in der Schwerelosigkeit

Bislang mussten Astronauten ihren Kaffee mit einem Strohhalm aus geschlossenen Behältern trinken. Neuartige Tassen sollen diesen Umweg nun überflüssig machen. In ersten Tests wurde dazu mit Kunststoff-Behältern experimentiert, die an einer Seite spitz zulaufen. Diese Form zwingt die darin befindliche Flüssigkeit dazu, sich an genau dieser Seite anzusammeln.

Die scharfe Kante innerhalb des Behälters sorgt für einen Kapillardruck, der Kaffee läuft so direkt in den Mund des Astronauten. So können die Raumfahrer den Kaffee sogar riechen. Obwohl die Behälter oben offen sind, läuft die Flüssigkeit trotz Schwerelosigkeit nicht heraus. Dies wäre ein Sicherheitsrisiko für die empfindliche Technik an Board.

Die Weltraum-Tasse wurde auf dem jährlichen Meeting der American Physical Society präsentiert. Dort forscht eine eigene Abteilung an der Dynamik von Flüssigkeiten. Whiskey kann man übrigens schon im Weltraum trinken - aus einem Spezial-Glas von Ballantine's.

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