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Morgenmagazin vom Dienstag, 15. Juni 2021

15.06.2021 | 07:07 Uhr | Peter Müller

Beats Studio Buds mit ANC und Spatial Audio +++ Apple Watch Series 7 soll neues Design bekommen, aber keine neuen Sensoren +++ "The Mornng Show" geht am 17. September in die zweite Staffel +++ Blue Origin: Jeff Bezos versteigert Raumflug für 28 Mio. Dollar +++ Windows 11: Gratis oder nicht? So viel könnte es kosten

15. Juni: Der Mini ganz groß

Macwelt wünscht guten Morgen! Schwaben und Schotten lieben diesen Trick: Den Kalender von 2010 kann man auch im Jahr 2021 nutzen - die Wochentage sind die gleichen. Sogar einige Ereignisse fallen auf die gleichen Daten: Damals die Fußball-WM in Südafrika vom 11. Juni bis 11. Juli, heuer steigt zu den gleichen Terminen die Euro. Oder die WWDC: Damals vom 7. Juni bis 11. Juni, Hauptattraktion waren das iPhone 4 und iOS 4, das in seinem Namen (zuvor: iPhoneOS) nun berücksichtigte, dass es auch seit ein paar Wochen ein iPad gab. Und einen hatte Apple noch, am Dienstag nach der WWDC-Woche, gewissermaßen als Zugabe, mit der kaum jemand rechnete: ein neuer Mac Mini.

Wir gehen nicht unbedingt davon aus, dass sich Geschichte so plump wiederholen könnte und ab heute Mittag man bei Apple für ein oder zwei Stunden keine Macs mehr kaufen kann, bis ein neuer Mac Mini angekündigt ist, aber Cupertino hat uns in der Vergangenheit immer wieder mal überrascht. Ein neuer Mac Mini wäre auch mal wieder fällig, obwohl Apple erst im November den mit M1-Chip angekündigt hat.

Das ist zwar ein verdammt guter Rechner, aber etwas fehlt im. Von seinem Vorgänger unterscheidet er sich äußerlich nur durch die Farbgebung, jetzt ist er wieder "silber", also das Gehäuse aus ungefärbten Aluminium bestehend, wie es das Gerät vom 15. Juni 2010 erstmals vorführte mit dem Unibodygehäuse aus Aluminium. Doch unterscheidet sich der Mac Mini M1 von seinem weltraumgrauen Vorgänger aus dem Jahr 2018 im Inneren gewaltig - vor allem durch den M1-Chip. Dieser erlaubt eine bedeutend geringere Platine, denn sowohl RAM-Riegel als auch Platz für einen Grafikchip braucht es nicht mehr. Dank weniger Abwärme kann auch der Lüfter kleiner ausfallen, und genau daran soll Apple angeblich arbeiten: Dem ersten echten Apple-Silicon-Mac, den einige schon zur WWDC in der letzten Woche erwartet haben.

Aber würde Apple ein solches Gerät wirklich nur en passant in den Apple Store stellen? Das wäre doch ein wenig verschenkt, weswegen wir heute mal wagen, den Apple Store nicht ständig nach Voranzeichen einer Ankündigung zu checken. Es sind weitere neue Macs in der Pipeline, ein großer iMac und zwei Macbooks Pro beispielsweise. Und war da nicht etwas mit bunten Macbooks (Air)? Kann gut sein, dass wir auf die nächste Apple-Keynote gar nicht wieder bis September warten müssen.

Lesetipps für den Dienstag

Neue Firmware : Im Herbst sind iOS 15, iPadOS 15, tvOS 15 und macOS Monterey final – die Public Betas kommen im Juli. Apple hat jede Menge interessanter Neuerungen für seine Airpods angekündigt, die eine neue Firmware bekommen werden, damit sie mit den Airpods inklusive der Modelle Pro und Max all die Neuerungen auch ausspielen. Macworld hat zusammengestellt, was alles im Hersbt oder schon für Betatester besser wird. Sehr nützlich dürfte der Entfernungsalarm werden: Bisher konnte man zwar die Airpods schon über "Wo ist?" finden, aber erst ab iOS 15 gibt das iPhone auch eine Warnung aus, lässt man die Kopfhörer irgendwo liegen. Der Conversation Boost dient bei den Airpods Pro dazu, über die an sich für ANC zuständigen Mikrofone aufgenommene Stimmen zu verstärken und an die Speaker durch zu reichen - gerade in laute Umgebungen wird die Verständigung besser. Und vor allem kann man mit allen Airpods von M1 Mac und Apple TV auch Filme mit Spatial Audio genießen.

Evolution : Klar, auch im Jahr 2021 wird Apple ein neues Apple-Watch-Modell herausbringen, dieses wird aber nach einem Bericht von Mark Gurman und Debbie Wu auf Bloomberg ein wenig unspektakulär. Denn wesentliche Neuerungen wie ein Modell für Extremsportler will Apple offenbar erst 2022 bringen, ebenso einen Temperaturfühler - und die Messung des Blutzuckerspiegels mit Spektroskopie werde noch einige Jahre auf sich warten lassen. Immerhin bekomme die Uhr erneut einen schnellen Prozessor, beim Laminieren des Bildschirms wolle man erreichen, dass die Inhalte näher an Glas geraten – die Anzeige würde damit automatisch heller. Insgesamt werde die Dicke leicht ansteigen, das soll aber nicht bemerkbar sein. Gurman und Wu berichten auch von bessere mobile Konnektivität, hier könnte 5G gemeint sein.

Dritte Runde: Apple hat gestern die dritte Developer-Preview von iOS 14.7 und verwandten Systemen veröffentlicht, die Public Beta dürfte im Laufe des Tages folgen. Das wohl letzte größere Update vor iOS 15 bringt nur wenig Neues, etwa den Luftqualitätsindex in der Wetter-App in Kanada und einigen europäischen Ländern. Die Podcast-App bekommt einige Ergänzungen für die bezahlte Podcast-Abos und Timer für den Homepod soll man auch über die Home-App stellen können.

In die Ohren: Apples Tochter Beats hat mit den Studio Buds eine Konkurrenz zu den Airpods Pro vorgestellt. Das True Wireless System beherrscht Noise Cancelling und den Transparenzmodus, hört auf "Hey Siri!" und spielt 3D Audio ab. Das Design ist ein wenig anders, da die Studio Buds keine Stiele besitzen, drei Paar Ohrpassstücke sollen den sicheren Sitz garantieren. Das Ladecase lässt sich mit USB-C laden, nicht drahtlos. Acht Stunden kontinuierlicher Musikgenuss sollen möglich sein.

Rückkehr: Die Corona-Pandemie hat eine frühere Fortsetzung der preisgekrönten Apple-TV+-Serie "The Morning Show" verhindert, am 17. September geht die Show aber in die zweite Staffel, mit einer neuen Folge an jedem Freitag. Weiterhin fungieren die Hauptdarstellerinnen Jennifer Aniston und Reese Witherspoon als ausführende Produzentinnen, der Cast bleibt weitgehend unverändert und kann einige Neuzugänge aufweisen. Steve Carell ist weiter mit dabei und natürlich auch Billy Crudup, der für die beste männliche Nebenrolle den ersten Emmy für eine Serie auf Apple-TV+ gewinnen konnte.

Das Bild hängt schief: Der Youtuber iPhonedo hat in seinem Test des iMac M1 festgestellt, dass dessen Display schief montiert war. Den optischen Eindruck hat er mit einer Messung bestätigt, an der einen Seite hängt der Bildschirm einige Millimeter tiefer als auf der anderen. iPhonedo scheint nicht der einzige mit dem Problem zu sein, in Apples Support-Foren haben sich einige weitere Käufer gemeldet, auch auf Reddit gibt es vereinzelte Beschwerden. Groß ist der Schiefstand nicht, bei einigen nur ein guter Millimeter. Selbst wird man das Problem nicht beheben können, unklar ist bisher noch, wie Apple auf entsprechende Reklamationen reagiert. Der mögliche Produktionsfehler scheint aber eher selten aufzutreten.

Weitere Nachrichten:

Blue Origin: Jeff Bezos versteigert Raumflug für 28 Mio. Dollar

Am 20 Juli 2021 startet die Rakete New Shepard des Raumfahrt-Unternehmens von Amazon-Gründer Jeff Bezos einen etwa zehnminütigen Flug in den Weltraum. Beim ersten bemannten Flug der neuen Kapsel des Unternehmens Blue Origins, sind auch Jeff Bezos selbst und sein Bruder Mark an Bord. Einer der übrigen Plätze wurde am Wochenende an den höchsten Bieter versteigert . Für den Platz wurden ursprünglich etwa fünf Millionen US-Dollar angesetzt. Ein noch anonymer Bieter zahlte für den kurzen Flug mit Bezos am vergangenen Samstag jedoch stattliche 28 Millionen US-Dollar.

Nach dem Start der Rakete am 20. Juli soll die New Shepard bereits nach drei Minuten die Schwerelosigkeit erreichen. Die Kapsel schwebt zum Höhepunkt des Fluges 100 Kilometer über der Erdoberfläche und beginnt nach wegen Minuten den Wiedereintritt in die Atmosphäre. Die Kapsel soll schließlich von großen Fallschirmen gebremst in der Wüste des US-Bundesstaates Texas landen. Beim ersten bemannten Flug finden vier Passagiere im Inneren der Kapsel platz. Die Identität des anonymen Bieters sowie einer weitere Person sollen in den nächsten Wochen bekannt gegeben werden.

Windows 11: Gratis oder nicht? So viel könnte es kosten

Am 24. Juni 2021, ab 17 Uhr wird Microsoft die nächste Windows-Version vorstellen und es gibt immer mehr Hinweise darauf, dass auf Windows 10 ein "Windows 11" folgen wird. Damit verdichten sich die Hinweise auch darauf, dass wohl die letzten Monate und Jahre von Windows 10 eingeläutet werden.

Der gut vernetzte Technik-Journalist Zac Bowden hat kürzlich über Twitter mitgeteilt, dass Microsoft intern bereits einen RTM von Windows 11 testet, der die runde Build-Nummer 22000 trägt. Exakt diese Version könnte dann auch am 24. Juni der Öffentlichkeit vorgestellt werden und dann in naher Zukunft auch erscheinen. Windows 10 trug bei Veröffentlichung im Juli 2015 die Build-Nummer 10240, die sich dann mit jeder Halbjahres-Version erhöhte, wie etwa auf Build 19041 mit Windows 10 Version 2004 (Windows 10 Version 20H1). Die Erhöhung fiel dann immer geringer aus: Es folgten Build 19042 (Version 20H2) und Build 19043 (Version 21H1).

Eine wichtige Frage, die sich aber die Windows-10-Nutzer sicherlich jetzt stellen, ist: Wird Windows 11 etwas kosten? Wir glauben: Jein.

Offiziell hat sich Microsoft hierzu noch nicht geäußert, was uns etwas Raum für Spekulationen lässt. Wir gehen davon aus, dass die Nutzer tatsächlich für Windows 11 bezahlen müssen, aber mit einer wichtigen Einschränkung: Zum Start wird auf absehbare Zeit kein Windows-10-Nutzer Geld für Windows 11 bezahlen müssen.

Ähnlich wie seinerzeit zum Start von Windows 10 wird es eine Gratis-Upgrade-Möglichkeit für Nutzer geben, die Windows 10 bereits im Einsatz haben. Das liegt schließlich auch im Interesse von Microsoft, denn schließlich sollen möglichst viele Nutzer schnell dazu gebracht werden, zur neuen Windows-Version zu wechseln.

Alle, die Windows 11 aber neu kaufen, müssen dafür bezahlen. Fakt ist: Windows 10 hat seit 2015 mit unzähligen Gratis-Updates viele neue Funktionen erhalten und wurde auch mit der Zeit stark modernisiert. Damit hat Windows 10 auch mehr Funktionsupdates erhalten, als die vorherigen Windows-Versionen, deren Lebenszyklen kürzer ausfielen.

Mit "Sun Valley" erhält die Windows-Plattform ihr nächstes großes Update, welches bei den Endanwendern in Form von Windows 11 auf den Rechnern landen wird. Für Unternehmen bleibt vorerst Windows 10 aktuell, hier muss also nicht zu einer neuen Windows-Version gewechselt werden. Das macht auch Sinn, denn Windows 11 wird vor allem Neuerungen enthalten, von denen Endanwender profitieren, die Windows zum Spielen, Lernen, Surfen, Entertainment oder aus anderen eher privaten Gründen nutzen.

Die Preise für Windows 11 dürften bei den Preisen liegen, die aktuell Microsoft bereits für die Update-Versionen von Windows 10 verlangt, also:

  • Windows 10 Home für 145 Euro

  • Windows 10 Pro für 259 Euro

  • Windows 10 Pro für Workstations für 439 Euro

Die meisten Nutzer werden Windows 11 wohl ohnehin über den Kauf eines neuen PCs oder Laptops erhalten. Windows 11 bietet schließlich auch den Geräteherstellern eine gute Gelegenheit, neue Geräte auf den Markt zu bringen, was sich positiv auf die PC-Verkaufszahlen auswirken wird.

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