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Morgenmagazin vom Dienstag, 15. Oktober 2019

15.10.2019 | 06:55 Uhr |

Safari Fraudulent Website Warnung bei Tencent: Apple bezieht Stellung +++ Mac Mini hat einige Probleme mit eGPU unter Catalina +++ Apple Watch Series 4 günstig bei Amazon +++ Joyn bietet jetzt gratis Nutzer-Accounts mit Zusatzfunktionen +++ China: Vollständige Überwachung ab der Schule +++ Fortnite ist offline - nur noch ein Schwarzes Loch +++ Apple verspielt in China seine Glaubwürdigkeit

15. Oktober: Günstige Pizzaschachtel

Wir wünschen allseits Guten Morgen! Egal, ob es in diesem goldenen Oktober noch eine Keynote geben wird oder nicht, Apple ist uns in diesem Jahr noch die ein oder andere Antwort auf drängende Fragen schuldig. Vor allem: Was bedeutet die Ansage, der Mac Pro käme "later this fall"? Meint Cupertino das Ende des astronomischen Herbstes, also den 20. Dezember? Oder das Ende des meteorologischen, also den 30. November? Oder heißt "später in diesem Herbst" einfach nur, später in diesem Herbst, wenn die Blätter alle gefallen sind und von ersten Herbststürmen sowie unsäglichen Laubbläsern verweht? Noch vor dem Volkstrauertag am 17. November etwa?

Mehr noch als der Termin interessiert der Preis. Nicht der Einstiegspreis, den hatte Apple ja schon mit 5999 US-Dollar angegeben, inklusive Mehrwertsteuer dürfte das auf 6499 Euro hinauslaufen. Die Frage ist vielleicht nur akademischer Natur, aber bis zu welchem Preis wird man den modularen Mac Pro (ohne Monitor) hochrüsten können? 20.000 Euro, 30.000 Euro sogar? Nicht, dass wir uns eine solche Höllenmaschine leisten könnten oder sie auch für unsere Zwecke nur ansatzweise bräuchten, aber es wäre schön zu sehen, dass Apple eine Workstation bauen kann, die ihresgleichen sucht. Sowohl was den Preis als was die Leistung betrifft.

Den Einstig in die Welt des Mac bekommt man ja weit günstiger, das Macbook Air startet bei 1.249 Euro, der Mac Mini bei 899 Euro - Apples neuer Profimonitor Pro Display XDR kostet selbst ohne Standfuß mehr als das fünffache. Man kann bei den kleinen Macs durchaus von Low-Cost-Geräten sprechen, für sein Geld bekommt man aber einen ausgewachsenen Rechner.

Apple war ja schon immer etwas teurer und konnte die hohen Preise auch stets verlangen, das wird  beim Mac Pro in seiner High-End-Nische auch der Fall sein. Aber natürlich schaute Apple auch immer wieder mal, ob man sein Ökosystem nicht ein wenig öffnen und am Preis etwas machen kann - der Mac Mini folgt ja auch durchaus diesem Ansatz.

Der erste explizite Low-Cost-Mac kam an einem 15. Oktober heraus, heute vor 29 Jahren. Denn so hieß der Rechner auch: LC, was für "Low Cost" stand. Das ist aber alles relativ, denn ohne Display kostete der im Pizzaschachtel-Design gestaltete Mac auch schon stolze 2.400 US-Dollar. Mit einem Farbmonitor für weitere 600 US-Dollar zusammen waren das aber immer noch 3500 US-Dollar weniger, als der Macintosh II kostete - so gesehen erscheint einem der Mac Pro von heute beinahe wie ein Schnäppchen, denn 29 Jahre Inflation machen aus den 6.500 US-Dollar von damals fast den doppelten Wert.

Der LC des Jahres 1990 verzichtete auf NuBus-Slots und kam ersatzweise mit einem Processor Direct Slot (PDS), der Motorola 68020 rechnete mit einer Taktrate von 16 MHz, der RAM war auf 10 MB beschränkt, während der Video-RAM erst einmal nur 256 kB umfasste. Zur damaligen Zeit gewiss keine Höllenmaschine, aber eine mit durchaus soliden Leistungswerten.

Die Pizzaschachtel sollte bei Apple noch lange der Formfaktor für eine Klasse von günstigeren Desktop-Macs sein, selbst in der PowerPC-Ära noch. Zeitgleich mit dem LC kam noch der nicht ganz so günstige (2.999 US-Dollar) Macintosh IIsi und der Macintosh Classic auf den Markt, der mit seinem Preis von 999 US-Dollar der echte Low-Cost-Mac seiner Zeit war, als Neuauflage des Ur-Macintosh aber in Sachen Hardware deutlich hinter seinen großen Brüdern hinterher hinkte. Für diesen Oktober erwarten wir keine neuen Macs mehr, aber ein paar Fragen hätten wir dennoch gerne beantwortet, bevor es in den Advent geht. Peter Müller

Lesetipps für den Dienstag

Schwieriger Partner : Safari warnt Nutzer vor betrügerischen Websites, in den Einstellungen von iOS findet sich das ab Werk eingestellte Feature unter den Safari-Einstellungen im Punkt "Privatsphäre und Sicherheit". Bisher hatten iPhones und iPads Daten über besuchte Websites vor allem an Google Safe Browsing, wo die Adressen gegen die auf einer Schwarzen Liste gegen gecheckt werden. Findet sich die Adresse auf der Liste, löst das die Warnung aus. Apple schickt seit iOS 13 und womöglich schon seit iOS 12.2 Adressen aus Safari an die Server des chinesischen Unternehmens Tencent zu diesem Zweck. Zunächst ließ sich nicht mit Sicherheit sagen, dass auch außerhalb Chinas aktive Geräte Tencent zum Safe Browsing nutzen, der in den Einstellungen gegebene Bezug zu der Firma fand sich aber angeblich auch auf iPhones in den USA und UK. Apple verschweigt zwar den Einsatz von Tencent in der Funktion nicht, hat die Änderung bis dato aber nicht groß angekündigt. Kritiker wie der Cyber-Security-Experte Matthew Green warnen davor , dass sich die an Google und Tencent geschickten Informationen de-anonymisieren ließen.
Apple hat auf die Berichte nun mit einer Klarstellung reagiert, ein Apple-Sprecher lässt sich zitieren: "Apple schützt die Privatsphäre der Benutzer und schützt Ihre Daten mit Safaris Betrugswarnung, einer Sicherheitsfunktion, die Websites, von denen bekannt ist, dass sie bösartig sind, markiert. Wenn die Funktion aktiviert ist, überprüft Safari die URL der Website anhand von Listen bekannter Websites und zeigt eine Warnung an, wenn die URL, die der Benutzer besucht, im Verdacht steht, betrügerisches Verhalten wie Phishing an. Um diese Aufgabe zu erfüllen, erhält Safari von Google eine Liste von Websites, von denen bekannt ist, dass sie bösartig sind, und für Geräte mit dem Regionalcode auf dem chinesischen Festland erhält Safari eine Liste von Tencent. Die tatsächliche URL der von Ihnen besuchten Website wird niemals an einen sicheren Browser-Anbieter weitergegeben und die Funktion kann deaktiviert werden."

Suchen und Finden : Die Apps "Freunde finden" und "iPhone Suche" haben im Apple-Ökosystem eine lange Tradition. Seit iOS 13, iPadOS 13 und macOS 10.15 Catalina sind sie in eine Anwendung zusammengelegt, die schlicht "Find my" heißt, respektive auf deutsch "Wo ist?". An den Grundfunktionen hat sich nichts geändert, in einem Reiter spürt man seine eigenen Geräte im Falle des Verlusts auf oder sperrt sie gleich, im anderen kann man Ortsinformationen zu Familienmitgliedern oder Freunden einsehen, sofern diese der Ortung zugestimmt haben. Jason Cross erklärt die App auf Macworld im Detail.

Neues vom Spocht: Ted Lasso kommt auf den Bildschirm zurück, und zwar auf Apple TV+, will Variety wissen. Dabei handelt es sich um einen Comedy-Charakter, den Jason Sudeikis darstellt und den er bis 2013 in der Comedy-Sendung "Saturday Night Live" auf der Bühne gab. Lasso ist ein idealistischer Football-Trainer, der nach Großbritanninen geht, um dort ein Fußball- Team zu trainieren, obwohl er vom echten Fußball-Sport keine Ahnung hat. Sudeikis wird nicht nur Lasso darstellen, sondern die Serie auch Co-produzieren und das Drehbuch verantworten.

Angebot: Die Apple Watch Series 4 hat Apple im September aus dem Handel genommen und durch die Series 5 ersetzt, die Series 3 verkauft der Hersteller weiterhin bei sich in den Stores und Online. Wer aber noch eine Series 4 haben will, die gegenüber der 3er ein größeres Display bietet, dazu die EKG-Funktion und eine Sturzerkennung, muss auf Dritte ausweichen. Amazon hat etwa noch ein paar Vorräte von der Series 4, die sich zur Series 5 vor allem durch das fehlende Always-on-Display unterscheidet. Der Preis ist mit 399 Euro für das 44-mm-Modell ohne LTE-Modul aber ein recht attraktiver, die 40-mm-Ausgabe ist für 369 Euro zu haben. Mit LTE kostet die Uhr aus dem letzten Jahr 639 Euro, ist aber nur in der Größe 40 mm zu haben.

Fehler : Der Mac und die Grafik, das ist so eine Sache. Videoprofis erfreuen sich zwar am iMac Pro und dessen Leistung, wer noch mehr will, freut sich schon auf den Mac Pro, der noch diesen Herbst kommt (siehe oben). Der Rest ist aber für eine starke Grafikleistung auf externe Grafikkarten, eGPUs, angewiesen. Seit High Sierra unterstützt das der Mac, in Mojave hat Apple die Funktion noch weiter ausgebaut und auch Catalina-Macs sollen auf die Power aus externen Gehäusen nicht verzichten müssen. Wie Apple Insider nun aber berichtet, haben einige Konfigurationen von Mac und eGPU unter macOS 10.15 Cartalina Probleme. Dieses drückt sich darin aus, dass der Mac nicht startet, solange eGPU und Monitor angeschlossen sind, der Rechner sofort beim Anschluss rebootet oder einfriert. Konkret betroffen sind nach einer Recherche der Kollegen eGPU-Systeme, die auf Radeon 570 und 580 basieren, meist tritt das am Mac Mini auf. Vega 54, Vega 56 und Vega VII seien nicht betroffen, ebenso vermeide man Probleme, in dem man den Monitor direkt an den Mac anschließt und nicht an die eGPU.

Fehlerbehebung : Der Mac und die Grafik, das ist so eine Sache. Mit macOS 10.15 Catalina können nun aber Grafikprofis ihr iPad als Zweitmonitor nutzen, per Kabel oder besser drahtlos. Der große Vorteil: Da das iPad auch die Eingaben des Apple Pencil an den Mac weiter reicht, dient das iPad gewissermaßen als Grafiktablet - auf dem Umweg bekommt so auch Photoshop auf das Tablet, bevor Adobe die längst versprochene Version endlich ausliefert. Für die Nutzung von Sidecar – so nennt Apple die Funktion – ist aber relativ neue Hardware vorausgesetzt, bei weitem nicht jedes iPad mit iPadOS13 und jeder Catalina-Mac kann das ausführen. Macs ab Modelljahr 2016 sind dazu in der Lage, alle iPad Pro, die aktuellen iPad Mini und iPad Air sowie das iPad 6 und 7 - also alle Geräte, die mit einem der Apple Pencils zurecht kommen. Und dennoch kann es passieren, dass der Beiwagen nicht so läuft, wie er sollte. Die Kollegen von Macreports haben ein ausführliches Troubleshooting bereit gestellt - oft kann es sein, das iPad und Mac zu weit auseinander liegen oder eine VPN-App die Kommunikation der beiden Geräte stört.

Weitere Nachrichten:

Joyn bietet jetzt gratis Nutzer-Accounts mit Zusatzfunktionen

Seit dem 9. Oktober können Sie auf Joyn, der Streaming-Plattform von ProSiebenSat.1, einen kostenlosen Nutzer-Account anlegen, der Ihnen ein paar Zusatzfunktionen bietet. Eine kostenfreie Registrierung ist sowohl über die das Account-Symbol im Web, als auch auf Fernsehgeräten sowie auf mobilen Geräten in der jeweiligen iOS- und Android-App möglich.

Der Nutzer-Account ist komplett kostenlos. Registrierte Nutzer können jetzt Sendungen auf eine persönliche Merkliste setzen, um sie schneller zu finden und später anzuschauen. Darüber hinaus können Sie jetzt das Wiedergabegerät wechseln und den Film oder die Serie nahtlos auf einem anderen Gerät abspielen. Beispiel: Sie streamen unterwegs auf Ihrem Smartphone in der Joyn-App Jerks. Und Zuhause angekommen schauen Sie die Serie auf Ihrem Smart-TV weiter - und zwar an gleicher Stelle, da sich Joyn jetzt merkt, wo Sie gestoppt haben.

 

Um Joyn auch unterwegs nutzen zu können, müssen Sie die entsprechende iOS- oder Android-App auf Ihrem Smartphone oder Tablet installieren. Rufen Sie die Joyn-Startseite auf, können Sie die App direkt für Ihr passendes Gerät herunterladen und nutzen .

Joyn ist der Streaming-Dienst von ProSiebenSat.1, der neben Video-on-Demand auch Livestreams von über 50 deutschen öffentlich-rechtlichen sowie privaten Live-TV-Sendern bietet. Sie können unterwegs in der Joyn-App beispielsweise Sender wie ProSieben, Sat.1, Eurosport1, Sport1, ZDF, Das Erste und Co. ansehen. Aber eben auch Joyn-Originale wie Jerks oder Läusemutter. Das Angebot ist anmelde- und kostenfrei. Selbst mit Registrierung, um die Zusatzfunktionen zu nutzen, zahlen Sie keinen Cent. Joyn ist im Juni 2019 in Deutschland gestartet und hat hier den Vorgänger 7TV abgelöst. Im Jahr 2020 soll auch Österreich folgen.

Auf diesen Geräten ist Joyn verfügbar:

  • Android-Smartphones und - Tablets ab Android 5

  • iPhones und iPads ab Version iOS 11

  • Android Smart TVs

  • Samsung Tizen smar TVs ab 2017

  • Fire TV

  • Chromecast

  • Apple TV 4 und 4K

China: Vollständige Überwachung ab der Schule

Sieht so das Klassenzimmer der Zukunft aus? Entwickeln sich die Chinesen etwa zu den Vulkaniern aus der Star-Trek-Reihe, die im Laufe ihrer Evolution gelernt haben, ihre Emotionen zu begraben, rein rational zu denken und ihre Handlungsweise nur auf Logik aufzubauen? Denn der Grundstein hierfür wurde bereits gelegt.

The Wall Street Journal hat Einblick in eine Grundschule in Zhejiang im Süden von Shanghai erhalten. Die US-Zeitung berichtet , dass in China immer mehr Klassenräume mit Künstlicher Intelligenz und die Kinder mit Gehirnwellen-Messgeräten ausgestattet werden. Damit sollen Eltern und auch Lehrer immer über das Verhalten des Kindes im Unterricht informiert werden. Durch die Technologie wissen sie, ob das Kind aufpasst oder nicht.

Es klingt nach Science-Fiction und doch ist es wahr: Die Kinder setzen sich ein Elektroenzephalografie-Messgerät (Kurz: EEG) mit drei Elektroden wie ein Stirnband auf den Kopf, das auf der Vorderseite einen roten Farbbalken anzeigt, wenn das Kind hochkonzentriert ist, einen blauen, wenn es mit den Gedanken abschweift und einen weißen Balken, wenn es "offline" ist. Die gesammelten Daten landen dann direkt auf den Rechnern des Lehrers oder der Lehrerin und der Eltern.

Weiter berichtet The Wall Street Journal von Schulen, an denen Schüler Uniformen mit GPS-Trackern tragen, um ihren aktuellen Standort bestimmen zu können, und von Kameras innerhalb der Klassenzimmer, die die Schüler überwachen und zählen, wie oft sie gähnen oder auf ihre Smartphones blicken.

Es soll ein Experiment sein, das den Schülern hilft ihre Noten zu verbessern. Dahinter stecken Tech-Giganten, Startups und Schulen. Viele Eltern sind alarmiert. „Das ist schlimmer, als ein Gefangener zu sein“, wird im Video ein englisches Zitat angezeigt. Eine weitere Mutter argumentiert: „Wenn es für die Forschung und Entwicklung unseres Landes ist, glaube ich nicht, dass es ein Problem darstellen sollte.“

Es ist jedoch nicht ganz klar, wie und ob diese Geräte funktionieren. Die Messgeräte seien eine neue Technologie, hinter der wenig Forschung steckt, meint der Neurowissenschaftler Theodore Zanto von der San-Fransisco-Universität in Kaliforniern. Je nach Situation können die Daten durch geringe Einflüsse stark beeinflusst werden, zum Beispiel wenn die Elektroden nicht gut an der Haut anliegen oder der Benutzer einen Juckreiz hat.

Die Schüler sind zwiegespalten. Manche sind enthusiastisch und melden eine Verbesserung in ihren Noten, andere fühlen sich von dem Gerät kontrolliert und unterdrückt. Manche werden von ihren Eltern für schlechte ‚Aufmerksamkeits-Wertungen sogar bestraft.

Nicht nur im Klassenzimmer spielt sich die Sucht nach Künstlicher Intelligenz ab, sondern auch im Alltagsleben. In manchen Städten können die Chinesen im Supermarkt oder das U-Bahn-Ticket per Gesichtserkennung bezahlen, wie in der Metro von Shenzhen . Es gibt etliche Berichte, wie z.B. vom Spiegel , über Tests mit Kameras mit KI in Städten zur Gesichtserkennung an jeder Straßenecken und von Punktesystemen, durch die den Einwohnern bei einem positiven Stand ein besseres Leben ermöglicht werden soll, oder - bei einem negativen - eben kein besseres Leben ermöglicht wird. „Die chinesische Regierung baut derzeit ein System auf,  das das Verhalten seiner Bewohner in allen Lebensbereichen bewertet […]“ mit „[d]rastischen Konsequenzen nach Fehlverhalten“, berichtet die ARD .

Ob dieses Schulsystem etwas zur Besserung der Leistung des Kindes beiträgt? Wo bleibt dabei die Menschlichkeit?

Fortnite ist offline - nur noch ein Schwarzes Loch

Fortnite ist eines der erfolgreichsten Spiele der vergangenen Jahre, doch seit Stunden können die Fans das Spiel nicht mehr zocken. Stattdessen blicken die Spieler nur noch in ein Schwarzes Loch, wie hier auf Twitch.tv zu beobachten ist. Das doch etwas rabiate "Ende" kommt nicht überraschend, sondern hängt mit dem Ende der Season 10 am 13. Oktober zusammen. Epic Games hatte vorab angekündigt, dass es mit dem Ende der Season 10 auch ein Event namens "The End" geben wird.

Was "The End" bedeutet, konnten die Spieler am Sonntag live verfolgen: Der Meteor, der mit dem Start der Season 10 auf der Karte zu sehen ist, wurde im Laufe des Sonntags aktiv. Schließlich wurde die ganze Map verschluckt und seit dem bleibt den Spielern nur noch eins übrig: Statt sich gegenseitig im Battle-Royale-Modus zu bekämpfen, gibt es nur noch das Schwarze Loch zu sehen. Auch wenn man die offizielle Fortnite-Website aufruft, sieht man dieses Schwarze Loch: Epic Games blendet auf der Fortnite-Seite nur ein Twitch-Video vom Schwarzen Loch ein.

Dennoch gibt es auch viele besorgte Fortnite-Spieler, die nicht so recht wissen, warum sie gerade nicht spielen können. Per Tweet im offiziellen Playstation-Twitter-Kanal werden diese Unwissenden aber beruhigt. "Bitte seid versichert, dass alle eure Inventargegenstände und V-Bucks während des Fortnite-Blackouts sicher sind."

Im Hintergrund bereitet Epic Games die Server von Fortnite also für die nächste Season 11 vor. Alternativ wird darüber spekuliert, dass auch ein komplett neues Kapitel in der Fortnite-Geschichte starten könnte: Fortnite Kapitel 2.

Unklar ist nur, wie lange dieser Blackout nun tatsächlich dauern wird. Die Fortnite-Fans nehmen es jedenfalls mit Fassung: Obwohl das Spiel seit Sonntagabend faktisch offline ist, gehört es aktuell (Montagfrüh, 9:30 Uhr) mit über 150.000 Zuschauern dennoch zu den meistgeschauten Spielen bei Twitch. Das muss man als Spieleentwickler auch erstmal schaffen...

Apple verspielt in China seine Glaubwürdigkeit

Wer hätte noch vor einer Woche gedacht, dass eine relativ einfache App eine entrüstete Diskussion in diversen Foren verursacht? Doch HKlive traf bei allen Beteiligten einen wunden Punkt: Zum einen war den Entwicklern die Sympathie des breiten Publikums sicher, sollte doch die App den Protestlern in Hong Kong helfen, Polizei-Kontrollen und Patrouillen zu meiden. Stellt man sich doch fast unbewusst an die Seite des Schwächeren, der gegen eine Staatsmacht kämpft. An der anderen Seite steht die chinesische Regierung, die durch die Proteste sowieso ihre Macht untergraben sieht und noch nicht dazu jedwede digitalen Mittel zulassen will, die diesen Machtschwund unterstützen. Und dazwischen Apple, das sich in dieser Situation nicht mit Ruhm geschweige denn Konsequenz bekleckert hat: Zunächst haben die App-Store-Tester die App unverhältnismäßig lange nicht durchwinken lassen. Dann, als die Causa publik wurde, war die App kurz zugänglich, danach bald wieder aus dem App Store gelöscht. Die Erklärung für die Löschung machte die Sache nur noch schlimmer: Apple PR habe unterstellt, die Protestler nutzten die App, um die einzelnen Polizisten anzugreifen. Kurze Zeit später haben sich Augenzeugen vor Ort gemeldet und der Darstellung widersprochen. Warum ist aber alles so eskaliert?

Es ist für Apple nicht das erste Mal, dass Apps aus dem App Store fliegen, kurz Entrüstung herrscht, nach einer schlüssigen Erklärung sich aber dann die Aufregung wieder legt. So war es beispielsweise mit den Kindersicherungs-Apps : Die Entwickler hatten sich hier beschwert, Apple wolle keine Konkurrenz zu seiner Bildschirmzeit sehen. Dann hat sich aber herausgestellt, dass die Apps unzulässigerweise die Funktion Mobile Device Management genutzt hatten und Nutzer den Apps einen sehr breiten Zugang zu dem eigenen Gerät gewähren mussten. Bei HKlive war dies aber anders: Die Erklärung von Apple ist alles andere als schlüssig, stellt sich das Unternehmen mit der Löschung doch an die Seite der chinesischen Regierung, die alles andere als demokratisch und menschenrechteachtend ist. Es ist diese Diskrepanz zwischen der Handlung und Absichtsbekundung von Apple, die solche Diskussionen hervorruft.

Denn Apple hat sich seit je her sehr stark hohen Werten verschrieben und hatte dies bislang auch umgesetzt. Manche haben zwar den berühmten FBI-Streit zwar als einen gelungenen PR-Trick gewertet, doch die Kosten für einen Trick wären zu hoch gewesen: Das Unternehmen stand vor einem scheinbar unendlichen Gerichtsverfahren gegen den eigenen Staat und streitet man sich auch nur ungern mit einem Geheimdienst. Skeptiker sehen auch sämtliche "grünen" Initiativen als reine PR-Strategie, doch man kann eine Werbekampagne auch billiger als für 300 Millionen Dollar einkaufen. Tim Cook setzt sich in jedem seiner Interviews für Menschenrechte wie Gleichberechtigung und Privatsphäre ein. Sicherheit und Datenschutz sind beim Unternehmen so groß geschrieben, dass sie es einmal gar auf ein Werbebanner in Las Vegas schafften .

Ob bewusst oder nicht, Apple hat seine Werte vor der Öffentlichkeit nicht gerade verheimlicht. Zuletzt hat das Unternehmen wohl verstanden, dass auch die abstrakten Aspekte wie Datenschutz ein Alleinstellungsmerkmal eines iPhones sein können und so die neuen oder bestehenden Kunden "abholen" könnte. Auf der vergangenen iPhone-Keynote gab es zu jedem neuen Produkt eine Privacy-Erklärung, so gesehen hat Apple sehr hohe Erwartungen an die eigenen Werte gestellt.

Momentan entsteht jedoch der Eindruck, dass das Unternehmen Werte wie ein Grundrecht auf friedliche Proteste mit Füßen tritt und vor einer repressiven Regierung wie in China kuscht, sobald der Umsatz im Land gefährdet ist. Tatsächlich hat die Firma ein schwieriges Verhältnis mit dem Land: Einerseits ist Apple an die riesigen Produktionskapazitäten angewiesen, die sich so leicht nicht ersetzen lassen, andererseits will man nicht den großen und wachsenden Smartphone-Markt verlieren, um den man mehrere Jahre gekämpft hat . Apple weiß zudem ganz genau, wozu die Regierung im Lande fähig ist, wenn man die Regeln im Lande nicht befolgt: 2016 waren eine Zeit lang iTunes Movie und iBooks Store verboten .

Es bleibt die Frage, wann für Apple bei den Einschränkungen in China die Schmerzgrenze erreicht ist bzw. wie viel die eigenen Werte kosten. Denn das aktuelle Argument, man wolle nur die Landesgesetze befolgen , gilt seit den Auschwitzprozessen nicht mehr: Denn auch die Anordnungen einer höheren Instanz (sogar aktuelle Gesetzgebung ) können die grundsätzlichen Menschenrechte verletzten, es liegt in der Verantwortung jedes einzelnen (Unternehmens), dagegen zu kämpfen.

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