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Morgenmagazin vom Dienstag, 16. Februar 2021

16.02.2021 | 07:00 Uhr | Peter Müller

Apple korrigiert Fehler in Big-Sur-Installer +++ watchOS 7.3.1 soll Aple Watch 5 und SE wieder laden lassen +++ Wedbush-Analyst: Apple weiter auf Brautschau bei Autobauern +++ Zuckerberg: "Wir müssen Apple wehtun" +++ Gesetzentwurf: Bundesrat fordert austauschbare Akkus in Elektrogeräten +++ Intel Core i9-11900T: Neue CPU mit 35 Watt aufgetaucht +++ Corona-Tool bewertet Ansteckungsrisiko in Räumen

16. Februar: Ausgefallene Jahreszeiten

Macwelt wünscht Guten Morgen! Besondere Grüße gehen heute in das nicht verkaterte Rheinland, das zwar traurig ob des ausgefallenen Rosenmontags und des gesamten Straßenkarnevals sein mag, gesünder war das aber allemal. Für die eigene Leber und die vielen Lungen derjeniger, die sich nun nicht infizieren. Wir, die wir mit Funkenmariechen, Dreigestirn, Büttenreden und Umzügen wenig bis nichts anfangen können, schauen heute aber nicht hämisch nach Nordwesten, sondern mitfühlend. An eine friedliche und ungefährliche Wiesn können wir nicht vor 2022 so recht glauben. So wünschen wir natürlich, nächstes Jahr am Faschingsdienstag wieder kopfschüttelnde Grüße in ein reichlich verkatertes Rheinland zu senden. Do simmer dabei, dat ist prima! Und wenn dann der Nubbel brennend für unsere Sünden büßen muss, entzünden wir hier auch ein Freudenfeuer, zumindest ein innerliches.

Im Süden der Republik heißt der Karneval bekanntlich Fastnacht oder Fasching. Letzterer hat etymologisch mit dem Rutenbündel des Fascio nichts zu tun, obwohl der bayerische Name des Tages "Kehraus" die Assoziation nahe legt, man wolle mit der Rute nun energisch den Winter auskehren. Komisch, genau das geschieht dieser Tage, die Kälte aus dem Osten weicht der Südwestströmung, die uns einen Hauch von Frühling erahnen lässt.

Das Wort Fasching kommt also nicht vom Kehrbesen, sondern vom Fastenschrank her, aus dem in normalen Zeiten am letzten der narrischen Tage noch bis Mitternacht der Alkohol fließen darf. Am Aschermittwoch ist dann alles vorbei und die Fastenzeit wird natürlich streng eingehalten – so auch seit jeher am politischen Aschermittwoch in Bayern, der seit 1919 bayerische Tradition ist - und heuer nicht im Bierkeller steigt, sondern rein digital. Mampfen wir in diesem Jahr eben daheim vor dem Endgerät Käse, Brezen und Fischsemmeln und nuckeln an unserem Bier – so sind die Reden leichter zu ertragen.

Und dann dauert es ja nicht mehr lange bis zum Starkbieranstich und dem Verspotten von Politikern mit nicht nur flachen Witzen. Der Nockherberg ist letztes Jahr bereits der Pandemie zum Opfer gefallen, nachdem der Karneval sie so richtig beschleunigt hatte. In diesem Jahr wird immerhin der Kabarettist Maxi Schafroth in einer leeren Halle in München-Au die Fastenpredigt halten, Singspiel gibt es auch nicht vor 2022. Welche Rolle dann Antonia von Romatowski spielen wird die seit 2014 Angela Merkel parodiert? Aber auch für den Stoiber-Darsteller Michael Lerchenberg hat sich eine neue Aufgabe gefunden …

Das Macwelt-Morgenmagazin verabschiedet sich für eine kurze Pause von Aschermittwoch bis Freitag, kommenden Montag sind wir dann wieder hier zur Stelle.

Lesetipps für den Dienstag

Korrektur I : Apple hat laut Mr. Macintosh nun einen Bug behoben, von dem der Blog zuerst berichtet hatte – Installer von macOS 11 Big Sur hatten die Aktualisierung des Systems auch dann begonnen, wenn nicht ausreichend Speicher (mindestens 35,5 GB) vorhanden war, was  den Rechner völlig außer Gefecht setzte. In einigen Fällen gelang es noch, ausreichend Dateien von einem im Target-Disk-Modus gestarteten Rechner zu löschen. Für die Korrektur benötigt Apple nicht einmal ein Update, heimlich, still und leise hat der Mac-Hersteller lediglich einen neuen Build des Updates auf macOS 11.2.1 bereitgestellt, dieser trägt die Versionsnummer 20D75.

Korrektur II: Apple hat gestern Abend das Update auf watchOS 7.3.1 veröffentlicht. Dieses behebt ein Problem von Apple Watch Series 5 und SE, die unter Umständen nicht mehr luden, nachdem sie in den Stromsparmodus versetzt worden waren. Apple empfiehlt in einem Support-Dokument, man solle den Kundendienst kontaktieren, bestehe das Problem nach dem Update weiter.

Auf Partnersuche: Alle elf Tage tauchen neue Gerüchte um einen möglichen Kooperationspartner für das Apples Elektrofahrzzeug auf – die paarsuchen jetzt. So oder so ähnlich beschreibt der Wedbush-Analyst Dan Ives die derzeitige Situation, Apple sei mitten in einem Datingprozess. Nissan habe bereits klar gestellt, nicht mit Apple in Verhandlungen zu sein, Hyudai musste womöglich nach einer verärgerten Ansage aus Cupertino zurückrudern und sagen, dass man nicht mehr mit Apple spreche und Volkswagen gibt sich angesichts einer möglichen Konkurrenzsituation gelassen. Dabei seien gerade die beiden letztgenannten Fahrzeughersteller Top-Kandidaten für das Apple Car, dank ihrer modularen Plattformen für Elektrofahrzeuge. Ives ist davon überzeugt, dass Apple in den nächsten drei bis sechs Monaten seine Brautschau so weit vorangetrieben habe, dass Cupertino einen Kooperationspartner für sein "Project Titan" bekannt geben könne, der Analyst setzt die Wahrscheinlichkeit dafür auf 85 Prozent an. Das ökonomisch-ökologische Klima der Biden-Präsidentschaft begünstige auch Entwicklungen der Elektromobilität. Apple sei in der Lage, den derzeit von Tesla, GM und Ford dominierten Markt auf den Kopf zu stellen, wenn es gelinge, mit einem passenden Partner bis 2024 ein Apple Car auf die Straße zu bringen.

Audio-Begleitung: Am Freitag beginnt die zweite Staffel der Weltraumserie "For All Mankind" auf Apple TV+. Alle bis auf zwei Folgen waren im letzten Frühjahr bereits abgedreht, als die Pandemie zu einem Produktionstopp zwang, der die Fortsetzung der Geschichte aus einer alternativen Realität verhinderte. Ebenso am Freitag startet ein von Apple produzieter Podcast rund um die Serie, in der Schauspieler und andere Mitglieder der Crew sich mit echten Astronauten und Wissenschaftlern über die Herausforderungen der bemannten Raumfahrt austauschen. Mit dabei ist unter anderem Krys Marshall, die die Astronauting Danielle Pool spielt, die in der Serie die Mission Apollo 22 befehligte.

Herausforderung: Der App Store ist ein wesentlicher Teil für den Erfolg des iPhone und trotz aller Vorsichtsmaßnahmen Apples tummeln sich jede Menge Betrüger auf der Plattform. Etwa solche, die erfolgreiche Apps schamlos kopieren und dabei den Nutzern keinen Mehrwert bieten oder andere, die App-Rezensionen mit Spam überfluten. Dabei klagen Entwickler über teils dornige Regeln, die ihnen den Zugang zum App Store und damit den einzigen zu Kunden erschweren. Apple ist sich des Problems bewusst, gegenüber The Verge verlautbarte das Unternehmen neulich, im Jahr 2020 mehr als eine halbe Million betrügerische Entwicklerkonten und 60 Millionen Spam-Beiträge aus dem Angebot entfernt zu haben. Die Käufer derartiger Apps werden entschädigt, doch die 30 Prozent, die an Apple gingen, bleiben auch bei Apple. Ein Schelm, der Böses dabei denkt. Der App Store steht also vor der Herausforderung, seiner Verantwortung, die mit der schieren Größe und Marktmacht gekommen ist, wieder besser gerecht zu werden, meint Dan Moren in seiner Macworld-Kolumne "Stay Foolish". Das Small Business Programm, bei dem Apple seine Provision für kleine Unternehmen reduziert, sei schon mal ein guter Anfang und zeige, dass dem Anbieter nicht nur an Geld gelegen ist.

Weitere Nachrichten:

Zuckerberg: "Wir müssen Apple wehtun"

In einer längeren Recherche über Facebooks Einstellung zu Apple ist es dem " Wall Street Journal " gelungen, Einblicke in die interne Kommunikation von Facebook zu gewinnen. Somit wird verständlicher, wie es zu dem öffentlichen Schlagabtausch Ende vergangenen Jahres kommen konnte. Das Verhältnis begann bereits vor Jahren zu bröseln. Nach einem Fernseh-Interview von Tim Cook und einem Seitenhieb auf Facebook antwortete Mark Zuckerberg in der Presse, dass Cooks Kritik, Facebooks Geschäftsidee besteht darin, seine Nutzer zu monetarisieren, nicht wahr sei. Privat war Facebooks CEO noch radikaler: "Wir müssen Apple wehtun", mit dieser Nachricht hat er sich an sein Team gewendet.

Facebook hat davon abgesehen, den Streit in der Öffentlichkeit auszutragen. Die Firma hat jedoch Lobbyisten eingestellt und bei jeder Gelegenheit gegenüber den Behörden und Politikern behauptet, dass Apple seine Macht auf dem Markt missbraucht und mehr Regulierungen verdient. Als Epic sich für eine Klage gegen Apple entschieden hat, wollte das soziale Netzwerk den Spiele-Entwicker mit eigenen Argumenten unterstützen. Die Gräber wurden noch tiefer, als Facebook als Reaktion auf iOS-14-Funktionen mehrere Zeitungsanzeigen geschaltet hat, strengerer Datenschutz auf iPhones und iPads bedrohe die Existenz der kleinen Firmen, die per Facebook so ihre potentielle Kunden nicht erreichen können.

Einige Wochen später schoss Tim Cook zurück, Apples CEO nannte Facebook nicht direkt, sondern kritisierte im EU-Parlament aktuelle Geschäftsmodelle : "Wenn ein Geschäft darauf gegründet ist, seine Nutzer zu täuschen, Daten zu missbrauchen, und angebliche Auswahl ohne Wahl zu präsentieren, dann verdient es nicht unser Lob, sondern eine Reform."

Unsere Meinung: Der Streit zwischen Facebook und Apple ist längst noch nicht ausgetragen. Cook und Zuckerberg stehen nicht nur für die Firmen, die sie leiten, sondern für unterschiedliche Zukunftsvisionen, wohin sich die digitale Wirtschaft entwickeln kann. Ob die Nutzer die Inhalte im Netz gratis erhalten, dafür jedoch mit ihrer Privatsphäre zahlen, oder ob sie teure Geräte sich anschaffen und mit einigen zweifelhaften Entscheidungen des Herstellers leben müssen, dafür Werbung, Spam und allzu neugierige Augen sperren können – oder ob ein Kompromiss aus beiden Visionen möglich ist, dies wird sich erst in einigen Jahren zeigen.

Gesetzentwurf: Bundesrat fordert austauschbare Akkus in Elektrogeräten

Mit dem Entwurf eines Ersten Gesetzes zur Änderung des Elektro- und Elektronikgerätegesetzes will der Bundesrat Elektronik-Hersteller in Zukunft zu mehr Nachhaltigkeit verpflichten. Die Hersteller sollen verstärkt in die Verantwortung genommen werden, die schon jetzt bestehenden Möglichkeiten zur Abfallvermeidung auszuschöpfen, heißt es in einer Stellungnahme des Bundesrates .

Einen Ansatzpunkt zur Müllvermeidung sieht der Gesetzentwurf im Einsatz von wechselbaren Akkus. "Die aus Sicht der Kreislaufwirtschaft völlige Fehlentwicklung von fest verbauten Akkus in immer mehr Produkten, insbesondere Smartphones, Notebooks, muss dringend gestoppt werden," heißt es in der Stellungnahme weiter. "Ein austauschbarer Akku, der vom Endnutzer selbst getauscht werden kann, führt dazu, dass das Smartphone länger genutzt werden kann. Oftmals ist der Akku das störanfälligste Bauteil am Smartphone. Dieser technische Mangel führt dazu, dass aufgrund der nachlassenden Kapazität des Akkus oder eines Defektes, gesamte Smartphones entsorgt werden." Die Austauschbarkeit von Akkus will der Bundesrat gesetzlich verankern und so dafür sorgen, dass Elektrogeräte so länger genutzt werden können und nicht so schnell im Müll landen wie bisher.

Der Gesetzentwurf fordert außerdem, dass Hersteller entsprechende Akkus nach dem Kauf des Geräts noch ca. fünf Jahre innerhalb einer bestimmten Frist an Kunden liefern können. Im Gesetzentwurf wurde außerdem festgehalten, dass Verbundstoffe in Elektrogeräten leicht zu trennen sein müssen und der Hersteller damit die Recycling-Prozesse erleichtert. Hersteller, die diesen Richtlinien folgen, sollen belohnt werden.

Intel Core i9-11900T: Neue CPU mit 35 Watt aufgetaucht

Im Geekbench 5 wurde ein neuer Prozessor von Intel gesichtet. Der Core i9-11900T basiert auf  Rocket Lake-S und gehört zur stromsparenden T-Serie mit einer TDP von 35 Watt. Die neue Intel-CPU kann auf acht Kerne und 16 Threads zurückgreifen. Der Basistakt liegt bei verhältnismäßig niedrigen 1,51 GHz. Dafür kann der Prozessor im Boost-Modus auf bis zu 4,89 GHz hochtakten. Damit kommt der Intel Core i9-11900T im Geekbench 5 auf eine Single-Core-Performance von 1.717 Punkten und erreicht mit allen Kernen 8.349 Punkte. 

Ebenfalls aus der Geekbench-Datenbank stammt der Core i7-11700 mit einer TDP von 65 Watt. Dieser Prozessor mit acht Kernen und 16 Threads taktet durch sein höheres Energie-Budget schon im Basistakt mit 2,50 GHz und erreicht im Boost-Modus 4,88 GHz. Dies beschert ihm im Geekbench 5 eine Single-Core-Performance von 1.718 Punkten, im Boost-Modus sind es 9,442 Punkte. Ob die neuen Intel-Prozessoren die leistungsstarken und bei vielen Nutzern beliebten Ryzen-5000-Prozessoren vom Thron stoßen können, bleibt jedoch offen. Mit dem für Ende März geplanten Rocket Lake-S-Prozessoren verspricht Intel bis zu 19 Prozent mehr IPC-Leistung (Instructions per Cycle) und will auch Gamer wieder von den eigenen Produkten überzeugen. Mit maximal acht Kernen und 16 Threads liegen die neuen Intel-Chips jedoch hinter den neuen Ryzen-CPUs, die über bis zu 16 Kerne und 32 Threads verfügen.

Die Geschichte der PC-Prozessoren

Corona-Tool bewertet Ansteckungsrisiko in Räumen

Wissenschaftler aus Österreich haben einen Corona-Rechner ins Netz gestellt, mit dem Nutzer die Ansteckungsgefahr in Innenräumen ermitteln können. Das Online-Tool ist über corona-rechner.at verfügbar, inklusive eines ausführlichen Positionspapiers im PDF-Format zum wissenschaftlichen Hintergrund.

Über den Corona-Rechner VIR-SIM 2.1 können die Nutzer konkret das "zeitabhängige relative Risiko" ermitteln, sich in einem Raum mit Covid-19 über Aerosole anzustecken. Dabei wird das Verhältnis zu einem Referenzraum als Basis verwendet, dessen Risiko als "mittel" angesehen wird. Als Referenzraum mit dem Risiko R=1 dient ein Raum mit 200 Kubikmeter Raumgröße und 34 Kubikmeter Zuluft pro Person, in dem sich ein stehender Sprecher und 24 sitzende Personen befinden. Ein mittleres Risiko besteht ab einem Wert von 0,5 bis 1,0. Ein erhöhtes Risiko ab 1,0, ein stark erhöhtes Risiko ab 2,0 und ein "sehr stark erhöhtes Risiko" ab einem Wert von 5,0.

In dem Corona-Rechner werden neben der Fläche des Raumes auch die Höhe des Raumes berücksichtigt. Und auch die Anzahl der Personen, deren Alter, die Verweildauer in dem Raum, ob die Personen stehen oder sitzen, sprechen/singen oder zuhören. Außerdem wird berücksichtigt, ob ein Mund-Nasenschutz getragen wird.

Als Ergebnis erfolgt dann eine Risikobewertung ausgehend von der Referenzsituation. Eine ausführliche Beschreibung zur Nutzung des Tools finden Sie in diesem PDF-Dokument. Dort heißt es auch

Die Abschätzung ist zusammenfassend als ein Hilfsmittel zur situativen Beurteilung des Infektionsrisikos über potenziell virenbelastete Aerosole in einem Innenraum zu bezeichnen. Bei der Interpretation der Ergebnisse ist zu berücksichtigen, dass zusätzlich zu den Unsicherheiten individuelle Faktoren (z.B. Intensität der im individuellen, realen Fall gegebenen Virenabgabe, tatsächliche Verteilung der Aerosole ausgehend von einer oder mehreren infizierten Personen in einem realen Raum, usw.) eine bedeutende Rolle spielen.

Und es wird auch darauf hingewiesen:

Die verbale Beurteilung ist eine relative Annahme und sagt nichts darüber aus, ob ein bestimmtes Risiko als akzeptabel anzusehen ist. Es wird darauf hingewiesen, dass es auch bei niedrigen Werten des Faktors R nicht möglich ist, einen 100-prozentigen Schutz vor Infektionen mit Viren (bspw. SARSCoV-2) in Innenräumen zu erreichen.

Corona-Impfterminrechner sagt, wann Sie geimpft werden

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