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Morgenmagazin vom Dienstag, 16. Juni 2015

16.06.2015 | 06:58 Uhr |

16. Juni 2015 +++ Sechste Beta für OS X 10.10.4 +++ Apple muss für drei Gratis-Monate Labels nicht bezahlen +++ Wikipedia macht verschlüsselte Verbindungen zum Standard +++ Tastatur nutzt E-Ink für programmspezifische Tastaturkürzel +++ Emojis könnten PIN-Codes überflüssig machen +++ Spezieller Fußweg für Smartphone-Nutzer +++ Apple prämiert die besten iPhone-Fotos +++ Commodore Amiga seit 30 Jahren im Dienst

Was heute wichtig wird: 16. Juni 2015

Das Macwelt-Morgenmagazin wünscht einen Guten Morgen! Freunde der Literatur wissen, was heute für ein Tag ist: Der Bloomsday. Die Handlung des Romans "Ulysses" des irischen Schriftstellers James Joyce spielt an jenem 16. Juni vor 111 Jahren in Dublin. Zum Feiertag für Literaturbegeisterte ist er aber erst seit seiner 50sten Wiederkehr im Jahre 1954 geworden, als erstmals Joyce-Leser sich in Dublin auf die Spuren der Romanfiguren Leopold Bloom oder Stephen Daedalus machten. Ulysses ist gewiss keine leichte Kost, und eher nicht an einem Tag wie dem heutigen 16. Juni 2015 gelesen - es sei denn Sie haben heute etwas mehr Freizeit als sonst oder kennen das Werk schon gut. Immerhin bekommt man es - im englischen Original - dank des Gutenberg-Projekts gratis im iBooksstore oder bei Amazon. Der Autor ist mehr als 70 Jahre tot, die Urheberrechte somit erloschen.

125 Jahre alt wäre heute Stan Laurel geworden, dessen Werke zwar einen leichteren Zugang bieten aber auch alles andere als banal sind. Unterschätzt haben ihn anscheinend nur deutsche Fernsehredakteure, die in siebziger Jahren Laurels mit seinem kongenialen Partner Oliver Hardy in für Vorabendserien passende Teile zerlegten und die Protagonisten als "Dick und Doof" präsentierten. Doch zeigt Laurel immer wieder eindrucksvoll, dass sich nur intelligente Menschen dumm stellen kennen - umgekehrt ist das nicht möglich. Eine weitere Fehleinschätzung, unter der das deutsche Fernsehpublikum zu leiden hatte: Stan Laurel sprach keineswegs ständig im Falsett, seine Stimmlage war eher ein Bariton. In Erinnerung bleibt aber vor allem seine Mimik und so mancher Kniff wie das verwunderte Kratzen am Kopf und der zweite, erschrockene Blick. Peter Müller

Lesetipps für den Dienstag:

Sechste Beta: OS X 10.10.4 steht unmittelbar vor der Veröffentlichung. Zunächst erhalten Entwickler und registrierte Betatester aber noch eine weitere Vorabvesion des Updates, die mittlerweile sechste. Der aktuelle Build trägt die Versionsnummer 14E36b. Final könnte das Update Ende Juni sein, wenn auch iOS 8.4 mit der neuen Musik-App herauskommen soll.

Unbezahlt, und das geht auch: Drei Monate werden Musikfreunde Apples Streamingangebot Apple Music kostenfrei testen können, ein ungewöhnlich langer Zeitraum. Für diese drei Monate werden die Plattenfirmen nicht entschädigt, danach bekommen sie aber 71 Prozent der Umsätze ausbezahlt, außerhalb der USA sogar 73 Prozent diese Zahlen hat Apples Vice President of iTunes Contetn, Robert Kondrk gegenüber Recode bestätigt.

Starker Tobak : Das Wall Street Journal hat am Montag in einem Diskussionsbeitrag vorgeschlagen, Apple solle sein Mac-Geschäft abstoßen und sich auf das weit lukrativere mit iPhone und iPad konzentrieren. Apple könne es sich nicht mehr leisten, in die Entwicklung von Nischenprodukten wie dem Mac Pro zu investieren und darüber den Fokus auf Mobilgeräte zu verlieren, lautet in etwa die Argumentation. Dem widerspricht unser Macworld-Kollge Glenn Fleishman entschieden. Apples Umsätze mit dem Mac seien keineswegs vernachlässigbar, allenfalls habe Apple mit Problemen bei der Entwicklung von Software und Services zu kämpfen und nicht mit der von Hardware.

Größere Tastatur für iPad Pro: Im Software Developer Kit für iOS 9 hat ein Entwickler eine größere virtuelle Tastatur für das iPad entdeckt. Diese lässt sich als weiteren Hinweis auf ein iPad Pro mit größerem Bildschirm interpretieren, bereits das Multitasking von iOS 9 wäre vor allem auf einem größeren Bildschirm ein Gewinn. Von einer Diagonale von bis zu 12 Zoll ist die Rede, das iPad Pro würde sich vor allem für den Einsatz in Unternehmen anbieten.

Weitere Nachrichten:

Wikipedia macht verschlüsselte Verbindungen zum Standard

Wenn Nutzer derzeit Informationen in Wikipedia suchen, so läuft diese Datenübertragung oft noch unverschlüsselt ab. Mit einer für jedermann geltenden Verschlüsselung per HTTPS wollen die Betreiber künftig für mehr Sicherheit sorgen.

In den kommenden Wochen soll jeder Besuch von Wikipedia, Wiktionary oder Wikimedia Commons generell verschlüsselt erfolgen. Derzeit können meist nur eingeloggte Nutzer von einer Transportverschlüsselung auf Wikimedia-Servern profitieren.

An der Verschlüsselung per HTTPS haben die Betreiber nach eigenen Aussagen seit 2011 gearbeitet. Der Abhörskandal um Edward Snowden führte jedoch zu einer verstärkten Arbeit am System. Um die Verschlüsselung für alle Anwender einzuführen, waren weitreichende Änderungen am Serversystem nötig.

Einen hundertprozentigen Schutz bieten jedoch auch verschlüsselte Verbindungen nicht. Dennoch gilt eine Transportverschlüsselung per HTTPS im Gegensatz zu einem unverschlüsselten Besuch eines Online-Angebots als sicherer.

Tastatur nutzt E-Ink für programmspezifische Tastaturkürzel

Viele umfangreiche Programme wie Photoshop oder Adobe Illustrator nutzen spezielle Tasten für vielfältige Funktionen. Mit dem Sonder Keyboard muss man sich diese dank E-Ink-Technologie nicht mehr merken. Dies verspricht jedenfalls der Hersteller der vorstellbaren Spezial-Tastaturen. Die im Apple-Stil designten hellen Keyboards mit weißen Tasten bieten im Bereich der F-Tasten Kürzel für diverse Programme wie Photoshop, Illustrator, Mail-Clients, Facebook und Skype oder auch für Spiele, wobei bestimmte Tasten mit Symbolen für Gewehre, Pistolen oder Granaten belegt sind. Je nach gewählten Programm zeigt die Oberfläche der Tastatur unterschiedliche Symbole für den Schnellzugriff auf bestimmte Funktionen wie den Aufruf eines Pinsels, Textwerkzeugs, Like-it-Daumens und anderes mehr. Im Schnelldurchlauf lässt sich das in einer kleinen Animation beim Hersteller ansehen. Laut Petapixel können 50 der 78 Tasten auf dem Bluetooth-Keyboard angepasst werden, auch mit Makros, außerdem leuchten die Tasten im Dunkeln. Auch das Tastatur-Layout lässt sich für bestimmte Sprachen einstellen. Das Sonder Keyboard ist offensichtlich speziell für den Mac hergestellt, soll sich aber auch mit Windows nutzen lassen. Die Größe gibt der Hersteller mit 28 x 13 x 3 Zentimeter an, das Gewicht mit 500 Gramm. Eine Kickstarter-Kampagne soll später in diesem Jahr für mehr Geld in der Kasse des Unternehmens sorgen. Doch schon jetzt lässt sich das Keyboard für 200 US-Dollar vorbestellen, hinzu kommen 39 US-Dollar für den Versand.

Emojis könnten PIN-Codes überflüssig machen

Das britische Unternehmen Intelligent Environments hat mit Emoji Passcode eine neue Technologie vorgestellt, die noch sicherer als PIN-Codes ist. Die einfache Idee: Emojis werden bereits weltweit von vielen Millionen - vor allem jungen - Nutzern verwenden. Weshalb nicht auch, um beispielsweise den Zugriff auf ein Bankkonto zu sichern?

Bei Emoji Passcode erhalten die Nutzer erst Zugriff auf ein Bankkonto, wenn sie vier bestimmte Emojis in der richtigen Reihenfolge eingeben. Insgesamt stehen 44 Emojis zur Auswahl. Dadurch ist eine höhere Sicherheit gegeben als bei PIN-Codes, deren einzelne Stellen nur aus den Ziffern 0-9 bestehen dürfen.

Auch in vielen anderen Bereichen, so die Macher, könnten Emojis statt Passwörter zum Einsatz kommen. Immerhin lassen sich Emojis als Bilder einfacher einprägen als knifflige Passwörter. So können Anwender die Emojis so auswählen, dass in deren Reihenfolge eine kleine Geschichte erzählt wird, die sich wiederum besser einprägen lässt. Die Nutzung von Emojis könnte auch das Leben der Hacker schwieriger machen, weil in der Regel die Emojis über eine speziell eingeblendete Tastatur eingegeben werden und diese bisher von Hackern nicht ausspioniert werden.

Kunden hat Intelligent Environment für Emoji Passcode noch nicht gefunden. Man sei aber im Gespräch mit diversen Banken. Dabei wird auch auf eine Studie verwiesen, laut der ein Drittel aller britischen Erwachsenen bereits schon einmal ihre PIN-Nummer vergessen haben.

Spezieller Fußweg für Smartphone-Nutzer

Viele Smartphone-Nutzer zücken auch beim Bummel in der Einkaufspassage ihr Mobilgerät, beispielsweise um schnell eine Nachricht zu beantworten. Wer dabei nicht mehr auf sein Umfeld achtet, kollidiert schnell mit seinen Mitmenschen. Diesen Umstand macht sich der belgische Mobilfunk-Anbieter Mlab zunutze und führt als Marketing-Strategie so genannte Text Walking Lanes ein.

Dabei handelt es sich um speziell gekennzeichnete Spuren – ähnlich einem Radweg – in der Fußgängerzone. Platziert wurden sie in diesem Monat in den belebtesten Ladenstraßen der belgischen Stadt Antwerpen. Gehen Smartphone-Besitzer auf diesen Wegen, müssen sie laut Mlab nicht befürchten, mit Laternenmasten, Pollern oder Absperrungen zu kollidieren.

Dass es vermehrt Unfälle aufgrund von Handy-Nutzung bei Fußgängern gibt, beweist eine Studie der Marktforschungsfirma Pew, die zumindest in den USA in den vergangenen fünf Jahren einen Anstieg von Fußgänger-Unfällen, bei denen ein Smartphone involviert war, um 35 Prozent feststellte. Das Unternehmen beruft sich dabei auf Daten von unterschiedlichen Notaufnahmen aus US-Krankenhäusern. In Washington DC und im chinesischen Chongqing wurden aufgrund des erhöhten Unfallrisikos ebenfalls so genannte Text Walking Lanes eingeführt.

Apple prämiert die besten iPhone-Fotos

Dies beweist jedes Jahr das Wettbewerb "iPhone Photography Award", das in diesem Jahr zum neunten Mal stattfand. Die Jury wählt drei Hauptgewinner, sowie drei besten Fotos in den Kategorien Reisen, Architektur, Portrait, Essen und fünfzehn anderen.

In diesem Jahr hat Michal Koralewski aus Polen mit seinem stimmungsvollen Foto eines alten Mannes mit Akkordeon das Rennen gemacht. Der zweite Gewinner David Craik aus Großbritannien hatte mit einer Vogelszene eine gute Reaktion bewiesen. Der Schnappschuss eines schlafenden Paares im Zug brachte Yvonne Lu aus den USA den dritten Platz. Alle drei Gewinner bekommen in diese Jahr eine Apple Watch Sport geschenkt. Die Gewinner aus jeder Kategorie - einen Goldbarren.

Der iPhone Photography Award findet jedes Jahr seit Veröffentlichung des Ur-iPhones statt. Jeder kann hier teilnehmen, die Bewerbungsfrist endet für gewöhnlich Ende März, die Hauptbedingungen sind: Die Fotos müssen mit einem iOS-Gerät (iPhone, iPod oder iPad) gemacht worden sein, die Bearbeitung mit einem Desktop-Programm wie Photoshop ist nicht erlaubt, dafür aber der Einsatz von iOS-Apps und Foto-Objektiven wie Olloclip .

Commodore Amiga seit 30 Jahren im Dienst

In der zweitgrößten Stadt des Bundesstaates Michigan, in Grand Rapids, steuert ein 30 Jahre alter Computer die Klimaanlagen von 19 öffentlichen Schulen. Der Commodore Amiga läuft Tag und Nacht durch seitdem er in den 80ern gekauft worden war. Wie Tim Hopkins, der sich um den Amiga kümmert, gegenüber dem lokalen TV-Sender woodtv.com mitteilt , habe der Commodore damals einen Rechner ersetzt, der so groß wie ein Kühlschrank gewesen sei.

Mit dem alten Amiga steuern die Schulen, wann die Boiler geheizt werden und wann die Heizphase beendet wird. Außerdem: wann die Ventilatoren gestartet und angehalten werden und wann die Pumpen arbeiten. Ferner überwacht der betagte Rechner die Temperaturen und diverse weitere Werte. Als der Amiga gekauft worden war, hat ein Schüler der Kentwood High School die Programme geschrieben. Gibt es ein Problem mit der Hardware oder Software, wenden sich die Schulen einfach an den ehemaligen Schüler, der noch immer in der Region lebt.

Problematisch sei das Auffinden von Ersatzteilen, schildert Hopkins. Der Commodore habe im Laufe der Jahrzehnte schon seine zweite Maus und den dritten BIldschirm erhalten. Der Rechner arbeitet übrigens im Verbund mit einem 1200-Bit-Modem, um die Anlagen der Schulen zu steuern. Die Anfragen und Steuerdaten schickt der Amiga über eine Radiofrequenz drahtlos an die Anlagen. Diese würden binnen Sekunden mit den angefragten Daten antworten. Ein Problem hierbei: Die gleiche Frequenz wird von manchen Walkie-Talkies verwendet, die von Hausmeistern der Schulen eingesetzt werden. Kollidieren die Frequenzen, müssen die Hausmeister ihre Walkie-Talkies für 15 Minuten abschalten, damit wieder alles läuft.

Die Schulen setzen weiter auf den 30 Jahre alten Commodore-Opa, weil ein neues System sie zwischen 1,5 und 2 Millionen Dollar kosten würde. Wenn die Wähler sich aber für einen insgesamt 175 Millionen Dollar schweren Vorschlag im November entscheiden, gibt es ein neues Steuerungssystem.

Damit hat dieser Amiga übrigens seinen Schöpfer um viele Jahre überlebt. Für Commodore kam der Anfang vom Ende 1994 ; Commodore Deutschland und UK blieben als letzte übrig. Der Markenname indessen existiert noch. Die Inhaber brachten erst vor wenigen Jahren eine Neuauflage mit deutlich mehr Rechenpower auf den Markt - den Amiga Mini .

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