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Morgenmagazin vom Dienstag, 16. März 2021

16.03.2021 | 07:19 Uhr | Peter Müller

Spuren in iOS 14.5: City-Charts für Music, gesonderte Sicherheitsupdates +++ Speedreport: Samsung hängt bei 5G alle ab, Apple hinkt hinterher +++ iPhone 11 bei Aldi zum Top-Preis - lohnt sich der Kauf? +++ Deutsche Bahn: ICE 4 XXL bekommt besseres Internet +++ Rocket Lake: Erstes Foto deutet auf riesigen Prozessor hin +++ Elon Musk krönt sich zum "König von Tesla"

16. März: Das Alte und das Neue

Macwelt wünscht einen guten Morgen! Bloomberg-Redakteur Mark Gurman hat wieder Recht behalten. Als vor gut drei Wochen das Datum 16. März für die Apple-Frühjahrskeynote kursierte, war Gurman mit der Erste, der dem Termin eine Absage erteilte. Aber an diesem 16. könnte dennoch etwas dran sein. So vermuten wir beinahe, dass Apple gegen Nachmittag eine Show für die nächste Woche ankündigt, womöglich für den Dienstag, 23. März.

Es wäre ja an der Zeit für ein paar Neuerungen bei iPad und iMac und vielleicht für ein völlig neues Produkt. Die dritte Generation der Airpods wird Apple erst später in diesem Jahr zeigen, womöglich zusammen mit den iPhones des Jahrgangs 2021. Apple könnte die Ohrhörer einfach nur "die neuen Airpods" nennen und mit der Zählerei aufhören. Zählt Apple etwa das Macbook Air oder den Mac Mini durch? Nein, um die Modelle zu unterscheiden, gibt man eben noch das Modelljar an, etwa Macbook Air M1 (late 2020).

Nur bei iPhone zählt Apple konsequent weiter, beim iPad fehlt oft die Nummer. Das aktuelle iPad Pro, das unter Umständen nächste Woche einen Nachfolger bekommen könnte, heißt einfach "iPad Pro", zur Unterscheidung nennt man zur Not noch das Modelljahr, gleiches beim iPad Air, dem iPad Mini und dem iPad. Wobei bei letzteren Modellen sich gerne mal eine "4", eine "5" oder eine "8" hinzu gesellt.

Das iPad zu zählen aufgehört hatte Apple vor neun Jahren mit dem Modell vom Frühjahr 2012. Dieses hieß nicht  "iPad 3", sondern einfach nur "das neue iPad". Gegenüber dem iPad 2, das auch offiziell noch so hieß, hatte Apple den nächsten Entwicklungsschritt vollzogen: Retina-Display. Der Prozessor war kaum schneller als der des Vorgängers, Apple hatte hier schon vom Original-iPad zum iPad 2 einen riesigen Schritt unternommen.

Das iPad 3, pardon, das "neue iPad" war gekommen, um nur kurz zu bleiben. Denn schon im Herbst 2012 gab es die nächste wesentliche Änderung für das Apple-Tablet: Lightning statt 30-poliger Dock-Anschluss. Sonst änderte sich nicht viel, nur wieder die Nomenklatur. Denn das Herbstmodell hieß dann doch wieder iPad 4 - und bekam ein Jahr später einen Nachfolger namens iPad 5 - nein, eben nicht. Es begann die Ära des iPad Air, des iPad Air 2 und eines dritten Modells der Reihe, ehe dann das iPad Pro auf dem Plan erschien, das iPad Mini (erster Auftritt im Herbst 2012) weiter gezählt wurde und das Pro noch eine zweite Größe bekam. Langsam wurde es unübersichtlich.

Umso klarer jetzt die iPad-Struktur: Das iPad (late 2020) für die Einsteiger, den Bildungsbereich, für Behörden. Das iPad Mini für diejenigen, denen ein 7,9-Bildschirm völlig ausreicht. Das iPad Air für den etwas anspruchsvolleren Geschmack mit einem rahmenlosen Design, das schon in Richtung iPad Pro geht, was ein Alternative zu Laptops sein will, zur Not auch solchen aus dem Hause Apple. In etwa einer Woche werden wir vermutlich sehen, was Apple für das iPad Pro noch alles auf der Pfanne hat.

Lesetipps für den Dienstag

The City rocks : Apple hat am Montag die vierte Beta von iOS 14.5 und iPadOS 14.5 veröffentlicht, zunächst nur für Entwickler. Die vierte Public Beta sollte es heute geben. Laut 9to5Mac kommt eine weitere Neuerung in die Musik-App, nachdem man zuletzt Songtexte aus Apple Music über Instagram und iMessages teilen lernte: City-Charts. Für etwa 100 Städte weltweit wird die Musik-App die beliebtesten Songs des Streamingdienstes auflisten. Umgesetzt ist das Feature noch nicht, es ist nur der Hinweis im Code enthalten, dass man "entdecken könne, was in 100 Städten weltweit" so gespielt werde.

Entdeckung : Weit wichtiger ist aber die zweite Entdeckung, von der 9to5Mac nach Durchsicht des Codes der vierten Beta von iOS 1.5 und iPadOS 14.5 berichtet. Eine neue Sektion beim Softwareupdate deutet darauf hin, dass Apple künftig auch für iPhones und iPads Sicherheitupdates ausliefern könnte, ohne das komplette System einen Punkt weiterzubringen. Zuletzt hatte es etwa das Update auf iOS 14.4.1 gegeben, das einige Sicherheitslücken schließt. Derartiges gibt es schon lange für den Mac, so bekommen in der Regel die beiden älteren Betriebssystemversionen noch per Sicherheitsupdate jene Lückenschlüsse, die Apple dem aktuellen macOS per Punkt-Update angedeihen lässt. Denkbar wäre ein ähnliches Vorgehen auch für iOS und iPadOS, wenn einst iOS 15 und iPadOS 15 veröffentlicht sind, könnte Apple etwaige Sicherheitslücken in iOS 14 und iPadOS 14 auf diese Weise stopfen, ohne das System zu aktualisieren. Das wäre auch eine Art von Paradigmenwechsel: Bisher geht Apple immer davon aus, dass alle iPhone- und iPad-Nutzer schnell die jeweils neueste Version installieren, nur für ältere Geräten, die bei einer veralteten Hauptversion hängen geblieben sind, hat es keine Updates mehr gegeben. Bei iOS 12 hatte Apple zuletzt diesen Pfad verlassen und das alte System, auf dem noch iPhone 6 und älter unterwegs sind, nachträglich noch auf iOS 12.5 gehoben, um etwa die Corona Warn App installieren zu können. Denkbar sind auch die vom Mac bekannten "Supplemental Updates", die Apple ab und an für bestimmte Geräte oder alle kompatiblen nachliefert, wenn es Probleme mit einem unkt-Update gegeben hat. Die Besonderheit in der neuen Methodik für iOS: Bevor man ein anderes Update installieren kann, müssen zuerst diese alleinstehenden Updates gelöscht werden. Wie der Mechanismus im Detail aussehen wird, wird sich zeigen.

Schnell, schneller: "Hi, Speed" nannte Apple im Vorjahr die Keynote, auf der es die iPhone-12-Reihe vorstellte, die als eines der wesentlichen Distinktionsmerkmale zur Vorgängergeneration 5G brachte. Nach Messungen des Speed-Reports von Open Signal ist Apple der Hersteller, dessen 5G-Geräte den größten Geschwindigkeitsunterschied gegenüber den 4G-Vorgängern in Sachen mobile Downloads bringen. Doch absolut sind die Smartphones anderer Hersteller weit schneller, kein iPhone bringt es unter die Top 25 der Liste. Diese dominiert Samsung, fast 60 Prozent der 25 schnellsten Smartphones stammen von dem koreanischen Hersteller. An der Spitze stehe das Samsung Galaxy S21 5G mit einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von 56 Mbps beim Download. Das LG Velvet 5G auf Platz 25 bringt es auf einen Wert von 37,9 Mbps. Die beiden iPhone 12 Pro schnitten mit 36,9 Mbps und 36,2 Mbps etwas schlechter ab, iPhone 12 und 12 Mini weisen Geschwindigkeitsdaten von 29,6 und 32,9 Mbps aus. Ian Fogg, der Autor des Berichts von Opensignal vermutet, Apples Rückstand beruhe auf geringere Erfahrungen im Antennendesign, Samsungs aktuelle Geräte seien bereits die dritte Generation von 5G-Smartphones. Apples großer Geschwindigkeitssprung komme hingegen vom Umstieg von Intel- auf Qualcomm-Modems.

Flasche voll: Heute ist es auf den Tag genau 100 Jahre her, dass der Chemiker Fritz Winkler bei einem Experiment den vierten Aggregatzustand der Materie neben fest, flüssig und gasförmig entdeckte: Plasma.  In einem Plasma sind die Elektronen der äußeren Hüllen von den Atomen getrennt, es ergibt sich somit ein nach außen neutrales, aber leitfähiges Gemisch von Elektronen und Atomrümpfen. Dieses ist aufgrund seiner Leitfähigkeit von Magnetfeldern kontrollierbar, die Experimente zur Kernfusion setzen darauf, das Plasma in einen Torus einzusperren und dieses so weit aufzuheizen, dass Wasserstoffkerne zu Helium fusionieren und dabei über Neutronen Energie frei setzen. Gelungene "Experimente" dieser Art sehen wir am Nachthimmel funkeln und tagsüber heiß strahlen: Sterne sind nichts weiter als gigantische Fusionsmaschinen. Auch 100 Jahre nach der Entdeckung des Plasmas ist dessen Physik weiterhin komplex. Forschenden der Rice-Universität in Houston, Texas, ist es aber nun gelungen, ultrakaltes Plasma in magnetische Flaschen zu sperren, um es weiter studieren zu können. Zu diesem Zweck kühlten sie per Laser ein Gas aus Strontium-Atomen auf wenige Millikelvin, weitere Laser-Impulse entfernten pro Atom ein Elektron aus der Hülle. Aus den Studien des ultrakalten und sauberen Plasmas erhofft sich die Wissenschaft neue Erkenntnisse in den Vorgängen der Sternatmosphären, der Sonnenkorona und natürlich für die Entwicklung von Fusionsreaktoren.

Alles nur geklaut : Sonderlich subtil sind die Diebe nicht vorgegangen, die am Montag morgen gegen 5 Uhr den Apple Store in der Münchener Rosenstraße ausraubten. Sondern mit roher Gewalt: Die gläserne Eingangstür sollen vermutlich mehrere Räuber eingeschlagen haben, 60 Beutestücke sollen sie aus dem Store entwendet haben: iPhones, iPads und Macbooks.

Weitere Nachrichten:

iPhone 11 bei Aldi zum Top-Preis - lohnt sich der Kauf?

Der Discounter Aldi Nord bietet in seinem Online-Store ab Donnerstag, den 25. März 2021 das iPhone 11 von Apple mit 128 GB Speicherplatz inklusive 10 Euro Startguthaben für Aldi Talk an. Und zwar zum Angebotspreis von 699 Euro statt der ursprünglichen UVP von 849 Euro - vermeintlich eine Ersparnis von 150 Euro. Ist das iPhone-Angebot bei Aldi aber tatsächlich ein guter Deal?

 iPhone 11 inkl. 10 Euro ALDI-Talk-Startguthaben für 699 Euro

Beim Blick in unseren Preisvergleich zeigt sich, dass andere Anbieter günstiger sein können. So ist der aktuell günstigste Preis hier 684,90 Euro. Hier ließe sich noch argumentieren, dass der Preis nur minimal höher als beim günstigsten Anbieter wäre, aber selbst der Bonus an 10-Euro-Startguthaben für Aldi Talk unterbietet die anderen Anbieter nicht. Zudem gibt es aktuell auch tolle Angebote anderer Hersteller, die attraktiver sind. So läuft noch für kurze Zeit bei Media Markt und Saturn die iPhone-Week mit Angeboten zum iPhone 11 Pro mit 64 GB Speicherplatz für nur 699 Euro.

iPhone 11 Pro zum Tiefstpreis von 699 Euro bei Media Markt

Wenn Sie also auf das Plus von 64 GB Speicherplatz verzichten können, erhalten Sie das Apple-Smartphone mit besserem Display, besseren Kameras und längerer Akkulaufzeit. Müssten wir bei dem Preis entscheiden, würden wir eher zur Pro-Variante von Apple tendieren. Hier bekommen Sie mehr für Ihr Geld. Falls Sie dennoch mit dem iPhone 11 liebäugeln, dann gibt es günstigere Anbieter. Es ist auch davon auszugehen, dass das iPhone 11 in nächster Zeit noch günstiger zu haben sein wird.

Deutsche Bahn: ICE 4 XXL bekommt besseres Internet

Die Deutsche Bahn erweitert ihren ICE 4 um eine XXL-Variante. Der ICE 4 ist seit 2017 im Einsatz und 346 Meter lang. Mit seinen zwölf Waggons bringt er es auf 830 Sitzplätze. Die XXL-Version des ICE 4 bietet 13 Waggons mit insgesamt 918 Sitzplätzen. Die neuen Züge sollen nicht nur mehr Platz, sondern auch bessere WLAN-Technik beherbergen. Über leistungsstarke Antennen auf dem Dach, soll das neue WLAN-System von Siemens mehr Stabilität und mehr Bandbreite ermöglichen. "Damit haben wir unsere Hausaufgaben für mehr Bandbreite an Bord unserer Züge gemacht" , erklärt Julia Göbel, IT-Projektleiterin bei der Deutschen Bahn gegenüber dem Spiegel . Das Design der Informationsmonitore soll in den neuen XXL-ICEs ebenfalls an die "digitale Zukunft" angepasst werden. Sie sind nun schwarz statt blau.

Eine weitere Änderung betrifft die Computerarchitektur an Bord. "Aktuell bekommt der Zugbegleiter nur einmal vor Abfahrt eine Datei mit in den Zug eingespielt, mit der die Reservierungen angezeigt werden ", erklärt Göbel weiter. Fahrgäste, die kurzfristig einen Platz reserviert hatten, der mit "ggf. freigeben" markiert war. Mit dem neuen System können diese Hinweise nun in Echtzeit im Zug angezeigt und aktualisiert werden.

Vor Hersteller Siemens hat die Deutsche Bahn insgesamt 50 der neuen ICE 4 XXL bestellt. Bis 2023 sollen sie ausgeliefert werden. Sie erreichen eine Höchstgeschwindigkeit von bis zu 265 km/h und kosten die Bahn rund 170 Millionen Euro. Durch ihre Gesamtlänge von 374 Metern können die Züge jedoch nur an bestimmten Bahnsteigen mit 410 Metern halten. Ab 13. Juni sollen die ICE 4 XXL auf vielbefahrenen Fernverkehrsstrecken wie Hamburg-Chur oder von Nordrhein-Westfalen nach München verkehren.

Rocket Lake: Erstes Foto deutet auf riesigen Prozessor hin

Am 30. März will Intel die 11. Generation der Desktop-Prozessoren in den Handel bringen. Die „Rocket Lake“ getauften Prozessoren basieren auf der Mikroarchitektur „Cypress Cove“ und werden im 14-Nanometer-Verfahren gefertigt. Nun ist im Forum Overclock.net ein erstes Foto der Prozessoren aufgetaucht. Der Händler Mindfactory hatte versehentlich bereits mit dem Verkauf des neuen Intel-CPUs begonnen, auf diese Weise gelangten wohl einige Hundert der Chips zu Endkunden. Das Foto der Rocket Lake-CPU deutet auf deutlich gestiegene Abmessungen hin. So dürfte der Chip mit acht Kernen wohl mindestens 270 Quadratmillimeter groß sein. Die Vorgänger-Generation Comet Lake-S mit noch zehn Kernen kommt auf 206 Quadratmillimeter. Damit wäre die neue Rocket Lake-CPU von Intel nur etwas kleiner als der ebenfalls schon riesige 16-Kerner Ryzen 9 5950X von AMD, der auf 286 Quadratmillimeter kommt.

Ein Grund für die Größe dürfte sein, dass Intel weiterhin auf das gealterte 14-Nanometer-Verfahren setzt. Die Kerne des Chips waren eigentlich bereits für das 10-Nanometer-Verfahren angedacht und mussten umgebaut werden. Der GPU-Teil des Prozessors wird hingegen schon in 10 Nanometern gefertigt. So entsteht ein Mix aus unterschiedlichen Evolutionsstufen. Dies sorgte auch dafür, dass Intel nicht mehr wie in der 10. Generation zehn Kerne in der CPU unterbringen kann, sondern maximal acht Kerne. Dennoch verspricht Intel eine Leistungssteigerung von 19 Prozent bei den Instructions per Cycle (IPC), die Grafikleistung soll zudem um 50 Prozent steigen. Inwieweit Intel mit Rocket Lake etwas gegen die Konkurrenz in Form von Ryzen 5000 ausrichten kann, wird sich wohl in den kommenden Wochen zeigen.

Intel: Rocket Lake bei Speicherzugriffen schneller als Zen 3

Elon Musk krönt sich zum "König von Tesla"

Der Tesla-Gründer und -Chef Elon Musk hat hochoffiziell am Montag einen neuen Titel erhalten: Wie Tesla in einer Pflichtmitteilung an die US-Börsenaufsicht SEC erklärt, trägt Musk ab sofort den Titel "Technoking of Tesla". Der Tesla-Finanzchef Zach Kirkhorn wird mit sofortiger Wirkung zum "Master of Coin" ernannt. 

Tesla fügt in der Mitteilung noch hinzu, dass Musk die Position des "Chief Executive Officer" behält und Kirkhorn weiterhin auch "Chief Financial Officer" bleibt.

Unklar sind die Gründe, warum Musk und Kirkhorn genau die neuen Titel erhalten. Zumindest der "Master of Coin"-Titel für Kirkhorn lässt sich dadurch erklären, weil Tesla erst Anfang Februar mitgeteilt hatte, über 1,5 Milliarden US-Dollar in Bitcoin investieren zu wollen. Der Bitcoin hat sich in den letzten Wochen äußerst positiv entwickelt und kratzt an der 60.000-US-Dollar-Marke.

Aber weshalb wird Elon Musk zum "Technokönig von Tesla" ernannt? Seinem Image als exzentrischer Unternehmenschef dürfte es aber sicherlich nicht schaden. Bisher hat sich Elon Musk noch nicht direkt zu seinem neuen Titel geäußert.

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