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Morgenmagazin vom Dienstag, 18. Oktober 2016

18.10.2016 | 06:48 Uhr |

Tim Cook in Japan: Forschungszentrum für AI +++ iOS 10.0.3 für iPhone 7 (Plus) +++ Apple dampft angeblich Projekt Titan ein +++ Warum Apple alle Sicherheitskabel von iPhones und iPads entfernt +++ Frist verstrichen: WhatsApp droht Klage in Deutschland +++ Hausbau: E-Auto-Steckdose soll Pflicht werden +++ Blue Origin will Touristen ab 2018 in den Weltraum bringen +++ 20 Mio. Nutzer warten auf Super Mario Run für iOS

18. Oktober: Roll over Beethoven

Das Macwelt-Morgenmagazin wünscht einen Guten Morgen! Im Jahr 1978 produzierte der britische Komiker Eric Idle, einer der Monty Pythons, den fiktiven Dokumentarfilm "All You Need Is Cash" über die ebenso fiktive Band "The Rutles", die nicht von ungefähr den Beatles ähnelte. Idle übernahm dabei selbst die Rolle des Dirk McQuickly, unschwer als Parodie von Paul McCartney zu erkennen. Und die des Erzählers und fiktiven Erzählers und Reporters Stanley J. Krammerhead III. In einer besonders schönen Szene war Krammerhead in das Mississippi-Delta gereist, um dort nach den Ursprüngen der Musik der vier "Filzköpfe" (so die deutsche Übersetzung) zu suchen. Leider erklärte der interviewte etwa 80jährige schwarze Gitarrist dem einigermaßen verblüfften britischen Reporter, dass er alles, was er über Musik wisse, von den Rutles gelernt habe.

Der Film ist voll solcher Anspielungen und gipfelt in der Erklärung der Endphase der Band, in der sich alle Mitglieder gegenseitig verklagen, nur einer davon unglücklicher Weise nur sich selbst, während Fans die Zentrale der Plattenfirma Apple Records ausräumen. In Sachen Inspiration ist es natürlich genau umgekehrt, auch wenn die Beatles für US-Rock-Musiker der zweiten und dritten Generation in der Zeit der "British Invasion" als Vorbild dienten. Die Beatles selbst hingegen schöpften aus einer reichhaltigen Tradition der Bluesmusik, die nur in einem Einwanderungsland wie der USA aus afrikanischen Rhythmen und Skalen sowie europäischer Harmonien und Instrumentierungen erwachsen konnte.

Doch einer steht über allen, der nicht nur den Pilzköpfen den Beat verlieh, sondern auch die Stones erst ins Rollen brachte: Chuck Berry. Der legendäre Gitarrist und Sänger wird heute 90 Jahre alt und deshalb ist es heute an der Zeit für ein rotziges "Roll over Beethoven", ein verzweifeltes "Too Much Monkey Business" oder einfach ein euphorisches "Johnny B. Goode". Aber diesen Blues in F, bei dem man nur auf die Tempowechsel achten muss, damit der Rest von allein kommt, hat Chuck Berry bekanntlich nicht selbst geschrieben, sondern in einer rekursiven Zeitschleife von Marty McFly erstmals gehört, wie wir aus einem anderen Film wissen... Peter Müller

Lesetipps für den Dienstag

Außer der Reihe: Apple hat gestern Abend für iPhone 7 und Phone 7 Plus das Update auf iOS 10.0.3 veröffentlicht, das vor allem ein Problem mit abbrechenden Mobilfunkverbindungen beheben soll. Bisher hatte Apple den Workaround empfohlen, die VoIP-Telefonie abzustellen, wenn immer wieder das Netz verloren geht. Für andere iPhone- oder iPad-Modelle ist das Update nicht erhältlich.

Titanische Pläne: Schon im Sommer waren Gerüchte kursiert, Apple stelle sein Projektteam, das an einem selbstfahrenden Auto arbeite neu auf und konzentriere sich fortan weniger auf die Fahrzeugtechnik, dafür auf die Elektronik. Bob Mansfield sei dazu beauftragt, das Project Titan auf eine neue Straße zu bringen. Nun wiederholt Bloomberg die entsprechenden Meldungen und berichtet, dass Apple von den rund 1.000 im Project Titan versammelten Mitarbeiter "hunderte" entlassen oder mit anderen Aufgaben im Konzern betreut habe. Das Ziel sei kein eigenes Apple Car, sondern die für selbstfahrende Autos benötigte Software. Apple würde damit flexibler und könnte iCars mit beliebigen Herstellern konzipieren.

Was weg ist, ist nicht weg: Es ist ein praktisches Feature, aber so gut versteckt, dass man es kaum einmal zu Gesicht bekommt. Schüttelt man sein iPhone so, dass es die Beschleunigungssensoren mitbekommen, lässt sich die letzte Aktion rückgängig machen - praktischer Weise etwa das Löschen von Mails. Aber eben nur eine, die zuletzt gelöschte, "Undo" auf dem iPhone geht nur eine Aktion zurück. Das wirft natürlich die Frage auf, wo denn Mail gelöschte E-Mails speichert und ob man mehrere wieder herstellen kann. Das ist auch der Fall, nur agiert die Mail-App auf iPhone/iPad und Mac höchst unterschiedlich. Wie genau, erklärt unser Macworld-Kollege Glenn Fleishman.

Geschäftsreise: Apple-CEO Tim Cook besucht derzeit Japan, auch anlässlich der bevorstehenden Eröffnung eines neuen Forschungs- und Entwicklungszentrums in Yokohama im Dezember. Die Reise und die neue Niederlassung stehen unter dem Motto der künstlichen Intelligenz (Artificial Intelligence, AI), wie Cook selbst gegenüber der Nikkei Asian Review betont. Das neue Zentrum soll sich vor allem auf Forschung rund um AI und "Deep Engineering" konzentrieren, schon heute aber steht das Thema bei Apple stark im Fokus. AI nutze Apple schon quer über alle Produkte, sie helfe dabei, den Akku zu schonen, Musik zu empfehlen oder dem Anwender daran zu erinnern, wo er sein Auto geparkt hat. Vor allem aber Siri sei ein Beispiel für künstliche Intelligenz und die Beschränkungen des Sprachassistenten aufzuheben ein großes Ziel Apples. Erst kürzlich hat Apple den Computerwissenschaftler Russ Salakhutdinov von der Carnegie Mellon Universität angeheuert, der in Cupertino als neuer Direktor für Künstliche Intelligenz fungiert.

Zukunftsmusik: Wo bleibt denn nur das neue Macbook Pro? Mit einem Special Event noch im Oktober wird es allmählich knapp, Apple hat aber immer die Option, ein neues Gerät ohne große Show und nur mit einer kurzen Ankündigung in die Stores zu bringen. Derweil machen erste Gerüchte über das neue Macbook-Modell von 2017 die Runde. Dieses soll im Design gegenüber den Vorgängern von 2015 und 2016 wieder geändert sein und möglicherweise auch das Macbook Air ablösen. Das wichtigste Feature wäre indes die Unterstützung des Apple Pen, es handelte sich also gewissermaßen um ein Tablet mit macOS. Die Quellenlage dafür ist aber noch recht dünn.

Weitere Nachrichten

Warum Apple alle Sicherheitskabel von iPhones und iPads entfernt

Sind Ihnen auch schon mal die Sicherheitskabel an der Rückseite von iPhone und iPad im Apple Store aufgefallen? Man konnte die Geräte zwar von den Docks nehmen und von allen Seiten bewundern, dank der Kabel waren die Apple-Produkte allerdings immer an den Tisch gebunden. Somit konnte man bisher zwar die Geräte begutachten, wirklich angenehm lagen sie aber trotzdem nicht in der Hand.

Das will Apple mit der Neueröffnung eines Apple Stores in London ändern und entfernt kurzer Hand die Sicherheitskabel von iPhones und iPads.

Da die fehlenden Kabel nun nicht mehr vor Diebstählen schützen können, setzt Apple auf entsprechende Videoüberwachung - sichtbare und „unsichtbare“.

Die Sicherheitsmaßnahmen reichen soweit, sodass sich im Fall eines Diebstahls  das Vorführ-Gerät von selbst unbrauchbar macht.

Laut 9to5Mac soll eine Quelle aus den Apple-Reihen bestätigt haben, dass - sobald ein Vorführ-Gerät nicht mehr mit dem W-LAN des Apple Stores verbunden ist - sich die Geräte mit Hilfe der Software „Kill Switch“ deaktivieren. Somit muss Apple nicht länger auf die „Suche mein iPhone“-Funktion zurückgreifen, um entsprechende Maßnahmen für gestohlenen Geräte zu treffen.

Vorführ-Geräte, die bei den Workshops im Apple Store zu Einsatz kommen, sind ebenfalls mit ähnlichen Sicherheitsmaßnahmen ausgestattet.

Auch wenn Sicherheitskameras im Apple Store nicht immer auf den ersten Blick gefunden werden können, so sind im gesamten Store gut versteckte Überwachungstechniken versteckt. „Im Store befinden sich überall versteckte HD-Sicherheitskameras - sind sind nur sehr schwer zu entdecken“, wird ein Apple-Mitarbeiter zitiert.

Die Sicherheitskabel wurden bereits schon vor Jahren von bestimmten Geräten entfernt, so zum Beispiel bei Tastaturen, Trackpads und Lautsprechern. Bei der Einführung des iPhone 5 wurde ebenfalls auf das Sicherheitskabel verzichtet, allerdings stieg die Anzahl der Diebstähle so drastisch an, sodass Apple nach kurzer Zeit die Sicherheitskabel wieder an den Geräten montierte.

Dank der neuen Sicherheitsmaßnahmen können Apple-Kunden zukünftig auch mal die Ausstellungsstücke in die Hosentasche stecken, um zu gucken, welche iPhone-Größe ihnen am ehesten zusagt. Sie sollten nur nicht vergessen, das iPhone wieder zurückzulegen. Andernfalls könnte sich der Besuch im Apple Store zu einem wahren Albtraum entwickeln.

Frist verstrichen: WhatsApp droht Klage in Deutschland

WhatsApp hatte Mitte September  eine Abmahnung durch das Marktwächter-Team der Verbraucherzentrale Bundesverband ( vzbv ) erhalten. Die Ende August von WhatsApp verkündeten geänderten Nutzungs- und Datenschutzbestimmungen, so hieß es in der Mitteilung des Marktwächter-Teams, seien zu großen Teilen unzulässig. WhatsApp wurde von den deutschen Verbraucherschützern dazu aufgefordert, eine Unterlassungserklärung zu unterschreiben.

WhatsApp hat die Unterlassungserklärung innerhalb der Frist nicht unterzeichnet. Ein Sprecher des Vzbv erklärte gegenüber dem Tagesspiegel, dass nun geprüft werde, ob gegen WhatsApp eine Klage eingereicht wird. Eine Entscheidung soll demnächst fallen.

Die WhatsApp-Nutzer konnten noch bis zum 25. September ihren Widerspruch gegen die neuen Bestimmungen einlegen. Das sollten sich aber die Verbraucher gut überlegen, lautete die Empfehlung des Marktwächter-Team. WhatsApp verwende eine voreingestellte Einwilligungserklärung, damit Facebook die Daten auch für Werbung nutzen darf. Dieses ist nach Ansicht der Verbraucherschützer rechtswidrig.

WhatsApp hatte zunächst bis zum 21. September 2016 Zeit, eine Unterlassungserklärung abzugeben und die abgemahnten Verstöße einzustellen. Das Unternehmen bat allerdings um eine Verlängerung der Frist. Dem stimmten die Verbraucherschützer zu und werteten es als ein Signal für die Gesprächsbereitschaft von WhatsApp. Die neue Frist ließ WhatsApp dann aber ohne Reaktion verstreichen.

"WhatsApp wirbt in seinen AGB damit, die Privatsphäre der Nutzer schützen zu wollen. Doch davon kann unserer Ansicht nach spätestens seit den neuen Nutzungsbedingungen keine Rede mehr sein", sagte Christopher Kunke, Jurist aus dem Marktwächter-Team, Mitte September. Die Nutzer konnten aber ohnehin nicht verhindern, dass ihre Daten an Facebook übermittelt werden. Stimmte der WhatsApp-Nutzer der Einwilligungserklärung nicht zu, dann widersprach er damit nur der werblichen Nutzung seiner Daten. Allerdings: "Was bereits mit einem Häkchen versehen ist, wird oft unbewusst abgenickt. Verbraucher müssen jedoch ganz bewusst ihr OK dazu geben können, dass ihre Daten weitergegeben werden", kritisierte das Marktwächter-Team. Und weiter: "Generell dürfen Daten nur erhoben, verarbeitet und genutzt werden, wenn sie für den Dienst erforderlich sind oder die Betroffenen vorher zustimmen konnten."

Das Marktwächter-Team weist auch darauf hin, dass selbst Verbraucher betroffen seien, die WhatsApp gar nicht nutzen. Etwa weil ihre Telefonnummer im Telefonbuch des WhatsApp-Nutzers gespeichert ist. Auch diese Daten werden dann an Facebook weitergegeben, ohne dass der Verbraucher dem zustimmen müsse oder gar davon erfahre. Auch das sei unzulässig.

Aufgrund der datenschutzrechtlichen Bedenken weisen die Verbraucherzentralen verstärkt auf Alternativen zu WhatsApp hin. Nach der WhatsApp-Ankündigung waren unter anderem die Download-Zahlen bei Threema gestiegen.

Hausbau: E-Auto-Steckdose soll Pflicht werden

Die EU-Kommission hat in dieser Woche einen Änderungsentwurf für das EU-Energieeffizienzpakets vorgelegt. Laut Informationen des Spiegel sieht diese Änderung vor, dass bei jedem Hausneubau sowie bei Sanierungsobjekten eine Auflademöglichkeit für Elektroautos integriert werden muss.

Während bei Einfamilienhäusern und kleineren Gebäuden lediglich eine Vorverkabelung gelegt werden muss, soll bei größeren Gebäuden mindestens jeder zehnte Parkplatz über eine feste Ladestation verfügen. Pro Station müssen Bauherren dabei laut EU-Kommission mit Kosten von rund 75.000 Euro rechnen. Das Gesetz soll laut Spiegel-Informationen spätestens 2023 in Kraft treten.

Bei der Immobilienwirtschaft stößt der Plan auf wenig Gegenliebe. Wie Kai Warnecke, Präsident des Eigentümerverbands Haus und Grund, gegenüber dem Spiegel kommentiert, pushe Brüssel eine Technologie, ohne zu wissen, ob es dafür künftig einen Markt gebe.

Blue Origin will Touristen ab 2018 in den Weltraum bringen

Amazon-Chef Jeff Bezos will Touristen mit seinem Unternehmen Blue Origin in den Weltraum schicken. Erste Probestarts sollen im kommenden Jahr beginnen, schon 2018 werden dann die ersten kommerziellen Flüge folgen. Nach einem erfolgreichen Sicherheitstest am 5. Oktober 2016, bei dem das Notausstiegssystem während des Flugs getestet wurde, sind die Weichen für den Weltraum-Tourismus nun gestellt.

Das In-Flight-Escape-System soll die Passagiere auch dann sicher zur Erde zurückbringen, wenn der Start abgebrochen werden muss. Während des Testlaufs trennte sich die noch unbemannte Kapsel mit eigenem Motor erfolgreich von Haupt-Booster und landete an einem Fallschirm sicher auf dem Boden. Sogar der Booster ließ sich nach dieser Aktion wiederverwenden.

Ein Platz auf dem elfminütigen Flug an die Schwelle zum Weltraum kann schon jetzt reserviert werden. Per Newsletter informiert Blue Origin dann über den Verkaufsstart der Tickets. Über die Preise schlägt sich das Unternehmen noch aus, sie dürften jedoch im sechsstelligen Bereich liegen.

20 Mio. Nutzer warten auf Super Mario Run für iOS

Apple hat schon immer gerne Spiele-Entwickler auf die Bühne geholt, um die Vorteile der eigenen Software und Hardware hervorzuheben. Doch mit dem iPhone 7 hat man ein Spiel präsentiert, das alle Superlative verdient hat . Eine Legende stand auf der Bühne in San Francisco – der Vater von "The Legend of Zelda" und "Donkey Kong" Shigeru Miyamoto hat seinen italienischen Klempner für iOS vorgestellt.

Bis Ende des Jahres soll das Spiel auf dem iPhone und iPad erscheinen, ob und wann die Android-Version kommt, geben die Macher nicht bekannt. Ähnlich wie im iBooks Store und im iTunes Store lässt Apple die App vorbestellen, die Nutzer erhalten dann eine Benachrichtigung, wenn die App fertig ist und können sie gleich herunterladen . Tim Cook hat nun auf seiner Reise in Japan einige Zahlen bekannt gegeben. Laut Buzzfeed Japan haben mittlerweile zwanzig Millionen Nutzer die App vorbestellt . Allerdings muss "Super Mario Run" noch eine Weile auf den Status als das meist heruntergeladene Spiel im App Store warten. Erst in diesem Sommer hat eine andere Legende aus den Neunzigern alle Rekorde gebrochen: "Pokémon Go" war laut Apple das bisher meist geladene Spiel und erreichte schon bald nach Veröffentlichung  75 Millionen Downloads .

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