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Morgenmagazin vom Dienstag, 19. Mai 2020

19.05.2020 | 07:01 Uhr | Peter Müller

Pride-Armband erstmals für die Apple Watch Nike+ +++ iOS 13.5 mit Covid-Tracing-APIs kommt noch diese Woche +++ Apple kauft Dokumentation über Regierungsbetrug +++ Ubisoft klagt gegen Apple und Google wegen Rainbow-Six-Klon +++ US-Militärraumschiff startet ins All mit geheimer Mission +++ Amazon liefert wieder wie gewohnt - Priorisierung aufgehoben

19. Mai: Budenzauber

Macwelt wünscht Guten Morgen! Normal wäre es jetzt die Zeit, den Meister der Bundesliga zu bejubeln, auf dem Marienplatz (recht wahrscheinlich) oder dem Borsigplatz (nicht unwahrscheinlich). Die Anhänger zweier Vereine würden sich über den Abstieg grämen, die zweier anderer über den Aufstieg freuen. Und die zwei weiterer dem ersten Relegationsspiel am Donnerstag entgegen fiebern, während wo anders im Land die Fans wieder ihre Gesänge von vor ein paar Wochen wahr machen und am Samstag nach Berlin fahren. So eine Pandemie kann einem echt den ganzen Tag versauen.

Immerhin rollt der Ball in der Bundesliga wieder, sieht seltsam aus, so ohne Publikum, aber das Konzept könnte aufgehen und eine Meisterfeier ermöglichen, auf einem relativ leeren Marienplatz (recht wahrscheinlich) oder einem nur schwer zu kontrollierenden Borsigplatz (nicht unwahrscheinlich). Auerbachs Keller lassen wir in dieser Betrachtung mal außen vor. Meister erst Ende Juni - das war zuletzt in Zeiten vor der Bundesliga der Fall, als der Titelträger in einem Finale nach der Saison gekürt wurde. Der letzte dieser Art kam  aus Dortmund, das Finale stieg am 29. Juni 1963.

Ein denkwürdiges Finale mit zwei Spielorten ereignete sich heute vor 19 Jahren, am 19. Mai 2001 war Schalke 04 nicht nur während des Spiels virtuell Meister, sondern auch nach dem Abpfiff im Gelsenkirchener Parkstadion - dem letzten Spiel dort. Meister für viereinhalb Minuten. Denn dann trafen die Bayern in ihrem Spiel beim HSV in der vierten Minute der Nachspielzeit doch noch per indirekten Freistoß und sicherten sich die Schale.

Schalke ist seither "Meister der Herzen". Aber es war auch ein 19. Mai, an dem in München ein gewisser Petr Cech mit seinen Fingerspitzen einen Elfmeter von Bastian Schweinsteiger gerade noch so an den Innenpfosten lenkte. Tränen kennt also nicht nur das Parkstadion, sondern auch die Allianz Arena.

An jenem Tag, als der Schuss des für München spielenden Schweden Patrik Andersson ganz Gelsenkirchen mitten ins Herz traf – obwohl der Ball in Hamburg ins Netz einschlug – begann in McLean in Virginia und Glendale in Kalifornien eine ganz andere Geschichte. Am 19. Mai 2001 gingen endlich die ersten beiden Filialen der Apple eigenen Ladenkette Apple Store in Betrieb - ursprünglich geplant war der Start zur Macworld Expo in jenem Jahr. Eine Konzeptänderung kurz vor Schluss, die Steve Jobs erst erzürnte aber nach etwas Nachdenken überzeugte, war für die Verzögerung verantwortlich. Ron Johnson, der die Läden entwickelte, war auf die Idee gekommen, nicht nach Produkten, sondern nach Lösungen zu sortieren.

Ein paar feine Änderungen am Konzept und hunderte von Neu- und Wiedereröffnungen später wagen sich nun auch die Apple Stores wieder in die neue Realität. Ein klein wenig vergleichbar mit der Bundesliga ist das auch hier: Die Fans bleiben draußen. Also, zumindest sollten diejenigen, die nur mal bummeln und ausprobieren wollen, besser nicht in den Apple Store eintreten. Und wenn, dann nur mit Maske. Nach einer schnellen Messung mit dem Infrarot-Fieberthermometer. Und auch nur, wenn man glaubwürdig versicherte, sich nicht krank zu fühlen und zuletzt keine Kontakte mit nachweislich Infizierten gehabt zu haben. Geht ja nicht anders – und ist besser als nichts.

Bis der Ball wieder richtig rollt, wird noch einige Zeit vergehen und viele Tränen fließen. Aber eines, das ist auch sicher: Sobald es ein Antivirenmittel gibt, werden wir uns das installieren. Ohne Wenn und Aber. Selbst am Mac ist man gegen diesen Virus nicht gefeit, also schützen wir uns davor. Damit wir eines Tages wieder mit einem neuen Gadget aus dem Apple Store in der Rosenstraße gehen, um die Ecke auf den Marienplatz biegen und dort wieder kraftvoll jubeln können.

Lesetipps für den Dienstag

Sonderausgabe : Der diesjährige Christopher-Street-Day muss wie so viel anderes entfallen, die Pride-Bewegung zieht sich aber nur ins Virtuelle zurück. Juni ist der Pride-Month und Apple unterstützt die LGBTQ-Community wieder mit speziellen Angeboten. Erstmals verkauft Apple zum Anlass zwei besondere Armbänder. Das Sportarmband ist im Prinzip das gleiche wie im letzten Jahr, mit sechs Regenbogenfarben, die nicht nur bis 1998 das Apple-Logo zierten oder die Weltmeister im Radsport im Feld eines jeden Rennens erkennbar machen, sondern eben auch für die LGBTQ-Gemeinschaft stehen. Ein passendes Apple-Watch-Zifferblatt ist Bestandteil des Updates auf watchOS 6.2.5. Etwas weniger deutlich, aber immer noch sichtbar sind die Regenbogenfarben am Nike Sport Armband, das komplett in weiß gehalten ist, die Löcher aber bunt gefärbt hat, auch hierfür gibt es ein passendes Zifferblatt mit weißen Zeigern und bunten Punkten auf den Stunden-Positionen. Die Armbänder sind aber nicht nur ein modischen Bekenntnis, Apple unterstützt mit den Einnahmen Organisationen, "die weltweit wichtige Fürsprachearbeit und Gemeinschaftsbildung leisten, darunter GLSEN, PFLAG, The Trevor Project, Gender Spectrum, The National Center for Transgender Equality und ILGA World, die mehr als 1.500 Mitgliedsorganisationen in über 150 Ländern und Regionen zusammenführt." Auch für die Zifferblätter Numerals Uno, Numerals Duo und California hätte es in der neuen Fassung Regenbogen-Optionen geben sollen, doch obwohl diese noch in der letzten Beta-Fassung enthalten waren, fehlen sie nun in der finalen Fassung, berichtet 9to5Mac .

Fast fertig: Alle reden von Covid-19-Tracing – und Apples und Googles gemeinsame APIs stehen nun kurz vor der Veröffentlichung. Entwickler und Teilnehmer des Public-Beta-Tests können schon seit zwei Wochen Vorabversionen von iOS 13.5 und iPadOS 13.5 installieren und überprüfen, am Montag haben Entwickler die letzte Version vor der finalen erhalten, wie Macworld berichtet. Noch in dieser Woche dürfte das Update dann für die Allgemeinheit zur Verfügung stehen. Neben den Covid-19-APIs erhält das Update weitere Verbesserungen. So kann man nun auf Geräten mit FaceID den Passcode sofort eingeben, wenn das iPhone oder iPad den Besitzer wegen seiner Gesichtsmaske nicht erkennt. Group Facetime bekommt nun auch einen automatischen Zoom auf die Person, die gerade spricht.

Konzept : Uns geht es mit Abstand nunmal am Besten, aber aus physischer Distanz soll an sich keine soziale werden. Technologie kann dabei helfen die Menschen wieder zusammen zu bringen, die sich voneinander fern halten müssen. Diesen Grundgedanken führte der Designer Drew Morris zu seinem Konzept für Neuerungen in Apples Music App. Listening Parties Group Playlists soll man daher mit Freunden teilen und in Echtzeit gemeinsam hören können, die Eingeladenen können sich auch an der Gestaltung der Wiedergabeliste beteiligen. Dazu müsste aber Apple die Profile in Apple Music überarbeiten und mit mehr Funktionen für Vernetzung ausstatten, etwa Hörgewohnheiten und Lieblingsalben präsentieren.

Die auch noch: Kaum war das iPhone im Jahr 2007 auf den Markt gekommen, war HTC mit dem ersten Nachahmerprodukt zur Stelle. Eine Klage Appels führte zu einem Vergleich, der Sterit mit Samsung war weit intensiver. Nun scheint HTC aber so ziemlich das letzte Unternehmne zu sein, das einen weiteren Apple-Erfolg kopiert, seine AirPods. Die True-Wireless-Hörer "U Ear", die HTC der National Communication Commission von Taiwan zur Genehmigung vorgelegt hat, gleichen den AirPods fast bis ins Detail, sieht man von der Farbe ab und von dem Kabel, das die quadratische Ladeschale per USB-A auf USB-C auflädt. Wann das Produkt in die Läden kommt, ist noch ungewiss, Apple und die ersten Nachahmer sind mit aktiver Geräuschunterdrückung aber schon ein paar Schritte weiter.

Programm : Nach einem Bericht von Deadline konnte Apple die beiden Dokumentarfilmer Brian Lazarte und James Lee Hernandez für ein neues Projekt gewinnen und beim Bieterwettstreit die Konkurrenz ausstechen. Die Rede ist von einer siebenstelligen Summe, die Apple für den Kauf der Rechte in einer Auktion aufwenden musste. Hernandez und Lazarte sind bekannt geworden durch die Dokumentation "McMillion$", welche die wahre Geschichte eines Betrügers erzählt, der das Monopoly-Spiel von McDonald's in den Neunzigern um 24 Millionen US-Dollar erleichterte. Die Serie für AppleTV+ soll nun die "unglaubliche Geschichte eine der größten Betrügereien der Geschichte der Regierung" erzählen. Mehr steht wird nicht verraten aber die Filmer wollen doch nicht etwa die vier Jahre POTUS45 nachzeichnen?

Weitere Nachrichten:

Ubisoft klagt gegen Apple und Google wegen Rainbow-Six-Klon

Mit Rainbow Six Siege hat Ubisoft seit 2015 einen extrem erfolgreichen Online-Shooter im Angebot, dessen Spielerzahlen immer weiter ansteigen. Die Beliebtheit des Spiels ruft natürlich auch Nachahmer auf den Plan. Ein besonders dreistes Beispiel hierfür ist Area F2, welches seit Ende 2019 kostenlos für iOS- und Android-Geräte angeboten wird. Da Apple und Google der Aufforderung, das Spiel aus den jeweiligen Stores zu entfernen, nicht nachgekommen sind, wurde nun durch Ubisoft beim Bezirksgericht in Los Angeles Klage eingereicht . Darin wird Area F2 als Kopie von Rainbow Six Siege bezeichnet. Sowohl Gameplay-Elemente als auch der Auswahlbildschirm oder die Darstellung der Entwertung seien kopiert worden.

Obwohl Ubisoft sowohl Google als auch Apple die Verletzungen des Urheberrechts durch Area F2 schon vor einigen Wochen belegt habe, seien beide Unternehmen dem Wunsch nach einer Entfernung des Spiels aus dem Play Store bzw. App Store nicht nachgekommen. Verantwortlich für Area F2 ist Ejoy.com, ein zur Alibaba-Gruppe gehörendes Unternehmen. Den Spielern scheint der Rainbow-Six-Klon dennoch zu gefallen: Im App Store kommt das Spiel bei 2.400 Bewertungen auf 3.9 von fünf Sternen. Bei den über 80.000 Bewertungen im Google Play Store kommt das Spiel auf vier von fünf Sterne.

 

US-Militärraumschiff startet ins All mit geheimer Mission

X-37B, der geheime Raumgleiter der US-Luftwaffe, ist am gestrigen Sonntag erneut ins All gestartet. Das ist bereits die sechste Mission des geheimnisumwitterten US-Militärraumschiffes, wie The Verge berichtet . Um mehr Experimente als bisher durchführen zu können, wurde erstmals ein zusätzliches Service-Modul am Raumschiff angebracht.

Die X-37B startete dieses Mal nicht auf einer Falcon-9-Rakete von Space X, sondern auf einer Atlas-V-Rakete. Die Atlas V ist die Standardrakete für Starts der X-37B. Die X-37B gehört zwar zur US-Luftwaffe, die gestern gestartete Mission wird aber von der neuen Space Force überwacht. Unter anderem befindet sich der kleine Satellit FalconSat-8 an Bord. Er soll fünf Experimente ausführen. Die US-Raumfahrtbehörde NASA wiederum führt zwei Experimente durch, bei denen untersucht wird, wie die Strahlung im Weltall bestimmte Materialien schwächt. Die US-Luftwaffe sagt zudem, dass ihre Experimente die USA in die Lage versetzen sollen besonders effektiv Fähigkeiten für das Weltall zu entwickeln, um im All die Überlegenheit zu behalten.

Was X-37B aber genau im Erdorbit macht, ist wie immer unbekannt. Die US-Luftwaffe äußert sich nicht detailliert zu den Flügen ihres Raumschiffes. Grundsätzlich sollen die Flüge der X-37B aber (auch) dazu dienen Techniken und Materialien für Raumflüge mit wiederverwendbaren Raumfahrzeugen zu testen: Thermische Belastung, Haltbarkeit der Materialien, Navigation im Weltall, Antriebssysteme und ähnliche Fragestellungen. Also für Fahrzeuge, die vielleicht die Tradition des Space Shuttle fortführen werden. Denkbar und sogar wahrscheinlich sind aber auch militärische Experimente und Spionagetätigkeiten.

Die NASA startete das X-37-Programm im Jahr 1999. Damals war das Space Shuttle noch im Einsatz, weshalb ursprünglich vorgesehen war, dass ein Space Shuttle die X-37 ins All bringen sollte. Nach dem Ende des Space-Shuttle-Einsatzes (wegen zweier Katastrophen, bei denen jeweils die gesamte Besatzung des Space Shuttle ums Leben kam) wurde die X-37 so umgebaut, dass sie nun von einer konventionellen Rakete ins All gebracht werden kann. Die X-37 landet dann aber wie ein Flugzeug oder eben wie das Space Shuttle auf einer Landebahn auf der Erde. 2004 wechselte zudem die Zuständigkeit für die X-37 von der NASA zur DARPA, der Forschungsabteilung der US-Armee.

Das X-37B sieht wie ein geschrumpftes Space Shuttle aus. Die US-Luftwaffe hat mindestens zwei X-37B im Einsatz. Boeing hat das X-37B Orbital Test Vehicle (OTV) entwickelt. Es fliegt ohne Besatzung. Das Fahrzeug kann autonom den Landeanflug durchführen, in die Erdatmosphäre eindringen und wie ein Flugzeug auf einer Landebahn aufsetzen. Die Stromversorgung während des Flugs übernehmen Solarzellen. X-37B ist 8,8 Meter lang, 2,9 Meter hoch und hat 4,6 Meter Flügelspannweite.

Am 27. Oktober 2019 war X-37B von seinem letzten Raumflug zurückgekehrt. Damals war X-37B 780 Tag ununterbrochen im All gewesen. Das war die bisher längste Mission von X-37B. Insgesamt hat X-37B bisher sieben Jahre und zehn Monat im Orbit verbracht.


Amazon liefert wieder wie gewohnt - Priorisierung aufgehoben

Amazon hat mittlerweile neue Hygienevorschriften für seine Mitarbeiter eingeführt und stellt Lieferungen nur noch kontaktlos zu. Das in Verbindung mit den aktuell rückläufigen Infektionszahlen versetzt Amazon in die Lage „nach und nach zu einem annähernd normalen Betrieb zurückzukehren", wie Ralf Kleber, Country Manager Amazon.de in einer Mail an Amazonkunden schreibt. Kleber weiter: "Im Zuge dessen haben wir die vorübergehende Priorisierung der Lieferung einzelner Produkte aufgehoben und kehren damit für alle Produktgruppen von Lebensmitteln über Mode, von Spielwaren bis hin zu Garten und Outdoor zu den schnellen Lieferversprechen zurück, die Sie von uns kennen. Dies gilt für alle Versandarten, inklusive unserem schnellen und kostenlosen Premiumversand für Amazon Prime-Mitglieder.“

Im März 2020 hatte Amazon einschneidende Maßnahmen für seinen Versand eingeführt. So lieferte Amazon Produkte des täglichen Bedarfs wie zum Beispiel Haushaltsartikel oder Sanitätsartikel bevorzugt aus. Andere Produkte, die für den Alltag nicht so dringend waren, lieferte Amazon dagegen verlangsamt aus, deren Käufer mussten sich gedulden. Damit die Menschen während der Coronakrise ihren Grundbedarf trotz geschlossener Geschäfte decken konnten. Wir haben das Vorgehen von Amazon ausführlich in diesem Artikel vorgestellt: Amazon weitet Versandstopp wegen Coronavirus aus.

Amazon erklärt die damaligen Maßnahmen mit den Worten: „In Folge der erhöhten Nachfrage nach Produkten des täglichen Bedarfs, von Lebensmitteln bis hin zu Windeln, sowie der selbstverständlichen Verpflichtung unserer Logistikmitarbeiter, den sicheren 2-Meter-Abstand einzuhalten, haben wir vorübergehend unsere Bestell-, Lager- und Lieferprozesse angepasst. So konnten wir Ihnen die Artikel, die Sie dringend benötigten, schnellstmöglich zur Verfügung stellen und Sie konnten sicher zu Hause bleiben. Für andere Produkte hat sich dagegen unser Lieferversprechen oft verlängert.“

Zusammenfassend lässt sich jetzt sagen: Amazon liefert wieder alles normal wie vor der Coronakrise.

PC-WELT bat die Pressestelle von Amazon diesen Sachverhalt zu bestätigen. Sobald diese Bestätigung vorliegt, tragen wir sie hier nach.

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