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Morgenmagazin vom Dienstag, 2. Februar 2021

02.02.2021 | 07:05 Uhr | Peter Müller

iOS 14.5 Developer Preview: Apple Watch entsperrt iPhones mit FaceID +++ macOS 11.2 Big Sur veröffentlicht +++ Kuo: GM und PSA bei Apple Car dabei +++ Wetter-App in UK und Irland verbessert +++ Ikea und Asus: Erste Bilder der Gaming-Möbel +++ Musk: Glücklicher Affe mit Gehirn-Chip zockt Videospiele +++ Xiaomi verklagt USA und will raus aus "schwarzer Liste"

2. Februar: Mehr Licht

Macwelt wünscht Guten Morgen! Am 2. Februar steht zumindest in (vor)alpenländischen Kalendern der kirchliche Feiertag Mariä Lichtmess, der aber weniger mit dem zurückkehrenden Tageslicht zu tun hat, sondern mit den Lichterprozessionen zur Messe des "Darstellung des Herrn" - so heißt das Fest  korrekt. Mit dem heutigen Tage endet die Weihnachtszeit nach 40 Tagen, einige Wenige räumen auch erst heute ihren Christbaum ab und machen ihn zu Feuerholz.

Heute ist aber auch Murmeltiertag, wie man spätestens seit 1993 dank des  wunderbaren Films "Und täglich grüßt das Murmeltier (Groundhog Day)" weiß. Die Augen der Welt richten sich heute auf den Wahrsager der Wahrsager: Punxsutawney Phil, den Wetterpropheten aus Pennsylvania. Am Gobblers Knob kann man ausreichend Abstand halten, setzt man noch eine Maske auf, ist die Ansteckungsgefahr gering. Live-Publikum werden die Zeremonienmeister heute eher nicht haben, Kameras werden da sein.

Die Tradition, ein "fettes Eichhörnchen" (Zitat aus dem Film) aus seinem Winterbau zu ziehen und es zu fragen, ob es denn einen Schatten sehe, ist freilich viel älter und hat sehr wohl mit dem Ende der Weihnachtszeit und eben der Lichtmess zu tun. Auswanderer aus Deutschland hatten den Brauch in die Wälder Neuenglands mitgebracht. Die dahinter liegende Bauernregel ist viel älter, "Gibt's an Lichtmess Sonnenschein, wird's ein später Frühling sein" spielt auf stabile Winterhochdruckgebiete an, die noch für einige Wochen für kaltes und klares Wetter sorgen könnten. Nun sind die Klima- und Wetterverhältnisse in Nordamerika etwas anders und die Regel überhaupt nicht anwendbar, aber wen schert das? Traditionen sind hartnäckiger und langlebiger als man denkt, so ziehen sie auch über den Atlantik und in veränderter Form wieder zurück – siehe Halloween.

Was aber der wunderbare Film mit Bill Murray und Andy McDowell nicht thematisiert, da dieser Teil des Lichtmessbrauches spätestens im Atlantik über Bord ging: Der 2. Februar war im ländlichen Raum auch der Termin für den Neustart, der Beginn eines neuen Jahres in der Landwirtschaft ("An Lichtmess fängt der Bauersmann neu mit des Jahres Arbeit an"). Somit auch der einzige Tag, an denen das Gesinde den Arbeitgeber wechseln konnte oder es sogar musste. Meist gab es an Lichtmess gleich den Jahreslohn ausbezahlt, der nicht selten am gleichen Abend in der Dorfwirtschaft landete. Wenigstens die Gefahr besteht heute nicht.

Lesetipps für den Dienstag

Nächste Runde : Apple hat schon letzte Woche angekündigt, dass bereits die nächste Version von iOS die App Tracking Transparency einschalten werde, seit gestern Abend liegt nun die erste Developer Preview von iOS 14.5 vor, in der ab Werk Tracker abgeschaltet sind und sich vom Anwender freischalten müssen, um ihn quer über Apps und durchs Netz verfolgen zu können. Scharf geschaltet ist das Feature jedoch noch nicht, das soll im Lauf des Frühjahrs passieren, wohl erst nach Veröffentlichung der finalen Fassung. Doch nicht nur den Datenschutz hat Apple verbessert, sondern auch den Umgang mit der Gesichtserkennung Face ID in Zeiten der Pandemie. Denn diese funktioniert nun auch mit aufgesetztem Mundnasenschutz, wenn man dazu eine Apple Watch verwendet und diese entsperrt am Handgelenk sitzt. Ein Schalter in den Systemeinstellungen lässt das iPhone mit Apple Watch entsperren. Spekulationen, Apple könnte in die nächste iPhone-Version zumindest optional wieder Touch ID einbauen, etwa in den Ein/Aus-Schalter, dürften sich damit erledigt haben. Der neue Service Fitness+ bekommt nun Unterstützung für Airplay 2, lässt sich also nicht nur auf iPhone, iPad, Apple Watch und Apple TV nutzen. Dazu kann Siri nun auch auf Sprachbefehl die Notfallkontakte informieren, iOS 14.5 wird auch die neuesten Spielecontroller für Xbox und Playstation unterstützen. Die Public Beta dürfte heute oder spätestens morgen vorliegen.

Nachgelegt: Während also für iOS bereits die nächste Runde eingeleitet ist, kommt nun das Update auf macOS 11.2 Big Sur mit ein wenig Verspätung. An sich für den gemeinsamen Update-Tag mit iOS, iPadOS watchOS und tvOS erwartet, hatte es noch einen zweiten Release Candidate für das Mac-System geben müssen, der nun als ausgereift befunden wurde und damit startklar ist. Neue Features sind mit dem Update nicht verbunden, es behebt aber einige Fehler und ist vor allem wegen des Lückenschlusses einiger Sicherheitsprobleme dringend zu empfehlen. Zu den behobenen Fehlern gehören etwa Bildschirme, die schwarz bleiben, wenn sie mit einem Mac Mini M1 mit einem HDMI-DVI-Converter verbunden sind oder ein sich komplett abschaltendes iCloud-Drive, wenn man die Synchronisation von Schreibtisch und Dokumenten-Ordner deaktiviert.

Prognose: Der Analyst Ming-Chi Kuo von TF Securities wagt erste Vorhersagen zum Apple Car und nimmt dabei die Spekulationen über eine Kooperation mit dem koreanischen Autobauer Hyundai mit auf, über die seit Anfang des Jahres berichtet wird. Doch geht laut Kuo Apples Bestreben deutlich weiter. Die E-GMP-Plattform des Herstellers aus Südkorea sei die Basis, auf der man mit Kooperation weiter Autobauer die Fahrzeuge fertigen werde. Mit im Boot seien daher General Motors (GM) aus den USA und aus Europa PSA, mit den Marken Peugeot, Citroën, DES Opel und Vauxhall. Da Elektrofahrzeuge etwa 40 bis 50 mal so viele Bauteile wie Samrtphones enthalten, sei Apple auf die Erfahrungen und Ressourcen etablierter Fahrzeughersteller angewiesen, um seine Pläne verwirklichen zu können. "Apples tiefgreifende Zusammenarbeit mit aktuellen Automobilherstellern (Hyundai Group, GM und PSA), die über umfangreiche Entwicklungs-, Produktions- und Qualifizierungserfahrung verfügen, wird die Entwicklungszeit des Apple Car deutlich verkürzen und einen Time-to-Market-Vorteil schaffen", schreibt Kuo in einer Notiz an Anleger. "Wir glauben, dass Apple die Ressourcen der aktuellen Automobilhersteller nutzen und sich auf selbstfahrende Hard- und Software, Halbleiter, batteriebezogene Technologien, Formfaktor- und Innenraumdesigns, innovative Benutzererfahrung und die Integration mit dem bestehenden Apple-Ökosystem konzentrieren wird."

Wettervorhersage: Apples eigene Wetter-App ist, gelinde gesagt, suboptimal in ihren Vorhersagen. Die Daten basieren auf Messungen weit auseinander liegender Stationen und verwenden unzureichende Modelle. So liegt die App nicht selten bei der Temperatur um etliche Grad daneben und so etwas wie eine lokale Unwetterwarnung ist gänzlich unmöglich. Im vergangenen Jahr hat Apple mit dem Kauf des Anbieters Dark Sky und seines in den USA recht dichten Netzes von Wetterstationen dem Problem entgegengewirkt, in iOS 14 hat die Wetter-App dort eine Einstundenvorhersage bekommen. Diese ist laut einiger Berichte aus Irland und UK nun auch in Europa angekommen, ob und wann sie es auf den Kontinent schafft und wie zuverlässig sie hier das Wetter der nächsten Stunde vorhersagen kann, bleibt abzuwarten.

Bewunderung: Zum 14ten Mal in Folge steht Apple an der Spitze der Liste der am meisten bewunderten Unternehmen die das Magazin Fortune alljährlich aufstellt. Auf den drei Plätzen hinter Apple stehen weitere Technologieriesen: Amazon, Microsoft und Disney. Netflix kehrt als neunter in die Top Ten zurück, einen Zusammenhang sieht Fortune mit der Pandemie, in der die Leute Informationstechnologie und Zerstreuung auf digitale Art nötiger denn je hätten: "Nach einem Jahr, in dem sich die Menschheit mehr denn je an Tech-Giganten anlehnte - um uns in einer Zeit der Isolation zu verbinden, zu unterhalten und sogar zu ernähren - ist es passend, dass Apple, Amazon und Microsoft die ersten drei Plätze im Fortune-Ranking der Unternehmensreputation einnehmen. Apple, der führende Personal-Tech-Anbieter, führt die Rangliste zum 14. Mal in Folge an, basierend auf unserer Umfrage unter rund 3.800 Führungskräften, Direktoren und Analysten."

Weitere Nachrichten:

Ikea und Asus: Erste Bilder der Gaming-Möbel

Im vergangenen Jahr kündigten Ikea und Asus ROG eine Kooperation an. Das schwedische Möbelhaus wollte in Zusammenarbeit mit dem Peripherie-Hersteller Gaming-Möbel und Accessoires entwickeln und diese vorerst in China anbieten. Die Palette sollte rund 30 Produkte umfassen. Am Wochenende folgte nun eine offizielle Ankündigung über die chinesische Social-Media-Plattform Weibo. Der chinesische Ikea-Online-Store zeigte versehentlich auch erste Bilder der Gaming-Möbel, die mittlerweile jedoch wieder offline genommen wurden. Zwei Twitter-Nutzern gelang es aber, unterschiedliche Produkte als Screenshots festzuhalten.

Den Fotos zufolge planen Ikea und Asus ROG unterschiedliche Gaming-Stühle und Schreibtische, Stuhl-Unterlagen, Schreibtisch-Auflagen, Zubehör-Halterungen, Regale, einen Rollwagen für PC-Gehäuse und eine LED-Beleuchtung für den Schreibtisch. Im Portfolio finden sich außerdem Trinkbecher-Halter, Kissen oder auch der höhenverstellbare Uppsel-Gaming-Schreibtisch. Ikea und Asus ROG haben die Gaming-Möbel zusammen mit Gamern in Shanghai entwickelt. Nach dem Marktstart in China sollen sie voraussichtlich im Herbst 2021 auch in den Ikea-Einrichtungshäusern in Deutschland sowie im deutschen Ikea-Online-Shop erhältlich sein. Ein konkreter Termin steht bislang jedoch noch nicht fest.

Musk: Glücklicher Affe mit Gehirn-Chip zockt Videospiele

Während einer Fragerunde in der aktuell sehr populären Clubhouse-App wurde Elon Musk auch über den aktuellen Status seines Unternehmens Neuralink gefragt. In seiner Antwort, an die mehreren tausend Zuhörer erklärte Musk, dass in einem Neuralink-Labor ein "glücklicher Affe" lebe, bei dem dünne Kabel ins Gehirn führen. Der Affe sei in der Lage, über seine Gedanken auch Videospiele zu spielen, wie Bloomberg berichtet.

In naher Zukunft, so Musk weiter, sollen der Öffentlichkeit auch Videos gezeigt werden, in denen der Affe zu sehen sein wird. Er rechnet damit, dass diese Videos innerhalb der nächsten Wochen veröffentlicht werden. Konkret erklärte Musk während seiner Antwort: "Man kann nicht sehen, wo das Implantat ist, er ist zudem ein glücklicher Affe. Wir haben die schönste Affenanlage der Welt. Wir wollen, dass sie miteinander Gedanken-Pong spielen."

Musk betonte aber auch, dass Neuralink an Technologien arbeite, mit denen Hirn- und Wirbelsäulenverletzungen behandelt werden können, indem entsprechende Chips in die Gehirne der Menschen implantiert werden. Dadurch sollen die Menschen auch verlorene Fähigkeiten wiedererlangen können. Bisher gäbe es aber nur "primitive Versionen" solcher Geräte, bei denen die Kabel noch aus dem Kopf ragen.

Das Start-up Neuralink von Elon Musk arbeitet seit Jahren an Implantaten, die ins Gehirn verpflanzt werden sollen, um Krankheiten zu heilen oder die Fähigkeiten des Menschen zu erweitern. Im Juli 2020 hatte Musk etwa erklärt, dass man irgendwann in der Zukunft Musik per Implantat in Gehirn streamen könne. Außerdem sollen solche Gehirn-Chips auch Depressionen heilen. Im August 2020 wurde dann ein funktionierender Gehirn-Chip präsentiert.

Xiaomi verklagt USA und will raus aus "schwarzer Liste"

Im Januar 2021 berichteten wir darüber, dass das US-Verteidigungsministerium den chinesischen Hersteller Xiaomi auf die schwarze Liste der Unternehmen gesetzt hat. Nach Ansicht des Ministeriums ist Xiaomi ein "kommunistisches chinesisches Militärunternehmen". Nun hat Xiaomi Klage  gegen das US-Verteidigungsministerium und das Finanzministerium eingereicht, um die, noch von der Trump-Regierung verhängten Sanktionen zu stoppen, wie aus einem Eintrag des offiziellen Xiaomi-Blogs hervorgeht.

Falls Xiaomi auf dieser Liste bleibe, würde das Unternehmen einer Exekutivanordnung des ehemaligen Präsidenten Donald Trump vom November unterliegen, die amerikanische Investoren davon abhält, Aktien oder verwandte Wertpapiere des Unternehmens zu kaufen. Xiaomi betont erneut, dass es kein chinesisches Militärunternehmen sei.

Im Januar gab Xiaomi gegenüber PC-WELT eine ausführliche Stellungnahme ab, in dem es erklärte: " [...] das Unternehmen bestätigt, dass es sich nicht im Besitz des chinesischen Militärs befindet, von diesem kontrolliert wird oder mit ihm verbunden ist, und dass es kein 'kommunistisches chinesisches Militärunternehmen' im Sinne des NDAA ist. Das Unternehmen wird angemessene Maßnahmen ergreifen, um die Interessen des Unternehmens und seiner Aktionäre zu schützen."

Das vollständige Statement lesen Sie hier:

Entsprechende Maßnahmen, um nicht auf der schwarzen Liste zu bleiben, will Xiaomi nun mit rechtlichen Mitteln ausschöpfen. Laut Klageschrift drohe Xiaomi „ein schwerwiegender und nicht wiedergutzumachender Schaden, wenn die Designation bestehen bleibt und die Beschränkungen in Kraft treten“. Die Biden-Regierung will den Xiaomi-Fall nun prüfen lassen.

Noch schlimmer hat es bereits Unternehmen wie etwa Huawei, ZTE oder TikTok getroffen. Diese sind nämlich auf der "Entity List" des US-Handelsministeriums und dürfen keinerlei Geschäfte mit US-Herstellern mehr durchführen. So ist für Huawei beispielsweise auch die Nutzung des Android-Betriebssystems mit Google-Play-Zugriff verboten.

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