2571289

Morgenmagazin vom Dienstag, 2. März 2021

02.03.2021 | 07:19 Uhr | Peter Müller

Apple und Google gegen Gesetz zur App-Store-Öffnung in Arizona +++ Kuo iPhone SE 5G im nächsten Jahr, faltbares iPhone nicht vor 2023 +++ Magsafe-Betterie mit Reverse Charging? +++ Jailbreak für iPhones mit iOS 14.3 möglich: So geht's +++ Facebook News startet im Mai 2021 in Deutschland +++ Fritzbox: Nutzer melden Angriffe durch 185.232.52.55 - so schützen Sie sich +++

2. März: Man trifft sich zweimal

Macwelt wünscht einen guten Morgen! Wenn einmal die Sonne komplett aufgegangen ist, strahlt der Himmel über Bayern den ganzen Tag lang in den Landesfarben: weiß und blau. Hellblau, natürlich, nicht königsblau. Der Ton ist in einer Gegend, in der die Sonne verstaubt, bei ungefähr der Hälfte der Leute der populärste, der anderen Hälfte sind die Farbtöne der Sonne und der Kohle lieber. Aber auch die spotten angesichts des Niedergangs von Königsblau nicht mehr, zu gewaltig und schockierend ist der Niedergang des einst ruhmreichen FC Schalke 04.

Heute ist es zehn Jahre her, dass S04 auf dem Weg zu seinem bisher letzten nennenswerten Titel im Halbfinale des DFB-Pokal den immer ruhmreicher werdenden FC Bayern geschlagen hat. Das Tor schoss ein gewisser Raúl, der in der ewigen Torjägerliste der Champions League erst kürzlich aus den Top Drei fiel. Im Tor der Schalker wiederum trieb ein gewisser Manuel Neuer die Stürmer des Gastgebers zur Verzweiflung, mit denen er wenig später Titel um Titel gewinnen sollte, erst kürzlich gleich sechs am Stück. Und auf der Bank der Schalker freute sich ein gewisser Felix Magath ob der Tatsache, seinem ehemaligen Arbeitgeber ordentlich einen eingeschenkt zu haben. Nach dem beinahe unvermeidlichen Pokalsieg ein paar Wochen später hat Magath dann aber auch nichts mehr gewonnen.

Worum wir das schreiben, wollen wir etwa Schalke-Fans mit bitter-süßen Erinnerungen demütigen, wo sie heute ohne Neuer, ohne Raúl und ohne Trainer dastehen, ohne Titel und ohne Chance? Nein, wir erinnern uns selbst in bitterer Süße an jenen Mittwoch Abend im Spätwinter, weil wir eben nicht in Südkurve vor uns hinfroren, in denen damals einige Leute seltsame "Koan Neuer"-Plakate hochreckten, die ihnen heute peinlich sein dürften. Wir erinnern uns deshalb daran, weil wir bis spät Abends noch im Büro saßen und uns das anschauten, was Apple an jenem 2. März zu zeigen hatte: Das iPad 2.

Das iPad in seiner Urform mag zwar das schönere Gerät gewesen sein, doch erst mit dem ein gutes Jahr darauf folgenden iPad 2 wurde das Apple-Tablet konkurrenzfähig. Rückblickend mag man beinahe vermuten, erst mit dem iPad 2 hat Apple sich das getraut, was das iPad von 2010 schon hätte haben sollen: Etwa ein verdammt schneller Prozessor, der A5 mit seinen zwei Kernen. Zwei Kameras, vorne wie hinten. Und vor allem einen dünneren Formfaktor, den sich Apple beim Original offenbar noch nicht zugetraut hatte, um den Innenraum maximal mit Akkus zu füllen.

Daraus resultierte eine schier unglaubliche Leistungsfähigkeit, die das iPad 2 zu einem der langlebigsten Apple-Produkte machte, erst im März 2014 nahm Apple das iPad 2 aus dem Handel, als längst das iPad Air den Ton angab - das mit dem iPad Air 2 ein halbes Jahr später ein Update erhalten sollte, das ebenso dünner, schneller und langlebiger war. Manche Geschichte wiederholt sich bei Apple, die mit der "2" auf alle Fälle: Auch der Apple II war in Apples Frühgeschichte sehr lange im Handel geblieben, das iPhone 3G wiederum korrigierte einige Mängel des unmittelbaren Vorgängers, wie das Fehlen von GPS- und UMTS-Chips.

Stimmt also immer wieder: Man sieht sich zweimal im Leben. Die zweite Liga wird Schalke allerdings zum insgesamt vierten Mal sehen, wenn nicht noch ein Wunder geschieht. Aber schon bald wird man sich wieder mindestens zweimal pro Saison im Oberhaus treffen.

Lesetipps für den Dienstag

Das März-Programm : In diesem März gibt es keine Gelegenheit, in einem Stadion zu frieren, wenn man nicht gerade dem Personal eines Bundesligisten angehört. Auch zu einer Keynote werden wir nicht reisen können, da nehmen wir aber gerne wieder eine virtuelle. Ob das bereits in der letzten Woche kolportiere Datum 16. März haltbar ist, sei dahingestellt - unter Umständen wissen wir das gegen Ende dieser Woche. Eine Stunde oder mehr der Präsentation hätte Apple auf alle Fälle zu füllen, neue Hardware und Software kann durchaus ohne ein solche erscheinen. Michael Simon hat auf Macworld zusammen gefasst, womit in den nächsten Tagen und Wochen zu rechnen ist - mit oder ohne Keynote.

Die Zukunft: AR/VR ist für Apple ein Gebiet des Interesses, das gibt nicht nur CEO Tim Cook immer wieder mal zu, das zeigen vor allem dutzende Patente, die Apple rund um die Technologien der erweiterten und virtuellen Realität gewährt bekommen hat. DIese Patente lassen durchaus darauf schließen, dass Apple eine wie auch immer geartete Brille in Arbeit hat. Die große Frage bleibt aber: Was soll man damit anfangen? Gaming wäre eine Möglichkeit, doch Apple und Spiele, das ist so ein Kapitel, das sich durch die gesamte Geschichte des Unternehmens zieht: Das geht nicht gut. Dan Moren hat sich einige Patente Apples um AR und VR angesehen und ist dabei auf eines gestoßen, das recht interessant ist und die Frage vielleicht beantwortet, was man mit einer solchen Brille anfangen kann: Virtual Paper. Dieses beschreibt, wie man Inhalte auf ein von einem Computer gerendertes virtuelles Papier packen und sie dort bearbeiten kann.

Ferne Zukunft: Während neue iPads und Airpods unmittelbar bevorstehen dürften, blickt der Analyst Ming-Chi Kuo darüber hinaus noch ein wenig mehr in die Ferne. Apple werde im Jahr 2022 auch das iPhone SE mit einem 5G-Chip ausstatten, ansonsten aber wenig ändern. Die Pro-Modelle künftiger iPhones sollen aber ohne Kerbe an der Vorderseite auskommen und stattdessen eine Nadelloch-Kamera verwenden, wie man sie bereits von einigen Android-Modellen kennt. Das könnte aber Auswirkungen auf die Face-ID haben, die mehr als nur eine Kamera verwendet: Ein komplettes Array von Sensoren steckt eben in jener von vielen als unschön empfundenen Notch. Doch dazu trifft Kuo keine belastbaren Aussagen. Auf USB-C werde Apple indes nicht umstellen, die mit Lightning verdienten Lizenzgebühren weiter zu attraktiv. Zudem sei die Wasserdichtheit von USB-C geringer. Ein faltbares iPhone sei zwar in der Entwicklung, aber nach wie vor fraglich, ob Apple die technischen Probleme damit löst - vor 2023 werde ein solches Gerät nicht erscheinen.

Lobbyismus: Apple und Google sind sich ausnahmsweise mal einig in der Ablehnung eines im US-Bundesstaat eingebrachten Gesetzes, das es Dritten erlauben soll, eigene Bezahlsysteme in den App Store und dem Google Play Store anzubieten, respektive Apps auf anderen Wegen als den von den Anbietern vorgesehenen auf Smartphones und Tablets zu bringen. Nach einem Bericht von Protocol schickt Apple gleich mehrere seiner erfahrenen Lobbyisten nach Arizona, um Parlamentariern seine Argumente gegen das Gesetz nahe zu bringen. Die Abgeordnete Regina Cobb, die das Gesetz entworfen hat, meinte, man habe ein schweres Wochenende hinter sich gehabt, da "Apple annähernd jeden Lobbyisten in der Stadt" angeheuert habe. Kyle Andeer, Apples Cheif Compliance Officer, begründet die Einwände des Unternehmens gegen das Gesetzesvorhaben. Dieses würde Apple verbieten, eine eigene Kasse zum Checkout aufzustellen, um dort Gebühren für den Store einzusammeln, den man errichtet habe und betreibe. Faktisch müsse man den App Store aufgeben. Das Gesetz in Arizona könnte Vorbildwirkung für andere US-Staaten haben, sollte es das Parlament passieren. Auch andere Länder als die USA könnte sich irgendwann daran orientieren, muss Apple befürchten.

Doppelseite: Ob Apple nun wirklich an einem Batteriepack arbeitet, das man per Magsafe an das iPhone 12 anklippen kann, ist weiter offen, Produktionsprobleme sollen das Zubehör zumindest verzögern. Die Technologie, die Apple angeblich in Arbeit hat, könnte auch recht komplex sein. Denn wie der Leaker Jon Prosser in dem Genius Bar Podcast behauptet, plant Apple mindestens eine Version mit Reverse Charging anbieten will, also bidirektionalem Laden. Wie das genau funktionieren soll, lässt Prosser offen, denkbar wäre aber, dass die externe Batterie gleichzeitig iPhone und Airpdods Pro laden könnte. Erste Hinweise auf die Existenz eines solchen Battery-Packs waren in der Beta von iOS 14.5 im Februar aufgetaucht.

Weitere Nachrichten:

Jailbreak für iPhones mit iOS 14.3 möglich: So geht's

Es ist ein Katz-und-Maus-Spiel: In regelmäßigen Abständen veröffentlichen so genannte Jailbreaker Lösungen, um iOS-Geräte entsperren und zusätzliche Apps wie etwa Spiele installieren zu können. Da diese „Freischaltung“ aber meist auf einer Sicherheitslücke in iOS basieren, hat Apple den Fehler oft schnell korrigiert und ein Jailbreak funktioniert nur mit einem älteren iOS-System.

Jailbreak per App

Für die Durchführung des Jailbreaks muss man lediglich die iOS-App Uncover 6.0 per Desktop auf das Apple-Gerät übertragen, wahlweise über das Tool Altstore, Xcode oder Cydia Impactor. Das Vorgehen wird auf der Herstellerseite beschrieben, für den Cydia Impactor ist zusätzlich ein Developer-Account erforderlich. Nach der gelungenen Übertragung der IPA-Datei muss man die App auf seinem Gerät nur noch öffnen und kann den Jailbreak durchführen. Laut den Entwicklern von Uncover soll der Jailbreak die Sicherheit des Systems nicht verringern, da eine bis 14.4 bestehende Schwäche des iOS-Kernels ausgenutzt wird.

Diese Geräte werden genutzt

Das gerade vorgestellte Uncover 6.0 kann iPads und iPhones entsperren, sogar aktuelle iPhone 12-Modelle werden unterstützt. Da die Durchführung auf einem Fehler basiert, den Apple mit iOS 14.4 und iPadOS 14.4 behoben hat, funktioniert dieser Jailbreak nur mit Geräten mit iOS 11 bis iOS 14.3. Ein Downgrade von 14.4 auf 14.3 nicht mehr möglich, da Apples dies durch eine fehlende Signierung verhindert.

Unsere Meinung:

Für Heimanwender ist weniger der Jailbreak als die Nutzung eines veralteten Systems problematisch. Leider werden Sicherheitslücken auch von Hackern und Datenspionen ausgenutzt man sollte deshalb eigentlich über jede von Apple geschlossene Sicherheitslücke froh sein.

Facebook News startet im Mai 2021 in Deutschland

Facebook startet ab Mai 2021 mit einer eigenen News-Plattform. "Facebook News" soll dabei ein dedizierter Ort für journalistische Inhalte werden. Das hat Facebook nun in einem offiziellen Blogpost bekannt gegeben.

Für die Plattform hat Facebook auch schon einige teilnehmende deutsche Verlage ins Boot geholt. Darunter befinden sich viele bekannte Partner sowie regionale und lokale Medienpartner. Die Zusammenarbeit mit weiteren Verlagen soll im Laufe des Jahres noch erweitert werden.

Facebook News wird die Inhalte über Links, die zu den jeweiligen Verlagsseiten führen, bereitstellen. Die Plattform soll Nutzer durch eine breite Mischung aus kuratierten und personalisierten Nachrichten mit den wichtigsten Schlagzeilen, Geschichten des Tages sowie mit Vorschlägen, die auf persönliche Interessen zugeschnitten sind, versorgen.

Facebook investiert in die Nachrichtenbranche

Das Unternehmen möchte allerdings auch einen Mehrwert bieten und so auch in den Journalismus investieren. Im Blogeintrag wird Facebook dazu auch konkreter: "Wir werden Verlage und Medien dafür bezahlen, die von ihnen bereits auf unserer Plattform veröffentlichten Nachrichten um zusätzliche Inhalte zu ergänzen. Hierdurch ergeben sich weitere Möglichkeiten, um aus Traffic Werbeeinnahmen und Abonnements zu generieren."

Weiterhin habe Facebook im Rahmen des "Facebook Journalism Project" hunderte Millionen US-Dollar in eine Vielzahl von Initiativen investiert und mit dem "European Journalism Centre" (EJC) kooperiert. In den nächsten drei Jahren möchte das Unternehmen rund 1 Milliarde US-Dollar in die Nachrichtenbranche investieren.

USA, Großbritannien, Deutschland - Frankreich folgt demnächst

Die News-Plattform für Deutschland möchte dabei an den Erfolg des aus den USA anschließen . Hier konnte man im Jahr 2020 über den News Feed weltweit rund 188 Milliarden Klicks an Nachrichtenverlage weiterleiten. Nachdem die Nachrichten-Plattform nun bereits im Januar 2021 in Großbritannien gestartet war, ist Deutschland nun der nächste Anlaufpunkt. Mit französischen Medienunternehmen stehe Facebook zudem bereits in Verhandlungen um den Dienst in absehbarer Zeit auch in Frankreich einführen zu können.

Fritzbox: Nutzer melden Angriffe durch 185.232.52.55 - so schützen Sie sich

In den letzten Tagen häufen sich die Meldungen von Fritzbox-Besitzern, laut denen sich die IP-Adresse 185.232.52.55 versucht, einen Zugriff auf die Fritzbox zu verschaffen. Die IP-Adresse ist nicht neu, wie auch ein Blick auf AbuseIPDB zeigt. Dort werden Beschwerden über die IP-Adresse gesammelt, die in den Niederlanden registriert ist. In den letzten Stunden und Tagen melden zahlreiche Nutzer entsprechende Zugriffsversuche auf ihre Fritzbox.

Eine Angriffswelle scheint nicht dahinterzustecken, wie unsere Kollegen von Heise.de berichten , denen eine Stellungnahme vom Fritzbox-Hersteller AVM vorliegt. Demnach handele es sich laut AVM vielmehr um "erfolglose Anmeldeversuche, also Rateversuche". Unbekannte versuchen, über das Ausprobieren von Zugangsdaten, den Zugriff auf die Fritzbox-Router zu erlangen. Die entsprechend gescheiterten Versuche sind im Ereignisprotokoll von Fritz OS dokumentiert.

Um sich zu schützen, verweist AVM auf dieser Support-Website, in der dieses Thema ("Fritzbox meldet 'Anmeldung des Benutzers gescheitert") behandelt wird.

Wichtigster Tipp: Auf der Fritzbox sollte die aktuelle Version von Fritz OS installiert sein und es sollte ein möglichst starkes Passwort für den Zugriff auf die Fritzbox-Oberfläche vergeben werden. Erst kürzlich ist etwa für Fritzbox 7590 die neue Version Fritz OS 7.25 erschienen.

AVM empfiehlt außerdem, alle nicht benötigten Fritzbox-Dienste unter "Diagnose" und "Sicherheit" zu deaktivieren. Wer nicht möchte, dass die Fritzbox-Router-Oberfläche über das Internet verfügbar ist, kann hier auch den Dienst "Internetzugriff auf die Fritz!Box (HTTPS)" deaktivieren.

6 Schritte zum optimal geschützten Router

Macwelt Marktplatz

2571289