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Morgenmagazin vom Dienstag, 2. September

02.09.2014 | 07:38 Uhr |

+++ Was heute wichtig wird: 2. September 2014 +++ Gericht verbietet Uber in Deutschland +++ Emojli: Per App kommunizieren nur mit ”Emojis” +++ Sony plant angeblich E-Bajonett-Aufsatz für Smartphones +++

Was heute wichtig wird: 2. September 2014

Guten Morgen,

Wurde iCloud gehackt und kamen die privaten Fotos zahlreicher US-Prominenten deshalb an die Öffentlichkeit? Dies spekulierten gestern zahlreiche Onlinemedien. Langsam, der Reihe nach: Es gibt keinen Hinweis darauf, dass der iCloud-Dienst als Ganzes kompromitiert wurde. Es fehlen bislang sogar überhaupt handfeste Hinweise darauf, dass iCloud etwas damit zu tun hatte. Auf Twitter hatten Unbekannte beispielsweise damit angegeben, im Dropbox-Ordner eines der Opfer zu sein.

Ein Indiz gibt es jedoch, zumindest eine Sicherheitsnachlässigkeit seitens Apple: Während iCloud an sich gegen so genannte "Brute-Force Angriffe" geschützt ist, bei denen ein Angreifer, beziehungsweise ein Programm Tausende Passwörter "ausprobiert", war dies beim iCloud-Dienst "Mein iPhone suchen" bis vor kurzem nicht der Fall, berichtet The Next Web . Ein Skript habe es möglich gemacht, häufig benutzte Passwörter bei Mein iPhone suchen zu testen. Ist das Skript erfolgreich, hat der Angreifer das iCloud-Passwort des Opfers. Apple habe noch am Montag eine Sperre gegen solche Angriffe bei Mein iPhone suchen eingebaut, heißt es weiter. Jetzt ermittelt Apple , ob es eine Sicherheitslücke in iCloud gibt, die mit dem Leak der Fotos in Zusammenhang steht.

Häufig funktionieren solche Angriffe nach dem Prinzip des "Social Engineering". Das heißt, der Angreifer versucht nicht direkt, ein Passwort, einen Server oder eine Verschlüsselung zu knacken, sondern mit Hilfe persönlicher Informationen zu umgehen. Zugang zu bekommen. Das kann unter anderem bedeuten, die nötigen Informationen zu sammeln, um Sicherheitsfragen ("Wie hieß Dein erstes Haustier?) zu beantworten damit das Passwort zurückzusetzen. Ein bekanntes Beispiel dafür ist der Fall des Journalisten Matt Honan , der dadurch beinahe sein gesamtes "digitales Leben" verlor.

Lesetipps für heute:

Tech-Journalist heuert bei Apple an : Anand Shimpi, der Gründer von Anandtech , tritt eine neue Stelle bei Apple an. Shimpi ist bekannt für seine detaillierten technischen Auswertungen, beispielsweise beim "Antennagate" des iPhone 4 und als er künstlich hochgepushte Benchmarks bei Android-Smartphones aufdeckte.

Wie Apple die Medien beherrscht : 9to5mac erklärt Apples PR-Strategie und Umgang mit der Presse ausführlich.

Gehäuseteil des 5,5-Zoll-iPhones aufgetaucht? Bisher gabe es keine oder kaum sichtbare Hinweise auf ein noch größeres iPhone. Bis jetzt.

Gericht verbietet Uber in Deutschland

Mit einer Einstweiligen Verfügung hat das Landgericht Frankfurt der Taxi-Alternative Uber den Betrieb in Deutschland bis auf Weiteres untersagt. Verstößt das Unternehmen dagegen, drohen 250.000 Euro Strafe - pro Fahrt. Laut Gericht verstoße das Unternehmen gegen das Personenbeförderungsgesetz. Es fehle eine Genehmigung, um Personen zu befördern. Obwohl Uber Fahrer und Fahrgäste nur vermittelt, sei das Unternehmen "Teilnehmer an dem vom Fahrer begangenen Verstoß".

Von Taxifahrern wird Uber stark kritisiert, seit das Unternehmen in Deutschland aktiv ist. Die Fahrer haben keine Taxilizenz, sondern werden von Uber ausgesucht. Die App des Unternehmens vermittelt die Fahrten, Uber erhält von den Fahrern eine Provision. Schon zuvor hatte es Kritik an dem Anbieter gegeben, weil Fragen wie Versicherung nicht eindeutig geklärt sind. Taxifahrer in ganz Europa haben gegen die neue App-Konkurrenz protestiert. Uber will gegen die Einstweilige Verfügung vorgehen, sagte das Unternehmen der FAZ.

In den USA ist Uber schon seit mehreren Jahren sehr erfolgreich, aber auch dort ist der Fahrdienst in einigen Städten nicht zugelassen. Es gibt zwei unterschiedliche Uber-Dienste: Uber Black ist ein Limousinenservice, Uber Pop vermittelt private Fahrer and Fahrgäste.

Emojli: Per App kommunizieren nur mit ”Emojis”

Wer dachte, mit ”Yo” wäre schon der Höhe- oder je nach Betrachtungsweise der Tiefpunkt sozialer Kommunikation über Smartphones erreicht, hat vermutlich recht. Denn damit kann man tatsächlich nur dieses eine Wort ”Yo” an seine Freunde schicken. Verglichen damit eröffnet die App Emojli ein weites Feld an Mitteilungsoptionen, die sich nicht nur auf Emotion beschränken. Denn auch Gegenstände oder Ereignisse lassen sich damit bekanntlich leicht abbilden.

Aber konsequent verzichtet Emojli im Rahmen seines sozialen Netzwerks auf jede Art von Worten oder Fotos. Nur mit den integrierten Ideogrammen für Gefühlslagen, Begriffe und Ereignisse und so weiter kann man sich den anderen mitteilen. Der Entwickler wirbt dementsprechend mit dem Spruch: ”The emoji-only Network. No words. No spam. Just emoji”.

Um die App nutzen zu können, muss man zunächst einen Benutzernamen anlegen, der stilgerecht lediglich aus Emojis bestehen darf. E-Mail-Adresse und das Passwort dürfen dann aber ganz traditionell mit Buchstaben und Zahlen getippt werden.

Die Idee ist ohne Zweifel reizvoll und dürfte schnell Anhänger finden, welche die Ausdrucksmöglichkeiten kreativ zu nutzen wissen. Ob daraus gleich das neue Facebook wird, wie ein Nutzerkommentar bereits prophezeit, dürfte wohl etwas voreilig sein. Obwohl die Farbgebung der geöffneten App am oberen Rand mit einem dunklen Blau tatsächlich an das derzeit größte soziale Netzwerk erinnert.

Die App gibt es im App Store kostenlos, sie ist lediglich 2,3 MB groß, in englischer und deutscher Sprache erhältlich und setzt auf iPhone, iPod Touch oder iPad mindestens iOS 7.1 voraus.

Info: Emojli  

Sony plant angeblich E-Bajonett-Aufsatz für Smartphones

Sony plant aktuellen Gerüchten zufolge neues Kamera-Zubehör für Smartphones. Nachdem der Konzern bereits im vergangenen Jahr mit den QX10- und QX100-Modulen zwei voll funktionstüchtige Kameras auf Objektivgröße schrumpfte, geht Sony nun noch einen Schritt weiter. Mit dem ILCE-QX1-Modul, das in dieser Woche auf der chinesischen Website zol.com auftauchte, haben die Japaner eine komplette Kamera mit APS-C-Sensor in petto, die sich wie die Vorgänger an Smartphones oder Tablets anheften lässt.

Der Clou: Das QX1-Modul verfügt über ein Bajonett, an das auch andere Objektive angebracht werden können. Den Angaben zufolge sind alle E-Mount-Objektive mit dem QX1 kompatibel. Der Standard wurde von Sony für seine Camcorder und DSLM-Modelle der NEX-Produktfamilie geschaffen. Mittlerweile sind zahlreiche Objektive für das E-Bajonett erhältlich, darunter auch Geräte von Drittherstellern wie Sigma oder Tamron.

Die Enthüllung des neuen QX1-Moduls wird im Rahmen von Sonys IFA-Presseevent am 4. September erwartet. Die Messe öffnet dann vom 5. bis 10. September ihre Tore.

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