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Morgenmagazin vom Dienstag, 21. Juli 2020

21.07.2020 | 07:05 Uhr | Peter Müller

393,43 US-Dollar: AAPL erreicht neues Rekordhoch +++ CIRP: iPhone SE erweist sich als Kassenschlager +++ Microsoft-Präsident schimpft über App Store +++ Facebook unter Druck: Disney verhängt Werbe-Boykott +++ Deutsche Telekom: Hier wurde LTE verbessert +++ Disney+ im August: Alle neuen Filme und Serien

21. Juli: Vor und hinter dem Mond

Macwelt wünscht Guten Morgen! Am 21. Juli 1969 twitterte Neil Armstrong den Aphorismus: "Es ist nur ein kleiner Schritt für einen Menschen, aber ein großer Sprung für die Menschheit" vom Mond, auf dem er er wenige Stunden zuvor (noch am 20. Juli) zusammen mit Edwin Aldrin in der Landekapsel "Eagle" aufgesetzt war. Nun gut, er twitterte nicht wirklich, sondern bediente sich der altmodischen Technik der Sprachübertragung per Funkwellen, aber die Länge der Botschaft hätte hervorragend für einen Tweet gereicht. Exakt 30 Jahre später nahm sich Apple des Themas "Sprung" noch einmal an, Funk spielte dabei auch eine Rolle.

Am 21. Juli 1999 eröffnete die Sommerausgabe der Macworld Expo in New York mit der üblichen Keynote ihre Pforten. Steve Jobs steigerte dabei langsam die Dramaturgie über Quicktime 4, Quicktime TV und die Vorankündigung von Mac-OS 9 mit dessen 50 neuen Funktionen und kam allmählich zu den Themen, die schon damals die Fan-Gemeinde wirklich interessierten: Neue Hardware. Ein gutes Jahr nach der Markteinführung des iMac war es nun Zeit für einen "iMac zum Mitnehmen", iBook genannt. Aus heutiger Sicht ist das Design des oft als "Schminktäschchen" verspotteten Einsteigernotebooks ein wenig bizarr, doch waren seinerzeit Mobilrechner meist so klobig und langweilig, dass die bunten (Blueberry und Tangerine) iBooks angenehm hervorstachen.

Das mit dem "iMac to go" nahm Apple gar auf eine völlig neue Ebene, denn das iBook hatte als eines der ersten Geräte seiner Art auch "unterwegs" Netzwerkverbindung. Möglich machte das ein Funk-Chip, der auf dem 2,4-GHz-Band nach dem relativ jungen Standard IEEE 802.11b mit Basisstationen und anderen Rechnern kommunizierte. Apple wäre nicht Apple, hätte man der neuen Technik nicht auch gleich einen pfiffigen Namen gegeben: Airport. Dabei benötigt die Funk-Schnittstelle gar keine Luft, ganz im Gegenteil, sonst hätte Neil Armstrong nicht erfolgreich von seinem ersten Schritt auf dem Mond berichten können. Zum Airport-Chip im iBook benötigte man auch eine Airport-Basisstation, die in jenen Tagen einer Mondlandefähre durchaus ähnlich sah.

Apple wäre auch nicht Apple, wenn Steve Jobs und Phil Schiller die neue Art der Datenübertragung nicht gleich in dramatischer Weise vorgeführt hätten. Denn was bedeutet nun drahtlos? Man kann das iBook vom Schreibtisch packen, in ein anderes Stockwerk gehen und wieder zurück springen, ohne dass die Verbindung mit dem Internet abreißen würde. Heute völlig normal, nur vor 21 Jahren eine Art von Weltwunder. Marketingchef Phil Schiller musste daher die Probe aufs Exempel machen und auf ein etwa fünf Meter hohes Podest hinter der Bühne klettern und mitsamt Macbook von dort auf weiche Matten zurück springen. Ein gigantischer Sprung für Phil Schiller und ein gar nicht so kleiner Schritt für die Informationstechnik.

Lesetipps für den Dienstag

Filme für alle: Apples Sharing-Optionen für Services wie Apple Music, Apple Arcade oder Apple TV+ sind recht großzügig, über die Familienfreigabe haben bis zu sechs Familienmitglieder Zugriff auf die Inhalte und können auch ihre eigenen Bibliotheken pflegen. Doch hat die Familienfreigabe Grenzen, nur bei Apple bezahlte Musik oder Filme lassen sich so teilen – ab macOS 11 Big Sur immerhin auch In-App-Käufe, also etwa einzelne Ausgaben von Zeitschriften (sofern die Entwickler das erlauben). Mit dem Home Sharing kommt man hier ein Stück weiter, aber am Besten verteilt man Inhalte die nicht aus dem App Store stammen, über Plex, empfiehlt Glenn Fleishman in seiner jüngsten Kolumne Mac9111 auf Macworld.

Verkaufserfolg: Das iPhone SE ist erst seit Ende April auf dem Markt, nach Zahlen von Consumer Intelligence Research Partners (CIRP) trägt das neue Modell aber schon 19 Prozent der Verkäufe in den USA im Juni-Quartal bei. Die im Hersbt 2019 vorgestellten Modelle iPhone 11, iPhone 11 Pro und iPhone 11 Pro Max kommen kumuliert auf gut zwei Drittel, das neue iPhone SE hat sich vor allem auf Kosten älterer Modelle im Markt festgesetzt. Die Zahlen von CIRP beruhen auf der Befragung von 500 Kunden, die in den USA iPhone, iPad oder Mac gekauft haben.

Konzept: Die besten neuen Features von iOS 14 wie die App Mediathek oder die neuen Widgets kommen (noch) nicht auf das iPad. Widgets sind seit iPadOS 13 auf den ersten Screen beschränkt und nicht so modular wie auf dem iPhone. Der Designer Parker Ortolani hat sich  nun Gedanken gemacht, wie sich das in iPadOS 15 ändern könnte und ein Konzept entworfen, in dem Anwender Widgets und App Icons in einem Raster beliebig platzieren und dabei auch Leerstellen lassen können. Doch auch vom Mac soll iPadOS nach Ortolanis Vorstellung lernen, so hat er ein "Pro Menu" erfunden, über das Nutzer schnellen Zugriff auf die Systemeinstellungen bekommen, wie unter macOS 11 Big Sur.  Der Grund, warum Apple die iOS-Widgets nicht auf das iPad bringt, könnte indes der banale sein, dass das iPad in Hoch- und Querformat genutzt wird und sich die App-Icons entsprechend ausrichten. Ortolanis Konzept sieht jedoch recht vielversprechend aus, höchst fraglich nur, ob Apple sich davon inspirieren lässt.

Vorgespräch : In der nächsten Woche müssen prominente CEOs von Tech-Unternehmen vor dem Kartell-Ausschuss des Repräsentantenhauses aussagen, unter anderem Apples Tim Cook, Facebooks Mark Zuckerberg und Googles/Alphabets Sundar Pichai aussagen. Schon vor einigen Wochen hat das Komitee das Gespräch mit Microsofts Präsident und Chefjurist Brad Smith gesucht, wie The Information berichtet. Darin wollten die Abgeordneten vor allem etwas über die Erfahrungen lernen, die Microsoft in seinem Kartellprozess Ende vor gut 20 Jahren machte. In der Videokonferenz soll Smith aber vorwiegend Bedenken über Apples App Store geäußert haben. Die "Willkür" der Überprüfungen vor der Freigabe von Apps sei ebenso ein Dorn im Auge wie die Tatsache, dass die beteiligten Entwickler Apples Zahlsysteme nutzen müssten. Über andere Techfirmen sei Smith nicht hergezogen.

Neuer Rekord: Gestern ging die Apple-Aktie nach einem Plus von 8,12 US-Dollar oder 2,11 Prozent mit einem Schlusskurs von 393,48 US-Dollar an der Nasdaq aus dem Handel, was den höchsten Schlusskurs bisher bedeutet. Am 13. Juli hatte AAPL unter tags kurzfristig  an der 400-Dollar-Marke geknabbert, der tiefste Kurs der letzten 12 Monate steht mit dem Datum 5. August 2019 mit 192,58 US-Dollar im Kursverlauf. Apple erreicht mit dem aktuellen Wert eine Marktkapitlaisierung von 1,705 Billionen US-Dollar, nur das saudishe Öl-Konglomerat Aramco ist an der Börse noch mehr wert. Hinter Apple folgen Microsoft mit einer Marktkapitalisierung von 1,605 Billionen US-Dollar und Amazon mit 1,595 Billionen. Jedes der drei Tech-Unternehmen hat damit einen höheren Börsenwert als alle koreanischen Aktien zusammen, die auf 1,4 Billionen US-Dollar kommen.

Weitere Nachrichten:

Facebook unter Druck: Disney verhängt Werbe-Boykott

Der Druck auf Facebook wächst weiter: Wie das Wall Street Journal berichtet , schließt sich auch Disney dem Boykott von Facebook an und senkt massiv seine Ausgaben für Werbung bei Facebook. Damit verliere Facebook den wichtigsten Werbepartner und Umsätze in dreistelliger Millionenhöhe, wie es heißt. Die Information habe man von einem Insider erhalten.

Seit einigen Wochen wenden sich immer mehr Anzeigepartner von Facebook ab, nachdem US-Bürgerrechtsorganisationen am 7. Juli dazu aufgerufen hatten. Der Vorwurf lautet, dass Facebook nicht genug Anstrengungen unternehme, um Hassreden und die Verbreitung von Fehlinformationen über das soziale Netzwerk zu stoppen. Facebook verdiene viele Milliarden mit Werbung, investiere aber nur einen vergleichsweise geringen Bruchteil des Gewinns zur Kontrolle der Einhaltung der Regeln, die für Inhalte gelten, die über das soziale Netzwerk verbreitet werden. Insgesamt verdient Facebook um die 70 Milliarden US-Dollar (etwa 61 Milliarden Euro) pro Jahr über die rund 8 Millionen Werbepartner.

Dem Werbeboykott hatten sich zuvor bereits Unternehmen wie Unilever, Starbucks und Ford angeschlossen. Laut dem Zeitungsbericht hatte Disney allein in der ersten Jahreshälfte rund 210 Millionen US-Dollar für Werbung bei Facebook allein für Disney+ ausgegeben und war der wichtigste Werbekunde von Facebook. Im vergangenen Jahr sei Disney nach Home Depot der wichtigste Facebook-Werbepartner gewesen.

Der Disney-Boykott gelte außerdem auch für Instagram, welches ebenfalls zu Facebook gehört und auch alle zu Disney gehörenden Unternehmen und Dienste, wie Hulu, überprüfen eine Senkung der Werbegelder.

Unklar ist allerdings, wie stark Disney seine Werbeausgaben für Facebook-Anzeigen einschränkt. Gegenüber der Zeitung wollte sich Disney hierzu nicht äußern. Ein Facebook-Sprecher wollte sich zu der Lage ebenfalls nicht äußern und verwies lediglich darauf, dass man bei Facebook wisse, dass mehr getan werden müsse, um die von den Bürgerrechtsorganisationen kritisierten Umstände zu beseitigen, wozu man bereits mehr Werkzeuge und Technologien entwickle und auch an Änderungen an den Nutzungsregeln arbeite.

 

Deutsche Telekom: Hier wurde LTE verbessert

Die Deutsche Telekom treibt den Ausbau ihres LTE-Netzes weiter voran. Dabei fährt die Telekom zweigleisig: Sie errichtet komplett neue LTE-Standort und baut bereits vorhandene weiter aus.

Demnach hat die Telekom in den vergangenen zwei Monaten deutschlandweit 126 LTE-Standorte neu ins Netz gebracht. Im Schnitt habe die Telekom also rund zwei LTE-Standorte pro Tag gebaut, wie die Telekom verkündet. Außerdem hätten „exakt 623 Standorte“ zusätzliche LTE-Antennen erhalten. Dadurch sei die Kapazität im Netz und die Ausbreitung in der Fläche weiter angestiegen. Die Abdeckung der Bevölkerung mit LTE liegt laut Telekom jetzt bei 98 Prozent.

Die Telekom betont, dass es sich dabei um reine LTE-Standorte und LTE-Erweiterungen handelt. Die Erweiterungen mit LTE im Zuge des 5G-Ausbaus seien hier nicht berücksichtigt. Denn die Telekom hat in den vergangenen Wochen an mehreren Hundert Standorten in ganz Deutschland 5G auf der Frequenz 2,1 GHz eingeschaltet. Dank dem Einsatz von DSS (Dynamic Spektrum Sharing) kann an diesen Standorten immer auch LTE genutzt werden. Das ist aber ein eigenes Thema:

Telekom: 5G-Ausbau auf dem Land u.a. mit alten UMTS-Frequenzen

Deutsche Telekom: 5G ab heute für 16 Mio. Menschen & LTE wird schneller

Deutsche Telekom: 15.000 neue 5G-Antennen in dieser Woche

Walter Goldenits, Geschäftsführer Technologie der Telekom Deutschland: „Wir planen für dieses Jahr über 2.000 komplett neue Mobilfunkstandorte. Ergänzend werden wir an über 10.000 weiteren Standorten die Mobilfunkkapazitäten für unsere Kunden durch Erweiterungsmaßnahmen steigern.“ Zum 5G-Ausbau äußerte sich Goldenits ebenfalls: „Bis Ende 2020 werden…mindestens die 20 größten Städte in Deutschland angebunden.“

Spitzenreiter beim LTE-Ausbau in den vergangenen zwei Monaten war laut Telekom Bayern mit 255 neuen Standorten und Erweiterungen. Auf Platz zwei kommt Hessen mit 110, gefolgt von Rheinland-Pfalz mit 97 neuen Standorten und Erweiterungen. Dazu muss man sagen, dass in einem Flächenstaat wie Bayern die Mobilfunkverbindungen auf dem flachen Land erfahrungsgemäß immer schlechter sind als in den Ballungszentren. Gerade in Bayern haben Telekom, Vodafone und O2 also besonders großen Nachholbedarf. Das kann jeder bestätigen, der mit dem Smartphone zum Beispiel im Nationalpark Bayerischer Wald unterwegs ist. In der Tat kann man aber feststellen, dass die Mobilfunkverbindungen in Bayern auf dem flachen Land in letzter Zeit schneller geworden sind. Die drei Mobilfunkprovider treiben den Ausbau also tatsächlich vor.

Auf www.telekom.de/netzausbau können Sie Ihre Mobilfunk-Versorgung prüfen.

Deutsche Telekom, Vodafone, O2: So prüfen Sie die Netzabdeckung

Deutsche Telekom: So gut ist die Netzabdeckung

Disney+ im August: Alle neuen Filme und Serien

Im August 2020 erwarten die Abonnenten von Disney+ wieder zahlreiche neue Inhalte der Entertainment-Marken wie Disney, Pixar, Marvel, Star Wars und National Geographic. Der wohl wichtigste Neuzugang im August: Der von Disney für über 120 Millionen US-Dollar sehr aufwändig produzierte Fantasy-Film Artemis Fowl von Kenneth Branagh kam aufgrund der Coronakrise nicht in die Kinos, sondern feiert seine Premiere beim Streaming-Dienst Disney+.  In den USA ist Artemis Fowl schon seit ein paar Wochen auf Disney+ zu sehen, in Deutschland startet der Film nun am 14. August.

Disneys „Artemis Fowl” basiert auf dem beliebten Buch von Eoin Colfer und ist ein Abenteuer, das dem 12-jährigen Genie Artemis Fowl, Nachfahre einer Familie voller krimineller Genies, folgt, der versucht, seinen entführten Vater zu retten.

Disney+: Artemis Fowl früher in Deutschland streamen

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Disney-Fans dürfen sich außerdem auf die Dokumentation "Howard" folgen, die am 7. August startet. Hier wird die Geschichte von Howard Ashman erzählt, der Texter von Disney-Klassikern wie "Aladdin", "Die Schöne und das Biest" und "Arielle - Die kleine Meerjungfrau" war und auch die Texte für Musicals wie "Little Shop of Horrors" schrieb. Erzählt wird der Werdegang von Ashman.

Disney+: Fehlercodes und Lösungen im Überblick

Die Liste aller neuen Katalog-Titel und Disney+ Original finden Sie im restlichen Artikel.

Disney+: Neue Original-Titel im August 2020

Ab 7. August

  • Howard

  • Disneys Familiensonntag - Episode 40: Googy-Stiftehalter (Staffelfinale)

  • Ein Tag bei Disney - Episode 36: "Ryan Meinerding: Marvel Studios Creative Director"

  • Hamilton: History Has Its Eyes On You

  • Pixar in Real Life - Episode 10: "Wall E: Buy N Large und der Geschmack der Zukunft"

Ab 14. August

  • Artemis Fowl

  • Ein Tag bei Disney - Episode 37: "Pavan Komkai: Ingenieur für Rundfunktechnik"

  • Magic Camp

Ab 21. August

  • Ein Tag bei Disney - Episode 38: "Heather Bartleson: Koordinatorin im Bereich Holiday Services"

Ab 28. August

  • Phineas und Ferb Der Film - Candace gegen das Universum

  • Ein Tag bei Disney - Episode 39: "Eric Baker - Imagineering Creative Director"

  • Marvel´s Hero Project - Episode 19: "Der erstaunliche Austin"

Disney+: Neue Katalog-Titel im August 2020

Ab 7. August

  • Alex & Co (Staffel 1)

  • Big City Greens (Staffel 1)

  • Eddie the Eagle - Alles ist möglich

  • Gregs Tagebuch - Böse Falle!

  • Hello, Dolly!

  • Marvel Rising: Spiel mit dem Feuer

  • Phineas und Ferb - Der Film: Quer durch die 2. Dimension

  • UFOs über Europa (Staffel 1)

Ab 14. August

  • Das Spieltreffen der Welpen-Freunde (Staffel 2)

  • Der Schrottplatz-Wettkampf: Autos der Spitzenklasse (Staffel 1)

  • Die Prouds (Staffel 1-2)

  • Vampirina: Die Ghul-Girls (Staffel 2)

Ab 21. August

  • Top 10 Biggest Beasts Ever

  • Mary Poppins´ Rückkehr

Ab 28. August

  • Lost Treasures of Egypt (Staffel 1)

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