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Morgenmagazin vom Dienstag, 21. September 2021

21.09.2021 | 07:16 Uhr | Peter Müller

Kuo: iPhone 13 begehrter als das 12er +++ Apple signiert iOS 14.7.1 nicht mehr +++ Sicherheitsupdates von iOS 15 +++ Apple Card bekommt rotierenden Sicherheitscode +++ Trend: Grafikkartenpreise steigen wieder +++ E-Motorrad mit Tunnel-Design für geringen Luftwiderstand +++ Jumbojack: Google arbeitet angeblich an zweitem Falt-Smartphone

21. September: Vier Dimensionen

Macwelt wünscht einen guten Morgen! Und der Rest ist Warten … Natürlich haben wir am letzten Freitag ab 14 Uhr iPhones bestellt, zur Abholung im nächsten Apple Store liefern lassen oder direkt nach Hause oder ins Büro, die Zeit, sie dehnt sich und dehnt sich. Das gestern veröffentlichte Update auf iOS 15 hat uns nur kurz getröstet. Sicher, auch die Geräte des Vorjahres oder das Alteisen von noch früher hat jetzt ein paar neue Funktionen bekommen. Vor allem der Textscan weiß zu begeistern und die umfangreichen Übersetzungen. Aber das schicke Pacific Blue des iPhone 12 Pro hat sich nicht in das noch schickere Sierra Blue des iPhone 13 Pro gewandelt. Schade. Ist eben alles relativ, mit dem Neuen und dem Alten.

Also warten wir weiter. Wir könnten uns ja flott durch den Raum bewegen, dann vergeht die Zeit schneller, heißt es doch in der Relativitätstheorie? Nein, nicht wirklich, auch wenn wir uns noch so flott und nahe der Lichtgeschwindigkeit bewegen würden, für uns dauerte die Stunde immer noch sechzig Minuten. Nur beim Uhrenvergleich mit anderen Leuten kämen wir zu unterschiedlichen Ergebnissen. Wenn für die Ruhigeren schon Freitag geworden ist, rasen wir immer noch am Dienstag rum. Es ist ein Kreuz, das mit dem Zusammenhang von Raum und Zeit.

Derart hohe Geschwindigkeiten, dass wir diese Zeitdilatation beim Uhrenvergleich feststellen, erreichen wir hier nur im Gedankenexperiment. Ein solches stand Anfang des 20sten Jahrhunderts am Beginn der Relativitätstheorie. Albert Einsteins fragte sich, was denn mit dem Spiegelbild passieren mag, wenn man sich bei Lichtgeschwindigkeit rasiert. Die einzige Lösung, die zu konsistenten Weltbildern führt, in der auf die Ursache eine Wirkung folgt und nicht umgekehrt, besteht im Postulat, dass die Lichtgeschwindigkeit in jedem Inertialsystem gleich sein muss. Mit der verblüffenden Konsequenz für sich dehnende Zeiten und verkürzende Längen.

Einsteins Gedanken fielen auf fruchtbaren Boden und fanden dort Werkzeuge vor, mit denen man sie mathematisch formulieren kann. Die Geometrie, die man für die Relativitätstheorie benötigt, hatte etwa Bernhard Riemann bereits in den 1850ern und 60ern entwickelt. Und am 21. September 1908 hielt der Mathematiker Hermann Minkowski in Köln einen Vortrag, in dem er erstmals Raum und Zeit als Dimensionen einer vierdimensionalen Raumzeit beschrieb. Mit den zugehörigen mathematischen Nomenklaturen und Regeln war es so erst möglich, aus der speziellen Relativitätstheorie von 1905 die allgemeine von 1915 zu formulieren. 

Das ist nicht nur Mathematik, sondern hat auf das reale Leben Auswirkung. Im Jahr 1918 zeigte die Mathematikerin Emmy Noether mit dem nach ihr benannten Theorem, dass mathematische Symmetrien zwangsweise zu physikalischen Erhaltungsgrößen führen, oder etwas vereinfacht gesagt: Mathematik ist in der Lage, physikalische Realitäten zu beschreiben. So würde ohne mathematische Präzision das globale Positionierungssystem GPS nicht funktionieren, die Satelliten sind in einer Entfernung vom Gravitationszentrum der Erde und mit einer Geschwindigkeit unterwegs, die relativistische Korrekturen erfordern. Denn da oben, bei dem Tempo bestehen messbar andere Längen und Zeiten als auf der Erdoberfläche.  Bitte beim nächsten Aufruf der Kartenapp daran denken, dass Raum und Zeit untrennbar zusammengehören.

Lesetipps für den Dienstag

Oldies but goldies: Alles schaut natürlich gebannt auf die neuen Apple-Produkte und deren Erfolg im Markt. Dabei darf man aber die alten, immer noch im Portfolio gebliebenen oder nur leicht verbesserten Geräte nicht vergessen, meint Macworld-Kolumnist Dan Moren. Denn mit iPad 9, iPhone SE und Apple Watch Series 3 macht Apple immer noch nennenswerte Umsätze, auch wenn die Geräte mittlerweile recht altbacken wirken. Die niedrigen Einstiegspreise machen sie aber attraktiv, die Produktion der bewährten Modelle kommt Apple auch nicht mehr so teuer.

Begehrt : Von wegen Ladenhüter - laut Ming-Chi Kuo ist das iPhone 13 noch begehrter als sein Vorgänger vor einem Jahr, die Lieferzeiten für 13 und 13 Mini dehnen sich bereits deutlich. Noch stärker nachgefragt würden aber iPhone 13 Pro und iPhone 13 Pro Max, schreibt der Analyst in einer Investorennotiz. Lieferengpässe werde es noch bis in den November geben.

Nächste Runde: Gerüchte über das iPhone 14 drehen schon länger die Runde, im Großen und Ganzen widersprechen sich die üblichen Leaker nicht - könnten wie aber in diesem Jahr bei der Apple Watch allsamt irren. Ming-Chi Kuo ist jedenfalls der Ansicht, dass im kommenden Jahr Apple das iPhone Mini wieder aufgeben werde, statt einer kleineren Größe werde dem iPhone 14 noch eine Max-Version zur Seite gestellt, die aber immerhin unter 900 US-Dollar kosten soll und damit im Preis zwischen dem regulären 14er und dem 14 Pro läge. Die Notch werde zumindest bei den Pro-Modellen verschwinden und durch ein Punch-Hole-Desing für die Kamera ersetzt. Offen bleibt, was dann aus der Face-ID wird, Apple wird aber kaum auf dieses Pro-Feature verzichten. Es ist aber noch fast ein Jahr hin, auch wenn Apple schon bald die endgültige Form festlegen dürfte, werden sich die Gerüchte noch eine ganze Weile überschlagen, widersprechen und manchmal kollektiv auf falsche Fährten locken.

Kein Weg zurück : Drei Tage nach Veröffentlichung von iOS 14.8 und am Tag, als iOS 15 herauskam, stellt Apple das Signieren von iOS 14.7.1 ein. Das bedeutet, dass man nicht mehr von iOS 15 oder iOS 14.8 auf das ältere System zurückkann. Mit iOS 14.8 hatte Apple am Freitag letzter Woche die von der Spyware Pegasus ausgenutzten Sicherheitslücke geschlossen, wenig überraschend ist der Rückweg zur unmittelbaren Vorversion recht früh verbaut. Vermutlich wird Apple aber schon nächste Woche das Signieren von iOS 14.8 beenden.

Kein Weg nach vorn : Erstmals in der Geschichte von iOS muss man nun nicht mehr das aktuelle Update installieren, um weiterhin Sicherheitsupdates zu erhalten. Konkret kann man also bei iOS 14 bleiben und wird noch eine ganze Weile Sicherheitslücken geschlossen bekommen, so wie es beim Mac mit seinen Sicherheitsupdates für ältere Systeme auch ist. Dazu muss man in den Einstellungen unter "Allgemein > Softwareupdate" die automatische Installation von iOS-Updates deaktivieren. Wenn Apple künftig iOS 15 aktualisiert, sollten die sicherheitsrelevanten Bestandteile dann als Update für iOS 14.8 angeboten werden.

Mehr Sicherheit I: Das gestern Abend veröffentlichte iOS 15 bringt bereits eine Reihe von Sicherheitsupdates, die auch für iOS 14.8 nützlich wären. Nach eigenen Angaben schließt Apple eine Sicherheitslücke in Face-ID: Mit einem 3D-Modell hat man in einigen Fällen das iPhone austricksen können. iOS 15 liefert zudem Patches für CoreML, die Neural Engine, den Umgang mit Arbeitsspeicher, dfont, ein Kernel-Problem und einige für Lücken in Webkit.

Mehr Sicherheit II: Die Apple Card bekommt mit iOS 15 eine bessere Sicherheit. Im Rahmen der Advanced Fraud Protection ändert sich der dreistellige Sicherheitscode nach jeder Bezahlung respektive jedem Aufruf in der Wallet oder dem automatischen Ausfüllen in Safari. Für Abonnements bedeutet das in der Regel keine Probleme, da die Anbieter nur bei der ersten Bezahlung nach dem Sicherheitscode fragen und danach die Kreditkarte ohne diesen belasten. Diese erweiterte Sicherheitsfunktion lässt sich auf Wunsch auch deaktivieren.

Weitere Nachrichten:

Trend: Grafikkartenpreise steigen wieder

Die vergangenen Monate stellten Spieler mit dem Wunsch nach einer Aufrüstung ihres Gaming-PCs auf eine harte Probe. Zwar haben Nvidia und AMD starke und schnelle Grafikkarten im Angebot, diese sind jedoch meist knapp und teuer gewesen. Zuletzt sorgte ein leichter Preisverfall für bessere Bedingungen, damit könnte es nun aber schon wieder vorbei sein. Einer Marktanalyse von 3D Center zufolge, sei die Lage in den vergangenen Monaten recht entspannt gewesen. Der Aufpreis von Grafikkarten von Nvidia und AMD lag nur 50 Prozent über der UVP der Hersteller. Auch die Verfügbarkeit der Karten besserte sich etwas. Seit diesem Zeitraum habe sich die Situation aber wieder verschlechtert.

Für eine Grafikkarte von AMD zahlen Spieler demnach durchschnittlich wieder 74 Prozent mehr als der Hersteller fordert. Bei Grafikkarten von Nvidia fällt der Aufschlag von 70 Prozent nur geringfügig niedriger aus. Die Analyse rechnet zudem damit, dass sich die Lage noch weiter verschlechtern könnte. Die Verfügbarkeit sei seit Juli im Sinkflug, als Ergebnis dürften die Preise noch weiter steigen. Die RTX 3090 würde diesen Trend bereits verdeutlichen. Das Spitzenmodell ist seit einigen Wochen wieder im Preis gestiegen. Im Umfeld des Flaggschiffs könnten nun auch die günstigeren Modelle im Preis steigen. Von einer Entspannung der Lage sei noch keine Spur. Das bevorstehende Weihnachtsgeschäft, bei dem viele Gamer Investitionen in ihrem PC wagen, könnte dazu führen, dass beliebte Karten von AMD und Nvidia noch schlechter verfügbar sind oder schlichtweg nur zu Mondpreisen angeboten werden. PC-Spieler sollten mit dem Austausch ihrer Grafikkarte daher weiter abwarten.

E-Motorrad mit Tunnel-Design für geringen Luftwiderstand

Das britische Unternehmen White Motorcycle Concepts hat mit dem WMC250EV ein ungewöhnliches E-Motorrad-Design vorgestellt. Anstelle auf Akku, Motor und Antriebsstrang sitzt der Fahrer bei diesem Modell auf einem Carbon-Tunnel, der sich über die gesamte Länge des Motorrads erstreckt. Diese ungewöhnliche Design-Entscheidung soll den Luft-Wiederstand während der Fahrt auf ein Minimum reduzieren. Die Technik – der sogenannte Venturi-Tunnel – kam bislang nur bei Hypercars zum Einsatz. Laut White Motorcycle Concepts liegt der Luftwiderstands-Koeffizient so nur noch bei 0,118.

Den Motor hat das Unternehmen in den Boden des Motorrad-Rahmens verlegt. Bei ersten Testfahrten auf dem Bruntingthorpe Proving Ground in Großbritannien kam ein Motor mit 100 kW (137 PS) zum Einsatz. Der Hersteller plant im nächsten Jahr eine Rekordfahrt auf einem Salzsee in Bolivien, bei der eine Geschwindigkeit von 402 km/h mit einer Gesamtleistung von 250 kW erreicht werden. Entwickelt wurde das WMC250EV von Rennsportlegende Rob White, der bereits als Ingenieur die Motorenabteilung des Formel-1-Teams von Renault leitete.

 

Jumbojack: Google arbeitet angeblich an zweitem Falt-Smartphone

Google entwickelt aktuellen Gerüchten zufolge ein zweites faltbares Smartphone aus der Pixel-Familie. Es trägt intern den Codenamen Jumbojack. Hinweise auf das Gerät hat das IT-Magazin 9to5google im Code der Android-Version 12.1 gefunden. Laut den Mutmaßungen könnte es sich bei Jumbojack um ein Falt-Smartphone im Stile des Galaxy Fold von Samsung handeln. Die Hardware verfügt über ein Klapp-Display auf der Innenseite. Ist das Smartphone zusammengefaltet, steht noch ein weiteres Display an der Außenseite zur Verfügung. Weitere Details zur Ausstattung von Jumbojack gibt es bislang leider noch nicht. Eine offizielle Bestätigung seitens Google steht ebenfalls noch aus.

Vor über einem Jahr waren bereits Gerüchte um das erste Foldable von Google aufgekommen – ein Gerät mit dem Codenamen Passport. Hinweise darauf fanden sich in mehreren Beta-Versionen von Android 12. Insidern zufolge plant Google den Release des faltbaren Smartphones noch in diesem Jahr. Eine offizielle Bestätigung steht jedoch auch hier noch aus.

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