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Morgenmagazin vom Dienstag, 22. Dezember 2015

22.12.2015 | 06:55 Uhr |

Apple erklärt Unterhaus Bedenken zu Überwachungsgesetz +++ Einigung mit Ericsson im Patentstreit +++ Apple Music in Top 10 der meistgenutzten Apps +++ Angeblich Jailbreak für iOS 9.2 in Arbeit +++ EuGH-Urteil zu Safe Harbor: Den Daten ist das Gesetz egal +++ Toshiba entlässt 7.000 Mitarbeiter +++ Neue Fehlermeldung 451 soll "zensierte Webseite" bedeuten

22. Dezember 2015

Das Macwelt-Morgenmagazin wünscht einen Guten Morgen! Ja, wird denn es gar nicht mehr hell? Wenn das mit der Technik so funktioniert, wie wir uns das ausgerechnet haben, bekommen Sie diesen Morgenmagazin-Newsletter um 8.00 Uhr zugestellt. Sofern Sie in München und Umgebung wohnen, trifft das ungefähr mit dem Sonnenaufgang an diesem Tag der Wintersonnenwende zusammen, der ist in München heute um 8.01 Uhr. In Emden, wesentlich weiter nördlich und westlich gelegen, müssen Sie noch bis 8.44 Uhr warten, um 8 werden Sie allenfalls leichte Dämmerung erkennen. Aber in allen Fällen ist das Schlimmste überstanden, die Sonne steht um 5.48 Uhr steht die Sonne scheinbar über 23,5 Grad südlicher Breite senkrecht am Himmel, der Winter hat begonnen. Und mit ihm der lange, mühselige scheinbare Rückwegs der Sonne auf größere Höhen am Himmel. Wie üblich wird man aber erst gegen Ende Januar davon wirklich etwas merken.

Aber ziehen wir uns erst einmal in die Weihnachtspause zurück. Das Weihnachtsfest fällt ja nicht zufällig mit der Wintersonnenwende zusammen, schon in der Bronzezeit wollten die Menschen wissen, wann das endlich wieder aufhört mit der Dunkelheit. Riesige Anlagen wie Stonehenge oder ein günstiger Beobachtungspunkt zwischen drei heute Belchen genannten Bergen dienten vor tausenden Jahren als Kalender, heute schauen wir mal eben in Google nach, wann die Sonne wieder hinter dem Horizont hervor lugt.

Wir verabschieden uns für dieses Jahr und wünschen ein friedliches und besinnliches Weihnachtsfest und ein gutes wie gesundes und erfolgreiches neues Jahr! Am 7. Januar melden wir uns wieder von dieser Stelle, nicht ohne Sie vorher zu versorgen mit den

Lesetipps für den Dienstag


Bewegte Bilder : Facebook unterstützt ab sofort die Live-Photos, die sich bisher nur mit iPhone 6S und iPhone 6S Plus aufnehmen lassen. Die Umsetzung in der iOS-App soll allmählich stattfinden, abgeschlossen wird sie erst im neuen Jahr sein.

Patente und Lizenzen: Apple hat in einem das ganze Jahr über währenden Patentstreit mit dem schwedischen Unternehmen Ericsson eingelenkt und sich verpflichtet, für die von den Patenten geschützten und in iPhone und iPad verwendeten Technologien wieder Lizenzgebühren zu zahlen. Dabei handelt es sich um essentielle Patente rund um Mobilfunktechniken wie GSM, 3G und LTE. Diese Techniken lizenziert Ericsson auch an zahlreiche andere Unternehmen der Branche, eine Vereinbarung mit Apple war Ende letzten Jahres abgelaufen. Nach dem Scheitern von Verhandlungen hatten sich die Unternehmen gegenseitig verklagt.

Apps des Jahres: Nach einer Statistik von Nielsen Net Ratings war Facebook im zu Ende gehenden Jahr in den USA die populärste App, mit über 1226 Millionen Nutzern pro Monat. Auf Rang zwei folgt mit Youtibe die erste Google App, mit 97,7 Millionen Nutzern, in den Top Ten sind vier weitere Google-Apps enthalten und auf Platz drei mit 96,4 Millionen Nutzern der Facebook Messenger, der den größten Zuwachs gegenüber 2014 vermelden konnte. Auch Apple Music hat es in die Top Ten geschafft, 54,5 Millionen Smartphonenutzer verwenden die App mindestens einmal im Monat. Apple Maps steht mit 46,4 Millionen Nutzern unmittelbar dahinter auf Platz 10.

Apple reicht Bedenken ein: Im Februar 2016 könnte das britische Parlament das Investigatory Powers Bill verabschieden, das die Rechte der Strafverfolgungsbehörden stärken soll. Unternehmen wie Apple könnten dadurch gezwungen sein, in die Verschlüsselung ihrer Produkte entweder eine Hintertür einzubauen, die eigenen Produkte zur Entschlüsselung zu hacken oder ganz auf eine Verschlüsselung zu verzichten. Die britische Innenministerin Theresa May wirbt für die Gesetzesvorlage mit dem Argument, es würde bei der Verbrechens- und Terrrorbekämpfung helfen. Am letzten Tag an dem das möglich ist, hat Apple nun dem zuständigen Parlamentsausschuss seine Bedenken vorgelegt, berichtet die BBC. Auf acht Seiten lege Apple demnach dar, wie die Verschlüsselung in iMessage funktioniere und dass auf richterliche Anordnung Apple zwar Kommunikationsdaten herausgeben könne, aber nicht willens sei, die End-to-end-Verschlüsselung abzuschalten. Eine Hintertür würde unnötige Risiken aufwerfen. Die Forderung des britischen Gesetzes, dass sich der US-Konzern daran halte, könnte zudem die Folge haben, dass auch Staaten wie Russland und China von Apple aufgrund lokaler Gesetze die Entschlüsselung von Kommunikationsdaten etwa von Oppositionellen fordern könnten.

Angeblicher iOS 9.2 Jailbreak in Arbeit

Der Jailbreak für die aktuellste iOS 9.2 Version soll bereits in Arbeit sein und könnte schon früher heruntergeladen werden als bisher vermutet. Dies behauptet zumindest ein TaiG Partner. Demnach soll schon bald ein Jailbreak für iOS 9.2 über die chinesischen Microblog-Seite Weibo zur Verfügung stehen.
 
Auch wenn bereits Posts zu diesem Theme auf Weibo entfernt worden sind, existiert ein Blog Post, der genauer ins Detail geht und den Arbeitsfortschritt des iOS 9.2 Jailbreaks behandelt. Da der Blog-Eintrag auf chinesisch verfasst wurde , kann man leider vorerst nur auf den Google-Übersetzer zurückgreifen, um sich ein grobes Bild von dem jetzigen Stand machen zu können.

EuGH-Urteil zu Safe Harbor: Den Daten ist das Gesetz egal

Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat das Datenschutzabkommen Safe Harbor für ungültig erklärt – und eine Lösung ist noch immer nicht gefunden. Die 15 Jahre alte Vereinbarung zwischen den EU-Staaten und der USA wurde gekippt, weil nach Ansicht des Gerichts US-Gesetze im Zweifel immer Vorrang vor den Richtlinien des Abkommens haben und der Schutz personenbezogener Daten deshalb nicht gewährleistet ist. Was nun angesichts des NSA-Skandals auf den ersten Blick wie ein starkes europäisches Statement oder ein positives Signal für mehr Datenschutz aussieht, erweist sich auf den zweiten Blick schon heute als extrem problematisch für die Praxis der global agierenden deutschen Wirtschaft.

Datenaustausch mit den USA: Keine Rechtssicherheit

Zum einen beziehen sich die Richter in ihrem Urteilsspruch überhaupt nicht auf die Methoden der NSA oder auf die Ausspionierung von Datensätzen durch andere Geheimdienste, sondern lediglich auf den Patriot Act , der in den USA als höchster juristischer Standard alle anderen Regelungen außer Kraft setzen kann. Zweitens, und das ist der eigentliche Knackpunkt, hinterlässt die faktische Aufhebung des Abkommens ein Feld der Unsicherheit in der europäischen Unternehmenslandschaft. Denn die schnell formulierten Alternativen wie die sogenannten Standardvertragsklauseln oder die Binding Corporate Rules (BCR), die den Umgang mit personenbezogenen Daten in Drittländern regeln, greifen natürlich ebenso wenig, wenn der Patriot Act sie wie das Safe-Harbor-Abkommen aushebeln kann. Das hat zur Folge, dass es seit dem Urteil keine Rechtssicherheit für den Datenaustausch mit den USA mehr gibt.

Nun betrifft das Abkommen aber bei weitem nicht nur die gern zitierten Facebook-Daten deutscher Bürger, welche sich die NSA auf den US-Servern vornehmen kann. Die Tragweite ist von größerem Ausmaß. Hierzulande und in ganz Europa müssen Unternehmen die digitale Transformation schaffen. Der Weg in die Cloud ist für viele Unternehmen der erste Schritt dahin. Während früher sämtliche Daten im unternehmenseigenen Rechenzentrum gespeichert und verarbeitet wurden, passen sich die als zögerlich verschrienen deutschen Unternehmen dem dynamisch agierenden Wettbewerb an.

Safe Harbor: Das Ende und die Folgen

Rechenleistung, Speicherkapazität und Software werden zunehmend als Dienstleistung bezogen . Und das verändert den Markt: Nicht die im eigenen Haus vorhandenen Technologien und das interne Know-how stellen das Differenzierungsmerkmal der Unternehmen dar, sondern die Art und Weise wie diese die Möglichkeiten der global verfügbaren, technologischen Ressourcen ausschöpfen. Dieser Umstand wirkt sich auf sämtliche Unternehmensbereiche aus, der Geschäftserfolg steht und fällt mit der Fähigkeit Silostrukturen aufzubrechen , das eigene Angebot durch globale Ressourcen zu optimieren und Prozesse agil und flexibel zu halten. Dafür braucht es dynamische IT-Infrastrukturen – und einen gigantischen Austausch an Daten.

Dieser Datenfluss wird nicht, wie das EuGH-Urteil vermuten lassen könnte, plötzlich unterbrochen. Der cloudbasierte weltweite Datenaustausch wird selbstverständlich auch weiterhin fortgesetzt, denn Daten kennen weder Grenzen noch Gesetze. Die einzige Folge ist, dass die Unternehmen für das Prozedere keine gültige Rechtsbasis mehr haben. Der Branchenverband Bitkom geht davon aus, dass große Unternehmen mitunter hunderte Verträge auf Basis von Safe Harbor abgeschlossen haben, die nun plötzlich hinfällig sind .

Rechtsstandard gesucht: EU & Bundesregierung müssen handeln

Verheerend ist vor allem, dass sich die EU und auch die Bundesregierung darauf verlassen haben, dass das Safe-Harbor-Abkommen Bestand hat. Gekippt von einem klagenden Studenten ist es mehr als peinlich, hier nicht für ausreichende Alternativen und ein Mindestmaß an Sicherheit gesorgt zu haben. Auch das seit längerem verhandelte Safe Harbor 2 , das laut EU-Kommission bereits Anfang kommenden Jahres auf den Weg gebracht werden soll, ist eigentlich hinfällig, weil die Voraussetzungen nun andere sind. EU und Bundesregierung müssen schnellstmöglich dafür sorgen, dass ein Rechtsstandard hergestellt wird, der sowohl nationalen wie auch internationalen Anforderungen an den Datenschutz genügt – nicht nur wegen der Rechtssicherheit, sondern vor allem um Vertrauen aufzubauen. In Deutschland hat man gerade damit begonnen, die Skepsis gegenüber der Digitalisierung abzulegen und die Unternehmenstransformation anzupacken. Dieser mühsam erarbeitete Fortschritt im globalen Kampf um Marktanteile ist schnell dahin, wenn noch nicht einmal klar ist, dass sich ein Unternehmen auf bestehende Abmachungen verlassen kann. (fm)

Toshiba entlässt 7.000 Mitarbeiter

Toshiba baut rund 7000 Arbeitsplätze unter anderem im Bereich der Consumer-Elektronik ab, wie Reuters berichtet. Die Gesamtzahl der wegfallenden Arbeitsplätze kann sogar die 10.000-Marke überschreiten, wenn man frühere Stellenstreichungen und Mitarbeiter, die vorzeitig in Rente gehen, dazu rechnet.

Toshiba will nun Unternehmensbestandteile verkaufen und sich auf die Chip-/Speicher-Produktion und den Bereich Kernenergie/Atomkraftwerke konzentrieren. Wobei sich Toshiba aber auch schon die Möglichkeit offen gehalten hat, dass es auch seine Chip-Produktion verkaufen könnte.

So verkauft Toshiba unter anderem seine Fernsehgeräte-Fabrik in Indonesien. Auch in der PC-/Notebook-Sparte sowie bei den Haushaltsgeräten will Toshiba sparen beziehungsweise sich davon trennen. Die Kamerasensorensparte hat Toshiba bereits an Sony verkauft.

Die Gründe

Toshiba muss einen Finanzskandal verkraften, bei dem das Unternehmen seit dem Jahr 2008/9 1,3 Milliarden Dollar (1,2 Milliarden Euro) Einnahmen zu viel verbucht hat. Insgesamt rechnet Toshiba mit einem Netto-Verlust von 4,53 Milliarden Dollar (4,17 Milliarden Euro) im laufenden Finanzjahr, das im März 2016 enden wird. Darin sind die Umstrukturierungskosten bereits enthalten. Im vorausgegangenen Finanzjahr 2014/2015 hatte Toshiba ebenfalls große Verluste gemacht.

Der Börsenkurs der Toshiba-Aktie erreichte einen neuen Tiefpunkt.

Neue Fehlermeldung 451 soll "zensierte Webseite" bedeuten

Mit der Fehlermeldung "451" wollen die Webseitenbetreiber und die Netzwerkanbieter den Anwender warnen, wenn bestimmtes Web-Material auf Anfrage der Regierung oder ähnlicher Behörden nicht mehr anzeigt wird. In der Theorie liefert dieser Code eine viel bessere Erklärung als der 403-Code, der bedeutet "Die Seite ist verboten". Ob dieser nun aber auch besser in die Tat umzusetzen ist, bleibt eine andere Frage.
 
Letztendlich könnten zensurfreundliche Länder einen Schritt weiter gehen und die 451-Fehlermeldung sperren, so dass der Anwender keine direkte Bestätigung über den gelöschten Inhalt erhält. Die neue Fehlermeldung wäre allerdings sehr hilfreich in Ländern, in denen der Bann von unseriösen Inhalten eher die Regel als die Ausnahme ist.

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