2594185

Morgenmagazin vom Dienstag, 22. Juni 2021

22.06.2021 | 07:09 Uhr | Peter Müller

WLAN mit sonderbarem Namen ruiniert iPhones +++ Ted Lasso, Staffel 2: Offizieller Trailer und Merchandise +++ Kalenderspam weiter ein Problem +++ Windows 11: Zum Start mit Direct Storage? +++ Facebook startet Clubhouse-Konkurrenten Live Audio Rooms

22. Juni: Heißer Herbst

Macwelt wünscht einen guten Morgen! Das vermaledeite Virus hat so manches durcheinander gebracht und das meiste davon ist auch nicht mehr auf den Status quo ante zu bringen. Aber gut, ein Fußballturnier kann man verschieben ebenso olympische Spiele. Um ein ganzes Jahr und das dann immer noch Euro 2020 oder Tokyo 2020 zu nennen. Die Herren der Ringe und der Geldtöpfe beim Fußball haben ohnehin seltsame Ansichten zur Realität. Dann züchtet man eben in London und Budapest weitere Varianten …

Verschoben hat sich letztes Jahr auch bei Apple vieles. Man weiß zwar nicht, ob wirklich im März eine Keynote vor Publikum geplant war, stattdessen stellte der Hersteller die neuen Produkte, um die es da hätte gehen können, einfach so nach und nach in seinen Store. Bis zur WWDC hatte Apple dann die Entwicklerkonferenz und die Keynote dazu neu erfunden - als rein virtuelles Event. Dazu brauchte es aber ein wenig mehr Zeit, ungewöhnlich spät im Jahr legte Apple mit der WWDC erst am 22. Juni 2020 los.

Die iPhones, die seit einem Jahrzehnt schon nicht mehr Hardwareattraktion der WWDC sind, kamen letztes Jahr später als sonst, erst im Oktober. Und die heute vor einem Jahr angekündigten ersten Macs mit Apple Silicon anstatt Intel-Chips brauchten bis November.

Es ist noch lange nicht alles gut, aber es gibt viele Anzeichen dafür, dass Apple langsam wieder in einen Rhythmus kommt, den man vom Unternehmen gewohnt ist. Virtuell mussten sowohl die Frühjahrskeynote als auch wieder die WWDC sein, aber die fanden statt. "Spring Loaded" erst im April, aber die WWDC begann pünktlich in der zweiten Juni-Woche.

Dann wagen wir doch gleich mal wieder die Prognose für die iPhone-Keynote 2021. Dafür bieten sich die Dienstage am 7. und am 14. September an. Ob dann Apple aber wieder guten Gewissens Publikum in das Steve Jobs Theater im Apple Park einladen kann, ist heute schier unmöglich zu prognostizieren.

Lesetipps für den Dienstag

Absturz: iPhones sind zwar recht stabil, was Hardware und Software betrifft und doch passieren immer wieder komische Fehler. So hat ein Entwickler entdeckt, dass man sein WLAN besser nicht "%p%s%s%s%s%n" nennen sollte. Denn verbindet man das iPhone mit einem WLAN dieser SSD, verliert es sofort die Fähigkeit, WiFi zu nutzen. Selbst nach einem Neustart und dem Ändern des Netzwerknamens bestünden die Probleme fort. Konkret schickt der Name das iPhone in eine nie endende Schleife von Abbrüchen und Wiederverbindungen, nur das Rücksetzen auf die Werkseinstellungen rettet das Telefon.

Believe in believe: Wer wird Europameister? Die Frage bleibt noch zu klären, aber viel wichtiger ist ja: Steigt der Richmond AFC wieder in die Premiere League auf? Diese Frage wird die zweite Staffel von Apples preisgekrönter Comedy-Serie "Ted Lasso" beantworten, die am 23. Juli in den Stream gehen wird. Jetzt ist der offizielle Trailer verfügbar, der weiteren Einblick in die Fortgänge der Serie um den kauzigen Fußballcoach aus Kansas gibt. An Unentschieden hat er sich offenbar gewöhnt, aber der Druck beim Club scheint zu steigen, lassen David Bowie und Queen vermuten: "Under Pressure".

Team Lasso: Wie schon vor einigen Wochen vom Showrunner Bill Lawrence der erfolgreichen Comedy angekündigt, wird es zum bevorstehenden Start der zweiten Staffel von Ted Lasso Merchandise im Online-Shop von Warner Bros geben, das zusammen mit NBC und Doozer Productions die Show für Apple TV+ produziert. Im Angebot sind etwa Tassen oder Caps mit dem Logo der Show und Sprüchen wie "I believe in believe" oder "Team Lasso". Highlight dürfte aber ein Trikot des fiktiven Zweitligisten AFC Richmond sein, das man mit Rückennummer und Name sich personalisieren lassen kann.

Retro-Gefühl: Heutzutage rendert Apple wunderschöne Videos zur Vorstellung eines neuen Produkts, speziell des Mac. Wir denken da an die über den Bildschirm tanzenden sieben bunten iMacs dieses Frühjahrs, aber auch an andere Rechner der letzten Jahre. Früher war alles, nun ja, natürlich schlichter, den technischen Gegebenheiten geschuldet. Was wäre aber herausgekommen, hätte Apple im Jahr 1984 die heutigen Möglichkeiten gehabt und nachdem Steve Jobs in Cupertino den neuen Mac aus seiner Tasche zog noch ein Video in 3D-Anmutung gezeigt? Genau das hat sich der Designer Thibaut Crepelle gedacht, so hat er den Mac Classic in 3D nachgebaut und ihn und seine Elemente über den Bildschirm tanzen lassen. Ein sehr vergnügliches kurzes Video ist damit mit Adobe After Effects entstanden.

Aberglaube: Auf das iPhone 11 folgte ohne Umschweife das iPhone 12, in diesem Jahr sollte die Nummer 13 dran sein. In Cupertino ist man nicht abergläubisch und sieht vermutlich keinen Anlass von der bewährten Nomenklatur abzuweichen und die 13 zu meiden - macOS 10.13 und iOS 13 beweisen das Gegenteil. Und doch sind in den USA offenbar nicht wenige der 13 abgeneigt, wie eine Umfrage des Gebrauchthandymarktes SellCell ergeben hat. 18 Prozent der Befragten hätten angegeben, geradezu Angst vor der 13 zu haben, doch plädieren sogar insgesamt 74 Prozent der Umfrageteilnehmer für einen anderen Namen, nur 26 Prozent würden iPhone 13 bevorzugen. Bei den Alternativen steht das schlichte iPhone (2021) dabei mit 38 Prozent besonders hoch im Kurs, gefolgt von iPhone 21 (16 Prozent), iPhone 12s (13 Prozent) und iPhone 14 (7 Prozent).

Nervig: Kalenderspam ist trotz der Bemühungen Apples gegen die Plage immer noch ein Thema. Erst kürzlich hatte das Unternehmen ein kurzes Video veröffentlicht, das zeigt, wie man die Spam-Einladungen im Kalender los wird, ohne dem Absender durch eine Absage zu bestätigten, dass die E-Mail-Adresse tatsächlich aktiv ist. Am Wochenende erhielt ein Thread auf Reddit zum Thema Kalenderspam tausende von Antworten, in denen Apple-Anwender ihr Leid mit Spam in der Kalender-App klagten. Den Höhepunkt hatte die Kalenderspamwelle im Jahr 2016.

Weitere Nachrichten:

Windows 11: Zum Start mit Direct Storage?

Aktuelle NVMe-SSDs sind bereits jetzt deutlich schneller als die klassischen SSDs mit SATA-Schnittstelle. Durch eine Technik namens „Direct Storage“ könnte der Datendurchsatz aber noch weiter verbessert werden. Auf der Xbox Series X/S setzt Microsoft die verbesserte Speicherverwaltung bereits ein, die den CPU-Overhead beim Lesen und Schreiben auf die interne SSD reduziert. Auch für Windows hatte Microsoft „Direct Storage“ zum Launch der Konsole angekündigt. Mit Windows 11 könnte sie nun endlich Einzug halten. Zu dieser Vermutung kommt zumindest  Tom Warren vom Technikmagazin The Verge . In der geleakten Vorabversion von Windows 11 ist von „Direct Storage“ allerdings noch nichts zu sehen. Dafür soll es Leistungsverbesserungen gegenüber Windows 10 geben, da das neue OS besser mit Hybrid-Prozessoren zurechtkommen soll.

Gut möglich, dass Microsoft den wohl für 2021 geplanten Start von Windows 11 nutzen könnte, um die neue Technik auch in Windows zu integrieren. Ob auch Besitzer von Windows 10 die Funktion „Direct Storage“ erhalten, bleibt allerdings offen. Vielleicht will Microsoft mit diesem exklusiven Feature Nutzer zum Umstieg auf das neue Betriebssystem bewegen. Am 24. Juni, also schon in wenigen Tagen, will sich Microsoft zur Zukunft von Windows äußern. Ob dabei tatsächlich auch Windows 11 offiziell angekündigt wird, bleibt offen. Eine Funktion wie „Direct Storage“ würde dem neuen Betriebssystem aber sicherlich gut stehen. Mit dem Feature sollen aktuelle SSDs besser ausgelastet werden. Besonders Spieler könnten davon profitieren, wenn Entwickler ihre Titel speziell in Hinblick auf ein schnelleres Streaming von Gameplay-Daten optimieren.

SSD-Wartung: Langes Leben und mehr Tempo

Facebook startet Clubhouse-Konkurrenten Live Audio Rooms

Facebook beginnt in dieser Woche mit der Auslieferung seines Clubhouse-Konkurrenten Live Audio Rooms. In den USA können ausgewählte Personen des öffentlichen Lebens sowie einzelne Organisationen ab heute sogenannte Audio-Rooms hosten. Die Audio-Chat-Räume können nur über die Facebook-iOS-App gestartet werden. Zuhörer können sich jedoch sowohl über iOS als auch Android zuschalten. Im Gegensatz zu Clubhouse, wo die Größe der Chat-Räume begrenzt ist, können bei Live Audio Rooms beliebig viele Nutzer gleichzeitig zuhören. Bis zu 50 Nutzer können zeitgleich als Sprecher eingeteilt werden. Live Audio Rooms bietet außerdem Untertitel – ein Feature was es bei Clubhouse ebenfalls noch nicht gibt.

Facebook hat Benachrichtigungen integriert, wenn Freunde oder Follower einem Chat-Room beitreten sowie einen „Hand heben“-Button, mit dem Nutzer um den Beitritt für ein Gespräch bitten können. Ebenfalls an Bord sind Reaktionen sowie die Möglichkeit, während eines Audio-Chats Spenden zu sammeln. Zu den Prominenten, die bereits Chat-Räume bei Live Audio Rooms starten können, zählen unter anderem die Musiker TOKiMONSTA, D Smoke und Kehlani sowie die Sportler Russell Wilson und Omareloff. Wann Live Audio Rooms in Deutschland launcht, ist noch nicht bekannt.

Zeitgleich mit den Live Audio Rooms starten in dieser Woche auch die Facebook-Podcasts. Podcasts finden sich sowohl im News Feed als auch auf den Seiten von Inhaltsproduzenten. Sie können entweder in einem Mini- oder einem Vollbild-Player auf der Plattform gehört werden. Im Laufe des Jahres soll auch hier ein Untertitel-Feature folgen sowie eine Clips-Funktion, über die Nutzer Podcast-Ausschnitte teilen können.

Macwelt Marktplatz

2594185