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Morgenmagazin vom Dienstag, 23. Februar 2021

23.02.2021 | 07:14 Uhr | Peter Müller

Apple reagiert auf Malware "Silver Sparrow" +++ Kuo: Neue Macbooks mit SD-Card-Slot, HDMI und Magsafe +++ Virtuelle Premierenfeier für Billie-Eilish-Dokumentation +++ 15,5 Millionen Deutsche nutzen Smartwatch und Fitnesstracker +++ Huawei stellt ersten Monitor für den deutschen Markt vor +++ Netflix-App mit neuer "Downloads für Sie"-Funktion +++ AMD Instinct MI200: Profi-Grafikkarte erscheint wohl noch 2021

23. Februar: Die Macht der Bilder

Macwelt wünscht Guten Morgen! Altes Sprichwort, fast schon eine Binsenweisheit: "Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte". Aus großer Macht entsteht aber auch große Verantwortung. In digitalen Zeiten sind Bilder einfach zu fälschen und verlieren somit an objektiver Beweiskraft. Die subjektive bleibt bestehen, Verzerrungen der Wahrheit oder deren Umdeutung ist am leichtesten mit einer Bildmanipulation geschehen. Es muss nicht einmal die grobe, sinnentstellende Fälschung sein, wir sind stets von manipulierten Bildern umgeben. In der Werbung wird das Model schlanker gemacht als es ist oder das Testimonial faltenfrei. Fotografien von Sonnenuntergängen werden zu solchen von Sonnenaufgängen umgedeutet (ähem...). Bilder werden zugeschnitten, um in das Layout zu passen und bekommen, manchmal auch nur unabsichtlich, eine ganz andere Bedeutung. Und auf der großen Empörungsmaschine namens Facebook werden auch große Lügen geteilt, wenn sie nur so aussehen, als wären sie ein reales Abbild. Dabei benötigen Fälscher heute gar keine besonders tiefgehenden Kenntnisse mehr.

Wie nun mit Bildern verfahren, die zwar die Realität beschreiben, aber aus technischen Gründen nicht geeignet sind? Unterbelichtet, unscharf, wichtige Aspekte unglücklich verdeckt? Wenn der Fotograf nicht rechtzeitig anwesend ist oder die Kappe nicht vom Objektiv bekommen hat? Ist Nachstellen dann auch schon Manipulation?

Das womöglich am häufigsten reproduzierte Bild in der Geschichte des Fotojournalismus ist so ein Beispiel. Es zeigt eine Szene, die sich so ähnlich auch tatsächlich ereignet hat, vom eigentlichen  Moment  gibt es kein Foto. Aufgenommen wurde es am 23. Februar 1945 auf der Pazifik-Insel Iwo Jima, die die US-Army zu einem Zeitpunkt eroberte, als noch nicht abzusehen war, dass der Zweite Weltkrieg im Pazifik "nur" noch ein halbes Jahr dauern würde. Das Bild ist gleichwohl zur Ikone geworden: Sechs Soldaten errichten auf einem gerade eroberten strategisch wichtigen Felsbrocken irgendwo im Nirgendwo das Starspangled Banner in einer Größe, die den körperlichen Einsatz aller sechs erforderte.

Die Wahrheit des Bildes, aus Sicht der US-Navy: Der Feind ist geschlagen, die sechs sind Helden. Drei davon sollten die danach fortgeführten Kämpfe nicht überleben. Die Wahrheit dahinter: Die Riesenfahne war erst der zweite Versuch, schon Stunden vorher hatte ein anderer Trupp bereits die Höhe erobert und eine Flagge gehisst. Die war den Generälen aber zu mickrig, ein größeres Banner musste her. Und das Aufstellen dieser Ersatzfahne ist auf dem berühmt gewordenen Bild zu sehen.

Wer die Macht über die Bilder hat, der hat auch die Macht über die öffentliche Meinung. Von daher gilt heute mehr denn je, Bilder stets zu hinterfragen. Vor allem dann, wenn sie eine eindeutige Botschaft transportieren. Das Schlankheitsversprechen in der Werbung etwa oder die von der Größe einer Nation.

Lesetipps für den Dienstag

Es werde Licht: Die beliebtesten Geräte in den Smarthomes dieser Welt dürften Leuchtmittel aller Art sein. Es ist ja auch zu verlockend, dem digitalen Assistenten das Licht ein- oder ausschalten zu lassen oder bestimmte Lichtszenarien für bestimmte Anlässe zu programmieren. Doch wer in einem Apple-Ökosystem lebt, braucht Leuchten, die mehr als einfach nur "smart" sind. Denn was mit Google Home oder Amazon Alexa kommuniziert, muss nicht unbedingt mit Siri oder der Home App sprechen. Unsere Kollegen der Macworld haben eine große Auswahl von Lichtern für das Smarthome auf die wesentlichen für das Homekit reduziert.

Es werde nicht: Auf bis zu 30.000 Macs soll die Malware "Silver Sparrow", erst die zweite ihrer Art für M1-Macs, bereits verbreitet sein, das Ziel der Software bleibt weiter unbekannt. Bevor sich die Infektion aber weiter verbreitet, hat Apple Maßnahmen ergriffen und die Entwicklerzertifikate außer Kraft gesetzt, welche die Installation der potentiellen Malware ermöglichte. Weitere Installationen sollten somit nicht mehr möglich sein. Wie Apple aber bestätigt, ist bisher keine bösartige Nutzlast über Silver Sparrow verbunden sein, es handelt sich womöglich um einen Test mit unklarem Ziel.

Comeback: Der in der Regel recht gut informierte Analyst Ming-Chi Kuo hat erneut bestätigt, dass Apple in der zweiten  Jahreshälfte eine wesentliche Designänderung an den Macbooks vornehmen werde - und dabei SD-Karten-Slots sowie HDMI-Port zurückbringen werde, auf die Apple in den letzten Jahren verzichtet hatte. Seit 2015 haben neue Macbooks (Air und Pro) nur noch mehr Ports für USB 3.1 respektive Thunderbolt 3 enthalten. Der Zulieferer Genesys Logic für die SD-Karten-Slots werde darüber hinaus eine große Rolle für Apple spielen und USB-4-Technologie liefern, will Kuo wissen. Das Design der Macbook-Pro-Modelle mit Mini-LED-Bildschirmen in 14 und 16 Zoll soll laut Kuo etwas flachere Kanten zeigen, ähnlich den iPad Pro und den iPhone-12-Modellen. Auch Magsafe soll zurückkehren, das in einer Variante für das iPhone 12 bereits seinen Weg zurück in den Apple-Kosmos gefunden hat.

Update : Google hat sein Mail-Programm Gmail für iOS nun in einer neuen Version veröffentlicht und an die neuen Möglichkeiten von iOS und die Anforderung des App Stores angepasst. Gmail unterstützt nun Widgets und zeigt im App Store das "Data Nutrition Label". also Informationen über die Verwendung der von Anwendern in der App produzierten Daten. Das jüngste Update hat eine Weile auf sich Warten lassen, so dass böse Zungen schon vermuteten, Google würde damit einfach die neuen Bedingungen aussitzen wollen, im Februar hatte die App automatisch gewarnt, veraltet zu sein und die Anwender zum Aktualisieren aufgefordert - was mangels neuer Version nicht ging. Die Warnung hatte Google rasch wieder entfernt und Gmail auch auf den neuesten Stand der Sicherheit gebracht.

Gebraucht: Rund drei Monate nach ihrem Marktstart bietet Apple ein erstes M1-Macbook in seinem Refurbished Store in den USA an:   Ein Macbook Pro 13'' mit 8 GB geteiltem Arbeitsspeicher und 256-GB-SSD, das 1.099 US-Dollar kostet und damit 200 US-Dollar weniger als das neue Modell. Refurbished bedeutet "gebraucht, aber von Apple wieder aufbereitet". In der Regel handelt es sich um von Kunden innerhalb von 14 Tagen zurückgegebene Geräte oder solche, die im Rahmen der Garantie ausgetauscht wurde - etwaige Fehler hat Apple vor dem Wiederverkauf behoben. Im deutschen Refurbished Store sind noch keine M1-Macs im Angebot.

Premierenfeier: Auf rote Teppiche und Champagnerpyramiden wird man noch eine Weile bei Premieren verzichten müssen, für den Donnerstag hat Apple aber eine virtuelle Party für den Start des Dokumentarfilms "Billie Eilish: The World's a Little Blurry Now" geplant. In einem kostenlosen Live-Stream in der Apple-TV-App, auf Apple Music und dem Youtube-Kanal der Künstlerin sind Ausschnitte aus dem Film, der ab Freitag im Programm von Apple TV+ läuft, exklusive Interviews und auch eine Live-Performance zu sehen. Gastgeber der Show, die um 21 Uhr nach Ostküstenzeit beginnt (3 Uhr MEZ am Freitag, 26. Februar) ist der DJ Zane Lowe, einer der Top-Stars von Apples Radio 1.

Weitere Nachrichten:

15,5 Millionen Deutsche nutzen Smartwatch und Fitnesstracker

Das Statistische Bundesamt hat im ersten Quartal eine erste repräsentative Umfrage zur Nutzung von smarten Gesundheitsgeräten durchgeführt. Die Probanden sollten auf die Frage antworten, ob sie in den vergangenen drei Monaten mit dem Internet verbundene Geräte zur Überwachung von Blutdruck, Blutzucker, Körpergewicht genutzt haben. In die Kategorie der abgefragten Geräte gehörten ebenfalls intelligente Brillen sowie Kopfhörer, Sicherheitstracker, Schuhe oder Kleidung.

Demnach nutzten im ersten Quartal 2020 3,4 Millionen Bundesbürger ab zehn Jahren ein smartes Fitness-Gerät, einer von mindestens zwanzig Bundesbürgern hat eine Smartwatch, ein Fitness-Armband oder eine smarte Körperwaage in Gebrauch. Das Statistische Bundesamt hat diese Daten erstmals Anfang 2020 erfragt, es gibt deswegen keinen dynamischen Vergleich mit der Vergangenheit. Vier Prozent der Befragten aus der Altersgruppe von 10 bis 24 Jahren nutzen smarte Gesundheitsgeräte, die Probanden von 25 bis 54 Jahre sind mit sechs Prozent etwas affiner, die Altersgruppe ab 55 Jahren weist die Nutzung mit drei Prozent auf.

Smartwatches, Fitness-Tracker & Co. sind im Vergleich deutlich beliebter, laut einer vergleichbaren Umfrage haben knapp 15,5 Deutsche Smartwatches & Co . im Einsatz. Hochgerechnet auf die Gesamtbevölkerung sind das rund 21 Prozent.

In Angesicht der großen Diskrepanz bei Beliebtheit bzw. Nutzung der Smartwatches im Vergleich zu anderen Gesundheitsgeräten erübrigt sich die Frage, ob Hersteller wie Apple & Co. weitere Überwachungsmechanismen der Vitalzeichen wie Blutdruck oder Blutzucker einbauen sollen. Erhöhter Blutdruck verursacht in den ersten ein paar Jahren keine Symptome, solche Abweichungen kann man beim jährlichen Checkup nur sporadisch feststellen, deutlich zuverlässiger könnte zum Beispiel die getragene Smartwatch den Nutzer vor Hypertonie warnen.

Huawei stellt ersten Monitor für den deutschen Markt vor

Mit dem Huawei Display 23.8 bringt Huawei Mitte März einen PC-Monitor auf den deutschen Markt. Der Bildschirm misst 60,45 Zentimeter in der Diagonale und kommt damit auf die namensgebenden 23,8 Zoll. Das matte IPS-Panel löst mit 1.920 x 1.080 Bildpunkten auf. Das Display ist im 16:9-Format gehalten und bietet einen Betrachtungswinkel von 178 Grad. Das Konktrastverhältnis liegt bei 1000:1 und die maximale Helligkeit bei 250 Nits.

Der Monitor bringt einen HDMI-, einen VGA- und einen Ladeanschluss mit. Inklusive Standfuss misst das Gerät 170 x 425 Millimeter und bringt etwas mehr als vier Kilogramm auf die Waage. Huawei setzt beim Design auf einen dünnen Rahmen und verspricht ein Screen-to-Body-Ratio von 90 Prozent.

Im Huawei-Online-Shop kann der Monitor noch bis zum 21. März 2021 vorbestellt werden. Der Preis liegt bei 159 Euro. Im Rahmen der Vorbesteller-Aktion können Käufer mit dem Pre-Order-Gutscheincode "ADISPLAY30" 30 Euro sparen. Im Bundle mit dem Huawei MateDock 2 White kostet der Bildschirm 173 Euro, zusammen mit dem Huawei WiFi AX3 nur 178 Euro. Die Auslieferung soll ab 22. März 2021 erfolgen.

Netflix-App mit neuer "Downloads für Sie"-Funktion

Netflix aktiviert in seiner App eine neue Funktion, mit der automatisch neue Serien-Episoden und Filme auf ein mobiles Gerät heruntergeladen werden. Im englischsprachigen Raum trägt die Funktion den Namen "Downloads for You", hierzulande wird sie dann wohl "Downloads für Sie" oder "Downloads für dich" heißen.

Auf unseren Testgeräten mit deutschsprachiger Netflix-App war die neue Funktion noch nicht verfügbar, sie wird wohl nach und nach in den Netflix-Regionen freigeschaltet. Zunächst nur auf Android-Geräten, später dann auch für iOS.

Die Tests zur neuen Funktion hatte Netflix bereits im Dezember 2019 gestartet und nach der langen Testphase ist die Funktion nun reif dafür, an alle Nutzer ausgeliefert zu werden. Bisher bietet Netflix nur die Smart-Downloads-Funktion an, mit der automatisch neue Episoden einer Serie heruntergeladen werden, die der Nutzer schon begonnen hat, sich anzuschauen. So kann man sich diese Episoden unterwegs auch ohne Internet-Verbindung anschauen, ohne sich selbst um den Download zu kümmern.

Wie unter anderem die Technik-Seite Techcrunch berichtet , muss der Nutzer "Downloads for You" zunächst aktivieren. Anschließend kann er festlegen, wie viel Speicherplatz maximal durch die automatische Download-Funktion verbraucht werden soll. Vorausgesetzt wird für den Download außerdem, dass das verwendete Gerät eine WLAN-Verbindung zum Internet besitzt.

Welche Filme und Serien auf das Gerät dann über "Downloads for You" automatisch heruntergeladen werden, hängt von den bisherigen Sehgewohnheiten des Nutzers ab. Außerdem werden auch die von Netflix empfohlenen Serien und Filme dabei berücksichtigt. Bei Serien, die sich ein Nutzer noch nie angeschaut hat, lädt "Downloads for You" zunächst die ersten Episoden der ersten Staffel herunter.

Ähnlich wie bei der Smart-Downloads-Funktion ist auch "Downloads for You" aus lizenzrechtlichen Gründen nicht für alle Netflix-Inhalte verfügbar.

AMD Instinct MI200: Profi-Grafikkarte erscheint wohl noch 2021

Mit der Instinct MI200 hat AMD Ende 2020 eine Profi-Grafikkarte in den Handel gebracht. Für das aktuelle Jahr will der Hersteller dem Leaker „Komachi“ zufolge bereits den Nachfolger veröffentlichen. Die Instinct MI 200 soll weiterhin AMDs GPU-Architektur CDNA für rechenintensive Workloads unterstützen. Daneben könnte AMD einen „Multi-Chip-Module“-Ansatz verfolgen. Dies bedeutet, dass modular aufgebaute Grafikprozessoren zum Einsatz kommen. Einen ähnlichen Ansatz verfolgt AMD bereits mit dem Chiplet-Design der aktuellen Ryzen-Prozessoren. Im Gegensatz zu einem monolithischen Design erhöhen die Multi-Chip-Module die Ausbeute bei der Fertigung. Dies ist auch bei Grafikkarten möglich, dürfte aber vorerst professionellen Karten vorbehalten sein.

Als Termin für den Marktstart der Instinct MI200 wird Ende 2021 gehandelt, dann könnten die Profi-Grafikkarten zusammen mit den neuen Epyc-Prozessoren der Trento-Generation in den Handel kommen. Über die Leistung der Karte kann hingegen nur spekuliert werden. Bei der Instinct MI100 kommt ein Chip mit 120 Compute Units und 7.680 Stream-Prozessoren zum Einsatz. Der mit 1.5 GHz getaktete Chip kommt damit auf eine Rechenleistung von 184,6 Tflops bei halber Präzision. Bei Berechnungen kann die GPU auf 32 GB HBM2-Speicher zurückgreifen, der mit 1,2 GHz taktet und über ein 4.096 Bit breites Speicherinterface angebunden ist. Dies ergibt eine Speichertransferleistung von bis zu 1.228,8 GB pro Sekunde. Eine derart hohe Leistung hat natürlich auch ihren Preis: Eine Instinct MI100 Karte schlägt mit 6.400 US-Dollar zu Buche. Der Nachfolger dürfte in ähnlichen Preisregionen zu finden sein. 

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