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Morgenmagazin vom Dienstag, 23. Februar

23.02.2016 | 06:55 Uhr |

Umfrage: Mehrheit der Amerikaner gegen Apple +++ Apple erklärt den FBI-Fall mit FAQ +++ Neue Betas für OS X 10.11.4, iOS 9.3, tvOS 9.2 und WatchOS 2.2 +++ Cook deutet gegenüber Fortune Apple Car an +++ immmr: Telekom macht WhatsApp Konkurrenz +++ 5G kommt früher als erwartet +++ #ozapftis: Innenministerium gibt Bundestrojaner frei +++ Angebliches Anonymus-Mitglied stellt rechte Facebook-Nutzer bloß +++ FBI-Chef bittet Apple in einem Brief um Kooperation +++

23. Februar 2016: Die Macht der Bilder

Das Macwelt-Morgenmagazin wünscht einen Guten Morgen! Altes Sprichwort, fast schon eine Binsenweisheit: "Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte". Aus großer Macht entsteht aber auch große Verantwortung. In digitalen Zeiten sind Bilder sehr leicht zu fälschen und verlieren somit an objektiver Beweiskraft. Die subjektive bleibt bestehen, Verzerrungen der Wahrheit oder deren Umdeutung ist am leichtesten mit einer Bildmanipulation geschehen. Es muss nicht einmal die grobe, sinnentstellende Fälschung sein, wir sind stets von manipulierten Bildern umgeben. In der Werbung wird das Model schlanker gemacht als es ist oder das Testimonial faltenfrei. Fotografien von Sonnenuntergängen werden zu solchen von Sonnenaufgängen umgedeutet (ähem...). Bilder werden zu geschnitten, um in das Layout zu passen und bekommen, manchmal auch nur unabsichtlich, eine ganz andere Bedeutung. Und auf der großen Empörungsmaschine namens Facebook werden auch große Lügen geteilt, wenn sie nur so aussehen, als wären sie ein reales Abbild. Dabei benötigen Fälscher heute gar keine besonders tief gehenden Kenntnisse mehr.

Wie aber mit Bildern verfahren, die zwar die Realität beschreiben, aber aus technischen Gründen nicht geeignet sind? Unterbelichtet, unscharf, wichtige Aspekte unglücklich verdeckt? Der Fotograf nicht rechtzeitig anwesend ist oder die Kappe nicht vom Objektiv bekommen hat? Ist Nachstellen dann auch schon Manipulation? Das womöglich am häufigsten reproduzierte Bild in der Geschichte des Fotojournalismus ist so ein Beispiel. Es zeigt eine Szene, die sich so ähnlich auch tatsächlich ereignet hat, vom eigentlichen  Moment  gibt es kein Foto. Aufgenommen wurde es am 23. Februar 1945 auf der Pazifik-Insel Iwo Jima, die die US-Army zu einem Zeitpunkt eroberte, als noch nicht abzusehen war, dass der Zweite Weltkrieg im Pazifik "nur" noch ein halbes Jahr dauern würde. Das Bild ist gleichwohl zur Ikone geworden: Sechs Soldaten errichten auf einem gerade eroberten strategisch wichtigen Felsbrocken irgendwo im Nirgendwo das Starspangled Banner in einer Größe, die den körperlichen Einsatz aller sechs erforderte. Die Wahrheit des Bildes, aus Sicht der US-Navy: Der Feind ist geschlagen, die sechs sind Helden. Drei davon sollten die danach fortgeführten Kämpfe nicht überleben. Die Wahrheit dahinter: Die Riesenfahne war erst der zweite Versuch, schon Stunden vorher hatte ein anderer Trupp bereits die Höhe erobert und eine Flagge gehisst. Die war den Generälen aber zu mickrig, ein größeres Banner musste her. Und das Aufstellen dieser Ersatzfahne ist auf dem berühmt gewordenen Bild zu sehen.

Wer die Macht über die Bilder hat, der hat auch die Macht über die öffentliche Meinung. Von daher gilt heute mehr denn je, Bilder stets zu hinterfragen. Vor allem dann, wenn sie eine eindeutige Botschaft transportieren. Das Schlankheitsversprechen in der Werbung etwa oder die von der Größe einer Nation. Peter Müller

Lesetipps für den Dienstag:

Es ist noch nicht alles gesagt : Apple muss bis zum Freitag dieser Woche juristisch auf die Gerichtsanordnung von letzter Woche reagieren, die dem Hersteller das Programmieren einer Hintertür für iOS befiehlt. Es ist nicht zu erwarten, dass Apple diese Frist verstreichen lassen wird, zu sehr strengt sich der Mac-Hersteller an, seine Argumente hervorzubringen und zu verteidigen. Seit gestern Nachmittag unserer Zeit steht auf Apples Website eine kurze FAQ, die erklärt, warum Apple dem FBI in diesem Fall die Unterstützng verweigert. Die Argumente sind nicht neu, Apple bestätigt aber auch, die Strafverfolger hätten einen Weg zu den nun verschlossenen Daten finden können, hätten sich diesen aber selbst verbaut. Die FAQ schließt mit einem Appell, gemeimsam einen neuen Weg zu mehr Sicherheit bei bleibender Freiheit zu suchen, nachdem die Regierung die auf den All Wrists Act von 1789 basierende Anordnng zurück gezogen haben wird.

Mehrheit gegen Apple: In einer vom Pew Research Center am Montag veröffentlichten Umfrage hat sich eine Mehrheit der US-Amerikaner dafür ausgesprochen, Apple solle der Anordnung des Gerichts Folge leisten und dem FBI eine Hintertür in das iPhone öffnen. 38 Prozent waren aus Gründen des Datenschutzes dagegen, elf Prozent sind unentschlossen. Alec Tyson, Senior Researcher bei Pew, hält das für ein klares Ergebnis zugunsten der Argumente des FBI. Die Angelegenheit sei komplex, "Ich weiß es nicht" daher eine legitime Antwort, die nicht als Unterstützung für Apple zu werten sei. An der Telefonumfrage nahmen vom 18. bis 21. Februar 1002 Erwachsene teil, je die Hälfte über Festnetz und Mobilfunk. Eine thematisch verwandte Umfrage im Dezember hatte ergeben, dass die Zustimmung zur These, Anti-Terrorismus-Maßnahmen gingen zu weit und auf Kosten der Bürgerrechte mit 26 Prozent auf dem niedrigsten bisher gemessenen Stand abgerutscht ist.

Neue Betas für Entwickler: Apple hat am Montag Abend für seine Entwicklergemeinde vier neue Betaversionen der kommenden Betriebssystemupdates auf OS X 10.11.4, iOS 9.3, Watch OS 2.2 und tvOS 9.2 veröffentlicht. Wer am öffentlichen Beta-Test teilnimmt, darf die Updates im Laufe der Woche erwarten, die finalen Versionen sollten Mitte März erscheinen - am 15. März steht womöglich Apples Frühjahrsevent an. Alle Updates bringen neue Funktionen, iOS 9.3 etwa einen Nachtmodus und OS X 10.11.4 unterstützt die von iPhone 6S (Plus) bekannten Live Photos. Beiden Systemen ist gemeinsam, dass sich einzelne Notizen verschlüsseln lassen. Watch OS 2.2 bekommt Verbesserungen bei der Maps-App, tvOS 9.2 lässt erstmals Apps für das Apple TV in Ordner sortieren.

Nebulöse Andeutungen: Fortune hat Apple erneut zum meist bewunderten Unternehmen der Welt gekürt. Anlässlich der Veröffentlichung der Liste gab Tim Cook dem Magazin eines seiner seltenen Interviews, auf brave Fragen folgten aber auch allenfalls nebulöse Andeutungen zu Apples nächsten Projekten. Vor allem dem ominösen Apple Car, das Cook weder bestätigte noch dementiert. Einerseits: Wenn Apple für Forschung und Entwicklung viel Geld in ein bestimmtes Produkt ausgebe, werde man es auch marktfähig machen wollen. Andererseits: Für Apple sei es wichtig, sich immer wieder auszuprobieren. Der vielleicht wichtigste Hinweise kommt aus der Denke des ehemaligen COO, der für Apple eine hoch effiziente und damit profitable Lieferkette aufgebaut hat. Die Automobilindustrie würde Entwicklung, Design und Fertigung noch in einem Haus zusammenführen, bei der Computerindustrie sei es früher auch so gewesen. Die Produktion aber auf Auftragsfertiger zu verlegen, habe sich rentiert. Das sei auch ein Weg, den man beim Automobilbau beschreiten könne. Wen <Apple sein Auto bauen lassen wird und ab wann, hat Cook natürlich nicht verraten.

Weitere Nachrichten:

immmr: Telekom macht WhatsApp Konkurrenz

Die Telekom ist auf dem MWC 2016 in Barcelona mit einem neuen Kommunikationsdienst vertreten. Ähnlich wie bei WhatsApp melden sich Nutzer bei immmr , so der Name des Dienstes, mit ihrer Mobilfunknummer an.

Über die zugehörige App oder den Browser kann immmr dann Geräte-übergreifend mit dieser Mobilfunknummer genutzt werden. Neben kostenlosen Telefonaten zu anderen immmr-Nutzern und „günstigen Telefontarifen“ soll der Managed-OTT-Service auch Messaging und Videotelefonie bieten.

Telefonkontakte, Nachrichten und Anrufe werden in der Cloud gespeichert und können auch von anderen Geräten aus abgerufen werden. Laut der Telekom wird immmr gerade mit ausgewählten Kunden in Europa getestet. Für alle iOS- und Android-Nutzer verfügbar ist der Service dann im zweiten Halbjahr 2016.

5G kommt früher als erwartet

"Auch wenn es einige überrascht, wird 5G schneller kommen als erwartet, erklärte Nokia-CEO Rajeev Suri zum Auftakt des Mobile World Congress in Barcelona. Der Chef des finnischen Mobilfunkausrüsters geht davon aus, dass mit der Umstellung der Netze auf 5G-Technologie deutlich früher begonnen wird als wie bislang angenommen 2020. Suri zufolge will sein Unternehmen noch in diesem Jahr mit den Investitionen in 5G-Technologie zu beginnen. Der Verkauf von Ausrüstung, die auf sich 5G upgraden lasse, könnte bereits 2017 beginnen.

2020 werden wahrscheinlich die 5G-Rollouts im großen Stil beginnen, so Suri, Davor würden Provider aber bereits ab 2017 ihre bestehende LTE-Infrastruktur auf frühe 5G-Anwendungen migrieren können. Volker Held, seines Zeichens Head of Innovation Marketing bei Nokia Networks, bestätigte diese Pläne im CW-Gespräch. Wie sein Titel verrate, befasse sich Nokia bereits mit der Vermarktung. Der vollständige kommerzielle Rollout finde jedoch erst 2020 statt, zumal die Standards voraussichtlich erst 2019 verabschiedet werden würden.

Held zufolge gibt es aber schon eine große Kenntnis darüber, welche Technologien zum Einsatz kommen werden, etwa Massive MiMo und eine Rahmenstruktur mit geringer Latenzzeit. Diese Eigenschaften gelte es nun in Feldversuchen zu verifizieren, außerdem werde man die Zeit nutzen, um die 5G-Technik auf Probleme zu untersuchen und zu härten.

Das neu vorgestellte Produkt AirScale Radio Access laufe aber bereits in Demos robust mit 2,5 Gigabit/s im Down- und Upstream und könne sogar noch mehr Durchsatz bereitstellen - dies alles bei Latenzzeiten im einstelligen Millisekundenbereich. Pre-Standard-5G komme auch für eine neue Technik zur Datenübertragung auf der letzten Meile namens FastMile zum Einsatz, so der Nokia-Manager. Wenn die Standard da seien, werde die Technik angepasst und es könne losgehen.

Wie Held bestätigte, ist von den groß angelegten Vorstellungen der vergangenen Jahre, was der neue Standard leisten muss, überraschend viel übrig geblieben. "5G ist immer noch die eierlegende Wollmilchsau", erklärte er, "aber technisch beherrschbar, da alles flexibel angelegt ist". So lasse sich die Mobilfunktechnologie durch Network Slicing in verschiedene Netze partitionieren. Werde diese Technik, die auf Software-Defined Networking (SDN) und Network Functions Virtualization (NFV) basiert, sauber orchestriert, stünden diese Funktionen über alle Netze hinweg bereit.

Für welche Einsatzszenarien sich 5G eignet, zeigt Nokia auf dem MWC in Barcelona in verschiedenen Live-Demos. Eine davon ist eine Art Weiterentwicklung des Testfelds für vernetztes Fahren auf der A9 im Miniaturformat. Es besteht aus einer Strecke für Modellautos in Form einer liegenden Acht, unter dem ein Netz aus Basistationen und Edge-Clouds liegt. Die Autos kommunizieren über diese Infrastruktur miteinander in Quasi-Echtzeit und schaffen es so, unfallfrei und relativ flüssig die Kreuzung überqueren.

In einer Stadion-Demo wiederum zeigt Nokia, wie die Zuschauer einer Sportveranstaltung spannende Szenen als Nahaufnahme über eine Companion-App auf ihrem Smartphone verfolgen könnten. Dies ist im Prinzip zwar heute schon möglich, allerdings verdirbt die deutliche Verzögerung bei der Übertragung der Bilder den Genuss.

Für die mit 5G mögliche Quasi-Echtzeitübertragung gibt es natürlich auch eine Reihe von denkbaren Business-Szenarien, etwa für die Machine-to-Machine-Kommunikation im Bereich industrielle Automatisierung. So präsentiert Nokia auf dem Stand von China Mobile, wie mehrere Roboterarme über einen zentralen Server und einer 5G-Verbindung mit extrem geringer Verzögerung so koordiniert werden, dass sie einen Ball auf einer sich bewegenden Plattform balancieren. Wird der Ball angestoßen, gleichen dies die Roboter in einer konzertierten Aktion aus, so dass der ursprüngliche Kurs beibehalten wird.

Als Verwendungsmöglichkeit für die hohen Bandbreiten sehen die Finnen etwa hochauflösende Virtual-Reality-Szenarien, wie man sie dem Holodeck von Raumschiff Enterprise kennt.

#ozapftis: Innenministerium gibt Bundestrojaner frei

Das Bundesinnenministerium hat für den Bundestrojaner die Freigabe erteilt, wie Spiegel online berichtet. Von nun an dürfen deutsche Sicherheitsbehörden mit dieser staatlichen Malware die Rechner von Verdächtigen infizieren und überwachen. Wie das Einschmuggeln des Trojaners auf den Rechnern der Verdächtigen in der Praxis erfolgen soll, bleibt abzuwarten. Denkbar ist, dass dabei Sicherheitslücken auf dem Rechner oder Smartphone des Verdächtigen ausgenutzt werden – also das klassische Einfallstor von Hackern. Oder aber man installiert den Trojaner zum Beispiel bei der Durchsuchung des Gepäcks am Flughafen.

Das Bundeskriminalamt war bei der Entwicklung des Bundestrojaners federführend. Alle Tests seien nun abgeschlossen und der Bundesdatenschutzbeauftragte Andrea Voßhoff habe den Bundestrojaner ebenfalls geprüft, so Spiegel Online.

Der Bundestrojaner soll zur sogenannten Quellen-Telekommunikationsüberwachung (TKÜ) eingesetzt werden. Sprich: Ein Rechner oder ein Smartphone werden mit dem Bundestrojaner infiziert und dieser schneidet dann die Kommunikation mit, bevor die Daten auf dem Rechner des Verdächtigen verschlüsselt werden können. Der Bundestrojaner darf allerdings nicht den gesamten Computer der Zielperson ausspähen, sondern eben nur dessen digitale Kommunikation nach draußen (Quellen-Telekommunikationsüberwachung) den Ermittlungsbehörden zugänglichen machen. Ob sich diese strikte Trennung in der Praxis technisch aufrechterhalten lässt, wird von Experten bezweifelt.

Damit Sicherheitsbehörden eine richterliche Genehmigung für den Bundestrojaner bekommen, muss eine konkrete Gefahr für Leib und Leben von Menschen bestehen, wie das Bundesverfassungsgericht bereits 2008 entschied. Die richterliche Genehmigung für den Einsatz des Bundestrojaners ist zwingend erforderlich, genauso wie zum Beispiel für eine Hausdurchsuchung ein richterlicher Durchsuchungsbefehl vorhanden sein muss.

Für die Entwicklung des Bundestrojaners erwarb das BKA zusätzlich zum selbst entwickelten Bundestrojaner auch noch das bereits existierende kommerzielle Produkt der Firma FinFisher, die zu dem deutsch-britischen Unternehmen Elaman/Gamma International gehört. Diese Firma steht in der Kritik, weil sie ihre Überwachungssoftware auch schon repressiven Regimen wie Saudi-Arabien zur Verfügung gestellt hat. Diese Software habe das BKA "aus Gründen der Ausfallsicherheit und zur Steigerung der passgenauen Einsatzfähigkeit erworben", müsse diese aber erst noch anpassen.

Die Vorversion des Bundestrojaners wurde von vielen gängigen Antiviren-Programmen erkannt. Ob das auch bei der neuen Version der Fall sein wird, bleibt abzuwarten.

Auf Twitter sind die Meldungen zum neuen Bundestrojaner unter dem Hashtag #ozapftis aufzufinden.

Angebliches Anonymus-Mitglied stellt rechte Facebook-Nutzer bloß

Als der Facebook-Nutzer Micha Gerlach ein Bild vermeintlicher Smartphone-Gutscheine im Wert für 200 Euro für Flüchtlinge auf seiner Facebook-Seite postete, erregte dieser Beitrag sehr schnell Aufmerksamkeit. Fast 200 Mal wurde der Beitrag von Wutbürgern geteilt, auch die Pegida bezog sich auf diesen Artikel. Dabei wurde die provokante Beitrag-Überschrift „Bekommen die jetzt schon alles vom Staat in den Arsch geschoben?“ von Gerlach mit voller Absicht ausgewählt.

Nachdem sich das Bild so schnell im Netz verteilt hatte, tauchten gleichzeitig viele rassistische Kommentare darunter auf. Wie der Stern berichtet, waren unter dem Post folgende Kommentare zu lesen: „So sieht das aus wenn man von Vollidioten regiert wird, als nächstes kommt der Gutschein für den Führerschein“, Einfach nur Sozialschmarotzer“ oder „Eine bodenlose Unverschämtheit gegenüber dem deutschen Volk!“. Dabei hätten die Nutzer durchaus erkennen können, dass es sich bei dem geposteten Bild um einen Fake handelt. Auf dem Bild war im Hintergrund eindeutig ein Umschlag zu sehen, auf dem „Das Problem heißt Rassismus“ gestempelt war.

Einen Tag später veränderte Gerlach den Inhalt seiner geteilten Statusmeldung, dies funktioniert über die Dreieck-Schaltfläche an jedem Facebook-Post auf der eigenen Timeline. Aus dem erscheinen Menü wählt man "Beitrag bearbeiten" und schon ändert sich der Inhalt des ursprünglichen Posts. All diejenigen, welche die erste Form bei Facebook geteilt hatten, hatten somit auch die veränderte Variante von Gerlach verbreitet, die nun sagt: „Ich bin ein strohdummer Nazi. Ich verbreite Hetze über das Internet und teile sämtlichen Dreck ohne Überprüfung!“.

Daraufhin verkündete Gerlach, dass das Facebook-Profil von Micha Gerlach lediglich zu diesem Zweck eröffnet worden sei, und dass das Profil nicht weiter genutzt würde. Stattdessen wollen sich die Unbekannten lieber anderen Projekten widmen. „Lasst euch nicht vom rechtspopulistischen „Anonymous.Kollektiv“ blenden und kämpft stets für das Gute im Menschen. In diesem Sinne. Expect us.“

Sowohl das Profilbild und Titelbild, als auch das „Expect us“ sind typische Erkennungsmerkmale der Hackergruppe Anonymous. Ob die Hackergruppe tatsächlich dahinter steckt oder ob es sich hierbei um einen Nachahmer handelt, ist bisher noch nicht bekannt. Mittlerweile ist das Facebook-Profil von Micha Gerlach gelöscht, alle Links auf Fotos und Beiträge führen ins Leere.

FBI-Chef bittet Apple in einem Brief um Kooperation

Die Diskussion über das beschlagnahmte iPhone des getöteten Terroristen Syed Rizwan Farook dauert an. Der Attentäter hatte zusammen mit seiner Frau in Kalifornien 14 Menschen erschossen. Die Ermittler gehen davon aus, dass sich auf dem beschlagnahmten iPhone wichtige Daten befinden, um den Fall aufklären zu können . Apple weigert sich bisher, durch eine Hintertür dem FBI Zugang zu den iPhone-Daten zu verschaffen – aus Sorge, die Sicherheit für alle zu senken.
 
„Wir wollen keine Verschlüsselung brechen oder einen Generalschlüssel in die Welt setzen“, erklärte der FBI-Chef James Comey in einem offenen Brief. Gleichzeitig räumte Comey ein, dass die Verschlüsselung einen Konflikt zwischen Sicherheit und Privatsphäre hervorrufe. „Dieser Konflikt sollte nicht von Unternehmen gelöst werden, die davon leben, Dinge zu verkaufen“, behauptete er weiterhin. „Es geht um die Opfer und um Gerechtigkeit.“
 
Das Thema zieht weite Kreise, da nun auch Politiker im Zuge des Wahlkampfs versuchen, mit ihrer Meinung neue Wähler zu gewinnen. So forderte beispielsweise der republikanische Präsidentschaftsbewerber Donald Trump, dass die Menschen Apple boykottieren sollten. Bei einer Wahlkampfveranstaltung in South Carolina behauptete Trump , dass Tim Cook aus dieser Situation eine große Nummer mache, um wahrscheinlich seine Liberalität zu zeigen.

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