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Morgenmagazin vom Dienstag, 23. Juni 2015

23.06.2015 | 07:10 Uhr |

23. Juni 2015 +++ BBC porträtiert Eddy Cue +++ Macs für Metal +++ Nordkorea blockiert Instagram +++ Nuance arbeitet an Stimme für Authentifizierung +++ Samsung stattet LKW mit riesigen Displays aus +++ Google sucht Tester für VR-Kameras +++ Amazon bezahlt Autoren nach gelesenen Seiten +++ Genauere Wetter-Vorhersage mit Dark Sky +++ Tipp: Normales Passwort statt iCloud-ID verwenden

Was heute wichtig wird: 23. Juni 2015

Das Macwelt-Morgenmagazin wünscht einen Guten Morgen! Einer der interessantesten Filme des vergangenen Jahres war gewiss "The Imitation Game" - mit Benedict Cumberbatch in der Hauptrolle als Alan Turing. Man muss den Film nicht gesehen haben, um mit dem Namen der Hauptfigur etwas anfangen zu können, der heute vor 103 Jahren in London geborene Mathematiker Alan Turing hat wesentliche Theorien der Computerwissenschaft entwickelt, es ist gewiss nicht verkehrt, ihn als Vater der Informatik zu bezeichnen. "The Imitation Game" dreht sich um eine wesentliche Zeitspanne im Leben und Werk Alan Turings: Die Jahre im geheimen Labor Bletchley Park. Dort gelang unter Turings Federführung die Entschlüsselung der damals scheinbar unknackbaren deutschen Chiffriermaschine. "The Imitation Game" erzählt zwar etwas überspitzt aber nahe an der historischen Wahrheit die Geschichte des Projekts Bletchley Park und des Menschen Alan Turing, Prädikat sehr empfehlenswert.

Wer etwas genauer in die Materie Chiffrierung/Dechiffrierung einsteigen möchte, dem sei das Buch " Geheime Botschaften " des britischen Wissenschaftsjournalisten Simon Singh wärmstens empfohlen. Wie Turing und seine Mitstreiter sich immer näher dem Geheimnis der Enigma annäherten und deren Schwachstelle entdeckten, liest sich auch in einem Sachbuch wie ein Krimi. Wer dann doch etwas mehr Drama mag, kann das auch alles bei Robert Harris, seines Zeichens Historiker und Thriller-Autor, in "Enigma" nachlesen. Leider hatte es Harris Mitte der Neunziger für notwendig empfunden, aus dramaturgischen Gründen aus dem homosexuellen Alan Turing einen verpeilten Wissenschaftler namens Tom Jericho zu machen, der nicht nur das Geheimnis der Enigma knacken will, sondern auch eine verschwundene, verführerische Agentin sucht - deren Verschwinden mit einem anderen aufgedeckten Geheimnis zu tun hat. Auch daraus wurde im Übrigen ein Film - mit Kate Winslet und produziert von Mick Jagger.

Bei Turing hat sich Großbritannien per königlichem Erlass erst vor nicht einmal zwei Jahren posthum für die "Behandlung" seiner Homosexualität entschuldigt. Turing glitt nach einer chemischen Kastration in die Depression, die ihn - nicht einmal 42 Jahre alt - schließlich in den Tod trieb. Sein Werk lebt weiter. Peter Müller

Lesetipps für den Dienstag

Was Taylor Swift übersieht: Mit ihren 60 Millionen Followern ist Taylor Swift eine nicht zu unterschätzende Marktmacht, wohl deshalb hat Apple schnell auf ihre Vorwürfe reagiert und zahlt nun auch während der dreimonatigen Testphase an Apple Music angeschlossene Künstler für jeden Stream. Apple hatte jedoch bereits im Gegenzug eine höhere Umsatzbeteiligung garantiert, über 70 Prozent geht an die Labels. Zudem dürfte Apple Music auch für unbekanntere Künstler dank Connect zum Sprungbrett werden und viele der 800 Millionen iTunes-Kunden werden zum Streaming wechseln und so ein langlebiges Geschäftsmodell errichten. Apple und Musiker werden gleichermaßen profitieren.

Nordkorea blockiert Instagram: Letzte Woche waren auf Instagram Bilder eines Hotelbrnads in Pjöngjang verbreitet worden. Das soziale Netz steht seither auf der schwarzen Liste des Regimes, wie die Associated Press berichtet. Die Instagram-Dienste kann man seither aus Nordkorea nicht mehr erreichen.

Der Problemlöser: Die BBC hat Apples Senior Vice President of Internet Software and Services porträtiert. Der umgängliche Cue, seit 1989 in der Firma gilt als der Mann für spezielle Aufgaben und komplizierte Verhandlungen. Sein Geschick habe er zuletzt mit Apple Music bewiesen und der darin angebotenen dreimonatigen Probezeit. Zuletzt musste er flexibel auf Protest von Künstlern reagieren.

Welche Macs mit Metal zurecht kommen: Der seit iOS 8 bekannte Grafiklayer Metal zieht mit OS X El Capitan auch auf den Mac ein. Während jedoch das neue OS X auf allen Macs läuft, die auch Mavericks ausführen können, ist Metal auf neuere Hardware beschränkt, konkret auf 2012 oder später gebaute Macs. iMore hat eine Liste mit den fraglichen Modellen zusammengestellt.

Nuance arbeitet an Authentifizierung per Stimme

Weder ein herkömmliches Passwort noch die Authentifizierung über den Fingerabdruck erscheint den Spezialisten für Spracherkennungssoftware bei Nuance sicher genug – diese haben einen Sicherheitszugang über die Stimme entwickelt.

Nuance, bekannt unter anderem für seine Spracherkennungssoftware Dragon Dictate auf dem Mac und für die Mitwirkung bei Apples Siri, arbeitet nach einem Bericht des österreichischen Web-Portals Futurezone   an einer Authentifizierung per Stimme, die sicherer sein soll als eine Anmeldung über Kennwörter oder den Fingerabdruck. ”Voice Biometrics” nennen die Entwickler ihr Verfahren. Demnach analysiert das System sowohl die Stimmlage als auch die Sprachmelodie des Nutzers und könne auf diese Weise auch über das Telefon eingesetzt werden. Angeblich erkennt die Software auch, wenn es sich lediglich um eine (möglicherweise regelwidrig eingesetzte) Tonaufnahme handelt. Dabei unterscheiden die Entwickler zwischen einer aktiven Variante, bei der eine bestimmte vorgegebene Phrase vorzulesen ist, und eine passive. Bei dieser überprüfe das System anhand beliebiger Sprachinhalte die Identität des Anwenders. Eine besondere Hardware sei für das Verfahren nicht notwendig, und es ist demnach prinzipiell unabhängig vom eingesetzten Betriebssystem, sei auf älteren oder neueren Handy respektive Smartphones.
Einige Banken sollen Voice Biometrics schon für das Einloggen von Kunden beim Tele- und Online-Banking per Handy-App einsetzen. Dabei kommt das aktive Verfahren zur Anwendung, bei der eine bestimmte Wortfolge oder ein Satz vorzulesen ist. Bislang sind aber aus Sicherheitsgründen zusätzlich TAN-Codes verwenden. Auch deutschsprachige Banken würden sich bereits dafür interessieren, der Einsatz soll bald erfolgen. Ein weiterer Augenmerk liegt auf den Datenschutz. Hier sei es prinzipiell möglich, auf das Speichern von Merkmalen zur Identifikation in der Cloud zu verzichten.

Samsung stattet LKW mit riesigen Displays aus

Wer einen Laster überholen möchte, geht aufgrund der schlechten Sicht oft ein Risiko ein. Hersteller Samsung will diese Gefahr im Straßenverkehr durch ein System namens Safety Truck minimieren. An den Hecktüren der Laster wurden dafür vier Bildschirme angebracht, die ein Live-Bild vor dem LKW anzeigen. Der darauffolgende Verkehr kann somit quasi durch den LKW hindurchschauen und so besser einschätzen, ob ein Überholvorgang ohne Risiko möglich ist. Auch Wildwechsel oder plötzlich auftauchende Stauenden sollen durch die Bildschirme schneller erkennbar sein.

Samsung hat in Argentinien bereits Testläufe mit den Safety Trucks durchgeführt. Nun sollen weitere Versuche folgen, um die für die Zulassung im Straßenverkehr nötigen Genehmigungen zu erhalten. Im folgenden Video wird die geniale Idee in Aktion vorgestellt. In Zukunft könnte sie auf den Straßen für weniger Unfalltote durch waghalsige Überholmanöver sorgen.

Google sucht Tester für VR-Kameras

Auch Google will im zukunftsträchtigen Segment der VR-Kameras mitmischen, mit denen sich 360-Grad-Videos für die Verwendung von Virtual-Reality-Brillen erstellen lassen. Der Suchmaschinenriese sucht derzeit nach Testern für eine solche Kamera. Per Webformular können sich Interessierte für den Probelauf bewerben und Details zu ihren Beweggründen angeben.

Die Glücklichen sollen im Sommer die aus mehreren Kameras bestehende Jump Rig testen können. Bei der Auswahl will Google interessante Antworten im Vorstellungsteil der Bewerbungen bevorzugen. Demnach sollten sich dort auch konkrete Details zu den mit der Jump Rig geplanten Projekten finden.

Die VR-Kamera hatte Google erstmals im Mai vorgestellt. Sie besteht aus 16 GoPro-Action-Cams, die kreisförmig angebracht sind und so eine Videoaufzeichnung über 360 Grad ermöglichen soll. Der Zuschauer kann beim Abspielen per Kopfdrehung seinen Blickwinkel beliebig verändern, bleibt aber an der gleichen Stelle stehen.

Amazon bezahlt Autoren nach gelesenen Seiten

Wer sein Buch über das Kindle Direct Publishing Select Programm von Amazon vermarktet, bekam abhängig davon, die oft der Titel von Kunden heruntergeladen wurde, am Ende des Monats eine Download-abhängige Abrechnungssumme ausgezahlt. Ab 1. Juli 2015 soll sich dieses System gravierend ändern .

Autoren werden dann nicht mehr nach Download-Zahlen, sondern nach gelesenen Seiten bezahlt. Liest der Käufer eines Buches also nur bis Seite 20, bekommt der Autor wesentlich weniger ausgezahlt, als wenn der Leser bis zum Ende durchgehalten hätte. Wie viele Seiten ein über das Programm angebotenes Buch hat, spielt ebenfalls in das neue Bezahlmodell hinein.

Amazon hat das neue System den Angaben zufolge auf den Wunsch vieler Autoren hin entwickelt, die Auszahlungssumme von der Seitenanzahl ihrer Bücher abhängig zu machen. Während sich die neuen Richtlinien künftig für fesselnde Geschichten lohnen könnten, könnten Autoren von Handbüchern und Guides – die üblicherweise nicht von Anfang bis Ende durchgelesen werden – den Kürzeren ziehen.

Wie viele Seiten ihrer Bücher von Käufern gelesen wurden, können Autoren ab Anfang Juli im Amazon Sales Dashboard mitverfolgen. Dort will der Online-Händler entsprechend des neuen Bezahlsystems einen Zähler einführen.

Genauere Wetter-Vorhersage mit Dark Sky

Die iOS-Wetter-App Dark Sky ist am Wochenende in der Version 5.0 erschienen. Das letzte Update erweitert das Tool für Apples iPhone um einige neue Funktionen. So können Besitzer des iPhone 6 und des iPhone 6 Plus konkrete Daten von ihrem iPhone-Barometer an eine Crowdsourcing-Datenbank des Herstellers übermitteln. Diese soll eine noch genauere Wetter-Vorhersage ermöglichen.

Ebenfalls neu ist ein UV-Index, der den App-Besitzer daran erinnert, wann er Sonnencreme einpacken sollte. Weiterhin wurde das Layout der App überarbeitet und Nutzer haben nun die Möglichkeit, sich individuelle Erinnerungen anzulegen. Das Smartphone schlägt dann beispielsweise Alarm, wenn die Temperatur fällt oder der Wind auffrischt.

Dark Sky ist für 3,99 US-Dollar im App Store erhältlich. Die Software wiegt 9,7 Megabyte und setzt für die Nutzung iOS 7.0 voraus. Sie ist kompatibel mit iPhone, iPad und iPod Touch.

Normales Passwort statt iCloud-ID verwenden

Yosemite erlaubt die Anmeldung eines Benutzers mit dessen iCloud-Passwort. Der Installationsassistent bietet dies bei der Ersteinrichtung des Systems sogar als Standardeinstellung an. Haben Sie sich hier vorschnell für die iCloud-Option entschieden oder wollen später doch ein lokales Passwort setzen? Öffnen Sie in den Systemeinstellungen den Bereich „Benutzer & Gruppen“. Nun klicken Sie unten links auf das Schloss, um sich als Administrator auszuweisen. Dann wählen Sie Ihr Konto in der Liste aus, klicken dann auf der rechten Fensterseite auf „Passwort ändern“. Nun können Sie mit „Separates Passwort verwenden“ ein lokales Passwort setzen. Dazu müssen Sie das iCloud-Passwort eingeben, dann zweimal das gewünschte neue. Bei Bedarf können Sie über die Passwortänderung natürlich auch umgekehrt vom lokalen auf ein iCloud-Passwort wechseln.

Passwort vergessen

Über die Benutzerverwaltung können Sie jederzeit zwischen dem normalen und dem iCloud-Passwort wechseln.
Vergrößern Über die Benutzerverwaltung können Sie jederzeit zwischen dem normalen und dem iCloud-Passwort wechseln.
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