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Morgenmagazin vom Dienstag, 24. November 2015

24.11.2015 | 06:48 Uhr |

24. November +++ Siri auf Apple TV in Music vermisst +++ Zulieferer setzen auf Apples und Googles Auto +++ Apple gewinnt Patentprozess +++ Kaufberatung iPad +++ Bundesnetzagentur will der Deutschen Telekom Vectoring im Nahbereich erlauben +++ Pandora-Übernahme: Rdio macht dicht +++ Google entwickelte Star-Trek-Communicator +++ Es werde Licht: Die 1000 Watt LED-Taschenlampe

Was heute wichtig wird: 24. November

Das Macwelt-Morgenmagazin wünscht einen Guten Morgen! Jetzt wird es ernst: Gerade noch einmal ein Monat bis Heilig Abend! Dabei trugen wir doch gefühlt gestern noch T-Shirts und saßen vorgestern bis spätnachts im Biergarten, um mit der Hitzewelle zurecht zu kommen. "Ja, is' denn heut' schon' Weihnachten?" möchten wir am liebsten franzeln. Nein, ist es nicht, das Fest kommt aber immer schneller als man meint. Das liegt aber nicht daran, dass sich die Welt immer schneller dreht - dank Gezeitenkräften ist sogar das Gegenteil der Fall – sondern daran, dass man mit dem Alter einfach langsamer wird. Versuche haben das ergeben, je älter ein Mensch ist, desto später sieht er einen gegebenen Zeitraum, etwa eine Minute, für vergangen. Wenn also die Minute in echt schon von vorbei ist, während man gerade mal 50 Sekunden gefühlt oder gezählt hat, scheint die Zeit schneller vergangen zu sein. Der junge Mensch hingegen zählt bis 70 und stellt dann verwundert fest, dass die Minute erst jetzt vorbei ist. Das mag der Grund sein, warum Kindern die Tage bis Weihnachten schier unendlich lang vorkommen und wir Älteren heilfroh sind, wenn wir rechtzeitig alles fertig bekommen haben.

Es gibt noch einen anderen Grund, warum mit zunehmenden Alter die Zeit subjektiv immer schneller vergeht. Das kann man mathematisch herleiten, eine ausführliche Diskussion des Phänomens findet sich einem Beitrag des Scientific American respektive des Spektrum der Wissenschaften . Im Wesentlichen beruht die mathematische Diskussion auf dem Argument, die reale Zeit würde repräsentiert durch die eine bestimmte Abfolge von Ereignissen, die gefühlte Zeit berücksichtige aber nur wirklich neue Ereignisse. On der Rechnung kann man die Gesamtzahl N für die Lebensspanne eliminieren und sie geht immer noch auf: Je älter man wird, desto weniger erlebt man Neues, desto überraschter ist man, dass schon wieder Weihnachten ist. Abhilfe schaffen würden dabei neuer Raum für Erlebnisse, ein neuer Job vielleicht oder eine Reise in ein neues Land, verbunden mit dem Erlernen einer neuen Sprache. Es ist nur die ewige Wiederholung des Gleichen, das die Zeit scheinbar rasen lässt, je älter man wird, desto schneller. Ich für meinen Teil habe mich gerade wieder erinnert, wie das war, vor über 14 Jahren, als ich erstmals diese Rechnung an einem Mittelmeerstrand durchgegangen bin und die Zeit so angenehm zäh dahinfloss, wie sie das im Sommer am Meer auch tun sollte. Das hat sich mal wieder angefühlt, als sei das gestern gewesen. Aber jetzt wissen wir ja, wo die Jahre hin verschwanden. Peter Müller

Lesetipps für den Dienstag:

Siri verzweifelt gesucht: Apple Music auf dem Apple TV ist großartig, könnte aber noch besser sein. Die Bedienung der App unterscheidet sich auf tvOS ein wenig von der auf iOS, die Siri Remote hilft zwar in den meisten Fällen weiter, doch richtig stark würde Apple Music erst mit Unterstützung von Siri. Dieses bereits versprochene Feature muss Apple aber noch umsetzen. Und könnte bei der Gelegenheit noch weitere Maßnahmen umsetzen, etwa Handoff für Apple Music, damit man auf dem Apple TV fortsetzt, was man auf dem iPhone begonnen hat. Ebenso wäre ein Social Feature interessant, damit man sieht, welche Musik die Freunde hören.

Darf's ein bisschen mehr sein: Das iPad Pro stellt Käufer nicht nur vor die Frage, welches Tablet es denn sein darf, sondern wirft grundsätzlichere Fragen auf. Kann das iPad Pro das Macbook ersetzen oder in welcher sinnvollen Weise ergänzen? Muss es dann aber so ein Riesenteil sein? Und wäre ein iPad Mini nicht viel vernünftiger, wenn man kein iPhone 6(S) Plus besitzt? Unser MAcworld-Kollege Jason Snell gibt ausführlichen Ratschlag (mit Video).

Darf's ein bisschen weniger sein: Mozilla will seinen Browser Firefox abspecken und reduziert Funktionen, die nur wenige Leute nutzen. Den Aufräumarbeiten zum Opfer fallen werden etwa die Tab-Gruppen, mit denen man mehrere Tabs miteinander verknüpfen konnte - ähnlich wie Ordner für Apps auf Mobilgeräten. Ebenso will Mozilla bestimmte Themes los werden, die nur noch als Ballast mitgeschleppt werden. Die Maßnahmen sollen der Beschleunigung der Entwicklung dienen.

Die Zukunft des Autos : Dass Apple und Google munter an Automobiltechnik entwickeln, hat sich herumgesprochen. Zwar ist nicht bekannt, welches Ziel die beiden Unternehmen konkret verfolgen, doch sehen nun laut der Morgan-Stanley-Analystin Katy Huberty auch die Zulieferer aus Fernost großes Potential in Project Titan und dem Google Car. Sie rechneten sich jedenfalls große Wachstumschancen für die Produktion der notwendigen Sensoren und Kameras aus. Die Zukunft des Automobils wird anscheinend weder in Wolfsburg noch in Detroit geplant, sondern im Silicon Valley und im Perlflussdelta.

Freispruch: Apple verletzt nach Ansicht des Gerichts im Bezirk Ost-Texas keine Patente um DR-Technologien, die das Unternehmen Content Gurad hält. Dieses ist eine Tochter der Pendrell Corporation und Time Warner, die Wurzeln gehen auf das Xerox PARC zurück - in dem sich Apple schon vor über 30 Jahren hat inspirieren lassen. Konkret hatte Pendrell wegen fünf Patenten geklagt, die Jury entscheid, dass Apples Umgang mit den darin genannten Technologien legal sei. Das Bezirksgericht von Ost-Texas wird öfter in Patentfragen angerufen, seine Rechtssprechung galt bisher als für die Patenthalter vorteilhaft.

Weitere Nachrichten:

Bundesnetzagentur will der Deutschen Telekom Vectoring im Nahbereich erlauben

Laut einem Entscheidungsentwurf soll es dem ehemaligen Staatsmonopolisten damit möglich werden, Wettbewerber unter bestimmten Bedingungen vom Zugang zur sogenannten letzten Meile der Anschlussleitung auszuschließen, wie die Regulierungsbehörde am Montag in Bonn mitteilte. Konkret handelt es sich um den Nahbereich im Umfeld von Hauptverteilern, in dem die Telekom ihr Netz mit der schnelleren Vectoring-Technik aufrüsten will.

In einem Konsultationsverfahren können sich Betroffene noch zu dem Entwurf äußern. Der Präsident der Bundesnetzagentur, Jochen Homann, bezeichnete den Entwurf angesichts der Kritik von Wettbewerbern als "fairen Kompromiss". "Inhaltlich geht es uns darum, dass der Breitbandausbau vorangetrieben wird", sagte er laut Mitteilung. Auch künftig solle zudem ein chancengleicher Wettbewerb zum Nutzen der Verbraucher sichergestellt bleiben. Alle Unternehmen sollten faire und verlässliche Rahmenbedingungen für ihre Investitionen vorfinden. Das Vorhaben der Telekom hatte für heftige Kritik von Konkurrenten gesorgt.

Wettbewerber der Telekom können auch künftig weiter Zugang zur "letzten Meile" im Nahbereich erhalten, wenn sie sich dort bisher stärker als die Telekom bei der Erschließung von Schaltkästen mit DSL engagiert haben. (dpa/mb)

Pandora-Übernahme: Rdio macht dicht

Der Musikstreaming-Anbieter Rdio wird sein Angebot in den nächsten Wochen einstellen. Wie das Unternehmen heute in einer offiziellen Kundenmitteilung bekannt gibt, nimmt Rdio ab sofort keine neuen Abonnenten mehr an. Wer bereits ein Abo abgeschlossen hat, kann Rdio für den vorausgezahlten Zeitraum wie gewohnt weiter nutzen. Zum nächsten Rechnungstermin wird das Abo dann jedoch automatisch gekündigt.

Der kostenlose Dienst Rdio Free bleibt vorerst weiterhin online. Wie die Betreiber bereits in der Mitteilung andeuten, sind jedoch auch die Tage dieses Services gezählt. Ein Termin für die Schließung steht bislang aber noch nicht fest. In Kürze will Rdio zusätzliche Details für Rdio-Nutzer bezüglich der Schließung bekannt geben.

Erst am vergangenen Montag gab Rdio bekannt, dass der Musik-Dienst von Pandora übernommen wird. Das Unternehmen zahlt 75 Millionen US-Dollar für die „Technologie und das geistige Eigentum“ hinter Rdio.

Google entwickelte Star-Trek-Communicator

In der TV-Serie Star Trek können sich die Crewmitglieder mit ihren Kommunikatoren miteinander unterhalten. Die an der Kleidung getragenen Geräte hat Google nun nachgebaut. Nach dem Berühren der Oberfläche lässt sich über Google per Sprachbefehl eine Suchanfrage starten. Die Antwort wird hingegen über den verbauten Lautsprecher ausgegeben.

Nach mehreren Testläufen wurden die Arbeiten an diesem Gadget wieder eingestellt. Gründe dafür gibt Google leider nicht an. Mit marktreifen Ansteckern kann daher nicht mehr gerechnet werden.

An der Integration von Rechentechnik in Kleidungsstücke arbeitet Google schon seit 2011. Die damals noch in den Kinderschuhen steckende Spracherkennung Google Now war auch bei diesen Experimenten ein zentraler Bestandteil. Damals hieß die Software noch Majel, in Anlehnung an die Sprecherin des Bordrechners der Enterprise.

Es werde Licht: Die 1000 Watt LED-Taschenlampe

Der Youtuber rctestflight hat sich seine eigene Taschenlampe gebaut. Aber nicht irgendeine: Laut eigener Aussage hat er die stärkste und damit hellste Taschenlampe der Welt gebastelt.

An einem selbst gebauten Träger hat er dazu 10 LED-Chips mit je 100 Watt, Trafos und Kühleinheiten montiert. Jeder LED-Chip hat außerdem seinen eigenen Treiber, der den Strom aus den beiden mobilen 12-Volt-Akkupacks auf 35 Volt für die LEDs bringt. Mit der Akkukapazität der Akkupacks kann die Taschenlampe rund 10 Minuten dauerhaft leuchten. Jeder einzelne LED-Chip hat außerdem seine eigene Glaslinse, wodurch der Bastler eine Strahlbreite von 60 Grad erreicht. Die Lampen leuchten so nicht nur hell, sondern auch breit und weit.

Im Video zeigt der Bastler, wie hell seine 1000-Watt-Taschenlampe gegenüber normalen Lampen ist. Zu Beginn steht er in einem Wald mit einer klassischen und bereits hellen Lampe, die einen gezielten und weiten Lichtstrahl erzeugt, aber das Licht nicht breit streut und man dadurch kaum etwas sieht. Sobald er seine gebastelte Taschenlampe einschaltet, erstrahlt der gesamte Wald taghell, das erzeugte Licht ist enorm stark. Darüber hinaus demonstriert er den Helligkeitsunterschied zwischen seinen Autoscheinwerfern und der 1000-Watt-Taschenlampe - kein Vergleich! Selbst Berge, die weit entfernt stehen, erstrahlen plötzlich bei Nacht, aufgrund der besonders hohen Leuchtkraft.

Ausgehend davon, dass jeder dieser Leuchten eine Helligkeit von etwa 9000 Lumen aufweist, erstrahlt die Taschenlampe in Summe mit rund 90.000 Lumen! Zum Vergleich: Eine herkömmliche LED mit 60 Watt hat etwa 800 Lumen.

Wie Sie im Video sehen können, ist die Leuchtkraft enorm hoch und nicht vergleichbar mit handelsüblichen Taschenlampen oder Glühbirnen. Wenn Sie so etwas nachbauen möchten, raten wir aber dringend davon ab, die Lichter am Auto zu montieren - der Gegenverkehr wird es Ihnen danken.

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