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Morgenmagazin vom Dienstag, 25. März 2014

25.03.2014 | 07:31 Uhr |

Mehrwertsteuer: iTunes könnte ab Januar teurer werden +++ iOS dominiert Browsing in den meisten entwickelten Ländern +++ Microsoft warnt vor Sicherheitslücke in RTF-Dateien +++ Doorbot: Video-Türklingel für das iPhone +++ iTunes-App künftig auch für Android? +++ Auch Apple, Google und Yahoo behalten sich Recht vor, Nutzer-Emails zu lesen +++ TV-Streaming: Google versus Apple +++ Microsoft-Nokia-Deal verspätet sich +++ Whatsapp meldet neuen Nutzerrekord

Mehrwertsteuer: iTunes könnte ab Januar teurer werden

Die Europäische Union plant zum 1. Januar 2015 eine Reform der Mehrwertsteuer für digitale Güter, die eine Verteuerung der Downloads aus dem iTunes Store zur Folge haben dürfte. Dies berichtet das Wirtschaftsmagazin Forbes unter Berufung auf eine Meldung des britischen Zollamts. Bisher fällt die Mehrwertsteuer in dem Land an, in dem der Anbieter des digitalen Gutes seinen Geschäftssitz hat, im Fall iTunes Store wäre das Luxemburg. Ab kommenden Jahr soll die Mehrwertsteuer dort berechnet und eingezogen werden, wo der Kunde seinen Download empfängt, es würde für Songs, Apps, Bücher und Filme aus dem iTunes Store also der deutsche Mehrwertsteuersatz von 19 Prozent gelten. In Luxemburg beträgt die Mehrwertstuerrate offiziell 15 Prozent, sie ist jedoch verhandelbar, große Firmen können sie auf bis zu 3 Prozent drücken. Betroffen sind auch Käufer von digitalen Gütern bei Amazon, Kindle-E-Books könnten somit ebenfalls teurer werden. Für physische Güter gilt seit jeher, dass die Mehrwertsteuer im Land des Empfängers zu entrichten ist, unabhängig vom Ort des Anbieters.

iOS dominiert Browsing in den meisten entwickelten Ländern

Weltweit werden zwar 80 Prozent der Smartphones mit einem Android-Betriebssystem verkauft, bei der Nutzung im Internet liegt iOS jedoch in den Ländern der sogenannten ersten Welt meist vorne - außer in Deutschland. Die ergeben Statistiken der Webmetriker von Dotmobi , die Milliarden von Websites in 101 Ländern hinsichtlich der Betriebssyteme ihrer Besucher auswerteten. In den USA liegt iOS demnach bei der mobilen Internetnutzung weit vorne, 62 Prozent der Smartphone- und Tablet-Nutzer hatten ein Gerät von Apple verwendet. In einigen anderen Ländern der westlichen Welt ist der Anteil sogar noch stärker, in Frankreich und Großbritannien sind es 65 Prozent, in Japan 68 Prozent, in Kanada 73 Prozent und in Australien gar 74 Prozent. Android wird für das mobile Browsing indes in Mittel- und Südeuropa stärker genutzt, in Spanien etwa zu 56 Prozent und in Deutschland zu 58 Prozent. Der deutscher Wert ist damit gleich dem für Indien ermittelten. Die beliebtesten laut Dotmobi-Statistik sind Android-Geräte in der früheren jugoslawischen Teilrepublik Mazedonien, wo 91 Prozent der mobilen Internetnutzer auf das System von Google setzen. Sogar im Heimatmarkt des wichtigsten Herstellers von Androidgeräten Samsung lag der Wert mit 74 Prozent niedriger.

Microsoft warnt vor Sicherheitslücke in RTF-Dateien

Microsoft hat vor einer Sicherheitslücke in Word gewarnt, die sowohl die PC- als auch die Mac-Version der Software betrifft. Konkret handelt es sich um ein Problem mit dem Format RTF. Über eine manipulierte Datei sei die Ausführung von Schadcode möglich warnt der Hersteller die Nutzer. Die Gefahr drohe auch, wenn man das RTF über den E-Mail-Client Outlook mit Word als Anzeigeprogramm öffne. Ein Sicherheitsupdate, das Abhilfe schafft, kann Microsoft noch nicht anbieten, stattdessen nennt der Hersteller einige Workarounds . Dazu gehört eine Umkonfiguration von Office mittels eines Fixes und der Ratschlag, E-Mails im Nur-Text-Format zu lesen. Ebenso würden restriktive Firewall-Einstellungen die Angreifer blocken können.

Doorbot: Video-Türklingel für das iPhone

Der Doorbot ist ein Gadget, das eine herkömmliche Türklingel samt Spion ersetzen will. So bietet der Tür-Roboter eine integrierte VGA-Kamera (640 X 480 Pixel CMOS), Lautsprecher und Mikrofon sowie WLAN-Zugang. Selbst bei Dunkelheit soll man recht gut erkennen können, wer da gerade klingelt, weil die leicht schwenkbare Kamera auch zu Infrarotaufnahmen in der Lage ist. Der Doorbot wird dem Anbieter zufolge an der Wand neben der Haustür mit Schrauben befestigt, eine spezielle Sicherungsschraube mit zugehörigem Schraubenzieher soll vor Diebstahl schützen. Die Oberfläche des Doorbot besteht aus Aluminium, das Design soll wasserfest sein, so dass die Video-Türklingel auch bei Regen funktioniert.

Die dazugehörige App für iOS-Geräte (ab iOS 6.1) sowie Android-Smartphones gibt es in den jeweiligen Stores kostenlos. Sobald ein Besucher die Klingel drückt, erhält man nach der Beschreibung eine Push-Nachricht auf das iPhone und kann bei Annahme mit dem Besucher sprechen und diesen  auch live über die Kamera sehen. Per Strom versorgt wird der Doorbot entweder durch Anschluss an die vorhandene Klingeltechnik oder über die integrierten Akkus, die bis zu zwölf Monate betriebsfähig sein sollen. Aufgeladen werden diese über ein Micro-USB-Ladekabel. Auch Werkzeug für die Installation an der Hausfront ist im Lieferumfang enthalten. Beim Hersteller selbst kostet das Gerät 200 US-Dollar zuzüglich 20 US-Dollar Versandgebühren.

Unklar ist, wie gut das bei Arktis.de immerhin 239 Euro (inklusive Versand) teure Gadget im Zusammenspiel mit der App funktioniert. Im App Store berichten Nutzer unter anderem über Probleme mit der Zuverlässigkeit von Benachrichtigungen oder den Bildaufbau, wenn ein Besucher über den Doorbot klingelt.

iTunes-App künftig auch für Android?

Bei Apple soll es angeblich Überlegungen geben, eine iTunes-App für Android zu veröffentlichen. Das berichtet Billboardbiz und beruft sich auf drei Quellen, die mit den Überlegungen vertraut seien. Bisher sind die über den iTunes Music Store verbreiteten Musikstücke nur auf iOS-Geräten erhältlich. Allerdings, so heißt es in dem Bericht, seien die Verkaufszahlen im iTunes Music Store rückläufig. Apple könnte dem Trend entgegenwirken, indem es die Anzahl potentieller Käufer durch das Anbieten einer iTunes-App für Android erhöhe. Google bietet sein Angebote für Musik, Filme, TV-Sendungen und Bücher nicht nur für Android, sondern auch für iOS an.

Auch eine Erweiterung des Streaming-Angebots werde in Erwägung gezogen, nachdem der Trend zu beobachten sei, dass die Einkäufe von Alben und Einzelsongs zwar zurück gingen, aber die Beliebtheit von Streaming-Diensten steige. Apple hatte im vergangenen September in den USA den Streaming-Dienst iTunes Radio an den Start gebracht, der allerdings den Anwendern nicht die Vielfalt von Diensten wie Spotify und Pandora biete.

Es gibt aber auch Gründe, die wohl eher gegen eine iTunes-App für Android sprechen. Immerhin könnte sie dafür sorgen, dass Musikfreunde statt zu einem iPad oder iPhone zu einer günstigeren Android-Alternative greifen.

Auch Apple, Google und Yahoo behalten sich Recht vor, Nutzer-Emails zu lesen

Auch Apple, Google und Yahoo behalten sich Recht vor, Nutzer-Emails zu lesen (c) istockphoto.com/alexskopje
Vergrößern Auch Apple, Google und Yahoo behalten sich Recht vor, Nutzer-Emails zu lesen (c) istockphoto.com/alexskopje
© istockphoto.com/alexskopje

In der vergangenen Woche sorgte Microsoft für Schlagzeilen. Wie ein Bericht von CNN enthüllte, hatte sich der Konzern ohne Gerichtsbeschluss in den Hotmail-Account eines Journalisten eingeklinkt, um den Leak firmeneigener Software zu stoppen. Laut dem Unternehmen habe man in diesem speziellen Fall zu außerordentlichen Mitteln greifen müssen. Die Software hätte es Hackern ermöglicht, Sicherheitslücken ausfindig zu machen und damit Kunden zu gefährden. Microsoft sieht sich bei der Aktion im Recht und behält sich vor, in speziellen Fällen auf die privaten Emails seiner Nutzer zuzugreifen.

Microsoft ist nicht das einzige Unternehmen, was sich in Notfällen einen entsprechenden Zugriff erlaubt. Laut der britischen Zeitung The Guardian , finden sich auch in den AGBs von Apple, Google und Yahoo ähnliche Klauseln. So erklären sich Yahoo-Nutzer ebenfalls damit einverstanden, dass der Konzern ihre Post liest, um die Rechte des Unternehmens zu wahren.

Bei Google und Apple finden sich Absätze mit ähnlichem Wortlaut. So stimmen Nutzer auch hier zu, dass die Konzerne auf ihre Accounts zugreifen, wenn dies zwingend erforderlich ist und die Interessen von Google und Apple in Gefahr sind. Laut Sicherheitsexperten, ist dieses Vorgehen leider legal, da Mitglieder diesem Prozedere zustimmen, wenn sie sich einen entsprechenden Account anlegen. Weder Apple, noch Google oder Yahoo wollten eine offizielle Stellungnahme dazu abgeben.

TV-Streaming: Google versus Apple

Nun steigt auch Google ins TV-Streaming-Geschäft ein: Mit dem kleinen Stick namens „Chromecast“ können Nutzer nun ähnlich wie bei Apple TV Fernsehsendungen aus dem Internet auf dem heimischen TV-Gerät empfangen. Der Zuschauer hat die Möglichkeit, zwischen Angeboten wie Youtube, Google Play Music, Google Play Music und Watchever wählen.  

Den TV-Streaming-Stick von Google schließt man an den HDMI-Port am Fernsehgerät an.
Vergrößern Den TV-Streaming-Stick von Google schließt man an den HDMI-Port am Fernsehgerät an.

Den Stick schließ man an die HDMI-Schnittstelle des TV-Geräts an. Um ihn mit Strom zu versorgen, muss man ihn zusätzlich an den USB-Anschluss stecken. Die Bedienung erfolgt über eine App und nicht wie bei Apple TV über die Fernbedienung, mit der man durch das Hauptmenü navigieren kann.

Im Gegensatz zu Apple TV , das rund 100 Euro kostet, ist Chromecast mit 35 Euro sehr günstig, allerdings reichen die Funktionen nicht an Apple TV heran. So beherrscht Chromecast keine Technologie à la Airplay. Videos oder Fotos, die auf dem Tablet oder Smartphone gespeichert sind, können nicht auf den Fernseher gestreamt werden. Das Mobilgerät sendet lediglich den Befehl an den Stick, sich einen Inhalt aus dem Web zu ziehen. Im Gegensatz zu Apple TV spielt es keine Rolle, ob das Mobilgerät angeschaltet bleibt oder nicht – ist der Film einmal gestartet, läuft er weiter.  

IP-TV auf dem Vormarsch


Das Fernsehen bewegt sich immer mehr Richtung Web, das zeigt auch die Übernahme von Kabel Deutschland durch Vodafone. Auch Apple scheint seine TV-Pläne weiter auszubauen. Laut Wall Street Journal verhandelt Apple mit dem US-amerikanischen Kabel-TV-Anbieter Comcast . Die Settop-Box soll künftig Apple TV als Empfangsgerät nutzen und dessen Inhalte bei langsamen Datenübertragungsraten priorisieren. Der Kabeldienst soll damit ebenfalls ins Video-on-Demand-Geschäft einsteigen. Ob es eine solche Kooperation ebenfalls mit deutschen TV-Anbietern geben wird, ist fraglich. Das Beispiel Vodafone zeigt jedoch, dass IP-TV auf dem Vormarsch ist.

Egal, welche Übernahmen noch geplant sind, schon jetzt können Sie zahlreiche Fernsehsender auf Apple-TV streamen. In dieser Bildergalerie sehen Sie, mit welchen Apps das möglich ist:

Microsoft-Nokia-Deal verspätet sich

Microsoft-Nokia-Deal verspätet sich (c) Microsoft
Vergrößern Microsoft-Nokia-Deal verspätet sich (c) Microsoft
© Microsoft

Dass Microsoft die Handy-Sparte von Nokia kaufen will, war im September bekannt geworden. Sieben Milliarden Dollar ist den Redmondern der Deal wert. Doch eigentlich wollte man den Deal im ersten Quartal 2014 abschließen - sprich März, spätestens. Wie Brad Smith, General Counsel & Executive Vice President, Legal & Corporate Affairs, Microsoft, nun mitteilt , wird sich der Abschluss des Kaufs jedoch auf April verschieben. Der Grund seien noch ausstehende Zustimmungen von Regulierungsbehörden in einigen Ländern. Welche genau, wollte Nokia nicht sagen. Angeblich steht die Zustimmung in China noch aus.

Whatsapp meldet neuen Nutzerrekord

Whatsapp meldet neuen Nutzerrekord (c) WhatsApp
Vergrößern Whatsapp meldet neuen Nutzerrekord (c) WhatsApp
© WhatsApp

Über 19 Milliarden US-Dollar lässt sich Facebook die Übernahme von WhatsApp kosten. Die Kritik an der Übernahme und der damit drohenden kommerziellen Ausschlachtung der Nutzerdaten scheint den Erfolg von Whatsapp allerdings nicht zu stören. Dem Nachrichtenmagazin Focus sagte WhatsApp-Gründer Jan Koum in einem Interview , dass die Anzahl der Nutzer mittlerweile auf 480 Millionen gestiegen sei. Als vor einem Monat die Übernahme angekündigt wurde, wurde die Anzahl der WhatsApp-Nutzer noch auf 450 Millionen weltweit geschätzt.

Laut Koum wächst WhatsApp derzeit im Monat um im Schnitt 15 Millionen Nutzer. Die Anzahl der deutschen WhatsApp-Nutzer gab Koum im Interview mit 31 Millionen an. Unterm Strich gilt das 2009 gestartete WhatsApp weiterhin als der am schnellsten gewachsene und wachsende Internet-Dienst.

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