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Morgenmagazin vom Dienstag, 25. September 2018

25.09.2018 | 06:50 Uhr |

macOS 10.14 Mojave veröffentlicht - erste Lücke gefunden +++ Apple komplettiert Übernahme von Shazam und geht Kooperation mit Salesforce ein +++ Carbon Copy Cloner bereit für Mojave und Snapshots +++ Japanische Roboter landen auf Asteroiden +++ Easter Egg: Text-Adventure in Google-Suche +++ Chrome 69: Nutzer werden "heimlich" eingeloggt

25. September: Neues für den Mac

Wir wünschen allseits Guten Morgen! Nach Wochen des Hypes um iOS 12, die neuen iPhones und die Apple Watch Series 4 heißt es also seit gestern Abend wieder: Back to the Mac. Apple hat die finale Version von macOS 10.14 Mojave freigegeben. Wie schon in der Vorwoche beim iOS-12-Release sollte der Internet-Traffic wieder deutlich ansteigen, Mojave wird das Netz aber nicht an den Rand des Zusammenbruchs bringen.

Die insgesamt 15te Fassung des auf Unix basierenden Mac-Betriebssystems bringt wieder wesentliche Änderungen, mal ganz abgesehen von der Kosmetik. Denn nun werden auch iMacs und Mac Minis mit Fusion Drive in den Genuss des neuen Dateisystems APFS gelangen. Vor einem Jahr hatte Apple in High Sierra, das auch an einem Montag Abend erschienen war, noch mit technischen Problemen zu kämpfen. Macs mit Fusion Drive, bei denen das System auf einer SSD gespeichert ist und im Wesentlichen alle anderen Daten auf einer Festplatte, erkannte man nach der Installation der Beta-Fassungen von macOS 10.13 nicht mehr wieder. Beziehungsweise waren sie nicht mehr in der Lage, das Startvolume zu erkennen. Apple tat vor einem Jahr das einzig Richtige und zog APFS für Fusion Drives zurück. Jetzt sollte es klappen, von derartigen Problemen hatten Betatester in diesem Jahr nichts berichtet. Wir warten dennoch lieber ab und installieren Mojave auf SSD-Macs.

Das Fusion Drive, jener Hybrid aus Festplatte und SSD wird in Apples Angebot vermutlich ohnehin kein langes Leben mehr haben. Schon der im Frühjahr auf dem Markt gebrachte iMac Pro setzt nur noch auf SSDs, vom modularen Nachfolger des Mac Pro (SSD only) erwarten wir nicht viel anderes - einige externe RAIDs mögen mit ihren Terabyte über Terabyte noch auf "klassische" Festplatten setzen, aber auch im Storagebereich hat die Zukunft der SSD längst begonnen, die Speicher sind robuster, schneller und mittlerweile auch bezahlbar.

iMac und Mac Mini haben nach wie vor Fusion-Drive-Varianten, hier könnte Apple vielleicht aber auch bald den Stecker ziehen und allenfalls noch Einsteigergeräte für Schulen, Universitäten und Behörden mit Festplatten ausliefern. Den iMac hat Apple zuletzt nicht jedes Jahr erneuert, das letzte Upgrade datiert aber aus dem Juni 2017 und ein neuer Mac Mini ist längst überfällig. Wer weiß, ob Apple nicht doch noch gegen Ende Oktober neue Geräte zeigt, am Ende noch im Rahmen eines Special Events, bei dem auch neue iPads und eine erste Vorschau auf den Mac Pro von 2019 zu sehen sein wird? Im Jahr 2010 hieß eine Veranstaltung auch genau so: Back to the Mac. Peter Müller

Lesetipps für den Dienstag

Schnell und schneller: Dass der Chip A12 Bionic eine überragende Performance liefert, haben Tester weltweit bereits festgestellt – auch in unseren Laboren können wir das bestätigen. Apple hat aber nicht nur an den Kernen der CPU optimiert, auch die Funkverbindung ins mobile Netz und das WLAN ist deutlich besser geworden, wie nun Jason Cross auf Macworld darlegt. Das neue iPhone XS Max schlägt sich in allen Netzen deutlich besser, vor allem die Downloadgeschwindigkeiten haben deutlich zugelegt. Die Verbesserungen haben mit dem neuen Modemchip Intel XMM 7560 zu  tun, der 4x4 MIMO unterstützt. Deswegen haben die neuen Modelle auch mehr Antennenbänder als noch das iPhone X.

Zusammenarbeit: Apple und Salesforce, Anbieter von Businesslösungen für Marketing und Verkauf, haben eine weitgehende Partnerschaft beschlossen. Salesforce soll Apples digitalen Assistenten Siri tiefer in seine Systeme verankern können, Salesforce bietet im Gegenzug Werkzeuge an, mit deren Hilfe auf das Backend aufsetzenden Lösungen sich besser an an iPhone und iPad anpassen lassen. Während etwa 20 Millionen Entwickler Software für Apple-Produkte schreiben, hat Salesfoce rund fünf Millionen Programmierer um sich geschart. Mit der neuen Kooperation will Apple sein Standbein im Business weiter stärken.

In die richtige Richtung: Erst mit iOS 12 lässt Apple Kartenanwendungen von Drittanbietern für Carply zu. Google hat seine Maps schon gleich in der letzten Woche für das System angeboten, nun zieht auch Waze nach. Die Kombination aus hervorragendem Kartenmaterial und einer von Informationen der Community gestützten Navigation ist bei vielen Autofahrern beliebt, Waze in Carplay daher eine gute Nachricht.

Komplett : Apple hat die bereits 2017 angekündigte Übernahme des Musikerkennungsdienstes Shazam nun komplettieren können, wie das Unternehmen meldet. Die App werde man in Kürze werbefrei anbieten, verspricht Cupertino, sie sei  eine Lösung, um mehr Musik zu entdecken und zu genießen. Bedenken der EU-Kommission wegen Verletzung der Wettbewerbsregeln haben die Übernahme verzögert, Brüssel hatte aber in letzter Woche grünes Licht für die Akquise gegeben. Über den Kaufpreis schweigen sich die Beteiligten aus, im letzten Jahr war von 400 Millionen US-Dollar die Rede.

Lücke: Kaum ist macOS Mojave herausgekommen, hat der Sicherheitsforscher Patrick Wardle auch bereits eine Lücke in den Sicherheitssystemen des Updates gefunden. In einem Video zeigt er, wie eine App die Sicherheitsvorkehrungen umgehen und auf das Adressbuch des Mac zugreifen kann. Die ausgenutzte Lücke sei trivial, Wardle hat seine Erkenntnisse bereits an Apple weiter gereicht. Mehr Details will er im November auf der Konferenz seiner Firma Objective-See verraten, bis dahin sollte Apple die Lücke geschlossen haben. Neben einem neuen Erscheinungsbild bekommt macOS Mojave auch einei Updates in Sachen Sicherheit, vor allem im Gatekeeper. Wardles Proof of Concept betrifft nicht alle Neuerungen im System.

Weitere Nachrichten:

Carbon Copy Cloner bereit für Mojave und Snapshots

Carbon Copy Cloner oder kurz CCC hat sich fit gemacht für Apples neuestes Betriebssystem macOS Mojave, das in diesen Tagen erscheinen soll. Mit CCC 5.1.5, das ab sofort erhältlich ist, unterstützt die Backup-Software von Entwickler Bombich macOS 10.14 in vollem Umfang. Mit Carbon Copy Cloner lassen sich bootfähige Backups des gesamten Betriebssystems machen, ”smarte” oder inkrementelle Backups, die nur Dateien berücksichtigen, die sich seit der letzten Sicherung geändert haben, gehören zum selbstverständlichen Umfang eines solchen Programms. Dazu kommt Unterstützung für das neue Apple Filesystem (APFS) und für sogenannte Snapshots, das genau den aktuellen Zustand eines Systems festhält und wiederherstellbar macht. Ein neuer proaktiver Assistent soll außerdem für Zugangsbeschränkungen bestimmter Programme auf ausgewählte Daten wie aus Mail, Safari und andere sorgen.

Das Update auf CCC 5.1.5 ist für Lizenzinhaber kostenlos und direkt aus der laufenden Software möglich. Laut Entwickler lässt sich auch CCC 4.1.23 noch mit Mojave nutzen, doch dies ist weder getestet noch eine qualifizierte Konfiguration für das aktuelle Apple-Betriebssystem. Von daher offeriert Bombich einen 50-prozentigen Upgrade-Rabatt für Nutzer der Version 4. Wer noch CCC 3.5 im Einsatz hat, erhält immerhin noch 25 Prozent Nachlass für das Upgrade. Hat man CCC 4 zwischen dem 22. Mai 2017 und 21. August 2017 gekauft, kann man über die Eingabe des Registrierungscode eine kostenlose CCC 5 Lizenz erhalten.

Die Funktionsweise von CCC 5 erklärt der Entwickler detailliert an dieser Stelle . Eine Demoversion ist hier erhältlich . Vorausgesetzt wird mindestens OS X 10.10 Yosemite. Die Software kostet neu 35,25 Euro.

Japanische Roboter landen auf Asteroiden

Die japanische Raumfahrtagentur JAXA hat erfolgreich zwei kleine Rover auf einem Asteroiden gelandet. Die an Bord der Raumsonde Hayabusa2 transportierten Roboter wurden am Wochenende auf dem Asteroiden Ryugu abgesetzt. Sie sollen die Landung der deutsch-französischen Landeeinheit Mascot vorbereiten und Fotos von der Oberfläche machen sowie die Temperaturen auf dem Asteroiden messen. Die japanischen Roboter Rover-1A und Rover-1B sind mit drei bzw. vier Kameras ausgerüstet, mit denen sie Stereoaufnahmen von der Oberfläche erstellen können. 

Die für den Transport vorgesehene Sonde Hayabusa2 ist schon seit Dezember 2014 unterwegs. Nun hat sie den 300 Millionen Kilometer entfernten Asteroiden endlich erreicht. In den nächsten Wochen und Monaten soll sich auch die Sonde der Oberfläche des Asteroiden immer weiter annähern, um schließlich im Vorbeiflug Material aufsaugen. Dieses soll dann im Jahr 2020 zur Erde gebracht werden. Der vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und der französischen Raumfahrtagentur CNES entwickelte Lander Mascot hingegen wird auf der Oberfläche des Asteroiden verbleiben. Die beiden Rover haben sogar schon erste Fotos geschossen , die auf Twitter veröffentlicht wurden. Sie zeigen die zerklüftete Oberfläche von Ryugu, die durch die Sonneneinstrahlung metallisch glänzt.

Easter Egg: Text-Adventure in Google-Suche

In der Google-Suche haben Entwickler ein Text-Adventure versteckt, welches nun entdeckt worden ist. Nicht bekannt ist, wie lange das Easter-Egg schon in Google steckte. Google versteckt gerne solche "Ostereier" in seinen Produkte, wie auch ein Blick in unseren Beitrag "Die besten Google Easter Eggs" verrät.

Um den Text-Adventure in der Google-Suche freizuschalten, müssen Sie zunächst die Google-Seite aufrufen und die Suchseite auf "Englisch" umstellen (über Einstellungen, Sprachen (Languages). Anschließend geben Sie in das Sucheingabefeld

Text adventure

ein (oder klicken auf diesen Link ). Nun öffnen Sie die Entwicklertools von Firefox bzw. Chrome mit der Taste F12. Dort werden Sie nun gefragt: "Would you like to play a game? (yes/no)". Geben Sie in der Konsole nun "yes" ein und das Spiel startet. In Zork-Manier wird nun ein Abenteuer erzählt, welches von Ihnen die Eingabe von Richtungsbefehlen wie "south" oder "north" erwartet. Außerdem gilt es kleinere Rätsel zu lösen. Dabei begeben Sie sich auf die Suche nach ihren Freunden "rotes O", "gelbes O", "blaues G", "grünes l", "rotes E"... Die Buchstaben-Farben des Google-Logos lassen grüßen.

Chrome 69: Nutzer werden "heimlich" eingeloggt

Googles Chrome-Browser ist in die Kritik geraten. So schreibt zum Beispiel ZDNet: "Google meldet Benutzer heimlich in Chrome an, wenn sie sich auf einer Google-Website anmelden."  Im speziellen handelt es sich um die Chrome-Version 69. Seit dieser Version melde sich der Browser, in bestimmten Fällen automatisch, mit dem Google-Konto an, ohne dass der Nutzer davon etwas erfahre. Ein Nutzer der sich mit unangemeldetem Chrome-Browser in einen Google-Dienst des Suchmaschinenkonzerns einlogge, werde auch im Browser mit diesen Daten angemeldet.

Bisher hat die Google-Sync immer unabhängig von den Google-Diensten gearbeitet. Die neue Methode der Synchronisation mag zwar für einige Nutzer weiterhin überaus praktisch sein, da es, wie zuvor auch schon, den Abgleich einiger Informationen wie Verlauf, Passwörter oder Bookmarks über mehrere Geräte erlaubt, Nutzer die jedoch Wert auf die Privatsphäre legen, werden sicherlich keine Freunde der neuen Sync-Methode. Laut der Plattform ZDNet wurde die Funktion auch nirgends beworben - mit „gutem Grund“. Die Funktion ist ein schwerer Einschnitt in die Privatsphäre.

Laut Google ist die neue Sync-Methode nicht automatisch aktiviert. Sie muss vom Nutzer erst bestätigt werden. Sprich: Loggen Sie sich in einen Google-Dienst ein, meldet das der Browser als Information und Sie haben die Möglichkeit sich per Browser in Ihr Google-Konto einzuloggen, so sind Sie quasi nur noch einen Klick von einer Verknüpfung Ihrer Daten mit dem Browser entfernt. Rechts oben im Browser scheint es allerdings so, als seien Sie eingeloggt, Google will angeblich nur auf den möglichen Login hinweisen. Bedenklich bleibt die Nutzung Ihrer Informationen trotzdem.

Das Feature lässt sich abschalten. Wie Sie dazu vorgehen, lesen Sie hier in unserer kleinen Anleitung:

Geben Sie folgenden Link in die Chrome-Adressleiste ein:

chrome://flags/#account-consistency"

Bei dem Eintrag "Identity consistency between browser and cookie jar" setzten Sie die Flag über das rechte Menü auf "Disabled", danach starten Sie Ihren Browser neu.

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