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Morgenmagazin vom Dienstag, 26. August 2014

26.08.2014 | 07:13 Uhr |

Was heute wichtig wird: 26. August 2014 +++ Kalifornien verabschiedet Gesetz für Kill-Switch +++ Google bringt Slides für iOS +++ Ein bisschen dreist: Zalando imitiert ”1984”-Spot Apple +++ Nitro-Case mit ”Flip Flop”-Autolackierung fürs iPhone 5 +++ LG enthüllt runde G Watch R auf der IFA 2014 +++ Samsung stellt Multi-USB-Ladekabel vor +++ Test: Bewegte Bilder erstellen mit Cinemagraph Pro 1.3

Was heute wichtig wird: 26. August 2014

Das Macwelt-Morgenmagazin wünscht einen Guten Morgen! Ein Jahr ohne Sommer ist dieses 2014, so scheint es. Oktober im August und der Juli war auch nicht viel besser. Dabei ist 2014 nicht einmal so wild. Ein ernsthaftes Problem mit der Witterung hatten Europäer und Nordamerikaner vor fast 200 Jahren, im Jahre 1816 fiel der Sommer in der Tat aus, im Juli und August gab es häufig Nachtfrost und die Ernte war ein Reinfall. Wie man in Europa und Nordamerika erst später erfuhr, hatte das einen Grund: Im April 1815 war auf Sumatra der Vulkan Tambora ausgebrochen oder eher explodiert. Rund 150 Kubikkilometer Staub und Asche verteilte der geplatzte Berg in der Atmosphäre und verdunkelte noch Monate danach die Sonne. Die Tambore-Eruption war laut Vulkanologen die heftigste der letzten 10.000 Jahre. Auf Platz zwei: Die Eruption des Krakatau am 26. August 1883, zumindest schrieb man in Europa noch den 26. August, als der Hauptausbruch der javanesischen Vulkaninsel erfolgte und diese zerstörte. Gerade einmal 20 Kubikkilometer Schmutz blies der Krakatau in die Luft, was aber auch nicht ohne Folgen blieb. Die Explosion war sogar noch in Australien zu hören, berichten Chronisten, und sogar an der Nordsee konnte man noch die vom Ausbruch ausgelöste Flutwelle nachweisen. Auch auf das Licht hatte der Krakatau Auswirkungen, wenn auch nicht so dramatische wie der Tambore gut 70 Jahre zuvor. Die markante Rotfärbung des Himmels in Edvard Munchs Gemälde "Der Schrei" soll aber ebenso eine Abbildung der starken Lichtstreuung gewesen sein, wie viele Gemälde (etwa von William Tutner), die anfangs nach 1815 spektakuläre Sonnenuntergänge abbildeten. Heuer wären wir froh, ab und ab überhaupt mal einen Sonnenuntergang zu sehen, der Grund für das miese Wetter im Sommer 2014 ist aber kein Vulkanausbruch, sondern ein diesmal zu weit südlich gelegener Jetstream, der in Mitteleuropa daran erinnert, das es nördlich der Alpen ohne den Golfstrom immer so ungemütlich wäre. Noch besteht ja die Hoffnung auf einen goldenen Herbst. Peter Müller

Lesetipps für heute Morgen:

So findet man die besten iOS-Apps im App Store ( Macworld UK )

Apple jetzt um 100 Milliarden US-Dollar mehr wert als GE und Walmart zusammen ( 24/7 Wall Stree t)

Apples Aufwendungen für die Fertigung steigen auf Rekordniveau: iPhone 6 und iWatch im Anmarsch ( Apple Insider )

China Telecom zeigt versehentlich das iPhone 6 ( CNET )

Weitere Nachrichten:

Kalifornien verabschiedet Gesetz für Kill-Switch

Das Gesetz könnte Auswirkungen auf Smartphones weltweit haben: Kalifornien hat am Montag ein Gesetz verabschiedet, das einen "Kill-Switch" für alle im US-Bundesstaat verkaufte Smartphones zwingend vorschreibt. Die Funktion soll es ermöglichen, gestohlene oder verloren gegangen Smartphones aus der Ferne zu löschen und zu sperren und sie damit effektiv unbrauchbar zu machen. Hat sich die Existenz eines solchen Shclaters herumgeprochen, sollen sich Diebstähle nicht mehr lohnen, so die Theorie der Legislative. Verpflichtend wird die Regelung für alle ab dem 1. Juli 2015 in Umlauf gebrachte Smartphones. Mit der Aktivierungssperre von "Mein iPhone suchen" hat Apple in iOS 7 und höher eine entsprechende Funktion eingebaut, diese muss der Anwender aber erst Aktivieren. Ab dem kommenden Jahr muss sie zumindest in Kalifornien ab Werk eingeschaltet sein, Anwender müssen sie auf Wunsch aber deaktivieren können. Das Gesetz schreibt zudem vor, dass der "Kill-Switch" eine Neuinstallation effektiv verhindere, für ist die Kenntnis des iCloud-Passwortes für die Neuinstallation vorausgesetzt. Die Polizei soll ebenfalls die Fernsperre nutzen können dafür ist aber außer im Fall von Gefahr im Verzug eine richterliche Anordnung notwendig. Wie genau das System funktionieren soll und was mit den derart gesicherten Daten geschieht, schreibt das Gesetz nicht vor, hier haben die Hersteller alle Optionen. Vor Kalifornien hat bereits Minnesota ein Kill-Switch-Gesetz erlassen, das aber nicht die Aktivierung ab Werk vorschreibt. Microsoft und Google haben bereits angekündigt, in künftige Versionen ihrer Smartphone-Betriebssysteme Aktivierungssperren und Optionen für die Fernlöschung zu integrieren. Gut möglich, das ab kommenden Jahr nicht nur in Kalifornien Smartphones mit eingeschalteter Aktivierungssperre zur Auslieferung gelangen.

Google bringt Slides für iOS

Google komplettiert mit Slides seine iOS-Fassung der Google-Docs-Suite für Mobilgeräte. Mit Slides können Anwender von iPhone, iPad oder iPod Touch Präsentationen erstellen oder überarbeiten, wie mit den Web-Versionen der Google-Apps ist auch gemeinsames Arbeiten an einem Dokument möglich. Slides kann zudem wie seine am Montag aktualisieren Pendants für Tabellen und Texte nun auch unter iOS Microsoft-Formate öffnen, so lassen sich Powerpoint-Präsentationen oder Excel-Tabellen auch ohne die Microsoft-Apps auf dem iOS-Gerät weiter bearbeiten. Die Goole-Apps sind gratis im App Store erhältlich.

Ein bisschen dreist: Zalando imitiert ”1984”-Spot Apple

Der ”1984”-Werbespot für den neuen Macintosh galt damals als Meilenstein einer originellen Marketingkampagne. Gegen die vorgebliche Unterdrückung durch den Computer-”Einheitsbrei” von IBM hatte Blade-Runner-Regisseur Ridley Scott die neue bunte Freiheit durch den Apple Macintosh-Computer inszeniert und bewiesen, warum das Kalenderjahr 1984 doch nicht von Gedankenunterdrückung und Manipulation beherrscht sein würde wie im George Orwell-Roman ”1984”.

Diesen Kontrast zwischen düsterer Gegenwart und der farbigen Zukunft, die mit dem Erscheinen des ersten Macintosh genau jetzt beginnt, hat Zalando durch einen etwas kürzeren (45-sekündigen)-Werbespot nachzuahmen versucht. Nur dass hier das deutsche Model Eveline Hall als ”Modediktatorin” vom Bildschirm herab ihre knallharten Moderweisheiten verkündet wie: ”Mode ist ernst. Wer schön sein will, muss leiden”. Hier hinein platzt nun ähnlich wie im ”1984”-Werbespot eine junge Schönheit – diesmal im feschen Kleid mit langen blonden Haaren und vor allem in Farbe. Sie bringt ein Zalando-Paket (im Original ist es deutlich martialischer ein großer Hammer) und schmettert es direkt in den explodierenden Riesen-Bildschirm. Das Motto hier lautet ein wenig einfältig: ”Free your Fashion”: ”Freu dich auf Freiheit. Freu dich auf Mode”, und alle tanzen begeistert zur Disco-Musik.

Bei aller Dreistigkeit der Kopie lässt sich dem durch die Agenturen Jung von Matt und Elbe gestalteten und von Tempomedia (Hamburg) produzierten Spot die Professionalität nicht absprechen. Er soll bereits seit gestern (24. August) im Fernsehen zu sehen sein.

Nitro-Case mit ”Flip Flop”-Autolackierung fürs iPhone 5

Eine echte Auto-Effektlack-Lackierung wie aus der Tuning-Werkstatt biete die iPhone-Schutzhülle Nitro-Case, preist der Versandhändler Arktis.de das Produkt an. Abhängig vom Blickwinkel, schimmere die Hülle mal giftgrün, mal bläulich oder auch violett und sogar goldfarben. Dies beruhe auf dem ”Flip Flop Interferenz-Effektlack”. Zugleich soll die Hülle das iPhone vor Schmutz, Kratzern und Stößen schützen und dennoch Zugang zu allen Anschlüssen und den Bedienelementen erlauben. Dazu zählen auch freie Kamera und freier Blitz. Auf seiner Homepage zeigt Arktis.de auf derProduktive in einem kurzen Video den Effekt mit den unterschiedlichen Farben. Die Hülle gibt es für das iPhone 5 und 5S zum Preis von 25 Euro inklusive Versandkosten im Inland.

LG enthüllt runde G Watch R auf der IFA 2014

Nachdem LG mit der G Watch bereits eine Smart Watch mit Googles Wearables-OS Android Wear ins Rennen geschickt hat, plant der Konzern nun ein weiteres Modell. Anhand eines Teaser-Videos gibt LG bereits einen kleinen Ausblick auf das Design der G Watch R.

Die smarte Armbanduhr soll im Gegensatz zum Vorgänger ein rundes Display bieten, wodurch LG mit Motorolas Moto 360 gleichziehen will, die optisch ebenfalls eher an eine klassische Armbanduhr erinnert. Viele Details offenbart das kurze Teaser-Video leider nicht. Im Clip lässt sich jedoch ein neuer seitlicher Button erkennen. Den Spekulationen zufolge wird LG seine G Watch R außerdem mit einem Kompass, einem Entfernungsmesser und einem Schrittzähler ausstatten.

Offiziell enthüllt wird die Smart Watch im Rahmen des LG-Presseevents auf der IFA 2014 am 4. September. Neben der G Watch R werden hier auf neue 4K-OLED-Fernseher aus dem Hause LG erwartet. Was das Android-Wear-Gerät kosten wird, ist noch unklar. Branchenexperten gehen jedoch von einem Preis zwischen 200 und 250 US-Dollar aus.

Samsung stellt Multi-USB-Ladekabel vor

Auf der Website von Samsung kann für 40 US-Dollar (etwa 30 Euro) ein Multi-Charging Wall Charger vorbestellt werden. Mit dem Ladekabel können laut Samsung bis zu drei Geräte über USB aufgeladen werden. Dazu werde der 2A-Ladestrom gleichmäßig auf die angeschlossenen Geräte verteilt. Das bedeutet aber auch, dass wenn nur ein Gerät angeschlossen ist, dieses schneller aufgeladen wird, als wenn zwei oder gar drei Geräte aufgeladen werden.

Bei drei angeschlossenen Geräten werden jeweils 667 mA an jedes Gerät durchgeleitet. Bei zwei Geräten sind es jeweils max 1A. Ein Chip im Ladegerät stellt fest, wie viele Geräte angeschlossen sind und regelt, mit wieviel A die Geräte dann aufgeladen werden. Bei drei Geräten müssen die Nutzer also mit einer längeren Ladezeit rechnen, dafür wird auch nur eine Steckdose durch das Ladegerät belegt.

Test: Bewegte Bilder erstellen mit Cinemagraph Pro 1.3

Die bewegten Bilder von Cinemagraph sind im Prinzip eine moderne Version der altbekannten Gifs. Ein Landschaftsbild wirkt zuerst wie ein herkömmliches Foto, bis man eine Bewegung bemerkt: Beispielsweise bewegt sich nur eine Person in einer Menschenmenge . Cinemagraph Pro ist auf die Erstellung dieser Foto spezialisiert, die das Programm als Videodatei oder Gif exportiert. Grundlage bildet in der Regel eine Videodatei oder auch eine Fotoserie. Nach dem Import eines Videos wählt man für die Animation einen Clip von einigen Sekunden aus, ein Overlay zeigt die Bewegungen. Nach dem Festlegen dieser Schleife öffnet man eine  Maskierungsfunktion

und wählt die zu animierende Stelle aus. Soll beispielsweise die Bewegung einer Person sichtbar sein, wählt man mit einem Pinselwerkzeug den „Aktionsraum“ dieser Person aus. Über Regler kann man das Tempo und die Verzögerung der Animation festlegen, einige einfache Filter stehen ebenfalls zur Verfügung. Export ist als Videodatei oder Gif möglich, wahlweise auch als Bilderserie. Die Bedienung ist recht einfach, die Auswahlwerkzeuge sind allerdings recht simpel und auf eine Zoomfunktion muss man verzichten. Angewiesen ist man bei Cinemagraph auf gutes Ausgangsmaterial. So sollte das Video keine Verwacklung aufweisen, sonst ist der Rand der Auswahl gut erkennbar. Bei guten Vorlagen erhält man eindrucksvolle Ergebnisse, als Exportformat stehen Video, Gif und der Export als Bilderserie zur Verfügung. Hinweis: Die Software ist in verschieden teuren  Versionen und für das iOS verfügbar und häufig vergünstigt zu haben.

Empfehlung  Cinemagraph

Die Ergebnisse der Software sind eindrucksvoll, interessant ist die Software beispielsweise für Webauftritte von Fotografen und Fotoamateure. Sie ist aber sehr stark auf einen Spezialeffekt zugeschnitten und der Preis erscheint für Privatanwender recht hoch. Für professionelle Anwender bietet die Software nach unserer Meinung zu wenig Auswahl- und Animationsfunktionen.

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