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Morgenmagazin vom Dienstag, 26. Januar

26.01.2016 | 06:58 Uhr | Peter Müller

Update für tvOS bringt Podcasts auf die Box +++ Zweite Beta für OS X 10.11.4 +++ Twitter verliert Top-Personal, Einstellungsstopp für Project Titan +++ Vor der Quartalsbilanz +++ Check: Das weiß Facebook bereits über Sie +++ Roboter löst Zauberwürfel Rubik's Cube in 1,047 Sekunden +++ Spotify startet neues Video-Angebot diese Woche +++ Webseite löst Neustart bei iPhones aus +++ Beeindruckende Fotos aus dem All: So sieht der Blizzard von oben aus

26. Januar: Unsere Spuren im Boden und der Luft

Das Macwelt-Morgenmagazin wünscht einen Guten Morgen! Der Winter war in Mitteleuropa in diesem Jahr kurz, aber heftig. Eine kalte Woche mit teils zweistelligem Frost endete in einem hübschen Eisregen, der am Samstag in München die Zustellung der Brief- und Paketpost unmöglich machte. Diese Woche hingegen kann man allmählich die dicken Handschuhe wieder einmotten und schon mal die kurzen Hemden aus den hinteren Ecken des Kleiderschranks hervorholen. Währenddessen schien an diesem Wochenende im Osten der USA die Welt unter zu gehen, bis zu einem Meter Neuschnee ist man auch in Gegenden nicht mehr gewohnt, aus denen das Wort Blizzard stammt.

Ist nun der erneut milde Winter ein Beweis für den Mensch gemachten Klimawandel, oder widerlegt ein zünftiger Schneesturm die Thesen der Klimaforscher? Einzelne Wetterphänomene sind noch lange kein Beweis, aber immer mehr Indizien sprechen dafür, dass die Berechnungen und Prognosen der Physiker und Geologen richtig sind. Zudem widerspricht der Schneesturm von 2016 nicht dem Bild, auch nicht die Kältewellen, welche Nordamerika in den letzten Jahren immer häufiger heimgesucht haben. Durch die globale Erwärmung ändert sich auch der Jetstream, jene meist stabile zirkumpolare Strömung in acht bis 15 Kilometern Höhe, die massiven Einfluss auf die Großwetterlage hat. Vereinfacht gesagt, strömt dort die Luft mit der Erddrehung um den Nordpol, mit mehr oder minder großen Schleifen nach Süden. Je nachdem wie sie verlaufen, transportieren sie entweder Polarluft in den Süden oder warme Meeresluft in den Norden. Dass immer wieder Polarluft in Nordamerika weit nach Süden entweicht und Mitteleuropa sich in einer Südwestströmung erwärmt, sind zwei Symptome des gleichen Effekts.

Die Erde wird wärmer und die zunehmende Konzentration von Kohlenstoffdioxid und Methan in der Atmosphäre ist der Grund dafür, der Weltklimarat hat gestern die Daten für 2015 vorgelegt, die mehr als Besorgnis erregend sind. Unglücklicherweise finanziert lebt eine ganze Industrie immer noch sehr gut vom Verbrennen fossiler Rohstoffe - und mit viel Geld kann man öffentliche Meinung und Politik beeinflussen. Unbequeme Wahrheiten auszusprechen, erfordert daher Mut und Standfestigkeit, um den Sturm der Leugner auszuhalten. Eine weitere unbequeme Wahrheit bekräftigte gestern eine internationale Gruppe von Geowissenschaftler: Der Mensch hat schon zum zweiten Mal eine Spur in der Erdkruste hinterlassen, die auch in Millionen von Jahren noch kognitiv fähige Spezies (von intelligent sprechen wir besser nicht...) eindeutig identifizieren werden können: Das Anthropozän hat Mitte des 20sten Jahrhunderts begonnen . Forscher der Zukunft werden in einer dünnen, aber klar definierten Schicht jede Menge Überreste unseres Plastik und Beton entdecken, dazu auch vermehrt elementares Aluminium und radioaktive Elemente respektive deren Zerfallsprodukte. Ein weiterer Aspekt des Menschen kommt hinzu: Während in tieferen Schichten bestimmte Arten nur sehr lokal zu identifizieren sind, breitet sich der Mensch über den kompletten Globus aus und mit ihm zahlreiche Tier- und Pflanzenarten in seinem Schlepptau. Die Forscher der fernen Zukunft werden also überall auf dem Riesenkontinent, zu dem die heute bekannte Welt in Äonen wieder zusammenwachsen wird, unsere Fossilien finden. Daraus wird man aber nicht lesen können, wie weit die Besitzer der Knochen zeit ihres Lebens gewandert sind, die verschiedenen Populationen des Homo Sapiens lassen sich dann nicht mehr unterscheiden. So manche Probleme scheinen zu verschwinden, betrachtet man sie auf großen Zeit- oder Längenskalen. Peter Müller

Lesetipps für den Dienstag

Rekordergebnisse erwartet: Wenn heute Abend um 16 Uhr Ortszeit (22 Uhr MEZ) in New York die Technologiebörse Nasdaq schließt (sofern sie überhaupt öffnen konnte, siehe oben), wird Apple die Bilanz für das erste Quartal seines Geschäftsjahres 2015/16 vorlegen.  Vermutlich wird Apple ein weiteres Mal einen Verkaufsrekord für das iPhone aufstellen, der Mac legt weiter zu und auch das iPad könnte sich erholt haben. Spannend wird sein, ob man aus der Bilanz etwas über die Verkäufe der Apple Watch herauslesen kann oder ob Apple Music nennenswerte Spuren hinterlassen hat. Ab 23 Uhr gibt Apple in einem Conference Call mehr Details bekannt, als sich direkt aus den Zahlen lesen lassen. Anleger sind aber bereits nervös geworden, es verdichten sich die Zeichen, dass Apple nicht mehr lange stets wachsende iPhone-Umsätze wird ausweisen können.

Zweite Beta: Apple hat in der Nacht die zweite Beta-Version für OS X 10.11.4 veröffentlicht. Das nächste Wartungsupdate für El Capitan bringt Live Photos auch in die Messages-App, zudem können sich einzelne Notizen mit einem Passwort sichern lassen. Erst letzte Woche hatte Apple die finale Fassung von OS X 10.11.3 veröffentlicht.

Update: Das Apple TV 4 erhält ein weiteres Update, tvOS 9.1.1 behebt einige bekannte Probleme und soll die Leistung der Box verbessern. Wesentliche Neuerung ist aber die Podcast-App, die bisher nur in der Entwicklerversion von tvOS 9.2 entahlten war, nun aber auch schon ihren Weg in Version 9.1.1 gefunden hat. Das Update ist über die App "Einstellungen" über "System" direkt auf dem Apple TV 4 erhältlich.

Problem bekannt: Apple hat sich des Problems mit JavaScript angenommen, das den Safari-Brower unter iOS und OS X zum Abstürzen bringt ( crashsafari.com, wir berichteten ). Bis das Update fertig ist, sollte man mit Short-URLs vorsichtig umgehen, empfiehlt Apple, und vor dem Klick sich sicherheitshalber anzeigen lassen, wohin die Adresse genau führt.

A bissl Schwund is immer: Twitter, das mit Stagnation seines Wachstums zu kämpfen hat, verliert nun auch eine Reihe hochrangiger Manager. Laut CEO Jack Dorsey verlassen Chefingenieur Aley Roetter, die Mediendirektorin Katie Jacobs Stanton, der oberste Produktmanager Kevin Weil und Personalchef Brian Schipper das Unternehmen. Die vier nehmen laut Dorsey "eine wohlverdiente Auszeit", während der Vine-Chef Jason Toff direkt zu Google wechselt, wie er das selbst bekannt gibt. Nachfolger will Twitter im Lauf der Woche benennen.

Einstellungsstopp: Über Ziel und Zweck von Apples Project Titan gibt es nur Spekulationen, dass aber mehrere hundert Ingenieure damit befasst sind, wird kaum zu leugnen sein, so viel wie Apple gerade heuert. Apple Insider will nun aber erfahren haben, dass Apple einen Einstellungsstopp über Titan verhängt hat. In der Gruppe rumore es, und Design-Vorstand Jony Ive zeige sich unzufrieden mit den Fortschritten und der Stoßrichtung der Entwicklungen. Erste Top-Manager wie Steve Zadesky haben bereits das Projekt und das Unternehmen wieder verlassen. Apple Insider hat seine Informationen von einer als zuverlässig eingestuften Quelle, die bereits mehrmals korrekt über interne Entwicklungen berichtet habe.

Weitere Nachrichten:

Check: Das weiß Facebook bereits über Sie

Wer sich penibelst um seine Daten sorgt, sollte soziale Netzwerke lieber meiden. Unweigerlich gibt man Daten von sich preis. Man denke nur an den Tracking-Cookie von Facebook, mit dem das soziale Netzwerk den Surf-Weg seiner Mitglieder ( und sogar Nicht-Mitglieder ) verfolgen kann. Einzige Voraussetzung: Der Seitenbetreiber hat ein Facebook-Plugin, etwa den Like-Button, bei sich integriert. Schon weiß das soziale Netzwerk über einen Datenabgleich, wo seine eingeloggten Nutzer sich außerhalb von Facebook herumtreiben.

Doch was weiß Facebook bereits über mich. Über den Link www.facebook.com/ads/preferences/edit/ erhalten Sie eine interessante Einsicht, wie Facebook Sie sieht. Hier können Sie sehen, inwieweit Sie ein offenes Buch für das soziale Netzwerk sind. Oder ob Ihre Täuschungsmanöver erfolgreich zu einem falschen Profil geführt haben. Klicken Sie sich einfach durch die thematisch sortierten Stichwörter, welche Sie charakterisieren sollen.

Die Stichwörter stufen Ihre Interessensgebiete ein und sollen die Basis für Facebooks individuell ausgespielte Werbeanzeigen sein. Wenn Sie also keine individuelle Werbung wünschen, können Sie sämtliche Stichworte von der Seite entfernen, indem Sie das X neben dem jeweiligen Stichpunkt anklicken. Natürlich können Sie auch nur bestimmte Stichpunkte ausfiltern und so Einfluss auf die angezeigte Werbung nehmen. Ein Hinweis noch: Eine komplette Ent-Individualisierung der Werbung kann mit dieser Maßnahme nicht garantiert werden. Sie dürfte aber einen großen Beitrag leisten, wenn Sie alle Stichworte entfernen.

Roboter löst Zauberwürfel Rubik's Cube in 1,047 Sekunden

Die beiden US-Software-Entwickler Jay Flatland und Paul Rose haben einen Roboter erschaffen, der einen Zauberwürfel (Rubik´s Cube) in exakt 1,047 Sekunden erfolgreich gelöst hat. Der bisherige Rekord liegt laut dem Guinness Buch der Rekorde bei 2,39 Sekunden und wurde von einem Roboter im November 2015 aufgestellt. Der 1,047-Sekunden-Rekord wurde noch nicht offiziell anerkannt.

Flatland und Rose setzten bei ihrem Roboter diverse Motoren zum Drehen der Zauberwürfel-Elemente und eine von einem 3D-Drucker  ausgedruckte Halterung ein. Vier USB-Kameras kommen ebenfalls zum Einsatz, die den Würfel von allen Seiten filmen, um die Software zum Lösen des Zauberwürfels mit allen dafür notwendigen Infos zu füttern. Die Software verwendet den Kociemba-Algorithmus.

In dem auf Youtube veröffentlichten Video selbst wird der Roboter und dessen Funktionsweise ausführlich vorgestellt. Anschließend sind mehrere Versuche zu sehen. Beim letzten Versuch wird die Bestzeit von 1,047 Sekunden erzielt. In diversen weiteren Videos im Youtube-Kanal von Jay Flatland wird das Lösen des Zauberwürfels in Zeitlupe demonstriert.

Das in anderen Ländern auch Rubik´s Cube oder Rubik´s Würfel genannte Spiel wurde vom ungarischen Architekten und Bauingenieur Ernő Rubik im Jahr 1974 erfunden. Der Zauberwürfel kam zunächst nur in Ungarn auf den Markt. Nachdem Rubik ihn sich erfolgreich patentieren ließ, folgte 1977 die Veröffentlichung in anderen Ländern. Ab dem 2. Juni 1980 eroberte das Spiel auch Deutschland.

Der Weltrekord für einen Menschen beim Lösen des Zauberwürfels liegt bei 4,9 Sekunden und wurde laut der World Cube Association am 24. November 2015 von dem 14-jährigen US-Amerikaner Lucas Etter aufgestellt. Er ist auch der erste Mensch, dem es gelungen ist, den Zauberwürfel unter fünf Sekunden zu lösen.

 

Spotify startet neues Video-Angebot diese Woche

Spotify will offenbar beginnend ab dieser Woche auch Videos zum Ansehen über seine App anbieten. Der schwedische Musik-Streaming-Dienst Spotify hatte bereits im Mai 2015 angekündigt, seinen Nutzern neben Musik auch Videos und Podcasts anbieten zu wollen. Nach einer längeren Testphase scheint es nun so weit zu sein. Wie das Wallstreet Journal meldet, soll das neue Angebot noch in dieser Woche auf der Android-App von Spotify in den Deutschland, USA, Großbritannien und Schweden starten. In der kommenden Woche erhalten dann auch iOS-Nutzer Zugriff auf die neuen Inhalte.

Dem Bericht zufolge hat Spotify das neue Angebot über mehrere Monate bei einer Auswahl von Spotify-Nutzern in den vier oben genannten Regionen getestet. Der ersten Ankündigung zufolge, setzt Spotify auf Videos mit aktuellen Nachrichten, Comedy und anderen Shows, die unter anderem von ESPN, Comedy Central und der BBC stammen.

Spotify hat aktuell weltweit über 75 Millionen Nutzer. Spotify ist sich natürlich darüber in Klaren, dass die Nutzer Spotify wegen des Musik-Streamings verwenden. "Offensichtlich sind unsere primären Nutzer Musik-Fans, die nicht dazu neigen, auf die App zu schauen", räumt auch Shiva Rajaraman, Spotify Vice President of Product, gegenüber der Zeitung ein. Er fügte hinzu: "Es gibt keine besonderen Rezepte dafür, dies richtig zu machen."

Webseite löst Neustart bei iPhones aus

Der einfache Klick auf einen Weblink kann ein iOS-Gerät zum Neustart bringen, wie der Guardian und andere Nachrichtenquellen berichteten. Da der Link offenbar als „Prank“ in sozialen Netzen kursiert, sollte man mit unbekannten Links aktuell besser vorsichtig sein. Die Funktionsweise der Webseite ist eigentlich eher simpel: Öffnet man mit Safari die Webseite crashsafari.com, führt ein Javascript-Code eine Endlosschleife aus.

Beendet man nicht sofort das Laden der Seite, führt dies bei einem iOS-Gerät zu einer so hohen Arbeitsspeicher- und CPU-Last, dass  das Gerät neu startet. Nicht ganz so eindrucksvoll ist die Wirkung unter OS X: Hier erzeugt der Aufruf der Seite aber immerhin eine stetig wachsende Arbeitsspeicherlast: Je nach Arbeitsspeicherausstattung wird dabei der Mac immer stärker ausgebremst. Mit dem gewaltsamen Beenden von Safari kann man dies aber schnell beenden - etwa indem man mit der rechten Maustaste auf das Docksymbol von Safari klickt und "Sofort beenden" wählt.

Ganz neu ist das Konzept der Webseite nicht, Fehler in der Javascript-Engine von Safari gab es schon häufiger und es gab bereits eine SMS, die iPhones zum Neustart brachte . Wirklich lästig ist diese Webseite allerdings dank sozialer Medien und Twitter: Verkürzte URLs wie bit.ly sind hier weit verbreitet, die die echte Webseitenadresse verbergen. Schnell kann man so auf einen Link zu dieser Webseite klicken und wundert sich über den Neustart seines iPhones. Andere Mac-Browser sind von der Seite weniger stark betroffen. Bei Firefox und Chrome sorgt das Skript ebenfalls für hohe Systemlast, die Browser melden aber Probleme mit einem Skript und warnen so den Nutzer vor Problemen.

Beeindruckende Fotos aus dem All: So sieht der Blizzard von oben aus

Mit bis zu 40 Meilen pro Stunde jagt der Schneesturm über die Ostküste der USA und deckt die Städte zwischen Washington, D.C und New York in eine meterdicke Schneeschicht ein. Besonders der Big Apple hat mit dem Unwetter zu kämpfen. Laut HuffingtonPost wurde der 2006 aufgestellte Rekord von 68,32 Zentimeter Neuschnee nur um wenige Millimeter unterboten.

Obwohl der Schneesturm beeindruckend aussieht, ist dieser gleichzeitig für 19 Tote verantwortlich. Immer wieder kam es auf Grund der starken Stürme zu Autounfällen in Arkansas, North Carolina, Kentucky, Ohio, Tennessee und Virginia.

Im All bekommt man von den dramatischen Umständen nur sehr wenig mit. Stattdessen hat der Astronaut Scott Kelly eine atemberaubende Aussicht auf das Geschehen und lässt die Welt aus seinem Blickwinkel den Blizzard beobachten. Auf seinem Twitter-Profil teilt der Astronaut diverse Bilder und auch die NASA veröffentlicht einige Aufnahmen.

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