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Morgenmagazin vom Dienstag, 27. September 2016

27.09.2016 | 06:48 Uhr |

Palo Alto warnt vor neuem Trojaner +++ Apple baut zentrale Health-Datenbank +++ Bilanz kommt am 27. Oktober +++ Sonos im Apple Store +++ Snapchat stellt Sonnenbrille mit integrierten Kameras vor +++ Facebook löschte im August 100.000 Hass-Inhalte +++ Neues OS Andromeda: Verschmilzt Google Android mit ChromeOS? +++ Sieben versteckte Funktionen in macOS Sierra +++ iTunes-Backups unter iOS 10 sind weniger geschützt

27. September: Die Zahlen, bitte

Das Macwelt-Morgenmagazin wünscht einen Guten Morgen! Der Sommer 2016 gibt sich dieser Tage alle Mühe, dass wir ihn trotz eines mäßigen Starts und eines langweiligen Mittelteils in guter Erinnerung behalten. Aber es lässt sich nicht verleugnen, wenn der Wecker klingelt: Es ist schon verdammt dunkel und noch unangenehm kalt, wenn wir uns gegen sechs Uhr aus den Federn wälzen. Der Herbst ist längst gekommen. Und seit Montag sogar schon das neue Jahr. Wie jetzt?

Ja, für Apple verläuft seit Sonntag bereits das Jahr 2017. Also das Geschäftsjahr 2017. Denn wie der Mac-Hersteller selbst definiert, endet jedes seiner Fiskaljahre am letzten Samstag im September. Am Sonntag war dann in Cupertino Ruhe, seit Montag verbucht Apple die Verkäufe von iPhone, iPad und Co schon in das neue Geschäftsjahr. Aber das alte Jahr hatte es wahrlich in sich.

Noch ist ja völlig offen, welchen Verkaufserfolg das iPhone 7 und sein größerer Bruder erreicht haben, erstmals spricht Apple nicht von am ersten Wochenende eingegangen Vorbestellungen und den tatsächlichen Verkäufen am Wochenende drauf. Die Befürchtung, erstmals keinen neuen Rekord vermelden zu können, mag dafür verantwortlich sein. Auf der anderen Seite scheint sich insbesondere das iPhone 7 Plus gut auf dem Markt eingeführt zu haben, die schweren technischen Probleme des Galaxy Note 7 ausnutzend. Ob das aber reicht, gegen den allgemeinen Trend anzugehen? Apples Finanzchef Luca Maestri und sein Team bereiten jedenfalls zu Beginn des neuen Jahres die Zahlen für das letzte Quartal des Fiskaljahres 2016 und damit die Gesamtbilanz auf, noch wird es aber gut vier Wochen dauern, bis Apple diese veröffentlicht. Der Termin steht seit gestern Abend fest fest, am Donnerstag, den 27. Oktober legt Apple die Bilanz vor . Jüngsten Gerüchten zufolge soll Apple um diese Zeit herum wieder etwas Neues vorstellen wollen, überarbeitete Macbooks und vielleicht ja eine kleine Überraschung? Wir warten gespannt ab und genießen derweil die letzten warmen Sonnentage des Kalenderjahres 2016. Peter Müller

Lesetipps für den Dienstag

Die zweite Welle: Während wir sie noch ausgiebig ausprobieren und testen, haben unsere Kollegen der Macworld ihr Studium der Apple Watch Series 2 bereits abgeschlossen. Das Fazit des Tests: Die Apple Watch Series 2 mag kein bedeutender Sprung von der Vorgängerversion aus sein, ist aber das beste Fitnessgerät auf dem Markt, mit einem flotten Prozessor und einem deutlich helleren Bildschirm.

Neue Malware: Die Sicherheitsexperten von Palo Alto Networks warnen vor einer neuen Malware aus Russland namens Komplex. Der Trojaner nistet sich über eine bekannte Schwachstelle der Software MacKeeper ein und platziert als eine Art Lockvogel auf dem Mac der Betroffenen ein PDF mit Informationen über Russlands Weltraumprogramm der Jahre 2016 bis 2025. Die Malware versucht jedoch, mit ihren Machern auf einem Remote-Server Kontakt aufzunehmen und Daten vom betroffenen Rechner abzugreifen. Laut Palo Alto Networks dürfte es sich um die gleichen Autoren handeln, die mit dem Trojaner Carberp mittels E-Mail-Phishing bereits die US-Regierung angegriffen haben: Die Hacker-Gruppe Sofacy Group respektive Fancy Bear. Verbreitung findet der Trojaner über Links in E-Mails: Im Zweifelsfall also besser nichts anklicken, was einem komisch vorkommt.

Gesundheit: Nach Berichten von Bloomberg will Apple sein Engagement im Gesundheitswesen ausbauen und eine zentrale Datenbank schaffen, in der nicht nur die von HealthKit gesammelten Daten Eingang finden, sondern auch Behandlungen und Maßnahmen von Ärzten dokumentiert werden. Kümmern soll sich um das Projekt Mohan Randhava, der zusammen mit seiner ehemaligen Firma Gliimpse Anfang dieses Jahres zu Apple gekommen war. Gliimpse hatte sich bereits um das Thema gekümmert, in seinem LilnkedIn-Profil beschreibt Randhava seine Tätigkeit als"Aufbau einer Plattform, einem Set von APIs und einem simplen Produkt, von dem wir glauben, dass es die erste disruptive Anwendung für das Gesundheitssystem in den USA werde."

Schall überall: Apple und Sonos vertiefen ihre Partnerschaft. Ab Sofort lassen sich die Speaker Play:1 und Play:5 in den USA über apple.com ordern, in die Apple Stores weltweit gelangen sie am 5. Oktober. Käufer eines Sonos-Lautsprechers werden mittels Gutschein auch gleich dazu eingeladen, Apple Music drei Monate lang auszuprobieren. Interessanter Nebenaspekt: Seine Tochter Beats hatte Apple zuletzt einen "Sonos-Killer" entwickeln lassen, das Projekt war aber gescheitert. Womöglich übernimmt Apple aber einen Übernahmeversuch oder wird bei passender Nachfrage erneut ein Multiruamsystem entwickeln lassen, wie es Sonos im Angebot hat.

Weitere Nachrichten

Snapchat stellt Sonnenbrille mit integrierten Kameras vor

Snapchat hat mit den so genannten Spectacles in dieser Woche sein erstes Hardware-Produkt vorgestellt . Dabei handelt es sich um eine Sonnenbrille, in deren Bügeln jeweils eine Kamera integriert ist. Diese nehmen runde Weitwinkel-Videos auf, die direkt über Snapchat veröffentlicht werden können.

Laut CEO Evan Spiegel sollen die Spectacles das Aufnahmen von Videos erleichtern. Nutzer müssen dafür nicht mehr ihr Smartphone aus der Tasche nehmen, sondern einfach den Aufnahme-Knopf an der Sonnenbrille drücken. Ähnlich wie Google Glass dürfte die Video-Brille jedoch bei Datenschützern auf wenig Gegenliebe stoßen, da sie im Alltag möglicherweise auch Personen aufnimmt, die nicht gefilmt werden möchten.

Die Snapchat Spectacles sollen 130 US-Dollar kosten. Ob und wann sie in Deutschland erhältlich sein werden, ist noch unklar.

Was ist Snapchat eigentlich?

Facebook löschte im August 100.000 Hass-Inhalte

Bundesjustizminister Heiko Maas hat interessante Zahlen dazu genannt, wie viele strafbare Inhalte aus dem Bereich Hass-Kommentare bekannte Internetportale wie Twitter, Youtube oder Facebook nach Hinweisen von Nutzern löschen. Demnach lösche Twitter gerade einmal ein Prozent der von Nutzern beanstandeten Inhalte, Youtube nur zehn Prozent und Facebook rund 46 Prozent. Im August 2016 löschte Facebook rund 100.000 sogenannte Hassbotschaften auf seiner deutschsprachigen Seite.

Facebook und Youtube ignorieren oft Nutzer-Hinweise

Maas kritisiert, dass Facebook und Konsorten vergleichsweise selten auf Hinweise von Nutzern hin Postings löschen würden. Würden sich dagegen öffentliche Institutionen wie beispielsweise jugendschutz.net an die großen Internet-Plattformen wenden, dann erfolge die Löschung häufiger, wie Spiegel online berichtet. Youtube habe bei 96 Prozent der Meldungen von jugendschutz.net und Facebook bei 84 Prozent der gemeldeten Beiträge Löschungen vorgenommen. Rund die Hälfte der Löschungen nahmen Facebook und Youtube sogar innerhalb von 24 Stunden nach Eingang der Meldung vor.

Nicht immer sind Löschungen berechtigt

Mitunter langt Facebook beim Löschen von Beiträgen aber auch gründlich daneben. Jüngstes Beispiel dafür sind einige Beiträge, die das berühmte Foto aus dem Vietnamkrieg mit dem Napalm-Mädchen zeigen. Facebook löschte diese Beiträge, weil darauf ein nacktes Kind dargestellt sei. Erst aufgrund heftiger Medien- und Nutzer-Proteste nahm Facebook die Löschung dieses historischen Dokumentes wieder zurück. Bei Fotos, die nackte Menschen zeigen, löscht Facebook dagegen meist rigide und deutlich schneller als bei Hassbotschaften.

Neues OS Andromeda: Verschmilzt Google Android mit ChromeOS?

Bei dem Google-Event am 4. Oktober 2016 soll Google ein neues Betriebssystem vorstellen, wie US-Medien berichten: Andromeda OS. Dabei soll es sich um eine Kombination aus Android und ChromeOS handeln. Google soll dieses neue hybride Betriebssystem bereits auf einem Nexus 9 von HTC testen. Andromeda soll größere Ansprüche an die Performance des Mobilgerätes stellen und über einen Fenster-Manager verfügen.

Mit Andromeda soll die Android-Plattform für Notebooks und 2-1-Geräte optimiert werden. Also für mobile Geräte, die sich sowohl als Tablet wie auch als Notebook verwenden lassen. Bisher laufen solche Hybrid-Geräte typischerweise mit Windows 10. GoogleWatchBlog will zudem erfahren haben, dass Google von Andromeda nur eine Preview zeigen werde. Mit der finalen Version sei frühestens im Jahr 2017 zu rechnen

Soweit die noch unbestätigten Gerüchte. Kein Gerücht ist dagegen, dass Google am 4. Oktober auf jeden Fall etwas Wichtiges zu Android mitzuteilen hat. Denn Hiroshi Lockheimer, Android Senior Vice President, hat einen diesbezüglichen Hinweis getwittert.

Am 4. Oktober 2016 hält Google einen Hardware-Event ab. Dann soll Google zwei neue Android-Smartphones vorstellen, die auf die Namen Pixel und Pixel XL hören und die bisherige Nexus-Reihe ersetzen.

Außerdem rechnen Marktbeobachter mit einem 4K-Chromecast (also einen Chromecast-TV-Stick, der Bilder mit 4K-Auflösung überträgt) und der vielleicht Chromecast Plus oder Chromecast Ultra heißt. Google könnte zudem Details zu Google Home, Google Antwort auf Amazon Echo, und zu Daydream VR alias Daydream View verraten. Dabei soll es sich um eine VR-Brille handeln.


Sieben versteckte Funktionen in macOS Sierra

Wie in so vielen Dingen versteckt sich der Teufel im Detail. Seit rund einer Woche können sich Mac-User das neueste Betriebssystem macOS Sierra kostenlos aus dem Mac App Store herunterladen . Die größte Neuerung ist der groß beworbene Sprachassistent Siri, der dem Anwender nun auch auf dem Mac unterstützend zur Seite steht.

macOS Sierra bietet allerdings auch viele kleine Veränderungen, die nicht unbedingt auf den ersten Blick auffallen, aber doch von großem Nutzen sein können. Wir zeigen Ihnen sieben Features, die Sie bis jetzt vielleicht noch nicht entdeckt haben.

1. Apple Mail: Schnellere Filter

Ist Ihr E-Mail Eingang mal wieder überfüllt und Sie suchen nach einer bestimmten Nachricht? Mit macOS Sierra können E-Mails nun noch besser gefiltert werden. Um an die verschiedenen Filter-Optionen zu gelangen, klicken Sie lediglich auf den Kreis, in dem sich drei waagerechte Striche befinden. Dieser befindet sich in der oberen Menüleiste oberhalb der Mails (siehe Bild).

So können sie beispielsweise Ihre Mails nach den Kriterien „Ungelesen“, „Markiert“, „Adressiert an mich“ und „Kopie an mich“ filtern, oder aber sich ausschließlich Mails mit Anhängen anzeigen lassen.

Die einzelnen Filter können mit einem Haken aktiviert oder deaktiviert werden.

2. Zusammenarbeit in der Notizen-App

Um gemeinsam noch effizienter arbeiten zu können, kann man unter Sierra nun Kollaborationen führen. Über einen neuen Button links neben dem Share-Button können Sie via Mail, Nachrichten, Twitter oder Facebook Personen hinzufügen. Oder Sie kopieren einfach einen Link und schicken diesen an die beteiligten Personen.

Achten Sie jedoch darauf, dass eine neue Notiz unter iCloud angelegt wird und nicht über die lokale Alternative. Um iCloud in Notizen zu aktivieren und somit mit anderen Personen zusammenarbeiten zu können, wählen Sie Einstellungen > iCloud und setzen Sie einen Haken bei Notizen.

3. Automatische Großschreibung und Punkte-Shortcut

Wählen Sie Systemeinstellungen > Tastatur > Text, um zwei neue Einstellungsoptionen zu aktivieren: So können Sie unter macOS Sierra nun dafür sorgen, dass Wörter automatisch groß geschrieben werden oder dass nach Punkten ein doppeltes Leerzeichen eingefügt wird. Setzten Sie dafür bei beiden Einstellungsmöglichkeiten einen Haken.

4. Neue Wörterbücher

Apple hat auch seine Lexikon-Sammlung überarbeitet. Die neuen Lexika können über die Einstellungen der Lexikon-App aktiviert werden. Dazu zählen:

  •     Chinesisch (traditionell)

  •     Dänisch

  •     Italienisch-Englisch

  •     Niederländisch-Englisch

5. Lesebestätigung individuell einrichten

Mit Sierra können Sie nun selbst entscheiden, welcher Ihrer Kontakte eine Lesebestätigung erhalten sollen. Klicken Sie einfach während einer Konversation auf Details in der oberen rechte Ecke des Chat-Fensters und versehen Sie „Lesebestätigung senden“ mit einem Haken. Über das gleiche Menü können Sie außerdem auswählen, wenn Sie ein Kontakt nicht stören soll.

6. Koordinierte Nachrichten

Wenn Sie im Besitz von mehreren Apple-Produkten sind, konnten Sie in der Vergangenheit sicherlich beobachten, dass beim Eingehen einer Nachricht alle Geräte die Nachricht mit einem entsprechenden Signalton angezeigt haben. Mit macOS Sierra läuft das jedoch anders.

Sie sitzen beispielsweise am Schreibtisch und arbeiten an Ihrem Mac, das iPhone in der Hosentasche und das iPad lädt gerade über den Mac. Mit Sierra und iOS 10 werden nur auf den Geräten eingehende Nachrichten angezeigt, die gerade benutzt werden – in diesem Fall, ausschließlich auf dem Mac.

Sollten Sie jedoch mehrere Geräte zeitgleich nutzen, wird natürlich auch auf diesen Geräten die Nachrichten angezeigt.

7. Time Machine: SMB-Support

Time Machine unterstützt nun auch Netzwerkprotokolle des sogenannten Server Message Block (SMB). Somit wird eine bessere Kompatibilität gegenüber netzgebundener Speichergeräte (NAS) von Drittanbietern geboten.

iTunes-Backups unter iOS 10 sind weniger geschützt

Die russische Firma Elcomsoft hat sich auf Software spezialisier, die ohne Nutzer-Zutun iPhones aufsperren kann. Während die Entwickler das Hack-Tool an das iOS 10 anpassen wollten, haben sie eine neue Schwachstelle im System gefunden. In dem Firmen-Blog erklärt der Experte Oleg Afonin etwas verschwommen, dass bei der Anpassung der Software iPhone Breaker an das iOS 10 Elcomsoft herausgefunden habe, dass das iTunes-Backup eines iPhones bis zu 2500-mal schneller mit einer Brute-Force-Attacke entschlüsselt werden könne. Nach Aussagen von Elcomsoft hat Apple einiges am Schutzalgorithmus geändert, so dass unter iOS 10 Brute-Force-Angriffe auf das iPhone leichter werden.

Was genau ist passiert?

Ist der Elcomsoft-Beitrag etwas zu vage gehalten, präzisiert gegenüber Forbes Per Thorsheim, was genau passiert ist. Apple hat offenbar den älteren Verschlüsselungs-Standard PBKDF2 mit dem anderen Algorithmus SHA-2 ersetzt. Während die ältere Methode, eingesetzt übrigens seit iOS 4, das Backup-Passwort mit 10 000 Iterationen verschlüsselt und so das Erraten des Passwortes, also eben den Brute-Force-Angriff, erschwert, verwendet der aktuelle Algorithmus nur eine Verschlüsselung-Iteration, worauf Elcomsoft die Beschleunigung der eigenen Software aufbaut. 

Welche Daten und Geräte sind gefährdet?

Elcomsoft verkauft seine Software im Eigenvertrieb, also ist jedes iOS-10-Gerät potentiell gefährdet. Der Angriff hat jedoch seine Grenzen. Das iCloud-Backup ist von der Schwachstelle nicht betroffen, es ist also notwendig, dass die Angreifer das iPhone in die Hände bekommen, um damit und mit einem Rechner erstmals ein Backup zu erstellen. Auch hier hat Apple eine Hürde eingebaut: Das iPhone muss zunächst einem per Kabel oder WLAN verbundenem Rechner "vertrauen", heißt, beim Erzwingen von Backups muss das iPhone entsperrt werden, um die Vertrauens-Anfrage zu beantworten. Elcomsoft behauptet jedoch, diese Hürde umgehen zu können, wenn man in Besitz eines Verbindungsprotokolls zu einem "vertrauten" Rechner sei.

Bleibt die Lücke offen?

Nein, Apple hat gegenüber Forbes eine kurze Stellungsnahme veröffentlicht, dass der Vorfall bei den Verantwortlichen bekannt ist und die Firma bereits an der Lösung arbeitet. Der Elcomsoft-CEO meint jedoch, ein iOS-Update wäre nicht genug, auch die iTunes-Software (für beide Plattformen – macOS und Windows) muss ebenfalls aktualisiert worden.

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