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Morgenmagazin vom Dienstag, 29. Juli 2014

29.07.2014 | 07:26 Uhr |

Was heute wichtig wird: 29. Juli 2014 +++ Apple zieht Revision gegen Samsung zurück +++ Blackberry-CEO von Apples Partnerschaft mit IBM wenig beeindruckt +++ Daimler beschäftigt eigene Hacker-Truppe +++ Google-Nutzer sollen Translate-Übersetzungen verbessern +++ KFZ-Versicherung wirft Wundercar-Fahrer raus +++ Test: Webkalender nutzen mit Sunrise 1.0.2 +++ Die Funktion „Nicht stören“ bei der Arbeit mit dem iOS-Gerät nutzen

Was heute wichtig wird: 29. Juli 2014

Das Macwelt-Morgenmagazin wünscht einen Guten Morgen! Heute ist Zeugnistag in Bayern, was heißt, dass nun alle Bundesländer in den Ferien sind. Die ersten richten sich aber bereits wieder auf den Schulbeginn ein. Bayern und Baden-Württemberg genießen im Ferienkalender nach wie vor Priviliegien, während die anderen Bundesländer mal früher und mal später im Jahr Sommerferien haben, liegen diese im Süden weiterhin immer im August und der ersten Septemberhälfte. Der Grund mag vor 50 oder 60 Jahren noch korrekt gewesen sein: Kinder wurden von ihren Eltern als Erntehelfer gebraucht. In der Landwirtschaft sind aber selbst in Bayern heute nur noch die wenigsten tätig. So erfreuen sich bayerische Schüler am im August meist stabilen Sommerwetter. ohne einen Gedanken ans Dreschen zu verschwenden. Arbeitnehmer freuen sich nun, in den nächsten sechseinhalb Wochen auf weniger verstopften Straßen ins Büro zu kommen und dort vor der Tür auch tatsächlich einen Parkplatz zu finden. Wenn schon der Arbeitsbeginn so entspannt verläuft, geht die Arbeit flotter von der Hand und man wird früher fertig - auf in den Biergarten oder an den Badesee. Das ist Sommer. Und am Ende des Sommers wartet nochmals ein besonderes Highlight auf uns: Wir tippen auf den 9. oder 10. September als den Tag, an dem Apple sein neues iPhone präsentieren wird. Peter Müller

Lesetipps für heute Morgen:

Wie man den Mac vor Katastrophen schützt ( Macworld )

Kaufberatung: Vier Gründe für das Macbook Pro ohne Retina-Display ( Macworld UK )

EU-Kommission stimmt der Beats-Übernahme durch Apple zu ( EU-Pressemitteilung )

Bitcoin-App Blockchain ist zurück im App Store ( CNNMoney )

Apple zieht Revision gegen Samsung zurück

Im Patentstreit Apple vs. Samsung scheinen sich die Wogen ein wenig zu glätten. Apple hat am Montag laut eines Berichts von Foss Patents eine Anschlussrevision gegen ein vor gut zwei Jahren ergangenes Urteil gegen den Konkurrenten zurück gezogen. Seinerzeit hatte Richterin Lucy Koh zwar Samsung der Verletzung von Apple-Patenten schuldig gesprochen und den Konzern zunächst zu einer Milliarden-Strafe verurteilt, Apples Antrag auf Verkaufsverbote für 23 konkrete Produkte nicht stattgegeben. Gegen diese Entscheidung hatte Apple Revision eingelegt und nun zurück gezogen. Effektiv hätte ein Festhalten an der Revision aber wenig an der Situation geändert, keines der fraglichen Samsung-Produkte ist noch im Handel erhältlich. Apples Zug könnte jedoch ein Entgegenkommen im langjährigen Patentstreit signalisieren und eine möglichen Vergleich erleichtern.

Blackberry-CEO von Apples Partnerschaft mit IBM wenig beeindruckt

John Chen, CEO des Smartpahone-Herstellers Blackberry, der in der Vergangenheit vor allem in Unternehmen gute Geschäfte gemacht hat, sieht von der Kooperation Apples mit IBM wenig Gefahr für seine Firma aufziehen. Die Partnerschaft sei so, als ob zwei Elefanten miteinander tanzen wollen, gibt Chen der Financial Times in einem Interview seine Einschätzung. Derweil ist Blackberry aber selbst auf der Suche nach einem Tanzpartner, deutet Chen im gleichen Gespräch an, ohne konkrete zu werden. In Frage kämen etwa die Softwarehersteller SAP oder Oracle, selbst Samsung wäre ein möglicher Partner für Blackberry, das Chen gerade umzustrukturieren versucht.

Daimler beschäftigt eigene Hacker-Truppe

Der Autohersteller Daimler hat laut einem Bericht der Wirtschaftswoche als einer der ersten deutschen Konzerne eine interne Hacker-Truppe gegründet, die an einem geheimen Ort arbeite und aus fest angestellten Mitarbeitern bestehe. Die Truppe, so heißt es weiter, sei ständig mit der Attacke des Daimler-Firmennetzwerks beschäftigt, um so Schwachstellen aufzudecken.

Angriffe, die nicht abgewehrt werden können, sollten dabei zumindest so schnell wie möglich erkannt werden. Die Sicherheitschefin von Daimler, Sabine Wiedemann, wird mit den Worten zitiert: "Die Widerstandsfähigkeit der IT-Systeme muss so hoch geschraubt sein, dass es für den Angreifer zu aufwendig wird." Auch strengere Sicherheitsauflagen für Zulieferer seien geplant.

Google-Nutzer sollen Translate-Übersetzungen verbessern

Google selbst hat das offenbar auch eingesehen und holt jetzt seine Nutzergemeinde mit ins Boot, um die Qualität der Translate-Übersetzungen zu verbessern. Der Internet-Konzern hat dazu eine neue Community gegründet , bei der Sprachenthusiasten eingeladen sind mitzumachen. Anfänglich kann man dort neue Übersetzungen anlegen und vorhandene verbessern. Mit der Zeit will Google das Angebot für die Translate Community erweitern und seinen Freiwilligen dann auch mehr Einblick in die Auswirkungen ihrer Übersetzungsbeiträge anbieten. Ebenfalls geplant sind lokalisierte Community-Seiten für die Verbesserung der bevorzugten Google-Anzeigesprache.

So sieht derzeit das Interface für die Translate-Community aus - leider schaltet die (physische) Tastatur ständig auf US English um...
Vergrößern So sieht derzeit das Interface für die Translate-Community aus - leider schaltet die (physische) Tastatur ständig auf US English um...

Google Translate unterstützt derzeit 80 Sprachen - die Übersetzungen sind da einigermaßen passabel, wo erstens die Grammatik der Zielsprache einfach ist und zweitens Google große Indexe hat, gegen die es Vorschläge abgleichen kann.

KFZ-Versicherung wirft Wundercar-Fahrer raus

Mit den Smartphone-Apps von Uber und Wundercar kann man sich Privatautos als Taxi-Ersatz suchen. Am Steuer des PKWs sitzt nicht etwa ein professioneller Taxi-Fahrer, sondern eine Privatperson, die mit ihrem Auto etwas dazu verdienen will (im Falle von Wundercar erfolgt die Bezahlung in Form eines Trinkgelds). Der Taxi-Branche ist die neue Konkurrenz natürlich ein Dorn im Auge. Die Profi-Chauffeure können aber anscheinend auf Unterstützung durch die Versicherungsbranche hoffen: Der erste KFZ-Versicherer hat einem Wundercar-Fahrer die KFZ-Versicherung gekündigt.

Das berichtet das Branchenmagazin Taxi Times. Demnach habe der KFZ-Versicherer DA (Deutsche Allgemeine Versicherungen) einem Wundercar-Fahrer die KFZ-Versicherung gekündigt. Weil der Versicherer durch die geänderte Nutzungsart eine Gefahrenerhöhung sieht, die durch den bisher geltenden Versicherungsvertrag nicht abgedeckt war. Der betroffene Versicherungsnehmer hatte nämlich angegeben, dass er sein Fahrzeug nur „gelegentlich“ gewerblich nutzen würde.

So kam es zu der Kündigung

Die in Hamburg für die gewerbliche Personenbeförderung zuständige Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation ging einer Anzeige gegen den Wundercar-Fahrer nach. Er soll laut Taxi Times für eine 1,7 Kilometer lange Personenbeförderung ein Trinkgeld von sechs Euro erhalten haben und zudem zuvor bereits 74 durch Wundercar vermittelte Personenbeförderungen durchgeführt haben. Der Halter hatte seinen Wagen aber weder als Taxi noch als Mietwagen bei der Hamburger Behörde gemeldet. Deshalb wandte sich die Behörde an die KFZ-Versicherung des Wundercar-Fahrers und fragte, ob er seine Versicherung über die Wundercar-Tätigkeit informiert habe.

Dabei stellte sich heraus, dass der Fahrer bei der online abgeschlossenen Versicherung die Nutzungsart mit „überwiegend privat“ angegeben hatte, von der Wundercar-Tätigkeit wusste die DA nach eigenen Angaben nichts. Diese Selbsteinschätzung passte nach Meinung der DA aber nicht zu den mittlerweile 75 Wundercar-Fahrten. Woraufhin prompt die Kündigung erfolgte.

Laut Taxi Times ist dies der erste Fall, in dem ein Versicherungsunternehmen die KFZ-Versicherung wegen der Nutzung des privaten PKWs in Zusammenhang mit Wundercar gekündigt habe. Ob die Versicherung allerdings im Falle eines Personenschadens gezahlt hätte, sagte die Versicherung gegenüber der Behörde nicht.

Diese Haftungsfrage ist derzeit nicht geklärt. Von den KFZ-Versicherern gibt es dazu auch noch keine einheitlichen und verbindlichen Aussagen. Deshalb spekulieren Wirtschaftsmedien schon heftig darüber, dass einem Uber-Fahrer im Falle eines Unfalls – vor allem mit einem teuren Personenschaden – der finanzielle Ruin drohe.

Test: Webkalender nutzen mit Sunrise 1.0.2

Sunrise bietet für das iOS eine gute Kalender-App an, jetzt ist auch eine erste Version für das Mac-OS zu haben. Die kostenlose App ist im Prinzip ein spezialisierter Browser, der den Webkalender von Google anzeigt und in frei wählbaren Zeitabständen die Daten mit der Online-Version abgleicht. Verwaltet man seine Kalenderdaten nicht gerne per Webbrowser und möchte seine Termine immer im Blick behalten, ist das Tool aber eine gute iCal-Alternatve. Gut gelungen ist die Oberfläche, die Präsentation der Wochen- und

Monatsansicht ist sehr übersichtlich. Zusätzlich zum Google-Kalender ruft die App auf Wunsch Termine und Ereignisse von Facebook, Tweets eines Kontakts, Erinnerungen von Evernote und weitere Dienste ab. Verzichten muss man allerdings auf mehrere Optionen der Google-Webseite, so gibt es weder Terminübersicht noch 4-Tage-Ansicht. Auch bei Änderungen von Voreinstellungen wie der Kalenderfarbe muss man auf die Webseite zurückgreifen. Für die Erinnerung an wichtige Termine greift das englischsprachige Sunrise auf die Mitteilungszentrale des Systems zurück, OS X 10.9 ist die Mindestanforderung. Ein weiteres Manko: Im Unterschied zur iOS-Version unterstützt die Mac-Version Exchange bisher eben so wenig wie iCloud. iCloud-Termine kann man nur bei Nutzung der iOS-Version mit abgleichen.

Empfehlung  Sunrise

Sunrise bietet aktuell nur wenig Funktionen und beschränkt sich vor allem auf den Google Kalender. Mit der funktionsreichen iOS-Version kann die App nicht mithalten, trotzdem ist die Software für Einsteiger und Heimanwender eine interessante Lösung.

Die Funktion „Nicht stören“ bei der Arbeit mit dem iOS-Gerät nutzen

Über die Einstellung „Nicht stören“ können Sie manuell oder für feste Zeitintervalle festlegen, dass Sie weder durch Anrufe noch durch Nachrichten oder Benachrichtigungen gestört werden. In der Grundeinstellung gilt das jedoch nur, wenn das iOS-Gerät im Ruhezustand, also im Sperrzustand ist. Wollen Sie auch während konzentrierter Arbeit mit dem iPhone oder iPad nicht unterbrochen werden, wählen Sie in der Einstellung „Nicht stören“ die Option „Immer“ statt „Nur im Sperrzustand“.

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