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Morgenmagazin vom Dienstag, 29. November 2016

29.11.2016 | 06:57 Uhr |

Neue Entwickler-Betas +++ Gassée sieht Mac im Endspiel angekommen +++ Zehn Prototypen für iPhone 8 +++ Steuernachzahlungen: Apple soll 400 Millionen Euro an Frankreich zahlen +++ Der langweiligste Apple Music-Spot aller Zeiten +++ Saarländischer Innenminister fordert WhatsApp-Überwachung +++ San Francisco: Unbekannte hacken Fahrkartenautomaten +++ Intel Kaby Lake: So viel kosten die neuen i5 und i7-Prozessoren

29. November: Der lange Advent

Das Macwelt-Morgenmagazin wünscht einen Guten Morgen! Zwischen dem längstmöglichen Advent - dem beinahe fünfwöchigen in diesem Jahr - und dem kürzest möglichen liegt in der Regel nur ein Jahr. Wenn nämlich wie 2017 der Heilige Abend auf einen Sonntag fällt, so ist er auch gleichzeitig der vierte Advent, sonst ist das der Sonntag davor, in diesem Jahr eben der 18. Dezember. Man hat allerdings schon seit Jahren den Eindruck, dass der Plan Makulatur ist, spätestens seit Halloween sind Weihnachtsdekorationen allgegenwärtig, von den seit September in den Supermarktregalen vertrocknenden Lebkuchen sprechen wir gar nicht erst.

Dass viele der Weihnachtsmärkte teils schon seit Jahren Lichter- oder Wintermärkte genannt werden, hat vor allem mit der erhofften Profitmaximierung zu tun. Wenn man nämlich seinen Open-Air-Würstelstand schon deutlich vor dem Novemberende eröffnet und ihn erst nach Dreikönig wieder schließt, sollte ein deutliches Mehr an Umsatz bei nicht allzu sehr gestiegenen Kosten in der Kasse bleiben, dürfte die Überlegung lauten. Wenn der Kunde nicht mehr als eine Bratwurst pro Tag vertilgt, muss es halt mehr Tage geben, an denen man Kunden locken kann.

Wer heute dagegen ein Gesetz konzipierte, das Weihnachtsmärkte nur noch streng in der Zeit vom ersten Adventssonntag bis Heilig Abend am Mittag erlaubte, würde einen Shitstorm sondergleichen kassieren, mit Vorwürfen und Unterstellungen, die komplett an der Intention vorbei gingen. Eine kürzere, kompaktere Vorweihnachtszeit könnten nur die Kunden der Märkte auf die Dauer erzwingen, indem sie einfach nicht schon im September Lebkuchen kaufen (aber da sind sie noch frisch!) oder am Freitag vor dem ersten Adventswochenende sich den Glühwein und die Bratwurst im Freien gönnen (aber da war es noch nicht so kalt wie in dieser Woche!). Der Kunde ist König. Früher konnte nur der Kaiser über die Dauer des Advent bestimmen.

So begab es sich am Sonntag, dem 26. November des Jahres 1037, als Konrad, Kaiser des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation aus dem Haus der Salier einfach nicht in der Stimmung war, einen ganzen Monat vor dem Weihnachtsfest schon Advent zu feiern. Wir wissen nicht genau, was ihm die Vorweihnachtsfreude verhagelte, war der Wein noch nicht fertig vergoren, das Schwein noch nicht verwurstet, die Kerzen für den Adventskranz noch nicht gezogen, der Weihnachtsbaum für den Marktplatz noch nicht ausgesucht oder nach Straßburg gekarrt? Ist natürlich alles Quatsch, die Folge waren aber Konrads Bestimmungen für den Advent, der niemals länger dauern dürfe als die 28 Tage wie in einem Jahr wie diesem. Darauf lassen wir uns doch gerne nach Feierabend noch einen Glühwein schmecken... Peter Müller

Lesetipps für den Dienstag

Parade der Kandidaten: Irgendwie werden wir auch kommenden September vom neuen iPhone enttäuscht sein, weil sich vielleicht doch nicht alle Spekulationen über neue Techniken und Designs als korrekt erwiesen haben werden oder weil wir ganz andere Vorstellungen vom iPhone 8 hatten. Laut Wall Street Journal wird sich Apple vor allem hinsichtlich des Look and Feel des Smartphones intensiv Gedanken machen und aus vielen Vorschlägen den hoffentlich besten auswählen. Es seien in Cupertino bereits zehn Protoypen in der engeren Auswahl, einige davon setzten auch auf ein gebogenes Display, das auf OLED basiert. Vor allem OLED dürfte Apples Zulieferer vor Herausforderungen stellen, da der iPhone-Hersteller etliche dutzend Millionen davon benötigen wird.

Eine Reihe von Updates: Entwickler dürfen noch nicht in den Weihnachtsurlaub, Entwickler haben im Advent noch einiges mit kommenden Updates für Apples Betriebssysteme zu tun. Gestern Abend veröffentlichte Apple die jeweils vierten Betas für iOS 10.2, watchOS 3.1.1 und macOS Sierra 10.12.2. Bisher sind die Vorabversionen nur registrierten Entwicklern zugänglich, vermutlich stellt sie der Mac-Hersteller aber noch heute in das öffentliche Beta-Programm ein. Im wesentlichen bringen die neuen Versionen Fehlerbereinigungen und Leistungsoptimierungen, aber nach dem Update auf Unicode 9.0 halten auch eine Reihe neuer Emojis Einzug. Mit dabei sind etwa Piktogramme für Selfies, eines Clowns und für eine Reihe neuer Berufe. In der Musik-App für iOS 10.2 kehrt die Sternebewertung zurück, ebenso Schaltflächen für zufällige und wiederholte Wiedergabe.


Hübsch, aber nicht smart genug: Muss eine Smartwatch aussehen wie die Apple Watch? Vermutlich ja, wenn sie wirklich smart und vor allem multifunkional sein will. Ob das Display jetzt quadratisch oder rund sein muss, darüber könnte man noch debattieren. Wer aber lieber beim klassischen Uhrendesign bliebe, der muss Abstriche machen. Diese Erfahrung hat jetzt auch unsere Macworld-Kollegin Caitlin McGarry beim Test der Smartwatch von Frederique Constant  gemacht. Schick ist sie schon, aber ihr Versprechen hinsichtlich Intelligenz kann sie nicht halten, vor allem die Kommunikation mit dem iPhone gestaltete sich oft zu schwierig.

Endspiel: Der Mac wird bald 33 Jahre alt und würde Apple seine Rechnersparte ausgliedern, wäre das Unternehmen Macintosh Inc. immer noch auf Platz 139 in der Fortune-500-Liste zu finden. Nicht zu übersehen ist jedoch, dass der PC im Allgemeinen und der Mac in Speziellen seine besten Zeiten hinter sich hat. Apples ehemaliger Top-Manager Jean-Louis Gassée hat sich auf seinem Blog Monday Note Gedanken darüber gemacht, ob und wie Apple aus dem Business mit Laptops und Desktops aussteigen werde. Eines scheint jetzt schon klar: Apple versucht weiterhin seinen Platz am oberen Ende der Preisskala zu halten und sich nicht durch Preissenkungen allmählich aus dem Markt zu verabschieden. Letztendlich würden Entwickler und Anwender entscheiden, wann es Zeit ist, den letzten Mac zu kaufen und nur noch auf iOS-Geräte zu setzen.

Entscheidungsspiel: Für die Zukunft der Apple Watch könnte das laufende Quartal, insbesondere der anstehende Dezember, wirklich entscheidend sein, meint Business Insider. Vor einem Jahr hat Apple nach IDC-Schätzungen im Dezemberquartal  4,1 Millionen Stück verkauft, im Kalenderjahr 2016 war der Absatz insgesamt deutlich schlechter als im Jahr 2015. Das laufende Quartal ist das erste volle Quartal mit der verbesserten Apple Watch Series 2 und der im Preis gesenkten Series 1. Apple nennt nach wie vor keine offiziellen Zahlen, sondern subsumiert die von der Apple Watch generierten Umsätze im Bilanzpunkt "Sonstige Verkäufe".

Weitere Nachrichten:

Steuernachzahlungen: Apple soll 400 Millionen Euro an Frankreich zahlen

Wie das Pariser Wochenblatt L’Express berichtet, fordern die französischen Finanzbehörden Apple auf, Steuernachzahlungen aus den Fiskaljahren 2011 bis 2013 zu begleichen. Obwohl diesbezüglich weder von Apple noch von Frankreichs Seite eine offizielle Bestätigung veröffentlicht wurde, soll es sich um Zahlungsbeiträge in Höhe von bis zu 400 Millionen Euro handeln.

Dies sollen eine Steuerprüfung sowie Durchsuchungen aufgedeckt haben. Darüber hinaus beklagen die französischen Finanzbehörden, dass die Steuerlast bewusst minimiert werde, indem die durch den Verkauf von Apple-Produkten getätigten Einnahmen über die irische Tochterfirma laufen.

Den Vorwurf einer angeblichen „Passivität“ gegenüber Apple erklärt der französische Finanzminister Michel Sapin damit, dass die geltenden Gesetze und Steuerrechte geachtet werden, „[…] egal, ob es sich hier um eine Firma mit einer Frucht im Namen handelt oder eine andere.“  Apple dürfe daher keine speziellen Verhandlungen erwarten.


Der langweiligste Apple Music-Spot aller Zeiten

Telekom-Kunden können Apple Music nun sechs Monate lang kostenlos nutzen - „im bestem Netz“. Damit wirbt die Telekom in ihrem neuen Spot, in dem FC Bayern-Star Mats Hummels das neue Werbegesicht für Apple ist.

Wer aber auf einen ähnlich amüsanten Werbeclip gehofft hat, wie man es bereits von den US-amerikanischen Musikern Taylor Swift und Drake gewohnt ist, wird aber wohl enttäuscht werden.

Während Swift und Drake sich selbst nicht allzu ernst nehmen, während des Workouts zu Liedern des jeweils anderen singen und sich am Ende sogar auf die Nase legen, ist der Werbespot für den deutschen Markt erstaunlich nüchtern.

„Egal wo, egal wann - mit Apple Music habe ich meine Lieblingsmusik immer dabei.“ Nach einer kurzen Definition des Streamingdienstes von Apple joggt Hummels im Bayern-Outfit durch den Wald, hüpft über im Weg liegende Baumstämme, läuft durch Pfützen - und das alles mit dem Beginner-Hit „Ahnma“ auf den Ohren (natürlich hat Hummels Beats-Kopfhörer). Keine Pointe, kein lustiger Sportunfall wie bei Swift oder Drake.

Am Ende des Clips kommt der eigentliche Mehrwert, den die Telekom verspricht - den Streaming-Dienst eben für ein halbes Jahr kostenlos nutzen zu können.


Alles in allem also ein Werbeclip, den man vermutlich gleich nach dem Ansehen wieder vergessen hat. Es sei denn, man ist Hummels- oder Bayern-Fan oder hat die letzten zwei Jahre unter einem Stein gewohnt und erfährt gerade zum ersten Mal, was Apple Music eigentlich ist.

Saarländischer Innenminister fordert WhatsApp-Überwachung

Klaus Bouillon (CDU), Innenminister des Saarlands und Vorsitzender der Innenministerkonferenz, will im Kampf gegen Kriminelle auch Messenger-Dienste wie WhatsApp überwachen . Dafür will Bouillon WhatsApp und Co. zur „Mithilfe verpflichten“.

Unternehmen können ihre Mithilfe bei der Verfolgung von Terrorismus und organisierter Kriminalität derzeit noch verweigern und den Sicherheitsbehörden damit den Zugriff auf die Messenger-Kommunikation verwehren. Damit der Staat künftig dennoch eingreifen kann, befindet sich derzeit die "Zentrale Stelle für Informationstechnik im Sicherheitsbereich" (Zitis) im Aufbau. Zitis soll die Messenger-Verschlüsselung knacken und dem Staat so Abhör-Technologie an die Hand geben. Die Kooperation von Messenger-Anbietern wäre so nicht mehr notwendig. Die Zitis-Software soll anschließend beim Bundeskriminalamt, bei der Bundespolizei und dem Bundesamt für Verfassungsschutz zum Einsatz kommen.

Beim Abhören und Mitlesen von Messenger-Kommunikation müssten laut Bouillon jedoch auch weiterhin die Persönlichkeitsrechte geschützt werden. Der Innenminister fordert außerdem eine Ausweitung der Vorratsdatenspeicherung auf einen längeren Zeitraum. In einer Berliner Erklärung hatten die Innenminister der Union bereits das „überzogene Datenschutzrecht“ angeprangert. Sicherheitsbehörden würden dadurch teilweise unverhältnismäßig eingeschränkt. Laut Bouillon sollte nicht der Datenschutz, sondern der Schutz der Menschen durch alle technischen Möglichkeiten im Vordergrund stehen.

Über die Themen Datenschutz und Überwachung wird am 29. und 30. November beim Treffen der Innenminister von Bund und Ländern in Saarbrücken diskutiert. Die Innenminister der Länder können dabei Empfehlungen einbringen.

San Francisco: Unbekannte hacken Fahrkartenautomaten

Die Bewohner von San Francisco haben derzeit Schwierigkeiten, gültige Tickets an Fahrkartenautomaten für die Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel zu lösen. Und durften daher am Wochenende gratis fahren. Unbekannte Hacker haben am vergangenen Freitagnachmittag die Kontrolle über eine Vielzahl der Automaten der San Francisco Municipal Transportation Agency (MUNI) übernommen. Auf den Displays erschien der Hinweis, dass das Gerät gehackt und die Daten verschlüsselt wurden. Zur Freigabe des Automaten solle eine Mail an die angegebene Mail-Adresse gesendet werden. Später stellte sich heraus, dass der "Entführer" knapp 70.000 US-Dollar (etwa 65.000 Euro) in Form von 100 Bitcoins für die Freigabe der Fahrkartenautomaten fordert.

Über das Wochenende konnte MUNI zumindest über einen Teil der betroffenen Automaten wieder die Kontrolle erhalten. Allerdings sind offenbar weiterhin viele Automaten in der Stadt außer Betrieb. Lokalmedien kontaktierten den Hacker über die von ihm angegebene Mail-Adresse. Als Antwort kam zurück, dass das gesamte Computersystem von MUNI mit Malware infiziert worden sei. Dazu passt auch, dass die Fahrer der öffentlichen Verkehrsmittel nicht wie gewohnt mit Computerausdrucken ihre Routen erhielten, sondern über handgeschriebene Notizblätter.

Das FBI hat in dem Fall bereits die Ermittlungen übernommen. Offenbar führte eine Phishing-Attacke den oder die Hacker ans Ziel. Anschließend konnte die Malware sich im MUNI-Netzwerk ausbreiten.

Intel Kaby Lake: So viel kosten die neuen i5 und i7-Prozessoren

Intel will aktuellen Planungen zufolge seine neuen Kaby-Lake-Prozessoren im Januar 2017 präsentieren. Preise für die neuen CPUs sind aber jedoch schon jetzt im Internet aufgetaucht. Laut  dem niederländischen Online-Shop Centralpoint wird das kleinste i5-Modell, der Intel Core i5 7400, inklusive Mehrwertsteuer 235 Euro kosten. 

Für den primär für Spieler interessanten Core i7 7600K werden 301 Euro fällig. Die maximale Leistung erhalten Käufer des Core i7 7700K für 434 Euro. Eilige Käufer müssen möglicherweise auch nicht mehr bis 2017 warten. Laut Centralpoint soll beispielsweise der Core i7 7700K schon ab dem 10. Dezember 2016 ausgeliefert werden. 

Von Skylake werden sich die neuen Intel-Prozessoren nur in wenigen Einzelbereichen unterscheiden. Schneller arbeiten die Chips primär durch einen leicht angehobenen Takt. Spannend: Auch Konkurrent AMD will im Januar 2017 mit Zen seine neue Prozessor-Familie ausliefern.

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