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Morgenmagazin vom Dienstag, 30. März 2021

30.03.2021 | 07:08 Uhr | Peter Müller

Apple weitet Independent Repair Provider Program global aus +++ Neue Hinweise auf Apple TV Remote +++ FTC stellt Prozess gegen Qualcomm ein +++ Neue Naturdokus auf Apple TV+ +++ Schufa könnte an US-Finanzinvestoren verkauft werden +++ Bitcoins auf dem Gameboy schürfen geht, aber...

30. März: Noh all dänne Johre

Macwelt wünscht einen guten Morgen! Wenn 70 das neue 50 ist, dann hat Wolfgang Niedecken, der am 30. März 1951 ("em sechsten Johr nach'm Krieg") in Köln am Rhein zur Welt kam noch mindestens 17 Jahre bis zum Ruhestand. Nimmt man die drei bis fünf Jahre Pandemie hinzu, die Live-Rock'n-Rollern das Live-Rock'n-Rollen unmöglich macht, werden wir vielleicht am 30. März 2041 in der Köln-Arena den 90sten Geburtstag des BAP-Gründers feiern. Kein Dinner for one, sondern Rock'n Roll für zehntausende. Kann gut sein, dass Keith Richards und Bruce Springsteen dann auch auf der Party vorbeischauen. Von wegen "I hope I die, before I get old" - selbst zwei von den Who sind ja noch bei bester Gesundheit und stehen in den Startlöchern, wieder auf Tour zu gehen.

Wolfgang Niedecken's BAP, wie die Band aus Köln seit ein paar Jahren wieder offiziell heißt, würde heute nach einer "Aufwärmtournee" durch kleine Hallen und Clubs die große Tour eröffnen, auf der das jüngste Album "Alles fließt" zum Vortrage kommen sollte - und dazu jede Menge alter Stücke, deren Texte oder zumindest Titel längst in den allgemeinen Sprachgebrauch gegangen sind.

So titelte letzte Woche der nie um einen Kalauer verlegene Spiegel, im Suezkanal läge ein Frachter nun "Verdammt lang quer". Andere schauen in den Spiegel im Badezimmer und sehen dort "Verdammt lang Hair" auf dem Kopf wuchern – es hat wohl im Jahr 1982 einige Hörer gegeben, die die Geschichte um den unausgesprochenen Vater-Sohn-Konflikt für ein Lied über lange Haare hielten - die Niedecken ja auch trug und heute auch wieder trägt, nur ein wenig grauer.

Wir gratulieren aus dem fernen Bayern zum 70sten und vertrauen darauf, dass das Leben eine Autobahn ist, mit Staus und Kurven. Da aber suwiesu  alles im Fluss ist, von Rotterdam bis Basel stromaufwärts und leer retour, stellen wir uns füür, bald wieder drei bis vier Stunden in einem Publikum zu stehen, weil wir dann da sind, wo wir hin gewollt haben. Ich jönn et uns, han ich jesaat.

Lesetipps für den Dienstag

Neu aufgerollt: Apple will gegen ein Urteil aus dem August 2020 vorgehen, das den iPhone-Hersteller zur Zahlung eines Schadenersatzes in Höhe von 506 Millionen US-Dollar an den Kläger PanOptics, einem Patent-Troll, verpflichtet. Apple sieht das Urteil als "befleckt2 an, da neun angebliche Verletzungen von fünf Patenten in einer Frage behandelt wurde, es sei daher unmöglich, welchen Behauptungen von PanOptics die Jury zustimmte und welchen nicht. In dem in Texas angestrengten Prozess ging es um Patente rund um LTE-Mobilfunk.

Weiter ausgerollt: Apple hat sein Programm für unabhängige Reparaturbetriebe global ausgeweitet. Das zunächst in den USA als Pilotprojekt gestartete Independent Repair Provider Program lässt zu, dass auch Dritte Originalbauteile und Reparaturanleitungen für iPhone, iPad und Mac von Apple erhalten können - im Fall des Falles muss man nicht die Genius Bar des nächsten Apple Store aufsuchen und einen hohen Preis für die Reparatur bezahlen. Zuletzt hatte Apple das Programm auf Kanada und Europa ausgedehnt, nun sollen weltweit in über 200 Ländern unabhängige Betriebe damit bedient werden. Apple reagiert damit auf Bestrebungen von Gesetzgebern weltweit, die ein Recht auf Reparatur fordern. Apple hatte dies immer mit der Begründung abgelehnt, nicht autorisierte Betriebe könnten die Sicherheit von Geräten wie dem iPhone gefährden. Um an dem Programm teilzunehmen, müssen sich Betriebe nicht der langwierigen Qualifikation zum Apple Service Provider unterziehen, aber einen von Apple zertifizierten Techniker beschäftigen.

Dokumentationen : Am 16. April, dem Freitag vor dem Earth Day, bringt Apple TV+ die jeweils zweiten Staffeln der Naturdokus "Tiny World" und "Earth At Night in Color" ins Programm. Dazu kommt die neue Dokumentation "The Year Earth Chanced", die von Sir Richard Attenborough präsentiert wird. Diese dreht sich um die Natur und die Auswirkungen der Covid-Krise auf sie. "Während dieses äußerst schwierigen Jahres haben viele Menschen den Wert und die Schönheit der natürlichen Welt neu bewertet und daraus großen Trost geschöpft", zitiert die Pressemitteilung den Filmemacher. "Aber der Lockdown hat auch ein einzigartiges Experiment geschaffen, das den Einfluss, den wir auf die natürliche Welt haben, beleuchtet hat. Die Geschichten darüber, wie die Tierwelt reagiert hat, haben gezeigt, dass selbst kleine Veränderungen in unserem Handeln einen großen Unterschied machen können."

Hinweise : Apple plant offenbar eine neue Fernbedienung für das Apple TV, womöglich zusammen mit einer neuen Version der Settopbox soll diese wohl im Verlauf des Jahres erscheinen. Nachdem Macrumors im Code der Beta von tvOS die Benennung "Apple TV Remote" gefunden hatte - bisher ist die Fernbedienung als "Siri Remote" bekannt - berichtet nun 9to5Mac, dass da in der Tat etwas im Busch sei und eine Fernbedienung mit dem internen Codenamen "B519" in Arbeit sei. Dies wisse man aus internen Quellen. Das aktuelle Modell trägt die Typbezeichnung "B439", es stehe also zu erwarten, dass die Änderungen wieder etwas umfangreicher werden als zuletzt, als die Fernbedienung lediglich einen weißen Kreis um die "Menü"-Taste bekam. Gerade das Fehlen physischer Knöpfe stört viele Benutzer an der Fernebedienung des Apple TV, im einem dunklen Raum ist sie kaum nutzbar. Immerhin hat Apple ihre Funktionen in iOS und iPadOS integriert, die Settopbox lässt sich weit besser mit iPhone oder iPad bedienen, wenn man es nicht mit Sprachbefehlen via Siri versucht.

Aufgegeben: Die Federal Trade Commission (FTC) lässt in den USA eine Klage gegen den Chip-Hersteller Qualcomm wegen Verletzungen des Kartellrechts fallen und geht wegen "zu starken Gegenwindes" nicht vor das oberste Gericht. In einem ersten Urteil hatte ein Bezirksgericht Qualcomm als schuldig im Sinne der im Jahr 2017 erhobenen Klage verurteilt, Qualcomm würde seine Machtposition ausnutzen und Kunden wie Apple zu hohe Lizenzgebühren für seine Chips abpressen. Ein Berufungsgericht hatte dieses Urteil jedoch kassiert, die FTC will das nun akzeptieren, obwohl die Handelsbehörde laut ihrer Leiterin Rebecca Kelly Slaughter weiterhin davon überzeugt ist, ausweichend Beweise für ein Fehlverhalten Qualcomms gesammelt zu haben. "Die Mitarbeiter der FTC haben den Fall hervorragend präsentiert, und ich bin weiterhin der Meinung, dass die Schlussfolgerung des Bezirksgerichts, dass Qualcomm gegen die Kartellgesetze verstoßen hat, völlig korrekt war und dass das Berufungsgericht einen Fehler gemacht hat, als es zu einem anderen Schluss kam", sagte Slaughter. "Mehr denn je müssen die FTC und andere Strafverfolgungsbehörden die Kartellgesetze mutig durchsetzen, um missbräuchliches Verhalten von marktbeherrschenden Unternehmen zu verhindern, auch auf Hochtechnologiemärkten und solchen, die geistiges Eigentum beinhalten."

Weitere Nachrichten:

Schufa könnte an US-Finanzinvestoren verkauft werden

Die deutsche Kreditauskunft Schufa steht vielleicht vor einem Verkauf an Finanzinvestoren, wie Bloomberg berichtet. Schufa-Miteigentümer - darunter Deutsche Bank und Commerzbank - verhandel laut mit der Sache vertrauten Personen über einen Verkauf ihrer Anteile. Auch ein Komplettverkauf stehe demnach zur Debatte.

Die in Wiesbaden ansässige Kreditauskunft Schufa verwaltet Daten über die Kreditwürdigkeit von rund 70 Millionen Bundesbürgern. Die Schufa stellt eine Bonitätsauskunft zur Verfügung, etwa wenn Kunden eine Smartphone-Vertrag abschließen oder ein Auto finanzieren möchten.

Das Heikle an dem möglichen Verkauf: Die Auskunftei soll an Finanzinvestoren gehen, darunter an Private-Equity-Investoren aus den USA. Die Gespräche sollen mit dem amerikanischen Investoren Hellman & Friedman sowie EQT aus Schweden geführt worden seien. Von einem Wert von etwa 2 Milliarden Euro soll die Rede sein. Die Gespräche über den möglichen Verkauf sollen sich noch in einem frühen Stadium befinden.

"Private-Equity" ist der englische Begriff für Beteiligungskapital. Investoren wie Hellman & Friedman investieren also in Unternehmen, profitieren vom Gewinn und investieren damit in weitere Geschäfte - so der Optimalfall. In Deutschland werden Private-Equity-Investoren auch gerne umgangssprachlich als "Heuschrecken" bezeichnet, weil sie mitunter gesunde Firmen aufkaufen, diesen Schulden aufbürden und sie dann mit höchstmöglicher Rendite weiterverkaufen.

Datenschützer dürften von dem Umstand, dass sensible Daten der Schufa an Private-Equity-Investoren aus dem Ausland gehen, alles andere als begeistert sein. Erst vor Kurzem hatten Datenschützer vor einem Verfahren der Schufa gewarnt, mit dem Kunden ihren Schufa-Score verbessern hätten können, sofern sie dem Institut Zugriff auf die eigenen Kontoauszüge gewährt hätten. Nach einiger Kritik stellte die Schufa das umstrittene Projekt "SCHUFA Check Now" ein: Gläserner Kunde: Schufa äußert sich zu umstrittenem Projekt .

Bitcoins auf dem Gameboy schürfen geht, aber...

Selbst der im Jahr 1989 erschienene Nintendo Game Boy lässt sich dazu verwenden, Bitcoins zu minen. Das beweist der Youtuber "stacksmashing" in einem am Wochenende veröffentlichten Video. Zur Umsetzung des Projekts war aber einige Bastelei notwendig: Der Game Boy musste mit einem Raspberry Pi Pico über einen speziellen Adapter verbunden werden. Damit hat der Game Boy eine Verbindung ins Internet. Die eigentliche Mining-Software "läuft" dann auf dem Game Boy. Wobei "läuft" etwas übertrieben formuliert ist.

Laut "stacksmashing" kommt der Game Boy nämlich nur auf eine Leistung von 0,8 Hashes pro Sekunde und ist damit um die 125 Billionen Mal langsamer als ein ASIC-Miner. Für die Berechnung eines einzigen Bitcoin müsste man daher, so "stacksmashing", ein paar Billiarden Jahre warten. Reich wird man damit also nicht...

Hier das komplette Video "Mining Bitcoin on the Game Boy", in dem etwas genauer erläutert wird, wie aus dem Game Boy ein Bitcoin-Mining-Rig wird:

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