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Morgenmagazin vom Dienstag, 30. September 2014

30.09.2014 | 07:33 Uhr |

Was heute wichtig wird: 30. September 2014 +++ Apple bringt Patch für Shell-Shock-Lücke in Bash +++ Micro-SD-Karten-Adapter Mini Drive von Nifty mit 128 GB +++ +++ iPhone 6 (Plus) angeblich abhörsicher vor NSA & Co. +++ Bahn: Gratis-WLAN in ICE-Zügen kommt +++ Galaxy Alpha soll iPhone 6 Paroli bieten +++ AVM warnt vor gezielten Angriffen auf Fritzbox

Was heute wichtig wird: 30. September 2014

Das Macwelt-Morgenmagazin wünscht einen Guten Morgen! Der September endet mild, als ob er sich für den Juli und den August entschuldigen wollte. Das ändert leider nichts an der Tatsache, dass die Nächte mittlerweile länger sind als die Tage und die dunkle Jahreszeit ansteht. Mit dem dritten Quartal des Kalenderjahres endet in Cupertino und anderswo auch das gesamte Geschäftsjahr, die Bilanz wird für Apple wieder so golden ausfallen wie sich die Wälder in dieser Jahreszeit präsentieren. Veröffentlichen wird Apple seine Zahlen für das vierte Quartal und das gesamte Geschäftsjahr jedoch erst in gut drei Wochen, in der Woche ab dem 20. Oktober geht es vermutlich Schlag auf Schlag. Aller Voraussicht nach zeigt Apple in San Francisco oder Cupertino neue iPads und neue Macs, am Tag darauf sollte die Bilanz öffentlich werden und am Donnerstag jener Woche ist mit OS X Yosemite zu rechnen. Den Rest des Jahres wird Apple vorwiegend damit verbringen, die Apple Watch fertig zu entwickeln während sich der Rest der Produktpalette so gut verkauft wie nie.

Ungemach droht derweil von anderer Seite, die EU will vorwiegend irische Steuerschlupflöcher stopfen und legt sich gleich mit mehreren Industriegrößen an. Neben Apple könnte auch Oracle und Microsoft eine Nachzahlung i n Milliardenhöhe ins Haus stehen, das komplette Geschäftsmodell der irischen Steuerminimierung steht dann vor dem Aus. Wie weit die Kommission wirklich gehen wird, ist noch völlig offen, Apple könnte allmählich aber schon in seine Bilanz einrechnen, was striktere Steuereintreibung kosten würde. Der neue Finanzchef Luca Maestri steht also gleich vor großen Herausforderungen, selbst wenn die Bilanz für das Geschäftsjahr 2013/14 zunächst einmal einen goldenen Oktober verspricht. Peter Müller

Lesetipps für heute Morgen:

Chinesische Behörden erteilen Genehmigung : iPhone 6 und iPhone 6 Plus stehen nach der Freigabe der Behörden unmittelbar vor ihrem Verkaufsstart in der Volksrepublik China. In Hongkong sind sie schon seit dem 19. September zu haben, der Graumarkt boomt.

Geschäftsmodell gesucht : Streaming wird immer populärer auf Kosten der bezahlten Downloads. Schon einmal hat Apple mit dem iTunes Store zwar das drängende Problem der illegalen Downloads gelöst, dem profitablen CD-Geschäft damit aber den Todesstoß verpasst. Apple, Spotify und andere Streaminganbieter sind gefordert, ein tragfähiges Geschäft zu entwickeln.

Apple stellt NFC-Expertin ein : Für den Ausbau von Apple Pay in Europa hat Apple eine Spezialistin angeheuert. Mary Carol Harris kommt von Visa und bringt Erfahrungen mit NFC von einer früheren Arbeitsstelle bei Telefonica mit ein.

Erste Beta für iOS 8.1 : Entwickler können ab sofort die neueste Fassung des mobilen Betriebssystems laden.

Weitere Nachrichten

Apple bringt Patch für Shell-Shock-Lücke in Bash

Apple hat auf die letzte Woche entdeckte Sicherheitslücke in der Shell Bash reagiert und Patches für seine Mac-Betriebssysteme Lion , Mountain Lion und Mavericks veröffentlicht. Die Lücke besteht in Bash bereits seit gut zwanzig Jahren, wurde aber erst kürzlich entdeckt. Zwar könnten Angreifer über sie Kontrolle über Linux- und Unix-Rechner sowie Macs übernehmen, die Gefährdung war bisher aber nur theoretischer Natur. Wie etwa die Sicherheitsexperten von Intego ausführen , wären auf dem Mac nur in zwei seltenen Situationen denkbar gewesen. Entweder sei die entfernte Anmeldung für alle Anwender frei geschalten oder auf einem älteren Server müssten Dienste wie Apache oder PHP Scripting laufen, über die Angreifer attackieren könnten. Das für die zweite Oktoberhälfte erwartete neue Mac-Betriebssystem Yosemite dürfte bereits mit reparierter Bash zur Auslieferung kommen.

Micro-SD-Karten-Adapter Mini Drive von Nifty mit 128 GB

Als Crowdfunding-Projekt wurde das Mini Drive von Nifty bereits 2012 eingeführt, und zwar mit einer Speicherkapazität von 64 GB für die Macbooks einschließlich das Macbook Air. Die Macwelt hat vergangenes Jahr ausführlich über diese spezielle Speichererweiterung mit Adapter für eine Micro-SD-Card berichtet . Nun sind diese Adapter zur Erweiterung der Speicherkapazität auch für das Macbook Pro 15 Zoll mit Retina-Display, welches nach Oktober 2013 auf den Markt gekommen ist, erhältlich.

Die Besonderheit der Mini Drives liegt im Design: Der Träger ist passgenau für den SD-Karten-Slot des Macbooks angefertigt, sodass er darin verschwindet und nicht übersteht, wie der Hersteller verspricht. Die sichtbare Kante ist wie das Apple-Gehäuse aus Aluminium produziert und hebe sich daher auch farblich nicht hervor. Damit sorgt das Nifty Mini Drive für eine permanente Speicherplatzerweiterung, die als externes Laufwerk dienen kann. Ohne zusätzliche Software erkennt das Macbook den Adapter mit der Speicherkarte und ist sofort einsetzbar. Mit jetzt bis zu 128 GB verfügbaren Micro-SD-Karten sind tägliche Time-Machine-Backups und die Sicherung sensibler Dokumente damit möglich – ebenso wie die Auslagerung der iPhoto-Bibliothek, der iTunes-Mediathek und einiger Mac-Games auf das Mini Drive, wie der oben erwähnte Macwelt-Bericht zeigt. Daten sind damit außerdem auf dem laut Anbieter stoß- und wasserfesten Nifty Mini Drive gespeichert und können notfalls mit Hilfe einer Klammer an den Ösen aus dem Apple-Notebook herausgeholt werden.

Bisher bot Nifty drei Varianten des Produktes an: Eine für das Macbook Air 13 Zoll, eine für das Macbook Pro 13 und 15 Zoll, welches auch für das Macbook Pro Retina 15 Zoll (Modell vor Oktober 2013) passt, und eine für das Macbook Pro Retina 13 Zoll. Nun also ist auch das Mini Drive für die aktuelle Generation des Macbook Pro Retina 15 Zoll (Modell nach Oktober 2013) verfügbar.

Im Lieferumfang sind ein Adapter für Micro-SD-Karten für das gewünschte Macbook inklusive einer 4 GB SD-Karte enthalten. Unterstützt werden SD, SDHD und SDXC Micro-SD-Karten. Erhältlich sind die Nifty Min iDrives zu einer UVP von 35 Euro inklusive Mehrwertsteuer im Apple-Fachhandel und online.

iPhone 6 (Plus) angeblich abhörsicher vor NSA & Co.

iPhone 6 (Plus) angeblich abhörsicher vor NSA & Co. (c) Apple
Vergrößern iPhone 6 (Plus) angeblich abhörsicher vor NSA & Co. (c) Apple
© Apple

Die auf einem iPhone 6 oder iPhone 6 (Plus) abgelegten Daten sollen sicher vor Schnüffelattacken durch Geheimdienste wie die NSA und Strafverfolgungsbehörden sein. Das berichtet die New York Times. Grund dafür sei der Einsatz einer Verschlüsselung, die auf komplexen mathematische Formeln basiere.

Der von dem jeweiligen Gerät verwendete Code sei einzigartig und werde direkt von und nur auf dem Gerät generiert. Ein Gericht könnte damit Apple nicht dazu auffordern, die Inhalte eines iPhone 6 unverschlüsselt offenzulegen, weil das Unternehmen selbst nicht im Besitz der Codes sei und somit auch nicht zu deren Herausgabe gezwungen werden könne. Apple könnte höchstens die verschlüsselten Daten an einen Geheimdienst geben, die dieser dann erst einmal entschlüsseln müsste.

Die US-Zeitung zitiert den FBI-Direktor James B. Comey, der sich besorgt darüber gezeigt habe, dass die Unternehmen Geräte auf den Markt bringen, die es den Menschen erlauben, sich vor dem Gesetz zu verstecken. Er nannte als Beispiel eine Entführung, bei dem die Informationen zum Auffinden der Person auf einem von einem Verbrecher derartig geschützten Smartphone abgelegt sein könnten. Selbst mit einem Gerichtsbeschluss sei man dann nicht in der Lage, an die Informationen zu gelangen. US-Geheimdienstler teilen die Befürchtung, lassen zu diesem Zeitpunkt aber zunächst nur das FBI darüber öffentlich protestieren. Sie befürchten, dass auch andere Unternehmen ähnlich geschützte Geräte auf den Markt bringen werden. Google hat dies schon bei der nächsten Android-Version vor. Bei der kommenden Android-Version wird die Verschlüsselung von Haus aus aktiviert sein.

Einer technischen Dokumentation von Apple zufolge könnte das Knacken des aus sechs alphanumerischen Zeichen bestehenden Codes bis zu 5 1/2 Jahren dauern. Das es wirklich so lange dauern könnte bezweifeln Experten allerdings, weil die Geheimdienstler hierfür sicherlich in der Lage sind, schnelle Supercomputer einzusetzen.

Bahn: Gratis-WLAN in ICE-Zügen kommt

Die Deutsche Bahn hat am Montag die ab dem 14. Dezember zum neuen Fahrplan gültigen neuen Preise vorgestellt. Tickets im Nahverkehr in der zweiten Klasse werden im Schnitt um 1,9 Prozent teurer. In der ersten Klasse verteuern sich die Tickets im Fernverkehr um durchschnittlich 2,9 Prozent.

Als Ausgleich ist bei den Preisen in der 1. Klassen in ICE-Zügen künftig nicht nur eine Sitzplatzreservierung inklusive, sondern auch der Internetzugang ist im ICE kostenlos. "Mit dem kostenlosen Internetangebot in der 1. Klasse im ICE wollen wir testen, für wie viele Kunden wir einen stabilen und zuverlässigen Internetzugang anbieten können", heißt es in einer Mitteilung der Deutschen Bahn. Und weiter: "Wenn wir mit unserem Partner Telekom eine stabile technische Verfügbarkeit für alle Kunden in einem ICE gewährleisten können, streben wir perspektivisch eine Ausdehnung auf die 2. Klasse an.“

Auf welchen Strecken WLAN im ICE verfügbar ist, können Sie dieser Karte der Deutschen Bahn im PDF-Format entnehmen. Konkret sind das aktuell folgende Strecken:

- Dortmund - Düsseldorf - Köln (auch über Hagen und Wuppertal)
- Köln - Frankfurt (Main)
- Frankfurt (Main) - Stuttgart - München
- Frankfurt (Main) - Nürnberg- München
- Frankfurt (Main) - Hannover - Hamburg Hbf
- Frankfurt (Main) - Mannheim - Freiburg
- Dortmund - Hannover - Berlin
- Göttingen - Wolfsburg
- Berlin - Hamburg
- Fulda - Würzburg

Der gemeinsam mit der Deutschen Telekom betriebene Service wird bereits auf einer 3.000 Kilometer langen Strecke angeboten und für für die übrigen 2.200 Kilometer läuft derzeit der Testbetrieb. Neu hinzu kommen soll bis Juni 2015 der Ausbau der Strecke Nürnberg - Passau. Aktuell sind die WLAN-Hotspots in 200 ICE-Zügen verfügbar. Die Umrüstung der geplanten 255 ICE-Züge soll bis Ende 2014 abgeschlossen werden.

An über 100 Bahnhöfen bietet die Deutsche Bahn gemeinsam mit der Deutschen Telekom ebenfalls WLAN-Zugänge an. Deren Nutzung ist innerhalb der ersten 30 Minuten gratis.

Galaxy Alpha soll iPhone 6 Paroli bieten

Das Galaxy Alpha besitzt im Unterschied zu den sonstigen Samsung-Androiden einen Metallrahmen (aber kein vollständiges Metallgehäuse). Und ist überdies besonders dünn: 6,7 Millimeter. Das stellt einen neuen Schlankheitsrekord für Samsung-Galaxy-Modelle dar. Somit positionieren die Südkoreaner das Alpha als neuen Rivalen für das iPhone 6 von Apple.

Das Galaxy Alpha schießt Fotos mit der 12-Megapixel-Kamera an der Rückseite des Gehäuses. Als Zugangsschutz ist ein Fingerabdruck-Scanner vorhanden. Beim Touchscreen handelt es sich um ein 4,68-Zoll Super AMOLED-Display (11,89 cm Bildschirmdiagonale; 1.280 x 720 Pixel Auflösung). Zur weiteren Ausstattung gehören der Achtkern-Prozessor Exynos 5430 und zwei Gigabyte RAM, sowie 32 GB interner Speicher. Ein microSD-Kartenslot fehlt jedoch. Der Akku ist mit 1.860 mAh knapp dimensioniert. An der Vorderseite befindet sich eine 2,1-Megapixel-Kamera.

Als Betriebssystem läuft Android 4.4.4 mit Samsungs eigener Oberfläche Touchwiz. Ein Ultra-Energiesparmodus soll dafür sorgen, dass das neue Edel-Smartphone mit einer einzigen Stromladung möglichst lange durchhält. Die Fitness-App „S Health“ ist ebenfalls mit an Bord.

Das Galaxy Alpha ist mit den Wearables Samsung Gear Fit, Gear Live und Gear 2 kompatibel.

Das Samsung GALAXY ALPHA soll in den Farben „Charcoal Black“, „Dazzling White“, „Frosted Gold“, „Sleek Silver“ und „Scuba Blue“ zu einer unverbindlichen Preisempfehlung von 649 Euro im deutschen Handel erhältlich sein. Erfahrungsgemäß liegen die tatsächlichen Straßenpreise aber deutlich tiefer. Beim iPhone 6 beginnen die Preise bei 699 Euro. Allerdings hat das iPhone 6 das etwas bessere Display. Wie sich das Alpha bei Akku-Laufzeit und Rechenleistung gegen den selbst erkorenen Rivalen von Apple schlägt, müssen Tests erst noch zeigen.

AVM warnt vor gezielten Angriffen auf Fritzbox

Dem Berliner Telekommunikations-Unternehmen AVM liegen laut eigenen Angaben Anzeichen dafür vor, dass Hacker nochmals versuchen würden, die im Februar 2014 geschlossene Sicherheitslücke auszunutzen. Von diesen Angriffen seien nur Anwender betroffen, die das Sicherheits-Update von Februar 2014 noch nicht eingespielt haben und zudem den Fernzugriff (Port 443) aktiviert haben und über eine Telefoniefunktion (VoIP, Festnetz) verfügen.

Aktuell suchen die Betrüger gezielt nach Geräten, bei denen das Update und die Neuvergabe der Kennwörter versäumt wurden. Sofern diese Lücken auf einer Fritzbox tatsächlich noch vorhanden sind, könnten die Betrüger darauf ein IP-Telefon einrichten und darüber per Fernzugriff kostspielige Mehrwertnummern in Übersee anrufen.

Dies beträfe zwar nur einen verschwindend geringen Anteil aller installierten Geräte, wie AVM meint. Jedoch können diese im Ausnahmefall über einen längeren Zeitraum von den Telefonbetrügern missbraucht werden. Dabei könnten hohe Telefonkosten entstehen, beispielsweise durch missbräuchliche Telefonverbindungen nach Kuba, Sierra Leone oder Afghanistan.

AVM empfiehlt daher den Anwendern, die bisher kein Update durchgeführt haben, ausdrücklich dieses nachzuholen, um so ihren Router mit einer aktuellen Softwareversion sicher zu betreiben.

Schritt-für-Schritt-Anleitung

AVM hat hier eine Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Schließen der Sicherheitslücke veröffentlicht. Wer die Automatische-Update-Funktion aktiviert hat, dessen Fritzbox sollte ohnehin auf dem neuesten Stand sein. Diese Auto-Update-Funktion führte AVM mit FritzOS 6.20 ein. Wer Auto-Update nicht aktiviert hat, sollte umgehend in den Systemeinstellungen seiner Fritzbox nachschauen, ob ein Update bereit steht und dieses sofort installieren.

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