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Morgenmagazin vom Dienstag, 4. Mai 2021

04.05.2021 | 07:17 Uhr | Peter Müller

Kritische Sicherheitslücke: Updates für macOS, iOS, iPadOS, watchOS geschlossen +++ Patenttroll klagt gegen Apples Secure Enclave +++ Oscar-Kandidat: Apple TV+ sichert sich Tom-Hanks-Film +++ Galaxy Z Flip 3: Leak verrät Details zum Falt-Smartphone +++ Ende-zu-Ende-Verschlüsselung für Facebook-Messenger und Instagram verzögert sich

4. Mai: Möge die Macht …

Einen guten Morgen Macwelt wünscht! Als vor beinahe einem Jahrzehnt der Disney-Konzern Lucasfilm übernahm und damit die Rechte an Star Wars, war der Aufschrei im Fanlager groß. Bekommt der Todesstern Mickey-Maus-Ohren? Krächzt Darth Vader künftig wie Donald Duck? Weit gefehlt – ohne Disney wäre die Geschichte vermutlich nicht mehr weiter im Kino erzählt worden. Und das wäre schade. Denn nach dem Sturz des Imperators und dem Tod seiner rechten Hand – war die Diktatur da wirklich am Ende und würden die Rebellen eine friedliche Republik rekonstituieren können? Und werden die Jedi wirklich zu alter Bedeutung zurückkehren?

Die Geschichte kennt kein Ende, so auch nicht die aus einer fernen Galaxis, in der die finsteren Mächte als "Erste Ordnung" zurück gekehrt sind und die Rebellen erneut um die Freiheit kämpfen müssen. Mittlerweile ist die dritte Trilogie zum Abschluss gekommen, der neunte Film "Der Aufstieg Skywalkers" erzählt ein einigermaßen würdiges Ende. Wir hätten uns aber mehr Leia gewünscht, nachdem im achten Teil Luke wieder in den Mittelpunkt gerückt war. Der reale Tod der Schauspielerin Carrie Fisher zog leider einen dicken Strich durch diese Rechnung.

Aber das Leben als solches geht ja auch in der realen Welt immer weiter, eine vierte Trilogie steht auf dem Plan. Eine Skywalker ist ja wieder seit dem Ende von Teil IX zurück. Daneben fand Disney Möglichkeiten genug, nicht ganz auserzählte Stränge weiter zu spinnen, etwa in den Spinoffs "Rougue One" und "Solo" – diese Star-Wars-Stories genannten Ableger erwiesen sich aber als weniger erfolgreich. Ganz anders die Serie "Mandalorian", schon seit geraumer Zeit ist die zweite Staffel zu Ende, so dass wir ohne den Zorn der Leser zu erregen, ruhig sagen können, dass Luke die Erziehung von Baby Yo..., pardon, Grogu, übernommen hat. Vermutlich die Keimzelle jener Schule, in der Kylo Ren, ja, nun, schauen Sie es sich doch heute Abend alles selbst nochmal an.

Kann man natürlich alles bei Apple kaufen oder mieten, oder man greift gleich zum Abo von Disney+, die ja auch noch ein paar andere Highlights haben. Alle Pixar-Filme etwa, zuletzt war "Soul" hinzugekommen, der natürlich den Oscar in der Kategorie "Animationsfilm" völlig zu Recht gewann.  Aber heute begeben wir uns auf eine Reise in eine weit weit entfernte Galaxis, an diesem 4. Mai, wenn die Macht mit uns und Ihnen sein möge: May 4th be with you!

Und zum heutigen Star-Wars-Day startet auf Disney+ auch die erste Staffel der neuen CGI-animierten Serie "Star Wars - The Bad Batch" mit einer mehr als einstündigen ersten Folge. Im Mittelpunkt der Serie stehen die Klone der Kloneinheit 99. Die Serie stammt von Dave Filoni und zeitgleich das Spin-Off und der Nachfolger der animierten Serie "Star Wars: The Clone Wars", deren 7 Staffeln natürlich auch hier bei Disney+ verfügbar sind.

In einem Punkt herrscht bei Star-Wars-Fans Einigkeit: Neulinge sollten die drei Trilogien unbedingt in chronologischer Reihenfolge sehen. Der Streit entzündet sich dann an der Frage, welche der beiden möglichen Zeitleisten man folgen sollte. Beide Philosophien haben ihre Befürworter und Gegner, letztendlich ist es Sache des Jedi-Meisters, in welcher Reihenfolge sein Padawan lernt. Auf den ersten Blick scheint die Reihenfolge I, II, III, IV, V, VI, VII, VIII, IX logisch. Neulinge erfahren, wie es mit der Republik und ihren Hütern des Friedens allmählich den Bach runter geht, weil der vermeintliche Heilsbringer sich als zu schwach für die Verführungen der dunklen Seite erweist - und dann gut 30 Jahre später von seinen Kindern und deren Rebellenfreunden bezwungen wird und der dunkle Imperator mitsamt seiner Diktatur untergeht. Bis dann nun die Kinder der Kinder das Erwachen der Macht erspüren – auf beiden Seiten – und die Sternenkriege erneut beginnen, bis sie einen vorläufigen Abschluss am Ende von Teil IX finden.

Die andere Chronologie richtet sich nach der Entstehung der Filme: IV, V, VI, I, II, III, VII, VIII, IX. Darin ist gut zu erkennen, wie vom Computer generierte Effekte immer mehr Raum einnehmen und den Erzählhorizont erweitern und immer mehr erweitern würden, wenn man es nicht übertreibt. Einfache Lichtschwerter in der ersten Trilogie, Doppelklingen in der zweiten und ab Film Nummer VII tauchen sogar Waffen mit drei Laserstrahlen auf, die nach wenigen Zentimetern aus unerfindlichen Gründen wieder zur Quelle zurückkehren. Vor allem dürfte die vierte Trilogie hier noch einen draufsetzen, was sich in "Mandalorain" bereits andeutete: Die kuppelförmigen Studios voller LCD-Bildschirme und LED-Leuchten, die Disney gebaut hatte, lassen noch so absurde Hintergründe real erscheinen, ein Fest für Programmierer. Noch dazu entfallen kostspielige Reisen nach Tunesien oder das Warten auf das beste Licht, das dann nur ein paar Minuten anhält.

Nun aber ran an der Arbeitstag voller Vorfreude auf die Sternenkriege nach Feirabend: May 4 th be with you!

Lesetipps für den Dienstag

Update für das Update : Für seine erst letzte Woche veröffentlichten Betriebssysteme hat Apple gestern Abend schon die ersten Sicherheitsupdates veröffentlichen müssen, genauer gesagt macOS 11.3.1, iOS 14.5.1, iPadOS 14.5.1 und watchOS 7.4.1. Dabei verteilt Apple jeweils kritische Sicherheitspatches, laut Apple könnten manipulierte Website iPhone, iPad und Mac dazu bringen, Schadcode auszuführen. Die Lücke sei bereits aktiv ausgenutzt worden, das Update ist somit dringend anzuraten.

Film : Apple TV+ hat bereits einige Preise eingefahren, respektive die Filme und Serien sowie die Darsteller darin. Ein Oscar fehlt noch, Netflix hat für seine Originale schon ein paar. Mit "Finch" könnte sich das im kommenden Jahr ändern. Erneut hat sich Apple die Rechte an einem Film mit Tom Hanks in der Hauptrolle gesichert, der aller Voraussicht nach im Herbst dieses Jahres in den Stream kommt und – um die Kriterien für die Academy Awards zu erfüllen – auch in ausgewählten Kinos gezeigt wird. Tom Hanks spielt den Robotik-Ingenieur Finch, der zusammen mit seinem Hund Goodyear eine Apokalypse überlebt hat, welche die Erde in eine unbewohnte Wüste verwandelte. Damit der Hund nach Finchs Ableben jemanden hat, der sich um ihn kümmert, baut Finch einen Roboter (Landry Jones). Der Postapokalypsen-Sci-Fi-Thriller ist gleichzeitig ein Roadmovie über eine unwahrscheinliche Familie unterwegs. Regie führt Miguel Sapochnik, der einige der spektakulärsten Folgen von "Game of Thrones" verantwortete.

Prozess: Der Prozess Epic vs. Apple um den App Store hat vor dem Gericht in Oakland begonnen. Epic Games trug in seiner Einlassung der Richterin Yonne Gonzalez Rogers seine oft genannten Vorwürfe vor: Der App Store sein ein "Walled Garden", in dem man nur reinkomme, wenn man Apples Bedingungen akzeptiert und hohe Provisionen bis 30 Prozent des Umsatzes abdrückt – es handele sich hier um ein unerlaubtes Monopol. Apple indes argumentiert wie gehabt: Der App Store müsse monolithisch bleiben, um die Sicherheit der Anwender gewährleisten zu können. Ließe man alternative Stores oder auch nur andere Zahlungssysteme zu, würde diese Sicherheit bröckeln. "Epic will uns dazu zwingen, Android zu sein, aber wir wollen das nicht," erklärte Apples Anwältin Karen Dunn.  Epic habe im letzten August die Regeln des App Store verletzt, weswegen man Fortnite aus dem Store werfen musste, um dessen Sicherheit aufrechtzuerhalten. Epic-CEO Tim Sweeney räumte ein, diese Verletzung habe man bewusst vorgenommen, um dem Publikum zu zeigen, dass Apple die "totale Kontrolle" über iOS und die im App Store angebotenen Programme ausübe.

Klage: Erneut zieht ein Patenttroll Apple vor den Kadi, wie erwartet vor das Gericht des Bezirks West-Texas, das für seine Urteile pro Patenthalter berühmt-berüchtigt ist. Die Firma Identity Security, die selbst keine Produkte auf Basis der von ihr gehaltenen Patente herstellt, klagt Apple an, mit der Secure Enclave in seinen SoCs vier Patente zu verletzen. Es handelt sich dabei um die Patente mit den Nummern 7,493,497, 8,020,008, 8,489,895 und 9,507,948, die allsamt Methoden beschreiben, die Sicherheit von Anwendern zu verbessern, indem sie eine digitale Identität in einem eigenen Speicherbereich von Chips anlegen. Ebenso ist die Integration einer solchen Lösung in digitale Bezahllösungen Thema der Patente. Der Erfinder ist Aureliano Tan Jr., die Patente wurden bereits im Jahr 2000 dem Unternehmen  Integrated Information Solutions gewährt, als das iPhone noch ein ferner Traum war. Die Secure Enclave hatte Apple mit dem A11 und dem S4 im Jahr 2013 eingeführt.

Nachgezogen: Was Zoom schon lange kann, will nun auch Microsoft in Teams integrieren. Dabei handelt es sich um die Option, Videokonferenzen automatisch aufzuzeichnen - das kann man zu Beginn der Konferenz veranlassen oder ablehnen. Vor allem im Bildungsbereich ist eine derartige Funktion hilfreich. Gefunden hat die Neuerung Windows Latest, laut 9to5Mac soll sie aber auch in die Mac-Version von Teams implementiert sein.

Weitere Nachrichten:

Galaxy Z Flip 3: Leak verrät Details zum Falt-Smartphone

Voraussichtlich noch in diesem Jahr wird Samsung sein neues Falt-Smartphone Galaxy Z Flip 3 vorstellen. In dieser Woche hat Twitter-Nutzer TheGalox erste mutmaßliche Details zur Hardware geleaked . Laut ersten angeblichen Fotos wird Samsung sein neues Falt-Smartphone in den Farben Grün, Lila, Grau und Weiß veröffentlichen. Das Gehäuse ist dabei in der jeweiligen Farbe und in Schwarz gehalten. Wie schon beim Galaxy Z Flip soll auch das Galaxy Z Flip 3 wieder über ein Cover-Display verfügen. Das soll im Stande sein, eine komplette Textnachricht anzuzeigen, ohne dass Nutzer dafür das Gerät aufklappen müssen.

Neben dem Cover-Display sind außerdem zwei Kameras zu erkennen. Über welche Auflösung und Brennweite diese verfügen werden, ist allerdings noch unklar. Das Galaxy Z Flip 3 wird den Gerüchten zufolge durch Gorilla Glass Victus vor Stürzen geschützt. Samsung soll zudem einen neuen Schutz auf dem Display und den Scharnieren angebracht haben. Weitere Details zum Prozessor oder der Display-Auflösung sind bislang leider noch nicht bekannt. In den nächsten Monaten bis zur offiziellen Enthüllung sind jedoch weitere Leaks zu erwarten.

Ende-zu-Ende-Verschlüsselung für Facebook-Messenger und Instagram verzögert sich

Bereits seit 2019 arbeitet Facebook angeblich daran, seinen Diensten eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung (englisch "end-to-end-encryption", E2EE) zu spendieren. In einem nun veröffentlichten offiziellen Blog-Eintrag hat das Unternehmen nun angegeben, dass die Datenschutzfunktionen nicht in absehbarer Zeit implementiert werden - frühestens im Laufe des Jahres 2022.

Facebook gab dazu folgendes an: "Während wir erwarten, in diesem Jahr weitere Fortschritte bei der standardmäßigen Ende-zu-Ende-Verschlüsselung für Messenger und Instagram Direct zu machen, ist dies ein langfristiges Projekt das  frühestens irgendwann im Jahr 2022 vervollständigt wird. Die bereits eingeführten Sicherheitsfunktionen sind jedoch so konzipiert, dass sie mit der Ende-zu-Ende-Verschlüsselung funktionieren werden. Zudem planen wir, weiterhin starke Sicherheitsfunktionen in unsere Dienste einzubauen."

Einheitliche Verschlüsselung verzögert sich

Das Unternehmen möchte jedoch seine Messaging-Dienste wie Whatsapp, Facebook-Messenger und Instagram-Direct vereinheitlichen. Der Messenger Whatsapp beispielsweise verfügt dabei schon über eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung - das Facebook hier allerdings das Sicherheitsniveau senken will, kann infrage gestellt werden. Logischer scheint, dass sich die Integration einfach verzögern wird.

Die Verzögerung könnte eher politische als technische Gründe haben, da Facebook unter erheblichem Widerstand von Strafverfolgungsbehörden und Befürwortern der Kindersicherheit steht, weil es möglicherweise illegale Kommunikation vor den Augen der Behörden verbirgt. Diesem Umstand versucht das Unternehmen schon seit geraumer Zeit entgegenzuwirken und so wurden gerade bei Instagram einige neue Augenschutzfunktionen eingeführt und auch ein Instagram für Kinder scheint in der Entwicklung zu sein. Mehr dazu lesen Sie hier:

Facebook hält weiterhin fest: "Wir müssen ein Gleichgewicht zwischen Sicherheit, Privatsphäre und Sicherheit finden. Es besteht ein klarer Bedarf, die Privatsphäre und die Sicherheit der Nachrichten der Nutzer mit der Aufrechterhaltung einer sicheren Umgebung und der Bereitstellung von Daten für die Strafverfolgungsbehörden als Reaktion auf mögliche reale Schäden in Einklang zu bringen. Wir diskutierten Werkzeuge, die die Privatsphäre der Menschen schützen und gleichzeitig verhindern können, dass Schaden überhaupt entsteht, indem sie Verhaltenssignale, Traffic-Daten oder Benutzerberichte nutzen, anstatt auf den Inhalt aller Nachrichten zuzugreifen. Es gab keinen Konsens über einen empfohlenen Ansatz, aber die Experten regten weitere Konsultationen an, um ein angemessenes Gleichgewicht zu finden."

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