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Morgenmagazin vom Dienstag, 5. November

05.11.2019 | 07:08 Uhr |

Apple: 2,5 Milliarden US-Dollar für den Kampf gegen Wohnungsnot in Kalifornien +++ Edge kommt am 15. Januar auf den Mac +++ AR-Partnerschaft mit Valve? +++ Dashcams: Experten warnen vor Billigware +++ Porno-Webseiten legen Daten von Nutzern und Camgirls offen +++ Sicherheitslücke: Malware per NFC auf Android-Smartphones eingeschleust +++ Die neuen Apple TV+-Serien: Wie kommen sie an?

5. November: Texte und Melodien

Wir wünschen allseits Guten Morgen! Die erste Strophe des "Liedes der Deutschen" von Hoffmann von Fallersleben ist missverständlich, keine Frage. Doch hat der Dichter im Exil auf Helgoland eben in keiner Weise sein Volk über andere stellen wollen oder Gebietsansprüche formuliert. Hoffmann ging es um den Wunsch nach staatlicher Einheit. Die drei Flüsse sowie der Meeresarm markieren ungefähr die damaligen Sprachgrenzen - und passen dann auch noch in das Metrum.

Nach dem verheerenden Krieg, von Leuten angezettelt, die die erste Strophe bewusst falsch verstehen wollten, war die Hymne verpönt, vor allem ihre erste Strophe. Eine bessere hat es aber nicht gegeben, zumal die Melodie ganz unschuldig tiefe Wurzeln im kroatischen Volksmusikgut hatte - der erste Text huldigte einem längst aus dem Amt geschiedenen Kaiser. Also der Kompromiss: Die Hymne der Bundesrepublik Deutschland verwendet seither weiter die Musik von Joseph Haydn, gesungen wird nur die dritte Strophe, die über jedweden Verdacht erhaben. ist. Wer wünscht sich und anderen denn nicht Einigkeit, und Recht und Freiheit?

Das andere Deutschland, dass da vor 70 Jahren aus den Ruinen entstand, konnte und wollte natürlich nicht an diese Traditionen anknüpfen. So erging der Auftrag an den Komponisten Hanns Eisler, eine neue Melodie zu finden und an den Dichter Johannes R. Becher, Worte für das Staatswesen zu schmieden. So ganz konsequent waren weder Komponist noch Texter, kann man das Lied der Deutschen doch auf die Melodie Eislers singen und umgekehrt die Becher-Worte zur Kaiser-Hymne, sofern man in den letzten Takten noch ein paar Achtel und Sechzehntel hinzu stolpert. Am 5. November 1949 entschied der Ministerrat der gerade einmal vier Wochen zuvor gegründeten DDR sich für "Auferstanden aus Ruinen" als neue Nationalhymne.

Das waren dann aber doch keine Worte, die bleiben. Zwar spielte der vor nunmehr 30 Jahren dem Verfall anheim gegebene Staat die Hymne noch bis zu seinem offiziellen Ende am 2. Oktober 1990, aber gesungen wurde schon seit 1972 nicht mehr. Vor allem die Worte der vierten Zeile störten die Diktatur in Berlin (Ost): "Deutschland, einig Vaterland". Auch hier war offenbar wie bei Hoffmann der Wunsch Vater des Gedankens - der dann sogar in Erfüllung ging.

Aus zwei Staaten (wieder) einen zu machen, war eher nicht das Ziel der Veranstalter und Teilnehmer der ersten genehmigten nicht staatlichen Massendemonstration in der DDR, die am 4. November vor 30 Jahren auf dem Alexanderplatz seinen Lauf nahm. Ziel waren mehr Freiheit und Rechtsstaatlichkeit, keine Übernahme durch den Westen. Denn als solche haben viele die Wiedervereinigung letztlich verstanden, mit ein Grund für dieses ungute Gefühl dürfte eben sein, dass der Beitritt nach Artikel 23 erfolgte und nicht nach Artikel 146 GG eine neue freiheitliche Verfassung erarbeitet wurde. Dass auch der Osten Text und Melodie der Hymne übernahm, war da auch nur ein Teilaspekt. Einigkeit und Recht und Freiheit auf die Melodie von Hanns Eisler oder besser den Becher-Text auf die Kaiserhymne - das wäre ein interessantes Zeichen der Einheit in Freiheit gewesen. Peter Müller

Lesetipps für den Dienstag

Kreditgeber: Boomregionen werden Opfer ihres eigenen Erfolges. Vor allem die High-Tech-Firmen im Silion Valley und der Bay Area haben in den vergangen Jahren zehntausende neue Mitarbeiter angezogen, die in der Regel auch gar nicht schlecht bezahlt werden - und sich die in der Wachstumsphase ebenso stark gestiegenen Mieten und Hauspreise oft auch noch leisten können. Vom Boom weniger abbekommen haben die Einheimischen, die nun unter den Preisen des Immobilienmarktes leiden. Apple will dem mit einem Fonds in Höhe von 2,5 Milliarden US-Dollar nun begegnen. Dabei soll eine Milliarde in einem Investmentfonds für bezahlbare Eigenheime fließen, die der Staat Kalifornien bauen soll. Eine weitere Milliarde steht für Leute als Kreditvolumen bereit, die sich erstmals ein Eigenheim leisten wollen. Apple stellt zudem Land im Wert von 300 Millionen US-Dollar für die Entwicklung als Bauland zur Verfügung, 150 Millionen US-Dollar fließen in ein Public-Private-Partnership für Neubauten in San Francisco und Umgebung. Weitere 50 Millionen US-Dollar stellt Apple der Wohltätigkeitsorganisation Destination:Home für ihre Projekte gegen Obdachlosigkeit bereit. Das Geld soll vor allem in das Homelessness Prevention System fließen, das Menschen dabei unterstützt, neue Jobs zu finden oder Rechtshilfe bereit stellt. In einem Statement betont Apple-CEO Tim Cook die Verantwortzung, die Aple für die Region empfindet: "Bevor die Welt den Namen Silicon Valley kannte und lange bevor wir Computer in der Tasche herum trugen, nannte Apple diese Region sein Zuhause, und wir fühlen uns einer tiefen bürgerlichen Verantwortung verpflichtet, dafür zu sorgen, dass sie ein lebendiger Ort bleibt, an dem Menschen leben, eine Familie haben und zur Gemeinschaft beitragen können."

Vorbild : Apple ist nicht das einzige Großunternehmen, das sich um das von seinem Erfolg ausgelöste Problem kümmert. Im Januar hatte bereits Microsoft einen Fonds in Höhe von 500 Millionen US-Dollar aufgelegt, an dem sich Apple offenbar orientiert hat. Gleichwohl ist das Programm des Mac-Herstellers größer und schient sich vor allem an die Bezieher niedrigerer Einkommen zu richten. Facebook und Google starteten Programme jeweils im Wert von einer Milliarde US-Dollar. Von den großen fünf bleibt bisher nur Amazon außen vor, das für Wohnungsnot in Seattle mitverantwortlich ist. In einem INterview mit Business Insider hatte Amazon-Chef Jeff Bezos das Problem von Wohnungsnot und Obdachlosikgkeit vor allem auf andre Ursachen wie psychische Krankheiten, dysfunktionale Familien und Drogenabhängigkeiten geschoben und sein Unternemhen aus der Verantwortung gezogen. Noch ist es zu früh, um die Auswirkungen der Programme zu messen, welche die Techfirmen in Zusammenarbeit mit dem Staat angestoßen haben. Die Unternehmen allein können es auch nicht richten, merkt ars technica an . Kalifornien müsse zur Behebung der Krise vor allem seine Gesetze ändern, zu viele lokale Regeln würden die Entwicklung von Bauland und den Neubau von Wohngebäuden behindern, die steigende Nachfrage könne so nicht befriedigt werden. Die Strategie des 20sten Jahrhunderts, die Stadt immer mehr in Vororte ausfransen zu lassen, sei an ihr Ende gelangt, alle Gegenden in näherer Umgebung der Zentren mit den vielen Arbeitsplätzen seien entwickelt. Nun müsse es an Nachverdichtung gehen und es müssten viele Einfamilienhäuser durch größere Wohneinheiten ersetzt werden - das gleiche Problem besteht ja auch in hiesigen Ballungsräumen. Doch schreiben die Baugesetze etwa in Los Angeles für 62 Prozent der Fläche Einfamilienhäuser vor, dreiviertel der Wohngebiete in San Francisco seien nicht für mehr als Doppelhäuser zugelassen. Aus der Politik kommt indes zunächst nur Kritik. Der demokratische Präsidentschaftsbewerber Bernie Sanders etwa wirft Apple vor , mit "Pennies" die Krise bändigen zu wollen, die es selbst mit ausgelöst habe. Das sei Heuchelei, viel mehr sei geholfen, würden Apple und andere große Firmen in Form von Steuern ihren fairen Anteil an der Finanzierung der Infrastrukturen für die Gesellschaft zahlen.

Partnerschaft: Ein AR-Headset könnte Apples nächstes großes Produkt werden, der in der Regel recht treffsichere Analyst Ming-Chi Kuo rechnet mit einem solchen Gerät für das zweite Halbjahr 2020. Wie nun das weit weniger treffsichere taiwanische Branchenblatt Digitimes meldet, geht Apple für die Entwicklung und Produktion seiner AR-Brille eine Partnerschaft mit dem US-Spielehersteller Valve ein. Die manufakturen Qunata und Pegatron würden für Apple das Gerät fertigen, das nicht vor der zweiten Hälfte des kommenden Jahres auf den Markt kommen werde. Valve, Betreiber der Spieleplattform Steam, hat bereits Erfahrung mit entsprechender Hardware, das VR-Headseta Valve Index erschein im April 2019. Auch mit Apple hat Valve eine Geschichte, indem es vor zwei Jahren dabei half, native Unterstützung von VR-Headsets auf macOS High Sierra zu bringen. Jedoch drehe es sich diesmal um AR-Headsets und nicht um Virtual Reality, Apple sieht darin ein größeres Potential.

Ursache und Wirkung: Google hat Fitbit übernommen - die Pläne sind im Detail noch nicht bekannt, es steht auch noch nicht fest, ob die Marke bestehen bleibt oder in der von Google aufgehen wird. Einige Änderungen sind absehbar, etliche Features, Produkte und Dienste werden verschwinden - anderes aber sollte nach der Übernahme besser werden. Was das genau ist, hat sich Michael Simon überlegt. Verschwinden werden seiner Ansicht nach Alexa auf der Versa 2, der Dienst Fitbit Premium und vor allem Fitbit Pay und natürlich auch die Earbuds Fitbit Flyer. Besser werden dürfte vor allem die App, Benachrichtigungen, das Schlaftracking und generell das Betriebssystem Fitbit OS.

Browser: Wir erinnern uns: In den frühen Tagen von Mac-OS X war Microsofts Internet Explorer praktisch der einzige funktionale Browser für das neue Betriebssystem, während auf Windows-Seite das einstige Quasi-Monopol bereits zu bröckeln begann. Im Januar 2003 brachte Apple mit seinem eigenen Browser Safari den neuen Standard auf den Mac, zu einer Zeit, als Mozillas Firefox' Stern zu steigen begann. Ein paar Jahre später stieg Google mit Chrome in den Wettstreit ein, Nischenanbieter wie Opera waren schon immer da. Der Internet Explorer ist mittlerweile Geschichte, Microsoft nennt seinen Browser nun Edge - und bringt ihn auch auf den Mac. Bereits im Mai dieses Jahres hatte Redmond das auf seiner Entwicklerkonferenz Build das erste Mal angekündigt und im Juli auf der Ignite bestätigt. Nun steht ein Termin fest: Am 15. Januar 2020 werde Microsoft den Browser Edge in der finalen Version für den Mac veröffentlichen. Bis dahin können Interessierte und Mutige eine Vorabversion der Internetsoftware auf ihren Mac laden und ausprobieren.

Weitere Nachrichten:

Dashcams: Experten warnen vor Billigware

Der Bundesgerichtshof hat bereits im Mai 2018 klargestellt, dass permanent und ohne Anlass gemachte Dashcam-Aufnahmen zu Problemen mit dem Datenschutz führen können. Um auf der sicheren Seite zu sein, sollten deshalb Dashcams genutzt werden, die über eine sogenannte Loop-Funktion sowie ausgereifte G-Sensoren verfügen. Denn so werden Aufnahmen nur dann abgespeichert, wenn es zu einem Unfall oder starkem Abbremsen kommt – ganz in Linie mit dem BGH-Urteil.

Zum anderen haben billige Dashcams oftmals gravierende Schwachstellen. „Bei Kameras unter 100 Euro ist Vorsicht geboten“, mahnt Nic Bugus von dashcamtest.de . „Vor allem nachts und bei schlechten Sichtverhältnissen liefern billige Dashcams häufig nur unbrauchbare Aufnahmen, so dass die Geräte letztlich ihren Zweck nicht erfüllen. Zudem halten einige Geräte im Sommer den extremen Temperaturen hinter der Windschutzscheibe nicht stand“, sagt der Experte.

Bei Billigware seien einige Bauteile wie die Akkus oder auch Kondensatoren außerdem nicht in der Lage, bei einem plötzlichen Ausfall der Stromversorgung etwa aufgrund eines Unfalls die wichtigen Aufnahmen noch rechtzeitig so abzuspeichern, dass diese verwertbar sind. „In manchen Fällen wird die Halterung der Dashcam sogar zu einem Geschoss, das durchs Auto fliegt, wenn es zu einem Aufprall kommt“, gibt Nic Bugus zu bedenken. „Bevor man sich eine billige Dashcam kauft, sollte man sie lieber weglassen“, lautet deshalb sein Rat.

So erklärt sich dann auch, wieso das Versicherungsunternehmen die Bayerische eine Partnerschaft mit dem britischen Hersteller Nextbase eingegangen ist. Vor allem in Großbritannien sind die Geräte des europäischen Marktführers bereits in Hundertausenden von Autos im Einsatz und somit im Alltag erprobt. Im Gegensatz zu Deutschland bieten in Großbritannien bereits mehrere Versicherungsunternehmen Sonderkonditionen für Dashcam-Nutzer an.

In Deutschland ist die Bayerische derzeit das einzige Unternehmen mit einem solchen Angebot und gerade in der Erprobungsphase. Seit dem 1. Oktober erhalten Neu- und Bestandskunden der Versicherungsgruppe einen Nachlass von bis zu 15 Prozent auf ihre Kfz-Versicherung, wenn sie den Besitz einer Dashcam nachweisen können. Darüber hinaus bekommen Kunden einen Rabatt von fünf Prozent beim Kauf einer Dashcam von Nextbase, wenn diese bei der Media-Saturn-Holding (Media Markt und Saturn) bzw. A.T.U. gekauft werden.
 

Porno-Webseiten legen Daten von Nutzern und Camgirls offen

Mehrere spanische Porno-Webseiten wie amateur.tv, webcampornoxxx.net und placercams.com haben die Daten ihrer Nutzer und einiger Camgirls offen zugänglich in einer ungeschützten Datenbank im Web gespeichert. Das berichtet die IT-Nachrichtenwebseite Techcrunch. Insgesamt soll es sich um die Datensätze von mehreren Millionen Porno-Nutzern handeln.

Die Porno-Webseiten werden von der in Barcelona sitzenden Firma VTS Media betrieben. Die meisten Nutzer, deren Daten frei zugänglich waren, kommen aus Spanien oder zumindest aus Europa, einige Nutzer aus den USA und anderen nichteuropäischen Staaten sollen aber auch betroffen sein. 

In der mindestens mehrere Wochen lang ungeschützt und ohne Passwort zugänglichen Datenbank legten die Porno-Webseiten ihre Log-Dateien ab. Darin befanden sich Angaben dazu, wann sich ein Nutzer bei den Pornoseiten eingeloggt hat, samt seinem Nutzernamen und manchmal auch mit den http-Header-Daten (mit der Angabe des verwendeten Gerätes) und der IP-Adresse des Nutzers. Außerdem standen in der Datenbank sogar die Inhalte der Chatnachrichten und diverse Werbemails. Außerdem speicherte die Datenbank gescheiterte Anmeldeversuche und speicherte dabei die verwendeten Nutzernamen und sogar die dazugehörigen Passworteingaben ab. Im Klartext, also unverschlüsselt, wie Techcrunch betont. Mit diesen Angaben kann sich unter Umständen ein Porno-Gucker identifizieren lassen.

Auch die Mailadressen von Nutzern fanden sich in einigen Fällen in der Datenbank. In der Datenbank wurde außerdem abgelegt, welche Videos ein Nutzer sich angeschaut oder ausgeliehen hat. Daraus lassen sich die sexuellen Vorlieben eines Nutzers erschließen.

Neben den Betrachtern der Pornos sind auch “Camgirls” von dem Datendesaster betroffen. Also Damen, die sexuelle Inhalte produziert und über die besagten Webseiten gestreamt haben.

Die Datenbank wurde laut Techcrunch letzte Woche entfernt.

VTS Media hat auf eine Anfrage von Techcrunch nicht geantwortet. Da sowohl VTS Media seinen Sitz in Europa hat als auch dessen Server in Europa stehen, stellt dieser Fall einen Verstoß gegen die DSGVO dar.

Sicherheitslücke: Malware per NFC auf Android-Smartphones eingeschleust

Mit der in Android integrierten Funktion Android Beam können Nutzer Dateien per Near Field Communication mit anderen Android-Geräten austauschen. Dazu zählen beispielsweise Bilder, Musikdateien oder Videos. Sogar Installationspakete für Apps lassen sich per NFC-Beaming verschicken. Dies nutzten Hacker für sich aus. Durch eine seit Januar bekannte Sicherheitslücke in Android 8 und Android 9 fehlte beim Tauschen von APK-Dateien die normalerweise in Android integrierte Warnung vor der Installation aus unbekannten Quellen. Für die Installation der App ist zwar noch eine Nutzerbestätigung nötig, eine Warnung vor dieser potenziell gefährlichen Aktion bleibt jedoch aus.

Damit stuft das Betriebssystem Android Beam als genauso vertrauenswürdig ein wie im Play Store angebotene und überprüfte Apps. So kann auch Malware auf das Smartphone wandern, ohne dass der Nutzer über die Gefahren aufgeklärt wird. Zwar wurde die Sicherheitslücke im Oktober geschlossen, doch viele Anwender haben diese Patches noch nicht erhalten. Bei Geräten ohne Android Sicherheitspatch-Level vom 1. Oktober sollte NFC daher lieber deaktiviert werden. Falls die Funktion auch für das kontaktlose Bezahlen genutzt wird, empfiehlt sich eine Deaktivierung von Android Beam in den Einstellungen. Wer hingegen schon Android 10 (Q) nutzt, braucht sich vor der Sicherheitslücke nicht zu fürchten, da Google Android Beam aus dem neuen Smartphone-OS entfernt hat.

Die neuen Apple TV+-Serien: Wie kommen sie an?

Erst seit dem 1. November sind Apples neue TV-Serien auf der neuen Plattform Apple TV+ verfügbar, viele Kritiker durften die Serien aber schon vorab sehen und haben bereits dutzende von Rezensionen veröffentlicht. Nicht nur positive: Unter den TV-Profis waren die Meinungen recht gespalten, vor allem was die Bewertung der beiden Top-Serien „See“ und „The Morning Show“ betrifft.

Bei den Zuschauern selbst kommen Apples neue Serien offensichtlich sehr gut an, wie erste Wertungen bei Rotten Tomatoes und IMDB zeigen. Wie schon so oft, sind sich Kritiker und Zuschauer in ihrer Einschätzung nicht einig: Vor allem das Endzeitdrama "See" mit Jason Momoa wird von der Kritik bemängelt und dem Publikum geschätzt.

Nicht vergessen darf man dabei, dass erst die ersten drei Episoden ganzer Staffeln zu sehen sind und es noch relativ wenig Bewertungen von Zuschauern gibt. Wir haben uns aber trotzdem die ersten Reaktionen auf die vier wichtigsten Serien angesehen:  "The Morning Show", "See", "Dickinson" und "For all Mankind". Meist ändert sich nämlich an diesem ersten Eindruck der Zuschauer nur noch wenig – und das Urteil der Medien ist schließlich bereits gefallen.

"The Morning Show"

Die von Jennifer Aniston und Reese Witherspoon prominent besetzte Serie erhält bei IMDB eine erstklassige Note von 8,2 (von 10). Das ist ein klarer Erfolg, ist die Note der International Movie Database doch für viele Zuschauer fast schon verbindlich. Vor allem die erste der drei Folgen wird dabei von den Zuschauern gelobt.

Es gibt aber nicht nur IMDB, sondern auch den großen Konkurrenten Rotten Tomatoes, der Rezensionen professioneller Kritiker auswertet und daraus eine Gesamtnote in Prozent erstellt – 100 Prozent sind hier das Maximum. Bei den professionellen Kritikern kommt die Serie mit enttäuschenden 59 Prozent nicht so gut an. Die immerhin 68 Rezensenten von Medien wie "Detroit News" oder "Boston Globe" sind dabei sehr unterschiedlicher Meinung. Die "Detroit News" ist von der Serie enttäuscht, der "Boston Globe" hofft, dass sie sich weiterentwickelt und der "Guardian" hält sie für ein Meisterwerk!

Eindeutig ist aber die Wertung durch die Leser, mit 94 Prozent sind sie offensichtlich begeistert. Ein auffallender Kontrast zwischen Kritikern und Publikum.

"See"

Bei den Kritikern hat es auch Jason Momoa wieder einmal schwer. Nur 39 Prozen t erhält die neue Serie bei den Kritikern, dagegen sind die Zuseher mit 84 Prozent eigentlich sehr zufrieden. Auch bei IMDB ist die Bewertung respektabel, die Serie erhält eine gute 7,7 von den 4204 Teilnehmern. Auch hier wird vor allem die erste Folge gelobt. Die Kritiker halten sich dagegen weniger zurück und die Serie erhält nur die Kritikernote 39 Prozent. Auch hier ist aber der Audience Score völlig anders und mit einem Wert von 84 Prozent ausgezeichnet. Offensichtlich ist die Serie gute Unterhaltung, kann Literaten aber nicht begeistern. Vielleicht keine Überraschung, war Momoa doch noch nie echter Liebling der Filmkritik .

"Dickinson"

Bei der Serie "Dickinson" um die junge Lyrikern Emily Dickinson sind sich Kritiker und Publikum dagegen einig: Die sperrige Serie erhält mit 72 Prozent eine gute Kritikernote und gilt nach Maßstäben von Rotten Tomatoes als sehenswert. Mit 91 Prozent gibt es außerdem einen erstklassigen Audience Score. Eher mäßig schneidet die Serie zwar mit 6,8 bei IMDB ab , allerdings gibt es gerade bei dieser Serie noch relativ wenige Bewertungen. Die Serie macht es dem Zuschauer nicht einfach, so stören sich offenbar viele IMDB-Nutzer an der Nutzung von Rap-Musik in einer historischen Serie.

"For All Mankind"

Noch bessere Noten bei Rotten Tomatoes erhält die Serie "For All Mankind" , eine Serie, in der die Sowjetunion den Wettlauf zum Mond gewonnen hat. Von den Kritikern gibt es gute 74 Prozent, vom Publikum 83 Prozent. Auch diese Serie schneidet bei IMDB mit 6,6 aber eher schlecht ab. Zumindest einige der IMDB-Nutzer scheinen sich dabei aber vor allem daran zu stören, dass es in der Astronauten-Serie sehr oft um das Thema Gleichberechtigung geht.

Weitere Serien

Für die anderen Serien gibt es aktuell noch zu wenig Nutzer- und Kritikerwertungen für eine sinnvolle Einschätzung. Unterschätzen sollte man diese Serien allerdings nicht: So hält aktuell "Snoopy" mit einer Note von 9,3 bei IMDB die Spitzenwertung und auch die Familien-Serie "Helpsters" kommt  gut an – vermutlich wird hier die Zielgruppe perfekt angesprochen.

Unsere Meinung:

Die Wertungen einiger Kritiker wirken fast schon enttäuschend, sehr gut schneiden die Serien aber offensichtlich beim Publikum ab – und das ist wohl wichtiger. Von Filmkritikern hochgelobte Serien sind oft riskant und werden vom Zuschauer verschmäht und das kann sich auch Apple beim Aufbau des neuen Angebotes nicht leisten.

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