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Morgenmagazin vom Dienstag, 6. August 2019

06.08.2019 | 07:12 Uhr |

Kuo: Apple absorbiert Strafzölle +++ Apple Card unmittelbar vor Start +++ Apple Pencil für das iPhone: So sinnvoll wäre das ++++ Verbraucherzentrale warnt vor PayPal-Phishing +++ Zeitarbeiter in Polen hören deutsche Alexa-Befehle ab +++ Samsung Galaxy Watch Active 2 mit erster digitalen Lünette

6. August: Die Kraft der Sonne

Wir wünschen allseits Guten Morgen! Militär- und Wissenschaftshistoriker diskutieren auch 74 Jahre danach, warum auf den ersten Atombombenabwurf auf Hiroshima am 6. August 1945 drei Tage später noch ein zweiter auf Nagasaki folgen musste. Wollten Physiker in Erfahrung bringen, ob die Plutoniumbombe "Fat Man" genau so zerstörerisch wirkt wie die Uranbombe "Little Boy"? Wollte US-Präsident Harry Truman nach dem Kriegseintritt der Sowjetunion am 8. August vermeiden, dass die USA auch im Pazifik den Sieg teilen mussten, so wie es in Europa der Fall war? Oder war es dem Tenno und seinen Militärs nicht bewusst, welch verheerende Waffe der Kriegsgegner da in den Händen hielt und eine rasche bedingungslose Kapitulation nun unvermeidlich sei?

Die Wirkung der Bombe übertraf die Prognosen der Wissenschaftler bei weitem. Sie wussten zwar von Anbeginn des Manhattan-Projekts, dass eine derartige Energie noch nie entfesselt wurde, dass aber sofort mehr als 100.000 Menschen in Hiroshima den Tod fanden und an den Langzweitwirkungen wohl ebenso viele starben, sollte für Entsetzen unter den beteiligten Forschern sorgen. Robert Oppenheimer, der Leiter des ursprünglich gegen die von Nazi-Deutschland ausgehenden Bedrohung gerichteten Projekts, setzte sich nach Kriegsende gegen die Weiterentwicklung der Waffe ein. Ohne Erfolg, schon wenige Jahre später explodierten die ersten von den USA und der Sowjetunion gebauten Bomben, die aus der explosiven Fusion von Wasserstoff zu Helium ein Vielfaches der Energie gewannen, die Little Boy und Fat Man aus der Spaltung von Uran und Plutonium bezogen. Erst die Wasserstoffbombe liefert "die Kraft, aus der die Sonne ihre Macht bezieht", wie US-Präsident Truman einen Tag nach dem 6. August 1945 in seiner Kapitulationsforderung erklärte.

In einem militärischen Konflikt ist seither keine Nuklearwaffe mehr detoniert, was aber noch lange nicht heißt, dass die Theorie vom Gleichgewicht der Abschreckung wirklich funktioniert. Wie knapp im Jahr 1983 die Welt am Dritten Weltkrieg vorbei schrammte, zeigt die Dokumentation " The Man Who Saved The World ". Das Auslaufen des INF-Vertrages macht die Welt gewiss auch nicht sicherer, zumal bisher keinerlei Nachfolgeregelung in Sicht scheint - das strategische Interesse der USA verlagert sich wieder aus Europa heraus. Die Europäer hingegen sind der Ansicht, dass das Atomabkommen mit dem Iran diesen wirkungsvoll vom Bombenbau abhalten könnte - aber der Deal dürfte nun genau so tot sein wie der INF-Vertrag.

So werden es wieder mehr Nuklearwaffen, die in immer mehr Ländern einsatzbereit sind. Was von der Zivilisation aber übrig bleiben würde, wenn auch nur ein Bruchteil davon zum Einsatz käme, zeigen die Bilder aus Hiroshima von vor 74 Jahren. Peter Müller

Lesetipps für den Dienstag

Who wants a Stylus? : Nach wie vor benötigt man für die Bedienung des iPhone keinen Stift. Dach am iPad hat sich der Apple Pencil als hilfreich erwiesen für Notizen, Markierungen oder Zeichnungen. Laut der Analysten von Citi Research soll im Laufe dieses Jahres nun auch das iPhone nachziehen und mit dem Apple Pencil oder einem anderen Eingabestift zusammenarbeiten - gerade die großen Modelle sind ja auch kaum kleiner als Notizbücher aus Papier, in die man mit Bleistift und/oder Kugelschreiber schreibt und malt. Über den Sinn der möglichen Entscheidung macht sich Leif Johnson auf Macworld Gedanken. Der Apple Pencil ist weit mehr als ein bloßer Bedien- und Eingabestift, er ersetzt auch nicht die Touchbedienung, sondern ergänzt sie sinnvoll. Um aber am iPhone wirklich Sinn zu ergeben, müsste Apple dem Pencil noch einige Änderungen angedeihen lassen. Bisher ist er etwa an das Gerät gebunden und nicht an die AppleID, das wäre aber notwendig, um ihn an mehreren Geräten zu nutzen. Die Frage der Befestigung ist zudem auch nicht geklärt. Der Apple Pencil oder eine Mini-Variante davon würde kaum neue Kundschaft anlocken. Interessant wäre das vor allem für Leute, die bereits einen Apple Pencil am iPad nutzen. Und wenn das iPhone auch noch eine Art von Sidecar-Version bekäme wie das iPad ab iPadOS 13, wäre das auch für Mac-Nutzer eine sinnvolle Erweiterung.

Konstant : Von Trumps Strafzöllen auf aus China importierte Produkte werden bald auch Apples dort gefertigten Produkte betroffen sein. Doch iPhone, iPad und Mac werden nicht teuer, ist sich der Analyst Ming-Chi Kuo sicher. Kurz- und mittelfristig werde Apple die höheren Kosten absorbieren, was aber zu Lasten der Hardwaremarge gehe. Doch diese sei nicht mehr so wichtig, da Apples Umsätze mit Services stark wachsen, beschwichtigt Kuo. Dass die Auswirkungen auf Apple aber relativ gering bleiben könnten, sei auch noch einem anderen Umstand zu verdanken: Apple verlagere immer mehr seiner Produktionskapazität aus China in andere Länder wie Vietnam oder Indien.

Ausgaben : Apple hat im Juni-Quartal so viel für Forschung und Entwicklung ausgegeben wie noch nie in einem Quartal seiner Geschichte, 4,2 Milliarden US-Dollar. Das sind 7,9 Prozent des Quartalsumsatzes, so viele hatte Apple zuletzt im Jahr 2003 investiert. Im aktuellen Geschäftsjahr werde Apple etwa 16 Milliarden US-Dollar in Forschung und Entwicklung stecken. Die Ausgaben allein sagen indes wenig aus, zumal Unternehmen wie Google oder Microsoft einen höheren Anteil aufwenden. Apple baut aber immer mehr Chips in Eigenregie und dürfte auch viele Mittel in Augmented Reality aufwenden.

Geht bald los : Apple bereitet die Einführung der Apple Card in den USA vor, noch in dieser Woche könnte der Startschuss ertönen. Auf der Wallet-Subdomain seiner Website stellt der Mac-Hersteller den Service vor und nennt die Bedingungen, zu denen man sich eine Apple Card bestellen kann: Man muss mindestens 18 Jahre alt sein, US-Bürger oder in den USA aufenthaltsberechtigt. Dazu benötigt man die neueste Fassung von iOS auf einem zu Apple Pay kompatiblen iPhone. Aus der Wallet-App heraus kann man in Kürze eine Apple Card beantragen, einige ausgewählte iPhone-Nutzer haben bereits eine Einladungsmail erhalten. Nach welchen Kriterien Apple die Empfänger ausgewählt hat, ist indes nicht bekannt.

Chancen und Risiken: Apple legt die Karte zusammen mit der Investmentbank Goldman Sachs auf und nutzt dabei das Bezahlsystem  von Master Card. Für Goldman Sachs ist die Kreditkarte ein weiterer Schritt in Richtung Endkundenmarkt, den die Investmentbank bereits mit seiner Tochter, der Consumer-Bank Marcus adressiert. Analysten halten längerfristig das für eine gute Idee, es könnte jedoch eine Weile dauern, bis sich die Karte auf dem Markt durchsetzt. Denn die USA sind an sich überfällig für eine neue Rezession, das Timing des Start könnte also suboptimal sein. Doch gibt es auch Zuversicht, dass die Apple Card einen guten Start hinlegt, wie Barclays-Analyst Jason Goldberg gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters erklärt. Es gebe einen ziemlichen Hype um die Karte, ein solider Start sei zu erwarten, ähnlich wie es JP Morgan Chas & Co. mit seiner populären Sapphire-Card gelungen sei.

Schuldfrage: Nach den Massenschießereien von Dayton und El Paso bieten die politisch Verantwortlichen in den USA den Opfern und Hinterbliebenen nur die üblichen Allgemeinplätze wie "Gedanken und Gebete" an, unterlassen es aber handeln - etwa mit einer Verschärfung der Waffengesetze. Stattdessen twittert der Migranten und Demokraten hassende Präsident, Hass habe in den USA nichts verloren. Ach. Ach was. Trump und die Republikaner gehen aber noch einen Schritt weiter, um von ihrer Verantwortung und ihrem Versagen abzulenken und haben einen Schuldigen an den Massenmorden ausgemacht: Videospiele. Diese würden die Menschen "dehumanisieren", wie der POTUS meint. Man müsse die Glorifizierung von Gewalt in der Gesellschaft beenden, "dazu gehören auch die schauerlichen und grausamen Videospiele, die heute alltäglich sind. Es ist heute zu einfach für unruhige Jugendliche, sich mit einer Kultur zu umgeben, die Gewalt feiert. Wir müssen das stoppen oder erheblich reduzieren, und es muss sofort beginnen."  Schon seit dem Columbine-Massaker 1998 hat die Waffenlobby in Videospielen einen Sündenbock ausgemacht, wobei: Waren die beiden damaligen Attentäter nicht unmittelbar vorher beim Bowling? Der Ruf nach strengerer Waffenkontrolle verhallt indes nach jedem der Vorfälle, im Gegenteil, zuletzt hatten sich Trump und seine Partei auf den Standpunkt gestellt, dass nur mehr Waffen "in den Händen der richtigen Leute" Massenschießereien verhindern könnten. Ach. Ach was.

Weitere Nachrichten:

Verbraucherzentrale warnt vor PayPal-Phishing

Die Verbraucherzentrale warnt vor einer gefährlichen Phishing-Mail mit dem Betreff  „Sicherheitsnachricht“ , mit der Kriminelle die Zugangsdaten für den Zahlungsdienst PayPal abgreifen wollen. In der Nachricht ist von einer vermeintlich notwendigen Verifizierung des PayPal-Kontos die Rede. Als Grund für diese Aktion wird das Inkrafttreten der Zweiten EU-Zahlungsdiensterichtlinie (PSD2) angeführt. Dieses würde es nötig machen, dass PayPal-Nutzer ihre Kontodaten verifizieren, um Missbrauch durch Dritte vorzubeugen. Doch genau dies ist die Absicht der Mailverfasser, die die eingetippten Zugangsdaten missbrauchen, um das PayPal-Konto im Anschluss leerzuräumen.

In der Phishing-Mail werden Nutzer zusätzlich unter Druck gesetzt, indem die Verifizierung bis zum 14. September erfolgen müsse. Danach werde das Konto eingefroren. Empfänger der Mail sollten diese sofort löschen und keinesfalls den enthaltenen Link anklicken. Eine Änderung an den PayPal-Zahlungsmethoden ist derzeit nicht geplant. Wer sich nicht sicher ist, ob eine Mail tatsächlich vom jeweiligen Anbieter stammt, sollte sich per Direkteingabe der URL im Browser in sein Konto einloggen. Dort weisen Anbieter verlässlich auf Änderungen und notwendige Nutzeraktionen hin. Internetadressen aus E-Mails sollten hingegen nicht blind angeklickt werden.

 

Zeitarbeiter in Polen hören deutsche Alexa-Befehle ab

Einem Bericht der Welt zufolge, setzt der Online-Versandhändler Amazon für die Verbesserung seines Sprachassistenten Alexa auch auf polnische Zeitarbeiter. Diese wurden von der Firma Randstad zur Verfügung gestellt und in der Amazon-Niederlassung in Danzig geschult. Pikant wird diese Vorgehensweise, da diese Tätigkeiten auch von zu Hause aus ausgeführt werden können. Amazon bestätigte die Anstellung von polnischen Zeitarbeitern für die Analyse von Alexa-Befehlen. Dabei verwies man auf strenge Sicherheitsmaßnahmen und Richtlinien, speziell in Zusammenhang mit der Heimarbeit. 

Als Reaktion auf die Kritik der Kunden im Netz hat Amazon seine Datenschutzeinstellungen angepasst. Jeder Nutzer kann selbst entscheiden, ob die eigenen Sprachbefehle zur Verbesserung von Alexa genutzt werden dürfen. Bei einem Opt-out seien die Sprachaufzeichnungen auch von den überwachten Lernabläufen ausgeschlossen. Gleichzeitig wolle man die Informationen für Kunden aktualisieren und transparenter machen. Google und Apple setzen ebenfalls auf Mitarbeiter, die die Spracheingaben der Nutzer analysieren, um die jeweiligen Dienste besser zu machen. Ende letzter Woche kündigte Apple jedoch an, auf die Auswertung von Siri-Sprachaufnahmen verzichten zu wollen . Dadurch soll die Privatsphäre der Nutzer besser geschützt werden.

Samsung Galaxy Watch Active 2 mit erster digitalen Lünette

Mit der neu vorgestellten Samsung Galaxy Watch Active 2 zeichnen Sie alle Ihre Bewegungen auf, damit Sie einen präzisen Überblick Ihrer täglichen Aktivitäten haben. Dank automatischer Aktivitätserkennung müssen Sie einige der "Workouts" mit der Galaxy Watch Active 2 nicht manuell starten. Und durch tägliche Ziele bleiben Sie motiviert, sich am Tag viel zu bewegen. Außerdem unterstützt die Watch Active 2 Ihr Training wie "Laufen" durch Tipps und Hinweise.

"Mit Galaxy Watch Active 2 haben wir ein Gerät entwickelt, das es Verbrauchern ermöglicht, die Kontrolle über ihre Fitness und ihr Wohlbefinden zu übernehmen und nahtlos zwischen ihren Geräten zu wechseln und sich über das Samsung Galaxy-Ökosystem zu verbinden, was ihr Leben einfacher und besser macht", wie Samsung-CEO DJ Koh betont.

Design und Display der Galaxy Watch Active 2

Das Design der Galaxy Watch Active 2 ist rund und einfach gehalten. Als erste Smartwatch bietet die Galaxy Watch Active 2 laut Samsung eine digitale Lünette. Mit der navigieren Sie durch das Menü der smarten Uhr und starten Apps. Dadurch vergrößert Samsung die Größe des Super AMOLED-Displays von 1,1 Zoll auf 1,2 Zoll beim 40-Millimeter-Modell und auf 1,4 Zoll bei der 44-Millimeter-Variante. Die Auflösung beträgt bei beiden Versionen 360 x 360 Pixel.

Die Watch Active 2 gibt es als leichte Aluminium-Variante mit einem einfachen Fluorelastomer (FKM)-Band und als hochwertige Edelstahl-Version mit Lederarmband. Letztere wird es später auch als LTE-Variante zu kaufen geben. So können Sie Ihr Smartphone zu Hause lassen, aber trotzdem telefonieren oder Social Media betreiben.

Ausstattung der neuen Smartwatch

Die Galaxy Watch Active 2 läuft mit aktualisierter One UI, die sehr einfach und klar zu bedienen ist. Das Ziffernblatt können Sie selbst aussuchen. Und diejenigen, die besonders stylisch sind, können dank My Style Watch Face (nur auf Galaxy/Android-Geräten verfügbar) die Farbe ihrer Kleidung ins Ziffernblatt übernehmen. Dabei machen Sie mit der Wearable App ein Foto Ihres Outfits und können anschließend aus fünf verschiedenen Farbmustern Ihr neues Ziffernblatt auswählen.

Mit der Galaxy Watch Active 2 können Sie 39 Workouts manuell tracken - sieben davon starten ganz automatisch. Dazu zählen Laufen, Walken, Radfahren, Rudergerät, Crosstrainer und dynamische Trainingseinheiten. Mit dem Running Coach verfolgen Sie Ihre Lauf-Pace in Echtzeit, es stehen außerdem sieben verschiedene Laufprogramme zur Verfügung.

Preis und Verfügbarkeit

Wer die neue Samsung Galaxy Watch Active 2 zwischen dem 8 August und 5. September vorbestellt, der bekommt das Wireless Charger Duo Pad im Wert von 99,99 Euro UVP gratis dazu. In der Bluetooth-Variante ist die Watch Active 2 ab dem 6. September verfügbar, die LTE-Version folgt ab dem 27. September. Das Aluminium-Modell wird es in den Farben Cloud Silver, Aqua Black und Pink Gold geben. Die Edelstahl-Variante wird in den Farben Silver, Black und Gold erhältlich sein.

Und so viel kosten die verschiedenen Modelle der Galaxy Watch Active 2:

  • Galaxy Watch Active 2 Aluminium 40mm: 299 Euro UVP

  • Galaxy Watch Active 2 Aluminium 44mm: 319 Euro UVP

  • Galaxy Watch Active 2 Stainless Steel 40mm: 399 Euro UVP

  • Galaxy Watch Active 2 Stainless Steel 44mm: 419 Euro UVP

  • Galaxy Watch Active 2 Stainless Steel 40mm LTE: 449 Euro UVP

  • Galaxy Watch Active 2 Stainless Steel 44mm LTE: 469 Euro UVP

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