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Morgenmagazin vom Dienstag, 6. Dezember

06.12.2016 | 06:56 Uhr |

Apple Watch verkauft sich deutlich schlechter +++ UK-Polizei mit neuer Taktik gegen iPhone-Sperren +++ Polizei in Dubai führt Smart Platform mit Siri-Feature ein +++ EU: Hassbotschaften müssen schneller gelöscht werden +++ Polizei fängt Auto-Dieb per BMW Connected Drive +++ Amazon Go: Supermarkt ohne Kassen ab 2017 in Seattle

6. Dezember: Geschenkverteiler

Das Macwelt-Morgenmagazin wünscht einen Guten Morgen! Wir hoffen mal, Sie finden heute in Ihren Stiefeln keine Rute oder andere böse Überraschungen, sondern Mandarinen, Mandeln, Äpfel und noch ein paar Süßigkeiten. Letzte Nacht, als das Häslein ging zur Ruh, das Rehlein tat die Augen zu, in dieser wunderschönen Nacht, hat hoffentlich niemand den Förster umgebracht – es möge  ein friedlicher Advent sein. Der 6. Dezember ist dem Heiligen Nikolaus gewidmet und es gibt allenfalls Debatten darüber, in welcher Nacht er die Stiefel füllt, in der auf den 6. Dezember oder in jener, in der sich der Tag zu Ende neigt und vom Jahr nur noch 25 weitere Tage bleiben. Der Bischof von Myra und sein Wirken im späten dritten und frühen vierten Jahrhundert mögen Legende sein, Zweifel an seiner Existenz bestehen keine.

Wie nun aber der Nikolaus heute wirkt und auftritt und wie er sich von seinem historischen Original entfernt hat, mag eine andere Geschichte sein. Am Nordpol und nicht mehr in Kleinasien soll er heute wohnen, weswegen er nicht nur einen langen Bart und eine Fellmütze benötigt, sondern auch noch einen in Coca-Cola-rot gefärbten Mantel. Der zum Weihnachtsmann mutierte Heilige liefert nun zu einem anderen Termin, nämlich dem kurz nach der Wintersonnenwende angesetzten Fest. Mag im nördlichen Finnland in der Winterszeit die Fortbewegung auf einem von Rentieren gezogenen Schlitten eine natürliche gewesen sein, dass die Viecher auch fliegen können, verwundert uns sehr. Ein etwas traditionelleres Transportmittel hat die niederländische Inkarnation, der Sinterklaas, gewählt und er ist auch beim traditionellen Termin Anfang Dezember geblieben. Doch die Symbolik des Schiffs das Geschenke aus fernen Ländern bringt und von kleinen schwarzen Helfern bevölkert ist, mag Relikt aus der Kolonialzeit sein, befremdet heutzutage aber dann doch ein wenig. Irgendwie akzeptiert man ein fliegendes Rentier namens Rudolf noch eher als Teil des kommerziellen Weihnachten als einen "swarten Piet" als fernes Echo der Sklaverei. Aber mit Traditionen ist es oft so: Allzu sehr hinterfragen sollte man sie nicht. Manchmal ist ein Nikolausdarsteller eben nur ein Nikolausdarsteller und kein Heiliger.

Während aber die Finnen auch im Weihnachtsdorf in Rovaniemi ihren Nationalfeiertag begehen, der an 99 Jahre Unabhängigkeit erinnert und die Niederländer den Höhepunkt der Geschenksaison schon erlebt haben, dürfen wir hierzulande noch gute drei Wochen uns mit dem Einkaufsstress vor Weihnachten herumschlagen. Einer der Läden, die wir noch besuchen wollen, feiert heute ein Jubiläum: Am 6. Dezember 2008 eröffnete in der Münchener Rosenstraße der erste Apple Store in Deutschland. Mittlerweile sind 13 weitere hinzugekommen, unter anderem auch der im Münchener Olympiaeinkaufszentrum. Der Einkauf in letzterem dürfte etwas entspannter sein, den der in der Innenstadt grenzt unmittelbar an den Christkindlmarkt, auf dem es nach Einbruch der Dunkelheit an jedem Tag sich so anfühlt, wie am Erstverkaufstag eines iPhone kurz vor acht Uhr. Man kann sich dann nur noch darauf einlassen und sich mit dem Strom mitspülen lassen. Aber aufpassen: Noch mit der Glühweintasse in der einen und der Bratwurst in der anderen Hand, sollte man den Apple Store besser nicht betreten. Peter Müller

Lesetipps für den Dienstag

Rank und schlank : Der ehemalige Apple-Top-Manager Jean-Louis Gassée hatte sich vor einer Woche Gedanken darüber gemacht, ob denn der Mac allmählich in seinem Endspiel angekommen wäre und legt auf seinem Blog Monday Note nun nach. Den Mac werde man noch eine ganze Weile brauchen, schlussfolgert er aus der Tatsache, dass vor allem die App-Entwicklung nur auf Laptops und Desktops mit macOS ginge. Die Zukunft seien aber schlanke und mobile Systeme, die mit geschickter Anbindung von Peripherie dem klassischen Computer den Garaus machen würden. iOS sei vor allem wegen seiner Historie dem großen und schweren macOS überlegen. Während letzteres Code aus historischen Zeiten mit gleich zwei Wechseln der Prozessorplattform mit sich führe, habe Apple vor gut zehn Jahren mit iOS quasi von vorne anfangen müssen und dabei nur auf einen kleinen Teil des seinerzeit OS X genannten Systems zurückgreifen können. Es habe sogar in Cupertino Überlegungen gegeben, für das iPhone BeOS von seinem damaligen Besitzer Palm zu erwerben - mal wieder. Denn vor der Rückkehr von Steve Jobs zu Apple hatte Cupertino auch lange darüber nachgedacht, Be Inc. mit seinem damaligen CEO Gassée zu kaufen anstatt NeXT...

Kreativ: Heute ist schon Nikolaus, es wird höchste Zeit, an die Weihnachtspost zu denken. Mit Fotos für macOS gelingen diese auch mit eigenen Motiven. Macworld zeigt, was man aus den Vorlagen herausholen und sich eine schöne Weihnachtsgrußkarte basteln und bestellen kann.

Absurd bis nützlich : Jedes Jahr die gleiche Frage: Was schenkt man den Apple-Fan, der schon alles hat? In diesem Jahr könnte man natürlich zum Buch "Designed by Apple in California" greifen, wenn das Budget aber nicht so viel hergibt, dann muss es etwas kleineres sein. Die Kollegen der Macworld haben ein paare nette bis absurde Dinge gefunden, etwa einen ungewöhnlichen Lautsprecher und ein Bett für das iPhone. Ja, ein Bett.

Update: Die Apple Watch Series 2 lässt sich dank des integrierten GPS-Chips auch ohne iPhone benutzen, aber noch nicht mit jeder App. Die Macher von Runkeeper haben es jetzt aber, fast drei Monate nach der Vorstellung der neuen Generation der Uhr, endlich geschafft, ihre Fitnessapp auf die Apple Watch Series 2 auszurichten. Lauf- und Fahrradtrainings oder Wanderungen lassen sich nun auch aufzeichnen, ohne dass man das iPhone mitschleppen muss. Das ging bisher nur mit Apples eigener Sport-App, die im Vergleich zu Runkeeper und Co. ein wenig eingeschränkt ist.

Angepasst: Über den Webbrowser kann man zwar alle seine in iCloud gespeicherten Bilder ansehen, die Web-App für Fotos ist aber noch recht rudimentär. Das soll sich nun ändern, Apple will die Anwendung so anpassen, dass sie der Desktop-Version im Funktionsumfang gleich kommt. Auf beta.icloud.com ist bereits ein Vorgeschmack zu sehen, Fotos im Web kommt nun auch mit einer Seitenleiste und einem Schieberegler für Thumbnails, wie man ihn aus Fotos für macOS kennt.

Verschlüsselung umgangen: Es gibt keine Hintertür in iOS und Apple weigert sich aus guten Gründen, eine solche zu programmieren. In Großbritannien ist die Polizei daher auf neue Methoden verfallen, wenn es darum geht, die Inhalte von iPhones Verdächtiger auszulesen: Die Polizisten reißen die iPhones einfach den möglichen Straftätern aus der Hand, solange sie nicht gesperrt sind. Zumindest ein Fall ist aktenkundig, in dem die Strafverfolger einen Verdächtigen auf offener Straße überfielen, um so an die Daten seines iPhones und damit mögliche Beweise zu gelangen. Einer der beteiligten Polizisten musste das iPhone so lange mit permanenten Wischgesten in Betrieb halten, bis es mit einem Computer verbunden werden konnte, um die Daten auszulesen.

Mäßige Zahlen: Laut IDC hat Apple im dritten Kalenderquartal 2016 mit 1,1 Millionen Apple Watches 71 Prozent weniger verkauft als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Gleichwohl hat Apple im September eine neue Generation der Uhr vorgestellt, die erst zum Ende des Quartals in den Handel gekommen war und die im laufenden Weihnachtsgeschäft wieder etwas Auftrieb geben könnte. Der Rückgang der Verkaufszahlen war dem veralteten Gerät und seiner unübersichtlichen Bedienung geschuldet, meinen die Analysten. Mit der Series 2 und watchOS 3 habe Apple dem entgegen gewirkt. Der Smartwatch-Sektor steht aber weiter unter Druck. Im Wearables-Markt konnten jedoch Apples Konkurrenten Fitbit, Xiaomi, Garmin und Samsung mit ihren Fitnesstrackern allsamt zulegen, nach Ansicht von IDC schlage derzeit die Einfachheit der Sportarmbänder die Komplexität der intelligenten Armbanduhr.

Weitere Nachrichten

Polizei in Dubai führt Smart Platform mit Siri-Feature ein

Die Dienststelle mit dem Zuständigkeitsbereich für Smart Services der Polizei in Dubai hat kürzlich eine Smart Platform eingeführt, über die Nutzer mit dem intelligenten Sprachassistenten Siri interagieren können.

Nutzer, welche die Dubai Police Smart App auf ihren iOS-Geräten installiert haben, können diese unter anderem nutzen, um Bußgelder schnell und komplikationslos zu bezahlen.

Laut emirates247 erklärte der General Director der zuständigen Dienststelle namens Brigadier Khaled Nasser Alrazooqi, dass die Polizei in Dubai mit zu den ersten Behörde zählt, die derartige Services ermöglicht.

Damit die Anwender über die App Transaktionen tätigen können, müssen sie sich zuvor beim mPay Service anmelden. Dieser wird von der Dubai Smart Government bereitgestellt.

Die Smart Dubai Initiative zielt darauf ab, Dubai in eine Stadt zu verwandeln, die den Bürgern am meisten Smart-Technolgie im Alltag anbietet. Mehr als 100 Initiativen und 1000 Smart Services sind an diesem Projekt beteiligt, um die Lebensqualität in Dubai zu steigern. Die Hauptziele sind dabei unter anderem eine generationsübergreifende, smartere Wirtschaft, Verkehrswesen, und Umwelt.

EU: Hassbotschaften müssen schneller gelöscht werden

Am Wochenende forderte die EU-Kommission Unternehmen wie Facebook, Twitter, Google oder Microsoft dazu auf, schneller gegen Hassbotschaften im Internet vorzugehen. Sollte dies ignoriert werden, könnten auch entsprechende Gesetze folgen, die die Unternehmen zu einer schnelleren Reaktion zwingen.

Grundlage für die Forderung war eine Untersuchung der EU-Kommissarin für Justiz und Verbraucherschutz, Vera Jourová. Schon vor sechs Wochen wurde ein freiwilliger Verhaltenskodex von Facebook und Co. unterzeichnet, der eine Reaktion auf Hassnachrichten innerhalb von 24 Stunden vorsieht. In 60 Prozent der Fälle halten sich die Unternehmen jedoch nicht an diese Vorgabe. 

Erst nach 48 Stunden würden 80 Prozent der in sozialen Netzwerken verbreiteten Hassbotschaften gelöscht. Um auf eine legislative Regelung verzichten zu können, müsste laut EU-Kommission schneller reagiert werden.

Polizei fängt Auto-Dieb per BMW Connected Drive

Die Vernetzung von Autos spielt auch den Ordnungskräften in die Hände: Am Wochenende konnte in Seattle ein Autodieb von der Polizei im gestohlenen Fahrzeug eingeschlossen werden, nachdem er dort ein Nickerchen gehalten hatte.

Das Auto, einen unverschlossenen BMW 550i, hatte der Dieb zuvor in einer Tiefgarage entwendet. Der Besitzer hatte am Vortag geheiratet und seinem Freund den Autoschlüssel gegeben, den dieser versehentlich im Auto liegen ließ. Daher gestaltete sich der eigentliche Diebstahl recht einfach.

Nachdem der Besitzer erkannte, dass sein Fahrzeug verschwunden war, schaltete er die Polizei ein. Diese fand das Auto wenig später in einer Seitenstraße. Zur Überraschung der Ordnungshüter hielt der Dieb ein Nickerchen im Auto. Durch die Zusammenarbeit mit BMW konnte das Fahrzeug aus der Ferne verschlossen werden, der Dieb war so eingesperrt. Wenig später konnte der 38-jährige Mann von der Polizei festgenommen werden. In seiner Tasche fanden die Beamten eine geringe Menge Methamphetamin.

Amazon Go: Supermarkt ohne Kassen ab 2017 in Seattle

Amazon hat für Anfang 2017 die Eröffnung eines Supermarkts der ganz besonderen Art angekündigt. Der Laden wird den Namen Amazon Go tragen. Das Prinzip: Die Supermarkt-Besucher greifen sich einfach die gewünschten Lebensmittel und andere Gegenstände des täglichen Bedarfs aus den Regalen und Kühlschränken, packen sie in ihre Taschen und verlassen dann den Laden. Keine Schlangen an Kassen oder Checkouts sollen den Supermarkt-Besuch trüben. Stattdessen werden die entnommenen Waren später über das Amazon-Konto abgerechnet.

In dem Laden kommen hierfür Bilderkennungs- und Sensoren-Technologien zum Einsatz. Technologien, so Amazon, die bei selbstfahrenden Fahrzeugen bereits verwendet werden. Bei Amazon Go bedeutet dies: Beim Betreten des Ladens checkt sich der Kunde über eine Amazon Go App ein, beim Verlassen des Ladens erkennen dann die Sensoren, welche Waren mitgenommen wurden und rechnet sie dann über das Amazon-Konto ab. Amazon bezeichnet dies als "Just Walk Out"-Technologie.

In Amazon Go will Amazon die Waren anbieten, die auch andere Supermärkte im Sortiment haben. Laut Angaben von Amazon wird Amazon Go an einem Standort in Seattle Anfang 2017 eröffnet werden. Die Adresse: 2131 7th Ave an der Ecke Blanchard Street.


Derzeit findet noch ein "Beta-Test" statt, an dem Amazon-Mitarbeiter teilnehmen. Amazons Hauptsitz befindet sich in Seattle.

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