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Morgenmagazin vom Dienstag, 7. Januar 2020

07.01.2020 | 07:00 Uhr |

Intel zeigt Comet Lake H auf CES: Chips für Macbook Pro 16'' +++ "The Morning Show" geht bei Golden Globes leer aus +++ iPhone mit 5G womöglich in zwei Stufen – und nicht überall +++ Withings: Smartwatch erkennt Schlafapnoe +++ Sennheiser: Vier neue Bluetooth-Kopfhörer +++ Nvidia: Gaming-Monitore mit 360 Hz

7. Januar: Auf ein Neues!

Macwelt wünscht Guten Morgen und ein Frohes Neues! Natürlich heißen wir Sie an dieser Stelle auch in den Zwanzigern Willkommen, aber nicht im neuen Jahrzehnt - das beginnt erst in gut einem Jahr. Der Grund: Die Geschichtsschreibung kennt das Jahr Null nicht, auf 1 v. Chr. folgte unmittelbar 1 n. Chr. - und damit ist klar, dass ein Jahrzehnt am Silvestertag eines Zehnerjahres endet, in diesem Fall also am 31.12. 2020.

Bis dahin haben wir wieder eine wilde Reise rund um unser Zentralgestirn vor uns, in einer irren Geschwindigkeit, von der wir glücklicher Weise nichts mitbekommen. Die Schwerkraft unseres Planeten zieht uns fest auf den Boden, einen Gegenwind des Äthers haben wir nicht zu fürchten, denn es gibt ihn nicht, den Äther.

Abseits der astronomischen Umstäne haben wir aber auch noch eine spannende Reise durch die Apple-Jahreszeiten vor uns. Noch im Januar feiert das iPad seinen zehnten Geburtstag, im Frühjahr sollte es neue iPad Pro geben und womöglich auch einen Nachfolger für das iPhone SE. Eine Reihe neuer Servives oder Servicepakete von Apple stehen an, ehe es ab Juni wieder an weitere Updates geht: iMac, iMac Pro, Macbook 14'' und vielleicht das erste ARM-Book Apples?

Ganz sicher aber zeigt Apple im Juni Vorschauen auf iOS 14 und macOS 10.16, im September bekommen die drei aktuellen iPhones Nachfolger - mit 5G und so einigen weiteren Neuerungen. Dazu kommt dann auch die sechste Apple Watch und die so ein oder andere Überraschung, vielleicht ist 2020 dchon reif für die nächste neue Kategorie, in Richtung AR/VR? Oder Apple lässt sich damit noch Zeit bis in das nächste Jahrzehnt. Einerlei - wir sind dabei und werden berichten. Mit Schwung in das neue Jahr! Bleiben Sie neugierig und gesund. Peter Müller

Lesetipps für den Montag

Upgrade voraus: Sehr wahrscheinlich wird schon bald ein 14-Zoll-Macbook-Pro das derzeitige 13-Zoll-Modell ablösen, aber auch für das erst im November präsentierte Macbook Pro 16 Zoll könnte ein Nachfolger recht früh kommen, in Form eines Upgrades mit neuen Prozessoren. Intels auf der CES vorgestellten neuen  Core-Prozessoren lässt das vermuten. Die "Comet Lake H" genannten Chips sind eine Erweiterung der letztes Jahr eingeführten zehnten Generation Comet Lake, sie bringen mit 45 Watt eine größere Leistungsaufnahme und sollen dafür auch eine bessere Performance liefern. Damit würden sie sich perfekt in das 16-Zoll-Macbook-Pro einfügen, das bisher mit 45-Watt-Chips der neunten Generation arbeitet. Auf der Messe in Las Vegas zeigte bereits Razer ein Gamingnotebook, das die Comet Lake H eingebaut hat. Laut Intel sollen die CPUs der zehnten Generation, die wie die der neunten im 14nm-Prozess gefertigt sind, Boost-Geschwindigkeiten bis zu 5 GHz erreichen, 11 Prozent schneller wäre das als das bisher im Macbook Pro erreichte Spitzentempo von 4,5 GHz. Ebenso soll etwas flotterer LPDDR4-RAM dem Rechner auf die Sprünge helfen.

Stufenweise : Die iPhones des Jahrgangs 2020 kommen aller Voraussicht nach mit 5G-Modems, die Netze werden gegen Ende des Jahres gut genug ausgebaut sein, um eine solche Neuerung sinnvoll werden zu lassen. Allem Anschein nach werden auch alle neuen Modelle des Herbst mit 5G ausgestattet sein, zumindest in den USA, Kanada, UK, Südkorea und Japan. In Ländern mit schleppendem 5G-Ausbau werde Apple laut Ming-Chi Kuo die 5G-Fähigkeiten der Telefone per Software abschalten - vier neue iPhones erwartet der Analyst von TF Internationbal Securities. Apple werde diese aber nicht gleichzeitig in den Handel bringen, behauptet nun der Analystenkollege  Mehdi Hosseini von Susquehanna und stellt Kuos Zeitplan damit in Frage. Im September 2020 werde es zwei iPhones für das Sub-6-GHz-Band geben, für die schnellere Welle mmWave werde man auf passende Geräte noch bis Dezember 2020 oder gar Januar 2021 warten müssen.

Ladelautsprecher: Belkin hat in Kooperation mit dem französischen Hersteller von High-End-Lautsprechern Devialet seinen ersten Smartspeaker vorgestellt. Der SoundForm Elite Hi-Fi Smart Speaker + Wireless Charger dient gleichzeitig als drahtloses Qi-Ladegerät und hat für die Intelligenz den Google Assistant an Bord. Die Woofer-Technik "push-push" soll auch bei starken Bässen eine minimale Vibration garantieren – sinnvoll, wenn das iPhone zum Laden auf dem Speaker liegt. Der Preis von 229 US-Dollar liegt im Rahmen vergleichbarer Angebote.

Aussichten: Das Jahr hat für die Apple-Aktie schon gut angefangen, in der vergangenen Woche stand der Kurs erstmals seit dem letzten 7:1-Split über 300 US-Dollar und damit auf einem neuen Allzeithoch. Am Montag Abend ging APPL wieder mit 299,80 US-Dollar aus dem Handel. Wall Street ist sich dennoch uneins über den Ausblick auf 2020, wie The Street darlegt. Einige Analysten stufen das Papier sogar von der höchsten Kaufempfehlung um eine Stufe zurück, sehen aber weiter ein Kursziel in Richtung 350 US-Dollar.

Arcade: Apple is doomed - so ging die Erzählung der letzten Jahrzehnte, auch wenn sie zuletzt immer leiser geworden ist. Mit ein Grund dafür sind die neuen Services, die Apple Wachstum versprechen, auch wenn das iPhone noch keinen Nachfolger als absoluter Kassenschlager gefunden hat. Das jüngste Spiel des Abo-Servies Apple Arcade namens Doomsday Vault spielt in einer Welt, in der nicht nur Apple untergegangen sein dürfte, sondern fast alles, was wir heute als Zivilisation betrachten - Grusel zum Jahreswechsel. Der Spieltyp ist ein Puzzler, der Spieler muss allerlei Rätsel lösen und Gegenstände finden - hier handelt es sich um Pflanzensamen, die in einen Safe gebracht werden müssen und in der überfluteten Welt neue Hoffnung geben können. Nebenbei lernt mal auch etwas, schreibt unser Macworld-Kollege Leif Johnson in seiner Rezension, etwa über den Nutzen von Kokospalmen.

Nominiert und nix passiert : Apple TV Plus ist bei den ersten Golden Globes nach seinem Start im vergangenen November leer ausgegangen, trotz dreier Nominierungen. Die beiden Hauptdarstellerinnen der "Morning Show" Jennifer Aniston und Reese Witherspoon mussten Olivia Colman (als Elizabeth II. in "The Crown") den Vortritt lassen, als beste TV-Serie wurde "Succession" gekürt. Apple CEO Tim Cook war im Publikum und musste sich kritische Worte des Gastgebers Ricky Gervais anhören, der die nominierte Morning Show zwar lobte, aber einen giftigen Nebensatz hinterherschickte : "Apple schlägt mit einem großartigen Drama über die Bedeutung der Würde und des richtigen Handelns im TV-Geschäft auf – und das von einer Firma, die Ausbeuterbetriebe in China betreibt". Nun darf man den bissigen Spot des britischen Komikers nicht auf die Goldwaage legen, auch andere Shows und Unternehmen bekamen ihr Fett weg, auch die von ihm geschriebene und produzierte Netflix-Serie After Life. Es ist jedenfalls nicht bekannt, das sich ein Intendant in vorauseilendem Gehorsam für die Satire des Satirikers entschuldigt hätte …

Weitere Nachrichten:

Withings: Smartwatch erkennt Schlafapnoe

Withings nutzt die in dieser Woche in Las Vegas stattfindende Consumer Electronics Show (CES) zur Vorstellung einer neuen Hybrid-Smartwatch. Die Withings ScanWatch verfügt über ein minimalistisches Ziffernblatt und Zeiger, wie bei einer Analog-Armbanduhr. Zusätzlich verbaut Withings in der oberen Hälfte des Ziffernblatts ein rundes Display, das unter anderem dem Herzschlag anzeigt. Laut Withings handelt es sich bei der ScanWatch um die weltweit erste klinisch validierte Smartwatch, die in der Lage ist, sowohl Herzrhythmusstörungen als auch Schlafapnoe festzustellen.

Ähnlich wie bei der Apple Watch können Nutzer mit der ScanWatch durch den Druck auf die Krone der Uhr ein EKG anfertigen. Dieseswird dann im Display angezeigt und parallel dazu in der zugehörigen App erfasst. Auf Wunsch können die Daten bei Unregelmäßigkeiten mit einem Arzt geteilt werden. Mit dem integrierten SpO2-Sensor überwacht die ScanWatch außerdem den Schlaf ihres Trägers und kann feststellen, ob dieser möglicherweise unter Schlafapnoe leidet. Die ScanWatch kann über das integrierte Display außerdem einen Schrittzähler oder Smartphone-Benachrichtigungen anzeigen. Sie bietet eine Akku-Laufzeit von rund 30 Tagen. Der Release ist für das zweite Quartal 2020 geplant. Die kleinere 38-mm-Version der ScanWatch soll zum Marktstart rund 250 Euro kosten. Die 42-mm-Variante soll mit rund 300 Euro zu Buche schlagen.

Sennheiser: Vier neue Bluetooth-Kopfhörer

Die neuen Bluetooth-Kopfhörer HD 450BT und HD 350BT ersetzen die Vorgängermodelle HD 4.50BTNC und HD 4.40BT. HD 450BT und HD 350BT sind Bluetooth 5.0-kompatibel und unterstützen laut Hersteller Audio-Codecs wie AAC, AptX und AptX Low Latency. Sennheiser verspricht eine Akkulaufzeit von bis zu 30 Stunden. Den Akku laden Sie über USB-C auf.

Auf Tastendruck bieten der HD 450BT und der HD 350BT Zugriff auf die Sprachassistenten Siri oder Google Assistant, weitere Tasten an den Ohrmuscheln sollen die Steuerung von Musik und Anrufen erleichtern.

Der HD 450BT filtert mit Hilfe von Active Noise Cancelling störende Umgebungsgeräusche heraus. Zudem kann dieses Modell, wenn gewünscht, auch kabelgebunden genutzt werden.

Mit der Sennheiser Smart Control App können Sie das Hörerlebnis an die eigenen Hörbedürfnisse anpassen. Außerdem bietet die App einen Podcast-Modus, der die Verständlichkeit von Podcasts, Hörbüchern und anderen Sprachinhalten optimieren soll. Auch der Akkustatus, eine Kurzanleitung und Firmware-Updates können über die App aufgerufen werden.
 
Beide Kopfhörer sind in den Farbvarianten schwarz und weiß erhältlich. Der HD 350BT ist ab Mitte Januar für 99 EUR (UVP) erhältlich, der HD 450BT wird ab Mitte Februar für 179 EUR (UVP) verfügbar sein.

CX 350BT und CX 150BT sind Bluetooth-basierte In-Ear-Kopfhörer. Die beiden Modelle bieten eine Akkulaufzeit von zehn Stunden, aufgeladen wird über USB-C. Beim CX 350BT lassen sich zudem über eine spezielle Sprachassistententaste Siri oder Google Assistant aufrufen. Für die Einstellung persönlicher Klangvorlieben kann bei diesem Modell der Equalizer in der Sennheiser Smart Control App genutzt werden. Zusätzlich lassen sich über die App Firmware-Updates installieren und ein Podcast-Modus einstellen, der für eine optimierte Wiedergabe von Sprachinhalten sorgen soll.

Unterstützt werden die Audiocodecs SBC und AAC, der CX 350BT bietet zusätzlich die Unterstützung von AptX und AptX Low Latency. Sowohl der CX 350BT als auch der CX 150BT sind Bluetooth 5.0-kompatibel und können dank Multipairing mit zwei Geräten gleichzeitig verbunden werden.


Die Ohrhörer kommen mit Ohradaptern in vier verschiedenen Größen. Beide Modelle gibt es in den Farbvarianten schwarz und weiß.

Der CX 150BT ist ab sofort für 69 Euro (UVP) in schwarz erhältlich, die weiße Farbvariante wird im Februar folgen. Der CX 350BT ist ab Februar zu einem Preis von 99 Euro (UVP) in weiß und schwarz erhältlich.

Nvidia: Gaming-Monitore mit 360 Hz

Spieler bevorzugen hohe Bildraten, denn mit vielen Bildern pro Sekunde werden Reaktionen im Spiel schneller umgesetzt und Probleme wie Tearing und Ghosting reduziert. Auf der CES hat Nvidia mit den G-Sync Esports Displays neue Monitore angekündigt, die bis zu 360 Bilder pro Sekunde anzeigen können. Konkret handelt es sich um Bildschirme mit Full-HD-Auflösung und 24,5 Zoll in der Diagonale. Für die bis zu 360 Hz wird eine neue Version der G-Sync-Prozessoren von Nvidia benötigt, die direkt im Monitor untergebracht sein sollen. Als erster Hersteller hat ASUS mit dem ROG Swift 360Hz einen entsprechenden LCD-Bildschirm angekündigt, der im Verlauf des Jahres in den Handel kommen soll.

Für den Betrieb mit derart hohen Bildraten ist natürlich auch eine leistungsfähige Grafikkarte notwendig. Die schon jetzt erhältlichen Bildschirme mit G-Sync und 240 Hz sind bereits recht kostspielig, die Geräte mit 360 Hz dürften noch teurer ausfallen. Sie richten sich primär an Spieler von Multiplayer-Games im professionellen Bereich. Für eine gelegentliche Runde Counter-Strike oder Call of Duty sind derart hohe Bildwiederholraten hingegen nicht nötig. In einer im März 2019 veröffentlichten Studie belegte Nvidia aber, dass es einen konkreten Zusammenhang zwischen der Bildwiederholrate und den erfolgreichen Abschüssen in Spielen wie Fortnite oder PlayerUnknown’s Battlegrounds gibt.

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