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Morgenmagazin vom Dienstag, 8. Dezember 2015

08.12.2015 | 06:56 Uhr |

8. Dezember 2015 +++ Wünsche an das Apple TV +++ Lehren aus dem Prozess gegen Samsung +++ Facebook schließt Creative Labs, Dropbox macht Mailbox zu +++ Deutsche Sender und Apps auf dem Apple TV +++ Eröffnet ein Amazon-Buchladen in Berlin? +++ Neue Spotify-Funktion: Year in Music +++ Apple bestätigt 100.000 Songs in iTunes Match +++ Gerücht: Microsoft plant Surface-Smartphone +++ YouTube Red will angeblich Netflix Konkurrenz machen

Was heute wichtig wird: 8. Dezember 2015

Das Macwelt-Morgenmagazin wünscht einen Guten Morgen! "Was darf Satire? Satire darf alles!" Kurt Tucholskys Worte aus dem Jahr 1919 gelten auch heute noch. Natürlich muss Satire nicht alles, und was sich Satire erlaubt, ist nicht immer witzig. Aber da, wo Satire so weit geht, dass sie weh tut, zeigt sie ihre Wucht. Stellt ungebildete Wutbürger bloß, die ihre Ressentiments auf die Straße bringen. Oder führt Mächtige vor, die auch nur ihre Ohnmacht kaschieren.

Das Genre der Satire hat in den letzten Jahren wieder an Standing gewonnen, kaum ein großes Online-Portal verzichtet auf Satire-Seiten, manche Websites bringen sogar ausschließlich erfundene Nachrichten, die so mancher als wahr aufnimmt.

Eine besondere Satire-Tradition prägte das Vereinigte Königreich, das legendäre Satiremagazin "The Punch" bestand über 150 Jahre, wovon die nicht immer amüsante oder relevante "Titanic" wohl nur träumen kann. Satire ist nicht nur bloßer Witz, das beweist das Anti-Kriegs-Gedicht "In Flanders Fields", das am 8. Dezember 1915 erstmals in jenem Punch gedruckt wurde. "In Flanders Fields", gedichtet im ersten Kriegsjahr, wurde zur Ikone der Erinnerung, der auf den Schlachtfeldern in Frankreich und Belgien blühende Mohn steht als Symbol für das dort vergossene europäische Blut - der Gedenktag für die Kriegstoten in UK und dem Commonwealth, der Remembrance Day am 11. November, wird wegen "In Flanders Fields" auch als "Poppy-Day", also Mohn-Tag, bezeichnet.

All we are sayin' - is give peace a chance: Ein frommer, in finsteren Zeiten gar naiver Wunsch, aber angesichts des Grauens auf den blühenden Mohnfeldern ein alternativloser. Nur ist oft denjenigen, die Friedensbotschaften dieser Art anschlagen, ein frühes, gewaltsames Ende beschert, als ob der Wunsch nach Frieden ein gefährlicher wäre. John Lennon trafen am 8. Dezember 1980 vor dem Dakota-Building in New York tödliche Schüsse aus einer 38er. Der Frieden hat es noch nie leicht gehabt. Frieden war auch nie leicht zu haben. Die Hoffnung darauf bleibt aber bestehen. Peter Müller

Lesetipps für den Dienstag

Wünsche für das Apple TV: Nein, trotz eines seltsamen Gerüchts wird Apple keineswegs schon im Februar die nächste Version des Apple TV auf den Markt bringen. Was aber unbenommen sein dürfte: Apple könnte tvOS verbessern und damit die Erfahrung mit dem Apple TV 4. Dieses biete mit Siri, Apps und der coolen Fernbedienung zwar einige Vorteile, sei aber immer noch ein gutes vom gewünschten "Fernsehen der Zukunft" entfernt, meinen unsere Kollegen der Macworld. Vor allem fehle es an einem einfachen Login für mehrere Apps und damit verbunden einer Personalisierung. So könnte eine künftige tvOS-Software Empfehlungen geben, so wie das iPhone "Proactive" erahnt, was der Nutzer als nächstes damit vorhat.

Schluss, aus, vorbei I: Dropbox schließt im kommenden Februar zwei seiner Angebote. Wenig überraschend dürfte dabei das Aus für die Fotosharing-App Carousel kommen, die anscheinend kaum Anwender fand. Zu Ende geht aber auch die Geschichte der E-Mail-Software Mailbox, die vor zwei Jahren mit einigem Hype gastartet war - wir erinnern uns an die Wartelisten für den Betatest. Dropbox begründet die Entscheidung damit, man wolle sich bei der Entwicklung seiner Software und Services auf deren kollaborativen Aspekt konzentrieren. Das Mailbox-Team verabschiedet sich in einer Mail an seine Nutzer und erklärt darin, man wolle in Zukunft dabei helfen, Workflows zu optimieren, um E-Mail-Fluten gar nicht erst entstehen zu lassen. Denn das sei der Sinn und Zweck von Mailbox gewesen: Die E-Mail als solche und den Umgang mit ihr zu optimieren.

Schluss, aus, vorbei II: Auch Facebook räumt in der Vorweihnachtszeit sein Angebot auf. Standalone-Apps wie Slingshot, Riff und Rooms verschwinden aus dem App Store. Aber damit nicht genug, auch die dafür verantwortliche Entwicklungsabteilung Creative Labs, die für die Flops verantwortlich war, wird zu gemacht.


Lehren aus Samsung vs. Apple : Der von Apple gegen Samsung angestrengte Patentprozess ist zu einem Ende gekommen, Samsung muss eine gute halbe Milliarde US-Dollar an Apple zahlen. Innerhalb der fünf Jahre des Streits haben sich dem Gericht  und damit der Öffentlichkeit aber überaus interessante Einblicke geöffnete, in Bereiche, die sonst von hohen Mauern der Geheimniskrämerei geschützt sein müssen. Der Blog The Boy Genius Report hat zusammengefasst, welche Erkenntnisse über die Entwicklung bei Apple der Prozess in den vergangenen fünf Jahren gebracht hat.

Diese deutsche Sender und Apps sind auf dem Apple TV

Von den privaten Sendern hat sich noch keiner so richtig auf das Apple TV getraut. Nur der Nachrichtensender N-TV hat vor kurzem seine native App in den App Store gebracht. Sie muss man übrigens nicht suchen, sie ist prominent als Empfehlung auf der Startseite des Stores zu sehen.

Chefkoch bringt dagegen seine Rezeptesammlung auch auf die heimischen Fernsehapparate. Der Blog hat eine anschauliche Sammlung an Kochvideos, sie passen eindeutig besser auf einen großen Bildschirm als auf ein kleines iPhone.

Die kleinen Regionalsender in Deutschland machen es vor: Der Bayerische Rundfunk war fast seit dem Start des Apple-TV-Stores mit dabei, neu dazu ist DRF TV gekommen. Der deutsche Regionalfernseher ist ein privater Sender und konzentriert sich auf lokale Inhalte. In die App ist als zusätzlicher Kanal noch TV Mittelrhein integriert.

Der Kino-Blog " Filmstarts " hat nun eigene App für die neue Settop-Box von Apple gebracht, vor allem Filmtrailer sind zu sehen.

Last.fm wirbt genau mit den Funktionen, die Apple bei Apple Music in den Vordergrund stellt: handverlesene Inhalte, von Menschen bzw. durch die interne Redaktion erstellte Wiedergabelisten in allen möglichen Genres. Ob dies so stimmt, kann man auf dem Apple TV überprüfen, der Sender hat vor Kurzen sein Angebot auf tvOS erweitert.

Ein Brausehersteller aus Österreich investiert kräftig in Motorsport, Sportvereine sowie zuweilen ausgefallene Sportveranstaltungen. So ist es kein Wunder, dass die Inhalte für einen eigenen Kanal ausreichen. Das Red Bull TV gibt es auch im App Store fürs Apple TV, die App ist jedoch englischsprachig.

Eröffnet ein Amazon-Buchladen in Berlin?

Der Berliner Tagesspiegel hat Amazon zu Plänen für eine eigene Buchhandlung in der Hauptstadt befragt. Laut Deutschlandchef Ralf Kleber sei Berlin ein Top-Kandidat. Bislang hat der Online-Versandhändler hierzulande keine Niederlassung für den Publikumsverkehr. In Seattle, dem Firmensitz von Amazon, wurde im letzten Monat eine eigene Buchhandlung eröffnet.

Buchhändler dürften von den Plänen Amazons wenig begeistert sein. Schließlich hat der Versandhändler nach ihrer Ansicht dafür gesorgt, dass ihre Geschäfte schlechter laufen. Einen Preisvorteil haben Amazon-Kunden hingegen nicht: Die Buchpreisbindung zwingt auch den Online-Händler zu einheitlichen Preisen.

Erste öffentliche E-Bibliothek in Texas kommt ohne physische Bücher aus

Doch noch immer bevorzugen viele Buchkäufer, ihr gewünschtes Buch in der Buchhandlung durchzublättern. Diesem Wunsch könnte Amazon mit einem eigenen Laden in Berlin nachkommen.

Neue Spotify-Funktion: Year in Music

Nachdem Spotify bereits in der vergangenen Woche die beliebtesten Songs und Künstler seiner Nutzer aus dem Jahr 2015 bekannt gab, folgt heute eine neue Funktion auf der Website des Dienstes. Mit Year in Music können sich Nutzer einen individuellen Jahresrückblick erstellen lassen.

Der Musik-Streaming-Dienst zeigt dabei unter anderem die Minutenanzahl, die der Nutzer mit Musikhören verbracht hat. Neben der Gesamtzahl der über Spotify gehörten Songs listet Year in Music außerdem den ersten Song des Jahres und die beliebtesten Künstler nach Jahreszeit. Die Top-Genres, -Künstler und -Songs fließen ebenfalls in die Übersicht mit ein. Die individuelle Spotify-Karte kann nach der Erstellung in sozialen Netzwerken mit Freunden geteilt werden.

Kostenlos online Musik hören, streamen & downloaden

Neue Musik-Anregungen für das neue Jahr gibt Spotify mit einer Empfehlungsplaylist. Die darin enthaltenen Künstler und Songs werden auf Basis der persönlichen Nutzer-Vorlieben zusammengestellt.

Apple bestätigt 100.000 Songs in iTunes Match

Apple hat das von Eddy Cue gegebene Versprechen für mehr Speicherplatz in iTunes Match eingehalten. Gegenüber Macrumors hat Apples Vice President Internet Software and Services nun bestätigt , dass Apple nach und nach den Speicherplatz für iTunes Match und die iCloud-Musikmediathek auf maximal 100.000 Titel ausbaut. Bisher waren nur 25.000 Titel erlaubt. Die Abo-Preise ändern sich indes nicht.

Laut dem Blog Kirkville unseres Macworld-Kollegen Kirk McElhearn ("iTunes-Guy") sollen schon vermehrt Anwender in der Lage  sein, mehr als 25.000 Titel ihrer iTunes Match- und iCloud Music Library hinzuzufügen.
 
Dies bezüglich verweist der Kirk McElhearn neben Benachrichtigungen auf Twitter und Emails auch auf einen Bildausschnitt, nach dem ein Anwender mehr als 28.000 Songs speichern konnte. Davon stammen angeblich lediglich „ein paar Dutzend“ Titel aus dem iTunes Store, der restliche Inhalt soll angeblich von CDs oder von Apple Music stammen.

 
Bereits Anfang des Jahres verriet Eddy Cue , Senior Vice President von Apple, dass der Konzern plane, das Track Limit auf 100.000 Titel zu erhöhen.

Gerücht: Microsoft plant Surface-Smartphone

Microsoft will noch im nächsten Jahr ein Surface-Smartphone veröffentlichen. Das will der Blog Windows Central aus brancheninternen Quellen erfahren haben.

Den Gerüchten zufolge wurde mit der Konzeption das Team beauftragt, das bereits das Surface Book und die Surface-Tablets entwickelt hat. Mit dem Release rechnen Branchen-Experten im zweiten Halbjahr 2016.

Android vs. iOS vs. Windows 10 Mobile - Der große Vergleich

Beim so genannten Surface-Smartphone soll es sich um ein Oberklasse-Gerät handeln, auf dem Windows 10 Mobile läuft. Intel soll ebenfalls an der Entwicklung des Geräts beteiligt sein. Der Chip-Hersteller arbeitet angeblich zusammen mit dem Team um Panos Panay an einem Prozessor für das Surface Phone. Bestätigt wurden die Mutmaßungen seitens Microsoft jedoch noch nicht.

YouTube Red will angeblich Netflix Konkurrenz machen

Laut Wall Street Journal haben sich in den vergangenen Monaten YouTube-Manager mit Hollywood-Studios und anderen Firmen aus dem Filmbusiness getroffen. Demnach soll es sich bei diesen Treffen um Verhandlungen für Lizenzrechte zahlreicher Inhalte handeln. Bereits vor einem Jahr stellte YouTube den ehemaligen Netflix-Mitarbeiter Kelly Merryman ein. Merrymans Aufgabe bestand darin, für Netflix Inhalte zu beschaffen, sodass man vermuten kann, dass YouTube auf die Erfahrungen von ihm setzt.

YouTube hat noch nicht verlauten lassen, um was für Inhalte es sich bei den Verhandlungen genau handelt. Allerdings solle der YouTube Red-Service stark davon profitieren und weiter expandieren. Für rund 10 Euro können Nutzer werbefreie Videos auf der Plattform sehen und können zudem exklusive Inhalte konsumieren. Da Netflix und Amazon Prime Instant Video für das gleiche oder sogar für weniger Geld professionell produzierte Filme und Serien anbieten, vermutet man, dass YouTube sich in eine ähnliche Richtung entwickeln möchte.

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