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Morgenmagazin vom Donnerstag, 1. April 2021

01.04.2021 | 07:19 Uhr | Peter Müller

Sechste Beta von iOS 14.5: Auswahl bei Siri-Stimmen, Neukalibrierung von Batteriegesundheit +++ Betrüger räumen mit App Bitcoin-Trezor leer +++ Neue Apple TV Remote ist von Dritten +++ Youtube testet: Zahl der Dislikes wird nicht mehr angezeigt +++ Bericht: Media-Markt-Saturn vor Filialschließungen und Massenentlassung

1. April: Grund zum Greinen

Macwelt wünscht einen guten Morgen! Bevor Sie sich auf die Lesetipps nach diesen einführenden Absätzen stürzen: Wir geben uns jeden Tag alle Mühe, die für Sie interessantesten Geschichten zu  finden und kurz zusammen zu fassen. Die Zeit ist immer ein wenig knapp, so früh am Morgen, dennoch darf man es nicht an Sorgfalt fehlen lassen. So mancher Artikel, den wir entdecken, ist irrelevant. Oder seine Fakten schon bekannt. Nicht spannend genug. Oder die Meinung des Autoren mag zwar interessant sein, aber sie fügt der Diskussion keine neuen Aspekte hinzu.

So kommen bei unserer morgendlichen Recherche respektive Presseschau zwar keine 1000 „Neins“ auf ein „Ja“, wie es bei Apple angeblich der Fall ist, aber verwerfen wir recht viele Ideen wieder und wenden uns besseren zu. Beim schnellen Check hilft uns aber, wenn wir aus einer glaubwürdigen Quelle zitieren können. So manches Magazin, auf das wir verweisen, mag zwar auch Irrtümer bei der Publikation eingegangen haben und dabei womöglich jemanden auf den Leim gegangen sein, der es mit journalistischen Standards nicht so genau nimmt. Aber Publikationen wie das Wall Street Journal, Bloomberg, unsere Kollegen der Macworld oder 9to5Mac führen uns nicht in die Irre. Heute und morgen wird dieser Check aber schwierig. Denn selbst Qualitätspublikationen werden sich heute den ein oder anderen Scherz erlauben, der nicht auf den ersten und manchmal nicht mal auf den zweiten Blick als solcher zu erkennen sein wird.

Aber das macht den Charme eines guten April-Scherzes ja aus: Er sollte so nahe an der Wahrheit oder zumindest an der Möglichkeit sein, dass erst eine im Text irgendwann mal auftretenden Übertreibung ihn als humorvolle Irreführung enttarnt.

Früher hat ja das Unwissen der Menschen dabei geholfen, sie in den April schicken zu können, legendär ist hierbei etwa der BBC-Film von der vermeintlichen Spaghetti-Ernte im Tessin oder die Ansage der Tagesschau, ab sofort werde die Fanfare vor den 20-Uhr-Nachrichten nicht mehr live von einem Orchester gespielt. Heute weiß prinzipiell ein jeder alles. Dummerweise kann auch ein jeder alles behaupten und das nicht nur am 1. April in humorvoller Absicht, sondern rund um die Uhr, um durch Desinformation ganze Gesellschaften zu destabilisieren.

Sollten wir daher heute auf den gepflegten Aprilscherz verzichten, nur weil dann jene finstere Mächte einen vermeintlichen Beweis für den abstrusen Vorwurf von der Lügenpresse hätten? Ja, besser ist das. Allen Geschichten, die wir heute auf macwelt.de veröffentlichen, können Sie vertrauen. Sie sind korrekt recherchiert, nützlich und gut zu Lesen. Oder war das jetzt unser Meta-Scherz und da wir es bekanntlich faustdick hinter den Ohren haben … Entscheiden Sie im Verlaufe des Tages selbst! An sich wäre es auch an anderen Tagen gut, Informationen im Netz so zu überprüfen, als wäre der 1. April.

Wo sich aber nicht flunkern lässt: Heute ist Gründonnerstag. Wie der Gründonnerstag zu seinem Namen kam, dazu gibt es die unterschiedlichsten Theorien. Das bevorzugt verzehrte Gemüse wie Spinat oder Grünkohl könnte natürlich Pate gestanden haben. Schließlich leitet der Gründonnerstag das Ende der Fastenzeit ein, die ja nicht aus Jux und Dollerei entstand, sondern aus der Not der am Ende des Winters immer leereren Speisekammern – das erste junge Gemüse der neuen Vegetationsperiode muss vor den Zeiten des Überflusses einen ganz besonderen Geschmack gehabt haben.

Möglich ist auch, dass für die Benennung des Gründonnerstag nicht die Farbe der Mahlzeit die wesentliche Rolle spielte, sondern das Wort "greinen". Dann hätten wir seit Anfang 2020 an die 60 Greindonnerstage hinter uns und mindestens genau so viele vor uns, nicht nur zur Osterzeit …

Andere Sprachen helfen auch nicht weiter: Im Englischen heißt der Heutige Tag "Maundy Thursday", was auf das lateinische "Mandatum", jenen Auftrag, den Jesus seinen Followern bei ihren letzten Gathering, pardon, seinen Jüngern beim letzten Abendmahl erteilte. Für die Franzosen ist der heutige Tag einfach nur der Heilige Donnerstag, das gilt für Spanier und Italiener gleichermaßen. Aber mussten sich ja auch nicht mit so kurzen Vegetationsperioden herumschlagen wie die Menschen im deutschen Sprachraum.

In Schweden begeht man heute übrigens einen Roten Donnerstag, in den Niederlanden einen Weißen, in Polen einen Großen Donnerstag. Der auch in der ukrainisch- und der russisch-orthodoxen Kirche so heißt, aber erst in vier Wochen begangen wird. Dann ist auch in Griechenland Roter Donnerstag, angeblich wegen der Farbe der Ostereier, die man in Griechenland seit jeher monochrom hält.

Die zweite Hälfte der Osterferien wird das Macwelt-Morgenmagazin wieder für eine kurze Pause nutzen, wir sind am 12. April wieder für Sie da.

Lesetipps für den Donnerstag:

Noch ne Beta : Apple hat gestern Abend die sechste Beta von iOS 14.5 für Entwickler bereit gestellt, die Public Beta sollte heute folgen. Das Update wird immer umfangreicher, gleich zwei weitere neue Features sind in der sechsten Vorabversion neu. So lässt Apple künftig schon bei der Einrichtung die Wahl, mit welcher Stimme sich Siri melden soll, bisher war die weibliche Stimme voreingestellt. Einige neue Stimmoptionen kommen beim digitalen Assistenten nun hinzu. Nutzer von iPhone 11, iPhone 11 Pro und iPhone 11 Pro Max werden feststellen, dass sich die Einstellung der Batteriegesundheit nach dem Update neu kalibriert, diese konnte auf den Modellen zu falschen Anzeigen führen.

Vorfreude: Die WWDC ist angesetzt, vor allem für die Software wird es in der Woche vom 7. bis 11. Juni jede Menge Neuigkeiten geben. Aber Apple könnte die WWDC und die Zeit davor für einige Hardware-Ankündigungen nutzen, spekuliert Roman Loyola. Zumindest dürfte Apple den weltweit vor den Bildschirmen versammelten Entwicklern einige Hinweise geben, wie es denn mit dem Mac weitergeht und seinen Apple-Silicon-Chips. Vor allem aber vom neuen Betriebssystem, das mit ziemlicher Sicherheit macOS 12 heißen wird und dazu noch einen Namen einer kalifornischen Sehenswürdigkeit bekommt, ist einiges zu erwarten. Einige erfolgreiche Features von iPhone und iPad könnten den Mac bereichern, etwa Kurzbefehle für den Mac und die Wallet. Doch sollte auch Siri besser werden und die Unterstützung von iPhone- und iPad-Apps auf M1-Macs und deren enge Verwandte.

Betrug: Trotz Apples massiver Anstrengungen, den App Store sauber und sicher zu halten, kommt es immer wieder vor, dass Entwickler die Prüfer täuschen und Apps in das Angebot schmuggeln, die nicht das tun, was sie versprechen - sondern das Vertrauen der Anwender für verbrecherische Zwecke missbrauchen. So berichtet die Washington Post über einen Vorfall über eine angebliche App für die Hardware-Geldbörse für Kryptowährungen  Trezor, die einen Nutzer um 14,1 Bitcoin im Wert von 600.000 US-Dollar brachte. Der Trezor ist ein Gerät, das einen 12- oder 24-stelligen Wiederherstellungscode auf seinem Display präsentiert, der über die Legitimität einer Transaktion informiert. Laut der Angaben des Herstellers ist der Trezor nicht in der Lage, am iPhone betrieben zu werden. Aber wer liest schon das Kleingedruckte? Die App, die der iPhone-Nutzer Phillipe Christodoulou aus dem App Store geladen hatte, forderte aber genau eine Verbindung über einen USB-Lightning-Adpater, über die sie die Informationen abgriff, um die Wallet des Nutzers leer zu räumen. Laut Apple habe sich die App bei der Überprüfung zur Zulassung als eine Verschlüsselungsanwendung getarnt und erst später ihre Funktionalität geändert. Ob Apple den Vorfall den Behörden meldete, wollte das Unternehmen der Washington Post nicht verraten.

Aufgedeckt: Der Hinweis im Code von tvOS 14.5 auf eine neue Fernbedienung für das Apple TV, über den 9to5Mac zuerst berichtete, hat seinen Grund, wie das Portal nun klar stellt. Es handelt sich dabei zwar um ein neues Gerät, jedoch nicht um eine neue Apple-Fernbedienung für ein womöglich neue Settopbox, sondern um eine alternative Fernbedienung, die Apple zusammen mit Anbitern von Kabel-TV entwickelt hat. Universal Electronics werde die Fernbedienung vertreiben, die ganz anders sein wird als Apples Siri Remote. Sie wird mehr Knöpfe enthalten und auch ein Bedienrad, wie es frühere Apple-Fernbedienungen enthielten. Die neuen Knöpfe dienen etwa dazu, den Kanal zu wechseln oder den TV-Apparat stumm zu schalten. Auch ein Ein/Aus-Schalter - bei Apple an sich undenkbar - ist enthalten.

Magnet: Seit vierzig Jahren heißt es, Kernfusionsreaktoren wären in 40 Jahren serienreif. Für das Großprojekt Iter gilt das wohl auch noch heute: In 40 Jahren könnte er Energie liefern. Wir werden sehen, was in 40 Jahren Wissenschaft und Technik dazu sagen. Schneller könnte es laut eines Berichts von Science gehen, den die Süddeutsche Zeitung in Übersetzung publiziert hat. Denn ein Startup wollen das Grundproblem gelöst haben: Für das Einsperren des Plasmas sind starke Magnetfelder vonnöten, den supraleitende Spulen erzeugen. Diese müssen aber auf eine Temperatur nahe dem absoluten Nullpunkt gekühlt werden, was eine aufwändige Technik mit flüssigem Helium erfordert. Commonwealth Fusion Systems will nun aber eine Lösung mit Hochtemperatursupraleitern gefunden haben, die man bei etwa zehn Kelvin betreiben kann, was den Aufwand deutlich reduziert. Schon im Juni will das mit 200 Millionen US-Dollar finanzierte Unternehmen seinen Magneten testen.

Weitere Nachrichten:

Youtube testet: Zahl der Dislikes wird nicht mehr angezeigt

Youtube testet in den nächsten Woche eine neue Darstellung bei den „Dislikes“. Bei dem Dislike-Icon soll künftig nicht mehr die Zahl der Dislikes angezeigt werden. Damit solle das „Wohlbefinden“ der Videoproduzenten verbessert werden. Zudem wolle Youtube so Dislike-Kampagnen gegen bestimmte Videos erschweren. Solche Dislike-Kampagnen entwickeln sich mitunter schnell unter politisch-historischen Videos, die emotional aufgeladen sind. Seriöse Produzenten von historischen Videos, wie wir sie hier vorstellen, könnten von einem Ausblenden der Dislikes profitieren: Youtube, Twitter & Co. - Der Horror von 1918 bis 1945 in Top-Dokumentationen .

Auf Twitter zeigt Youtube die entsprechend angepasste Leiste unter dem Video. Allerdings betrifft dieser Test zunächst nur ausgewählte Youtube-Kanäle, bei den meisten Videos sehen die Benutzer also durchaus auch noch künftig die Zahl der Dislikes.

Die Video-Macher wiederum sehen aber auch weiterhin noch, ob und wie viele Dislikes sie verpasst bekommen haben. Diese Zahl wird nach wie vor im Youtube-Studio sichtbar sein.

Für die Youtube-Zuschauer ändert sich nichts. Sie können nach wie vor ein Video mit einem Like belohnen oder mit einem Dislike abstrafen. Außerdem beeinflussen sie damit den Youtube-Algorithmus, der Ihnen neue Videos vorschlägt. Die Anzahl der Likes bleibt bei dem Experiment ebenfalls noch frei einsehbar.

Von dem Test betroffene Video-Produzenten können die Teilnahme nicht verhindern, wie Youtube in diesem Support-Dokument erklärt. Sie können Ihr Feedback aber hier einreichen . Der Dislike-Button soll aber keinesfalls komplett entfallen und es steht derzeit noch überhaupt nicht fest, wie die finale Lösung aussehen wird. Dafür wolle Youtube erst das Feedback der Betroffenen einholen.

Bericht: Media-Markt-Saturn vor Filialschließungen und Massenentlassung

Bei Media-Markt-Saturn müssen bis zu 1000 Mitarbeiter gehen. Zudem droht die Schließung von 13 Filialen der beiden Elektronikketten. Das berichtet Business Insider unter Berufung auf die "Lebensmittel Zeitung".

Die Lebensmittel Zeitung (Artikel hinter Bezahlschranke) will von den Entlassungen aus einem Schreiben erfahren haben, das Media-Markt-Saturn an seine Mitarbeiter verschickt habe. Die Filialschließungen und die Entlassungen sollen bis September 2021 durchgezogen werden. Teilweise sollen bestehende Filialen auch verkleinert werden. Durch das Schließen oder Verkleinern von Filialen will die Inhaberin Ceconomy, der die beiden Elektronikmarktketten gehören, ihre Mietkosten reduzieren.

Zuletzt hatte Ceconomy durchaus gute Geschäftszahlen vorgelegt. Doch es war das Online-Geschäft, das bei Media Markt und bei Saturn für Umsatz sorgte und sorgt. Die Filialgeschäfte dagegen leiden unter der Covid-19-Pandemie und den damit verbundenen eingeschränkten Öffnungs- und Einkaufsmöglichkeiten vor Ort. Zwar haben sich Media Markt und Saturn ein ausgefeiltes Konzept einfallen lassen, um ihren Ladenkunden trotz Lockdown das Einkaufen vor Ort zu ermöglichen (siehe unsere Meldungen unten). Doch den Umsatzrückgang in den Filialen konnten beiden Ketten damit sicherlich nicht stoppen.

Bereits im August 2020 machte die Nachricht von Massenentlassungen bei Media-Markt-Saturn die Runde. Damals war sogar von bis zu 3500 Entlassungen und 14 geschlossenen Filialen die Rede. Mehr dazu lesen Sie in dieser Meldung: MediaMarktSaturn - 3500 Arbeitsplätze fallen weg.

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