2129123

Morgenmagazin vom Donnerstag, 1. Oktober 2015

01.10.2015 | 06:56 Uhr |

1. Oktober +++ Ablock Plus: Kommission soll über Werbung entscheiden +++ Zweite Beat für OS X 10.11.1 +++ Mögliche Sicherheitslücke in Gatekeeper +++ Steigende Datenmengen beflügeln das Geschäft +++ USA: 117.000 Dollar für einen Internetanschluss +++ Videostreaming auch im Flugzeug

Was heute wichtig wird: 1. Oktober

Das Macwelt-Morgenmagazin wünscht einen Guten Morgen! Ab jetzt ist Schluss mit gratishören, nach Ablauf der dreimonatigen Testphase werden die ersten Apple-Music-Abos kostenpflichtig. Die Probezeit war eine außergewöhnlich lange, die Konkurrenz lässt allenfalls einen Monat probehören. Wir sind mal gespannt, ob Cupertino heute im Lauf des Tages eine Zahl nennt, wie viele Abos Apple Music mittlerweile generiert hat und wie viele der Early Birds tatsächlich beim nunmehr kostenpflichtigen Abo dabei geblieben sind - oder einfach das Deaktivieren der automatischen Verlängerung vergessen haben. Die Bilanz für das vierte Quartal des Geschäftsjahres 2014/15, die Apple um den 20. Oktober herum veröffentlicht, wird dazu noch nichts verraten. Und auch aus der Bilanz des Dezemberquartals wird man nur sehr indirekt Schlüsse ziehen können. Die Umsätze werden im Bereich "iTunes, Software und Services" aufschlagen, neben all den anderen im iTunes und App Store generierten Einnahmen.

Dabei hätte Apple heute eigentlich die beste Gelegenheit für gute Nachrichten rund um die Musikbranche. Der alljährlich am 1. Oktober begangene Weltmusiktag feiert heuer zudem sein 40-jähriges Jubiläum. Nun hat Musik als Mittel zur zwischenmenschlichen und der Völkerverständigung eine Bedeutung, die weit über ihre Kommerzialisierung hinausreicht, aber auch Musiker wollen von ihrer Kunst und ihrem Handwerk leben. Die Zeiten, in denen Musikaufnahmen Reichtümer oder wenigstens ein gewisses Auskommen versprachen, sind längst vorbei, auch der iTunes (Music) Store konnte den wirtschaftlichen Niedergang der Industrie nicht verhindern. Selbst wenn Apple bald Spotify als Marktführer mit derzeit rund 20 Millionen Abos ablösen sollte, fällt für einzelne Künstler nur ein kleiner Obolus an. Zwar mögen Streamingdienste erneut die Art und Weise der Musikrezeption verändern und Musikfreunde fügen ihrer Musik wesentlich mehr Alben hinzu als sie sich kaufen würden. Doch streut dieses Mehr an Musik gewaltig, manche Alben hört man dann doch nur ein oder zweimal und anstatt 7 Euro als Künstler/Industrie-Anteil für ein gekauftes Album gehen nur Bruchteile von Cent an den Urheber. Vermutlich müsste Apple alle 800 Millionen iTunes-Nutzer zu einem Abo überreden. 8 Milliarden US-Dollar jeden Monat würde die Musikindustrie beinahe wieder an die goldenen Jahre der CD erinnern. Peter Müller

Lesetipps für den Donnerstag

125 Jahre Yosemite: Nichts ist so alt wie die Zeitung von gestern und das Betriebssystem vom Vorjahr. Dennoch sei an dieser Stelle erinnert, dass vor noch längerer zeit, nämlich am 1. Oktober 1890 der  Yosemite-Nationalpark eröffnete. Die Landschaft ist freilich noch viel älter, die Spuren menschlicher Besiedlung reichen 4000 Jahre zurück. Seit gestern Abend dreht sich in der Welt des Mac aber alles um El Capitan...

Werbeblocker: Welche Anzeigen und Anzeigenformate akzeptabel sind und nicht gefiltert werden, entscheiden die Macher des Werbeblockers Adblock Plus derzeit in einem intransparenten Prozess zusammen mit ihrer "Community". Anbieter von Websites können sich sogar freikaufen, um Werbung ausliefern zu können. Die Herstellerfirma Eyeo will Anfang kommende Jahres den Prozess ändern und eine unabhängige Kommission errichten, die über die Akzeptanz von Anzeigen entscheiden soll. In der Kommission sollen Publisher, Werber und Leser gleichermaßen vertreten sein.

Potentielle Sicherheitslücke: Gatekepper soll unter OS X verhindern, dass Malware auf den Rechner kommt. Der Sicherheitsexperte Patrick Wardle hat in der Technolgie nun aber eine potentielle Sicherheitslücke entdeckt: Denn von Gatekeeper einmal akzeptierte Apps könnten demnach weitere Programme oder Programmbestandteile nachladen, ohne dass Gatekeeper nach einer Signatur verlangt. Dies könnte bedeuten, dass sich derart nachgeladene Software durch Malware austauschen ließe.

Zweite Beta für das erste Update: Apple hält das Tempo weiter hoch. Kurz vor Veröffentlichung von El Capitan hatte Apple in der letzten Nacht die bereits zweite Beta-Version von OS X 10.11.1 zur Verfügung gestellt. Alle Entwickler können Version 15B22c von der Entwickler-Seite herunterladen. Oder, wenn bereits eingerichtet, wird der Download automatisch im App Store angezeigt. Viele Neuerungen existieren jedoch nicht. Entweder gibt Apple absichtlich wenig bekannt, oder die neue Beta Version verbessert nur Kleinigkeiten unter der Haube. Unsere Tests ergeben keine Ungereimtheiten und alles läuft problemlos. Nutzer, die beim Verschieben von größeren Dateien im Finder eine kleine Latenz bemerkt haben, sind nach dem letzten Update wieder zufrieden. Das Arbeiten im Finder gestaltet sich wieder reibungslos.

Weitere Nachrichten

Steigende Datenmengen beflügeln das Geschäft

Neben den daraus resultierenden Maßnahmen zur Steigerung der Storage-Kapazitäten , behält der Klassiker Backup und die gesetzes-konforme Speicherung der Daten ihre Bedeutung. Betrachtet man die Umfrage-Protokolle der Kunden zu den im vergangenen Jahr umgesetzten Storage-Projekten, konkurrieren hier klassische Storage-Projekte mit Virtualisierungs-Strategien . Zum Teil verfolgen Kunden aber auch beide Ansätze parallel weiter.

Als Projektziele nennen die Kunden hin und wieder den kompletten Austausch der bestehenden Lösung. Im Vordergrund stehen jedoch der Ausbau, die Optimierung oder Umstrukturierung. Oftmals werden SANs (Storage Area Networks) installiert oder ausgebaut, ab und zu setzen Unternehmen zudem auf NAS-Konzepte (Network Attached Storage).

Kaum überraschend wird der Datensicherheit ein besonderes Augenmerk geschenkt. Firmen kümmern sich um professionelle Backup- und Restore-Lösungen für den Notfall. Im Befragungsprotokoll werden Hersteller wie Netapp, VMware, HP und IBM erwähnt, ab und an sogar mit der Angabe des eingesetzten Produkts.Eines eint das Gros der Kunden: Sie sind mit den Leistungen der Systemhäuser in diesem Feld zufrieden. So wurden im Schnitt alle eingereichten, mehr als 900 Storage-Projekte mit der Note 1,55 bewertet. Krämer IT Solutions rangiert hier in der Gunst der Kunden ganz weit oben und kassierte dafür eine stolze 1,03.

USA: 117.000 Dollar für einen Internetanschluss

Der in Wisconsin lebende US-Amerikaner Cole Marshall wollte auf einem günstig gekauften Grundstück ein Haus bauen. Sein lokaler Kabelnetzbetreiber Charter sowie der Anbieter telco Frontier Communications sicherten ihm zu, dass er später einen Internetanschluss mit bis zu 24 Megabit pro Sekunde erhalten könnte.

Nach dem Hausbau stellte sich heraus, dass beide Firmen dazu nicht in der Lage sein werden. Stattdessen bot ihm Charter einen Anschluss an, wenn er die für die Anbindung seines Hauses nötigen 117.000 US-Dollar selbst tragen würde.

Der Anbieter begründet die hohen Kosten mit der großen Entfernung zum Haus sowie mit der Tatsache, dass neue Glasfaserleitungen zum Großteil unterirdisch verlegt werden müssen. Damit bleibt dem Hausbesitzer nur eine alternative Internetanbindung über Satellit, die aber lediglich 3 Megabit pro Sekunde erreicht.

Videostreaming auch im Flugzeug

In den USA werden immer mehr Flugzeuge mit schnellen Internetanbindungen ausgestattet, die auch das Streamen von Videos auf einer Flugreise ermöglichen. Um diesen Service bekannter zu machen, bietet die Fluggesellschaft Virgin das WLAN im Flieger samt Netflix-Anbindung bis zum 2. März 2016 sogar kostenlos an.

Im Flugzeug steht das Netzwerk „VirginAmerica“ nach dem Start ohne zusätzliche Kosten zur Verfügung. Besitzer eines Netflix-Abos können ihr vorhandenes Konto nutzen, alle anderen dürfen direkt im Flieger eine 30-tägige Testphase beginnen.

Darüber hinaus will Virgin ab dem nächsten Monat alle drei Staffeln von House of Cards auf dem Red genannten Entertainment-System anbieten. Dabei handelt es sich um kleine Bildschirme, die an der Lehne des Vordermanns angebracht sind. Wie hoch der Datendurchsatz im Flugzeug – gerade bei gleichzeitiger Nutzung – ausfallen wird, bleibt jedoch noch unklar.

2129123