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Morgenmagazin vom Donnerstag, 1. Oktober 2020

01.10.2020 | 06:41 Uhr |

Apple Watch SE im Test +++ Wie Apple anpassbaren Home Screen für seine Zwecke nutzt +++ Neue Emojis in iOS 14.2 Public Beta +++ Ulysses 21: Stil- und Grammatikprüfung auch unter iOS +++ Disney+: Neue Groupwatch-Funktion startet +++ Corona-Besucherlisten: Bis zu 1000 Euro Strafe bei falschen Angaben +++ Amazon startet Explore-Plattform

1. Oktober: Von Schlachten und Platten

Macwelt wünscht Guten Morgen! Mal sehen, ob der Oktober so golden wird, wie er im Volksmund gerne verklärt wird. Es ziehen wieder dunkle Wolken auf, hier im Süden der Republik aber nur allegorisch, das Wetter lädt dieser Tage in der Tat dazu ein, nach draußen zu gehen und dem Laub beim Verfärben zuzusehen. Gilbhart so auch der altdeutsche Namen des zehnten Monats, der in seiner aus dem lateinischen stammenden Bezeichnung immer noch die Acht trägt - dabei hatten die Römer schon etwa 150 vor Christus den Jahresbeginn auf den 1. Januar verlegt.

Weinmonat nennt man den Oktober auch, bevor dessen Blätter fallen, kommen die Trauben von den Rebstöcken in die Kelter und als Federweißer, Brauser oder Sturm schon mal in die Gläser - erst in der zweiten Novemberhälfte eröffnet dann der Beaujolais Nouveau das neue Weinjahr.

Der 1. Oktober aber ist auch der Internationale Tag der Musik, seit 45 Jahren nun auf diesem Datum gelegen, nachdem die UNO zwei Jahre zuvor auf ihrer Vollversammlung den Tag beschlossen und sein Datum fest gelegt hatte. An neuer Musik erwarten wir vor allem am 23sten des Monats Bruce Spriungsteens neues Album "Letter To You", Ende September hatten uns bereits BAP mit "Alles fließt" und Fish mit "Weltschmerz" auf den Herbst vorbereitet. Beides Spätwerke, wenn nicht gar die letzten ihrer Art – das ist auch bei Springsteen zu befürchten, wenn auch nicht unbedingt zu erwarten. Es gibt noch viel zu sagen und zu beklagen, Ende Januar, wenn die Kälte am heftigsten ist, das Frühjahr aber naht, gibt es vielleicht etwas zu Feiern, die Inauguration von POTUS 46 etwa.

Möge der Lügner, Betrüger und Mobber, der derzeit mit seiner Clique das Weiße Haus okkupiert hat, um noch reicher zu werden (oder überhaupt erst einmal so reich, dass man Steuern zahlen müsste …) also bald Geschichte sein und es den USA in den nächsten Jahren und Jahrzehnten  gelingen, die Spaltung zu überwinden, deren Symptom POTUS 45 eher ist als deren Ursache. Die Geschichte wird es weisen - aber wann wird Zeitgeschichte zur Geschichte, die Wiedervereinigung war ja auch erst gestern und nicht vor 30 Jahren?

Zweifelsohne Geschichte sind die großen epischen Schlachten zwischen Persern und Griechen - wobei jene Weltgegend immer noch umkämpft ist und sogar an manchen Stellen uralte Grenzen zu erkennen sind – inmitten all der von Kolonialmächten gezogenen geraden Linien. Doch haben die Kollegen der Süddeutschen Zeitung am letzten Wochenende geirrt, als sie in ihrem ansonsten sehr informativen Artikel über die Schlacht von Salamis davon schrieben, diese sei nun exakt 2500 Jahre her. Über den exakten Tag mag man streiten, es wird durchaus um den 25. September herum gewesen sein und auch im Jahr 480 v. Chr., aber das ist eben erst 2499 Jahre her. Der Grund ist ein banaler, wie auch überraschender und verwirrender: Die Geschichtsschreibung kennt das Jahr 0 nicht. Auf 1 v. Chr. folgte 1 AD, es fehlt hier also ein Jahr, man kann daher nicht einfach -480 von 2020 abziehen.

Umgekehrt stellen wir fest, dass heute die Schlacht von Gaugamela tatsächlich ein halbrundes Jubiläum feiert. Auf den 1. Oktober 331 v. Chr. datiert, sind nun exakt 2350 Jahre vergangen, als Alexander der Große mit seinem Heer das des Perserkönigs Dareios III. vernichtend schlug. Damit war – zwei Jahre nach der noch berühmteren "Keilerei" bei Issos – das endgültige Ende des Großkönigs und seines Vielvölkerstaates besiegelt. Imperien kommen und vergehen, in jeder Epoche der Menschheitsgeschichte: Memento mori, Mr. President.

Lesetipps für den Donnerstag:

Getestet: Auf dem Papier stellt die Apple Watch SE vor allem viele Fragen. Was ist sie denn nun genau, wenn schon nicht das günstigste Modell, da die Series 3 ja weiter im Handel ist? Ist sie eine Series 5, der nur das Always-on-Display fehlt? Nein, denn auch EKG-Messung ist nicht möglich, die Blutsauerstoffsensoren sind ohnehin der Series 6 vorbehalten. Michael Simon hat in seinem Test nach Antworten gesucht, eine ist ja offensichtlich: Nicht etwa gleich teure Geräte von Fitbit, Samsung oder Fossil sind die Konkurrenten der Apple Watch, sondern die Uhren aus dem eigenen Haus. Die Apple Watch SE ist nach der Series 6 das beste Gerät, das man bekommen kann. Wenn man dann keinen großen Wert auf EKG oder Oxymeter legt und damit leben kann, die meiste Zeit einen dunklen Bildschirm am Handgelenk zu haben, dann besticht die Apple Watch SE mit ihrem Preis.

Gelegenheit : Klar kann man sich fragen, ob es das braucht: Eigene Icons, die man mit Hilfe von Vorlagen und Kurzbefehlen auf den Home Screen des iPhone bringt und die eigentlichen Programmsymbole dafür ausblendet. Dazu passende Widgets und Hintergründe – fertig ist der individuelle iPhone-Look. Aber die Popularität von Apps wie Widgetsmith und Colorwidget, die einen Teil der Anpassungsarbeit übernehmen, spricht Bände. Apple wird sich ob des unerwarteten Erfolgs der Methode auch nicht grämen, sondern sie eher zu nutzen wissen, denn sie führt zu dem Ziel, das Apple jedes Jahr mit den großen Updates verfolgt: Möglichst viele Anwender sollen möglichst früh ihre Systeme aktualisieren. Es kommt auch nicht von ungefähr, dass Apple jedes Jahr am 17. Juli, dem World Emoji Day, eine Vorschau darauf gibt, wie den ab Herbst die neuen Emojis aussehen. Ab und an kommt noch ein Fun-Feature wie Animoji un Memoji hinzu, was ebenso die Lust auf das neue System fördert. Da geht aber noch mehr, meint Jason Snell. Denn vor allem müssen ja Entwickler mitmachen, diese sollten mehr und bessere Tools zur Anpassung der Oberfläche von Widgets und Icons bekommen, ebenso würde es die Nutzer erfreuen, wenn sie bequemer zu einem neuen Look kämen. Aber auch mit weiteren oder gar anpassbaren Systemsounds könnte Apple die Neugier auf Updates steigern - nicht jeder installiert iOS 14 wegen seiner Produktivitätsgewinne.

Radikal: Nutzer mit iOS 14 und watchOS7 haben Probleme mit der GPS-Aufzeichnung von Trainings berichtet, Apple kennt in einem erst gestern veröffentlichten Support-Dokument nur einen Rat, der an die Wurzel geht. Man solle bei Auftreten des Symptoms doch iPhone und Apple Watch löschen und aus einem iCloud-Backup wiederherstellen. Dazu solle man die Apple Watch erst entkoppeln und zunächst das iPhone auf Werkseinstellungen zurücksetzen und wieder aufsetzen. Die gleiche Methodik empfiehlt der Hersteller auch bei Auftreten anderer Symptome, bei denen die Health-App nicht ordentlich mit den Daten umgeht, die von der Trainings-App oder Lösungen Dritter kommen. Auch bei extremen Akkuverbrauch soll man die radikale Methode anwenden.

Update: Seit gestern liegt die zweite Beta von iOS 14.2 auch als Public Beta vor. Einige Neuerungen sind nun implementiert, so eine Reihe neuer Emojis, die Apple bereits im Sommer angekündigt hatte. Das Kontrollzentrum für Airplay 2 hat Apple ein klein wenig verändert und angepasst, Nutzer der Apple Card bekommen ein neues Tab, in dem sie ihre jährlichen Aktivitäten auf einen Blick sehen.

Voraussetzung: Netflix bietet auch Streams in 4K HDR an, für den Mac gelten aber strenge Voraussetzungen für dieses Ultra HD. Eine ist das Betriebssytem, aber macOS 11 Big Sur kommt in wenigen Wochen in der finalen Version. Die andere betrifft die Hardware und die ist nicht auf den ersten Blick ersichtlich. Denn Netflix setzt den Sicherheitschip T2 voraus, der an sich keine Grafikberechnungen vornimmt. Auf diese Weise ist aber garantiert, dass nur neueste Hardware - seit dem Mac Mini 2018 - zum Einsatz kommt. Externe Monitore müssen 4 K bei 60 Hertz liefern und einen mit HDCP 2.2 kompatiblen Anschluss bieten.

Weitere Nachrichten:

Ulysses 21: Stil- und Grammatikprüfung auch unter iOS

Das Textprogramm Ulysses ist bei Autoren und Bloggern beliebt, vor wenigen Monaten erhielt die Mac-Version eine neue Grammatik- und Stilprüfung für über 20 Sprachen. Diese neue Prüf-Funktion wird ab 6. Oktober auch für iPhone- und iPad-Nutzer verfügbar sein, wie der Hersteller mitteilte. Für die Nutzung erhält Ulysses einen neuen Überarbeitungsmodus, der auch die Rechtschreibprüfung des Systems integriert. Zusätzlich wurde die Benutzeroberfläche an das Design von iOS 14 angepasst und auch das App-Icon erneuert. Ebenfalls neu: Das Theme D21 ist für den Editor nun das neue Standard-Theme.

Die von der Language Tooler GmbH entwickelte Prüffunktion erkennt Grammatikfehler, bietet aber außerdem noch eine Stilprüfung: Der Nutzer erhält Empfehlungen in Fällen wie Groß-/Kleinschreibung, Wortbedeutung, Wiederholungen und Stil eingeblendet. Zusätzlich zu Rechtschreib- bzw. Tippfehlern wird dann auch bemängelt, wenn man in einem Text Wörter wiederholt oder umgangssprachliche Begriffe wie „besser wie“ (statt "besser als") verwendet. Die Lösung von Language Tooler ist auch als Plug-in für andere Programme verfügbar. Eine ähnliche Funktion bietet seit kurzem das kostenpflichtige Word-Plug-in Duden Mentor , die Textverarbeitung Papyrus bietet ebenfalls eine Duden-Stilprüfung.


Disney+: Neue Groupwatch-Funktion startet

Disney+ bietet nun in den ersten Ländern eine neue Groupwatch-Funktion an, mit der man sich mit bis zu sechs anderen Nutzern gemeinsam alle Serien und Filme aus dem Disney+ Angebot anschauen kann, selbst wenn man sich nicht im selben Raum befindet. Die Funktion hatte Disney+ zunächst in Kanada und dann auch Australien und Neuseeland seit einigen Wochen getestet. Ab sofort ist Groupwatch offiziell in diesen Ländern und in den USA verfügbar. Laut der Ankündigung von Disney wird Groupwatch dann später im Herbst 2020 auch in Europa verfügbar sein.

Bei Disney+ unterstützt Groupwatch alle Plattformen, für die der Dienst verfügbar ist. Es gilt aber auch: Jeder Teilnehmer muss über ein Abo für Disney+ verfügen. Mit einem Klick auf den "GroupWatch"-Button auf der Weboberfläche, den Apps (iOS, Android), Smart-TVs, etc., kann eine Einladung an Nutzer verschickt werden, mit denen man sich gemeinsam eine Episode oder einen Film anschauen möchte. Der Button findet sich auf der Info-Seite des Inhalts, in der Nähe des "Abspielen"-Buttons. Der eingeladene Nutzer erhält einen entsprechenden Hinweis auf allen Geräten, die er zum Anschauen von Disney+ verwendet.

In einem Groupwatch selbst wird dann die Wiedergabe des Inhalts über das Web für alle Mitglieder synchronisiert. Jedes Mitglied kann auch die Wiedergabe pausieren und auf das Geschehen mit sechs Emojis reagieren. Zur Auswahl stehen hierbei "gefällt mir", "traurig", "verängstigt", "lustig", "wütend" und "überrascht". Eine direktere Kommunikation zwischen den Nutzern ist nicht möglich. Wer also das Ansehen für einen Klobesuch pausiert, muss den Grund über einen anderen Weg den anderen Teilnehmern mitteilen.

Eine solche "Party"-Funktion haben andere populäre Streaming-Dienste bereits während der Coronakrise eingeführt, wie etwa zuletzt auch Amazon bei Prime Video. Für Netflix gibt es diverse Browser-Erweiterungen, die diese Funktion ermöglichen.

 

Corona-Besucherlisten: Bis zu 1000 Euro Strafe bei falschen Angaben

Wer falsche Angaben auf den Coronalisten macht, dem drohen in den meisten Bundesländern bald hohe Geldstrafen. Für „Darth Vader“ und „Harry Potter“ könnte ein Restaurantbesuch als bald teuer werden.

Falsche Angaben von Besuchern von Cafés, Restaurants oder Bars in den dort wegen der Covid-10-Pandemie ausliegenden Listen oder Zetteln sind nichts neues. Erst vor wenigen Tagen machte die Meldung die Runde, dass das Hamburger Gesundheitsamt nach „Darth Vader“ und "Lucky Luke“ sucht. Allerdings machen es sich die Behörden zu einfach, wenn sie die Schuld für solche falsche Angaben nur bei den Besuchern suchen. Denn ein missbräuchlicher Umgang mit den Coronadaten wurde bereits mehrfach aufgedeckt.

Einige Bundesländer haben nun angekündigt, dass sie Bußgelder für falsche Angaben auf den Coronalisten verhängen wollen. Laut der Tagesschau sprach Bundeskanzlerin Angela Merkel von einem Bußgeld von 50 Euro. Nordrhein-Westfalen will davon abweichend künftig ein Bußgeld in Höhe von 250 Euro und Schleswig-Holstein sogar von bis zu 1000 Euro Bußgeld erheben. Bezahlen müssen die Personen, die die falschen Angaben auf den Listen eintragen. Sachsen-Anhalt dagegen verzichtet auf ein Bußgeld. Sachsen-Anhalt habe die Kontaktlisten ohnehin gerade erst abgeschafft, also könne man auch keine Bußgelder für falsche Eintragungen auf diesen - nicht existierenden - Listen erheben.

Doch wer soll überhaupt die Angaben der Besucher überprüfen? Es ist bisher völlig unklar, ob Gastwirte überhaupt das Recht haben, sich einen Personalausweis zeigen zu lassen, wie die tagesschau schreibt. Zudem besteht in Deutschland keine Verpflichtung zum Mitführen eines Personalausweises. Allerdings sollen nach der jetzt beschlossenen Regelung tatsächlich die Gaststättenbetreiber die Richtigkeit der Angaben überprüfen. Wie das im notorisch hektischen Gastronomiegewerbe funktionieren soll, geht aus dem Beschluss nicht hervor. Vermutlich werden es vor allem die Ordnungsämter sein, die stichprobenartig die Angaben vor Ort überprüfen und dann Bußgelder verhängen.


Amazon startet Explore-Plattform

Amazon hat in dieser Woche mit Explore eine neue Plattform gestartet . Hier können Nutzer per Livestream unterschiedliche Aktivitäten auf der ganzen Welt buchen. Bei Städteführungen und Sight-Seeing-Ausflügen werden sie beispielsweise per Livestream mit einem lokalen Guide verbunden, der mit ihnen per Livestream durch die Straßen einer Großstadt geht. Zur Auswahl stehen hier etwa eine Tour mit den besten Aussichtspunkten in Prag oder eine virtuelle Walking-Tour durch die urbane Street-Art-Szene von Mexiko City. Die Sight-Seeing-Touren dauern meist zwischen 30 und 60 Minuten und sind ab 50 US-Dollar buchbar.

Als Live-Session bietet Amazon Explore außerdem Shopping-Touren an. Hier führt ein Guide durch einzelne Geschäfte vor Ort und zeigt, welche Mode oder welches Kunsthandwerk in der gewünschten Stadt angeboten wird. Im Bereich "Lernen & Kreativität" bietet die Plattform unterschiedliche Kurse an. Hier finden sich etwa ein virtueller Tango-Kurs in Buenos Aires oder ein Sushi-Kurs aus Japan. Alle Video-Streams sind One-Way, das heißt der Zuschauer sieht zwar seinen Guide oder Lehrer, dieser kann den Zuschauer jedoch nicht sehen. Der Zuschauer kann jedoch über sein Mikrofon Fragen stellen und sich mit dem Guide unterhalten.

Amazon Explore hat aktuell zahlreiche Kurse und Erlebnisse aus den ganzen Welt, darunter auch Deutschland, im Angebot. Nutzer können die Erlebnisse und Kurse zu einer gewünschten Tageszeit buchen und bis zu 24 Stunden vor Beginn noch einmal verschieben. Für die Durchführung sind dann lediglich ein Computer mit Internetzugang und das Login mit dem Amazon-Account notwendig.

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